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	<title>Alternativen für eine humane Zukunft Archive &#8211; Religionsphilosophischer Salon</title>
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	<description>... eine Einladung zum Mitdenken und Mitdiskutieren</description>
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		<title>Unbedingt!? Wo ist denn das Unbedingte im Leben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 21:19:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
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		<category><![CDATA[das Unbedingte]]></category>
		<category><![CDATA[die metaphysische Bescheidenheit von Habermas]]></category>
		<category><![CDATA[die Würde des Menschen ist unantastbar ist unbedingtes!]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kant hat in seiner praktischen Philosophie, und zwar im „kategorischen Imperativ“, die entscheidende universell gültige Erkenntnis formuliert: Im Bewusstsein tritt uns Unbedingtes entgegen: Die kategorische Forderung stellt sich in der Lebenspraxis - wie von selbst - ein: "Handle nur nach derjenigen deiner Lebens-Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde"<br />
Das bedeutet: Das endliche Bewusstsein des bedingten Menschen ist fähig, eine unbedingte Forderung des moralischen Sollens in sich zu wissen. Das ist auch schon für eine Anthropologie von großer Bedeutung: Denn diese Erkenntnis setzt alle Menschen, endliche Menschen, in Erstaunen: Unbedingtes lebt im bedingten Menschen. Unser Bewusstsein verbindet Bedingtes und Unbedingtes, wenn wir uns auf die unbedingt geltende Erkenntnis des Kategorischen Imperativs einlassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22829_unbedingt-wo-ist-denn-das-unbedingte-im-leben_aktuelles">Unbedingt!? Wo ist denn das Unbedingte im Leben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 14. Oktober 2026</p>
<p>Zur Einstimmung:<br />
Der Hinweis „Unbedingtes im Leben verstehen“ will zeigen: Mitten im Leben sind wir Mensch mit der Erfahrung des Unbedingten konfrontiert. Was ist mit der Wahrnehmung des Unbedingten im Selbst &#8211; Bewusstsein sozusagen „enthalten“, ist auch eine Verbindung zum Göttlichen, zu Gott, gegeben?<br />
Diese Frage bewegt viele Menschen, die in diesen Zeiten des Niedergangs des dogmatischen Kirchenglaubens in Europa eine Verbindung suchen mit einer vernünftig begründeten Transzendenz, einem Göttlichem, das sich im Geist der Menschen selbst zeigt. Dieses Göttliche entzieht sich selbstverständlich festlegender Definitionen.<br />
Wir wurden auf dieses Thema erneut aufmerksam durch einen Aufsatz von Jürgen Habermas. (Fußnote 1).</p>
<p>Eine Erinnerung an den Begriff Unbedingtes: Ausgangspunkt kann dabei die Reflexion auf die Erkenntnis aller Objekte der Welt sein, diese verweisen auf anderes, sie bestehen nur unter der Voraussetzung von Bedingungen: Das Ding A gibt es, weil es das Ding B gibt und dieses, weil es ein Ding C gibt usw. Es gibt eine unendlich weite, lange Welt von endlichen Bedingtheiten. Aber dann die Frage: Zeigt sich in der Reflexion auf diese Bedingtheiten in ihnen selbst etwas Unbedingtes? „Leben die Dinge förmlich vom innewohnenden Unbedingten?“ Oder &#8211; ins Religionsphilosophische fragend: Wer oder was hat diese ganze bedingte Welt gesetzt? Wenn es dieses Setzende der vielen Bedingtheiten gibt, dann kann es nur als Unbedingtes gedacht werden, denn sonst würde es zur endlichen Welt der nur Bedingten gehören…</p>
<p>1.<br />
Habermas nennt ein Beispiel aus der sprachlichen Kommunikation. In ihr zeigt sich Unbedingtes: „Niemand besitzt eine exklusive Verfügung über das gemeinsame Medium der Verständigung. Kein Teilnehmer (einer sprachlichen Kommunikation) kann alleine die Struktur oder gar den Verlauf von Prozessen der Verständigung und Selbstverständigung kontrollieren“, schreibt Jürgen Habermas (Seite 53). Darin wird Unbedingtes für alle Gesprächsteilnehmer erlebt. Sie stehen unter Ansprüchen der Kommunikation, über die sie als Gesprächsteilnehmer nicht verfügen.<br />
Die Teilnehmer der Kommunikation können nicht der Bindung an das Gespräch bestimmenden unbedingten Anspruch entkommen:<br />
Nicht nur die allen gemeinsame Verständlichkeit der Worte füreinander soll unbedingt gelten, sondern auch der Anspruch, einander die Wahrheit zu sagen: Menschen, die mit einander sprechen, binden sich also selbst an den Anspruch der Wahrheit, selbst wenn sie diese Bindung nur selten explizit wissen und einander mitteilen.<br />
Auch der Lügner entkommt dieser Bindung an die Wahrheit nicht: Er glaubt für sich selbst in einem Gespräch, dass seine Worte seine, nur für ihn geltende Wahrheit ausdrücken. Und er behauptet den anderen gegenüber, die Wahrheit zu sagen.<br />
Indem Habermas auf die Erfahrung des Unbedingten im alltäglichen Kommunizieren aufmerksam macht, will er das Unbedingte aus der Sphäre des Spekulativen befreien und in den menschlichen Alltag setzen.<br />
Der Einsicht, immer gebunden zu sein an die Verpflichtung, die Wahrheit zu sagen, sollte sich jeder stellen: Habermas spricht in dem Zusammenhang vom „Logos der Sprache“, also von der Vernunft, der geistigen Kraft der Sprache, die an Wahrheit bindet. Dieser „Logos“ bestimmt jeden Sprechenden, er ist eine ihm schon immer schon vorgegebene Tatsache, sie stellt sich in jeder Kommunikation wie von selbst ein.<br />
Habermas geht noch weiter: Dieser Logos der Sprache macht „unser Selbstsein möglich“, schreibt er. Weil inmitten der Kommunikation Strukturen des Menschen sichtbar werden, etwa die Freiheit, die Wahrheit zu sagen, den anderen als anderen zu respektieren, den Dialog als Eröffnung der Welt zu erleben, das sind Strukturen des „Selbstseins“.<br />
Die in der Vernunft erlebte Bindung, die Wahrheit zu sagen, ist insofern etwas Unbedingtes, weil sie sich menschlicher Manipulation entzieht, weil sie aus sich allein besteht: Man kann als permanenter Lügner diese in der Vernunft gegebene Bindung an Wahrheit zwar zeitweise stilllegen, aber man kann diese Bindung an Wahrheit nicht total abschaffen. Auch ein permanenter Lügner wird irgendwann selbst die Wahrheit sagen müssen, mitten im Alltag, etwa wenn er offen zugeben muss, erkrankt zu sein und Hilfe zu brauchen. Notorische Lügner wie Mister Trump werden nicht lügen, wenn eine Aktion Ihnen weiteren finanziellen Gewinn bringt.<br />
Dieses „Bestehen (der Bindung an Wahrheit) aus sich selbst allein“ , ist für Habermas, die „gründende Macht unserer sprachlich konstituierten Lebensform.“ (ebd.)</p>
<p>2.<br />
Habermas qualifiziert seine Überlegung zum „unbedingten Geltungsanspruch“ in der Kommunikation als eine, so wörtlich, „bescheidene Interpretation der gründenden Macht einer sprachlich konstituierten Lebensform“ (S. 53), er spricht aber „von einer Unbedingtheit in einem schwachen, prozeduralen Sinne“, „ohne ontologische Gewähr“: Das heißt: Diese Unbedingtheit hat für Habermas keinen Verweis auf eine ontologisch gegebene Unbedingtheit, die &#8211; etwa in einer klassischen Metaphysik &#8211; als Erfahrung der Präsenz eines Absoluten (einer göttlichen Substanz) inmitten des Lebens erfahren und verstanden werden könnte.<br />
Wichtig ist für Habermas das Wort „prozedural“. Prozedural bedeutet: Die Gültigkeit eines Begriffes oder Wertes ergibt sich nur aus dem fairen Gespräch der Teilnehmer… und darauf können sich grundsätzlich alle einigen.<br />
Der Begriff, der Wert „Unbedingtheit“ wird deswegen als gültig erklärt, weil sich alle in das Gespräch involvierten Menschen auf diesen Begriff einigen. Dass dadurch der Begriff Unbedingtheit in die freie Willkür der involvierten Menschen übergeben wird, ist bemerkenswert und sicher typisch für eine Philosophie, die der Säkularität verpflichtet ist und sich im immanenten, endlich begrenzten Raum aufhält. Es wird nicht mehr weitergefragt, woraus denn diese Unbedingtheit ihre von Menschen wahrgenommene Existenz bezieht: Metaphysisch bleibt die vorsichtige Frage: Kommt die Erforschung des Bedingten ohne ein Unbedingtes aus, das selbst keinerlei Bedingungen kennt, also so etwas wie eine schöpferische Kraft von allem und in allem verstanden werden könnte ??</p>
<p>3.<br />
Weiterführend ein Hinweis auf einen Aspekt der Philosophie Immanuel Kants: zum Unbedingten im menschlichen Selbstbewusstsein.<br />
Kant hat in seiner praktischen Philosophie, und zwar im „kategorischen Imperativ“, die entscheidende universell gültige Erkenntnis formuliert: Im Bewusstsein tritt uns Unbedingtes entgegen: Die kategorische Forderung stellt sich in der Lebenspraxis &#8211; wie von selbst &#8211; ein: &#8222;Handle nur nach derjenigen deiner Lebens-Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde&#8220;<br />
Das bedeutet: Das endliche Bewusstsein des bedingten Menschen ist fähig, eine unbedingte Forderung des moralischen Sollens in sich zu wissen. Das ist auch schon für eine Anthropologie von großer Bedeutung: Denn diese Erkenntnis setzt alle Menschen, endliche Menschen, in Erstaunen: Unbedingtes lebt im bedingten Menschen. Unser Bewusstsein verbindet Bedingtes und Unbedingtes, wenn wir uns auf die unbedingt geltende Erkenntnis des Kategorischen Imperativs einlassen.<br />
Der Kategorische Imperativ hat für den Menschen nur Bedeutung und Sinn, weil ihm vom Menschen (als dem Bedingten) auch entsprochen werden kann, er kann geleistet werden in Freiheit. Sonst hätte die sich im Bewusstsein zeigende kategorische Forderung keinen Sinn.<br />
Es gibt zweifellos Menschen, die dem Kategorischen Imperativ nicht entsprechen, man denke an die verbrecherischen Politiker der Gegenwart, die Kriegsherren, Multimilliardäre etc., sie können den Kategorischen Imperativ im Laufe ihres verbrecherischen Lebens sozusagen „kaltstellen“, aber gänzlich auslöschen können sie ihn nicht.<br />
Die Erkenntnis sozusagen etwas griffig formuliert: Menschen haben das Unbedingte als Sollen sozusagen in sich. Und sie können dem im Handeln entsprechen, und dadurch einen positiven Zweck in der Welt realisieren: Erstrebt wird dabei das „Höchste Gut“, wie Kant sagt, ein Begriff, der explizit an das Symbol „Reich Gottes“ erinnert. (Siehe dazu etwa Jürgen Habermas in seiner Reflexion zum „Höchsten Gut“ in: „Zwischen Naturalismus und Religion“, Suhrkamp, 2005, S. 224.)</p>
<p>4.<br />
In seinen posthum veröffentlichten Notizen geht Kant noch weiter:Darin identifiziert Kant die moralische Pflicht des Menschen, die sich im Kategorischen Imperativ zeigt, mit Gott selbst. Kant denkt also den im Menschen, in seiner Vernunft, immanenten Gott. Die „Internet Encyclopedia of Philosophy“ hat diesen Aspekt der Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie des alten Kant weiter entfaltet: Gott wird förmlich mit dem „inneren vitalen Geist des Menschen in der Welt identifiziert. (Quelle: https://iep.utm.edu/kant-rel/#H7==</p>
<p>5.<br />
Zu unserem Hinweis über das Unbedingte inmitten des menschlichen Lebens gehört auch eine Reflexion auf die „Trias“, also die so genannten drei „Transzendalien“, also das Wahre, Gute und Schöne. Es werden Strukturen sichtbar, die in jedem lebendigen geistigen Vollzug tätig anwesend sind. Sie sind Strukturen, die im Vollzug des Denkens stets wie von selbst wiederkehrend wirken und die von der menschlichen Freiheit nicht auszuschalten sind. Diese Strukturen sind Qualitäten der Vernunft, sie zeigen sich in der Vernunft, sind ein Kennzeichen der Vernunft: Sie bestehen aus sich selbst, sind nicht von bestimmten Dingen bedingt. Es handelt sich um die Bindung jeder Erkenntnis und Handlung an den formalen Anspruch, wahr, schön und gut zu sein. Jegliche Behauptung muss sich des formalen Anspruchs bedienen, wahr, schön und gut zu sein. Diesem Anspruch entkommt niemand, auch nicht der Übeltäter, der für sich glaubt und dies gegenüber anderen behauptet, gerade im Verbrechen noch für sich selbst Gutes zu tun. Diesem Anspruch entkommt auch nicht der Lügner, der für sich glaubt, in der Lüge Wahrheit zu sagen; auch nicht der Freund von Kitsch oder Widerwärtigem, Häßlichen: Er ist überzeugt, nach seinem Geschmack etwas Schönes zu schätzen und zu verehren.</p>
<p>6.<br />
Über die Menschenrechte und das Völkerrecht wäre in unserem Zusammenhang zu sprechen, also über die Frage nach dem Unbedingten inmitten der geistigen Lebenspraxis. Formuliert der erste Satz des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ etwas Unbedingtes, etwas unbedingt Geltendes? Sicher ist das so als Leitlinie gemeint, bevor im einzelnen gefragt wird was ist die Würde, wann ist ein Mensch ein Mensch, und was bedeutet unantastbar, unantastbar von wem? Dieser Artikel 1 des Grundgesetzes darf niemals gegenüber anderen Interessen des Staates oder der Gesellschaft abgewogen oder relativiert werden. Es gibt zudem den Artikel 79, dort Absatz 3 des Grundgesetzes: Dort ist von einer Ewigkeitsklausel die Rede: Diese Ewigkeitsklausel schützt den ersten Satz des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Diese Erkenntnis gilt unbedingt, sie darf niemals geändert oder gar abgeschafft werden.</p>
<p>Das heißt: In dem säkularen demokratischen Staat Bundesrepublik Deutschland gibt es in der Verfassung gleich zu Beginn die Dimension des Unbedingten…Und wenn dieser „erste Satz“ im Grundgesetz auch eine Basis der universell geltenden Menschenrechte ist: Dann gilt es zu überlegen, was die Unbedingtheit der Menschenrechte philosophisch bedeutet und in welche metaphysischen Dimensionen wir da möglicherweise geführt werden….</p>
<p>Zur Vertiefung siehe unseren Hinweis zur Vernunftreligion als der Religion der einen Menschheit: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21410_die-eine-religion-fuer-die-plurale-menschheit_befreiung">LINK</a></p>
<p>Fußnote 1:<br />
Über Unbedingtheit spricht Jürgen Habermas in einem Vortrag im Jahr 2000, anläßlich eines Kolloquiums über den Philosophen Jacques Derrida. „Wie die ethische Frage zu beantworten ist: Derrida und die Religion“, in: Habermas, „Ach, Europa“, Suhrkamp, 2008, S. 40 &#8211; 62.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-salon.de (Berlin)</p>
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		<item>
		<title>Philippe Sands: Die Rede am 11.10.2026 in der Paulskirche, Frankfurt</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22818_philippe-sands-die-rede-am-11-10-2026-in-der-paulskirche-frankfurt_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2026 18:48:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Dier Text der Rede von Philippe Sands zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 11.10.2026.]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Rede von Philippe Sands zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandls am 11.10.2026 in Frankfurt. Bundespräsident Steinmeier, in der ersten Reihe sitzend, spendet keinen Beifall zur heftigen, aber berchtigten Kritik Sands an der deutsche. Politik gegenüber der Regietung in Israel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22818_philippe-sands-die-rede-am-11-10-2026-in-der-paulskirche-frankfurt_aktuelles">Philippe Sands: Die Rede am 11.10.2026 in der Paulskirche, Frankfurt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rede von Philippe Sands zur Übergabe des Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 11.10.2026: <a href="https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/alle-preistraeger-seit-1950/2020-2029/philippe-sands">LINK</a><br />
https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/alle-preistraeger-seit-1950/2020-2029/philippe-sands</p>
