Liebe AbonnentInnen des Newsletters aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin,
... und mit einem herzlichen Gruß schon heute die Einladung zu unserem nächsten Gesprächsabend am
Freitag den 16. Dezember 2016 um 19 Uhr
in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf.
Ich bitte um Entschuldigung, wenn dieser newsletter etwas ausführlicher ist, aber Philosophisches lässt sich kaum in zwei Sätzen sagen.
Das Thema unseres Salons ist aktuell:
Was ist uns heute (noch) HEILIG? (Schlicht gesagt: Ist alles öde oder gibt es noch Orte/Momente der „Erhebung“?)
Und dann beginnen die Fragen: Wie ist die Beziehung, Verklammerung, „heilig-profan“ zu deuten? Ist nicht heute alles profan, um nicht zu sagen, banal geworden. Ist etwa die Fußgängerzone in Großstädten z.B. DAS Beispiel für banale Architektur, Ästhetik und Leben? Wäre demgegenüber der (echte) Charme und das Schöne die erste Voraussetzung, um Heiliges zu erleben? Warum kann man sich in Berlin z.B. nicht ständig in doch halbwegs schöne Kirchen im Alltag zum stillen Verweilen flüchten? Warum geht das, für mich nachweisbar, in Paris? Nicht aber hier?
Aber: „Machen“ wir nicht trotzdem immer wieder Heiliges? Man denke an Konsum(rausch), an Fußballgötter (Fußballspiel als Massen-Liturgie), man denke an Nationalismus und den heiligen und unantastbaren Egoismus usw.
Was wäre dann authentisch heilig zu nennen? Und wie würde dieses Heilige zum Göttlichen stehen? Gibt es heilige Menschen? War Sokrates heilig?
Ich halte zu unserem Thema ein einleitendes Statement: Ein Hinweis auf Rudolf Ottos Buch „Das Heilige“, Hinweise auf das Heilige im Denken von Hans Joas („Die Sakralität der Person“). Sowie vor allem eine systematische Überlegung: Wie finden wir uns vor in unserer Welterfahrung, so dass wir doch immer schon, oft unthematisch, Erfahrungen machen, die über das Profane hinausweisen und in ein wahres Heiliges führen?Vielleicht bleibt die Zeit für einen Blick auf Heideggers Hölderlin Interpretation als "Wink" (Heidegger) ins Heilige...
Das Thema ist aufs Weihnachtsfest bezogen, wo ja viel vom „Heiligen“ usw. die Rede ist und zu hören ; ob von wahrem Heiligen, ist die Frage.
Unser Salon dient wieder dem unablässigen Versuch, in einer pluralen (!) Gruppe (Gemeinschaft ??) mehr Klarheit im eigenen Denken und Begreifen und Leben zu finden und in dem Falle: Eben ein Gespürzu finden, dass es mehr als banalen und profanen Alltag immer schon gibt, so sehr wir, in richtiger Dosierung, eben auch den Werk-Tag usw. brauchen. Aber zum Überleben im emphatischen Sinne sehnen wir uns nach Heiligem bzw. auch Göttlichem, Gott. Selbst das Atheistische (der Nicht-Gott) ist oft das uneingestanden Heilige im Leben eines Atheisten.
Also, nochmals herzliche Einladung. Anmeldung wegen der begrenzten Plätze erbeten an: christian.modehn@berlin.de Nach dieser Anmeldung sende ich noch zwei kleine Texte. Jeder Teilnehmer sollte, wenn möglich, 5 Euro für die Raummiete zahlen.
Zur Form unseres Treffens dachte ich: Als Opening können doch einige kurz schildern, was ihnen persönlich heilig ist. Natürlich ist dies eine Einladung, kein Muss.
Bis auf ein Wieder-Sehen und willkommenes Wider-Sprechen.
Herzlich Christian Modehn.
Und ... angenehme Adventstage: Advent heißt Ankunft: Was „kommt“ jetzt alles politisch auf uns in Europa, der Welt, „zu“, Populistisches und Rechtsextremes, also alles andere als „Heiliges“. Welche Beziehung hat da die religiöse Rede von der ANKUNFT des Rettenden, des Erlösers? Ist dieses Rettende aber nicht bereits schon da, wann immer wir Sinn erleben inmitten des Schlimmen? Wann wir eintreten für eine humanere und gerechtere Gesellschaft? Die Adventszeit ist insofern auch etwas "Spielerisches", weil sie die grundlegende religiöse imd philosophisch vermittelbare Erkenntnis "überspielt". Denn der Sinn für alle ist ja längst da. Wir müssen ihn nur sehen und gemeinsam realisieren. DAS ist Advent.
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