Salons, auch philosophische, in Berlin. Ein Beitrag des Stadtmagazins TIP

In der neuen Ausgabe des TIP vom 16.11.2017 hat die Redakteurin Eva Apraku einen interessanten Beitrag veröffentlicht über die Vielfalt kultureller Salons in Berlin heute. Man möchte nach der Lektüre meinen, wir gehen einer neuen Ära der Salons entgegen (und befürchten fast ein bisschen, dass nun fast alle Veranstaltungen, abgesehen von Opern-Aufführungen etc., sich allmählich Salon nennen…) Aber Salons als Veranstaltungen anspruchsvoller Gespräche in eher kleinem, oft privaten Kreis in angenehmer Atmosphäre (mit gelegentlichem gemeinsamen Essen) haben durchaus eine Chance und eine Zukunft. Sie können zu Orten werden, wo unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Kulturen und Ideologien regelmäßig zusammenkommen. Und zwar außerhalb der so genannten Event-Kultur, die die TeilnehmerInnen fast immer zu passiv und stumm dasitzenden und zuhörenden Subjekten macht. Dies gilt auch sehr oft für die Veranstaltungen der Akademien, wo nach langen Vorträgen ein paar Minuten für Fragen aus dem Publikum erlaubt werden. Ich halte diese im übrigen hoch finanzierte (von Kirchen, Parteien etc.) Akademie Kultur für weithin überholt. Die kläglichen Ergebnisse trotz superteurer Werbung etc. sprechen für sich. Also, mein Vorschlag ist: Lieber 12 verschiedene Salons in den Galerien, Lofts, Restaurants etc. in verschiedenen Stadtvierteln als eine einzige klotzige und teure Akademie im Zentrum.

Salons sind jedenfalls eine Alternative. Der Beitrag im TIP erwähnt auch den Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin, der seit 10 Jahren, fast immer einmal im Monat, philosophische Gespräche in kleinem Kreis (bis zu 20 TeilnehmerInnen) organisiert in Galerien, zur Zeit in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Wer sich mit dem Beitrag im TIP vertraut machen will und danach das Heft selbst lesen  will:

www.facebook.com/tip.Berlin/photos/a.10150911000384648.451990.59810144647/10155816965834648/?type=3&theater

Christian Modehn

“Bei Verstand bleiben”: Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung.Ein Salonabend

„Bei Verstand bleiben“: Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung

Ein Salonabend am Freitag, den 24. Februar 2017, um 19 Uhr.

Der Religionsphilosophische Salon Berlin ist ein Ort, in dem wir im selbstkritischen Nachdenken z.B. die Strukturen menschenwürdigen Lebens in der Gesellschaft reflektieren. In einer Zeit, die viele als tiefe Erschütterung und Verwirrung erleben, fragen wir: Kann Philosophie (noch) helfen? Und wenn ja, wie kann das (im Miteinander) gelingen? Bietet die Vernunft genug Widerstandsreserven gegen den vielen Unsinn, der heute nicht nur behauptet, sondern z.B. als Fremdenfeindlichkeit sich politisch leider durchsetzt? Können wir persönlich und politisch weiter kommen, wenn wir nicht ständig unsere Begriffe, unsere Denkkategorien, kritisch reflektieren? Ist in der Hinsicht nicht Philosophieren auch Lebenshilfe? Damit greifen wir die guten Traditionen der alten griechischen Philosophie wieder auf. Sie inspirieren! Aber wir müssen uns der heutigen drängenden Fragen stellen: Gibt es allgemeine und verbindliche philosophische Wahrheiten? Und warum ist die Anerkennung dieser verbindlichen Wahrheiten (man denke an den Kategorischen Imperativ) auch eine “Lebenshilfe”? 

Welchen Sinn hat die postmoderne Überzeugung, “alles ist Konstruktion”? Warum sind wir auf eine allgemein geteilte Anerkennung von Fakten angewiesen? Warum dürfen wir die Wahrheitsfrage (etwa bezogen auf Fakten) nicht der politischen Willkür der neuen populistischen Herrscher überlassen?

Wir treffen in der Kunstgalerie Fantom, Hektorstr 9 in Wilmersdorf.

Herzliche Einladung, weitere Hinweise zum Abend folgen. Anmeldung wie üblich an: christian.modehn@berlin.de 

Eine der besten Einführungen in die antike “Philosophie als Lebensform” hat der französische Philosoph Pierre Hadot verfasst. Auf Deutsch gibt es unverständlicherweise keine Bücher mehr von ihm, ein Skandal. Ich habe 2009 eine immer noch lesenswerte Einführung in das aktuelle Denken Hadots geschrieben, zur Lektüre klicken Sie hier.

