Liebe Abonnentinnen und Abonnenten des Newsletters aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin,
mit einem herzlichen Gruß erlaube ich mir die herzliche Einladung zu unserem nächsten Salon am Freitag, den 16. Januar 2015 in der Kunstgalerie FANTOM in der Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf. Beginn ist 19 Uhr.
Etliche Freundinnen und Freunde unseres Gesprächskreises haben sich bereits angemeldet, besten Dank dafür. Noch sind einige Plätze frei. Wer Interesse hat, sollte sich bitte per email anmelden. Der Unkostenbeitrag für die Raummiete beträgt 5 Euro. Studenten haben freien Eintritt. Um ein wirkliches Gespräch zu gestalten, sollte der Kreis auf 20 Personen begrenzt bleiben.
Das Thema diesmal könnte – leider – muss man sagen, aktueller kaum sein:
Schon Mitte Dezember 2014 hatten wir als Thema festgelegt:
„Ich bin der andere“, damals bezogen auf die aktuellen Diskussionen über Fremde, Ausländer, Flüchtlinge.Nun ist nach dem Mord an Journalisten und Künstlern der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ das Thema auf neue Weise wichtig geworden: Zahllose Menschen und Institutionen bekennen sich: „Je suis Charlie“. „Ich bin Charlie (Hebdo“). Deutlicher kann Solidarität und Nähe kaum ausgedrückt werden als durch dieses Bekenntnis zur Identität mit den Verstorbenen und deren Philosophie. Denn das sagt ja wohl das Wort „Je suis Charlie“. Die philosophische Reflexion und Debatte kann nicht mehr als die wichtige Aufgabe leisten, die gängigen und angeblich vertrauten Begriffe neu zu sehen und klarer zu verstehen. Aus diesem neuen und tieferen Verständnis KANN dann auch ein neues praktisches Verhalten in der Gesellschaft sich ergeben. Darum ist unser bescheidener Salon so wichtig, wir hoffen einander etwas mehr Licht (und das ist die allen gemeinsame Vernunft) zu bringen in diese offenbar größer werdende Verdüsterung durch Hass und Unvernunft.
Wichtig scheint mir, und das erlaube ich zur Vorbereitung auf unseren Salon mitzuteilen, die Reflexion auf diese folgenden Begriffe. Diese Begriffe sind ja mehr als angeblich abstrakte Wörter, sie beschreiben nämlich unser alltägliches Weltverhalten: Also:
- Was ist die Bedeutung von „der andere“ (Mensch)?
- Ist „der andere“ nur der Freund, der Bekannte, ist er der Fremde, ist er der Feind?.
- In welcher Weise stört uns der Fremde (als der Unbekannte, nicht „Greifbare“,) mehr als der (eher genau bekannte) Feind?
- Inwieweit bin „ich“ eingebunden in Strukturen, die ich mit allen Menschen, eben auch mit „den anderen“ usw., teile? Man denke an Sprachen, an Denkmuster, an die gemeinsam geteilte Logik (Mathematik), darüber hinaus vor allem an die Betroffenheit durch das menschliche ANTLITZ, das den Menschen als Menschen von einem Tier (oder gar einem objekthaften) Gegenstand grundlegend unterscheidet.
- Mit anderen Worten: Wie sehen wir und wie gestalten wir auch politisch unsere tiefe, immer schon gegebene und gar nicht erst zu konstruierende humane Verbindung mit allen Menschen, die menschliches Antlitz haben.
- Welchen Sinn hat es dann noch von Fremden, Anderen, Feinden zureden und an einer rassistischen Ausgrenzung festzuhalten? Also, herzliche Einladung zu einem ruhigen, der Philosophie angemessenen kritischen Gespräch. Ich werde einleitend ein kurzes "Impuls-Referat" anbieten.
Beste Grüße, Christian Modehn für den Religionsphilosophischen Salon Berlin.
Diese Beiträge der website www.religionsphilosophischer-salon.de könnten von aktuellen Interesse sein:
1. Anlässlich des gängigen Bekenntnisses „Ich bin Charlie“, „Je suis Charlie“ habe ich schon am 8.1. 2015 auf einige Implikationen dieses Wortes hingewiesen:
2. Prof. Wilhelm Gräb (Humboldt Uni Berlin) hat zur Blasphemie Stellung genommen: Sinn und Unsinn der Gotteslästerung: http://religionsphilosophischer-salon.de/2767_sinn-und-unsinn-der-gotteslasterung-interview-mit-prof-wilhelm-grab_religionskritik
3. Ich habe ähnliche Gedanken zur Gotteslästerung, als dem Hintergrund auch der Tötung der Journalisten am 7.1.2015 in einer Radiosendung weiter vertieft:
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