<p><em>Die Rede von Philippe Sands in der Paulskirche am 11.10.2026 ist nach unserer Recherche im Internet nicht mehr erreichbar. Deswegen bieten wir ein ZITAT aus der Rede an: </em></p>
<p>Wir zitieren einen besonders wichtigen Teil der Rede von Philippe Sand<em>s:</em></p>
<p>&#8222;Frieden braucht Gerechtigkeit. Gerechtigkeit braucht Regeln. Regeln brauchen das Recht. Und das Recht und Gesetze gelten universell, nicht selektiv. Genau das meint das Rechtsstaatsprinzip. Doch das Recht agiert nicht im luftleeren Raum. Das habe ich gelernt. Autor*innen und Literatur haben eine Funktion, indem sie uns an Orte bringen, wo Anwälte und Richterinnen nicht auftreten. Wie Haffner anmerkte: Als die Legalität verschwand, verschwand auch die »Welt der Bücher und der Diskussionen«. Dies ist ein Thema meines jüngsten Buches, Die Verschwundenen von Londres 38, über die Ära Pinochet. Während dreier Jahrzehnte versäumten es die chilenischen Gerichte, sich mit den Verbrechen zu beschäftigen, also brachen die Autor*innen das Schweigen. Pablo Neruda sagte es voraus, dann erzählten Bruce Chatwin, Pedro Lemebel und Roberto Bolaño.<br />
So ist es heute wieder, weil Nationalismen und Populismen Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie und mehr hervorbringen. Grenzen werden verletzt, Zivilist*innen ins Visier genommen, Verbrechen begangen, Kräfte entfesselt, rechtsfreie Räume geschaffen. Auch die Natur wird angegriffen, wie der Klimanotstand dieses Sommers bestätigte. Im April nächsten Jahres werde ich The Fifth Crime veröffentlichen, einen Appell, den vier internationalen Verbrechen bzw. Völkerstraftaten, die uns Menschen schützen, ein weiteres hinzuzufügen. Auch diejenigen, welche die Natur zerstören, sollten zur Rechenschaft gezogen und vor ein internationales Gericht gestellt werden. Inspiriert von Autor*innen wie Rachel Carson und Christopher Stone, heißt dieses Verbrechen ›Ökozid‹.</p>
<p>Und als wären unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Zerstörung der Natur, die uns erhält, nicht genug, beschließen wir, eine neue Abhängigkeit zu entwickeln: von Technologien und künstlichen Intelligenzen, die uns zu vernichten drohen. Die Conditio humana, gefangen zwischen Anstand und Zerstörung – das ist so absurd, das kann man sich nicht ausdenken. Wie soll man es erklären? Lesen Sie den Anfang von Éric Vuillards Roman Die Tagesordnung – eine Versammlung von führenden Industriellen macht ihren Frieden mit Herrn Hitler – und sehen Sie sich dann die Ansammlung führender Tech-Mogule bei der Amtseinführung des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten an, die ihren eigenen Frieden machen. Ehrgeiz, Gier, Narzissmus, fragile männliche Egos. Plus ça change, plus c’est la même chose – je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich. Round and round we go – wir drehen uns im Kreis. Was ist zu tun?<br />
Jede Gemeinschaft hat ihre Regeln, die internationale Gemeinschaft ist da nicht anders. Es nennt sich Völkerrecht, und es existiert seit Jahrhunderten. Die meisten der Regeln funktionieren gut. Sie sind nicht im Begriff zu verschwinden, auch wenn einige ernsthaft verletzt werden. Jetzt ist die Zeit, für sie einzutreten, nicht zu schweigen; Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, unsere Prinzipien hochzuhalten, auf sie zu bauen. Zeit, um zu widerstehen, nicht um zu verzagen, denn für das Rechtsstaatsprinzip braucht man einen langen Atem. Dies ist die Lektion von Lauterpacht und Lemkin. Wenn der Feind uns bei der Kehle packt – wie Spencer Tracy in dem Film Urteil von Nürnberg erklärt –, ist es an der Zeit, unsere Prinzipien zu verteidigen. Und zu diesen Prinzipien gehört die Sprache des Rechts.</p>
<p>Vor einigen Jahren vertrat ich einen Abschnitt des Falles, der von Gambia vor den Haager Gerichtshof gebracht worden war, das Myanmar genozidaler Handlungen gegen die Gemeinschaft der Rohingya beschuldigte. Mir gefiel nicht viel von dem, was meine Gegenspielerin, eine Nobelpreisträgerin, an jenem Tag im Gericht sagte, aber eine Zeile war denkwürdig: »Es kann durchaus sein, dass das Völkerrecht unser einziges globales Wertesystem ist«, sagte Aung San Suu Kyi zu den Richtern. Sie hatte recht. Ich bin nicht blauäugig, das Völkerrecht ist nicht perfekt, uneingeschränkt wirksam oder gefeit gegen Äußerungen roher Gewalt. Aber eine Welt ohne Regeln ist unsinnig. Und diese Regeln sind nicht bloß für andere da, für unsere Feinde. Sie sind universell. Sie sind auch für uns da und unsere Freunde.</p>
<p>Was mich wieder auf Deutschland bringt, das sich wie kein anderes Land mit den Verbrechen seiner Vergangenheit beschäftigt hat und mich zu dem gemacht hat, der ich bin. Doch da hängt eine schwere Last der Verantwortung, wie der Albatros, der um den Hals des alten Seemanns hängt, in Samuel Taylor Coleridges denkwürdigem Gedicht.1<br />
Die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober 2023 waren entsetzlich. Sie erinnerten an die Pogrome, die Raphael Lemkin veranlassten, das Wort ›Genozid‹ zu erfinden. Ich war zutiefst schockiert an jenem Tag, doch ich fürchtete auch das, was folgen würde. Zusammen mit anderen britischen jüdischen Anwälten – darunter ein früherer Präsident des Obersten Gerichtshofs – schrieben wir eine Kolumne für die Financial Times. Wir stellten drei Punkte klar:<br />
1. Die Taten der Hamas auf dem Staatsgebiet Israels waren eine ungeheuerliche Verletzung grundlegender Normen des Völkerrechts.<br />
2. Wie jeder Staat hat Israel das Recht, in Selbstverteidigung zu reagieren.<br />
3. Dieses Recht ist nicht unbegrenzt und muss innerhalb der Grenzen des Völkerrechts ausgeübt werden.<br />
Ich halte an diesen drei Punkten fest und bedauere, dass unsere Befürchtungen sich bewahrheiteten. Völkerstraftaten wurden am 7. Oktober auf dem Territorium Israels und anschließend auf dem Territorium Palästinas, im Gazastreifen und im Westjordanland begangen. Die Bezeichnung, die man diesen Verbrechen geben soll, ist umstritten. Lemkin hätte wahrscheinlich beide als ›Genozid‹ bezeichnet, aber seine Definition legte die Messlatte niedriger als die später in der UN-Völkermordkonvention von 1948 angenommene. Der Internationale Strafgerichtshof hat Führer auf beiden Seiten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, aber nicht – zumindest vorerst nicht – wegen Völkermord.</p>
<p>Südafrika hat am Internationalen Gerichtshof, einem anderen Gericht in Den Haag, eine Klage eingereicht. Sie unterstellt einen Völkermord im Gazastreifen. Im nächsten Monat wird dieses Gericht sein Urteil im Fall Gambia vs. Myanmar fällen. Seine Interpretation und Anwendung der Konvention von 1948 wird erkennen lassen, ob Südafrika Erfolg haben oder scheitern wird.<br />
Wie auch immer die Entscheidungen aussehen werden, die Debatte über Bezeichnungen ist, so fürchte ich, ein nutzloses Ablenkungsmanöver. Es gibt keine Hierarchie unter den verschiedenen Völkerstraftaten. Töten als Kriegsverbrechen oder als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist nicht weniger schwerwiegend als ein Völkermord. Dies sind alles schreckliche Verbrechen. Sie verlangen nach Verantwortlichkeit und müssen angeprangert werden, und diejenigen, die anprangern – ganz gleich, welche Bezeichnung sie verwenden –, sollten nicht zum Schweigen gebracht, ausgeschlossen oder bestraft werden, nur weil sie ihre Rede- und Meinungsfreiheit ausüben. Autorinnen und Journalisten, Sänger und Dichterinnen, Filmemacher und andere müssen ihre Geschichten erzählen können.<br />
Die Tatsache der Verbrechen zum Schweigen zu bringen ist unanständig. Diejenigen zum Schweigen zu bringen, die versuchen, die Verbrechen anzuprangern, ist unanständig. Deutschland hat viele Gräuel angeprangert und ist aktiv geworden, von den Jesid*innen bis zu den Uigur*innen, von Syrien bis Iran, von Myanmar bis Sudan und der Ukraine.<br />
……..</p>
<p>„<strong>Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut. Zugleich sind die Debattenbeschränkungen beunruhigend. Dies umso mehr nach dem eindeutigen Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 2024 zum palästinensischen Selbstbestimmungsrecht. Großbritannien, Kanada, Frankreich und andere haben seitdem einen palästinensischen Staat anerkannt. In jüngster Zeit haben sie Sanktionen verhängt, der britische Außenminister hat die Handlungsweise in den besetzten Gebieten als ethnische Säuberung bezeichnet.</strong><br />
<strong>Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum dann das Schweigen?</strong></p>
<p>Die Literatur hilft uns zu verstehen, warum es schwierig sein kann, die Wahrheit zu sagen. In Die Rattenlinie schrieb ich über den Sohn eines Nazi-Gouverneurs, der die Verwicklung seines Vaters in Massenmord anerkennt, aber unfähig ist, ihn als Verbrecher zu bezeichnen. In scharfem Gegensatz dazu hat die Enkelin des Gouverneurs die Kraft gefunden, die Tatsachen beim Namen zu nennen. Das ist Mut.</p>
<p>Ich verstehe, dass die Identität eines Sprechers und seine frühere Handlungsweise von Bedeutung sind. Mir ist auch bekannt, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten in ihrer Kritik an den Handlungen Israels allmählich schärfere Töne anschlagen. Das ist richtig, auch wenn es noch sehr zögerlich und verhalten geschieht. Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht ›Anti-Israel‹. Es ist die Wahrheit.<br />
Und eine echte, nicht rassifizierte ›Staatsräson‹ für Deutschland, achtzig Jahre nach Nürnberg, muss doch wohl das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, wo auch immer sie geschehen und durch wen auch immer sie begangen werden, auch wenn es Freunde, vor allem, wenn es Freunde sind. Das schließt Verbrechen ein, die vielleicht von einem Staat begangen werden, der gegründet wurde, um Individuen zu schützen, die Handlungen im Namen des deutschen Staates erlitten. Jahrzehnte später sind auch diese ›unbegreiflich‹.</p>
<p>Schweigen – und Schweigen über Verbrechen – ist, was ich anfechte und worüber ich schreibe. Die Bücher sind eine Form von literarischer Verteidigung gegen das Schweigen. Das Schweigen der Familie. Meines und das von anderen auf der Opferseite und auf der Täterseite. Das Schweigen von Gemeinschaften, auch von politischen und religiösen Institutionen. Das Schweigen von Ländern. Wie das von Großbritannien wegen seines kolonialen Erbes, wie in meinem Buch Die letzte Kolonie geschildert, über Chagos und Mauritius oder über die Unruhen in Nordirland. Oder Chile oder Ruanda oder Serbien, das kürzlich zuließ, dass ein verurteilter Völkermörder mit militärischen Ehren beigesetzt wurde.<br />
Was ich weiß, ist dies: Schweigen ist nicht der Weg. Nicht für eine Familie. Nicht für eine Gemeinschaft. Nicht für ein Land. Und genau hier kommen Recht und Literatur zusammen, indem sie Geschichten erzählen, Denkanstöße geben, den Mächtigen die Wahrheit sagen, Vorurteilen und Doppelmoral entgegentreten, Dinge ausgraben, die manche gern verbergen würden…&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Nebenbe</em>i, aber wichtig:</strong>: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und die Justiziministerin, beide in der ersten Reihen sitzend, haben zur Kritik von Philippe Sands an der Politik Deutschlands gegenüber dem verbrecherischen Verhalten der Regierung Israels gegenüber den Palästinensern im Gaza &#8211; Streifen keinen Beifall bekundet, das zeigten die Bilder der Life &#8211; Übertagung in der ARD deutlich. Man kann sich für dieses Verhalten selbstverständlich hinter diplomatischen Üblichkeiten verstecken, ob diese Enthaltung des Beifalls an dieser Stelle noch sinnvoll und von Wahrhaftigkeit bestimmt war, ist die Frage. Sie hat ja Philippe Sands beantwortet.</p>
<p>Christian Modehn, Religionsphilosophischer Saloin Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22818_philippe-sands-die-rede-am-11-10-2026-in-der-paulskirche-frankfurt_aktuelles">Philippe Sands: Die Rede am 11.10.2026 in der Paulskirche, Frankfurt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Die Gedächtniskirche in Berlin wird saniert,  erhält sie endlich einen würdigen Namen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 19:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Unerhörte Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche wird seit September 2026 saniert]]></category>
		<category><![CDATA[dringend sollte die KWG in Berlin einen neuen Namen erhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiser Wilhelm als rassistischer Kirchenchef der evangelischen Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[KWG wierd fü+r über 40 Millionen Euro saniiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche in Berlin wird jetzt saniert. Eine Chance, endlich auf den Namen dieser Kirche zu verzichten und einen Titel zu finden, der einem Gotteshaus gemäss ist. Aber die Kirchenführung hat Angst, auf den nun üblichen, letztzlich verrückten neutralen Titel als Kurzformel "KWG" oder nur "Gedächtniskirche" zu verzichten. Damit verfehlt die Kirche ihre Selbstkritik am Rassismus und Kolonialismus. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22712_die-gedaechtniskirche-in-berlin-wird-saniert-und-umbenannt_unerhoerte-fragen">Die Gedächtniskirche in Berlin wird saniert,  erhält sie endlich einen würdigen Namen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die 32. unserer &#8222;unerhörten Fragen&#8220;</p>
<p>Von Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>Die umfassende Modernisierung der „Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche“ in Berlin beginnt, sie wird drei Jahre dauern. (siehe: Tagesspiegel, 28.8.2026). Die Kosten: 44 Millionen Euro, davon spenden Bund und Land Berlin zusammen 27 Millionen Euro. Die Staat &#8211; Kirche Verbundenheit funktioniert also auch in der Hinsicht noch gut.</p>
<p>Noch einmal unser Vorschlag: Anläßlich der Sanierung und Modernisierung dieser zentralen evangelischen Kirche in Berlin sollte nun auch der unerträgliche Titel dieser Kirche saniert, d.h. geheilt werden durch einen neuen, denkwürdigen, meinetwegen auch verehrungswürdigen Namen…</p>
<p>Die Evangelische Kirche und alle an der Überwindung des Kolonialismus und Rassismus Interessierten sollten dafür sorgen:  Dieser für eine christliche Kirche widerliche Titel sollte verschwinden, die beiden Kaiser Wilhelm liegen im Grab, dort bleiben sie, kein Gotteshaus darf sich noch auf sie beziehen.  An diese Kaiser &#8211; Kirchenfürsten, die nicht nur Kriegsherren und Kolonialherren waren, sondern oberste Chefs der evangelischen Kirche, sollten nur noch kritische Studien erinnern, nicht aber eine zentrale Kirche in Berlin. &#8230;</p>
<p>Wir haben Jahre lang oft auf dieser Website für die Umbenennung dieser Kirche am Breitscheid &#8211; Platz plädiert. Es gab keinerlei Beachtung, keine Reaktion. Unsere Erkenntnis kann nur sein:  Die Evangelische Kirche hat Angst vor dem mühevollen Prozess der Umbenennung angesichts der Macht reaktionärer Kreise. Und: Was wird denn das Geschlecht der Hohenzollern unternehmen im Falle einer Umbenennung, die Hohenzollern sind doch aufs prächtigste auch mit dem Berliner Dom ad aeternum engsten verbunden. Das dürfte doch wohl reichen an kirchlicher Treue zu den lieben Hohenzollern?</p>
<p>Wir fordern also noch einmal die Umbenennung dieser, so wird’s ausgesprochen: KaWeGe &#8211; Kirche (bitte nicht verwechseln mit KaDeWe) bzw., ebenso dumm die schon peinliche Kurzformel „Gedächtniskirche“. Soll dort das „heilige Gedächtnis“ angepriesen werden in bekanntlich sehr vergeßlichen Zeiten?</p>
