Liebe Freunde des Religionsphilosophischen Salons in Berlin,
so können wir Sie/Euch ja wohl ansprechen, sonst hättet Ihr Euch nicht für diesen Brief interessiert.

Diesmal schreiben wir den Brief (e-mail)in einer tatsächlichen Zeitenwende, dieser Begriff ist nicht zu hoch gegriffen.

Von „Wende“  (Heidegger) und dialektischen Sprüngen (Hegel) ist philosophisch oft die Rede. Wie blass erscheinen diese Begriffe, angesichts des Elends der Menschen in der Ukraine, angesichts des Wahns eines Diktators.

Manche sagen: „Da bin ich einfach sprachlos“. Aber wir sollten nicht sprachlos werden! Sprechen und Denken und Fragen und Erkennen sind eine Einheit. Wir sind niemals sprachlos, vielleicht nur vorübergehend, dann beginnen wir wieder zu fragen und zu sprechen und Kritik zu üben. Studieren wir, wenn möglich, die aktuellen Kriegsereignisse, ohne uns von ihnen erschlagen zu lassen.

Jeder wird versuchen, seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu leben.
Wir dürfen nicht die jungen, vom Regime dumm gemachten russischen Soldaten vergessen, die wie üblich eine Art Kanonenfutter sind. Und das Leid von deren Familien? Werden sie zu Putin stehen?

Und wir dürfen auch nicht vergessen die Ausländer in der Ukraine, die Studenten, etwa aus Afrika, die jetzt bei der Flucht Richtung Polen, Deutschland, einen gewissen Rassismus erleben. Sie werden aus den Zügen rausgeschmissen…

Und wir werden eines Tages fragen, warum diese großartige bisherige Hilfsbereitschaft für die Ukrainer bis jetzt erfreulich anders ist als die sehr kurze Hilfsbereitschaft für die meist muslimischen Flüchtlinge aus Syrien und Afrika.
Ein weites Feld, das des Rassismus, das eines Tages„bearbeitet“ werden muss. Kann humanitäre Hilfe nur für bestimmte Menschen universal gelten, wäre eine provozierende Frage.

Wir schlagen Ihnen vor, diesmal zwei Beiträge des Religionsphilosophischen Salons zu beachten, d.h. zu lesen und vielleicht zu diskutieren: 

1. Sehr viele sprechen heute - angesichts des Kriegs, des Atomkriegs, von Apokalypse!  Was ist mit Apokalypse eigentlich gemeint? LINK Apokalypse.

2. Putins Krieg hat eine ideologische Rechtfertigung, und diese liefert seit Jahren der Moskauer Patriarch Kyrill I., Diesen hohen Geistlichen muss man kennen, um den Krieg zu verstehen. Und wir fragen: Warum haben sich die westlichen Kirchen bis jetzt nicht entschieden, Kyrill und seine russische Kirche aus der christlichen Ökumene rauszuwerfen. Die Kirchen sind zu ängstlich, zu „nett“, könnte man denken. LINK zum Putin-Ideologen Kyrill:

Wir senden Ihnen beste Grüße, wünschen Ihnen viel meditative Stille, um den Wahn dieser Zeiten zu überstehen und das kritische Denken zu bewahren,

herzliche Grüße Christian Modehn und Hartmut Wiebus.