Der neue „Newsletter“ aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin …. Ihnen und Euch allen mit einem herzlichen Gruß.
Uns geht es auch diesmal vor allem um einige Lektüre-Hinweise und Lektüre-Empfehlungen. Vielleicht findet Ihr die Zeit zur Lektüre.
Wir können nicht ständig vom nihilistischen Verbrecher Putin und seinem Krieg gegen die Ukraine und gegen die Demokratien sprechen.So sehr wir auch beobachten müssen, in welche Katastrophen dieser Tyrann die Welt führt. Noch leben wir in Deutschland relativ geschützt, einige hundert Kilometer entfernt von den in jeder Hinsicht leidenden UkrainerInnen, … und den sinnlos als übliches „Kanonenfutter“ (ein Begriff aus dem Wörterbuch des Unmenschen) sterbenden jungen russischen Soldaten.
Viele Menschen denken jetzt zurecht an das Ende, das eigene Ende ...oder das Ausgelöschtwerden ganzer Regionen. Wir erleben faktisch schon das Ende unserer üblichen, vertrauten Zivilisation und Kultur, also der für selbstverständlich gehaltenen Wachstums - und Wohlstandskultur.
Philosophisch werden diese Reflexionen auf „das Ende“ erst dann, wenn sie sich von der Klarheit der Begriffe und der kritischer Selbstreflexion leiten lassen, die mehr bedeuten als Grübeleien angstvoller Seelen. Dazu bei anderer Gelegenheit mehr.
Zuerst ein ganz aktueller Hinweis:
Von Mittwoch bis Sonntag (23.10.2022) findet die Buchmesse in Frankfurt a.M. statt, Ehrengast ist in diesem Jahr Spanien. Für den Religionsphilosophischen Salon ein guter Anlass, einige Hinweise zur Religion (und der Philosophie) in Spanien mitzuteilen: Der Katholizismus ist jedenfalls nicht mehr DIE Religion der Spanier. Zweifelsfrei ein kultureller Bruch in Europa, wie anderswo auch. LINK
Im Zusammenhang der kriegerischen Annexion durch Putins Russland ist - im allgemeinen, aber not-wendig - die Reflexion auf die übliche Fixierung aufs Privateigentum wichtig. Denn auch der kriegerische Nationalismus strebt nach immer mehr nationalem Privateigentum in seinem Kampf um mehr Land. Dazu ein Hinweis: LINK
Das führt weiter zur Frage nach dem Normativen, dem Universellen, dem universell für alle Menschen Geltenden: Darüber hat der Philosoph Omri Boehm ein sehr lesenswertes und empfehlenswertes anspruchsvolles Buch veröffentlicht: LINK.
Omri Boehm zeigt genau, dass selbst die Idee und der Begriff „Gott“ noch unter dem universalen Wert der Gerechtigkeit steht, eine provozierende Erkenntnis, die bis ins Alte Testament führt: Abraham weigert sich seinen Sohn Isaac zu opfern, weil für Abraham auch Gott unter der Forderung universaler Gerechtigkeit steht. LINK
Wir bleiben bei der Gottesfrage, die, in Säkulare übersetzt, die Frage nach einem tragenden Lebenssinn ist. Der us-amerikanische Philosoph John Caputo macht einen ungewöhnlichen Vorschlag: der allmächtige Gott muss überwunden werden zugunsten des schwachen Gottes. LINK
Zum Schluss noch ein Hinweis auf den uns in Europa umzingelnden Faschismus, jetzt auch wieder in Italien. Wir müssen uns endlich bewusst werden, dass wieder einmal Faschismus, Neo-Faschismus, Post-Faschismus usw. die große Bedrohung humanen Zusammenlebens in Europa ist. LINK
Wir wünschen Ihnen trotz allem eine angenehme Lebens - und Denk-Zeit, die immer auch eine philosophische Lesezeit ist. Anders ist Philosophie nicht realisierbar.
Wir freuen uns über Stellungnahmen, Kritik usw., schreiben Sie uns, wenn Sie bis dahin diese Zeilen gelesen haben,
beste Grüße, Christian Modehn und Hartmut Wiebus. www.religionsphilosophischer-salon.de
PS.: Wir freuen uns, dass vor wenigen Tagen die Zahl der Zugriffe auf diese unsere Website eineinhalb Millionen war. Das heißt, einige haben offenbar doch unsere Texte gelesen und sich kritisch
auseinander gesetzt. Das freut uns doch und gibt noch einen gewissen Sinn religionsphilophischer, religionskritischer Arbeit. Diese Website wurde zwei Jahre nach Gründung unseres Religionsphilosophischen Salons eingerichtet (also im Jahr 2009), den Salon in seinem Versuch einer offenen, nicht-konfessionellen Gesprächskultur werden ja einige vielleicht noch in Erinnerung bewahrt haben…
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