<p>Die evangelische Kirche in Berlin will am Beispiel ihrer KWG Kirche am Kurfürsten Damm (!) ganz entschieden kein deutliches Zeichen setzen für ihre kirchliche,  eigentlich selbstverständliche Selbstkritik am Kolonialismus und Rassismus und an der Bindung an die Kirchenchefs Kaiser Wilhelm I und II. Diese evangelische Kaiser &#8211; Staats- Kirche ist eigentlich genauso peinlich die katholische Papst &#8211; Kirche…<br />
Schon 1993 forderte der evangelische Pfarrer Martin Lotz die Umbennung dieser Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, natürlich war auch sein Vorschlag vergeblich, er nannte mir gegenüber einmal die Kirchenleitung in der Hinsicht ignorant…siehe <a href="https://taz.de/Gedaechtniskirche-umbenennen/!1919037/">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin .</p>
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		<item>
		<title>Ideologien: Die treibenden Kräfte für politischen und religiösen Wahn</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22688_ideologien-die-treibenden-kraefte-fuer-politischen-und-religioesen-wahn_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 14:42:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophieren im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[die Allmacht der ideologien erkennen]]></category>
		<category><![CDATA[gefährliche und gute Ideologien]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[iwe kölnnen wir menschnverachtende Ideologien überwinden?]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsherren und Dikatoren und sind ideologisch veblendet]]></category>
		<category><![CDATA[Kriterium für die Bewertung von Ideologien]]></category>
		<category><![CDATA[Was sind Ideologien?]]></category>
		<category><![CDATA[wir werden von Ideologen beherrscht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.9.2026. 1. Wie schädlich sind Ideologien für die Menschheit ? Dies ist eine aktuelle, dringende politische Frage, aber auch eine philosophische Frage. Und darüber sollten wir Klarheit finden. 2. Tatsache ist: Menschenverachtende Ideologien werden immer mächtiger, immer gefährlicher: Man beobachte die unzähligen Diktatoren; die sich allmächtig fühlenden Tech &#8211; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22688_ideologien-die-treibenden-kraefte-fuer-politischen-und-religioesen-wahn_aktuelles">Ideologien: Die treibenden Kräfte für politischen und religiösen Wahn</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.9.2026.</p>
<p>1.<br />
Wie schädlich sind Ideologien für die Menschheit ? Dies ist eine aktuelle, dringende politische Frage, aber auch eine philosophische Frage. Und darüber sollten wir Klarheit finden.</p>
<p>2.<br />
Tatsache ist: Menschenverachtende Ideologien werden immer mächtiger, immer gefährlicher: Man beobachte die unzähligen Diktatoren; die sich allmächtig fühlenden Tech &#8211; Milliardäre; die sich Politiker, Präsidenten, nennenden Kriegstreiber; man denke an die Mitglieder extremer Parteien voller Feindbilder; an religiöse Gruppen, die meinen die absolute Wahrheit für alle zu haben… alle diese leibhaftig gewordenen Ideologien sind destruktiv für die Menschheit. Die von diesen Ideologien beherrschten Menschen wollen ihr schändliches Agieren in einem Nebel von angeblichen Wahrheiten als normal, als üblich, erscheinen lassen. Und viele unvernünftige Menschen glauben das.<br />
Man denke weiter an die Faschisten und den Faschismus, die Nazi-Ideologen von heute, die Varianten des verheerenden Nationalismus, man denke an den Stalinismus, den Antisemitismus, an bestimmte Varianten der MAGA-Bewegung in den USA, an den Anti-Islam, die brutalen Anti-Gay- und Anti &#8211; Queer &#8211; Bewegungen, die Mafia und so weiter.<br />
Sind aber Ideologien immer destruktiv und für die Menschheit gefährlich?</p>
<p>3.<br />
Tatsache ist: Jeder Mensch baut sich im Laufe seines Lebens seine persönliche, individuelle geistige Welt auf: Diese sollte man subjektive Ideologie nennen. Vielleicht wird diese eigene, subjektive Weltdeutung im Laufe des Lebens korrigiert, vielleicht baut man sich dann &#8211; beeinflusst durch die Bildung, die Arbeitsstätte usw. &#8211; eine neue Ideologie zusammen: Man beachte also: Diese je individuelle Interpretation der Welt, des eigenen Lebens, ist die persönliche Ideologie. Und sie wird als „meine“ private Weltanschauung auch realisiert im Alltag, sie gehört insofern zum geistigen Leben des Menschen, ist also &#8211; philosophisch gesehen &#8211; notwendig.</p>
<p>4.<br />
Ideologien entstehen in der Auseinandersetzung mit den grundlegenden Fragen, die sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens stellt und, bewusst oder nicht explizit reflektiert, für sich beantwortet: Also diese existentiellen Fragen: Was ist wahr, was ist Wahrheit? Was ist gut und was ist böse? Was ist schön und was ist hässlich, was ist Freiheit, Würde, Gleichheit der Menschen? Auf diese zentralen Fragen menschlicher Existenz gibt es keine immer schon vorgegebenen, „abrufbaren“ definitiven Antworten. Stets muss jeder die Antworten auf die genannten Fragen selbst suchen und, wenn „gefunden“, dann auch prüfen, ob sie für mein Leben und das Leben der anderen, auch der Menschheit, hilfreich sind. Diesen anspruchsvollen Prozess des je eigenen umfassend kritischen Denkens meinte Kant mit seinem Aufruf:„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“</p>
<p>5.<br />
Die genannten zentralen Fragen ( Was ist wahr, was ist Wahrheit, was ist gut und was ist böse, was ist schön und was ist hässlich, was ist Freiheit, Würde, Gleichheit der Menschen…) weisen auf die Ideale der Menschheit hin, oder, klassisch gesagt, auf „die Ideen“, also die allgemeinen Begriffe.<br />
Diese Ideale der Menschheit sind im Geist der Menschen verwurzelt, auch Verblendete und Verbrecher müssen ihre abwegige Interpretation dieser Ideale noch als gut und wahr und schön für sich selbst wie für andere deuten, als Beitrag für die Würde und Freiheit der Menschen propagieren. Dies nur als Hinweis darauf, dass kein Mensch der Auseinandersetzung mit diesen Idealen oder Ideen entkommt.</p>
<p>6.<br />
Hier kann nur kurz an den sprachlichen Ursprung von Ideologie erinnert werden: Man beachte die beiden Begriffe in der „Ideo &#8211; Logie“: Das bedeutet: Eine Ideologie ist der Logos der Ideale oder der Ideen, die individuelle Interpretation der Ideen und Ideale. Meine Ideologie ist mein persönlichen Logos der allgemeinen Idee.</p>
<p>7.<br />
Aber diese genannten Ideale oder Ideen kann kein Mensch umfassend und eindeutig verstehen und auch eindeutig realisieren: Diese Ideale und Ideen (etwa: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Demokratie) sind etwas „Uneinholbares“ , nur „unvollständig Realisierbares“, etwas stets noch „Kommendes“, wie der Philosoph Jacques Derrida in seinem Spätwerk betonte.</p>
<p>8.<br />
Wann kippen Ideologien um in Herrschaftsformen der Verbrecher, von denen zu Beginn dieses Hinweises die Rede ist? Wenn Menschen die Kontrolle ihrer persönlichen, privaten und individuellen Ideologie durch universell geltende Normen aufgeben: Diese Kontrolle: „Ob meine Ideologie zur Welt der humanen Menschheit passt oder nicht“, bietet etwa die Anwendung der Kategorischen Imperative von Immanuel Kant. Die verschiedenen Formen des Kategorischen Imperativs prüfen, ob meine Maxime, also meine eigene subjektive Ideologie, tatsächlich allgemeines Gesetz, humanes Gesetz für alle werden kann.<br />
Es ist die Lust an der Destruktivität der genannten Verbrecher, die die Anwendung des universell geltenden Kategorischen Imperativs verhindert. Diese Leute sind um ihres wahnhaften Egos willen nicht imstande und haben keinen Willen, die normative Prüfung ihrer Ideologie zu leisten.</p>
<p>9.<br />
Menschen, die den universell geltenden humanen Normen folgen, leben mit einer humanen Ideologie, etwa der Anhänglichkeit an die parlamentarische Demokratie als Ideal und als absolut hoch zu schätzende Idee. Es gibt selbstverständlich auch humane politische Ideologien. Dass auch sie gefährdet sind, ist deutlich: Einzelne Demokraten können die Ideale demokratischen Lebens und einer demokratischen Ideologie verraten…</p>
<p>10..<br />
Unsere aktuelle politische, kulturelle, ökonomische und religiöse Situation ist als Kampf der Ideologien zu verstehen: Es gibt der Menschenwürde und den Menschenrechten entsprechende Ideologien und es gibt inhumane Ideologien. So lange Demokratien noch bestehen und Demokraten noch handeln können, sollte man genau wissen, wie Demokraten mit antidemokratischen Parteien umgehen. Herrschen erst einmal undemokratische Ideologien und deren Parteien, ist es zu spät für die Demokratie und die Demokraten. Noch ist es Zeit, mit den WählerInnen antidemokratischer Parteien in ein Gespräch zukommen, verblendete Parteiführer sind wahrscheinlich für ein vernünftiges Gespräch schon unerreichbar.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über die vielfältigen Niederlagen der Vernunft am 6. September 2026 in Deutschland</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22648_ueber-die-vielfaeltigen-niederlagen-der-vernunft-am-6-september-2026-in-deutschland_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 13:01:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[AfD ist eine Alternative zu Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[AfD will ein anderes ein nicht - demokratisches Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Carl von Ossioetzky über politische Unvernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Die AfD und der Roman "1984"]]></category>
		<category><![CDATA[die Niederlage der Vernunft in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[die Politik mit dem Maßstab der Menschenrechte bewerten]]></category>
		<category><![CDATA[Lioen Feuchtwanger über politische Unvernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik ist nortwendigerweise mit Ethik verbunden]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsextreme Parteien in Deutschland und Europa eine Gefahr für die Menschheit]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Mann über die politische Unvernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Vergleich NSDASP und AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl in Sachsen-Anhalt eine Niederlage der Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlergebnis AfD in Sachsen-Anhalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Wahlergebnis der AfD (43,8%) in Sachsen-Anhalt ist eine Niederlage der Vernunft, das heißt eine Niederlage des Respektes der Menschenrechte, eine Niederlage des Respekts der unverzichtbare Idee der Demokratie. Die AfD ist keine „Alternative für Deutschland“, sie ist vielmehr eine Alternative zu Deutschland, also eine Alternative, die in ein grundsätzlich anderes, ein rechtsextremes Deutschland führen will</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22648_ueber-die-vielfaeltigen-niederlagen-der-vernunft-am-6-september-2026-in-deutschland_aktuelles">Über die vielfältigen Niederlagen der Vernunft am 6. September 2026 in Deutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 7.September 2026</p>
<p>1.<br />
Der Wahlsonntag, 6.9.2026 in Sachsen &#8211; Anhalt, ist ein Tag vielfältiger Niederlagen der demokratischen Vernunft, ein historischer Tag, eine Zäsur in der Geschichte, wie auch immer die weitere politische Gestaltung des Landes Sachsen &#8211; Anhalt und damit auch in der Bundesrepublik Deutschlands aussieht.</p>
<p>2.<br />
Der Begriff „<em>Niederlage der Vernunft“ ist selbstverständlich ein normativer Begriff,</em> also ein Begriff, der mit ethischen und philosophischen Überlegungen verbunden ist: Philosophische Vernunft ist bekanntlich ein Hinweis auf die Menschenrechte und auf die Grundsätze der prinzipiell für alle Menschen gültigen Ethik. Diese Grundsätze humanen Zusammenlebens sind nicht verhandelbar. Ohne ethische und d.h. normative Grundsätze gibt es kein humanes Leben, auch kein politisches Leben. Das ist evident: Alle Menschen handeln immer nach ethischen Maximen, einige Maximen &#8211; auch politischer Menschen &#8211; können schädlich sein, andere gut, etwa die Maximen der Demokratie. Das ist auch die Erkenntnis der nach wie vor gültigen Ethik Immanuel Kants.</p>
<p>3.<br />
Wir sprechen von vielfältigen Niederlagen der Vernunft. Damit meinen wir: Das Wahlergebnis der AfD (43,8%) in Sachsen-Anhalt ist eine Niederlage der Vernunft, das heißt eine Niederlage des Respektes der Menschenrechte, eine Niederlage des Respekts der unverzichtbare Idee der Demokratie. D<em>ie AfD ist keine „Alternative für Deutschland“, sie ist vielmehr eine Alternative zu Deutschland</em>, also eine Alternative, die in ein grundsätzlich anderes, ein rechtsextremes Deutschland führen will.</p>
<p>4.<br />
Das Wahlergebnis ist erstens eine Niederlage der Vernunft auch für die PolitikerInnen der AfD, die, ideologisch verblendet, bewusst und systematisch die Demokratie in Deutschland abschaffen wollen und in diesem Handeln auch ihre eigene humane Vernunft zerstören.</p>
<p>5.<br />
Das Wahlergebnis ist zweitens eine Niederlage der Vernunft für die WählerInnen der AfD, die sich in blinder Wut auf offensichtliche, aber korrigierbare Fehler der Demokratie zur Wahl der AfD hinreissen lassen oder bewusst die demokratischen Grundsätze ablehnen und eine Herrschaft einer rechtsextremen Partei wünschen,. Diese Leute ignorieren also das Wahlprogramm der AfD , das die vielfache, auch ökonomische, Unvernunft direkt aussagt.</p>
<p>6.<br />
Das Wahlergebnis ist drittens eine Niederlage der Vernunft für die demokratischen Parteien und deren Politikerinnen: Sie müssen sich fragen: Was haben wir als Demokraten falsch gemacht? Sind wir den Prinzipien einer sozialen und ökologisch verantwortlichen Politik gefolgt? Haben wir versucht, in ausführlichen Gesprächen Menschen zu überzeugen: dass NICHT in einer amtlich nachgewiesen rechtsextremen Partei das „Heil“ zu erwarten ist? Warum ist es nicht gelungen, die vielgesprochene Nähe zu den Menschen, gerade auf dem Land, durch demokratische Parteien zu realisieren? Warum haben demokratische Politiker nicht tausendmal glaubhaft gesagt: „Wir haben als demokratische Politiker Fehler gemacht, aber nur in einer Demokratie sind Fehler korrigierbar. In einem politischen System der rechtsextremen Partei AfD wird kein Fehler korrigiert, da geht es nur um die Herrschaft rechtsextremer Ideologie.“</p>
<p>7.<br />
Solche Entgleisungen einer Demokratie sind immer möglich, das liegt an den Menschen, den PolitikerInnen wie den Bürgern, den WählerInnen, die nicht immer humanen Grundsätzen folgen, also den Menschenrechten und dem Gebrauch der eigenen immer selbstkritischen Vernunft usw… Immanuel Kant sprach treffend davon, dass Menschen aus „krummem Holz“ gebildet sind, also den aufrechten Gang nur mit Mühe realisieren können.</p>
<p>8.<br />
Dieser Hinweis auf die vielfältigen Niederlagen der Vernunft, die am 6.9.2026 offensichtlich wurden, erinnert an die immer möglichen Korrekturen und Verbesserungen der Demokratie. Denn noch besteht in den Bundesländern noch die Demokratie. Aber es muss jetzt eine Zeit intensiver Bildungsarbeit zur Demokratie beginnen, inklusive der Darstellung der in Deutschland durchaus bekannten Gefahren durch Rechtsradikale und eine Zeit des wirksamen Respekts der sozialen Grundsätze der Demokratie und der ökologisch gebotenen Reformen angesichts der Klimakatastrophe, um nur zwei Beispiele zu nennen.</p>
<p>9.<br />
