Mit einem herzlichen Gruß an alle Abonnentinnen des Newsletters aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin. Es sind z. Z. 610 Abonnentinnen im ganzen deutschen Sprachraum und darüber hinaus. Das Interesse freut uns...
Wir hoffen, dass Sie zweimal geimpft sind und nun mit weniger Angst auch am öffentlichen und kulturellen Leben teilnehmen. Infos zu Veranstaltungen unseres Salons folgen.
Zwischendurch einige Lektüre – Vorschläge. Diese Hinweise sind in den letzten Wochen entstanden nach verschiedenen Gesprächen und Diskussionen. Sie zeigen thematisch eine fürs philosophisch-kritische und selbstkritische Fragen typische Vielfalt.
1. Wir finden es wichtig, das Thema Impf-Pflicht noch einmal aufzugreifen und FÜR die Impfpflicht gegen Covid19 zu argumentieren. 5 Millionen Menschen in Deutschland sollen sich doch „bitte, bitte“ zum Impfen durchringen, damit wir „einen sicheren Herbst und Winter erleben“, sagen Minister Spahn und medizinische Fachleute fast verzweifelt.
Wir meinen philosophisch gut begründet: Dieses Ziel wird nur mit einer Impf-PFLICHT erreicht. Wer es immer noch nicht wusste: Freiheit hat sehr viel mit PFLICHT zu tun. Das wollen ausgerechnet sich politisch liberal verstehende Leute nicht einsehen. LINK
2. Religionsphilosophisch und für die Spiritualität des einzelnen wichtig: Der Atheismus IM Glauben, in meiner (!) Spiritualität, ein Hinweis, inspiriert von Ernst Bloch. Wer als religiöser Mensch niemals einige Phasen des Atheismus hatte oder wie Meister Eckart darum bittet, Gott möge ihn von „Gott“ befreien, dem ist philosophisch kaum noch zu helfen. Link.
3. Wir erinnern auch an den großen Philosophen Jean- Luc Nancy aus Frankreich, der kürzlich verstorben ist. Er konnte nach einer Herztransplantation noch 30 Jahre leben und vieles Wichtige schreiben. An seiner Person sehen wir, wie hilfreich es ist, wenn wir einen Organspende-Ausweis haben. Unvorstellbar, was das religionsphilosophische Nachdenken ohne Jean-Luc Nancy wäre… LINK
4. Das schwierige Thema Mission kam jetzt nach dem Abzug der Westtruppen aus Afghanistan öfter vor: Was bedeutet noch „eine politische und militärische Mission des Westens, um andere Länder umzugestalten“? Biden hat sich von dieser Leitidee verabschiedet. Und weiter beim Begriff Mission: Kann man heute noch christliche Mission als Werbung für die Kirche im „Heidenland“ akzeptieren? LINK
5. Ist das Privateigentum in jeder Hinsicht und in allen Größenordnungen heilig? Wir erinnern an den leider vergessenen oder immer missverstandenen Philosophen PROUDHON und seine bekannte These „Eigentum ist Diebstahl“. Um es kurz zu sagen: Eigentum an Produktionsmitteln ist in seiner Sicht gar nicht heilig… LINK
6. Wer noch explizit kirchliche Themen (die ja auch „spannend“ sind) reflektieren will: Wir erinnern anlässlich des 100. Geburtstages an den Berliner Bischof und Kardinal Alfred Bengsch. Er wurde 3 Tage nach dem Mauerbau 1961 zum Bischof ernannt und konnte als sehr konservativer autoritärer Bischof nicht darauf verzichten, seinerseits theologische Mauern im Osten wie in West-Berlin zu bauen… Ein Bischof, der z.B. die „Bewegung der Achtundsechziger“ ignorant verachtete und die Katholiken in West-Berlin ins theologische Abseits führte. Danach kam in Berlin für 10 Jahre die Herrschaft von Bischof Joachim Meisner, der diesen Trend verstärkte.LINK
Aber was sind schon Erinnerungen an das immer mehr sich einschließende, katholische Milieu, verglichen mit der Erinnerung an den 11. September vor 20 Jahren. Mit diesem Datum beginnt das 21. Jahrhundert, hat der us-amerikanische Historiker und Journalist Garret M. Graff gesagt. Dieses Ereignis bestimmt das politische Handeln und die Mentalitäten weltweit. Auch das Miteinander/Gegeneinander der drei monotheistischen Religionen ist von den Ereignissen des 11. September geprägt. Um so mehr gilt es für philosophische Menschen, sich für den noch sehr schwachen liberalen und demokratischen Islam zu interessieren. Den liberalen und vernünftigen Islam gibt es bekanntlich in Berlin mit einer eigenen Moschee, mit dem religiösen UND philosophischen Titel: die „Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“.
Mit herzlichen Grüßen aus Berlin,
Christian Modehn und Hartmut Wiebus.
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