Sexueller Missbrauch durch Priester: Kein Ende in Sicht…Klerikalismus ist krank!

Verschwiegen wie die verschwiegene Mafia verhält sich der Klerus

Ein Hinweis von Christian Modehn

Ich empfehle den Recherchefilm „Das Schweigen der Hirten„, gesendet in ZDF Info im August 2018! Mit einem Beitrag über Erzbischof  Bergoglio (jetzt Papst Franziskus) in Buenos Aires und der Fall des Priesters Grassi dort.

Ausnahmsweise ist diesem Hinweis über die Allmacht der Kleriker ein Spruch aus der Bibel als Motto vorangestellt:

„Ein Mächtiger deckt den anderen, hinter beiden stehen noch Mächtigere“ (Kohelet, 5, 7 in der Übersetzung der „Neue Echter Bibel“ (katholische Übersetzung).

Und noch ein Motto, geeignet für theologische Debatten der Prälaten und Bischöfe, geschrieben  von dem großen Dichter Thomas Bernhard, der klar den Zustand der Gesellschaft und der Kirche analysierte: Er schreibt in dem Roman „Auslöschung“ (1986): „Wir sind katholisch erzogen worden, hat geheißen: Wir sind von Grund auf zerstört worden. Der Katholizismus ist der große Zerstörer der Kinderseele, der große Angsteinjager, der große Charaktervernichter des Kindes. Das ist die Wahrheit“ (Suhrkamp, 1986, Seite 141). Dreißig Jahre nach diesen Worten von Thomas Bernhard wird die Zerstörung der Kinder(seelen) durch die sexuelle Gewalt der Priester als eine immer größer werdende Lawine Realität.

In seinem Roman „Auslöschung“, 1. Aufl. 1986, Suhrkamp, schreibt Thomas Bernhard:

Die Katholische Kirche handelt immer nur zu ihrem eigenen Vorteil, schweigt dort, wo zu reden ist, verschanzt sich, wenn es ihr zu gefährlich ist hinter dem jahrtausendelang ausgenutzten Jesus Christus“ (S. 460).

Und vernünftige Leute sagen heute angesichts der Lawine von Missbrauch und Vertuschung durch den (hohen) Klerus:  Eigentlich sollte diese Kirche mal für ein Jahr als Buße ihren „Betrieb“ völlig einstellen. Die religiösen Menschen finden Gott ohnehin in ihrer Seele, wie Meister Eckart sagt, auch ohne den Klerus. Aber das ist ein weitreichendes Thema….

Es ist interessant,  dass auch psychotherapeutisch ausgebildete Kleriker auch in der römischen Kirche jetzt offen zugeben: Der Klerikalismus dieser Kirche hat entscheidend Anteil  am sexuellem Mißbrauch durch Priester. Siehe dazu jetzt die kathol. Tageszeitung in Paris La Croix:

Im US – Bundesstaat Pennsylvania hat der Generalstaatsanwalt jetzt (Mitte August 2018) mehr als 1000 Opfer von Kindesmissbrauch durch katholische Priester in einem 1.400 Seiten starken Dokument genannt. Erwähnt werden natürlich auch die Täter: Bisher sind es mehr als 300 Priester, die sich in den letzten 70 Jahren an Kindern und Jugendlichen vergangen haben, allein in diesem Bundesstaat. Diese Priester blieben unentdeckt, kamen nie vor ein Gericht, weil für die allmächtig agierenden Kleriker, auch die verantwortlichen Bischöfe, Vertuschen, Verschweigen, Verleugnen üblich war und ist. „Ein Kleriker schützt immer den anderen“, ist das oberste Gebot. Dieses stillschweigende Gesetz erinnert selbstverständlich an die Gesetze der Mafia. Wer zudem den Bericht des Generalstaatsanwaltes liest, glaubt, die verbrecherischen Priester seien Mitglieder sadistisch fühlender Porno-Produktionen. In vielen anderen Bistümern der USA haben die vielen Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester längst – wegen der „Schmerzensgeld – Zahlungen“  – zum Bankrott der Bistümer geführt, dem finanziellen Bankrott, vielleicht auch dem spirituellen.