Es muss jetzt auch an Schriftsteller und Intellektuelle erinnert werden, die in der nahen Vergangenheit explizit wie wir von der Niederlage der Vernunft in der Politik gesprochen haben.</p>
<p>10.<br />
Wir erinnern an ein wichtiges Zitat aus dem Roman von George Orwell mit dem Titel „1984“. Darin spricht der Autor des 1948 geschriebenen Romans von einem Wahrheitsministerium der Diktatur, das alle Bürger zur Anerkennung dieser perversen Grundsätze zwingt:<br />
<em>„Krieg bedeutet Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.“</em></p>
<p>(In der „Ullstein &#8211; Taschen-Buch“ Ausgabe des Romans, im Jahr 1976, dort S. 7).</p>
<p>Dies sind die Maximen, die Grundsätze aller Feinde der Demokratie, man denke auch an Mister Trump oder Putin….</p>
<p>11.<br />
Wir weisen auf Thomas Mann hin, der am 17.10.1930 in Berlin, kurz nach dem ersten bedeutenden Wahlerfolg der NSDASP, eine berühmte Rede hielt unter dem Titel: „Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft“. Es ist ein dringender Appell an die Deutschen, zur politischen Vernunft zurückzukehren.</p>
<p>Wir erinnern an <em>Carl von Ossiezky</em>, Herausgeber der „Weltbühne“, Friedensnobelpreisträger: Er warnte explizit vor einem „Kultus der Unvernunft“.<br />
KI bietet &#8211; am 7.9.2026 &#8211; die treffende und richtige Auskunft: „Für Ossietzky war der Kult der Unvernunft untrennbar mit einem wiederaufflammenden Militarismus und Nationalismus verbunden. Er argumentierte, dass eine Politik, die sich von der Vernunft lossagt, zwangsläufig im Chaos und im nächsten Krieg enden müsse.</p>
<p>Wir erinnern an den Schriftsteller <em>Lion Feuchtwanger</em>: In seinem Roman aus dem Jahr 1930 „Erfolg“ ist der Titel“, analysiert er die Unvernunft in der Gesellschaft und die dumpfen Ressentiments. „Der Roman von Lion Feuchtwanger erschien 1930 als erster Teil des Zyklus &#8222;Der Wartesaal&#8220;. Als weitere Teile erschienen &#8222;Die Geschwister Oppenheim&#8220; (1933) und &#8222;Exil&#8220; (1940). In den Romanen beschreibt Feuchtwanger den &#8222;Wiedereinbruch der Barbarei in Deutschland und ihren zeitweiligen Sieg über die Vernunft&#8220;. Quelle: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/kunst-und-kultur/lion-feuchtwanger-erfolg )</p>
<p>12.<br />
Mit diesen Hinweisen zur Unvernunft und Nazi Herrschaft durch Thomas Mann, Carl von Ossietzky und Lion Feuchtwanger wird keineswegs eine Identität von NDSDSP und AfD behauptet. Es wird nur daran erinnert, dass rechtsextreme Parteien nun auf der Spur von regelmäßigen Wahlsiegen extrem für die Menschheit gefährlich sind: Rechtsextreme Parteien, ob sie nun AfD, FPÖ, Le Pens Partei „Rassemblement National“, Wilders PVV in Holland, Vox in Spanien, Melloni Koalitionspartner „Lega“, Teile der Republikaner in den USA und so weiter heißen.</p>
<p>13.<br />
Hoffentlich kann dieser Hinweis „Über die vielfältigen Niederlagen der Vernunft“ hilfreich sein angesichts der Wahlen in Berlin und Mecklenburg &#8211; Vorpommern am 20.9.2026.</p>
<p>Der Hinweis ist auch eine Ermunterung, die Machtübernahme der AFD durch den persönlichen Einsatz der eigenen Vernunft zu verhindern…also NICHT AfD zu wählen.</p>
<p>14. Am 8.9.2026:</p>
<p>E<em>in Freund hat nach der Lektüre unseres Hinweises geschrieben</em>:</p>
<p>Man sollte sich als Demokrat an eine zentrale Aussage des Roman s„1984“ von George Orwell erinnern. Gleich am Anfang werden die Grundsätze des totalitären Wahrheitsministeriums und der mit ihm verbundenen Partei genannt: es ist die Partei der Lügen: Die Grundsätze:</p>
<p><em>Krieg bedeutet Frieden</em><br />
<em>Freiheit ist Sklaverei</em><br />
<em>Unwissenheit ist Stärke</em></p>
<p>Man sollte aktuell daran denken: Die AfD ist eine Partei der Lügen: Nur einige von vielen Beispielen:<br />
Die AfD leugnet den menschengemachten Klimawandel.<br />
Die AfD behauptet, in Deutschland gebe es keine Meinungsfreiheit (dabei sitzen AfD Funktionäre ständig in Talkshows.) Journalisten werden von der AfD in der Berichterstattung über die AfD ausgeschlossen.<br />
Die AfD behauptet, sie sei eine Friedenspartei. Dabei will sie einen Frieden zu Russlands Bedingungen für die Ukraine…und so weiter…</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22648_ueber-die-vielfaeltigen-niederlagen-der-vernunft-am-6-september-2026-in-deutschland_aktuelles">Über die vielfältigen Niederlagen der Vernunft am 6. September 2026 in Deutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Ende der Welt steht NICHT bevor</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 15:56:08 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Prof. Martha Zechmeister]]></category>
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		<category><![CDATA[Volker Weiss über Katechon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende der Welt steht nicht bevor, betont der Autor des 2. Thessalonicher Briefes, enthusiastische Chisten in dieser frühchristlichen Gemeinde erwarten sehnsüchtig die Wiederkunft Christi, sie beginnen deswegen nicht mehr zu arbeiten: Der Autor des 2.Briefes an die Thassalonicher lehrt: es gibt ein Katechon, einen Aufhalter, der den Sieg des Antichristen noch behindert. Rechtsextreme Ideologen bevorzugen auch heute wieder diesen Begiff Katechon, sie sehen sich selbst sowie ihre rechtsextremen Parteien als Verhinderer der von ihnen gehassten liberalen Demokratie.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles">Das Ende der Welt steht NICHT bevor</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;. Denn der Antichrist wird noch aufgehalten: Durch das merkwürdige „Katechon“, d.h. das Aufhaltende oder auch &#8222;den&#8220; Aufhalter&#8230;.<br />
Ein Hinweis zum „2. Brief an die Thessalonicher“ von Christian Modehn 21.8.2026.</p>
<p><em>Das Motto</em>: Dies ist ein Thema, das uns bestimmte Rechtsradikale und libertäre Millliardäre jetzt aufdrängen. Anstatt das Elend der Milliarden Hungernder und Ausgebeuteter aufzuhalten, kümmern diese Leute sich um den Mythos eines Aufhalters, des &#8222;Katechon&#8220;. Dies ist ein Beispiel für den Wahn heutiger machtvoller Herrscher, die von einigen sogar noch &#8222;Eliten&#8220;  genannt werden. Wenn es diese biblischen Mythen nicht gäbe, dann, ja, dann würden die Genannten ohne den glanzvollen Mantel religiöser Mythen dastehen, vielleicht nackt, also wahrhaftig, also egoistisch &#8211; verblendet dastehen.</p>
<p>Der Skandal ist also, dass sich diese rechtsextremen Politiker und Tech &#8211; Milliardäre überhaupt mit dem Katechon spekulativ bzw. spinös befassen und nicht alles tun: Dass die Klimakastrophe &#8211; um nur ein Beispiel für heutige Katastrophen und Krisen zu nennen , &#8222;aufgehalten&#8220; wird. Die Beschäftigung dieser Leute mit dem biblischen Mythos Katechon hat also etwas Überflüssiges, wenn nicht Perverses. Wir müssen trotzdem diesen mythologischen und neutestamentlichen Wahn verstehen. Welchen Wahn bestimmte Interpretationen der Bibel auch sonst erzeugen, wäre ein eigenes dringendes Thema.</p>
<p><em>Ergänzung am 26.8.2026: Wie geht die katholische Kirche heute mit dem Katechon um? Siehe dazu Nr. 23 in diesem Hinweis. </em></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>1.<br />
Es gibt eine kurze Passage in einem eher marginalen, kurzen Text des Neuen Testaments und dort einen sehr speziellen mysteriösen Begriff. Er hat interessanterweise eine große und lange Wirkungsgeschichte, politisch wie religiös: Es ist der griechische Begriff KATECHON aus dem 2. Brief des Autors Paulus an die Thessalonicher, also an die Gemeinde der Stadt, die heute Saloniki heißt.<br />
2.<br />
„Katechon“ meint, kurz gesagt, den „Aufhalter“, was hält er letztlich auf? Das Ende der Menschheitsgeschichte und mit diesem Ende beginnt das von Christen ersehnte Reich Gottes. Dieses Ende ist also nicht nur das Sichtbarwerden der Wiederkunft Christi auf Erden, sondern auch der Sieg Gottes über den großen Feind Christi, den Antichristen. Von dieser gedanklichen Welt ist die frühe Kirche wenige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu von Nazareth bestimmt.<br />
3.<br />
Der Autor Paulus des genannten Textes des NT behauptet also und schärft der Gemeinde ein: Dieses Ende der Welt als der Sieg Christi über den Antichristen steht NICHT bevor. Die Weltgeschichte als ein Kampf zwischen Guten und Bösen geht weiter…. Dank des aufhaltenden KATECHON.<br />
4.<br />
Immer wieder haben sich (schon mittelalterliche) Theologen auf diesen Aufhalter des Endes der Welt und ihrer Geschichte bezogen und sind dabei in den gegebenen biblischen Kategorien verblieben. Sie haben also nicht den biblischen Begriff vom ursprünglichen Inhalt entkernt und mit auch nicht das Katechon sowie auch das Ende mit neuen ideologischen Inhalten gefüllt.Diese inhaltliche Entfernung, Auslösung, des biblischen Inhaltes des Katechon findet nun seit einigen Jahren statt.<br />
5.<br />
Zahlreiche sehr einflußreiche Ideologen und Politiker rechter und rechtsextremer Fixierung in Deutschland, Russland und den USA sprechen also viel vom „Katechon“ und verwenden diesen ursprünglich biblischen Begriff als Stütze der eigenen Ideologie, ihrer feindlichen Politik und ihrer Ökonomie, die sich von jedem Respekt der universell geltenden Menschenrechte losgesagt haben.<br />
6.<br />
Unser Thema Katechon ist also alles andere als ein vielleicht nur esoterisches Thema für einige wenige „Eingeweihte“ oder Spezialisten, vielmehr wird der nun neu konstruierte Katechon Begriff als Antwort auf die globale Frage unserer Zeit verwendet: Auf welches Ende, auf welchen Untergang, steuert unsere Welt zu? Und wer oder was kann den Untergang noch aufhalten.<br />
7.<br />
Dabei ist für die rechten und rechtsextreme Ideologen des Katechon klar: Der Untergang der Welt geschieht nicht &#8211; wie im NT verkündet &#8211; durch ein göttliches Endgericht, sondern der Untergang ist ein von den Demokratien, den liberalen Staaten, den Menschenrechten herbeigeführtes Ende. Demokratien und Demokraten sind für den bevorstehenden Untergang verantwortlich, Demokratien und Demokraten mit ihren Werten des Pluralismus, Feminismus, Anerkennung der Rechten der Queers usw. muss man (also die Rechten und Rechtsextremen) aufhalten. sollen also der Untergang sein, behaupten diese Katechon &#8211; Interpreten. Wegen dieser Perspektiven, die auf einen Krieg innerhalb der Gesellschaft und auch auf einen Krieg der rechtsextremen Herrscher gegen die wenigen verbliebenen Demokratien hindeutet, ist die Auseinandersetzung mit diesem Katechon Begriff dermaßen relevant.<br />
8.<br />
Zunächst zum 2. Thessalonicher Brief selbst, dem Ursprungsort des Katechon &#8211; Begriffes: Historisch und kritisch arbeitende Bibel &#8211; Wissenschaftler nennen diesen griechischen Begriff „Katechon“,„schwebend, verrätselt“ nennen, sie betrachten ihn in der damaligen zeit als wenig prägnant, also als verführerisch für allerhand Spekulationen schon damals:LINK  https://bibliographie.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/131536/Karrer_085.pdf?sequence=1<br />
9.<br />
Die zentrale Behauptung des „2. Briefes an die Thessalonicher“ ist, wie gesagt: Das Ende der Welt als das Gericht Gottes und der Sieg Gottes über den Antichristen wird vorläufig NICHT geschehen. Mit dieser Behauptung unterscheidet sich dieser Brief von anderen Texten des Neuen Testaments, die betonen: Das Ende stehe unmittelbar bevor, so etwa die „Offenbarung des Johannes“, auch „Apokalypse“ genannt“ ( siehe dort Kap. 1, Vers 3). So wird also auch ein Beispiel deutlich für durchaus widersprüchliche kirchliche Lehren bezogen auf das Ende der Welt. Der 2. Brief an die Thessalonicher wie die Apokalypse des Johannes gehören zum Kanon des NT, sie gelten also als „Gottes Wort“…: Sogar Gottes Wort ist also nicht eindeutig. Wie sollte es angesichts dieses Themas vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi auch anders sein.<br />
10.<br />
Der Brief des Autors Paulus, der „2. Brief an die Thessalonicher“, wurde etwa in den Jahren 90 bis 115 geschrieben, den Brief hat mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT der Apostel Paulus (Autor des Römerbriefes etc…) verfasst. Zur Datierung unseres Textes siehe: Maarten J.J. Menken&#8217;s „2 Thessalonians“ , published by Routledge in 2002.<br />
Im folgenden wird der Autor des 2. Thessalonicher Briefes Paulus von mir nur Autor genannt.<br />
Unsere Zitate aus diesem Brief sind der Einheitsübersetzung „Die Bibel“, Herder Verlag, 1980, entnommen.<br />
11.<br />
Der Ausgangspunkt für den Zweiten Brief an die Thessalonicher: Die Christen dort waren nach dem Tod Jesu von Nazareth und der von ihnen geglaubten Auferstehung bzw. Himmelfahrt von der Frage heftig bewegt: Wann kommt dieser Jesus von Nazareth nun als der siegreiche Christus endlich aus dem Himmel wieder auf die Erde zurück? Denn, so glaubten sie, diese definitive und siegreiche Rückkehr habe ihnen Jesus zu seinen Lebzeiten versprochen, die Autoren der Evangelien lehren das.<br />
Diese Erwartung der siegreichen Wiederkunft Jesu Christi auf Erden wird Nah &#8211; Erwartung genannt. Die Christen in Thessalonich haben sich in ihrer frommen Phantasie Details zusammen gereimt: Wenn Christus wiederkehrt, dann wird er sich zunächst mit dem Antichristen, also der großen feindlichen Gegenmacht, auseinandersetzen und diesen Antichristen schließlich besiegen. Gleichzeitig beginnt dann das Endgericht durch Christus bzw. Gott geleitet.<br />
12.<br />
Der Autor dieses Briefes muss die sehnsuchtsvoll die Wiederkunft Christi und damit auf das Ende dieser Welt spekulierenden Christen beruhigen, man möchte sagen von ihrem frommen Wahn befreien: Es ist in der Sicht des Autors falsch und schädlich, wenn Christen in Thessalonich glauben, das Ende der Zeiten sei bereits jetzt schon da. Das behaupten einige, die sich in Thessalonich als Lehrer aufführen. Der Autor unseres Briefes also schreibt: „Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen… wenn behauptet wird, der Tag des Herrn (also die Wiederkunft Christi) sei schon da“ (2,2). Und dann nennt der Autor des Briefes detaillierter die Abfolge der Ereignisse, die zum Ende der Welt als dem Sieg Gottes einst führen. Vor dem Endgericht und damit vor dem dann beginnenden Reich Gottes muss noch der Abfall der Menschen vom wahren christlichen Glauben stattfinden und sichtbar werden. Und dann muss auch „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der „Sohn des Verderbens“, sichtbar auftreten, „erscheinen“, wie der Autor sagt, er meint die Figur des Antichristen.<br />
Im Endgericht werden dann die Guten, das sind die korrekt Frommen der Gemeinde, für gut befunden und gerettet, also ins Reich Gottes eintreten, in den Himmel. Und die Bösen, das sind die Irrlehrer und Feinde des offiziell gelehrten Christus &#8211; Glaubens, werden verurteilt und letztlich dem Verderben, also der Hölle, preisgegeben.<br />
Der Antichrist, der „Gesetzwidrige in der Kraft Satans mit großer Macht“, wird viele Christen verführen, weil sie „sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben“ (Vers 10), also der Liebe zu der von den Aposteln festgelegten christlichen Lehre: Beachtlich ist nur das Gottesbild des Autors: Gott selbst lässt die Menschen der Macht des Irrtums verfallen läßt, wie es in Vers 10 heißt: Gott selbst lässt also den dogmatischen Irrtum zu, der dann beim Gericht für die Irrenden zum Verhängnis wird.<br />
13.<br />
