Monatsarchiv



Der Gründer der Legionäre galt als Heiliger

24. August 2009 | Von | Kategorie: Benedikt XVI. - Kritische Hinweise

Der religionsphilosophishce Salon diskutiert auch Fragen der Religionskritik, zeigt Phänomene auf, wie auch die christliche Religion “entgleisen” kann. Die Diskussion wird dadurch nur vertieft, wie kann eine vernünftige und freie Form christlichen Lebens heute aussehen?

Päderast und Frauenheld

Der Gründer der „Legionäre Christi“ erschüttert die katholische Kirche

Von Christian Modehn

Moderationshinweis:

Noch ist nicht abzusehen, wie die römische Kirche ihr Problem mit den erzkonservativen Pius – Brüdern zu lösen gedenkt, da erschüttert schon eine weitere Krise nicht nur den Vatikan: Der Gründer einer der einflussreichsten katholischen Ordensgemeinschaften, der Legionäre Christi, war nicht nur „Pater“, sondern auch Vater mehrerer Kinder. Dies wird jetzt bekannt. Darüber hinaus wurde er schon seit vielen Jahren wegen pädophiler Umtriebe beschuldigt. Seit einigen Wochen wird zudem berichtet,  dass sich der oberste Legionär Christi, Pater Marcial Maciel, viele Millionen Dollar durch Betrug erschlichen hat. Ein Ende dieser Skandalgeschichte ist noch nicht abzusehen, sie  scheint die Affäre um die traditionalistischen und zum Teil antisemitischen Pius Brüder noch in den Schatten zu stellen. Denn Pater Marcial Maciel, war einer der engsten Freunde Papst Johannes Paul II. Ein Kommentar von Christian Modehn.

Die Geschichte könnte einem Krimi als Drehbuch dienen: Der oberste Leiter eines päpstlich anerkannten Ordens vergeht sich Jahre lang sexuell an Schülern, Studenten und jungen Ordensmitgliedern. Unter Drohungen zwingt er sie zu schweigen. Als sich die eingeschüchterten Missbrauchsopfer nach Jahren melden und dem Vatikan Bericht erstatten, werden sie abgewiesen und ignoriert. Einige Opfer, wie José Barba, haben ihre seelische Qual in Büchern dargestellt; aber der Einfluss des Ordens über die Medien war so groß, dass diese Zeugnisse weithin ignoriert wurden. Der Pater jedoch, sexuell offenbar nicht ausgelastet, wendet sich auch Frauen zu, mit einigen hat er Kinder: Seine wahre Identität als Priester verheimlicht er ihnen. Seiner Lieblingsfrau und der gemeinsamen Tochter Norma Hilda Rivas kauft er zwei Luxusappartements in Madrid, damit sie schweigen. Das Geld stammt aus anderen Liebschaften des Ordensoberen: Er bevorzugt Frauen aus der Oberschicht Chiles und Mexikos, wie Flora Barragún oder Dolores Barroso. Sie überlassen ihm, offenbar von der Sexualität des Paters umnebelt,  ein großes Vermögen. Hat er das Geld in der Tasche, zieht der Pater weiter, zur nächsten Frau und zum nächsten jungen Mann. Diese Details aus dem Alltagsleben Pater Marcial Maciels werden dieser Tage bekannt. In Mexiko haben sich 6 weitere Kinder des Ordensgründers gemeldet, sie lassen sich von Rechtsanwalt Jose Bonilla (sprich Bonija) vertreten. Die Priesterkinder waren  entsetzt, als sie hörten, dass ihr Vater ein notorischer Pädophiler war. Ihren Anteil an der Erbschaft aus dem Millionenvermögen ihres Vaters fordern sie trotzdem. Erst jetzt, ein Jahr nach dem Tod von Pater Maciel, hat weltweit eine öffentliche Debatte über diesen betrügerischen und verbrecherischen Ordensgründer begonnen. Papst Benedikt XVI. bekundet jedenfalls Interesse an der Freilegung der Wahrheit, denn in seinem Auftrag sind seit dem 15. Juli fünf Bischöfe unterwegs, um alle Mitglieder und alle Häuser der Legionäre Christi weltweit zu untersuchen. Hinter dieser offiziellen „Visitation“ steht das Eingeständnis: Auch der 2.500 Mitglieder zählende Orden und die mit ihm verbundenen 70.000 Laien in der Bewegung „Regnum Christi“ haben von den finanziellen Machenschaften Pater Maciels profitiert, und einige Patres haben ihrerseits pädophile Neigungen ausgelebt. In den Schulen der Legionäre Christi gab es immer wieder Fälle von sexuellen Übergriffen  durch Priester, so dass ein ganzes einschlägiges Netzwerk im Orden vorhanden ist, auch darüber wird jetzt berichtet. Ob die päpstlichen Visitatoren die volle Wahrheit nicht nur erfahren, sondern auch veröffentlichen, ist fraglich: Denn die Legionäre Christi gehören zu den päpstlich besonders geförderten Gemeinschaften. Papst Johannes Paul II. hatte sich den Legionärs Gründer, den notorischen Pädophilen, Pater Maciel,  gar als seinen besonderen Freund und Ratgeber auserwählt. Er war der Koordinator der päpstlichen Reisen nach Mexiko, er war gefragt, als die Befreiungstheologie und die Basisgemeinden ausgegrenzt und diffamiert wurden.  Die Affäre Maciel wird jetzt zum Skandal für die päpstliche Kurie, denn auch Joseph Ratzinger hat noch als Kardinal dem Treiben Pater Maciels kein Ende setzen wollen. Er schrieb dem Missbrauchsopfer José Barba: „Da kann ich nichts machen, der Orden gibt dem Johannes Paul II. Papst viel Geld“. Als Papst kann nun Joseph Ratzinger den Skandal Orden nicht länger decken. Einige Beobachter fordern jetzt, der Orden sollte aufgelöst werden. Aber dazu wird es nicht kommen: Die Legionäre Christi sind fest mit ihren über 700 Bildungseinrichtungen weltweit fest in der Kirche etabliert. In jedem Fall aber hat die Glaubwürdigkeit der römischen Kirche einmal mehr schwer gelitten.



