Elend, nackt und bloß: Jesus am Kreuz. Eine Ra­dio­sen­dung

Gott und die Welt, Karfreitag, 18.04.2014

Elend, nackt und bloß: Jesus am Kreuz

Von Christian Modehn

Das Kruzifix, ob in Schlafzimmern oder Amtsstuben, ist in Europa kaum noch beachtete  Alltagskultur. Es sind die Künstler, die uns einladen, den „Skandal des Kreuzes“ wieder wahrzunehmen: Denn Jesus von Nazareth, seinen Qualen erlegen, hängt fast nackt am Kreuz. Und in dieser Blöße hält ihn auch seine Mutter in ihren Armen. Der verwundete, geschundene Leib spendet Christen Trost: Auch ihr Erlöser hat das Schicksal der leidenden Menschheit geteilt. Dabei ist bereits das ganze Leben Jesu von einer „existentiellen Nacktheit“ bestimmt, von radikaler Offenheit, Wahrhaftigkeit und Schutzlosigkeit. „Auch ich kann nur in dieser Haltung meinem nackten Gott begegnen“, betont der Jesuitenpater Klaus Mertes. Der nackte Jesus wird zum Symbol einer modernen Spiritualität. Sie findet Inspirationen bei Künstlern wie Michelangelo und Matthias Grünewald, bei Max Beckmann und Alfred Hrdlicka.

Das Manuskript kann bestellt werden: religion@rbb-online.de