Warum sind philosophische Salons wichtig und hilfreich?

Wir haben vor kurzem eine neue Rubrik eröffnet:

Warum Salongespräche wichtig sind?

Eine Frage, die wir nicht nur aus theoretischer, historischer und philosophischer Sicht bedenken wollen.

Vielmehr haben unsere eigenen Erfahrungen nach 9 Jahren „Salon-Praxis“ mit monatlichen Gesprächs-Runden gezeigt: Es gibt ein großes Interesse der Menschen in einer oft anonym erlebten Metropole, in kleinen Gruppen mit einander ins Gespräch zu kommen und dabei bewusst die Verschiedenheit, gerade auch im Blick auf unterschiedliche persönliche Lebensphilosophien, Spiritualitäten, Religionen usw. als Chance wahrzunehmen: Als Chance wofür? Selber geistig nicht stehen zu bleiben. Weiter zu sehen, weiter zu denken, bisherige (unbewusste) Dogmen in Frage zu stellen usw. Also wieder lebendig zu werden.Und vielleicht bzw. hoffentlich neue Menschen kennenzulernen, denen man sonst nie begegnen würde. Warum nicht auch Freundschaften zu

An diesem Projekt „Warum sind Salons wichtig“ könnten eigentlich auch ein bisschen die Veranstalter von Akademien interessiert sein und sich etwa fragen: Wen interessieren denn noch wirklich Vorträge von einer Stunde? Kann man das nicht alles selbst lesen, hören, sehen usw… Um dann ins Gespräch zu treten? Sind Akademien, selbstverständlich auch Kirchliche Akademien, nicht heute immer noch Orte der Gesprächsunterdrückung? Wer will schon in einem Saal mit 100 Teilnehmern von seinem Platz aus auf ein Podium hin seine Frage rufen? Wie schnell werden unbequeme Fragesteller abgeblockt von einer besserwisserischen Moderation? Ist der Frontalvortrag, immer noch ständig praktiziert auch in der Erwachsenenbildung, nicht Ausdruck eines aggressiven Frontal-Wissens-Vermittelns autoritätrer Art?

Salons als überschaubare und vor allem freundschaftliche Zusammenkünfte des Respekts wünschen sich die Menschen heute; Orte, wo sie ernst genommen werden und sich aussprechen können. Dabei sind Salons eigentlich so einfach zu organisieren, da braucht man keine Millionenetats der kirchlichen Akademien usw…

Unser Religionsphilosophische Salon (gegründet 2007) steht immer noch am Anfang: Uns bewegt die Frage: Wie können wir in einer multikulturellen Stadt so einladend sein, dass etwa auch Flüchtlinge sich zu Wort melden, Menschen anderer kultureller Herunft, Lateinamerikaner, Afrikaner usw.

Wie kann sich Philosophie bemerkbar machen in Kunst-Interpretationen, stadtkritischen Spaziergängen, Erkundungen des Religiösen usw.

Heinz Ohff, der bekannte und hoch geschätzte Feuilletonchef des Tagesspiegel, vor 10 Jahren gestorben, hat auf seine kluge Art genau gesagt, was in Berlin und in der ausufernden Kultur-Szene wichtig ist: „Das Wichtigste der Kultur, Grundvoraussetzung und vielleicht Sinn von Kultur überhaupt, hat gelitten, nämlich die Humanität. Berlin täte gut daran, statt Kultur auf goldenen und silbernen Platten vor sich her zu tragen, die ureigene Kultur der Mitmenschlichkeit, Gutmütigkeit und, last not least, Lebensfreude wiederzuentdecken“. (zit. aus Tagesspiegel 24.2. 2016, in einem Beitrag von Bernhard Schulz).

copyright: Christian Modehn

Salonabend: Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben

Salonabend: Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben. Am DONNERSTAG, 16. Januar 2014
Wegen zahlreicher Anmeldungen ist der Salon leider ausgebucht.

Einige Hinweise zum Thema “Philosophie der Philosophie” finden Sie hier.