Die Legionäre Christi – eine Skandalgeschichte ohne Ende?

24. August 2009 | Von | Kategorie: Benedikt XVI. - Kritische Hinweise, Legionäre Christi - Kritische Studien, Religionskritik

Der Religionsphilosophische Salon schwebt nicht in der reinen Luft der philosophischen Spekulation. Er hat sich immer wieder religionskritisch mit verfremdeten Formen des Religiösen auseinanderzusetzen. Dabei geht es um Macht, Einfluß, Lüge, Geld, Sex.

Vorweg: EIN AKTUELLER HINWEIS: Am 26.11.2010 habe ich einen aktuellen Beitrags ins Netz gestellt: “Das Neueste zu den Legionären Christi”.

Der Skandal um den Ordensgründer der Legionäre Christi

Von Christian Modehn

 

Eine Sendung in WDR 5, am Sonntag 23. August 2009

 

Sie gelten als die Hoffnung der Kirche, die jungen Männer aus dem katholischen Orden der Legionäre Christi. Sie leiten in über 20 Ländern Schulen und Universitäten, immer vom Feinsten und nur für die so genannten Eliten, die Finanzstarken und Erfolgreichen. Diese Priester weichen niemals auch nur ein Iota ab von der päpstlichen Glaubenslehre. Aber jetzt ist ihr hoch verehrter Ordensgründer, der Mexikaner Pater Maciel Macial (sprich Masiel Masial), ein Jahr nach seinem Tod, andauernder sexueller Übergriffe auf Jugendliche überführt wurden. Christian Modehn berichtet.

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Legionäre Christi – verliebt ins Geld und in die Macht

23. August 2009 | Von | Kategorie: Legionäre Christi - Kritische Studien, Religionskritik

Die Legionäre Christi

 

Was für sie zählt, sind Einfluss, Macht und Geld

Ein Beitrag von 2005.

Vorbemerkung: Am 26.11. 2010 habe ich einen aktuellen Beitrag ins Netz gestellt: “Das Neueste zu den Legionäre Christi”.

Der Orden der  „Legionäre Christi“ und mit ihm die Laienbewegung Regnum Christi (zusammen ca. 75.000 Mitglieder) sind machtvolle katholische Gemeinschaften. Besonders der Orden der Legionäre Christi (siehe auch in dieser Website: Ein machtvoller Orden in der Krise) (Gründer Marcial Maciel)  wird jetzt auf päpstliche Anordnung untersucht, wegen pädophiler Verbrechen und permanenten Bruchs des Gelübdes der Ehelosigkeit ihres so hoch verehrten „Vaters“ Maciel. weiter lesen …



Religionen in Amsterdam: Kreativ und modern

18. August 2009 | Von | Kategorie: Denken und Glauben

RELIGION IN AMSTERDAM

In unserem Religionsphilosophischen Salon diskutieren wir auch Fragen, wie denn heute Religion und Spiritualität praktisch gelebt werden. Philosophisches Nachdenken braucht ja an den Bezug zum gelebten Religiösen. Immer wieder sind wir auf der Suche nach dem experimentellen Charakter von Religion nach Amsterdam gereist. Dort haben viele Kirchen und Religionsgemeinschaften keine Scheu, Kreativität als einen Inbegriff des Religiösen zu verstehen. Natürlich gibt es dort auch konservative, “zementierte” Formen des Kirchlichen dort. Aber erstaunlich bleibt: Trotz der geringen Mitgliederzahlen verstecken sich dort die Religionen nicht! In früheren Beiträgen wurde empfehlend auf die Freisinnigen Kirchen, vor allem die Remonstranten, hingewiesen, die ein Modell modernen Glaubens darstellen. Oder auf die Freien Ökumenischen Gemeinden, wie die Dominikus Gemeinde an der Spuistraat. Auf den Beitrag des Amsterdamer Theologen und Poeten Huub Oosterhuis habe ich mehrfach früher hingewiesen. Im folgenden das Manuskript einer Radio Sendung im NDR, wobei das Manuskript ausführlicher ist als die Sendung selbst, und zwar einzig aus Sende – Zeit- Gründen.  Einige Hörer waren überrascht, weil nun das in Deutschland verbreitete Vorurteil, Amsterdam sei völlig unreligiös, eben korrigiert werden musste.

