Der nächste religionsphilosophische Salon findet schon am Freitag, den 23. September 2016 statt. Und nicht, wie geplant, am 30.9. Die Kunstgalerie Fantom hat am 30.9. eine eigene Veranstaltung. Bitte beachten Sie das neue Datum!

Der Salon am Fr. 23.9. in der Hektorstr. 9 wird sicher interessant werden und – wie immer – zu einem kritischen Gespräch führen. Wir beginnen wieder um 19 Uhr. Ich bitte wegen der begrenzten Plätze um eine Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

Das Thema: Dr. Hans Blersch, Mathematiker und praktischer Philosoph  (er ist einigen Salon-TeilnehmerInnen sicher bekannt) wird uns mit einem in Deutschland eher unbekannten französischen Philosophen vertraut machen, mit Michel SERRES, geboren 1930 in Agen,Geograph,Mathematiker und Philosoph, Autor sehr zahlreicher Bücher, nun auch Philosophie-Prof. an der Stanford Universität in Californien, nahe dem berühmten Silicon Valley. Unser philosophischer Salon will ja nicht nur systematische philosophische und religiöse Themen diskutieren, sondern auch mit zeitgenössischen Philosophen bekannt machen und zur Auseinandersetzung auffordern.

Michel Serres hat 2012 ein nicht sehr umfangreiches Buch veröffentlicht mit dem Titel Erfindet euch neu!“ (bei Suhrkamp erschienen). Darin zeigt er, wie die junge Generation heute, absolut vertraut mit facebook, wikipedia usw., in einer „anderen Welt“ lebt, vergleichen mit der „alten Welt“, die etwa ein Michel Serres kennen lernte. Er plädiert dafür, der jungen Generation wohlwollend und nicht so ängstlich zu begegnen. Serres ist eher ein großer Optimist, was die technischen Innovationen des digitalen Zeitalters betrifft. Bezeichnenderweise hat er über den Philosophen Leibniz sehr früh gearbeitet, auch er war ein „Optimist“.

Hans Blersch schreibt: „Die Aufgabe des Philosophen besteht laut Serres darin, in die Zukunft zu sehen, nicht in die Vergangenheit, die traurig genug war. Es geht um die Frage: "Was, wenn die Computer uns eines Tages die ganze Arbeit abgenommen haben?" Serres ist der Meinung, dass es dann immer noch genug zu tun gibt; dass wir uns überhaupt noch gar nicht vorstellen können, was für neue Möglichkeiten sich dann auftun. Deshalb: "Denkt nach, sucht euch was aus, erfindet etwas Neues". Soweit der Hinweis von Hans Blersch. Ein ungewöhnlicher Aufruf in Zeiten, die von Pessmismus bestimmt sind....

Der französische Titel des Buches von Serres arbeitet mit dem Wort „Däumelinchen“, damit soll eine junge Frau beschrieben werden, die mit Hilfe ihrer beiden Daumen in höchster Schnelligkeit etwa SMS Meldungen versenden kann. Darin vermutet Serres eine Art Symbol für die neue globale kommunikative Welt, die er prinzipiell –als Optimist – bejahen will.

Erfindet euch neu! Dieser Titel gilt aber auch den nicht mehr ganz Jungen und den Alten: Haben sie noch die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich selbst neu zu erfinden, also grundlegend zu verändern ... etwa angesichts einer Welt von Krieg, Gewalt, Terror, Fundamentalismus???

Hans Blersch hat für den privaten Gebrauch freundlicherweise drei Seiten aus dem Buch für uns gescannt, diesen Text erhält jeder, jede, die sich per email dann - rechtzeitig - angemeldet hat. 

Mit herzlichen Grüßen und ... auf ein Wiedersehen und Wi(e)dersprechen am 23. 9.   Christian Modehn

PS: Für alle die gern mal im Radio eine meditative philosophische „Pause“ einlegen wollen: Am Sonntag, den 2. Oktober 2016, sendet NDR KULTUR um 8.40 Uhr bis 9.00) einen Beitrag von mir über Erfahrungen eines einzelnen in der Stille leerer Kirchen, nicht nur in Brandenburg...mit dem Titel „Stille und Spiritualität“.  Es wird, kurz gesagt, empfohlen, die eigene Spiritualität zu entwickeln, indem man sich in leeren Kirchen, also außerhalb von Veranstaltungen und Gottesdiensten, niederlässt, schweigt, nachdenkt, zweifelt, sich selbst etwas mehr "findet", vielleicht auch das Göttliche... Insofern sind leere Kirchen ein Geschenk...

 

 

 

 

 


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