In Abwandlung eines berühmten Nietzsche Zitates wollen wir unsere Salonabende im Jahr 2014 starten mit dem Thema: “Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben”. Wir wollen ein Stück Bilanz dabei auch ziehen, schließlich sind es jetzt 7 Jahre her, dass wir mit diesen freundschaftlichen und kritischen, mehr Fragen provozierenden als Antworten bietenden Salon – Gesprächen begonnen haben, mit etwa 70 Veranstaltungen. Dabei wollen wir auch gemeinsam überlegen, wie unsere Gesprächskreise noch intensiver und anregender werden. Im Unterschied zu “großen Kulturveranstaltungen” ist unser Salon keine aufs bloße geistge Konsumieren orientierte Initiative. Jeder und jede soll sich einbringen, vielleicht mit dem Ziel, weiterer auch persönlicher Kontakte. Auch das ist “alte Salontradition”.

Also: Es geht um die Fragen: Hat Philosophieren etwas mit meinem Leben zu tun? Mit der Gesellschaft? Mit dem Elend dieser Welt? Nützt mir Philosophie etwas? Ist die Nützlichkeitsfrage bezogen auf die Philosophie angemessen? Verwirrt Philosophie, sind Fragen, sind Zweifel hilfreich? Wird Philosophie nicht längst abgelöst durch Psychotherapie oder Neurowissenschaften? Usw…

Am Donnerstag, den 16. Januar diesmal an einem Donnerstag, wegen Terminproblemen in der Galerie Fantom, wollen wir ab 19 Uhr diskutieren: Als Eröfnung ein Dialog zwischen Michael Braun (praktischer Philosoph, Berlin) und Christian Modehn (journalistischer Philosoph), der Dialog soll sich dann vernünftig streitend und kritisch denkend fortsetzen mit allen TeilnehmerInnen. Persönliche Statements erwünscht.

Es verspricht ein interessanter Abend zu werden.
HERZLICHE EINLADUNG. Mit der Bitte um Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de

Der Ort: Galerie Fantom, Hektorstr. 9, Berlin, nahe Kurfürsten Damm. Eintritt (für die FRaummiete) 5 Euro. Studenten usw. gratis.

Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich arbeite als  Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Der nächste religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 26. Januar 2018, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, statt. Diese Veranstaltung ist AUSGEBUCHT. Das heißt: Es stehen keine Plätze mehr zur Verfügung. Selbstverständlich sind alle berücksichtigt, die sich schriftlich angemeldet haben…Im Gespräch mit dem Philosophen Dr. Wolfgang Ullrich (Leipzig) geht es vor allem um sein neuestes Buch “Wahre Meisterwerte” (Wagenbach 2017). Wolfgang Ullrich wird von vielen geschätzt auch wegen seiner kunsthistorischen Studien und seiner Kritik gegenwärtiger Kultur (und Kunst). Die Anzahl der Plätze in unserem philosophischen Salon ist bekanntermaßen begrenzt. Darum können nur schriftliche Anmeldungen respektiert werden: christian.modehn@berlin.de Der Eintrittspreis beträgt diesmal ausnahmsweise  8 Euro.

Das neueste Interview mit dem protestantischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb befasst sich mit dem Thema: Wo bleiben die Emotionen in den Kirchen Deutschlands ?

Zu unserem Salon – Gespräch am 15. Dezember 2017 kamen 15 TeilnehmerInnen zusammen. Wir sprachen über: “Meine Philosophie der Sehnsucht”. Ein ungewöhnliches philosophisches Thema, aber vielleicht passend für die  Weihnachts/Advents-Zeit. Zur Vertiefung und Kritik bitte hier weiter lesen.

Am religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 24. November 2017, beteiligten sich 19 Personen. Das Thema interessiert also durchaus: “Alles nichtig, alles eitel”: Das Vanitas Motiv in Kunst und Philosophie. Auch mit einem Beitrag zur Vanitas – Kunst von Gerd Otto. Zu dem religions-philosophischen Umfeld:  Hinweise von Christian Modehn.