Ein spiritueller Spaziergang in Amsterdam

Kreativ sind die meisten

Von Christian Modehn

-eine Sendung des NDR in der Reihe: Lebenswelten am 16. August 2009-

O TON, Strassenmusik

Straßenmusik am Rande des Königlichen Palais von Amsterdam. Auf dem weitläufigen Dam – Platz beginnt der Flaneur seinen Spaziergang.

O TON, Strassenmusik,

Rechts neben dem klassizistischen Palast steht die Nieuwe Kerk,  die Neue Kirche. Sie ist ein Symbol mittelalterlicher Frömmigkeit in einer Stadt, die sich heute mit den Prädikaten modern, progressiv und tolerant schmückt. Seit 1980 wird das Gotteshaus fast ausschließlich als Kulturzentrum genutzt.  In diesem prachtvollen  Ambiente feiert die Königsfamilie noch immer ihre Krönungszeremonien. Die Nieuwe Kerk, so erfährt der Flaneur, sei aber bei weitem nicht die einzige Kirche in Amsterdam, die für weltliche, für kulturelle Zwecke genutzt wird. Er solle sich doch mal an der Prinsengracht die Kirche „de duif“, „Die Taube“,  ansehen.

O TON, Strassenbahn

Der Flaneur sollte in Amsterdam „eigentlich“ „een fiets“, ein Fahrrad, benutzen, sagen die Leute.  Aber da ihm kein „fiets“ zur Verfügung steht, steigt er als Alternative in die Tram. Während der Fahrt blättert er in einer Broschüre, darin heißt es:

„In den letzten 40 Jahren wurden vor allem im Zentrum von Amsterdam mehr als 30 Kirchengebäude geschlossen. Sie wurden abgerissen oder für neue, weltliche Zwecke umgebaut. Nur noch 20 Prozent der Amsterdamer sind Kirchenmitglieder. Die Gemeinden hatten einfach kein Geld mehr für den Unterhalt ihrer Kirchen“.

Beim Anblick der Häuser an der Prinsengracht erlebt der Flaneur den Glanz des „Goldenen Zeitalters“ im 17. Jahrhundert. Damals hatten die erfolgreichen Händler den Ehrgeiz, ihre bürgerlichen Paläste mit den unterschiedlichsten Giebeln und Dachsimsen zu schmücken. Bei so viel Eleganz fällt eine Kirche gar nicht besonders ins Auge: An „de duif“  wäre der Flaneur fast vorbei gelaufen, wenn nicht Chormusik zur Besichtigung des Gotteshauses eingeladen hätte.

O TON, Chormusik,

Rund um den Altar versammelt, probt der Kirchenchor für den Gottesdienst am Sonntag. Die Kirche im neoklassizistischen Stil ist perfekt renoviert, ein heller, freundlicher Raum lädt zum Verweilen ein. Am Infostand am Eingang kommt der Flaneur mit einem älteren Herrn ins Gespräch:

De Duif in Amsterdam, das ist eine sehr interessante Kirche. Der Bischof von Haarlem hatte beschossen, diese Kirche zu schließen, Anfang der siebziger Jahre.  Und das haben die Leute nicht akzeptiert. Sie sagen: Ja, der Bischof kann das sagen und der kann das beschließen. Aber wir setzen unsere Kirche fort ohne Hilfe des Bischofs, ohne Pastoren, wir machen das selber. Ja, ich finde das wunderbar. Und sie haben es geschafft.

Mein Gesprächspartner stellt sich vor: Severien Bauwman ist Pastor der protestantischen Remonstranenkirche. Er hat damals erlebt, wie die katholische Gemeinde „de duif“ ihre Kirche besetzte. Erst nach langen Verhandlungen konnte sie das Gebäude vom Bistum erwerben. Gleichzeitig gaben die Gläubigen jegliche Verbindung mit dem Bischof auf und gründeten eine ökumenische, eine selbständige Gemeinde. Inzwischen wird die Kirche während der Woche vermietet, für Tagungen, Hochzeitsfeiern, Konzerte. Aber seit mehr als 30 Jahren wird die Gemeinde ausschließlich von Laien partnerschaftlich geleitet. Die Gottesdienste gestalten sie nach eigenen Vorstellungen, auf die Pflege neuer Kirchenmusik legen sie besonderen Wert

O TON, Chormusik,.

