Liebe AbonnentInnen des Newsletters aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin,

mit herzlichem Gruß will ich an den nächsten Religionsphilosophischen Salon am Fr. 23. März 2018 um 19 Uhr erinnern, in der Galerie Fantom, Hektorstr.9. Wir haben uns das zweifelsfrei relevante Thema „Was gibt uns Halt in unserem  Leben“ vorgenommen. Dazu herzliche Einladung. Einige inhaltliche Hinweise folgen noch kurz vor dem 23. 3. Anmeldungen bitte an: christian.modehn@berlin.de

„Halt finden“ setzt „stürmische Zeiten“ voraus, Halt finden heißt auch: Kurz inne HALTEN. Diesen Halt finden wir in Kunst, Philosophie, Musik. Spiritualität und im politischen Engagement, hoffentlich. Darüber geht unser Gespräch. Ausgangspunkt kann ein Text sein,  den ich zu einem niederländischen philosophisch - theologischen Buch zum Thema geschrieben haben, der Autor meint provozierend: Vor allem das FRAGEN gibt uns Halt....siehe LINK.

Hannah Arendt hatte ja einige ihrer Texte unter dem  Titel „Denken OHNE Geländer“ (also ohne Stütze/Halt) veröffentlicht. (Piper Verlag).

Dann erlaube ich, wie es manche wünschen, wieder auf Bücher hinzuweisen:

1. Sehr Lesenwert und durchaus unterhaltsam ist das Gespräch, das die beiden bekannten und von vielen geschätzten Intellektuellen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge führten unter dem Titel „Die Herzlichkeit der Vernunft“. (Luchterhand, 2017, 10 Euro, kleines Format!). Ein Buch voller weiterführender Fragen, eine philosophische Lektüre, leicht lesbar, aber schweren Inhalts. Manche Sätze dieses Buches wirken wie gute Spruchweisheiten: „Das Eigentliche ist das Trotzdem: Trotz Sterblichkeit und Bösartigkeit können wir lieben“. Selber lesen und verschenken, heißt meine Empfehlung.

2. In diesem Jahr wird sehr oft an Karl Marx gedacht, am 5.5. 2018 hat er seinen 200. Geburtstag. Dass einige zentrale Erkenntnisse von Marx tot sind, kann keiner ernsthaft behaupten. Wir hatten ja schon einen Salon zum Marx -Thema „Religion als Opium des Volkes“ gestaltet. Prof. Karl Schlögel ist ein sehr guter Kenner des sowjetischen Kommunismus, sozusagen der Verirrung derer, die sich auf Marx zu berufen wagten. Dazu hat Schlögel auch neue große Studien veröffentlicht. Ich empfehle dringend, sich noch schnell eine antiquarisch vorhandene kleinere Studie von Schlögel zu besorgen: „Archäologie des Kommunismus. Oder Russland im 20. Jahrhundert“. Sozusagen über das damals kaum noch vorhandene „private“ Leben im Sowjetkommunismus. Mit Fotos usw. 111 Seiten, erschienen in der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, München.

Religionsphilosophie befasst sich auch mit der Architektur religiöser Gebäude, zum Beispiel der St. Hedwig Kathedrale in Berlin Mitte, zum ersten Mal in der Form unter König Friedrich II. errichtet. Dann nach dem 2. Welt-Krieg sehr schön neu gestaltet: Verbindung von Hauptkirche/Altar mit Krypta der Gräber der wenigen katholischen Nazi-Feinde. Jetzt wird definitiv das Innere total neu gestaltet, der Altar soll in die Mitte gerückt werden, "aus kommunikativen Gründen“, wie es heißt, die Verbindung zur Krypta wird unsichtbar... Als würden in dem neuen Mittelpunkt jemals die Gläubigen selbst stehen, Frauen, Kinder, Männer, Ausländer usw. und das Abendmahl feiern als jesuanisches Fest der Menschen. Natürlich nicht: Nach dem Umbau werden im Mittelpunkt dort Priester nur stehen. „Klerus first“ ist das ewige Motto des Katholizismus. Der Umbau wird 60 Millionen Euro kosten, schreibt die Zeitschrift „Christ und Welt“ am 1.3.2018, Seite 2. 20 Millionen zahlt das Erzbistum Berlin, die anderen deutschen Bistümer noch mal 20 Millionen Euro, der christlich-sozial regierte Bund zahlt 12 und das auch von Politikern der Links Partei „regierte“ Berlin zahlt freundlicherweise 8 Millionen Euro. Ich halte diesen überflüssigen Umbau für Geldverschwendung und Zerstörung eines vorhandenen Kunstwerkes. Es ist eine Schande, dass in einer Stadt, voller humaner Probleme, die Kirche in neue Steine investiert, bloß weil es der Klerus so will, selbst wenn die klerusgesteuerten katholischen Laienverbände zugestimmt haben. Wie schrieb die Zeitung „Die Zeit“ am 15. 2. 2018 (Seite 52) zu den Finanzskandalen der Katholischen Kirche in Deutschland: „Der nächste Skandal (der Finanzen der Kirche) kommt“. Dann eben auch in Berlin. 

Wo wir schon bei Skandalen sind: Das neue Buch des sich selbst Bestseller Autor nennenden Arztes und Diplom Theologen Manfred Lütz ist ein Skandal: Unter dem Titel „Skandal der Skandale“ will er die katholische Kirche vor allem in ihrer nun wahrlich insgesamt gesehen nicht leuchtenden Geschichte reinwaschen und sagen: Alles Halb so schlimm... Das Buch aus dem Herder Verlag (erschienen vor ein paar Tagen) ist selbst ein Skandal, ich habe mir die Mühe gemacht und dabei viel Zeit verloren und das Skandal Buch besprochen. LINK zum Buch von Lütz:

 Beste Grüße und auf ein Wiedersehen und Wi(e)dersprechen  von Christian Modehn

 

 

 

 

 

 

 

 


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