Liebe Freundinnen und Freunde des Religionsphilosophischen Salons in Berlin,

 

ich darf Sie mit Freundinnen und Freunde ansprechen? Das ist hoffentlich nicht ganz befremdlich für Sie; aber im Wort Philosophie ist nun einmal der Begriff „philos“ enthalten. Und ein Salon, alter, aufklärerischer Tradition folgend, ist ja eben auch mehr als ein Disputationsclub. Also, warum nicht auch ein Ort der Freundschaft? Ein Wort, und eine „Sache“, die allmählich verloren geht? Wir wollen mit unserem Salon dagegen „steuern“.

 

Der nächste Salon findet am Freitag, den 27. JUNI 2014 in der Galerie Fantom in der Hektorstr.9 in Berlin-Wilmersdorf statt. Beginn ist um 19 Uhr, wir bitten um einen Teilnahmebeitrag von 5 Euro (StudenTinnen 3 Euro) wegen der Raummiete.

 

Herzliche Einladung!! Mit der ebenso herzlichen Bitte um Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de   

 

damit wir etwas planen können. Sie wissen, die Anzahl der Plätze in einem Salon soll wegen der Gesprächs“fähigkeit“ begrenzt sein.

 

Das Thema diesmal_  „Spielerisch leben – spielerisch glauben?“ Gibt es eine Leichtigkeit des Seins?

 

Wir greifen das Thema Spiel und Spielen nicht aus Anbiederei an den z.Z. wieder vergötterten Fußball auf. Anbiederei hat Philosophie nicht nötig, wohl aber eine reflektierte Beziehung zu aktuellen Ereignissen, die das Leben, unser Leben, berühren.

 

Vielleicht ist es für Sie inspirierend, sich vor unserem Salon auf das Thema zu besinnen, so kann unser Gespräch um so konzentrierter gelingen. Nur ein paar Hinweise:

 

Sind Spielen und Spiel nur Begriffe, die nur im Zusammenhang der Kindheit eine Rolle spielen?

 

Was bedeutet es, wenn wir im Alltag sagen: „Da steht etwas auf dem Spiel“. „Du setzt etwas aufs Spiel“. „Das  müssen wir noch mal durchspielen“. Wer spielt denn da mit? Wann „spielt“ das Orchester? Wer kann Klavier „spielen“?

 

Mit anderen Worten: Die Worte Spiel und Spielen reichen tief in die Alltagssprache hinein bis hin zum Ausdruck künstlerischer Tätigkeiten. Spiele sind keineswegs nur aufs Spielerische im engeren Sinne, etwa auf Gesellschaftsspiele, Fußballspiele, Theaterspiele usw. bezogen.

 

Gibt es also überhaupt eine strikte und oft selbstverständlich vorausgesetzte Trennung von Spiel und Ernst (des Lebens)? 

 

Spiel und Ernst treten immer gemeinsam auf?

 

Auch einige Aspekte zum Ernst des Lebens können und sollten vielleicht sogar spielerisch gestaltet sein: Warum kann ich etwa im Schreiben eines Textes nicht locker und unkonventionell (spielerisch) mit der Sprache umgehen? Warum kann etwa Kochen etwas Spielerisches sein, oder die Einrichtung eines Zimmers usw.

 

Gibt es Bereiche des Lebens, wo nur der Ernst, nur die strenge Logik, regieren sollten?

 

Wie gehen wir damit um, dass Spiele, etwa Fußballspiele jetzt bei einer WM für die Akteure selbst, also die „Fußballer“, kaum noch etwas Spielerisches haben? Offenbar steht bei Ihnen so viel Geld „auf dem Spiel“, so viel Nationalstolz, dass bei diesen Veranstaltungen der WM bloß noch eher naive Zuschauer voller Vergessen der Realität Freude über ein dem Schein nach spielerisches Unternehmen haben.

 

Spielen reicht bis in die moderne heutige Kriegsführung hinein. Der Umgang mit den Drohnen, die Bomben etwa in Pakistan abwerfen, die von Texas aus ferngesteuert werden, sind für die Mörder dort eher etwas distanziert Spielerisches.

 

Sind die Banker der Wallstreet Spieler? Werden wir Bürger von Spielern beherrscht, die keine oben genannten Vernunft/Moral-Strukturen in ihrem Börsen-Spiel respektieren?

 

Wie kann unsere Religiosität und Spiritualität wieder das Leichte und Spielerische gewinnen? Ist der Verzicht auf allzu viel Dogmatisches der Gewinn der Leichtigkeit des Seins/Glaubens? Warum haben viele religiöses Menschen Angst, in ihrem Glauben etwas Spielerisches zu sehn? Spielt Gott? Ist die Schöpfung sein Spiel? Ist Liturgie, ist Gottesdienst Spiel? Ist der Vatikan ein Ort vielfältiger (barocker, Masken- ) Spiele?

 

Unser Salon am Freitag, den 27. Juni, könnte interessant werden. Etwas  Werbung für diese alternative Kulturveranstaltung darf ja sein...

 

 Bitte merken Sie sich nicht nur den Juli Termin vor, als Gespräch über das Buch des großen amerikanischen Philosophen Dworkin „Religion ohne Gott“ (suhrkamp).

 

Genauso wichtig (und erholsam !) auch ist unser Sommerausflug zum Kloster bzw. Kulturzentrum Chorin am 8. August 2014, ein Ausflug per DB, inspiriert und begleitet von Dr. Angelika Hirsch. Einige kennen Frau Hirsch schon aus 2 Salonabenden, sie ist als Religionswissenschaftlerin und Autorin,  auch Expertin für meditatives, philosophisches Wandern.

 

Zur Inspiration zum Thema Spielen empfehlen wir auch das Interview mit Prof. Wilhelm Gräb in unserer neuen Rubrik „Drei Fragen an Wilhelm Gräb“ auf der website www.religionsphilosophischer-salon.de

 

Wer noch viel mehr lesen will (keine Verpflichtung für die Teilnahme an unserem Salon!): Warum nicht das Buch, ein Standardwerk des holländischen Historikers Johan Huizinga, „Homo Ludens“, Rowohlt Verlag, 23. Auflage !, für 9,99 Euro.

 

Am 20. Juni ist wieder eine Gruppe von unseren Freunden, den Remonstranten aus Amsterdam in Berlin, sie haben in ihrer „liberal-theologischen“ protestantischen Gemeinde dort ebenfalls einen philosophischen Salon. Wir wollen uns mit ihnen über das schöne Thema Glück austauschen. Weitere Auskünfte kann ich gern geben.

 

 

Mit herzlichen Grüßen, Christian Modehn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

To unsubscribe click here, to edit your profile click here.