„Das Privat-Eigentum und das Gemeinwohl“. Eine kritische Philosophie des Habens und Besitzens. Ein Salonabend…

„Das Privat-Eigentum und das Gemeinwohl“. Eine kritische Philosophie des Habens und Besitzens…

Ein Salonabend am 26. 2. 2016 in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf. Beginn um 19 Uhr. Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de

Wichtige Hinweise von Elisabeth Hoffmann u.a. zu den „Commons“: Siehe weiter unten.

Zur Einstimmung für unseren Salon empfehle ich eine ARD Dokumentation (2016) z. B. über die zunehmende Verarmung der so genannten Mittelschicht in Deutschland;  dies ist ein Film zugleich über die Tatsache, dass sich diese Kreise nicht wehren gegen die zunehmende, von Politikern (Schröder SPD und NachfolgerInnen) gemachte Verarmung:Man könnte doch etwa eine gerechte Steuer-Politik auch gegenüber den Reichen und Ultra-Reichen  dringend verlangen! Macht aber kaum jemand…  Schauen Sie sich diesen Film an:

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/wie-solidarisch-ist-deutschland-116.html

Dass jeder Mensch, um zu überleben, Besitz und Eigentum braucht, etwas, das ihm gehört, um das eigene Leben zu gestalten, ist keine Frage. Heute entsteht weltweit immer dringender die Frage: Wie riesig groß kann und darf um der Menschlichkeit der Menschen willen der Abstand zwischen (Ultra-) Reichen und Armen (also arm Gemachten) sein? Die Frage nach dem Eigentum hat die Philosophen spätestens seit John Locke befasst. Wir wollen auch nach dem Begriff des „Gemeinwohls“ fragen, als kritischem Korrektiv eines überdehnten Eigentum-Begriffes. Hintergrund ist die niemals verstummende Forderung nach einer gerechten Ordnung für alle, die auch den Armen Gleichberechtigung bietet. Die Idee (als reale Forderung)  einer gerechten Welt ist zentrale Lehre des Christentums. Man sollte in einem modernen Verständnis des Christentums sagen: Der christliche Glaube ist der Glaube an die stets weiter zu entwickelnden Menschenrechte! Das gilt, trotz aller faktischen Verirrungen in der Christentumsgeschichte. Auch auf den Philosophen und Psychotherapeuten Erich Fromm wollen wir in unserem Salon erinnern.

Nur einige FAKTEN zur Einstimmung:Die NGO OXFAM berichtet jetzt, Januar 2016: Das oberste eine Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr Vermögen als der gesamte „Rest“ der Menschheit, also 99 Prozent. Oft wurde auch die Zahl verbreitet: 62 der reichsten Menschen besitzen so viel wie die arme Hälfte der Menschheit. 

Zu Deutschland im Jahr 2013: 52 Prozent des gesamten Nettovermögens in Deutschland besitzen 10 Prozent der Haushalte… 

Elisabeth Hofffmann,  mit unserem philosophischen Salon seit Jahren verbunden, schreibt zu unserem Gespräch am 26.  Februar: „Das Thema des nächsten Salons finde ich auch sehr interessant und wichtig. Als Gegenüberstellung zum Eigentumsbegriff wäre der Begriff der „Commons“ auch wichtig, die Gemeingüter oder auch früher die Allmende….was wohl alles unter dem Begriff des Gemeinwohls subsumiert werden könnte. Hier gibt’s sogar ein blog dazu. https://commonsblog.wordpress.com/was-sind-commons/. Dann gibt’s die Initiative der Gemeinwohlökonomie, die eine Gemeinwohlbilanz (ähnlich wie die Steuererklärung) den beteiligten Unternehmen abverlangt. https://www.ecogood.org/ . Gern würde ich auch über den Satz, daß Eigentum verpflichtet, philosophisch reden. Steht wohl in unserer Verfassung. Und darüber, daß das soziale Ansehen immer noch steigt, wenn man viel besitzt. Woher kommt das? Calvin? Was könnte man dem heute entgegensetzen. Jemand der Milliarden hat, sollte doch eigentlich als einer, der andere übervorteilt hat, gebrandmarkt werden. Viel besitzen ist doch schon lange nicht mehr ein Zeichen, daß man viel gearbeitet hat. Verleiht Reichtum jemanden eine Art Königswürde? Respekt? Macht? Aus einem kollektiven Gefühl heraus? Aus einer Abhängigkeit heraus? Wie schaffen wir es, das Miteinander und das Gemeinwohl als die Voraussetzung von Reichtum zu erkennen? Niemand wird allein reich. Reichtum ist immer Gemeinschaftswerk. Eine Ökonomin, Elinor Ostrom, hat vor vielen Jahren dazu geforscht und den Nobelpreis dafür erhalten, in dem sie nachwies, wie gemeinschaftliches Eigentum erfolgreich organisiert werden kann und dabei die Ressourcen geschützt werden. https://de.wikipedia.org/wiki/Elinor_Ostrom

Auch dieser Link ist wichtig: https://commons-institut.org/files/Commoning_Zur_Kon-Struktion_einer_konvivialen_Gesellschaft.pdf

Es ist das Manifest für eine konviviale Gesellschaft. Ich glaube, daß das gute Organisieren der Flüchtlingskrise durch sehr viele Freiwille und Ehrenamtliche zeigt, wie eine Gesellschaft der Selbstorganisation klappen könnte, wie sie im Manifest konzipiert wird. Und hier ist noch ein guter Film von Scobel zu den Gemeingütern: https://www.youtube.com/watch?v=rQkbImeVHr8