Die Gemeinde „de duif“ ist Mitglied im Ökumenischen Rat von Amsterdam, also alles andere als „eine Sekte“ am Rande…

In der Pause ist Diana Vernooij vom Altarraum zu uns gekommen. Sie ist seit 10 Jahren eine der Leiterinnen der Sonntagsgottesdienste. Aber, so meint sie,  für weitere Informationen könnten wir uns doch gegenüber ins Café setzen.

„Als ich hierher kam, dachte ich, dass es noch mehr Leute gibt, die ursprünglich aus der alten Pfarrei stammen. Aber nun gibt es doch viel mehr Leute von außen. Z. B. der Fernsehmoderator Jos Brink hat viele Homosexuelle in die Kirche gebracht, also Menschen, die dachten, dass dies ein Ort ist, wo sie sich wohl fühlen können und willkommen sind. Dann gibt es Leute, die eher meinetwegen gekommen sind und mehr am Buddhismus und der Meditation interessiert sind und daher in die „Duif“ kommen. Es gibt eine ständige Fluktuation. Und wenn wir in einem Gottesdienst ungefähr 70 Teilnehmer haben, dann ist es ein guter Gottesdienst“.

Diana Vernooijs ungewöhnliche Gemeinde ist bester Ausdruck holländischer Mentalität: Die Menschen hier gehen auch religiös ihren eigenen Weg, sind stolz, etwas Neues zu probieren…

Der Flaneur darf wieder seiner Laune folgen. Ihn zieht es in das Museums Viertel. In der Oude Spiegelgracht lässt er sich erst gar nicht auf die Besichtigung der zahlreichen Antiquitätenläden ein. Denn um Religion und Spiritualität will er sich kümmern, nicht um noch so schöne alte Möbel.

O TON, Stimmen auf Straße;

Am Rande des berühmten Rijksmuseums  fragt er nach dem Gebäude der Vrije Gemeente. Erst nach mühevollem Hin und Her weiß eine ältere Dame bescheid: Die „Freie Gemeinde“ habe ihr Kirchengebäude längst aufgegeben, darin befände sich jetzt das „Paradiso“, ein auf Rockmusik spezialisiertes Haus.  Aber die Vrije Gemeente habe ihr Zentrum in einer Etagenwohnung gleich um die Ecke, in einem prächtigen Gebäude in der Johannes Vermeer Straat.

O TON, Indische Musik

Indische Meditationsmusik empfängt den Besucher, sie verbreitet ein exotisches Flair. Ungewöhnlich ist die Gemeinde tatsächlich: Sie bietet Raum für alle großen spirituellen Traditionen, für das  Christentum und den Buddhismus, den Hinduismus und den Humanismus und natürlich auch die muslimische Sufi Tradition. So entspricht die  Gemeinde einem neuen spirituellen Interesse: Menschen unterschiedlichen Glaubens wollen Gemeinschaft bilden, berichtet  einer der Verantwortlichen, Johan Hartman:

„Am ersten und dritten Sonntag halten wir hier eine Lesung und an jedem zweiten und vierten eine Meditation. Wenn es die Lesungen gibt, sind sie ganz einfach aufgebaut: Wir beginnen mit einer kurzen Musik, dann gibt es eine Ansprache, und in diesem Wechsel geht es weiter mit Piano Musik. Danach gibt es immer Gelegenheit zur Aussprache. Aber das ist natürlich keine Verpflichtung. Manchmal hat eine Sonntags -Lesung so viel Tiefgang, dass man schweigt, um das Erlebte zu bewahren. Aber sonst sind immer Fragen willkommen, die können buddhistischen oder christlichen Hintergrund haben oder auch einfach aus der aktuellen Zeitung stammen“.

O TON, Indische Musik

Diese Gemeinde hat sich von den Kirchen gelöst, sie ist ein unabhängiger Ort spiritueller Experimente. Johan Hartman hat dem Flaneur eine Broschüre gereicht, darin heißt es:

„In Amsterdam sind die Religionen zwar in der Minderheit, sie sind bescheidener als früher, aber um Kreativität bemüht. Experiment ist hier kein Schimpfwort“.

O TON, Stimmen auf Straße,.

Der Spaziergang führt am van Gogh Museum vorbei… Der Flaneur muss daran denken, dass gerade „Vincent“,  wie seine Freunde sagen, eine spirituelle Botschaft hat. Etliche Gemälde, wie die „Sternennacht“, wirken wie eine Predigt. Aber für eine Besichtigung fehlt die Zeit.

