
Ein herzlicher Gruß an alle, die den newsletter des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ abonniert haben!
Ich schicke einige Informationen, sozusagen mal „zwischendurch“. Denn zum nächsten Salonabend am Fr. 20. Juli um 19 Uhr kommt noch kurz vorher eine eigene mail. Am 20.7. werden wir uns einigen Aspekten im Denken von Jürgen Habermas annähern. Und da geht es um Themen, die uns alle bewegen: Möglichkeiten der kommunikativen Verständigung, Zusammenleben von religiösen und nichtreligiösen Menschen. Und: „Entgleist allmählich die Moderne“?, wie Habermas seit langem fragt.
Man könnte jetzt (am 29.6.2018) meinen, die moderne, aufgeklärte europäische Welt der Menschenrechte entgleist tatsächlich immer mehr. D.h. unsere europäische Kultur entfernt sich in maßlosem (selbstverständlich immer nationalistischen – ökonomischen) Egoismus von dem, was Europa „eigentlich“ bestimmt: Toleranz für alle, die Menschenantlitz tragen, also auch für Flüchtlinge; das aufgeklärte Europa lehnte den Bau von Mauern eigentlich immer ab; nun bauen sich immer noch christlich nennende Politiker höchste Mauern um unsere Länder, um unser Europa.
Diese Herrschaften wissen nicht, dass sie sich damit in eine Reihe stellen mit dem Mauer-Bauer Walter Ulbricht (SED). Er wollte niemanden rauslassen. Söder, Seehofer, Kurz, und wie diese Politiker alle heißen, wollen offenbar im Verein mit den Rechtsextremen heute keine Fremden, keine „anderen“, möglichst ganz wenige Afrikaner und Muslime reinlassen in unsere „wunderschöne“ reiche Welt. Diese gehört nur uns, sagen diese Leute, und vergessen: Dass etwa Afrikaner an unserem Luxus durch ihre Arbeit, durch ihr Ausgebeutetwerden durch "uns", viel Anteil haben! Aber diese Menschen wollen wir hier bei uns nicht sehen, wir wollen sie nicht aufnehmen, sondern in Lagern zusammendrängen und ihrem Elend überlassen. Europa verrät seine Seele. Und die so genannten "Seelsorger", also die Kirchen, schweigen dazu weitgehend und reden viel Unsinn über dogmatische Bedingungen zur Zulassung zur Kommunion. Kann man noch etwas weltfremder sein? Ich glaube nicht.
Europa also entgleist, im Sinne von Habermas. Der Unfallort heißt Nationalismus. Und Nationalismus hieß bisher immer Krieg, man frage die Historiker. Das ist für mich klar. Leider.
Mal sehen, was Habermas dazu noch aktuell sagt.
Wer sich in den freien Stunden jetzt in den Ferien philosophisch auch mal geistvoll „unterhalten lassen“ will, dem empfehle ich ein neues Heft über das „Wandern...Die Wege der Gedanken“! Das von mir schon mehrfach empfohlene „Philosophie – Magazin“ hat nun wieder eine SONDERAUSGABE herausgegeben, redaktionell betreut von Catherine Newmark. Philosophisches Denken selbst, so meine ich, ist eigentlich auch eine Form von Wandern, von unentwegtem Unterwegssein zu einem tieferen, reflektierten Leben... Das Heft über das Wandern, schön gemacht mit vielfältigen Impulsen zum Weiterdenken, hat 130 Seiten und kostet nur 9,80 EURO, ein schönes Geschenk zudem....Man kann es in größeren Zeitungsläden, etwa in Bahnhöfen, kaufen oder über www.philomag.de
Ferien haben immer auch etwas mit SEHNSUCHT zu tun: Dieses Thema versuche ich in einer Radiosendung etwas auszuleuchten ... zum Weiterdenken: Unter dem Titel: „Wo ist die heile Welt?“. Der Beitrag wird gesendet am Sonntag 1. Juli 2018 um 8.40 auf NDR KULTUR, man kann die Sendung auch später „nach-hören“ oder das Manuskript lesen, ausdrucken und weiterreichen, weitere Infos: Klicken Sie hier.
Also bis bald, hoffentlich am 20.7.... bei Interesse: Bitte per email anmelden, dann sende ich noch einen Habermas Text zur Vorbereitung!
Herzliche Grüße! Christian Modehn
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