Die Verbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Ordensleute sind ein Thema, das immer mehr ans Licht kommt. Ein Ende ist nicht absehbar. Ganze Kirchenregionen „warten“ förmlich noch auf Freilegung pädophiler Priesterverbrechen, an erster Stelle wohl das immer noch ultra – katholische Polen: Solange die PIS Partei herrscht und Redemptoristen-Pater Rydzyk sein rechtsradikal – antisemitisches Medienimperium “Radio Marya“ leiten darf, wird man noch etwas warten müssen. Der polnische Klerus mauert sich in dieser Sache ein und der Vatikan wagt offenbar nicht, diese polnische Mauer einzureißen. Auch Italien ist ein katholisches Land, das auf weitere Freilegungen wartet oder viele lateinamerikanische Länder. Ein „pädophiler“ Nuntius aus Polen (Wesolowski) wurde 2015 in der Dominikanischen Republik ja bekanntlich nach seinen Orgasmen mit Kindern am Karibik – Strand verhaftet, mehr als 100.000 Kinderpornos ruhten in seinem Palast, der einem Nuntius zusteht… Aber dann wurde er freundlicherweise in den Vatikan abgeschoben. In seiner dortigen Wohnung, nicht etwa Gefängnis, ist er dann „plötzlich“ verstorben…

Es sollte jetzt eine Zeit beginnen, in der die zum Verschleiern und Vertuschen neigende Welt des Klerus endlich in den Mittelpunkt des theologischen Interesses rückt. Die Allmacht der alles versteckenden Kleriker wäre ein theologisches Thema, natürlich eine Sisyphus Arbeit. Immerhin hat der offizielle päpstliche Kinderschutzbeaufragte im Vatikan ebenfalls eine klare Meinung, siehe Tagesspiegel vom 17.8. 2018, Seite 5. Pater Hans Zollner SJ spricht jetzt wie ich seit langem von „geschlossenen katholischen Welten, in denen sich Geweihte (also Kleriker) alles herausnehmen konnten“.  Pater Zollner spricht von der Vergangenheit, ABER: Tatsächlich können sich Kleriker bei diesen Kirchengesetzen, Codex Iuris Canoici, vom Klerus eigenmächtig für den Kerus gemacht, nach wie vor alles herausnehmen im sonstigen klerikalen Lebensstil, in den Entscheidungen selbstherrlicher Art, ohne Rücksicht auf die, ständig vom Klerus abgewiesene, demokratische Lebensform auch in der römischen Kirche.  Ohne demokratische Strukturen in der römischen Kirche wird man auch nicht die Katastrophe der vielen tausend verbrecherischen Kindesmißbrauchs-Priester überwinden. Darüber sollte man auch reden.

In Chile wollten kürzlich alle (!) Bischöfe zurücktreten wegen pädophiler Verbindungen. Einige sind dann zurückgetreten. Chile und die Dominikanische Republik sind übrigens die Länder Lateinamerikas, in der prozentual gesehen die meisten Katholiken ihre Kirche verlassen. Bischof Philipe Wilson, Asutralien,  ist der erste  katholische Bischof, der jetzt mit einer Fußfessel durch seinen Bischofspalast humpelt…Ohne Fußfessel hätte er ein Jahr ins Gefängnis gemusst. Auch die australischen Katholiken  fragen sich allmählich: In welcher Kirche sind wir eigentlich gelandet? Es gilt auch dort: Die pädophilen Priester sind also die besten Vertreiber aus der römischen Kirche.

Im Mittelpunkt einer kritisch theologischen und religionsphilosophischen Klerus – Forschung sollte im Mittelpunkt stehen:

Es ist das systematische Verschleiern von Straftaten. Der Klerus bemüht(e) sich unter allen Bedingungen, sauber da stehen.

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, das jeder Kleriker von Beginn seiner Ausbildungszeit im Priesterseminar oder in den Ordensgemeinschaften lernt: Gib möglichst wenige Informationen nach außen. Schweige über das, was im Bistum passiert oder im Kloster oder in deiner Ordensgemeinschaft. Etwa auch über die Finanzen. Verschwiegenheit im Klerus, im Orden, ist wichtiger als das öffentliche Eingestehen von Fehlern und Verbrechen im Orden.

Das klassische Beispiel dafür ist der pädophile Verbrecher und Ordensgründer und Ordensoberer in Rom, Pater Marcial Maciel von den Legionären Christi. Wie viele seiner Ordensmitglieder haben ihm geholfen, beigestanden, geschwiegen, als er seine „Touren“ unternahm, nachts im Kloster oder auf den Reisen, die ihn rund um die Welt führten, dabei auch zu Frauen, mit denen er Kinder zeugte, die Frauen wollte er primär auch finanziell ausnehmen. Sein theologisches Hauptwerk heißt: „Christus ist mein Leben“ . Über das hier nahe liegende Thema Gotteslästerung in Orden und im Vatikan hat noch niemand geschrieben…

Die Untaten Maciels blieben in seinem römischen Kloster keinem der Mitglieder, die ja recht eng beieinander/miteinander wohnten, schliefen etc. verborgen.