Das nächste Ziel heißt „de Balie“, ein Kulturzentrum mit einem großen Café, dicht am Leidseplein gelegen, einem der so genannten „Vergnügungszentren“…

Im Cafe „de Balie“ trifft er sich mit der Theologin Michaela Kalsky verabredet. Sie leitet als lutherische Pastorin aus Deutschland das Studienzentrums des holländischen Dominikanerordens, eine Verbindung, die es so in Deutschland nicht gäbe… In ihren Büchern plädiert Michaela Kalsky für das tolerante Zusammenleben verschiedener religiöser Traditionen. Kein Wunder, dass sie gleich auf das heftig umstrittene Thema des Zusammenlebens von „Migranten“ und  „Holländern“ zu sprechen kommt: 

Hier  in den Niederlanden, ist alles festgefahren, weil sich einfach so die Stellungen verhärtet haben:  Wir stehen hier, und ihr steht da, das sind unsere Niederlande, wir lassen uns das alles nicht wegnehmen von euch. Also so eine Verhärtung. Wenn wir friedvoll miteinander leben wollen in einem Land jetzt, was durch Migration beeinflusst wird, dann müssen wir auch von unseren alt überlieferten Werten Öffnung kreieren, um  auch andere Werte zulassen“.

Und die Werte heißen Respekt, Dialogbereitschaft, Solidarität. Aber genau davon wollen die Anhänger des Rechtspopulisten Geert Wilders nichts wissen: Er polemisiert gegen „die“ Muslims und kämpft für ein uniformes, „weißes“ und nur noch christliches Holland. Aber die demokratisch Gesinnten erinnern daran, dass Holland längst zu einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft geworden ist. Und etliche Muslims beweisen in neuen Projekten, dass sie sich als „echte Niederländer“ fühlen.

O TON, Straße zu Moschee

Im Süden Amsterdams, an der Schnellstraße nach Amstelveen, wurde vor kurzem eine neue Moschee eröffnet. Die Leute auf der Straße weisen den Fremden auf ein lang gestrecktes zweistöckiges Gebäude hin. Bis vor kurzem waren dort Büros untergebracht. Jetzt dringt aus einem Saal spirituelle Musik aus Marokko.

O TON, Islam.  Musik.

Eine zierliche Frau, vielleicht 25 Jahre alt, mit bunten Kopftuch, begrüßt mit großer Herzlichkeit den Besucher. Yassmine Elksaihis stellt sich als die Leiterin dieser neuen Moschee vor, ihr Niederländisch ist perfekt:

„Das Wichtigste ist, dass wir dem Islam in den Niederlanden ein Gesicht geben und zwar nicht nur ein orthodoxes Gesicht oder eines des Mittelweges, sondern wir wollen auch die fröhliche und die gute Seite des Islam zeigen und damit nach außen treten. Daher versuchen wir mit dieser Moschee auch Jugendliche zu erreichen, sie können dann unsere Botschaft weitergeben. Man merkt auch, dass die Moschee viel mehr umfasst als das Haus des Gebetes. Die Menschen kommen nicht nur hierher, um zu beten und dann wieder weg zu gehen“.

So ist für junge Muslims marokkanischer Herkunft hier ein Freizeitzentrum entstanden. Christen, Juden, selbst Atheisten seien in der Moschee willkommen, betont Yassmine Elksaihi. Der symbolische Titel „Polder – Moschee“ soll nachdrücklich auf die Verwurzelung in der holländischen Kultur hinweisen:

„Die Predigten in dieser Moschee sind anders als in den übrigen Moscheen. Bei uns werden alle Predigten auf Niederländisch gehalten. Die Freitagspredigt zum Beispiel, die wichtigste Predigt, gibt’s auf Niederländisch. Manchmal werden kurze Stücke aus dem Koran auf Arabisch übersetzt, aber die wichtigste Sprache ist Niederländisch. Uns unterscheidet auch, dass wir einen gemeinsamen Gebetsraum haben für Männer und Frauen. Die Männer sind vorn und die Frauen hinten“.

O TON Straßenbahn

Die Leiterin der „holländischen Moschee“  gibt uns einen Tipp: Wir sollten uns in die Straßenbahn setzen und den „Stadtrat der Weltreligionen von Amsterdam“  besuchen.

Alle Konfessionen und Religionen, sogar die atheistischen Humanisten treffen sich seit 20 Jahren in einer Art „Stadtparlament der Religionen“  zu Diskussionen und  Exkursionen, zu gemeinsamen Mahlzeiten und pädagogischen Beratungen. Besonders aktiv ist die Frauengruppe, zu der Christinnen, Jüdinnen und Muslimas, gleichberechtigt gehören. Treffpunkte sind immer neutrale Gebäude, wie Schulen und Bibliotheken. Ank Veenstra ist eine der Sprecherinnen der interreligiösen Frauen Gemeinschaft:

„Wir haben eine Adressenliste von 700, und das sind ziemlich viel. Wenn wir tagen, kommen 70, 80 Frauen. Und wir lieben einander. Und wir können alles sagen. Wir können alles besprechen. Und begreifen einander. Und wir nehmen die Angst weg bei Frauen. was geschieht ist, dass Frauen selbst etwas unternehmen in der Umgebung, wo sie leben“.