Für alle, die mit den unterschiedlichen Traditionen der Theologie nicht so vertraut sind: Wenn hier von “liberaler Theologie” oft die Rede ist, dann hat dieser Begriff nichts mit der FDP, schon gar nichts mit der FPÖ oder dem “Neoliberalismus” zu tun…

Wir empfehlen sehr zur Lektüre und Diskussion das neue Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, in dem er die wesentlichen Impulse der liberalen Theologie aufzeigt, einer theologischen Denk – und Lebenshaltung, der nicht die Dogmen, sondern die vielfältige religiöse Erfahrung der einzelnen wichtig und fördernswert sind. Diese liberale Theologie ist leider offiziell in der protestantischen, viel mehr noch in der katholischen oder gar der orthodoxen Kirche unbeliebt. Weil diese neue liberale Theologie, von Prof. Gräb,  eben einen weiten humanen Raum der Freiheit jenseits der Dogmen eröffnet. Man sieht an den Veranstaltungsprogrammen der offiziellen kirchlichen Akademien in Deutschland, dass diese wichtige liberale Theologie praktisch kaum debattiert wird, sie wird ausgegrenzt. Lediglich in den Niederlanden gibt es eine explizit liberal – theologische protestantische Kirche, die Remonstranten. Lesen Sie den Beitrag von Wilhelm Gräb.

In der Akademie der Künste am Hanseatenweg in Berlin findet bis zum 28.1.2018 eine Ausstellung statt zum Thema: “Benjamin und Brecht. Denken in Extremen”.  Viele Themen werden angesprochen, für mich fehlt eine stärkere Beachtung der Verbundenheit Benjamins mit dem Judentum und mit Juden wie Gershom Scholem. Der für Benjamin  wichtige “Angelus Novus” von Paul Klee ist als Kopie zu bewundern … und damit wird an Benjamins  schwierige “Geschichtsphilosophische Thesen” (“Über den Begriff der Geschichte”) von 1940 erinnert. Wir veranstalteten am 14.7.2017 einen religionsphilosophischen Salon zu diesem Text. Ich habe für “Anfänger” einige Hinweise der Erklärung veröffentlicht, die vielleicht für solche, die (endlich) beginnen, sich mit Benjamin näher zu befassen, eine Hilfe sein können. Es wäre zudem sehr angebracht, im Rahmen der Marxismus – Rezeption durch Benjamin auch an seinen Freund, den schweizerischen protestantischen Pfarrer und Sozialisten Fritz Lieb zu erinnern. Er lebte einige Zeit auch in Berlin.

Der religionsphilosophische Salon am  20. Oktober 2017 hatte das Thema: “An welchen Gott können wir, sollten wir, heute glauben?” Anläßlich des Reformationsgedenkens und des The­sen­an­schlag Luthers wollen wir unsere eigenen, philosophisch begründeten Thesen vorschlagen und debattieren: Wer ist Gott/die Göttin für uns in unserer so genannten “säkularen Welt”? Leider fand dieses in unserer Sicht sehr wichtige Thema (das durchaus auch individuelle Fraglichkeiten berührt)  kein sonderlich großes Interesse. Einige philosophische Hinweise, die ich für den Salon vorbereitet hatte, können nachgelesen und weiter diskutiert werden. 

Angesichts der 95 Thesen Luthers (am 31. Oktober 1517) hatte ich versucht, etwas bescheidener und griffiger wenigstens 9,5 Thesen aktuell zu formulieren. Eine interessante Stellungnahme hat Gudrun Modlich am 27.9. 2017 verfasst. Gudrun Modlich hat öfter schon an unseren philosophischen Gesprächen teilgenommen.

Siehe auch die Übersicht unserer Themen im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon bis Mai 2014:

Die Buchmesse in Frankfurt am Main 2017 ist vorbei, das Interesse an Frankreich bleibt für uns selbstverständlich. Auch das Interesse an den Religionen in Frankreich. Lesen Sie also diese Hinweise.

WEITERDENKEN heißt eine Rubrik auf unserer Website, darin bieten wir Interviews (“Drei Fragen”) mit dem protestantischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb in Berlin. Diesmal zu der auf Weihnachten bezogenen Frage: “Warum ist es gut, Schönes zu pflegen?” Zur Lektüre klicken Sie bitte hier.

Zu unserem kritischen theologischen Interesse: Wir sind vor allem an einer modernen liberalen Theologe interessiert, also einer solchen, die niemals auf die kritische Prüfung religiöser Aussagen durch die Vernunft verzichtet. Interviews mit Prof. Wilhem Gräb zu Themen aus dem weiten Umfeld einer neuen „liberalen Theologie aus Berlin“ finden Sie in der Rubrik “Weiter denken” sowie auch im Archiv dieser website.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig. Nebenbei: Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren “gegründet” – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie bitte hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist “immer schon” PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen “immer schon” Spuren des Göttlichen, Transzendenten, “Umgreifenden” zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen.

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­er Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie als „meine persönliche Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.