Newsletter Januar 2016 des Religionsphilosophischen Salons in Berlin
Die nächste Sitzung zum Thema: Sicherheit contra Freiheit?
Diese Frage wollen wir am FREITAG, den 22.1. 2016 in unserem philosophischen Salon in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, besprechen. Beginn ist um 19 Uhr.
Dazu herzliche Einladung. Es sind noch ca 5 Plätze frei. Bei Interesse bitte Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de
Das Thema „Sicherheit contra Freiheit?“ ist hochaktuell, das muss gar nicht weiter begründet werden. Angesichts der sogen. Flüchtlingskrise und angesichts der Kriege, die heute wie eine Selbstverständlichkeit schon geführt werden, wird „vom Volk“ und den Regierungen Europas immer mehr Sicherheit verlangt. Das ist einerseits verständlich und berechtigt. Die Frage aber bleibt: Wird die Freiheit, persönlich, sozial, politisch, dann eher zur Nebensache? Auf die „man“ auch gern - wegen des Erhalts der eigenen Privilegien - verzichten kann?
In unserem Salon wollen wir philosophierend fragen: Ist diese Haltung „Sicherheit zuerst“ vor der Vernunft und ihrer Forderung nach Kohärenz vertretbar? Was ist Freiheit, philosophisch gesehen? Freiheit ist klassisch mit Vernunft identisch. Wer diese an die zweite Stelle setzt, verzichtet auf das, was den Menschen als Menschen exzellent auszeichnet. Das wäre eine These, über die wir in unserem Salon in aller gebotenen Ruhe sprechen wollen. Etwa: Wie lassen sich Sicherheit und Freiheit verbinden?
Was ist Sicherheit? Ist sie in der Angst verwurzelt? Hat Sicherheit mit Abschottung zu tun, mit Mauerbau. Man denke an die Staatssicherheit STASI der DDR oder an den Sicherheitswahn rechtsextremer, sich katholisch nennender Diktaturen in Lateinamerika um 1975-1990. Diese brutale Sicherheitspolitik wurde von den USA und dem CIA heftig unterstützt.
Aber wir wollen das Thema Sicherheit und Freiheit auch in einen explizit philosophischen Rahmen stellen: Für die neuzeitliche Philosophie, etwa seit Descartes, ist die in der eigenen (!) Erkenntnis erlangte Sicherheit bzw. Gewissheit zentrales Thema. Für christliche Denker, etwa Blaise Pascal 100 Jahre später, gibt es kein größeres Glück, als „Gewissheit“ im Glauben zu haben, man denke etwa an sein berühmtes „Memorial“. Was bedeutet Gewissheit heute für Menschen, die religiös sein wollen?
Wir freuen uns besonders, dass Edgar Dusdal, ev. Pfarrer in Berlin-Karlshorst und Mitgründer des Neuen Forums in Leipzig in der Wendezeit, teilnehmen und mitdiskutieren wird. In seiner Gemeinde wird eine vorbildliche Unterstützung für Flüchtlinge geleistet.
Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen für ein geistvolles, skeptisches und zweifelndes Jahr 2016 ...und auf ein Wiedersehen... Christian Modehn. www.religionsphilosophischer-Salon.de
Vielleicht interessiert Sie in aktuellem Zusammenhang auch auf der website der Beitrag: „Philosophen und Theologen, die Flüchtlinge sind“ mit einem Hinweis darauf, wie die katholische Kirche heute noch de facto Flüchtlinge aus ihrer eigenen Kirche förmlich erzeugt.Dann sieht man das hoch zu lobende Flüchtlingsengagement etwa der Caritas in anderem Licht...
Siehe: http://religionsphilosophischer-salon.de/6750_fluechtlinge-die…d-theologen-sind_denkbar http://religionsphilosophischer-salon.de/6750_fluechtlinge-die…d-theologen-sind_denkbar
Dieser Beitrag ist wie alle schon publizierten 700 Beiträge ausbaufähig und ergänzungsbedürftig. Vielleicht forschen Sie selbst nach Philosophen und Theologen, die Flüchtlinge waren und sind. Vielleicht sind Sie selbst jemand, der sich die Philosophie geflüchtet hat? Mir sagte der Philosoph Peter Sloterdijk in einem Interview vor ca. 5 Jahren in Berlin angesichts von Fundamentalismus, Gewalt, religiösem Wahn und Flucht: „Die eigentliche Arbeit der Philosophie heute besteht eigentlich in einer Art Dienstleistung, die der des „Roten Kreuzes“ vergleichbar ist. So wie auf den Schlachtfeldern von Solferino Henri Dunant zwischen den Verwundeten beider Lager hin und her geeilt ist, um zu retten, was zu retten ist. So muss, glaube ich, heute die Philosophie auf diesen neuen Schlachtfeldern einen Rettungsdienst anbieten, um diejenigen, die noch zur Vernunft zu bringen sind, die Schwerverletzten der Glaubenskämpfe, aus dem Gefecht herauszuholen und sie unter dem Zeltdach eines vernünftigen Lazaretts zu therapieren“.
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