Liebe AbonnentInnen des Newsletters aus dem „Religionsphilosophischen Salon Berlin“...

zum ersten Salon-Gespräch im neuen Jahr lade ich herzlich ein. Es findet am Freitag, den 27. Januar 2017 um 19 Uhr in der Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf statt.

Unser Thema könnte kaum aktueller sein: Wem sind wir (also „wir“ hier in Deutschland, Westeuropa) in unserem Tun und Denken heute maßgeblich verbunden? Der „Heimat“ bzw. (weniger romantisch formuliert) „dem eigenen Staat, der Nation“ oder - bei kritischer, relativer Verbundenheit mit der eigenen Herkunft (Heimat) - dem Leben in einer gerechten Welt-Gesellschaft der Verschiedenen, aber Gleichberechtigten: Streben wir also die weltbürgerliche Existenz an, das „Kosmopolitische“ und den kritischen Umgang mit der heute vorherrschenden und ungerechten Form von Globalisierung, die von Finanzjongleuren bestimmt wird?  Dass Nationalismus immer zu Kriegen führt, ist leider eine historische Evidenz.

Wie werden wir Weltbürger? Wollen wir das? Wer oder was hindert uns an einer Öffnung für die offene demokratische Weltgesellschaft? In welchen egozentrischen Perspektiven wollen wir auf Dauer leben? Können wir menschlich leben, wenn wir die anderen, die Armen, bloß tolerieren, also in ihrem Zustand freundlicherweise belassen, also auch verhungern und ertrinken lassen? Sind wir schon soweit individualistische Einzelgänger geworden, dass wir den nationalistischen Wahn der immer beliebteren Sprüche „America first“ (so Mister Trum), „La France d abord“ (so die rechtsradikalen Mesdames Le Pen) , „Deutschland den Deutschen“ (Pegida und Consorten) gar nicht mehr diskutieren und vor allem überwinden? Tatsache ist: Aus der globalen Welt kann niemand mehr aussteigen. Selbst der letzte Nationalist braucht sein Smartphone, muss sich mit ein Brocken auf Englisch verständigen usw.

Über diese für uns grundlegenden Fragen wollen wir uns verständigen, als einer Suchbewegung des immer Weiter-Fragens. Philosophisch geht es also um das Thema: Wollen wir uns mit dem Universalismus der Aufklärungsphilosophie auseinandersetzen, die richtigerweise feststellt: In der Gleichheit aller Menschen ist die universale Verantwortung füreinander grundgelegt. Warum haben bestimmte Kreise nach wie vor Interesse daran, die Aufklärungsphilosophie und damit die reflektierte Moderne heute wieder schlecht zu machen?

Wir werden uns in unserem Salon an die Vorschläge von Immanuel Kant zur weltbürgerlichen Existenz erinnern. Und auf die philosophische „Theorie von der globalen Verantwortung“ des jungen Philosophen Valentin Beck aufmerksam machen.

Ich bitte wegen der begrenzten Anzahl der Plätze um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de  Den Angemeldeten werden dann noch Texte zur vorbereitenden „Inspiration“ zugesandt.

Darüber hinaus könnte das letzte Buch des großen Soziologen Ulrich Beck „Die Metamorphose der Welt“, Suhrkamp 2017, 267 Seiten, 25 Euro interessant sein. Darin zeigt er, auf hohem Niveau, wie wir längst im Übergang bzw. in einer Verwandlung („Metamorphose“) globaler Art leben ... hin zu einer neuen kosmopolitischen Existenz.

Mit freundlichen Grüßen und auf ein Wi(e)dersprechen, Christian Modehn

PS:

Unter den Hinweisen und Publikationen auf der website des Religionsphilosophischen Salons könnten diese Beiträge interessant sein:

1.  Zur bislang eher wenig beachteten Begegnung von Philosophie und frühester Kirche (Paulus), bitte hier klicken. 

2. Wer sich weiter in die aktuelle Auseinandersetzung über Martin Heidegger und seine Bindung an Nazi-Ideen interessiert, bitte hier klicken. 

3. Wer meint, gerade im Jahr des Reformationsgedenkens 2017 käme es endlich (!) auf etwas ganz Praktisches an, etwa auf die Umbenennung von Kirchengebäuden, die unsägliche Titel haben, wie etwa die „Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche“ (schamhaft und peinlich nur noch „Gedächtniskirche“ oder völlig unsinnig „KWG“ genannt) kann hier klicken.

Wer will, kann sich dafür einsetzen, dass ein nationalistischer Kriegstreiber wie Kaiser Wilhelm I., nicht länger Patron einer ziemlich berühmten Kirche bleibt, die ja wohl auch dem Frieden dienen will ... gerade an dem Ort, wo am 19.12. 2017 der Terroranschlag passierte....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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