Liebe AbonnenTinnen und FreundInnen des „Religionsphilosophischen Salon“ in Berlin,
ein herzlicher Gruß in diesen Tagen „zwischen den Jahren“. Dies ist die Zeit des Übergangs: Altes können wir nie ganz aufgeben, suchen aber einen neuen „Start“. Aber „Neues“ ist nichts Beliebiges, Neues wäre: Gerechtigkeit für alle und Frieden.
Kann Philosophieren trösten? Philosophie kann Trost sein im gemeinsamen Fragen nach dem Sinn unseres Daseins, Trost wäre Nähe und Begleitung und … politischer Widerstand gegenüber Neonazis und Rechtspopulisten. Wenn jedes Leben Übergang ist: Wer will angesichts des Todes auf einen metaphysischen Trost verzichten?
Ein Denken mit Kant kann weiterhelfen: 2024 war ja nicht nur das Kafka - Jahr sondern auch das KANT - Jahr. Hoffen ist in Kants Denken zentral: LINK
Wir haben 2024 die Bedeutung von Kants Religionsphilosophie hervorgehoben: In diesen unvernünftigen Zeit ist im Sinne Kants eine einfache, eine vernünftige Religion für Menschen von heute wichtiger als konfessionalistische Kirchen. LINK
Die Ausstellung im „Deutschen Historischen Museum“ in Berlin über die Aufklärung im 18.Jahrhundert, auch über Kant, ist interessant. Wobei das Begleitbuch sehr viel wichtiger ist als die Ausstellung selbst: LINK
Gegenüber vom „Deutschen Historischen Museum“ in Berlin und dicht an der Statue König Friedrich II., „des Großen“, steht die neu eröffnete, grundlegend sehr teuer umgestaltete St. Hedwigskathedrale. Einst ein Geschenk des erklärten Kirchenkritikers Friedrich II. für die Katholiken! Der Rundbau im multireligiösen Pantheon - Stil ist Ausdruck aufklärerischen Denkens. Wie beziehen sich Katholiken heute auf den Geist der Aufklärung? Eine offene Fragen, natürlich. LINK
Vor ein paar Wochen haben wir das Gemälde von Max Ernst „Die Jungfrau (Maria) züchtigt das Jesuskind vor 3 Zeugen“ (1926) betrachtetet, und dabei eine Geschichte für die Zeit nach Weihnachten entdeckt: Wie geht Maria damit um, dass Jesus als Kind, als Mensch, gar nicht so göttlich und so himmlisch und großartig ist, wie ihr vom Engel verheißen wurde, sondern ein freches Kind, ein normaler Mensch? Dieses Bild eines sur-realistischen Künstlers ist eine wichtige Korrektur der üblichen kirchlichen Vorstellung: Jesus ist Gott. LINK.
Religionsphilosophie ist ein freien Reflektieren auf das Leben im Ganzen, dabei ist Frage nach der immer zwiespältigen Bedeutung des Göttlichen auch Religionskritik. Ein Beitrag über den schönen Schein des heute angeblich modern gewordenen Katholizismus: LINK
Das Jahr 2025 soll nach dem Willen des Papstes ein „heiliges Jahr „werden: Der Ablass spielt wieder, wie in heiligen Jahren üblich, eine große Rolle, wird aber in den Reden des Papstes bis jetzt eher verschwiegen: Es gehört zum halbherzigen Reformprogramm des Papstes Franziskus: Alte Traditionen pflegen und einige wenige moderne Elemente einbauen: So auch jetzt: Das heilige Jahr sollte Alle, wirklich alle, zu Jesus führen, er sei die Pforte des Friedens. Also nicht die universellen Menschenrechte führen für den Papst zum Frieden, sondern Jesus, auch er ein Lehrer der allgemeinen Menschlichkeit (?) LINK
Es ist vielleicht schon Zeit, Bilanz zu ziehen: Wer war Papst Franziskus? Etwa ein Reformer? Sicher, ein bißchen. Ein Liebhaber der Traditionen und Volksbräuche? Sicher, sogar sehr. Der Journalist und Theologe Michael Meier (Zürich) hat seinem Buch über Papst Franziskus den Titel gegeben „Der Papst der Enttäuschungen“: LINK
Es ist die Musik, die in düsteren Zeiten besinnliche Ruhe, vielleicht Licht, vielleicht eine gewisse „Erhebung“ über alles „bloß Weltliche“ bringen kann. Wir empfehlen eine ungewöhnliche Orgel-Komposition, eine Verbindung von klassischer Musik und Techno:
LINK
Nebenbei: Wir haben die Website des Religionsphilosophischen Salons in Berlin vor 15 Jahren, im November 2009, gestartet. Seitdem haben 2.287.000 LeserInnen diese Website angeklickt, und hoffentlich kamen einige durch die Lektüre der ca. 1.600 Beiträge von Christian Modehn und Hartmut Wiebus ins weite(re) Fragen.
Mit guten Wünschen für diese Zeit des Übergangs und danach, in der utopisch wirkenden Hoffnung auf die Wirklichkeit universeller Menschlichkeit…
Christian Modehn und Hartmut Wiebus.
To cancel click here, to edit your subscription click here.