Diese interreligiösen Frauenkreise gibt es inzwischen in 12 holländischen Städten, überall wehren sie sich gegen die rechtslastige Volksverhetzung.  Spiritualität führt diese Frauen zu Solidarität und politischem Engagement… Der Flaneur überquert den zentral gelegenen Vondel Park mit seinen Teichen und Alleen, und gelangt zu einem ungewöhnlichen Hotel: Es heißt „de filosoof“ . Der Name ist Programm: Jedes Zimmer ist einem Philosophen gewidmet und entsprechend dekoriert. Wer will, kann also im „Aristoteles“  oder im „Descartes“  übernachten. Ob der Gast dann zur Ruhe kommt, ist allerdings die Frage: Denn eine reiche Sammlung philosophischer Bücher verführt zum Lesen …und Nachdenken. Wer Interesse hat, kann im Hotel „de filosoof“  mit anderen die Liebe zur Weisheit pflegen:  Im Konferenzsaal finden alle 14 Tage philosophische Debatten statt, mit 40 – 50 Teilnehmern aus der ganzen Stadt. Der  Philosoph Dries Boele leitet seit 15 Jahren diese Diskussionen:

„Philosophie ist mehr und mehr populär in Holland. Wir haben jedes Jahr einen Monat der Philosophie im April. Und das macht, dass die Philosophie aus der Universität in die Straße geht, um die Philosophie wieder anschließend zu machen mit das konkrete Leben. Die religiöse Antworten sind nicht mehr glaubwürdig für viele Leute. Aber die Fragen bleiben. Das ist denke ich die Kraft von Philosophie, ohne dass man sich festlegen muss auf eine Antwort“.

Zum „philosophischen Freundeskreis“ um  Dries Boele gehören  1.500 Leute, die manchmal auch die philosophische Einzelberatung wünschen, Gespräche im Stile des sokratischen Fragens, man könnte auch von „Seelsorge“ sprechen. Viele Menschen, die einst mit einer christlichen  Gemeinde verbunden waren, suchen persönliche Begleitung bei Dries Boele:

„Problemlos leben ist kein Leben. Es ist unmöglich, um Probleme zu vermeiden. Ich suche nicht die Probleme, aber wenn es Probleme gibt, versuche ich, davon zu lernen und das macht mein Leben reicher. Leute, die immer glücklich sein wollen oder ohne Probleme leben wolle: Ich denke, dass muss oberflächlich sein oder ohne Lernmöglichkeit“.

Der Flaneur verlässt am nächsten Tag schon morgens das Hotel de filsooof, er trifft sich mit Buddhisten, die der Theravada Tradition, der „ältesten Schule“ des Erleuchteten folgen. Ihren Tempel haben sie in einer geräumigen Wohnung untergebracht.

O TON, Buddhistischer Gesang

Wie viele tausend  Holländer „Buddhisten“ sind, lässt sich nicht genau sagen, in Amsterdam sind es mehrere tausend. Die aus Japan stammende Zen- Meditation, das stille Sitzen, findet besonders viel Anklang. In einer Buchhandlung findet der Flaneur eine Anleitung zur Meditation des Buddhisten André van der Braag: Ein Anruf genügt, und der Autor hat einen Moment Zeit:

„Das Wichtigste im Zen ist die Meditation, und das ist nicht Japanisch, das ist universell, diese Meditation. Und der Zen – Buddhismus  ist interessant für Leute im Westen, weil es nicht viele Dogmen hat. Es ist ein Prozess der Selbstüberwindung im Zen. Es kann auch sehr viel Unruhe bringen. Alles, was man denkt zu wissen, muss man hinter sich lassen. Aber die Skepsis macht Raum für etwas anderes, und es macht Raum für etwas, was man das Religiöse nennen kann“.

Die Erfahrung der Transzendenz hat André van der Braak als Kind im Katholizismus erlebt. Heute besucht er regelmäßig die Gottesdienste der „Santo Daime Religion“, sie stammt aus Brasilien und ist inzwischen weltweit verbreitet. Unser Zen Buddhist muss nur kurz im Internet suchen, und schon können wir seiner zweiten Religion, dem Santo Daime Ritual in Amsterdam, virtuell beiwohnen:

Gesang aus Santo Daime.

„Santo Daime“  will als eine esoterische Religion die Menschen mit der Gottheit vereinen, manche Riten erinnern durchaus an die Katholische Messe. In dieser Welt fühlt sich André van der Braag wohl:

„Zen ist alles Leerheit, ist alles leer. Und im Santo Daime ist alles voll, spirituelle Erfahrungen, Gesang und Ritual. Und das ist ganz anderes. Es gibt eine Frau, das ist die Leiter der Gemeinde, und es heisst igreja Santa Maria, die Kirche der heiligen Maria, so ein bisschen katholisch auch. Aber es gibt keinen religiösen Leiter im Sinne des Meisters, es ist ganz individuell“.

