Ein Gedanke zu „Salon: Kant begründet die Religion in der Ethik. Wider den Fundamentalismus

  1. Einige Tage nach dem Papstbesuch in Deutschland müssen Philosophen fragen: Wie lässt sich vernünftig Religion, möglicherweise Christentum, begründet verstehen. Immanuel Kant hat da einen wegweisenden Vorschlag: In der Ethik erlebt der Mensch das Unbedingte. Ethik ist der wahre Gottesdienst, so in seiner Schrift „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. Darüber gilt es sich zu verständigen und zu streiten. Aktuell ist Kants Forderung, alle Dogmen und aller Kult seien gegenüber dem ethischen Sollen ALS Gotteserfahrung relativ. Das führt zur Relativität der realen Kirchen und zum Gedanken an eine Kirche „ohne Mauern“, dies hat weitreichende Konsequenzen für den interreligiösen Dialog. Institutionen, Dogmen, Klerus und Kirchenverfassungen erhalten dann ihren richtigen Stellenwert, nämlich als völlig zweitrangig gegenüber der wirklichen Gotteserfahrung. Das ist nebenbei, auch gute protestantische Tradition.

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