Der Autor aber will die Gemeinde vor allem warnen: Wer den Anbruch des Reiches Gottes und die Wiederkunft Christi bereits jetzt als gegeben ansieht, der hat überhaupt kein Interesse mehr, sich an die bislang übliche weltliche Ordnung zu halten, also Ruhe zu bewahren und den Alltag wie gewohnt zu gestalten, etwa regelmäßig zu arbeiten. In Kapitel 3 teilt der Autor sein hartes Urteil mit, und dieses muss im Zusammenhang des Katechon gelesen werden:Der Autor verurteilt aufs heftigste die Haltung: Wenn das Reich Gottes jetzt schon da ist, dann braucht auch niemand mehr arbeiten; das Reich Gottes wird von diesen Frommen als ein ewiges Leben ohne Arbeit phantasiert… Religiöse begründete Faulheit der Frommen wird also zurückgewiesen, siehe Vers 10 f.: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, das einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen, im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen“. Wer an den Beginn des Reiches Gottes schon als jetzige Realität glaubt, legt sich also auf die faule Haut:</p>
<p><em>Eine Erfahrung auch im Sowjet &#8211; Kommunismus Stalins</em>, der als ehemaliger Theologiestudent diese Briefe des Neuen Testaments wohl kannte: Er hat gegen Faulenzer im Kommunismus tatsächlich ein Zitat aus dem 2. Thessalonicher Brief &#8211; trotz des offiziellen sowjetischen Atheismus &#8211; in die Verfassung der UdSSR eingefügt: Dort heißt es: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“, so Art. 12 der „Verfassung der UdSSR“ vom 5.12.1936. (Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: &#8222;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“; Quelle: <a href="https://www.verfassungen.net/su/verf36-i.htm#:~:text=%D0%A2%D1%80%D1%83%D0%B4%20%D0%B2%20%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0,%D1%82%D0%BE%D1%82%20%D0%BD%D0%B5%20%D0%B5%D1%81%D1%82%C2%BB">LINK </a><br />
14.<br />
Und man wird zeigen müssen, dass auch in christlichen Kreisen etwa in der frühen Kirche einige wächst enthusiastische Fromme die Arbeit verschmähten und sich etwa als Säulen Heilige auf die Säulen hockten und sich notdürftig von anderen versorgen ließen…Enthusiastisch fromm und enthusiastisch faul scheint sich zu reimen, das sah der Autor des 2. Thessalonicher Briefes schon..<br />
15.<br />
Wer ist nun eigentlich für unseren Autor derjenige, der über das Katechon, den Aufhalter der Endzeit, verfügt? Der Autor spricht von einer „festgesetzten Zeit“ (Vers 6), in der der Antichrist erst offenbar werden wird zum Endkampf gegen Christus. Wer kann über diese Zeit verfügen, sie fest setzen? Natürlich Gott persönlich, er ist also der Herr des Katechon.<br />
16.<br />
Vom „Katechon“ wird in anderen Briefen des Neuen Testaments NICHT gesprochen erwähnt, nicht Kolosser-Brief und auch nicht im Epheserbrief, auch nicht in den so genannten Pastoralbriefen des Neuen Testaments.<br />
17.<br />
In kurzer Hinweis zur Wirkungsgeschichte des biblischen „Katechon“. Dieser wirre Begriff des Neuen Testaments hat eine lange ideologische Geschichte. Dazu weisen wir erneut auf die wichtige Studie von Volker Weiß hin, „Katechon“, Cotta Verlag, 2026.<br />
Im Mittelalter wurden politische Kräfte genannt, die das Katechon sein sollen, das Kaiserreich, politische Systeme…<br />
Im 20.Jahrhundert hat der katholische rechtsextreme Denker Carl Schmitt eine Katechon-Ideologie heftig propagiert. Wikipedia schreibt: „In Schmitts posthum veröffentlichten Tagebüchern heißt es in dem Eintrag vom 19. Dezember 1947: „Ich glaube an den Katechon: Er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Glossarium, S. 63) Und Schmitt fügte hinzu: „Man muß für jede Epoche der &#8211; von meiner Gegenwart aus gerechneten &#8211; letzten eintausendneunhundertachtundvierzig Jahre den Katechon, den Aufhalter des Endes, nennen können. Der Platz war niemals unbesetzt, sonst wären wir nicht mehr vorhanden.“ (Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katechon">LINK</a> )<br />
18.<br />
In Kreisen der AfD ist der katechon Begriff üblich: Maximilian Krah meint, seine rechtsextreme Partei werde von Trump als dem Katechon geschützt (zit. in Volker Weiss, S. 11). Auch die rechtsextremen Identitären Sellner und Lichtmesz glauben: Der Kampf gegen die Massen der Flüchtlinge sei nur mit einem starken (natürlich rechtsextreme) Staat (als Katechon) zu gewinnen (S. 20). Der Milliardär Peter Thiel (USA) meint: Ein politisches libertären Katechon sei notwendig, um den drohenden weltweiten liberalen und demokratischen Einheitsstaat zu verhindern (S. 24). Vor allem müsste die d Kontrolle der neuen Hochtechnologie durch Demokraten und Demokratien verhindert werden (S. 25). Das libertäre Katechon im Sinne Thiels (und Musks und Zuckerbergs usw.) soll die Milliardäre in ihrer unkontrollierten Freiheit schützen: Das ist die theologisch gefärbte Ideologie dieser neuen Herrscher…<br />
19.<br />
Der böse Feind, vor dem das Katechon der US Milliardäre und ihrer politischen Freunde schützt, ist also die demokratische liberale Welt. Die Menschenrechte werden zum Feind, den es zu verhindern gilt. Wichtig sind auch die Erläuterungen von Volker Weiss zur Herrschaft der Katechon &#8211; Ideologie in Putins Russland, etwa beim Philosophen Alexander Dugin und der Russisch-Orthodoxen Kirche (Patriarch Kyrill I, als Putin &#8211; Ideologe). Russland muss als Katechon die ganze Welt vor dem korrupten und total verdorbenen liberalen Europa schützen; der russische Politologe Sergej Karaganov will deswegen russische Atomwaffen gegen das verdorbene liberale Europa einsetzen, sollte die Ukraine weiter als Bollwerk des Westens bestehen (S. 45). Zu unseren Hinweisen auf die sich russisch &#8211; orthodox nennende Putin-Kirche in Russland:<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21676_mitschuldig-am-krieg-gegen-die-ukraine-die-russisch-orthodoxe-kirche_religionskritik"> LINK        </a>Für Trump ist MAGA das Katechon, die MAGA Bewegung hält den Sieg der Liberalen auf, der Demokraten, der Linken, der Queers usw…<br />
20.<br />
Man darf sehr erstaunt sein, mit welcher Bravour Rechtsextreme verschiedener Staaten sich auf diesen abseitigen biblischen Begriff Katechon heute noch einlassen. Warum benötigen sie diesen frommen Mantel, um ihre eigene menschenfeindliche Ideologie etwas zu verstecken? Weil sich mit Gott und religiösem Zauber und religiös &#8211; spinösen Begriffen die dummen Bürger dieser Staaten noch auf die eigene Seite ziehen können!<br />
21.<br />
Und warum wehren sich die heute halbwegs etwas vernünftigen großen Kirchen nicht gegen den Missbrauch biblischer Begriffe, wie etwa des Katechon, das von jeglicher biblischer Bedeutung und jeglichem Inhalt durch die genannten Rechtsextremen entleert wird?<br />
Wenn schon vom noch vom Katechon gesprochen werden soll, dann sollten die Kirchen darauf dringen: Redet auch vom bevorstehenden Untergang der Welt durch die jetzt offensichtlich werdenden Klima- Katastrophen (es sind ja wohl nicht nur Klima- Krisen); redet auch vom bevorstehenden Ende der Welt, weil die reichen Länder und die Milliardäre dort außerstande sind und keine Pillen haben, die vielen Milliarden Hungernder zu ernähren, den Rassismus gegenüber den Armen abzulegen, die Milliarden Elender aus dem Elend der Unbildung, der Wohnungslosigkeit, der medizinischen Nicht &#8211; Versorgung zu befreien. Die vielen Katastrophen sind also da, sie sind von Menschen gemachte Katastrophen, nicht von einem imaginären Antichristen. Oder ist dieses religiös-mythische Bild doch hilfreich? Niemand unter den Demokraten und vernünftig gebliebenen Menschen sollte es aber wagen, bestimmte Leute mit dem Antichristen zu identifizieren, so sehr man dazu eine gewisse Lust verspürt…Dann würde der Bürgerkrieg etc…beginnen…<br />
22.<br />
Jedenfalls müssen noch ganz andere Katastrophen beachtet werden als diejenigen, von denen die Rechtsextremen schwadronieren, um ihre eigene verbrecherische Herrschaft zu zementieren und auszubreiten. Für diese genannten anderen Katastrophen sind bestimmte Politiker, Ideologen, aber auch viele brave, aber ignorante Bürger in den reichen Ländern dann doch verantwortlich zu machen. Man kennt ihre Namen. Die Armen, Hungernden, Sterbenden, etwa im Südsudan, Kongo, Madagascar, in den Slums asiatischer oder lateinamerikanischer Großstädt, auf den Südsee- Inseln usw… sind für die Klimakatastrophe bestimmt NICHT verantwortlich… Es sind die Herren dieser Welt…</p>
<p>23.</p>
<p><em>Die katholische Kirche spricht heute eher nebenbei</em> und eher indirekt vom Katechon: Im offiziellen „Katechismus der katholischen Kirche“ von 1993 wird in § 673 das Wort „aufhalten“ verwendet und damit an das Katechon erinnert: Die endgültige Ankunft bzw. Wiederkehr Christi , so heißt es dort, “kann jederzeit geschehen, auch wenn sie und die endzeitliche Prüfung, dir ihr vorausgehen wird, noch =aufgehalten= wird.“ Dieser Satz verwendet die bildhafte mythologische Sprache des Neuen Testaments förmlich wie ein Faktum. Das aber nur nebenbei, jedenfalls verweist Fußnote 3 in § 673 auf die entscheidende Katechon Aussage im 2. Thessalonicher Brief, Kap2, Verse 3-11. Auch vom `Antichrist ist im Katechismus die Rede: in § 675, auch dort wird wieder auf die Aussage des 2. Thessalonicher Briefes verwiesen.Viel wichtiger ist aber: Die katholische Kirche hält immer noch an einer umfassenden ENGEL &#8211; Lehre fest, in deren Mittelpunkt der Erzengel Michael steht: Er ist der gegen alles Dunkle und Feindliche kämpfende Fürst der Engel. Er ist also als Engel sozusagen der Aufhalter des Bösen. Die offizielle Website „Vatican News“ berichtet in dem Zusammenhang unter dem Stichwort Michael &#8211; Erzengel (Quelle: <a href="https://www.vaticannews.va/de/tagesheiliger/09/29/hl--michael--erzengel.html">LINK </a>) von einem mysteriösen Erleben des Papstes Leo XIII im Jahr 1884 (der jetzige Papst Leo XIV. Ist laut eigener Aussage ein Verehrer dieses Papstes Leo XIII.<br />
Vatikan News schreibt u.a.: Papst Leo XIII. sei am 13. Oktober 1884 während einer Messfeier für einige Minuten erstarrt: Und Leo XIII. erklärte später, er habe in diesen Minuten der Erstarrung eine furchtbare Vision gehabt: „Legionen von Dämonen“ hätten darin zum Sturm auf die Kirche angesetzt und sie nahezu zerstört. Doch dann habe der Erzengel Michael eingegriffen und das Schlachtenglück gewendet. „Aber ich sah, dass der Erzengel nicht sofort eingriff, sondern erst, nachdem aus aller Welt inständige Bitten zu ihm aufgestiegen waren.“ Das Gebet des Leo-Papstes ist mittlerweile fast in Vergessenheit geraten, doch noch Johannes Paul II. lud an einem Sonntag im April 1994 dazu ein, „es immer wieder zu beten, um Hilfe im Kampf gegen die Kräfte der Dunkelheit und gegen den Geist dieser Welt zu erlangen“.<br />
<em>Das Katechon in der katholischen Kirche sind heute die ENGEL</em>, vor allem ist es der hoch verehrte Erzengel Michael, das wäre ein eigenes Thema: Man müßte diese Lehre in bis heute bestehenden und päpstlich anerkannten esoterisch &#8211; katholischen Vereinigungen wie dem „ENGELWERK“ (oder dem mit dem Engelwerk verbundenen offiziell katholischen Kreuz-Orden) weiter untersuchen; sowie auch im Zusammenhang der Erscheinungen der Jungfrau Maria auf Erden, etwa in Fatima 1917. Oder in La Salette 1846, einem französischen Ort der hoch-problematischen, wenn nicht verstörend-verwirrenden, aber päpstlich anerkannten Marien-Erscheinung und Marien &#8211; Wallfahrt seit dem 19. Jahrhundert…</p>
<p>24.</p>
<p><em>Ein vernünftiges theologisches Nachwort</em>: Die katholische Theologin Prof. Marta Zechmeister, San Salvador, sagt: “Gott ist für mich die große Verheißung, dass die Schurken dieser Welt nicht das letzte Wort behalten &#8211; die, die über Leben und Tod anderer verfügen. Das ist keine Vertröstung auf ein Jenseits. Es ist die Weigerung, <em>ihnen den Ausgang der Geschichte zu überlassen</em>.“ <a href="https://www.congregatiojesu.de/nachrichten/theologie-muss-sich-von-der-wirklichkeit-unterbrechen-lassen">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles">Das Ende der Welt steht NICHT bevor</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 19:16:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungstheologie und Kontemplation]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn über Kontemplation in der Befreiungstheologie]]></category>
		<category><![CDATA[Karmeliterorden]]></category>
		<category><![CDATA[Kontemplation bei Theodor W. Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Seel über Kontemplation bei Theodsor W. Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Trappistenorden]]></category>
		<category><![CDATA[Verbindungen zwischen säkulärer Kontemplation und christlicher Kontemplation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kontemplation wird vom Philasophen Theodor W. Adorno neu entdeckt und neu geschätzt. Allerdings Kontemplation als säkulares, nicht - religiöses Verhalten. Kontemplation meint den Respekt für jeden Menschen, die Achtsamkeit für das Einmalige jedes Menschen. Kontemplation ist die zentrale kritische Kategorie im Denken Adornos, meint der Philosoph Marin Seel. Es lassen sich Verbndungen schaffen zwischen der Kontemplation Adornos und der Kontemplationdes us- amerikanischen Mönchs Thomas Merton und der lateinamerikanischen Befreiungstheologie. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung">Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.8.2026</p>
<p>1.<br />
Kontemplation ist ein Begriff, der sich auf die religiöse Praxis im Sinne der mystischen Traditionen in den Kirchen bezieht. Kontemplation meint das Sich &#8211; Versenken der Frommen in die göttlichen Geheimnisse, die in der Bibel überliefert oder von der Kirchenführung gelehrt werden. Die Karmeliterorden nennen bis heute die Kontemplation als die wichtige Praxis ihrer Mitglieder, inspiriert von Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz. Aber auch für die Schweigeorden der Trappisten und Kartäuser ist Kontemplation zentral. Für „normale“ (Laien)-Christen ist Kontemplation in dem Sinne eine ferne Welt…</p>
<p>2.<br />
Kontemplation wird im 20. Jahrhundert, mit einem säkularen, weltlichen Inhalt, eine Art Leitidee der PhilosophieTheodor W. Adornos. Dieser Wandel des Begriffs Kontemplation und der mit ihm gemeinten Praxis ist ein weiteres Element für das Verstehen unserer Gegenwart, also auch für uns kein Nebenthema.</p>
<p>3.<br />
Die Säkularisierung von Begriffen aus der metaphysischen und religiösen Tradition interessiert uns sehr. Der Philosoph Martin Seel machte auf „Adornos Philosophie der Kontemplation“ schon 2004 (Suhrkamp Verlag) aufmerksam. Seel betont: Kontemplation ist für Adorno alles andere als ein Nebenthema.<br />
Als junger Philosoph hat Adorno die Kontemplation zurückgewiesen und allen Wert darauf gelegt, dass Philosophie niemals einer „selbstgenügsamen Kontemplation“ verfallen sollte. Er dachte dabei an eine Kontemplation, die sich &#8211; abgeschieden vom Geschehen der Welt &#8211; der Betrachtung des Ewigen, Himmlischen etc. hingibt.</p>
<p>4.<br />
Später, so Martin Seel, entwickelte Adorno die Kontemplation als das normative Kriterium für sein Philosophieren überhaupt. „Die These unseres Beitrags lautet, das es sich hierbei um das für Adornos Denken zentrale Kriterium der Bewertung menschlicher Zustände handelt. Kontemplative Erfahrung stellt die normative Grundlage seines Philosophierens dar.“ (S. 13).<br />
Mit seinem Plädoyer, kontemplativ zu denken und kontemplativ zu leben, meint Adorno eine entscheidende Haltung: Menschen und Dinge in ihrer individuellen Besonderheit wahrnehmen, Sinn entwickeln für das Unwiederholbare im Leben, und den Tendenzen widerstehen, Menschen und Dinge nach dem Kriterium der Zweckmäßigkeit anzusehen und entsprechend „technisch“ zu verwenden.</p>
