Sehr geehrte, liebe AbonnenTinnen und FreundInnen des „Newsletters“ aus dem Religionsphilosophischen Salon in Berlin…

herzliche Grüße und unsere guten Wünsche…

Uns bewegt die Frage: Was kann Philosophie „leisten“ in dieser (fast) verrückten Welt?  Ein Vorschlag. Philosophie lebt nur, wenn wir selbst Philosophieren! Philosophische Bücher sind bekanntich das Ergebnis des individuellen Philosophierens.

Philosophieren heißt elementar: Grundlegende Fragen stellen, sich selbst in Frage stellen, auf sich selbst und die anderen, die Gesellschaft, kritisch schauen, also Abstand nehmen vom Faktischen. Und die normativen Fragen stellen: Was ist jetzt gut, was ist wahr, was ist schön. Und wo zeigt sich das Unbedingte.
Es sind universale humane Werte, die die Existenz des einzelnen und der Gesellschaft, des States bestimmen (sollten), niemals egoistische, niemals nationalistische, niemals parteipolitische, niemals konfessionelle Werte, sondern Menschenrechte und Menschenpflichten. Sie gelten absolut, auch wenn sie selten die gelebte Praxis bestimmen. Diese Differenz zwischen „Realität“ und unaufgebbaren universalen Werten zu sehen und zu überwinden, gehört zur Last des Daseins.

Wir wollen Sie wieder einladen, mitzudenken bei einigen unserer Themen, unserer Publikationen, die wir immer nur als Hinweise verstehen.
Unsere „Spezialität“ ist die Suche nach einer Verbindung von Vernunft und Religion/Spiritualität.

1. Uns bewegt nach wie vor die Frage, wie können Menschen einen vernünftigen christlichen Glauben entdecken, abseits der Dogmenwelt der großen Kirchen? Es ist ein dogmatisch „reduzierter“, wohltuend  einfacher Glaube: Immanuel Kant hat ihn zum Beispiel entwickelt, seine Vorschläge verdienen viel Beachtung in einer Zeit, des langsamen Verschwindens der großen Kirchen in Europa… LINK

2. Uns bewegt die nicht  nur für katholische Menschen relevante Frage: Kann die Katholische Kirche, die sich selbst explizit als a-demokratisch (d.h. nicht-demokratisch) versteht, es sich überhaupt anmaßen, öffentlich für die Menschenrechte einzutreten? Und was hat das mit dem „Großereignis“, der so genannten „Weltsynode“ in Rom (Oktober 2023),  zu tun? LINK

3. Wir haben eine Sympathie für den großen Philosophen Dieter Henrich, der kürzlich verstorben ist und nicht nur einer der besten Kenner der Philosophie Kants und Fichtes ist, sondern auch zeigte, wie das menschliche Dasein über das Bewusstsein und Selbstbewusstsein mit dem Unbedingten verbunden ist. Er hat in einem anspruchsvollen Interview - Buch von seinem (philosophischen) Leben erzählt, und dabei kommen metaphysische Fragen und Antworten (! )nicht zu kurz.
Auch die jüngsten Henrich - Publikationen (Über das Sterben, über Paul Celan usw…) sind sehr empfehlenswert! LINK

4. In Berlin weisen  wir auf die große Ausstellung einiger wichtiger Werke des Norwegers Edvard Munch hin. Ist seine Deutung der Existenz gerade heute aktuell? Zeigt Munch Auswege? Hatte er, aus streng protestantischem Haus stammend, eine andere, eine eigene Spiritualität? LINK

5. Und wir empfehlen Ihnen, das in der Planung befindliche EXIL Museum in Berlin näher kennenzulernen. Auch ein philosophisches Thema: Was heißt es existentiell, im Exil leben zu müssen? LINK

6. Dafür setzen wir uns ein: Dass endlich eine der wichtigsten evangelischen Kirchen in Berlin von dem unsäglichen Titel des kolonialistischen „Kaisers Wilhelm“ befreit wird!! Die „Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche“ (verschleiernd in kirchlichen Kreisen nur noch „KWG“ genannt ! ) sollte endlich einen christlichen oder besser noch einen inter-religiösen Namen erhalten. LINK
Alle unsere entsprechenden Forderungen der Umbenennung an die Kirchenleitung etc. sind erfolglos, werden ignoriert. Hat man Angst vor der Macht der Hohenzollern? Oder will man als Kirche in die Debatten über Kolonialismus, Rassismus, Sklaverei durch Preußen nicht zu tief einsteigen? Schließlich waren die Kaiser  auch noch dummerweise die Chefs der protestantischen Kirche. Zum Thema Rassismus im kaiserlich - protestantischen Preußen gibt es zur Zeit eine bedeutende Ausstellung in Berlin - Charlottenburg, interessant auch für Leute, die deswegen nicht nach Berlin kommen können:  zur Lektüre: LINK.

7. Sexueller Missbrauch des Klerus hat eine lange Geschichte, diese wird aber kaum erforscht, sie lässt sich auch angesichts der schon damals abgeschlossenen Klerus-Welt schwer dokumentieren: Diese lange Geschichte auch der Vertuschung und Verheimlichung durch Päpste und hohen Klerus hat letztlich diese Kirche weitgehend "innerlich" ruiniert. Jetzt merken es die Leute, siehe Kirchenaustritte... LINK
 
Wir grüßen sie herzlich, schicken Sie uns Ihre Ergänzungen zu den Themen, Ihre Kritik, bleiben Sie TeilnehmerInnen an dem religionsphilosophischen Projekt, das sich keiner Religion und Konfession verpflichtet weiß, sondern einzig dem vernünftigen Nachdenken und den universalen Werten, die sich dabei zeigen!

Christian Modehn und Hartmut Wiebus in Berlin.  

www.religionsphilosopischer-salon.de    Nebenbei: Mehr als 1.500 Beiträge aus den Arbeiten unseres Religionsphilosophischen Salon Berlin stehen auf der website seit 2009 zur selbstverständlich kostenlosen Lektüre zur Verfügung…. LINK




 

 

 

 

 

 

 

 

 

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