Mit herzlichem Gruß ein newsletter an alle, die sich für den Religionsphilosophischen Salon Berlin interessieren.
...und eine ebenso herzliche Einladung zu unserem nächsten Salon am Freitag, den 27. März 2015 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Wegen der begrenzten Anzahl von Plätzen bitte ich um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de
Danach folgen einige Hinweise zur „Einstimmung“.
Unser Thema am 27. März ist in gewisser Weise eine Zuspitzung unserer Gespräche im Februar: Angesichts der Vielfalt islamischer Philosophie sind wir auch auf den persischen Mystiker Fariduddin Attar (persisch فرید الدین عطار, DMG Farīd ad-Dīn ʿAṭṭār;) aufmerksam geworden. Geboren um 1136 in Nischapur (Persien), gestorben 1220 oder 1221), als Mystiker mit dem Sufismus verbinden.
Wir wollen uns mit einigen wesentlichen Aspekten seiner Äußerungen zum Thema Leiden in der Welt und Verfluchung Gottes auseinandersetzen. So ganz fremd sind vielen von uns diese Gefühle und Erkenntnisse ja heute nicht...Sie zu besprechen, gehört entschieden zur Kultur des Religionsphilosophischen Salons. Und das Besprechen kann möglicherweise heilsam sein.
Zum Thema Leiden und das Verfluchen Gottes hat Attar „Das Buch der Leiden“ veröffentlicht. „Das Buch der Leiden ist ein wenig bekanntes, aber so Furcht erregendes wie verstörendes Stück Weltliteratur“, schreibt sein heutiger Interpret Navid Kermani in „Der Schrecken Gottes“ (becksche Reihe, auch antiquarisch preiswert). Die Themen reichen über die Verwünschung der eigenen Existenz bis zur „buddhistischen Sehnsucht nach dem Nichts“ (S. 101). Der Text Attars selbst ist auf Deutsch leider kaum bezahlbar erreichbar, aber Kermani bietet eine sehr treffende einführende Interpretion.
Es ist nahe liegend, sich bei unserem Gespräch auch auf das biblische HIOB zu beziehen, das ATTAR als muslimischer Mystiker kannte. Und um die moderne Problematik anzusprechen, werde ich an die Vorschläge zum Thema Leiden und Verfluchen Gottes erinnern, die Friedrich Nietzsche in seinem – unserer Meinung nach seinem Hauptwerk - „Zarathustra“ gegeben hat: Nietzsche will dem am Leben verzweifelten „Letzten Menschen“ (im zeitlichen wie im moralischen Sinn=letzten= Menschen) die Alternative des Übermenschen anbieten. Kann dieser Vorschlag ein Ausweg sein?
Ich denke, wir haben ein spannendes Gespräch am 27. März vor uns.
Noch zwei Hinwiese:
Das Thema "Freiheit und Befreiung" in einer Welt der kapitalistischen Unterdrückung beschäftigt uns ebenfalls seit Jahren. Am 24. März wird des 35. Todestages eines der wichtigsten Zeugen eines den Menschenrechten verpflichteten Christentums gedacht: Des El Salvadorianers Oscar Romero, der als Bischof beim Gottesdienst am Altar von Rechtsextremen, aber sich katholisch nennenden Mördern, den Todesschwadronen, erschossen wurde. Ich habe mit der Botschafterin von El Salvador in Berlin, bald in Stockholm, ein Interview machen können, dessen Lektüre interessant sein könnte. Das Thema Menschenrechte ist wichtig, gerade wenn religiöse Menschen sich dafür einsetzen!Vor 200 Jahren war der Einsatz für Menschenrechte Katholiken noch verboten.
Wer sich für den Streit um „Heidegger und der Nationalsozialismus“ interessiert, findet auf der website ebenfalls einige wichtige weiterführende Hinweise. Siehe: http://religionsphilosophischer-salon.de/6288_heidegger-der-politische-mensch_heidegger-und-die-nazis
In der Hoffnung, dass wir uns wieder sehen, in Verbindung bleiben, Vorschläge austauschen und weiter denken und weiter Gemeinsames planen und gestalten...
mit besten Grüßen, Christian Modehn
Ein Hinweis zur antiquarischen Bestellung von Kermanis Werk:
http://www.ciao.de/Der_Schrecken_Gottes_Attar_Hiob_und_die_metaphysische_Revolte_Navid_Kermani__9833777 u.a. für 2,99 Euro.
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