André van der Braag bekennt sich zu seiner doppelten religiösen Bindung. Für ihn ist es kein Widerspruch, Zen und Santo Daime zu praktizieren. Immer mehr Amsterdamer suchen sich ihre persönliche Mischung  aus verschiedenen Spiritualitäten.

O TON Straßenatmo

Unterwegs in Amsterdam darf der soziale Bereich natürlich nicht ausgespart bleiben. Die Evangelische Diakonie hat sich aber etwas Neues einfallen lassen: Sie hat in der Jenners Straat eine ungewöhnliche Boutique eröffnet: Dress for Succes, Kleidung für den Erfolg, ist ihr Name:. In dem Laden finden Arbeitslose kostenlos elegante Kleidung, ist doch ein ordentlicher Anzug fast immer Voraussetzung für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Pastorin Evelyn Schwarz hat diese Boutique gegründet:

Der Laden wird durch Ehrenamtliche geleitet. die Ehrenamtlichen kleiden auch ein, und die Ehrenamtlichen gehen in den schicken Kleidergeschäften in Amsterdam Süd, wo die teureren Kleidergeschäfte sind, vorbei und holen sich da die abgelaufenen Kollektionen ab. Es ist also oft keine second – hand – Kleidung, sondern neue, aber nicht mehr zum Verkauf bestimmte Kleidung. Die wird uns geschenkt und die schenken wir dann wieder weiter. Kleinere Designer finden es eine schöne Initiative, um was Gutes tun zu können“.

Kleider machen Leute… Wer eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vorweisen kann, erlebt in der Boutique eine Überraschung. Ihm wird der Anzug geschenkt! Mit Betrügern rechnet man hier einfach nicht.

„Wir geben keine Kleider, wir geben Würde zurück, an Menschen, die an ganz schwierigen Punkten in ihrem Leben stehen, um ihnen erst mal zu sagen: Du bist es wert, du bist schön genug, um dich in einem Bewerbungsgespräch zu bewähren“.

Über die Keizersgracht geht der Flaneur gemächlich zur Centraalstation, dem Hauptbahnhof. In Amsterdam erlebt er, wie die Religionen ohne große Gebäude auskommen. Und dass Kreativität nicht von hohen Mitgliederzahlen abhängig ist…Seinen Kaffee nimmt er in einem Kulturzentrum ein, das den Namen de „rode hoet“, (der „Rote Hut trägt, ein Hinweis auf einen Giebelstein, der einst das Haus schmückte. Im großen Saal,  einst eine Kirche, findet eine Konferenz statt über Solidarität in Zeiten der Ausgrenzung und der Intoleranz. Der Theologe Huub Oosterhuis  hat gerade das Wort ergriffen:

„Hab lieb den Menschen, der neben dir ist. Liebe ist  nicht ein warmes Gefühl, sondern praktische Solidarität: Dass man den anderen Menschen nicht im Stich lässt, nicht zerbrechen lässt, dass man alles tut gegen das Verhungern, Martern, Verschwinden. Hab lieb den Fremden,: Dass ist die Zuspitzung des Wortes über die Nächstenliebe. Hab lieb den Fremden, der dir gleichwertig ist; er ist ein Mensch wie du“.

O TON U Bahn nach Bijlmer

„Die Amsterdamer  Metro wird Dich in eine andere Welt bringen“, hatten Freunde gesagt. In dem Wagen ist der Besucher tatsächlich fast der einzige Europäer, die meisten Fahrgäste stammen aus den armen Kontinenten, vor allem aus Afrika. Sie haben in Zuid Oost Unterkunft gefunden, im  dem Neubauviertel „Bijlmermeer“ wohnen 80.000 Menschen aus 70 verschiedenen Ländern. Die Diakonie hat hier ein Haus eröffnet, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen. Und die sind oft sehr arm, aber meistens sehr fromm. Vor kurzem wurde für sie eine neue Kirche gebaut, berichtet Pastorin Erika Feenstra:

„Man muss das sich so vorstellen, da gibt s 5 Kirch- Räume in einem Gebäude, wo dann 15 Gottesdienste am Sonntag stattfinden. Manche haben auf Englisch Gottesdienst, manche auch auf Twi, manche Kirche sind auch wieder so jung, dass sie jetzt Holländisch sprechen und manche sind auch sehr auf Mission, dass sie gern auch Holländer einladen. Ich sehe z. B.  ghanaische Pfingstkirchen, wo Jugendliche auch predigen, wo Jugendliche eigene Gottesdienste gestalten mit und für die Erwachsenen“.

