
Mit herzlichen Grüßen an alle Abonnentinnen des Newsletters: Sowie die Einladung zum philosophischen Salon am Freitag, den 28. September 2018, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin – Wilmersdorf.
Unser Thema: Die Gewalt, die der Monotheismus fördert.
Wir werden uns auf die Arbeiten des Ägyptologen Jan Assmann beziehen; er hat zum Thema zahlreiche Bücher und Beiträge verfasst. Er erhält zusammen mit seiner Frau Aleida Assmann, einer ebenso weltweit renommierten Kulturwissenschaftlerin, in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, am Sonntag, den 14. Oktober 2018.
Jan Assmanns Beiträge zu „Monotheismus und der Gewalt“ haben zu sehr kontroversen Diskussionen auch mit Theologen geführt und eine Erschütterung in den Kirchen ausgelöst, plädiert doch Assmann – philosophisch gesehen sehr aktuell und treffend – für eine Beziehung des Menschen zum Göttlichen jenseits des Monotheismus und Polytheismus.
Wir wollen bei der Gelegenheit auch über den engen Begriff des Monotheismus, im Judentum, Christentum und Islam, hinaus schauen und „monotheistische“ Tendenzen etwa in politisch totalitären System (etwa Stalinismus, Faschismus) besprechen und uns selbst fragen, wie in unserem persönlichen Leben Bindungen unsere selbst gemachten „absoluten Wahrheiten“ hilfreich bzw. zerstörerisch sind. Dass der Kapitalismus "mono-theistisch" gewaltsam, also imperialistisch, ist, weiß jeder, der nur dieses Leitwort "There is no alternative" von der Erzkapitalistin Madame Thatcher bedenkt...
Es könnte also wieder ein inspirierender Abend werden. Wer sich vorbereiten will, findet hier einige Literaturhinweise.
In diesem Jahr ist Georgien Ehrengast der Buchmesse. Ich habe auf den bedeutenden georgischen Philosophen Merab Mamardaschwili hingewiesen, dessen Werk in Deutschland leider bisher unbekannt ist.Er war ein halbwegs freier Denker sogar im stalinistischen System.
Wer sich im Hörfunk für einen Essay bzw. eine kleine „philosophische Meditation“ interessiert unter dem Titel „Wenn immer mehr unsicher wird. Über das HALTFINDEN“ kann meinen Beitrag im NDR Kulturradio am Sonntag, 30. September 2018, um 8.40 (bis 9.00) hören bzw. später nachlesen und „nach“hören.
Wer am Salon am 28.9. teilnehmen will, sollte sich freundlicherweise bitte anmelden: christian.modehn@berlin.de
Mit freundlichen Grüßen Christian Modehn
PS: Auf meiner Website „Religionsphilosophischer Salon“ finden Sie immer wieder auch Beiträge zu aktuellen religionskritischen Debatten. Religionskritik ist ja bekanntlich eine zentrale Aufgabe unseres religionsphilosophischen Salons. Die Theologen sind, weil kirchengebunden und finanziell kirchenabhängig, oft nicht sehr frei und gründlich in ihrer Religions-Kritik....
Man kann auf der website deswegen einen kleinen Beitrag lesen zum 50.Todestag eines „Heiligen“, den schon Päpste einen Scharlatan nannten, den süditalienischen Volksheiligen Pater Pio. Papst Franziskus will diesen Scharlatan am 23. 9. offiziell ehren. Der Papst macht eben auch Dinge, die einem bestimmten religiösen Milieu entsprechen.
Ebenso interessant ist die Debatte um das Buch von Manfred Lütz „Skandal der Skandale“, zumal die ZEIT jetzt in Form einer so genannten Besprechung Werbung für dieses Buch macht. Dieses Buch von Lütz ist in meiner Sicht selbst ein Skandal hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität; das habe ich schon vor einem halben Jahr, kurz nach Erscheinen, schon geschrieben. Lütz versucht, die weithin von Gewalt und Macht beherrschte Geschichte der Kirchen, der römischen Kirche zumal, „reinzuwaschen“; verständlich, angesichts der Skandale im Umfeld des sexuellen Missbrauchs durch Priester...
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