Liebe FreundInnen des Religionsphilosophischen Salons Berlin, liebe Abonnenten des newsletters,

zuerst wünsche ich Ihnen /Euch ein angenehmes Jahr 2018. Wir wünschen wohl einander, dass die Vernunft (die ja bekanntlich mehr und weiter ist als der technische Verstand) nicht ganz aus dieser Welt, den Staaten, den Religionen etc. verschwindet.

Diesmal ein etwas längerer Text...Ultra kurz geht ja nichts in der Philosophie...

Im Beitrag über die kulturellen Salons kürzlich im Berliner Stadtmagazin TIP wurde auch unser Religionsphilosophische Salon vorgestellt. Danach  gab es etliche Fragen, die eine kurze Erläuterung sinnvoll machen:

Unser Religionsphilosophische Salon ist völlig unabhängig, er wird finanziell von niemandem unterstützt. Ich bin seit 2007, zusammen mit meinem Freund Hartmut Wiebus, der Initiator und meistens auch der einleitende Impulsgeber („Referent“) in den Veranstaltungen. Gemeinsam setzen wir uns mit den Themen auch schon vorweg auseinander.

Dies alles sowie auch die Organisation machen wir ehrenamtlich, aber hoffentlich nicht „umsonst“ (was die philosophische Entwicklung der TeilnehmerInnen angeht).

Wir treffen uns seit etlichen Jahren schon in der Kunstgalerie Fantom, Hektorstr.9, den dortigen Mitarbeitern unser Dank! 

Immerhin sind jetzt 450 Personen irgendwo in Berlin, Deutschland und Europa Abonnenten unseres „newsletters“.  Mein Wunsch ist, dass sich immer mehr bereit finden, da, wo sie leben, philosophische Gesprächskreise zu gründen. Diese können ein wichtiger Beitrag sein für den Zusammenhalt unserer weltanschaulich pluralen Gesellschaft.

Ich habe aufgrund vielfacher Nachfragen einen Rückblick zu unseren Veranstaltungen allein aus den letzten 2 Jahren zusammengestellt. Zweifellos sind manche der dort angesprochenen Themen immer noch bedenkenswert. Ich habe zu den meisten Themen kurze Hinweise in der website publiziert. Dies sind Beiträge für eine "praktische Philosophie", dazu ein Hinweis.

Empfehlend hinweisen möchte ich auch auf die ca. 35 (monatlichen) Interviews mit dem Berliner Theologen Prof. Wilhelm Gräb, er ist bekannt als einer der wichtigen Theologen, die die liberale Theologie heute vertreten. Für diese Mitarbeit besten Dank!! Wilhelm Gräb ist einer der wenigen Theologen, die unseren philosophischen Salon – auch als Referent – kennen und schätzen. Philosophie als umfassend kritisches Fragen ist ja bekanntlich in vielen Kirchen(gemeinden) nicht geschätzt. Verbunden bin ich persönlich mit der explizit liberal theologischen, undogmatischen protestantischen Kirche der Remonstranten in den Niederlanden. Dort haben viele Gemeinden eigene philosophische „Clubs“... Dass liberale Theologie nichts mit der FDP, FPÖ usw. oder gar dem Neoliberalismus zu tun hat, braucht nicht eigens betont zu werden...

Der Religionsphilosophische Salon Berlin vertritt eine eigene begründete philosophische These: „Im kritischen Denken kann der Mensch eine Dimension erreichen, die man früher die metaphysische Dimension nannte. Diese Dimension wird zu unrecht heute von vielen abgelehnt. Sie betont: im Menschen selbst gibt es vielfältige Bewegungen des Transzendierens, des Überschreitens des Endlichen, in der Kunst, der Musik, der Philosophie, manchmal auch in den nicht fundamentalistischen Religionen, vor allem: in der Liebe. Diese Erfahrung des Transzendierens widerspricht also dem so genannten nach–metaphysischen Denken“.

In eine ähnliche Richtung als Plädoyer für eine moderne, vernünftige Metaphysik denkt der Philosoph Christoph Türcke (Leipzig): „Das Projekt eines nachmetaphysischen Denkens lebt von einem Fortschrittsoptimismus, der sich über seine eigene Naivität nicht Rechenschaft gibt. Als ob man die Metaphysik dort, wo man sich gegen sie ausspricht, auch schon los wäre; als ob die moderne Gesellschaft, wo sie sich nicht mehr auf Gott beruft, auch schon säkularisiert wäre; als ob der Warenfetischismus, der in der bestehenden Weltwirtschaftsordnung steckt, nicht Zeichen genug dafür wäre, dass die Moderne mit unfreiwilliger Religion voll gesogen wäre“ (In : Christoph Türcke, Kassensturz, 1992, Seite 139.)

Natürlich kann man philosophisch darüber weiter diskutieren, auch über die eigenen oft unreflektierten Prämissen, die uns seit unserer Kindheit durchs Leben begleiten.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Salon Gespräche noch etwas weiter gestaltet werden können, dass unser Salon nicht als Ort kulturellen oder irgendwie philosophischen Konsums wahrgenommen wird, sondern als Ort der Öffnung für einander in aller Verschiedenheit.

Beste Grüße und auf ein Wiedersehen und Wi(e)dersprechen, Christian Modehn und Hartmut Wiebus.

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 Ein inspirierender Rückblick:

 Unsere Themen in den monatlichen Gesprächen im Religionsphilosophischen Salon Berlin von Dezember 2017 bis November 2015. Zu allen Themen wurden auch eigens weiter führende Hinweise/Impulse auf der website veröffentlicht.  Diese website wurde seit 2009 bis Ende Dezember 2017 400.000 mal angeklickt, einiges wurde sicher auch gelesen, viele der ca. 1000 Beiträge  (natürlich kostenlos)  „heruntergeladen“.