O TON, Kirchenlied der Ghanaer

Die evangelischen Gottesdienste sind immer überfüllt. Dies gilt auch für die 50 selbständigen Pfingstgemeinden, die sich hier mit viel Enthusiasmus in unbenutzten Garagen treffen. Der Besucher ist erstaunt: Da kommt der christliche Glaube in seiner strengen, bibeltreuen Form wieder zurück in die Stadt:

„Ich denke,  man muss nicht so viel Angst haben. Was wir merken, dass Gott irgendwie in dieser Vielfalt auch anwesend ist. Gott kann  man nicht festbinden, sondern  Gott bricht durch die Geschichte hindurch immer wieder neue Bewegungen auf, und ich denke: Man muss gut aufpassen, dass man neue Bewegungen gleich als Sekte bezeichnet“.

Inzwischen ist der katholische Theologe Anton van Harskamp zu uns ins Kirchenzentrum von Bijlmermeer gekommen. Er berichtet, dass die katholische Gemeinde  sonntags die Gastfreundschaft im ökumenischen Gotteshaus gern annimmt, die Messen werden vor allem von Afrikanern und Lateinamerikanern besucht. Allerdings seien die katholischen Gemeinden besonders  stark von Kirchenaustritten betroffen:

„Die Institution wird geleitet von ziemlich traditionalistischen Bischöfen. Es gibt eine Riesenkluft zwischen die Leute, die an den Institutionen hangen und die Mehrheit der normalen Katholiken. Obwohl: es gibt sehr lebendige und sehr gute katholische lokale Kirchen. Aber die haben die Einstellung, wenn die Bischöfe etwas sagen, was gut für uns ist, dann tun wir mit, dann hören wir zu. Aber wenn die Bischöfe etwas sagen, was uns nicht angeht, was uns nicht gut tut, dann halten wir uns da nicht dran“.

Die Meinung eines katholischen Theologen, die man in Deutschland eher wohl selten hören kann…

O TON, Glocke, Oude Kerk

Von den Glocken der Oude Kerk wird der Flaneur wieder im Zentrum Amsterdams begrüßt. Im Neubauviertel hat er religiöse Begeisterung und überfüllte Gottesdienste von Christen afrikanischer Herkunft erlebt. Aber hier, in der Nähe des Hauptbahnhofs und schon am Rande des Rotlicht Viertels, ist von Spiritualität oder Kirche wenig zu spüren.

O TON, Atmo Rotlichtviertel

An den Fensterbordellen vorbei und den Sexshops an allen Seiten läuft er die Gracht Oudezijds Achter Vorburgwal   entlang. Unvermittelt, neben einem der größten Sex – Theater,  hört er aus einem Keller ein Kirchenlied:

O TON: Laudate omnes gentes.

In der Krypta feiert eine ökumenische Gemeinschaft ihren Abendgottesdienst,  es sind vor allem Familien mit Kindern, die ausgerechnet hier eine neue Form klösterlichen Lebens versuchen. Bescheidenheit und praktische Nächstenliebe sind die obersten Grundsätze.

In der großen Wohnküche berichtet Bruder Luc der Prior von diesem protestantischen Familien – Kloster im Rotlichtviertel:

„Wir haben ein Angebot, Leute können bei uns reinkommen. Denn wir sind wie gute Nachbarn für die anderen Leute. Wenn einer wählt, um aus der Prostitution zu gehen, dann sind wir da, um zu helfen. Wir haben sehr viele Möglichkeiten: Wir haben eine Krankenstation für Leute ohne Krankenversicherung, das sind meist Illegale in Amsterdam. Wir haben eine ganz große Gruppe von Ärzten, die hier freiwillig mitarbeiten. Da kommen viele Leute, 6 und 7.Tausend pro Jahr“.

Auch wenn jetzt etliche Bordelle  geschlossen werden: Die Prostituierten und Drogenabhängigen, die Obdachlosen und Alkoholiker, sie alle brauchen diesen Ort der Hilfsbereitschaft und des Gesprächs:

„Das Evangelium präsent zu stellen, das ist nicht hoffnungslos. Die Welt wird anders sein, die ganze Welt. In so einem Viertel, was ganz anstrengend ist, muss man auch so eine Vision leben. Dass man spürt, so hat es Gott gemeint“.

Der Flaneur hat ein außergewöhnliches Kloster erlebt, in der Nachbarschaft schaut er mal an der Oude Kerk vorbei.

O TON, Glockenspiel

Das älteste Gotteshaus von Amsterdam wird seit einigen Jahren als Ausstellungshalle und Konzerthaus genutzt. Nur sonntags finden noch evangelische Gottesdienste statt. Wieder hat der Flaneur Glück, er kann am Abend einer Chorprobe bewohnen.

O TON Lied Oosterhuis …

„Von Gott ist die Erde und ihre Bewohner, von Gott stammen die Tiefe des Lebens und die Zukunft“…Der Chor singt eines der schönsten Lieder von Huub Oosterhuis dem Amsterdamer Poeten und Theologen.  Er berührt mit seinen Liedern die Seele moderner Menschen. Eigentlich ein schöner Abschied aus der Grachtenstadt…

O TON, Lied Oosterhuis