
...mit einem herzlichen Gruß an alle, die den newsletter des Religionsphilosophischen Salons Berlin abonniert haben.
Zuerst: Die Einladung zum Salongespräch am Freitag, den 24. August 2018 um 19 Uhr in der Kunstgalerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf.
Unser Thema: Im Begriff Philo-Sophie wird schon auf die Weisheit verwiesen. In der klassischen griechischen Philosophie wurde die Sophia, die Weisheit, als das Ziel aller Bemühungen des Menschen angesehen. ABER, dies ist wichtig: Weisheit ist eine umfassende Einstellung zum Leben. Klugheit hingegen ist nur eine praktische (eher technische) Fähigkeit. Die meisten wollen heute wohl nur klug sein...
Macht Philosophie, macht Philosophieren als Praxis der Philosophie, uns weise? Was ist unsere Lebensweisheit? Haben wir unsere eigene Weisheit allmählich? Wollen wir sie mit – teilen? Über Weisheit heute werden wir sprechen. Aber entscheidend wird sein: Dies vor dem Hintergrund biblischer, „alttestamentlicher“ Weisheit im Buch Kohelet. Die spezifischen Inhalte einer (religiösen) Weisheit außerhalb Griechenlands sollte jeder philosophisch Interessierte kennen. Und: Eine erste Kenntnis und damit auch Lektüre dieses knappen Kohelet – Textes ist eigentlich die Voraussetzung einer Teilnahme an dem Salon...
Dazu herzliche Einladung mit der Bitte um Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de
Am 21. August vor 50 Jahren (1968) wurde von den Diktatoren des Ostblocks der leider so kurze „Prager Frühling“ beendet, der sich dem Projekt „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ verpflichtet wusste. Für philosophisch Interessierte ist dieses Datum eine Aufforderung, sich mit dem großen tschechischen Philosophen dieser Zeit, mit Jan Patocka, zu befassen; er war auch später einer der Sprecher der Charta 77. Eines seiner liebsten Worte war: “Menschen, die nachdenken, müssen doch zusammenkommen“. ....Ein Motto für unseren philosophischen Salon ? ... Patocka wurde dann als Dissident so lange in Verhören durch die tschechische Stasi gequält, dass er nach einem Verhör am 13. 3. 1977 vor Schwäche starb. Siehe diesen Hinweis.
Sein philosophisches Denken inspiriert auf vielfache Weise bis heute: Einer seiner Studenten damals an der Karls – Universität ist der Philosoph und katholische Theologe und inzwischen ja durchaus weltweit bekannte Tomas Halik in Prag. Im Mittelpunkt seines Denkens ist der Zweifel. Es lohnt sich, die Erinnerungen von Tomas Halik an diese Zeit, auch an Patocka, zu lesen, in dem Buch mit dem Titel „All meine Wege sind DIR anvertraut“, Herder Verlag, 2014, vor allem die Seiten 54 bis 87. Auch mit der Erinnerung an den Studenten Jan Palach, der sich am 16. Januar 1969 öffentlich auf dem Prager Wenzelsplatz verbrannte als Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings...Zu dem ja gerade für nicht "so" religiöse Menschen interessanten Werk von Tomas Halik, siehe den Beitrag.
Die heutige neokapitalistische Regierung in Prag hat kein Interesse an einer würdigen Würdigung des Prager Frühlings. Tun wir es doch und fragen wenigstens: Ist ein Sozialismus mit menschlichem Antlitz nicht die bleibende Perspektive für die allseits bedrohte Menschheit heute?
Patocka sagte: „Wo ändern sich die Welt und die Geschichte? Im Innern, besser gesagt, im Leben des Einzelnen“.
Mit herzlichen Grüßen vom Religionsphilosophischen Salon und auf ein Wiedersehen und Wi(e)dersprechen! Christian Modehn
Um sich vom Newsletter abzumelden, bitte hier klicken. Um (Namens/Adress-)Änderungen vorzunehmen, bitte hier.