Karfreitag: Jesus am Kreuz: Elend, nackt, bloß. Eine Radiosendung am Fr. 14.4.2017

Die Radiosendung wird im RBB Kulturradio um 9.04 (bis 9.30) am Karfreitag (14.4.2017) wiederholt. Der Beitrag hat als Erstsendung schon viele HörerInnen interessiert, bewegt, ins Fragen geführt…

Von Christian Modehn

Das Kruzifix, ob in Schlafzimmern oder Amtsstuben, ist in Europa kaum noch beachtete Alltagskultur. Es sind die

Künstler, die uns einladen, den „Skandal des Kreuzes“ wieder wahrzunehmen, denn Jesus von Nazareth, seinen

Qualen erlegen, hängt fast nackt am Kreuz. Und in dieser Blöße hält ihn auch seine Mutter in ihren Armen. Der

verwundete, geschundene Leib spendet Christen Trost: Auch ihr Erlöser hat das Schicksal der leidenden

Menschheit geteilt. Dabei ist bereits das ganze Leben Jesu von einer „existentiellen Nacktheit“ bestimmt, von

radikaler Offenheit, Wahrhaftigkeit und Schutzlosigkeit. „Auch ich kann nur in dieser Haltung meinem nackten

Gott begegnen“, betont der Jesuitenpater Klaus Mertes. Der nackte Jesus wird zum Symbol einer modernen

Spiritualität. Sie findet Inspirationen bei Künstlern wie Michelangelo und Matthias Grünewald, bei Max Beckmann

und Alfred Hrdlicka.