Mit herzlichem Gruß ...und einer Einladung:
Am Freitag, den 24. Juli 2015, haben wir wieder den philosophischen Salon: Wir wollen uns über die notwendige Verbundenheit von Gehorsam und Ungehorsam verständigen.
Für die Raummiete in der Galerie FANTOM in der Hektorstr. 9 bitten wir um 5 Euro. Beginn ist um 19 Uhr. Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de
Wir haben uns nicht nur ein philosophisch „spannendes“ Thema vorgenommen. Es geht um unsere praktische Lebensgestaltung: Um die Frage: Wo bin ich (leider) (viel zu) gehorsam? Wo merke ich schon gar nicht mehr, dass ich den vorgegebenen Trends gehorsam bin, etwa in der Konsumgesellschaft? Warum gibt es Widerstände in mir, ungehorsam zu sein?
Ungehorsam wird auch heute als politische Tugend wiederentdeckt: Etwa: „Podemos“ in Spanien, Occupy (vor kurzem) weltweit; die kleine Broschüre „Empört euch“ von Stéphane Hessel wurde millionenfach verbreitet...
Ohne Ungehorsam einzelner und einiger Gruppen würden viele Unrechtsregime noch bestehen. Manchmal wurde viel zu spät Ungehorsam als notwendiger Mut der Menschlichkeit entdeckt (man denke an den Widerstand gegen Hitler).
Abgesehen von der „großen“ Politik: Auch in unserem „eigenen“ Leben haben wir und mussten wir Widerstand leisten. Ohne Ungehorsam gegen die eigenen Eltern findet kein Kind zur Selbständigkeit. Nein sagen, uns abgrenzen, Autoritären an den Rand stellen: Sehr viele haben diese eigenen Aktionen als Befreiung erlebt. Auch darüber wollen wir uns verständigen: Was gab, was gibt uns die Kraft, den Mut, Nein zu sagen, also ungehorsam zu sein?
Wichtig ist dann für uns die Frage: Warum kann es Gehorsam nur geben, wenn gleichzeitig immer Ungehorsam zumindest als Möglichkeit mit gedacht, mit-gelebt wird? Und: Welche Kriterien gibt es, einen berechtigten Ungehorsam von einem unmenschlichen zu unterscheiden?
In der Religionsgeschichte begegnet uns diese Dialektik immer wieder: Die Geschichte der Menschheit beginnt überhaupt erst, als sich Adam und Eva für den Un-Gehorsam entscheiden. Im Garten Eden waren Adam und Eva noch Teil der Natur. Erst im Ungehorsam werden ihnen die Augen geöffnet, sie erleben sich als Individuen. So Erich Fromm in „Der Ungehorsam als ein psychologisches und ethisches Problem“. Einen Auszug aus diesem Text können Sie hier lesen, http://www.irwish.de/Site/Biblio/Fromm/Ungehorsam.html
Noch ein Hinweis: Am Donnerstag, den 20. August 2015, machen wir unseren „philosophischen Sommerausflug“: Diesmal in die mittelalterliche geprägte (und vielen sicher noch unbekannte) kleine Stadt Jüterbog. Ich schlage vor: Wir fahren mit der Bahn. Start ist im Hauptbahnhof Berlin-- „Tief“ um 9.14, eine Stunde später sind wir in Jüterbog. Dort Spaziergang, Besichtigungen von historischen Kirchen, die für die Reformation wichtig wurden, dazu fachkundige Erläuterungen, auch zum „Revolutions“-Reformator Thomas Müntzer und dem Ablass Prediger Tetzel. Gemeinsames Essen und dort Gespräche, etwa über „Gewalt und Religionen“, „Kann man Gott kaufen?“ (Ablass) ...
Anmeldungen sind wirklich notwendig, weil Gruppenfahrkarten besorgt werden. Schriftliche Anmeldungen bis 15. August an: christian.modehn@berlin.de
Die Gruppe sollte wegen der Gesprächsmöglichkeiten nicht mehr als 15 Personen zählen. 6 Personen haben sich schon angemeldet.
Mit freundlichen Grüßen ... und dem Wunsch, sich in diesen Sommertagen gut zu erholen und neue philosophische Texte zu entdecken....
Christian Modehn
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