<p>5.<br />
Kontemplation ist also, ein Geltenlassen und Sein -Lassen der anderen, der Menschen und der Welt. Vorausgesetzt ist dabei auch der Abstand von den Zwängen des Alltags und seines Tuns, also die Möglichkeit, auf die Dinge und Menschen kritisch zu schauen, ihre Einmaligkeit wahrzunehmen, mit ihnen in Kommunikation zu treten ohne den Gedanken an Herrschaft: Menschen und Dinge also zu pflegen und zu behüten. Martin Seel schreibt: „Die Fähigkeit, andere und anderes in ihre Sonderheit sein zu lassen, bildet der Prüfstein, an dem Adorno den gesellschaftliche Zustand misst.“ (S. 25). Ein sehr aktuelles, dringendes Thema: Wir denken an die Abwehr der Flüchtlinge, die Mauern, die Europa umgeben; die Rechtlosigkeit von Queers nicht nur in christlichen Staaten Afrikas.</p>
<p>6.<br />
Martin Seel betont: Man solle nun bloß nicht Adorno insgesamt so interpretieren, als lasse er nur noch kontemplatives Verhalten gegenüber den Menschen und den Dingen als einzige menschliche humane Praxis gelten. Als bräuchten der Mensch und die Gesellschaft nicht immer auch das technische Tun, die Gestaltung von Welt und Gesellschaft, also das, was die Kritische Theorie „instrumentelles Verhalten“ nennt: Aber: diese Welt der Technik und Verwaltung muss immer von dem genannten Kriterium der Kontemplation kritisiert und in ihrer Allmachts &#8211; Tendenz zurückgewiesen werden!</p>
<p>7.<br />
Die von Adorno beschriebene Kontemplation ist also eine jedem Menschen innewohnende „korrektive Kraft“ , betont Martin Seel (S. 38).</p>
<p>8.<br />
Darin können sich die klassische metaphysisch &#8211; religiöse Kontemplation und die säkulare Kontemplation Adornos treffen: Kontemplation ist eine dem Menschen immer gegebene Möglichkeit, aus seinem Egoismus, seiner Fixierung auf instrumentelles Handeln herauszutreten. Kontemplation ist also klassisch wie für Adorno eine aus dem engen Ego herausführende, eine transzendierende Bewegung.<br />
Nur: Die Klassische Kontemplation in den Kirchen, zumal in den „beschaulichen Orden“, meint eher die soziale und politische Aktion zurückweisende Haltung der Versenkung: Bitte immer im Schweigen, so die Ordensregel &#8211; in eine göttlich gedachte Wirklichkeit. Aber diese Tradition wird jetzt langsam überwunden.</p>
<p>9.<br />
Man denke an die Erfahrungen des us-amerikanischen Trappistenmönchs Thomas Merton (1915-1968) , bis heute ein vielfach geachteter spiritueller Autor: Er konnte sich von den strengen Klosterregeln etwas befreien und ein Einsiedler &#8211; Leben auf seinem Klostergelände führen, das ihm dann gerade politisches Engagement für die Friedensbewegung in den USA gegen den Vietnam &#8211; Krieg erlaubte.<br />
Der Trappistenönch Merton schreibt: „Kontemplation ist der höchste Ausdruck des intellektuellen und spirituellen Lebens des Menschen &#8230; Es ist spirituelles Wunder. Es ist eine spontane Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens, des Seins. Es ist eine lebendige Erkenntnis der Tatsache, dass das Leben und das Sein in uns von einer unsichtbaren, transzendenten und unendlich reichlich vorhandenen Quelle ausgehen. Kontemplation ist vor allem das Bewusstsein für die Realität dieser Quelle“ (in Thomas Merton: New Seeds of Contemplation, Quelle: https://www.thomasmertonnyc.org/about-merton/explore/2016/7/5/the-contemplative</p>
<p>10<br />
In der Befreiungstheologie (teología de la liberacion) heute wird die Kontemplation als politische Kraft entdeckt: Sie zeigt den Christen und den Kirchen, in den Armen und Unterdrückten eine göttliche Präsenz wahr &#8211; zunehmen: Also den absolute Bedeutung eines jedes Menschen, auch des Armen, politisch zu fördern. „Die Kontemplation Christi im leidenden Ausgestoßenen und geknechteten Bruder ist ein Appell zu tätigem Einsatz. Dies bildet den geschichtlichen Inhalt der christlichen Kontemplation in der lateinamerikanischen Kirche“, schreibt der chilenische Theologe Segundo Galilea 1974, zit. siehe Fußnote 1:</p>
<p>11.<br />
Wenn sich die christliche Kontemplation erneuert und auf die übliche Weltflucht verzichtet, kann sie in lernbereite Kommunikation mit der säkularen Kontemplation treten: Ihr geht es auch um die von instrumentellen Interessen befreite Anerkennung der Menschen als Menschen… Kontemplatives Leben ist in beiden Gestalten von Kontemplation immer ein Kampf für die Menschenwürde und die Menschenrechte…Vielleicht sollten Christen öfter mal Texte von Theodor W. Adorno lesen.</p>
<p>12.</p>
<p>Einen Aspekt der Kontemplation bringt Adorno nicht zur Sprache, die kontemplative Stille, das Schweigen in der Kontemplation. Dann wird das Denken zu sich selbst geführt, zur Reflexion, zur Erkenntnis, was Dasein, was Leben bestimmt. Diese Kontemplation in der Stille, im Zurückdrängen allen Lärms, ist kein Dauerzustand, sondern auch eine Art Stärkung von Geist und Seele&#8230; um in die Alltäglichkeit der Auseinandersetzungen und in die gesellschaftliche Praxis zurückzukehren&#8230;</p>
<p>Fußnote 1: Zit in: Christian Modehn, „Kampf &#8211; Kontemplation -Theologie. Eine Skizze“. In dem Sammelband „Befreiende Theologie“, hg. von Karl Rahner, Christian Modehn, Hans Zwiefelhofer, Stuttgart 1977, S. 27.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung">Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>„Alle haben die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Und sie tun es bereits!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 13:57:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Buch "Hinter Mauern"]]></category>
		<category><![CDATA[der Mauerfall 1989 ist nur eine schöne Idee]]></category>
		<category><![CDATA[die Flüchtlinge aus Marokko in Ceuta Emde Juli 2026]]></category>
		<category><![CDATA[eine Ansprsche zum 13. August]]></category>
		<category><![CDATA[Europa baut Mauern]]></category>
		<category><![CDATA[Europa mauert sich ein]]></category>
		<category><![CDATA[fast alle europäischen Politiker haben die Absicht Mauern um Europa zu errichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken zum 13. August]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkrede am 13. August 2026]]></category>
		<category><![CDATA[geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mauerbau in Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt zum 13. Sugust]]></category>
		<category><![CDATA[schon einmal kamen 2021 tausende Flüchtlinge aus Marokko in Ceutra an]]></category>
		<category><![CDATA[Suhrkamp Verlag Buch "Hinter Mauern"]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag zum 13. August 2026]]></category>
		<category><![CDATA[was hat Walter Ulbricht mit den Politikern Europas im Jahr 2026 gemeinsam]]></category>
		<category><![CDATA[ws bedeutet der 13. August im Jahr 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Walter Ulbricht, DDR, sagte im Juni 1961: "Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu errichten". Heute haben fast alle Politiker in Europa die Absicht, Mauern zu errichten. Eine kritische Erinnerung an den 13. August 1961, dem Beginn des Mauerbaus. Nach der großen Fluchtbewegung nach Ceuta Ende Juli 2026 wird die europäische Flüchtlingspolitik nur noch vom Gedanken der Abwehr bestimmt, die Mauern um Europa sollen im dicker und fester werden. Die Menschenrechte spielen dabei keine Rolle mehr. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22514_alle-haben-die-absicht-eine-mauer-zu-errichten-und-sie-tun-es-bereits_befreiung">„Alle haben die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Und sie tun es bereits!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum 13. August: Gedenktag der Errichtung der Berliner Mauer 1961.<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn</p>
<p><em>Das 1. Motto:</em> &#8222;Es gibt auch eine soziale Theodizee, die danach fragt: Warum lassen Gesellschaften, die ihrem sozialen Selbstbild nach human und demokratisch sind, sinnloses Leid zu, obwohl sie über die Macht verfügen, solches Leid zu verhindern oder erheblich zu reduzieren.&#8220; (Quelle: Siehe Fußnote 2)</p>
<p><em>Das 2. Motto:</em> Wer heute, 2026, über den Bau der Berliner Mauer spricht, ohne zugleich ausführlich die Mauer &#8211; Bauer (gegen Flüchtlinge, Fremde, &#8222;Andere&#8220; usw.) kritisch zu sprechen, ist aus der Zeit, der Gegenwart, gefallen. Das gilt auch für &#8222;Gedenkgottesdienste&#8220; am 13.8.2026. (CM)</p>
<p>1.<br />
<em>“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“</em>. Sagte Walter Ulbricht, der Chef der DDR, am 15. Juni 1961. Zwei Monate später, am 13. August 1961, spaltete er mit dem Bau der Mauer die Stadt Berlin. West &#8211; Berlin wurde eine Art Insel, umgeben von Mauern und Stacheldraht. Die ganze DDR hatte nun mehr als bloß einen „eisernen Vorhang“.</p>
<p>2.<br />
<strong>Die aktuelle Erkenntnis zum 13. August im Jahr 2026: Die DDR wollte 1961 ihre Bewohner an der Ausreise hindern, wollte niemanden rauslassen. Heute will Europa Flüchtlinge nicht mehr reinlassen, Europa ist zur Festung ausgebaut worden.</strong></p>
<p>3.<br />
„<em>Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten“</em>.<br />
Die politischen Perspektiven der PolitikerInnen in Europa heute: Sie errichten seit 20 Jahren Mauern rings um Europa: Mauern aus Beton, Stacheldraht, Steinen, Frontex-Schnell &#8211; Booten. Mauern der immer rigideren Gesetzen zur Flüchtlings &#8211; Abwehr. Mauern des Hasses, lautstark und unverschämt propagiert von rechtsextremen faschistischen Politikern innerhalb der noch bestehenden Demokratien. Und: Ideologische Mauern der fundamentalistisch verirrten und verwirrten Frommen in den Kirchen, im Judentum, im Islam …die Liste weiterer Beispiele ist lang.</p>
<p>4.<br />
<em>Am 30. und 31. Juli 2026 erreichten 70.000 AfrikanerInnen und Afrikaner von Marokko aus die spanische Exklave CEUTA</em>. Europas Politiker waren schon geübt, dieses Ereignis mit militärischen Begriffen zu deuten: Von Invasion war die Rede, von Ansturm, Überfall, Chaos. Diese „Horden“ der Eindringlinge wurden in Ceuta nicht elementar menschlich versorgt. Die Bevölkerung Ceutas und die ganze freie, Welt war glücklich, als die meisten schnell wieder nach Marokko zurückkehrten. Flüchtlinge aus dem Südsudan waren einige Wochen auf der Flucht: Im Süd -Sudan gibt’s eigentlich keine Überlebensbedingungen mehr, aber die demokratischen Staaten können nicht, wollen nicht, die herrschenden Verbrecher vertreiben.<br />
Die mehrheitlich konservativen EU Politiker waren heilfroh, dass keinem Flüchtling von Ceuta Ende Juli 2026 die Flucht aufs spanische Festland gelang.<br />
Nebenbei: Mit dem Bau der modernen Festungsanlage rund um Ceuta wurde schon 2005 begonnen. Jetzt wird mit vielen Millionen Euro weiter aufgerüstet, es wird ein besseres Frühwarnsystem installiert. Vor wem waren Frühwarnsysteme? Vor Flüchtlingen als Feinden, wie im Krieg!</p>
<p>5.<br />
Es ist höchst merkwürdig: Soweit wir sehen, wird in den Medien kaum an <em>die erste, ähnliche Flüchtlingsbewegung von Marokko aus nach Ceuta erinnert: Am 17. Mai 2021</em> ließ die Regierung Marokkos den Übertritt von etwa 12.000 Menschen in die spanische Exklave Ceuta zu. „Die marokkanischen Behörden ermutigten die Menschen eindeutig zum Gehen“, schreibt der Historiker Timothy Garton Ash (Fußnote 1).Der Grund für die „Großzügigkeit“ des marokkanischen Königs: „Seine Verärgerung über das Verhalten der spanischen Regierung gegenüber der Westsahara“, so Ash, (ebd. S. 285.)</p>
<p>6.<br />
<em>Die unerwartete Anwesenheit von mindestens 70.000 Menschen aus Afrika in der spanischen Exklave Ceuta am 30.und 31.Juli 2026 ist ein „historisches Datum“.</em></p>
<p>Die mehrheitlich rechts oder rechtsextrem orientierten Politikerinnen Europas nützen diese „Invasion der Fremden“ als Chance und entwickeln nun eine noch rigidere Flüchtlingspolitik. Sie vergessen wie üblich in ihrem Kampf gegen „die“ Flüchtlinge, dass Not, Armut und Ungerechtigkeit diese Menschen zur Flucht treiben. Dabei ist die Not für die meisten Menschen in Afrika mit-verursacht von der nach wie vor kolonialen Afrika (Wirtschafts -) Politik der EU. Anstelle einer gerechten (Wirtschafts-) Politik zugunsten der Armen werden in Europa Projekte entwickelt, abgewiesene Flüchtlinge in Lagern &#8211; etwa in Albanien oder Ruanda &#8211; unterzubringen. KZ-ähnliche Lager zur Abwehr afrikanischer Flüchtlinge finanziert die EU seit Jahren schon in Libyen. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15088_wenn-auch-die-eu-krieg-fuehrt-gegen-fluechtende_befreiung">LINK</a><br />
Die rechten und rechtsextremen PolitikerInnen der EU halten sich eher an die Herrscher &#8211; Cliquen Afrikas, man nennt sie in diesen Kreisen „Eliten“.<br />
In Deutschland werden Abschiebungen von Flüchtlingen organisiert, Abschiebungen, die man,„Remigrationen“ nennen muss, durch den „christlich-sozialen“ Innenminister Alexander Dobrindt, Quelle: <a href="https://www.n-tv.de/politik/Deutschland-schiebt-Mann-ohne-Straftaten-nach-Afghanistan-ab-id31134003.html">LINK</a>.</p>
<p><em>Die zentrale Forderung der AfD, die „Remigration“ der Flüchtlinge, ist durch Minister Dobrindt (CSU) bereits Realität!</em> Die AfD freut sich über diese Kollaboration.<br />
Damit wir nicht von unverschämter Kritik belästigt werden: Wir sind nicht für eine totale Öffnung Europas „für alle“, aber wir bestehen auf den Standards, die in verschiedenen Menschenrechts &#8211; Erklärungen von europäischen Staaten und deren Bürgern eigentlich unterschrieben und eigentlich akzeptiert wurden, einst…</p>
<p>7.<br />
Auch Kanzler Merz (CDU) hat den Brief der Neofaschistin und Ministerpräsidentin Italiens Meloni unterzeichnet: Darin wird die sozialistische Regierung Spaniens wird wegen der Ereignisse in Ceuta massiv angegriffen: Die letzte linke, in der Flüchtlingspolitik eigentlich etwas humane Regierung soll offenbar von Rechten und Rechtsextremen kaputt gemacht werden. Dabei folgte der spanische Ministerpräsident Sanchez einem gleichermaßen humanen wie auch wirtschaftlich sinnvollen Kurs: Bis jetzt irregulär in Spanien lebenden Lateinamerikanern wird eine Aufenthaltserlaubnis und einen Arbeitsstatus gegeben. Denn Migration ist für Europa keine Bedrohung, sondern eine zu fördernde Realität in unserer globalen Welt.</p>
<p>8.<br />
Wir haben den fürs humane Leben wichtigen Begriff der Identität nicht vergessen. Die Identität eines Menschen bedeutet nicht die totale Abkapselung des Individuums, das Fixiertsein allein auf sich selbst. Das wäre der Abgrund des totalen Egoismus. Identität bedeutet für Menschen immer Verbundenheit mit anderen. Das Ich lebt nur dank der vielen Du, der vielen unterschiedlichen Wir in der Gesellschaft. Die Identität Europas ist nicht der abgeschlossene Nationalstaat, sondern das gleichberechtigte Miteinander der Verschiedenen, zu denen auch Flüchtlinge aus der Ferne, etwa aus Afrika gehören.<br />
In einer globalen Welt können die EuropäerInnen, die vergleichsweise noch wie auf einer „Insel der Seligen“ leben, niemals wie abgekapselte Egoisten ein menschenwürdiges Leben führen. Sondern immer nur als Menschen, die das große Miteinander, das Wir, leben und lieben und die das Wir fördern, auch mit den „Anderen“ aus „anderen Kulturen“, den Flüchtlingen. Und die werden, gut respektiert und integriert, auch die Gesellschaft hier im wahrsten Sinne bereichern…</p>
<p>9.<br />
