Liebe Abonnentinnen und Abonnenten des Newsletter des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“.
Mit einem herzlichen Gruß auch eine ebenso herzliche Einladung zu unserem nächsten Salonabend in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf.
Am Freitag, den 14. Februar 2014, um 19 Uhr, wollen wir unser Gespräch beginnen über die Gelassenheit.
Darin kann man durchaus eine Konkretisierung unseres Gesprächs vom Januar 2014 sehen. Da versuchten wir im Rahmen einer Philosophie der Philosophie, nach dem Nutzen und dem Nachteil der Philosophie/ des Philosophierens/ für das (unser) Leben zu fragen. Dieser Salon wurde von vielen TeilnehmerInnen als sehr interessant und – am wichtigsten – inspirierend verstanden und erlebt. „Wir wollen einander zu denken geben“, sagte eine Teilnehmerin, genau das ist ein Ziel unseres Salons..."und dabei besser miteinander leben", könnte man ergänzen. Philosophie hat für uns einen "praktischen Sinn"...
Nun also die Gelassenheit. Das Lassen und Loslassen, verbunden mit einem Verlassen alter Denkgewohnheiten, um eine Mitte zu finden zwischen aktivem Leben und betrachtendem Leben. Um in dieser verrückten Welt der herrschenden Unvernunft noch an der Vernunft festzuhalten.
Ich werde zu Beginn einen etwas ausführlicheren Hinweis bieten auf die Gelassenheit, wie sie Epikur für den praktischen Alltag lehrte und wie Meister Eckart die Gelassenheit als Mitte seiner Philosophie ansah. Der große Philosoph Kurt Flasch hat in seinen neuen Eckart Studien eindringlich daran erinnert, Meister Eckart als Philosophen zu begreifen und zu lesen und nicht als „einsamen Mystiker“. So etwa in seinem Eckart Beitrag in seinem empfehlenswerten Buch „Kampfplätze der Philosophie“, 2008, dort S. 211 ff. und natürlich viel ausführlicher in seinem großartigen Buch „Meister Eckart. Philosoph des Christentums“, Beck Verlag, 2010. Ziel der Gelassenheit bei Eckart ist für Kurt Flasch die „Gottesgeburt im Menschen. Sie sollte gewusst, nicht gefühlt werden“ (S. 218). Für unsere aktuellen religionsphilosophischen Interessen auch sehr interessant die Äußerung von Flasch:“ Die Vielzahl heilbringender Praktiken des Mittelalters, Wallfahrten, Prozessionen, Messelesen, wurde bedeutungslos neben der Gottesgeburt in der Seele“ (S. 225). Diese Aussage gilt unseres Erachtens natürlich nicht nur für das Mittelalter, sie gilt für heute! Mit Gott vereint sein ohne starke Kirchenbindung, das ist doch für viele längst (erstrebenswerte ?) Realität. Die Seitenzahlen beziehen sich auf das Buch „Kampfplätze der Philosophie“. Auch von Martin Heidegger wird gewiß an diesem Abend die Rede sein.
Da gibt es also ausreichend Fragen bereits für Ihre Vorüberlegungen zum Salon, wenn man denn möchte....Und wir empfehlen auch eine eher leicht zugängliche Publikation von Thomas Strässle, „Gelassenheit“, Hanser Verlag 2013. Ein schönes Buch des Züricher Literaturwissenschaftlers, gut geeignet für philosophische Meditationen.
Dann möchten wir es nicht versäumen, Sie daran zu erinnern, am 12. Februar, dem 25. Todestages des Dichters und Religionskritikers von Thomas Bernhard, ein paar Seiten seines Werkes (wieder mal ?) zu lesen und seiner zu gedenken... Einige Hinweise zu seinem aktuellen Verstehen des (österreichischen) Katholizismus haben wir schon publiziert.
In der Hoffnung, dass wir uns wieder sehen zum intensiven philosophischen Gespräch in unserem Salon: Diese ist eine kleine Form des kulturellen Widerstands gegen die so häufige Oberflächlichkeit des Geredes,
grüßt Sie herzlich Christian Modehn.
Als Eintritt für die Raummiete bitten wir um 5 Euro. Alle anderen Leistungen der Veranstalter des Salons sind ja bekanntermaßen gratis, aber hoffentlich nicht "umsonst"...
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