Mit herzlichem Gruß senden wir Ihnen/Euch einen Newsletter des Religionsphilosophischen Salons in Berlin.

Auch dieser Brief an Sie/Dich kann wieder nicht so kurz sein wie ein Twitter…

Wie können wir diese Zeit der Irritationen wegen Corona überleben? Überleben ist immer auch unsere geistige Aufgabe, es ist der Geist, auch die Vernunft der Forschung, die uns rettet. Philosophie erinnert an Selbstverständliches, aber oft Verdrängtes. Selbst wenn die besten Corona-Bestimmungen politisch durchgesetzt werden sollten: Es sind immer die einzelnen in ihrer Freiheit, die diesen vernünftigen Bestimmungen entsprechen oder nicht entsprechen.

Andererseits können wir uns auch nicht total auf die Corona – Pandemie fixieren, es gibt bekanntlich noch viele andere, mindestens genauso große Katastrophen wie die Klima-und Umwelt-Probleme, politische Unterdrückung, ungleiche Verteilung der Einkommen usw., auch da muss vieles, wenn nicht das meiste, besser werden.

Wir denken als religionsphilosophischer Salon auch an den Niedergang des Katholizismus, der eigentlich ein Machtinstrument des Klerus geblieben ist. Er bietet offensichtlich keine Inspiration für freie, kritische, demokratisch denkende Menschen.

In dieser Situation ist Religionsphilosophie – in einem weiten Sinne verstanden – hilfreich:  Sie zeigt Möglichkeiten, den eigenen Lebensweg kritisch zu reflektieren und dabei selbst Spuren der Transzendenz, Zeichen des Ewigen im Leben selbst zu entdecken und frei mit anderen zu teilen.

Wir versuchen immer wieder auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen, die weiteres Nachdenken, Lesen, Debattieren und Studieren verdienen.

Darum also wieder Lektüre – Hinweise.

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu von Nazareth … und nicht das „Fest des leeren Grabes“. Unser Geist, die Vernunft, ermöglicht das Verstehen des Außergewöhnlichen. Dazu ein Hinweis auf eine lesenswerte neue Einführung des kritischen Theologen Hans Kessler: LINK

Sowie auch ein Hinweis auf einen Text von Christian Modehn. LINK.

Der Auferstandene Jesus ist der Gekreuzigte: Ich empfehle noch einmal die Radiosendung von Christian Modehn „Elend, nackt und bloß. Jesus am Kreuz“ auf RBB Kultur am Karfreitag um 9.00. Eine Radiosendung, die früher schon ein großes Echo gefunden hat. LINK

Was hat die Vertuschung des sexuellen Missbrauchs durch Priester und Kardinäle mit der Marienfrömmigkeit zu tun? Sehr viel, denn Marienfrömmigkeit führt auch in den „Nebel“, von dem Meisner sprach. Über Kardinal Meisner, einst Berlin, dann Köln, als „Marienkind“.  LINK.

Zwei weitere Empfehlungen: Das neue Buch des bekannten  Philosophiehistorikers und Philosophen Kurt Flasch über Voltaire und Pascal. Eine Überraschung für alle, die bisher Pascal für einen Helden der Frömmigkeit hielten und Voltaire für einen Atheisten. Beides ist falsch. Voltaire verdient als Theist endlich allen Respekt religiöser Menschen, wenn sie denn religiös UND vernünftig sein wollen. LINK

Eine Empfehlung des neuen (Spiel)Films des bekannten und berühmten schwedischen Regisseurs Roy Andersson mit dem Titel „Von der Unendlichkeit“. Im Kino können wir den Film leider immer noch nicht oder nicht mehr sehen, der Kauf einer preiswerten DVD (12 Euro) lohnt sich. Dies ist ein philosophischer Film voller Denk – Bilder. LINK

Vergessen wir nicht die Pariser Commune, die vor 150 Jahren versuchte, gegen den Widerstand reaktionärer Politiker in Versailles ein demokratisches Paris zu gestalten, gegen den Widerstand der katholischen Kirche. Die Pariser Commune endete in einem Inferno von Mord und Totschlag. Die Täter waren Soldaten der Versailler Regierung, der siegreiche Bismarck hatte zudem noch französische Militärs aus der Gefangenschaft entlassen, „um die Sozialisten zu töten“. Deutschland war also indirekt an diesem Blutbad, Bürgerkrieg, in Frankreich mit -verantwortlich.

Über den Zusammenhang von Pariser Commune und Religion ist bisher wenig publiziert worden. LINK

Wir wünschen Ihnen/Euch - trotz allem - angenehme Tage zu Ostern, dem Fest der Auferstehung. Aufstand und Auferstehung gehören bekanntlich zusammen, darauf hat der Dichter Kurt Marti hingewiesen.

Den Inhalt dieses Festes könnte jeder und jede spirituell auf seine/ihre Art persönlich entdecken, die Zeit dafür haben wir ja.  

 

Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir uns doch noch in diesem Jahre 2021 in einem „leibhaftigen“ Salon wieder sehen, falls das Interesse besteht…

 

Beste Grüße aus Berlin von Christian Modehn und Hartmut Wiebus.

 

 

 


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