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Diese leider zutreffende These, ein „Wortspiel“ mit dem bekannten Zitat Ulbrichts kann nur von Menschen (und PolitikerInnen) korrigiert werden, die den Egoismus der Reichen als die zentrale Verfehlung der Europäer (und Nordamerikaner…) erkennen und anerkennen. <em>Der Historiker Timothy Ash betont: „Wenn sich die Kluft zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden infolge von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und schlechter Regierungsführung weiter vergrößert, werden keine europäischen Verteidigungsanlagen mehr ausreichen. Immer mehr Menschen werden über diese Zäune klettern (das schreibt Ash 2022!)…Was wird Europa dann tun? Noch höhere Mauern bauen? Todesstreifen Anlagen? Menschen einfach ertrinken lassen?“</em><br />
Die EU Politiker haben jedenfalls nach den „Ereignissen“ in Ceuta am 30.Juli 2026 fest versprochen: Die Grenzen noch viel sicherer, also unüberwindbar, zu machen. Die Festung Europa wird noch fester, fest versprochen.</p>
<p>10.<br />
<em>Ist die Errichtung einer Brandmauer durch die demokratischen Parteien in Deutschland gegen die AfD eine die Not wendende Mauer?</em> Oder hat die AfD mit ihrer rechtsextremen Politik diese Brandmauer errichtet?<br />
Das Problem ist: Sollen sich Demokraten gegen alle WählerInnen der AfD durch eine Mauer abgrenzen und gegen diese verteidigen, dürfen sie die AfD &#8211; WählerInnen isolieren und als „nicht zur Demokratie zugehörend“ betrachten? Oder sollte man sogar zwischen rechtsextremen AfD WählerInnen und bloß frustrierten AfD Wählern unterscheiden? Oder gilt die Ablehnung, die ein Brandmauer in diesem politischen Sinne meint, nur der nachgewiesen rechtsextremen Führung der AfD?<br />
Immer wieder wird selbst noch im August 2026 &#8211; vor den Wahlen in Sachsen &#8211; Anhalt &#8211; ein Verbot der AfD gefordert: Wir meinen, diese ewigen Diskussionen kommen jetzt viel zu spät. Demokraten in Deutschland sind unfähig, antidemokratische Organisationen sehr früh, im Status des Entstehens, zu erkennen und zu verbieten. Und die Anhänger dieser Parteien zu überzeugen, dass es grundsätzlich keine Alternative zur Demokratie gibt, ohne dabei die Fehler der Demokraten zu verschweigen.</p>
<p>11.<br />
<em>Interessant ist, den Begriff Brandmauer als Fachbegriff der Architektur zu betrachten</em>: Wikipedia schreibt: „Eine Brandwand oder Brandmauer (selten auch Brandschutzwand, früher auch Feuermauer und Brandgiebel) ist eine Wand, die durch ihre besondere Beschaffenheit das Übergreifen von Feuer und Rauch von einem Gebäude oder Gebäudeteil zu einem anderen verhindern soll.“ Längst hat der Rauch und das Feuer der AfD andere Gebäude, also andere Parteien, erreicht. Die AfD hat &#8211; mit anderen rechtsextremen Parteien und Organisationen &#8211; bereits das politische Klima vergiftet, die Schleusen von Hass und Gewalt geöffnet. In dieser Situation ist es gefährlich, in sogenannten Einzelfällen gelegentlich mit diesen Brandstiftern zu kooperieren. Wer einmal sagt: Die AfD ist nicht so schlimm, wird es auch bei weiteren politischen Entscheidungen sagen. Es gibt bereits eine Kooperationen etwa der CDU mit der AfD, etwa bei gemeinsamen Abstimmungen oder Absprachen, etwa in Kommunal- und Kreistagen..</p>
<p>12.<br />
Wir haben vor einigen Jahren, 2021, unserer Erinnerung an den 13. August 1961, auch auf den <em>Vatikan &#8211; Staat (auch den „Heiligen Stuhl“) mit seinen dicken, fetten und unzerstörbaren Mauern</em> hingewiesen. Beton ist gar nichts dagegen. Diese Kirche hat sich seit Jahrhunderten schon an ihrem Stammsitz Vatikan, dem Ort aller päpstlichen Behörden, eingemauert. Obwohl Papst Leo XIV. sicher auch sagen kann: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Aber er bleibt bei den wie Beton wirkenden Dogmen (etwa zur Erbsünde) und hält an Beton &#8211; Traditionen fest (etwa das Zölibatsgesetz, das Nein zum Priestertum der Frauen usw.). Alle Offenheit und Freundlichkeit des Papstes wirkt eher wie gespielt, wenn nicht verlogen, solange er die Mauern seiner Kirche nicht abreisst, und das läge in seiner Allmacht… Aber das tut er nicht. Der Klerus will absolut nicht auf seine Vor-Macht niemals verzichten. Sie soll ja von Gott höchstpersönlich verfügt sein…<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/369_vatikan-ein-blick-hinter-die-mauern_religionskritik">LINK</a></p>
<p>13.<br />
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Mit unserem Titel haben wir darauf hingewiesen: Die meisten europäischen PolitikerInnen und die ihnen folgenden BürgerInnen/WählerInnen aktualisieren in der „Flüchtlingspolitik“ auf paradoxe Weise das Statement des DDR Chefs Walter Ulbrichts: Auch heute wird jeder Politiker sagen: Er habe doch nicht die Absicht, Mauern um Europa herum zu errichten.</p>
<p>14.<br />
<em>Das Datum des Mauerfalls, 7. November 1989,  war in Europa offenbar nur ein kurzes Intermezzo der Freiheit und universellen Menschenrechte: „Der Mauerfall“ 1989 ist heute, 2026, nur noch ein poetisches, ein nostalgisches Wort in der realen Politik Europas und der USA, die überall Mauern errichtet…</em></p>
<p>Fußnote 1: Timothy Garten Ash, „Europa. Eine persönliche Geschichte“. DTV, 2023, S. 386.</p>
<p>Fußnote 2: Zit. aus dem sehr empfehlenswerten Buch &#8222;Hinter Mauern. Geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschft&#8220; . Hg. Volker M. Heins und Frank Wolff, Suhrkamp, 2023, zit. S. 99.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
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		<title>Wenn Lügen Leben zerstören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 13:34:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
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		<category><![CDATA[ist Lügen absolut unmoralisch?]]></category>
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		<category><![CDATA[Richtig und wahr]]></category>
		<category><![CDATA[Wer lügt behauptet noch seine Wahrheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein kurzes Plädoyer für die Wahrhaftigkeit in Zeiten der Herrschaft der Lüge Ein Hinweis von Christian Modehn am 3.8.2026 Ein aktuelle Vorwort: Jetzt verbrennen riesige Flächen von Wäldern in Europa. Im wissenschaftlichen Vergleich: Immer öfter, immer stärker. Wasser wird in vielen Regionen sehr knapp, Flüsse trocknen aus, die Hitze tötet Tausende (alte und kranke Menschen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22509_wenn-luegen-leben-zerstoeren_denkbar">Wenn Lügen Leben zerstören</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kurzes Plädoyer für die Wahrhaftigkeit in Zeiten der Herrschaft der Lüge<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 3.8.2026</p>
<p><em>Ein aktuelle Vorwort:</em><br />
Jetzt verbrennen riesige Flächen von Wäldern in Europa. Im wissenschaftlichen Vergleich: Immer öfter, immer stärker. Wasser wird in vielen Regionen sehr knapp, Flüsse trocknen aus, die Hitze tötet Tausende (alte und kranke Menschen sowie auch Tiere) und Pflanzen. Der CO2 Ausstoß wurde seit Jahrzehnten nicht wirksam reduziert, Politiker und die Herren der Ökonomie haben die wissenschaftlich begründete Wahrheit „Reduziert den CO2 Ausstoß“ sehr sehr oft ignoriert. Die meisten Menschen haben ihre üblichen Lebensgewohnheiten (Flugzeuge nutzen, Benzin &#8211; Autos fahren etc.) fortgesetzt. Die Wahrheit über die Rettung unserer Erde wurde also seit ca. 50 Jahren weithin ignoriert. Daraus folgt: Wer, wie etwa Mister Trump und Konsorten, die Wahrheit über den Klimawandel als eine Klimakatastrophe ignoriert, also weg &#8211; lügt, zerstört die Welt, zerstört das Zusammenleben, zerstört die Demokratie. Und ein offenbar ignoranter Kanzler Merz sprach am 15.Juli 2026 in der Bundespressekonferenz davon, er werde sich um die „Probleme des Wetters“ (sic) kümmern. Die Wahrheit der Klimakatastrophe ist Herrn Merz offenbar noch nicht vertraut. (Quelle: Etwa: ZDF, Heute Journal, 2.8.2026). Und die ganz den Interessen des Kapitals ergebene Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) meint sogar: Naturschutz sei im Zweifel als Hemmschuh für die Wirtschaft anzusehen.“ (Quelle Tagesspiegel, 3. 8.2026, Seite 5. Der vernünftige Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betont: 25 Milliarden Euro betrage der jährliche Schaden durch die Trockenheit, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden“ (Tagesspiegel, 3.8.2026, S. 5)., Mit anderen Worten: Schon der finanzielle Schaden ist immens, wenn weiterhin die Wahrheit der Umweltkrise als Umweltkatastrophe ignoriert wird…</p>
<p><em>1. Auch Lügner beanspruchen die Wahrheit</em><br />
Denken Sie diesen Gedanken: Die universell geltende, faktisch aber selten respektierte Forderung an alle Menschen: „Du sollst nicht lügen“, „Du sollst die Wahrheit sagen“ gilt nicht mehr, diese Wahrheit ist abgeschafft worden. Dann können alle Menschen je nach Belieben lügen, z.B. heute dieses und morgen anderes als Erkenntnis der gleichen Sache behaupten. Jeder und jede erfindet also &#8211; bei der Ignoranz gegenüber der Vernunfterkenntnis oder auch der Ignoranz gegenüber der „Stimme des Gewissens“ &#8211; je nach Laune immer neue Thesen: Die aber dann doch, um Aufmerksamkeit zu finden, als Wahrheit, als „meine Wahrheit“, propagiert werden müssen. Die nicht total zu vernichtende Idee der Wahrhaftigkeit können also die Lügner nicht auslöschen. Sie müssen für sich selbst und für andere ihre lügenhaften Behauptungen als ihre Wahrheit darstellen. Schon hier zeigt sich eine unauflösbare Verbindung von Wahrhaftigkeit und Lüge.<br />
Lüge und Wahrheit bleiben selbst noch in einer umfassenden Lügen &#8211; Welt eng verbunden. Die Idee der Wahrheit lässt sich nicht kleinkriegen.</p>
<p><em>2. Richtig ist etwas anderes als wahr</em><br />
Mathematische Wahrheiten können nicht außer Kraft gesetzt werden, sie gelten immer und überall. Die Leugnung mathematischer Wahrheiten würde die gesamte technisch &#8211; industrielle Wirklichkeit zerstören und damit Wohlstand und physisches Überleben unmöglich machen. Es wäre absolut unrealistisch, eine alternative Gemeinschaft aufzubauen, die zum obersten Dogma erklärt: Eins und Eins addiert ergibt Eineinhalb. Und eine andere alternative Gemeinschaft könnte aus purer Laune behaupten: Null plus Null ergibt zusammen eins.<br />
Aber, wie gesagt: Schon aus technisch &#8211; praktischen Gründen muss mathematische Wahrheit gelten. Und wer dann in dieser mathematischen Welt korrekt, den Gesetzen entsprechend rechnet, der rechnet richtig, nicht etwa „wahr“. Richtig ist das korrekte Verhalten in einer gegebenen, in dem Fall mathematischen Wirklichkeit. Man wird im technischen Bereich niemals sagen: „Diese Autoreparatur ist nicht wahr,“ sondern: „Sie ist falsch“ oder auch: „Sie ist richtig.“</p>
<p><em>3. Faktencheck, weil so viele lügen</em><br />
Wahrheit und Wahrsein sind umfassender als technische Richtigkeit. Wahrheit ist bezogen auf die geistige Sphäre, auf die Wahrnehmung von Welt, der menschlichen Gesellschaft, der Politik. Ist aber dort die Bindung an die Wahrheit abgeschafft, gilt Wahrhaftigkeit nichts mehr, dann kann es nur noch millionenfach Lügen geben, die alle in Konkurrenz und im Kampf um Vorherrschaft zu einander stehen. Diese Erfinder ihrer jeweiligen Lügen werden Kriege gegeneinander führen. Und es wird keinen Friede, kein humanes Zusammenleben, mehr geben: Denn nur die Bindung an die Verpflichtung, die Wahrheit zu sagen, kann als als Kriterium entscheiden, welche unter den vielen Thesen den Fakten entspricht und welche nicht. Dieser „Faktencheck“ ist das Eingeständnis, dass es doch Wahrheit gibt in der verwirrenden Vielfalt der Meinungen und „Wahrheiten“. Es gibt also in einer schon jetzt von der Herrschaft der Lüge vergifteten Welt das starke Bedürfnis zu wissen, was ist denn nun Wahrheit. Und die ist, wie gezeigt, mehr als rechnerisch &#8211; technisch korrekte Richtigkeit.</p>
<p><em>4. Lügen sind Nihilismus</em><br />
Lügen zerstören humanes Leben: Nihilismus ist die Vorstellung, dass nichts gilt, dass Wahrheit nicht gilt, alles gleich -gültig ist, dass Gutes vom Bösen nicht unterschieden werden kann. Nihilismus ist das Resultat einer Herrschaft der Lüge und Lügner. Vaclav Havel, der tschechische Widerstandskämpfer, Literat und nach 1989 Staatspräsident in seiner Heimat, hatte seinen Überlegungen zur Lügen &#8211; Welt des Kommunismus/Stalinismus den Titel gegeben: „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ (1978). Inmitten des Verbrecher Regimes der kommunistischen Partei hat Havel gewusst, was Wahrheit, was wahres humanes Leben ist. Havel passte sich nicht an, wurde nicht zum Mitläufer, er wählte nicht den bequemen Weg wie die meisten in diktatorischen Regimen. Der Wahrheit folgen, in der Wahrheit leben: dies ist gefährlich, manchmal lebensgefährlich, das wusste Havel. Das wissen alle, die niemals auf Wahrhaftigkeit verzichten und in den Gulag der russischen Diktatoren damals und heute ums Überleben ringen, das wissen kritische Intellektuelle in dem Regime des Herrschers Trump, das wissen die Oppositionellen in der totalen Herrschaft Netanjahus und seiner faschistischen Minister oder im Regime der Mullahs usw…</p>
<p><em>5. Die Wahrheit immer und überall sagen?</em><br />
Der Philosoph Immanuel Kant ist bei manchen Leuten in Verruf geraten, weil er in seinem Beitrag „Über ein vermeintliches Recht, aus Menschenliebe zu lügen“ (1797) sehr streng betonte: Niemals, unter keinen Umständen, ist Lügen moralisch zu rechtfertigen. Unser Zitat bezieht sich auf diesen Text (Fußnote 1): “Es ist also ein heiliges, unbedingt gebietendes, durch keine Conveniencen (Üblichkeiten) einzuschränkendes Vernunftgebot: In allen Erklärungen wahrhaft (ehrlich) zu sein.“ S. 227 f.). In seinem Beitrag will Kant nur das Eine sagen: Menschen dürfen um ihrer Menschlichkeit niemals darauf verzichten, an der Idee der Wahrheit und Wahrhaftigkeit festzuhalten. Diese Idee der Verpflichtung auf Wahrheit muss bestimmend sein, wenn die Gesellschaft, der Staat, wenn das Zusammenleben nicht durch die Herrschaft der Lüge völlig zerfallen und ausgelöscht werden soll.<br />
Der Idee der Wahrheit kann der einzelne niemals vollständig und total entsprechen, aber er braucht diese Leit-Idee, um im Leben, im Suchen, im Forschen und Fragen ein Kriterium zur Verfügung zu haben, das wahre Erkenntnis von falscher trennen kann. Diese Leit &#8211; Idee der Wahrheit steht neben den anderen ähnlich strukturierten Leit &#8211; Ideen, dem Guten und dem Schönen: Auch sie sind Kriterien für ein humanes Leben: Niemand wird jemals absolut gut sein, vollkommene Schönheit wird niemals erreichbar sein: Aber niemand wird auf die Bindung an die Idee der Schönheit oder des Gutsein verzichten: Selbst ein Mörder kann sein &#8211; zum Beispiel fundamentalistisch &#8211; religiös motiviertes- Morden für sich als Gehorsam gegenüber seinem Gott irrigerweise sogar gut und wahr finden. Und selbst ein Fan von Kitsch &#8211; Gemälden wird noch unterscheiden können zwischen dem für ihn schönen Kitsch und dem unerträglich grellem Farben &#8211; Geschmiere anders orientierter Kitsch &#8211; Freunde…</p>
<p><em>6. Lügen als Ausnahme retten Leben</em><br />
