Liebe AbonnenTinnen des newsletters,
eine herzliche Einladung zum nächsten religionsphilosophischen Salon: Am Freitag, den 27. September 2019, 19 Uhr, in der Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf.
Unser Thema betrifft sicher viele, die trotz der Krisen der Kirchen (und des Abschieds von religiösen Institutionen) doch nicht darauf verzichten wollen, eine je eigene Spiritualität in ihrem Leben zu finden.
Unser zentrales Stichwort heißt diesmal: Was bedeutet Dietrich Bonhoeffers Vorschlag, ein „religionsloses Christentum“ zu leben? Dieses Wort, wie ein Programm, formulierte er, ein prominenter evangelischer Theologe, als Gefangener des Widerstands gegen die Nazi-Verbrecher in den letzten Wochen vor seiner Ermordung.
In diesen Gefängnis-Briefen schrieb Bonhoeffer auch: Es komme nun für den einzelnen nur darauf an, „zu beten und das Gerechte zu tun“. Das bedeutet, für uns übersetzt: Es kommt „im letzten“ nur darauf an, innezuhalten in der Meditation, der Reflexion und die Poesie des Gebets zu pflegen. Und für Gerechtigkeit in dieser Welt, auf die je eigene Art, zu sorgen. Reicht das aus zur Lebensgestaltung?
Diese Gefängnisbriefe Bonhoeffers (1943-1945) haben ein unglaublich großes Echo gefunden, weltweit! Es ist für uns fast ein „Muss“, sich mit Bonhoeffer auseinandersetzen, ganz besonders mit dem Buch „Widerstand und Ergebung“, das die Gefängnisbriefe (von April 1943 bis Januar 1945) mit ihrer provozierenden Philosophie und Theologie enthält. Auch in der DDR und der evangelischen Kirche dort waren die Aussagen Bonhoeffers inspirierend: Die Welt ist weltlich, säkular: Gibt es da noch einen Platz für einen „nicht-religiösen“, einen göttlichen Gott?
Weil es also auch um die je eigene Spiritualität geht, biete ich noch einen Hinweis auf den Religionssoziologen Thomas Luckmann. Er fördert die Idee einer „unsichtbaren Religion“. Also einer vom einzelnen für sich selbst, durchaus im Abseits der Institutionen, gelebten Bindung an einen zentralen, „absoluten“ Mittelpunkt im Leben. Aber: Ist dann jede Spiritualität, normativ gesehen, hilfreich und sinnvoll?
Interessante Gespräche könnten also am 27.9. möglich sein!
Herzliche Einladung und –wegen der begrenzten Anzahl der Plätze - die Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de
PS: Noch zwei weitere philosophische Lektüre Empfehlungen.
1. „Wie reich darf man sein?“ Ein neues Buch (im Reclam-Verlag) des Philosophen Christian Neuhäuser auch über Gier und Geiz!
2. Ein neues Buch, das sich auf eine populäre und meist falsch verstandene Aussage von Theodor W. Adorno bezieht: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. Der Philosoph Michael Hirsch widerspricht dem, in seinem sehr interessant und nachvollziehbar geschriebenen Buch „Richtig falsch“. Tectum Verlag, Hamburg.
Um sich vom Newsletter abzumelden, bitte hier klicken. Um (Namens/Adress-)Änderungen vorzunehmen, bitte hier.