Liebe Abonnenten unseres Briefes (Newsletter genannt) aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin, liebe Freundinnen und Freunde,

zum Osterfest ein Brief in Zeiten des Krieges, des Diktators Putin gegen ein demokratisches Land in Europa, die Ukraine.

Sie wissen, welche fundamentale zerstörerische Gewalt dieser Diktator über die UkrainerInnen und Europa insgesamt inszeniert. Man wird ihn wohl nur mit sehr vielen Waffen aus der Ukraine vertreiben. Wird er dann friedlich werden? Sicher nicht, Putin ist von seiner „Mission“, der Weltherrschaft Russlands, absolut verblendet. Aber bekanntlich schaffen Waffen nur kurzfristig Waffenstillstände, vornehm "Frieden" genannt, bis Nationalisten in ihrer Gier wieder zu den Waffen greifen…

In dem Zusammenhang Texte zur Lektüre und vielleicht zur Debatte:

1. Putin - eine philosophische Skizze des Nihilisten. LINK

2. In dem Zusammenhang eine weitere philosophische Skizze: Gibt es DAS Böse oder „nur“ DEN bösen Menschen, eine provozierende Frage. Unser Plädoyer: Wir sollten viel eindeutiger DEN bösen Menschen analysieren und ihn rechtzeitig einschränken anstatt DAS Böse (eine Idee, die Erbsünde und so weiter) zu beschwören. LINK.  

3. Christen feiern Ostern als Überwindung des Todes. Wir meinen: zu Ostern wird - auch in den üblichen Predigten - zu viel von wundersamen Ereignissen und mysteriösen Begegnungen mit dem auferstanden Jesus erzählt. Ostern ist zum Fest des theologisch beliebigen Schwadronierens geworden.
Wir betonen, bei aller respektierten Pluralität der Philosophien und Theologien:  Auch das Osterfest, also die Auferstehung des Menschen Jesus von Nazareth, erschließt sich einer vernünftigen Reflexion. Warum sollen wir denn gerade am Osterfest auf die von Gott gegebene Vernunft verzichten? LINK.

4. Wir haben seit dem 13.Februar 2022 dafür plädiert, den ideologischen Kriegstreiber, den Patriarchen Kyrill I. von Moskau, aus den internationalen ökumenischen Gremien rauszuschmeißen. Aber die Kirchen sind sehr ängstlich, zu „ausgewogen“, zu „mit-brüderlich“ auch Kyrill gegenüber. Sie sind ängstlicher als westliche Politiker gegenüber Putin.
Lesen Sie einen der bisher sieben Hinweise zugunsten einer Entfernung dieses Patriarchen aus der Ökumene, er war einst KGB Mitarbeiter wie Putin, jetzt ist Multi- Millionär und Ideologe, der sich „seine Heiligkeit“ ansprechen lässt. LINK

5. Mit Frankreichs Religionen beschäftigen wir uns schon seit vielen Jahren. Nun ein Hinweis nach der ersten Wahlrunde am 10.4.2022: Es ist nicht auszuschließen, dass nun die rechtsradikale Marine Le Pen Präsidentin wird. Viele Katholiken Frankreichs sind davon sehr angetan, auch diese Entwiocklung ist eine Niederlage der Vernunft: LINK.

6. Eine Empfehlung, einen Gastbeitrag des Publizisten Kerem Schamberger, Frankfurt a.M. zu lesen: Er hat als Mitarbeiter des geschätzten Hilfswerkes MEDICIO die vieldeutige Hilfsbereitschaft der Menschen in Polen zugunsten der Ukrainer untersucht. LINK.

7. Den Kirchen fällt in diesen Kriegs-Zeiten wie üblich vor allem nein, zum Bitt - Gebet für den Frieden aufzufordern. Wenn im Beten - als persönlicher Poesie - der einzelne sich selber reflektiert, ist das empfehlenswert. Ob aber Gott im Himmel die je verschiedenen Bittgebete (etwas pro Russland oder pro Ukraine) wunderbarerweise erfüllt, ist die Frage.
Uns schrieben einige LeserInnen, dass sie unseren früheren Hinweis wichtig fanden: Die Empfehlung, dass es bei großer Not Räume geben sollte, in denen wir schreien können. Wäre dies ein - ungewöhnlicher, kreativer - spiritueller Beitrag auch der Kirchen und Philosophen? LINK

Wir wünschen Ihnen ein nachdenkliches Osterfest, Stunden der Stille, der Kontemplation, des Dialogs. Und der Freude trotz allem, bei allem Leiden, dass der im Geist sich zeigende, gründende Sinn des Lebens, der Welt und der Menschen, selbst von Putin nicht zerstört werden kann.

Herzlich grüßen Christian Modehn und Hartmut Wiebus.


 

 

 

 

 


To cancel click here, to edit your subscription click here.