Aber alle schwiegen, auch die Freunde unter den Kardinälen, selbst Johannes Paul II. lobte den Verbrecher, ein Vorbild der Jugend zu sein.

Er wurde schließlich nicht dem Gericht überstellt, sondern, als alles nach dem Tod des alles vertuschenden polnischen Papstes auch im Vatikan nicht mehr verheimlicht werden konnte, zu einem Leben in Buße und in Zurückgezogenheit in Rom verurteilt. Dieselbe milde Strafe traf jetzt den Kardinal von Washington. Der arme Pater Maciel

hat sich an den freundlichen Hausarrest aber nicht gehalten… er ist zum Sterben in die USA geflogen. Dieser Orden mit diesem Gründer besteht bis heute, er hat sehr sehr viel Geld, das will man bei einer Ordensauflösung dann doch nicht dem Vatikan überlassen. Nur wurden alle Bilder des Ordensgründers von den Kloster – Wänden genommen, eine Art „Entstalinisierung“ hat stattgefunden. Namentlich wird Maciel auf den website des Ordens nicht mehr genannt. Ein Orden ohne Gründer also! Das sind halt Legionäre!

Das ist die Tendenz des Klerus, die unbedingt wissenschaftlich kritisch vertieft werden sollte: Möglichst die weltlichen Gerichte meiden. Dahinter steckt das alte Herrschafts – Denken: Die kirchlichen Gesetze stehen über den weltlichen Gesetzen der demokratischen Staaten.

Die katholische Kirche will ja mit ihrer Moral ohnehin die Gesetze der Demokratien bestimmen, man denke an die absolute Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, in Lateinamerika, in Nicaragua, in der Dominikanischen Republik usw. haben sich die Politiker der Klerikermoral längst gebeugt.

Das muss man bedenken: Kleriker, die das geborene Leben der Kinder missachten in ihren „pädophilen“ Verbrechen, sind oft auch die heftigsten Verteidiger des ungeborenen Lebens. Vielleicht hat so mancher Priester nach seinem Missbrauch an Kindern danach gleich an einer pro Life demo teilgenommen. Und die Frommen waren gerührt über diese moralisch so engagierten Priester.

Von pädophilen Verbrechen durch Priester und kirchliche MitarbeiterInnen ist explizit im offiziellen und universal geltenden Katechismus der Katholischen Kirche von 1993 nicht die Rede.

Aber offenbar haben die Kleriker selbst ihren Katechismus nicht gelesen, oder sie fühlten sich als die Herren der Kirche an ihn gebunden („gilt nur für die dummen Laien“) , denn dann hätten sie ja gelesen, was wenigstens knapp angedeutet wird im § 2356 unter dem Stichwort Vergewaltigung, die zu den „Verstößen gegen die Keuschheit“ gezählt werden: Vergewaltigung wird also verurteilt, „weil sie schweren Schaden zufügt, der das Opfer lebenslang zeichnen kann“. Im Text steht wirklich „zeichnen“, nicht etwa realistischerweise „zerstören“ kann. Dann aber heißt es gleich: „Vergewaltigung ist eine in sich zutiefst verwerfliche Tat“.

Aber dann folgt der eine entscheidende Satz: „Noch schlimmer ist es, wenn Eltern oder Erzieher ihnen anvertraute Kinder vergewaltigen“. Immerhin, das wurde schon 1993 im Vatikan geschrieben. Die Vatikan Theologen sprechen dezenterweise nur von Erziehern, von Priestern die Kinder vergewaltigen, sprechen sie nicht. Wenn in 50 Jahren eine Neuauflage erscheint, wird man diese Ergänzung vielleicht einfügen.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Spotlight – der Film. Und über das Fehlen des investigativen Journalismus zu Kirchenthemen in Deutschland

SPOTLIGHT: Der Film.

Über die gute Macht der kritischen Presse und das Fehlen des Recherche-Journalismus in Deutschland….