Die Gespräche fanden und finden, wie es sich für Philosophie gehört, in der säkularen Öffentlichkeit statt. Unser Treffpunkt ist meistens die Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf.  Die allermeisten TeilnehmerInnen hatten einzig über das Internet zu unserem Salon gefunden. Einige kommen fast regelmäßig, manche manchmal, manche nur zwei mal, je nach Lust und Laune...

2017:

Am 15. Dezember 2017 (mit 15 TeilnehmerInnen) sprachen wir über das Thema:  "Eine kleine Philosophie der Sehnsucht".

Am 23.11.2017 (mit 19 TeilnehmerInnen) sprachen wir über das Thema: „Vanitas, die Vergeblichkeit von allem?“

Am 25. 10. 2017 (mit 8 TeilnehmerInnen) sprachen wir – angesichts des Reformationsjubiläums – über das Thema : "An welchen Gott können wir und wollen wir heute (noch) glauben?“

Am 15. September 2017 (mit 17 TeilnehmerInnen) sprachen wir  über das Thema: "Was tun? Über den MUT, diese schwierige Tugend in düsteren politischen Zeiten!"

Am 4. August 2017 machten wir mit 10 TeilnehmerInnen wieder den Sommerausflug, diesmal nach Frohnau, u.a. mit Gesprächen mit Pfarrerin Gräb, dem Künstler Moegelin und einer Begegnung im Buddhistischen Haus...

Am 14. Juli 2017, sprachen wir mit 19 TeilnehmerInnen – anlässlich des 125. Geburtstages des Philosophen Walter Benjamin (am 15.Juli) vor allem über dessen „Geschichtsphilosophischen Thesen“.

Am 26. Mai 2017 sprachen wir mit 15 TeilnehmerInnen über das Thema „Ist Religion Opium? Wann ist Religion kein Opium?“ (Anlässlich des Geburtstages von Karl Marx).

Am 21. April 2017 sprachen wir mit 17 TeilnehmerInnen über das Thema: "Postfaktische Untaten - Ein Salonabend über das Lügen und die Suche nach Wahrheit".

Am 31.März 2017 sprachen wir mir 17 TeilnehmerInnen über das Thema: "Glauben und Wissen. Getrennt und doch verbunden".

Am 24. Februar 2017 sprachen wir mit 14 TeilnehmerInnen über das Thema: „Bei Verstand bleiben. Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung“.

Am 29. Januar 2017 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema:  "Die Heimat des Weltbürgers. Ein Versuch, dem Wahn des Nationalismus und Dogmatismus zu widerstehen“.

Ende Dezember 2016 machten wir wieder eine kl. philosophische Weihnachtsfeier.

Am 16. Dezember 2016 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema: „Was ist uns heute (noch) HEILIG?“ 

Am 18. November 2016 sprachen wir mir 20 TeilnehmerInnen über die aktuelle Bedeutung des Philosophen LEIBNIZ, anlässlich seines 300. Todestages.

Am 26. Oktober 2016 sprachen wir mir 20 TeilnehmerInnen über das Thema „Der Mensch ist böse? Und von Gott geschaffen?“ (Zur so gen. „Erbsünde“)

Am 23. September 2016 sprachen wir mir 13 TeilnehmerInnen über das Buch des Philosophen Michel Serres: „Erfindet euch neu“. Mit einem Beitrag von Hans Blersch.

Am 26. August 2016 machten wir wieder unseren Sommerausflug, diesmal nach Karlshorst mit dem dortigen Pfarrer Edgar Dusdal.

Am 15.Juli 2016 sprachen wir mit 19 TeilnehmerInnen - anlässlich der großen Ausstellung „El siglo de Oro“ (Spanien im 17. Jahrhundert und die spanischen Künstler) über die religiösen und philosophischen Hintergründe des „Goldenen Zeitalters“.

Am 24. Juni 2016 sprachen wir mit 21 TeilnehmerInnen in der Weinhandlung „Sinnesfreude“ anlässlich des vorgegebenen Themas der Neuköllner Kulturtage über das Thema „Sattsein ....Übersättigtsein .....Hungern“.

Am 20. Mai 2016 sprachen wir mit 23 TeilnehmerInnen über den Philosophen Emil Cioran,  mit dem Berliner Philosophen Dr. Jürgen Große.

Am 29. April 2016 sprachen wir mit 18 TeilnehmerInnen über das Thema "Alle Menschen sind Grenzgänger".

Am 18. März 2016  gab es ein sehr großes Interesse mit 25 TeilnehmerInnen zum Thema "Für eine Philosophie der Auferstehung".

Am 26. Februar 2016 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema "Privateigentum und Gemeinwohl". Mit einem Beitrag von Elisabeth Hoffmann..

Am 22. Januar 2016 sprachen wir mir 18 TeilneherInnen über das Thema: "Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?"

 Zu 2015 nur diese wenigen Hinweise:

Wieder fand eine kl. eher private philos. Weihnachtsfeier statt.

Am 11. Dezember 2015 sprachen wir mit 17 TeilnehmerInnen (in der Weinhandlung „Sinnesfreude“, Neukölln, über „Der schöne Schein, Wahrhaftigkeit und Authentizität“.

Am 27. November 2015 sprachen wir mit 26 TeilnehmerInnen mit dem remonstrantischen Theologen Prof. Johan Goud aus Den Haag über das Thema: „Theologie und Autobiographie“. 

 

..... die Liste ab Oktober 2015 wird demnächst fortgesetzt und auf der website veröffentlicht....

 

Der Religionsphilosophische Salon wurde 2007 gegründet und hat seit der Zeit meistens einmal im Monat eine Veranstaltung angeboten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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