Papst Leo in Algerien: Über Augustinus nur die halbe Wahrheit
In höchsten Tönen preist Papst Leo abermals den heiligen Augustinus als eine für „uns“ heute relevante Gestalt, er sei Brückenbauer, er habe das Streben nach Gemeinschaft gefördert, habe den Respekt unter den Völkern trotz aller Unterschiede gelobt und geliebt und so weiter. Papst Leo kennt offenbar nicht die vielen richtigen kritischen theologischen und historischen Forschungen über den gestrengen Bischof von Hippo. Oder der Papst will die Leute … besänftigen, fast hätte ich geschrieben, in die Irre führen.
Papst Leo XIV. hat im Laufe seiner Reise nach Algerien Lobeshymnen auf Bischof Augustinus angestimmt. Sie sind aber kritisch gesehen falsch. Es gibt nämlich den kämpferischen, gar nicht dialogbereiten, sehr eigensinnigen und gegen seine theologischen Feinde äußerst kämpferischen Bischof Augustinus. Es gibt den Augustinus einer rigorosen, mit Jesus von Nazareth kaum noch vermittelbaren Gnadenlehre: Nach der nur wenige Erwählte gerettet werden. In dem Zusammenhang entwickelt der alte Bischof von Hippo die theologische Ideologie der Erbsünde.
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