Ein Hinweis von Christian Modehn

Der große Spielfilm SPOTLIGHT (eigentlich auch ein „gespielter Dokumentarfilm“) beweist: Wenn der politische, der demokratische Wille bei Journalisten geweckt und dann tatsächlich auch gelebt wird, kann durch journalistische Recherche unglaublich Wichtiges und Wertvolles geleistet werden. Das Investigativ-Team der Zeitung „Boston Globe“ (USA) hat allen Einschüchterungen und Angstmachereien der „großen Herren“ ,vor allem in der römischen Kirche von Boston, widerstanden; die Journalisten haben in diesem Umfang sicher als die ersten (2002) der Welt gezeigt: Es gibt einen weit verbreiteten Missbrauch von Kindern durch Priester im Erzbistum Boston. So wurde die Wahrheit frei gelegt, die mit aller Macht zugedeckt und verschwiegen wurde von den Vorgesetzten, also den kirchlichen Bürokraten an der Spitze. Sie werden ja oft „Verantwortliche“ und „Elite“ genannt, ein seltsamer Titel angesichts ihrer Kumpanei, die eigenen Leute, die Kleriker, unter allen Umständen zu schützen. Diese Tatsache erschüttert genauso wie das Leiden der Opfer Mitgefühl weckt und Schmerz. Dass in der Kirche zuerst der Schutz des Klerus gilt, selbst im Falle von Vergehen, Verbrechen oder Mitwisserschaft, trifft noch immer zu, ist eine Tatsache: Allein die Anwesenheit des damals (2001) alles vertuschenden Kardinals Law aus Boston nun in Rom spricht Bände:

„Im Dezember 2002 verließ Law Boston nach Rom und entging somit einer bereits erlassenen Vorladung des Staatsanwalts zum Vorwurf der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern.(Wikipedia). Der Spotlight Artikel erschien in „The Boston Globe“ Anfang Januar 2002. Von 2004 bis 2011 war Law verantwortlicher Priester in berühmten Kirche Santa Maria Maggiore in Rom.

Man denke auch daran, dass der Nuntius der Dominikanischen Republik, Erzbischof Wesolowski, Kinder in Santo Domingo missbrauchte, nach der Aufdeckung seiner Taten (2013) aber nicht den Behörden der Dominikanischen Republik übergeben wurde, sondern eben schnell nach Rom flog und sich dann im Vatikan versteckte bzw. dort im Hausarrest festgehalten wurde. Er soll, so wird behauptet, eines normalen Todes, Herzstillstand, vor seinem Prozess im Vatikan am 27.8.2015 gestorben sein…Auch dem australischen Kardinal George Pell wird Vertuschung von pädophilen Untaten der dortigen Priester mit vielen Gründen vorgeworfen. Er lebt jetzt im Vatikan, kein Geringerer als Papst Franziskus ernannte ihn am 24.2.2014 zum Leiter der päpstlichen Wirtschaftsbehörden. Das kirchliche Motto des Kardinal heißt bezeichnenderweise: „Nolite timere, fürchtet euch nicht!“

Über den Film SPOTLIGHT ist mit gutem Grund sehr vieles Lob geschrieben worden; wunderbar, dass er einen Oscar in der Kategorie Bester Film erhielt. Selbst die Tageszeitung des Papstes, der Osservatore Romano, empfiehlt den Film oder auch der Erzbischof von La Valetta, Malta, Charles Scicluna. Er fordert sogar, alle Klerikern, sie sollten sich unbedingt den Film anzusehen. (siehe La Croix, Paris, 1.3.2016).

Im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon wollen wir nur aus unserer religionskritischen Perspektive (und der journalistischen auch !) einige weiterführende Fragen stellen:

Gibt es heute überhaupt Recherche-Teams unter Journalistinnen und Journalisten, die für kirchliche Medien arbeiten? Gehört unabhängige Recherche zum Profil eines Journalisten, der in einem der kirchlichen Blätter arbeitet? Wollen die Herausgeber, also die Kirchenleitungen, überhaupt investigativen Journalismus? Wir kennen die Szene als Journalisten auch von Innen her recht gut, und geben uns selbst die Antwort: Nein, investigativen Journalismus gibt es in kirchen-abhängigen Medien nicht, zumindest nicht in Deutschland. Wie ist das zu deuten? Ist Kirchenpresse eine milde Form von Propaganda? Sicher spielt das eine Rolle, und auch die Angst vor der Freiheit des Wortes.

