Mit einem herzlichen Gruß der Newsletter des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ im November 2015...
Zugleich die herzliche Einladung zu unserem nächsten Salongespräch am Freitag, den 27. November 2015 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Diesmal wird es eine besondere Veranstaltung sein, die ich also auch ausdrücklich empfehle. Wir haben als Gast einen Theologen und Philosophen, Professor Johan Goud aus Den Haag, NL, bei uns. Er wird zuerst einen kleinen Vortrag halten über die Frage: Wie prägt unser eigenes Leben unsere jeweilige, sich wandelnde Spiritualität. Diese ist ja nichts „Aufgesetztes“, Starres, Dogmatisches. Sie wächst inmitten unseres individuellen Lebens. Und meine eigene Spiritualität ist sozusagen mein gutes Recht. Ausführliche Hinweise zum Thema und zur Person finden Sie weiter unten! Dort wird auch der philosophische Background von Prof. Goud noch etwas deutlicher.
Weil bekanntermaßen die Anzahl der Plätze in unserem Gesprächssalon begrenzt, bitte ich dringend und immer herzlich um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de
Ein HINWEIS: Am SONNTAG, den 22. November 2015 um 9.04 sendet der RBB, Kulturradio, eine Sendung von Christian Modehn zum durchaus aktuellen Thema: Ethik oder Religion? Was den Frieden fördert. Sind Ethik und Religion Gegensätze? Wie kann Religion ethisch wertvoll, also vernünftig werden, diese Frage bewegt uns auch nach den schrecklichen Ereignissen am 13. November 2015 in Paris. Das Thema Ethik und Religion hatten wir ja kürzlich in unserem Salon besprochen anläßlich eines Büchleins des Dalai Lama.
Das Manuskript können Sie bei Interesse bestellen: religion@rbb-online.de
Beste Grüße und auf ein Wiedersehen! Christian Modehn
Im Dezember 2015 findet der Salon in der einigen schon bekannten Weinhandlung SINNESFREUDE in Neukölln, Jonasstraße 32, um 19 Uhr statt. Am Freitag, den 11. Dezember. Zum Thema: Was ist noch authentisch, was ist noch echt. Weiteres folgt.
Einige Hinweise zur Veranstaltung am Freitag, den 27. November 2015:
Johan Goud, Jahrgang 1950, geboren in Dordrecht, NL, studierte Theologie und Philosophie in Amsterdam und Tübingen, Promotion in Leiden (NL) über den jüdischen Philosophen Immanuel Lévinas. Goud ist Pfarrer in verschiedenen Gemeinden der liberal-theologischen, „freisinnigen“ Remonstranten Kirche, zuletzt in Den Haag, dort auch Initiator einer religionsphilosophischen Akademie. Die Remonstranten sind ja bekanntermaßen die einzige christliche, protestantische Kirche, (Mitglied im „Weltrat der Kirchen“ in Genf), die ihre Mitglieder nicht zu einem festen überlieferten Glaubensbekenntnis auffordert. Johan Goud war bis vor kurzem Prof. in Utrecht (NL) für Religionsphilosophie und Theologische Ästhetik, speziell Religion und Sinnerfahrung in Literatur und Kunst. Seit einigen Monaten ist Prof. Goud emeritiert. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Zeitschriftenbeiträge zu dem Thema.
Prof. Johan Goud in einem Interview mit der großen niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad, 16.5. 2015:
Einige wichtige Zitate in einer Übersetzung von Christian Modehn.
„Es handelt sich in der Rede von Gott um eine Wirklichkeit, die unbegreiflich ist, aber die doch IN den Menschen wohnt, die sie antreibt, zu tun, was Menschen tun, zum Bösen, aber auch zum Guten. Genau wegen dieser Doppelung, die sich in dem Wort Gott verbirgt, Gutes und Leiden, Liebe und Hass, haben religiöse Traditionen auch Theologie nötig, das heißt, ein kritisches Nachdenken über Gott.
Frage: Die christliche Tradition zerfällt langsam in Europa, was verschwindet da?
Antwort: Ich frage mich, ob Menschen, die diese Themen (etwa die Frage nach Gott) für sich ausschließen und unsinnig finden, sich nicht doch von einem Teil unserer Wirklichkeit abschließen. ... Damit könnte auch die Erinnerung an eine „Seele in uns“ verschwinden. Damit meine ich: Dass da mehr ist als das, was wir mit unserem Selbstbewusstsein wahrnehmen und denken. Dadurch haben wir Teil an etwas, das größer ist als unser Leben. Vielleicht verschwindet mit dem Gedanken an Gott auch die Erinnerung an die Liebe, die eine Wirklichkeit (wirksam) ist...Den grundlegenden Zusammenhang finde ich in Kunst und Literatur, bisweilen auch im Nachdenken und Meditieren. Gott ist in hohem Maße sozusagen „jemand“, der auf eine literarische Weise gelesen werden will..
Frage: Warum spricht die literarische Form Sie so sehr an, um dem Glauben eine Form zu geben?
Antwort: Dichter wie Rutger Kopland und Willem Jan Otten versuchen ein semantisches Äquivalent zu finden für die Glaubenssprache. Um diese Suchbewegung, darum geht es mir. Gott hat ständig neue Beschreibungen nötig. Bisweilen stößt man dann bei der Suche auf etwas. Dieses Gefühl: Jetzt treffe ich das Gesuchte, - „das ist es!“ - dauert vielleicht nur solange, wie ein Gedicht dauert. Diese Erfahrung kann durch Gedichte entstehen, aber auch in der Musik und auch unerwartet im Nachdenken.
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