
Eine herzliche Einladung zum Religionsphilosophischen Salon Berlin! Sowie einige Lektüre - Empfehlungen.
Am Freitag, den 23. Februar 2018, wollen wir die Frage diskutieren: Welchen Sinn hat es heute für uns, an der Idee des Fortschritts festzuhalten, sie weiterzuentwickeln, zu korrigieren oder einzuschränken?
Man könnte angesichts der unvernünftigen Verhältnisse in dieser Welt und der Gesellschaft sagen: Es ist schon ziemlich dreist, überhaupt noch die Idee des Fortschritts ins reflektierte Gespräch zu bringen. Ich glaube hingegen, darin wieder einigen Grundlagen der Aufklärungs/Vernunft - Philosophie folgend: Ohne die Idee, dass einiges Wichtige besser werden sollte, verliert das Leben seinen Sinn. Die Frage ist nur, in welcher Hinsicht etwas (oder wir selbst !) besser werden sollten. Es ist schon viel, wenn die Regression, politischer und kultureller und religiöser Art, verhindert werden kann.
Ich glaube einfach, das Thema ist für uns "dran" und die Auseinandersetzung mit der Frage dient wie immer in der Philosophie der "Existenz-Erhellung" (Karl Jaspers).
Darum die herzliche Einladung zum Freitag, den 23. 2. 2018 um 19 Uhr in der Kunstgalerie Fantom in der Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf. Dringende herzliche Bitte um schriftliche Anmeldung, wegen der wenigen Plätze in einem Salon-Gespräch: christian.modehn@berlin.de Für die Raummiete bitte ich um 5 Euro; StudentInnen zahlen keine Eintrittsgebühr.
Zur Einstimmung kann man etwa meine 20 Minuten dauernde Radiosendung im NDR Kulturprogramm vom 21.1.2018 nachlesen, siehe diesen LINK.
Weil ich vermute und hoffe, dass die AbonnentInnen des newsletters leidenschaftlich an philosophischen Fragen interessiert sind, erlaube ich mir gelegentlich einige Hinweise zu Büchern über Philosophie, die beim Lesen selbst ins Philosophieren führen.
1.Zu unserem Thema Fortschritt (bzw. damit zusammenhängend: Überwindung der Regression) ist empfehlenswert der neue Sammelband aus dem Suhrkamp Verlag "Die große Regression". Eine Debatte zur geistigen Situation der Zeit. Darin besonders der Beitrag des Soziologen Oliver Nachtwey: "Entzivilisierung" (s. 215 ff.)
2.Die philosophische "Bewegung" des Existentialismus ist unter heutigen Bedingungen neu zu bedenken: Das wunderbare und schön lesbare Buch der Philosophin Sarah Bakewell "Das Café der Existentialisten" (C.H.Beck Verlag 2017) führt vor allem nach Paris, wo hin denn sonst bei dem Thema. Sartre, Camus, Simone de Beauvoir und viele andere (auch Heidegger!) werden in ihrer bleibenden Herausforderung dargestellt. Ein Buch, das einem Freude bereitet, dass es Philosophien als Lebensform(en) tatsächlich gibt!! Das Buch liegt auf Deutsch schon in 7. Auflage nach einigen Monaten vor...
3. Wer sich für eine etwas schwierige, aber wichtige Reflexion zum Thema Philosophie der Philosophie, also Philosophie, die sich selbst zum Thema macht, interessiert, wird mit sehr viel Gewinn das Buch des Züricher Philosophen Michael Hampe "Die Lehren der Philosophie" aus dem Suhrkamp Verlag (2014) lesen. Vor allem auf den ersten 100 Seiten wird die Erkenntnis entwickelt, dass Philosophie selbstverständlich nicht nur Universitätsphilosophie ist, sondern in einer breiten uralten Tradition immer schon "nicht - doktrionäre" Philosophie ist, repräsentiert etwa an der Gestalt des Sokrates.
In der Hoffnung auf ein Wiedersehen und Wi(e)dersprechen (oder auch Wi(e)derschreiben ....) grüße ich Sie herzlich, Christian Modehn
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