Gibt es investigativen Journalismus in Deutschland zum Thema Religionen und Kirchen in der übrigen, der nicht kirchlich bestimmten Presse? Da könnte sicher mehr geschehen, viele große Zeitungen bearbeiten das Thema Religionen und Kirchen eher nebenbei, abgesehen jetzt von den Reportagen zum Islam… Aber welches Blatt wagt sich an das Thema „Trennung von Kirche und Staat in Deutschland“ wirklich mit einer großen Stoy? Welches Blatt wagt sich mit einer großen Story also über mehrere Seiten an die Frage: Welches Niveau haben heute eigentlich die zahlreichen katholisch-theologischen Fakultäten und Hochschulen? Darf man nach der (gesellschaftlichen und praktisch-kirchlichen) Relevanz vieler der dort geschriebenen Doktorarbeiten fragen? Ist das Kirchliche Gesetzbuch, der Codex, jetzt nicht endgültig vorwärts und rückwärts für den Dr. Theol. durchgebetet, Verzeihung, durchgeackert worden? Oder ein anderes tolles Recherche-Thema: Wie viel Geld verdienen tatsächlich Erzbischöfe und Bischöfe in Deutschland? Und wie viel Grundbesitz und wie viel Vermögen haben die sich arm nennenden katholischen Ordensgemeinschaften in Deutschland?

Darüber sagen die „armen Ordensleute“ naturgemäß nichts. Sie erläutern auch nicht, warum die frommen Leute angesichts des Reichtums der Orden immer noch weiter brav für sie spenden sollen.

Wann werden sich investigative Journalisten an dieses Themen wagen: Den – vielfach so zurecht bezeichneten – Orden der Milliardäre, also den Orden der Legionäre Christi? Wann wird als Fortsetzung zu SPOTLIGHT ein Film, ein dokumentarischer Spielfilm, über den Gründer der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel gedreht, den sogar Papst Benedikt XVI. einen Verbrecher nannte.

Tatsache ist: Von sich aus leistet die katholische Kirche keine umfassende Aufklärung zu den drängenden Fragen, die gesellschaftlich relevant sind. Fehlt es an investigativem Journalismus, dann gibt es auch keine Aufdeckung verdrängter Wahrheiten. Das ist die traurige Wahrheit. So kann, um ein Wort Jesu zu zitieren, die Wahrheit gar nicht freimachen, weil es keinen unabhängigen, ausdauernden und Widerstands-bereiten investigative Journalismus gibt.

Heute sind fähige und tatsächlich auch vom Fach her qualifizierte Journalisten (also Theologen und Religionswissenschaftler oder Philosophen) in Festanstellung (nur die haben die Zeit und das Geld, sich um diese Themen zu kümmern) offenbar kaum noch zu finden … oder sie sind mit Arbeit überlastet.

Wir finden es traurig, dass der verdienstvolle Dominikaner Pater Thomas P. Doyle, der in den USA seit langer Zeit für die Missbrauchsopfer eintritt, in Deutschland nahezu unbekannt ist bzw. unbekannt „gehalten“ wird.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon

Das verlorene Paradies. Ein neues Buch über die Dominikanische Republik

Das verlorene Paradies. Ein neues Buch von Philipp Lichterbeck

Im „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ weisen wir immer wieder auf die Dominikanische Republik hin, dazu wurden schon einige Beiträge zur Kirchengeschichte des Landes unter dem Diktator Trujillo publiziert sowie Hinweise auf rassistisches Denken und Handeln gegenüber Menschen aus dem benachbarten Haiti, auch über den pädophilen Nuntius Wesolowski haben wir Weiter lesen “Das verlorene Paradies. Ein neues Buch über die Dominikanische Republik” »

Ein pädophiler Nuntius in der Dominikanischen Republik… und das Konkordat

Ein pädophiler Nuntius und das Konkordat
Zur jüngsten Entwicklung in der Dominikanischen Republik

Bitte beachten Sie am Ende dieses Beitrags einen weiteren Beitrag von Matthias Katsch, vom „Eckigen Tisch“ vom 12. 9. 2013.

Der (vorläufigen) Vollständigkeit wegen, publiziert am 27.9. 2014: Der pädophile EX – Nuntius Josef Wesolowski ist am 24. 9. 2014 im Vatikan verhaftet worden. Er hatte sich nach Weiter lesen “Ein pädophiler Nuntius in der Dominikanischen Republik… und das Konkordat” »