Man hat Kants Position weiter gedacht und behauptet: Er würde sogar für die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit eintreten, wenn etwa die Nazis von einem Antifaschisten wissen wollen: „Haben Sie einem Juden in ihrer Wohnung Schutz gewährt?“ Natürlich darf dieser hilfsbereite Mensch NICHT die Wahrheit sagen, er darf nicht den Gesuchten der SS ausliefern. Denn der hilfsbereite Mensch kennt eine gegenüber der formellen Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit noch größere Wahrheit und sie reicht über die Konformität mit den geltenden Gesetzen hinaus: Das Leben eines Unschuldigen in einem Verbrecher &#8211; Regime zu schützen ist die höhere Wahrheit. Der Kant &#8211; Forscher Marcus Willaschek schreibt in seinem empfehlenswerten Buch „Kant. Die Revolution des Denkens“ passend zu unserem Beispiel: Der hilfsbereite Mensch habe mit der Lüge gegenüber dem SS Mann seiner richtigen Lebens &#8211; Maxime entsprochen und die heißt: „Ich will nicht lügen, es sei denn die Lüge ist das einzige Mittel, um ein großes Unrecht zu verhindern und verletzt keine berechtigten Interessen anderer Menschen.“ (Fußnote 2).<br />
Moralisch ausschlaggebend ist in dem Beispiel, so Willlaschek, „die Verallgemeinerbarkeit dieser Maxime. Tatsächlich spricht nichts dagegen, dass diese Maxime (in unserem Beispiel die des hilfsbereiten Menschen) ein allgemeines Gesetz sein könnte.“ Und Willaschek betont: Es gibt also kein uneingeschränktes Lügenverbot.</p>
<p><em>7. Politiker als Lügner</em><br />
Lügen kann &#8211; als reflektierte Ausnahme &#8211; DAS EINZIGE MITTEL sein, „um ein größeres Unrecht zu verhindern“. Diese sehr begrenzte, stets kritisch zu reflektierende Möglichkeit zu Lügen haben die zahllosen Lügen &#8211; Politiker und die einflußreichen Tech &#8211; Milliardäre total vergessen: Sie lügen und lügen, wie es ihnen gerade passt … und finanziell Vorteile bringt. Vorbild aller Lügen &#8211; Herren ist Mister Donald Trump, dessen Lügen innerhalb seiner Amtszeit schon gar nicht mehr gezählt werden können. Trump steht in einer Reihe mit den größten Lügner &#8211; Politikern der Gegenwart in Russland, China, Nord-Korea usw…Rechtsradikale PolitikerInnen in ganz Europa sind die MeisterInnen im Lügen, Im Verfälschen der Vergangenheit, im Einsatz falscher Behauptungen zur ökonomischen und politischen Entwicklung, zur Situation der Flüchtlinge und Ausländer.</p>
<p><em>8. Verlogenheit, Heuchelei, Sich-Verstellen….</em><br />
Schwierig wird das Thema Lüge und Wahrheit, wenn man das Verschweigen der vollständigen Wahrheit betrachtet, also auch die Formen der Heuchelei, der Verstellung und der Verlogenheit. Gelegentlich kann das Verschweigen der vollständigen Wahrheit not -wendig sein, etwa im Rahmen diplomatischer Verhandlungen. Verschweigen bewegt sich in einer Art moralischen „Grauzone“, Verschweigen und Verleugnen wird ins Unmoralische abgleiten, wenn Verstellung und Verlogenheit zu einer Art Gewohnheit im Leben werden: Dann weiß der Betreffende nicht mehr, wer er selbst eigentlich ist. Auch Verlogenheit und Verstellung sind der Kritik der Leitidee Wahrhaftigkeit ausgesetzt.</p>
<p><em>9. Wissenschaftliche Wahrheiten verändern sich</em><br />
Wenn wir von Wahrheit sprechen, ist die Bindung an die Wahrhaftigkeit gemeint und, wenn Wahrheit inhaltlich gemeint ist, dann meinen wir die universell geltenden Grundsätze, etwa die Menschenrechte.<br />
Auch in Geisteswissenschaften gibt es Wahrheiten, die durch weitere Forschungen später ergänzt oder ersetzt werden. (Aber wir können uns heute nur an die inhaltlichen Wahrheiten halten, die heute wissenschaftlich plausibel sind, wir können uns natürlich nicht an die Wahrheiten halten, die nach weiteren Forschungen in 20 Jahren vielleicht gelten.</p>
<p><em>10. Wenn Religionen, wenn Kirchen lügen</em><br />
Lügen und Wahrheit sind nach wie vor dringendes Thema der Religionskritik und Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie: Um nur bei einer der vorherrschenden Religionen, dem Katholizismus, zu bleiben: Da werden sogar noch von den heute herrschenden Klerikern bestimmte Bibelstellen gegen alle wissenschaftlich erwiesene Wahrheit fundamentalistisch gedeutet und in dogmatisch geltende Wahrheit überführt: Diese Ignoranz ist eine Form der Lüge, sie steht im Dienst der hierarchischen, angeblich von Gott höchstpersönlich gewünschten Klerus-Herrschaft. Beispiele dafür gibt es in großer Fülle: Man denke etwa an den angeblichen Befehl des historischen Jesus von Nazareth an seinen „Jünger“, den später Apostel genannten Petrus: Er sei der Fels, auf dem sich seine Kirche gründe (im Matthäus Evangelium, Kap. 16, Vers 8). Dabei weiß jeder, dass Jesus von Nazareth nicht im entferntesten daran dachte, eine Kirche zu gründen. Da wurde im Neuen Testament dem historischen Jesus eine Aussage unterschoben, die eigentlich als Lüge der Autoren des Neuen Testaments zu bewerten ist. Oder: Die Zulassung von Frauen zum Priesteramt wird damit von den Päpsten und ihren Theologen so begründet: Jesus habe nur 12 Männer zu Aposteln erwählt. Dabei werden im Neuen Testament selbst schon viele Frauen als JüngerInnen Jesu genannt. Trotz aller wissenschaftlichen Forschung, die Frauen als Priesterinnen auch in der katholischen Kirche für möglich und geboten halten, wollen die Kleriker auf ihre männliche Alleinherrschaft nicht verzichten. Und die Kleriker im Vatikan sagen: Na ja, es gibt doch einige Frauen in hohen Verwaltungsposten sogar im Vatikan…<br />
Wie überhaupt der Vatikanstaat &#8211; historisch betrachtet &#8211; auf einer großen Lüge beruht: Man denke daran, dass die Päpste an die „Constantinische Schenkung“ glaubten, also an die Schenkung großer Gebiete Italiens durch den Kaiser, auch dann noch, als im 15. Jahrhundert der hoch gebildete Theologe und Historiker Lorenzo Valla nachweisen konnte, dass dieses angebliche Schenkung &#8211; Dokument Kaiser Constantins eine Fälschung aus dem 8. oder 9. Jahrhundert ist. Aber nur im Festhalten an dieser Lüge kann der Staat Vatikan überhaupt ein Existenzrecht haben. Bekanntlich war der Faschist Mussolini 1929 so freundlich, dem Papst wieder einen (winzigen) Staat zu gewähren.<br />
So kann der Papst eben auch Staatsmann sein, mit allen Privilegien, man denke an das umfassende System der Vatikan- Botschafter, der Nuntien. Sie kontrollieren die Ortskirchen und melden etwa progressive Irrtümer und „Irrlehrer“ der jeweiligen Ortskirchen den Vatikanischen Behörden…<br />
Es ist schon erstaunlich, dass eine Kirche, die, vernünftig betrachtet, auf Lügen beruht, selbst einen solchen Furor entwickelt hat und pflegt, ihre eigene Wahrheit gegenüber den „Ketzern“ auch mit Gewalt durchzusetzen…</p>
<p><em>11.Für die katholische Kirche (um nur von ihr zu sprechen) gehört die Lüge zur Ideologie, bei allem Furor der Durchsetzung der eigenen „Wahrheiten“</em></p>
<p>Es ist ein endloses, letztlich immer verstörendes Thema: Die katholische Kirche und ihre Bindung an dogmatische Lügen und politische Lügen. Aber die verbliebenen Katholiken stört das nicht so sehr, sie freuen sich, ihren Wunderglauben, auch ihren Glauben an die göttliche Erhörung ihrer Bittgebete usw… weiter pflegen zu dürfen. Wer wagt es noch, hier von praktiziertem Aberglauben in der katholischen Kirche zu sprechen? Aberglaube ist eine Lüge. Auch von der bewussten Ignoranz gegenüber Missbrauchstätern durch Bischöfe wäre zu sprechen, sie haben die Wahrheit verachtet zugunsten einer Kumpanei mit den Mitbürgern“, also ihre Kleriker als Missbrauchstäter gedeckt und verteidigt…</p>
<p><em>Fußnote 1:</em> Immanuel Kant, „Zum ewigen Frieden und andere Schriften.“ Fischer Taschenbuch, 2008, S. 225- 231).</p>
<p><em>Fußnote 2</em>: Marcus Willaschek, „Kant“. C.H. Beck Verlag, 2023, S. 106.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophisches Salon, Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 15:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Christopher Senyonjo in Uganda am 19. Juli 2026 gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[ein Bischof in Uganda verteidigt die Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Sarah aus Guine eine Feind der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Bischölfe in Afrika gegen die Gleichberechtigung der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte wichtiger als Kirchengebote und Bibel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verteidiger der verfolgten Homosexuellen in Uganda, Bischof Christopher Senyonjo, ist am 19.7.2026 gestorben. Er war als Bischof der anglikanischen Kirche in Uganda eine Ausnahmegestalt: Als der Staat die rigidesten Anti -Homo - Gesetze durchsetzte, widersprach er und organisierte Hilfe für die bedrohten Menschen. Von seiner Kirche in Uganda wurde er verfolgt und diskriminiert. Das Besipiel zeigt: Es ist für universal aufgestellte Kirchen, wie die Anglikanische Kirche oder die Katholische Kirche, zunehmend schwer, die sogenannte viel beschworene Einheit zu bewahren mit reaktionären, anti - homo- eingestellten afrikanischen Kirchen und Bischöfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnerung an Bischof Christopher Senyonjo, den Verteidiger und Beschützer der Homosexuellen in Uganda</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 22.7.2026</p>
<p>1.<br />
Bischöfe loben: Das geschieht eher selten im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin. Denn für uns stehen Bischöfe wie alle sich religiös oder speziell christlich nennenden Menschen UNTER den Menschenrechten. Zuerst entscheidend sind die universell geltenden Menschenrechte, und dann danach die religiösen, christlichen Lehren, die mit Argumenten der Vernunft gelesen werden müssen.</p>
<p>2.<br />
Heute müssen wir an einen Bischof der Anglikanischen Kirche im afrikanischen Uganda lobend erinnern: Christopher Senyonjo, emeritierter Bischof von Buganda, ist am 19.Juli 2026 im Alter von 94 Jahren gestorben. Bischof Senyonjo war die stärkste christliche Stimme, die mit allem Nachdruck die totale, auch gesetzlich fixierte Repression des Staates Uganda gegen Homosexuelle und alle Queers verurteilte. (Eine sehr ausführliche Würdigung dieses außergewöhnlichen Bischofs bietet Wikipedia, hier eine von Wikipedia angebotene Übersetzung, Fußnote 1).</p>
<p>3.<br />
Es gibt noch eine Vereinigung „Sexuelle Minderheiten in Uganda“ (SMUG) und die „Association zur Verteidigung der Rechte der Homosexuellen (FARUG)“, die ausdrücklich an Bischof Senyonjo erinnern: “Er war eine seltene, großartige Seele, die nicht nur Liebe predigte, sondern sie jeden Tag praktisch lebte.“</p>
<p>4.<br />
In Uganda nennen sich 80 Prozent der Einwohner Christen in verschiedenen Kirchen und Konfessionen. Seit 2023 herrscht in Uganda eines der repressivsten Gesetze gegen Homosexuelle. Und dieses Gesetz wird offen vom anglikanischen Klerus in Uganda unterstützt. Wie so oft behaupten auch die anglikanischen Feinde der universell geltenden Menschenrechte: „Homosexualität wurde uns Afrikanern von außen aufgezwungen, von Fremden, gegen unseren Willen und gegen unsere religiösen Überzeugungen“, so der oberste Kirchenchef der Anglikaner in Uganda, Stephen Samuel Kaziimba Mugalu. Eine Position, die auch von sehr vielen katholischen Bischöfen und Kardinälen vertreten wird, wie jüngst von dem weltweit schon bekannten Feind homosexuellen Lebens und Liebens, dem Kurien-Kardinal Robert Sarah, Rom, er stammt aus Guinea, über ihn haben wir schon oft berichtet. LINK.</p>
<p>5.<br />
Aber Bischof Christopher Senyonjo dachte und handelte menschlich: Er wehrte sich – zumal als emeritierter Bischof – gegen die sogenannte „Therapie“ der „Heilung“ von Homosexualität, er eröffnete in der Hauptstadt Kampala ein Beratungszentrum für Homosexuelle als Hilfe und Zuflucht für Homosexuelle.<br />
Die anglikanische Episcopal Church in den USA unterstützte ihn, während Bischof Senyonjo von seiner eigenen Kirche ihn Uganda ausgeschlossen wurde, weil er, so wörtlich, „offen die Lehren der Bibel zur menschlichen Sexualität entstellte.“ Bischof Senyonjo entgegnete: „Ich kann doch Homosexuelle nicht verurteilen, denn ich bin aufgerufen jedem Menschen zu dienen, vor allem, jenen, die marginalisiert sind. Man kann die Bibel doch nur in dem Zusammenhang von Homosexualität zitieren, wenn man genau den Kontext beachtet“, also sich von fundamentalistischer Bibellektüre befreit.</p>
<p>6.<br />
2010 wurde in Uganda ein Foto in der Presse veröffentlicht: Es zeigt Bischof Senyonjo mit David Kate, einem der führenden Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen. Der Kommentar der Zeitungen: „Diese beiden sind die wichtigsten Homosexuellen im Land. Ergreift sie“. David Kato wurde „ergriffen“ und einige Monate nach den Zeitungsberichten ermordet. Bischof Senyonjo sprach Gebete bei dessen Bestattung. Über David Kato: Siehe : https://www.bbc.com/news/world-africa-12295718</p>
<p>7.<br />
Es geht in den christlichen Kirchen Afrikas heftig gegen die Rechte von Homosexuellen. Die Anglikanische Weltgemeinschaft droht deswegen zu zerbrechen: die anglikanischen Feinde der Menschenrechte in Afrika nennen sich „orthodox“, rechtgläubig. Sie wollen eine eigene afrikanisch-anglikanische Allianz bilden. Offenbar ist es den vernünftigen Anglikaner in England oder in den USA nicht gelungen, ihre lieben Mitbrüder in Afrika von der Vorherrschaft der Menschenrechte vor allen dogmatischen Lehren zu überzeugen. Dann sollen diese „orthodoxen“ Anglikaner doch ihren eigenen Weg gehen. Jedenfalls hat die Vernunft in der anglikanischen Kirche NICHT gesiegt. Eigentlich eine Blamage.</p>
<p>8.<br />
Um den Schutz der Homosexuellen und Afrika müssen sich dann internationale Organisationen und die noch verbliebenen demokratischen Staaten in Europa wirksam kümmern …. falls sie noch bereit sind, Flüchtlinge aus Uganda etwa aufzunehmen.</p>
<p>9.<br />
Auch in der katholischen Kirche gibt es tiefste Spannungen: Die allermeisten afrikanischen Kirchenführer, Bischöfe und Kardinäle, sind explizite Feinde der Gleichberechtigung von Homosexuellen in den Staaten und der Kirche. Und der Papst will die zahlenmäßig wachsende Katholische Kirche in Afrika nicht irritieren. Deswegen hält er sich im Blick auf Europa mit einer vernünftig wie christlich gebotenen Gleichberechtigung für Homosexuelle zurück und lässt Segnungen von homosexuellen Paaren nur unter aller größten Einschränkungen sehr ungern noch zu. Das heißt: Der Papst, der Vatikan, die meisten Bischöfe wollen absolut nicht, dass Homosexuelle als völlig gleichberechtigte Menschen in der Kirchen und in den Staaten leben. Mit anderen Worten: Auch diese katholischen Kirchenführer in Rom und anderswo sind wie die anglikanischen Kirchenführer in Uganda und Afrika – reaktionär. (Siehe Fußnote 2: Einige führende katholische Bischöfe Afrika gegen die Rechte der Homosexuellen)</p>
<p>10.<br />
Über dieses unverschämte, unmenschliche Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen und anderen Queers durch Politiker und Kirchenführer (von muslimischen Führern wollen hier erst gar nicht reden…) wird in der Soziologie und Anthropologie und Politologie vielfach geforscht. Zentrale Erkenntnisse zur „Homofeindschaft“ der etablierten Kreise in Afrika:<br />
Sie lenken mit dieser verbrecherischen Ideologie ab von den echten Problemen Afrikas (Armut, eigene Korruption!, Ungerechtigkeit etc..)<br />
Sie wollen ihre Souveränität dokumentieren.<br />
Sie ignorieren die deutlichen Forschungsergebnisse: Vor der Kolonisierung Afrikas gab es meist keine Abwehr von Homosexualität.<br />
Zumal die homo-feindlichen Bischöfe geben sich als treue Schüler der europäischen Missionare des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie lehrten einst in ihrem eigenen, damals üblichen europäischen Anti – homo – Wahn die neugierigen „Heiden“ Afrikas: Der liebe Gott liebt keine Homosexuellen. Und diese Lehre garnierten sie mit ein paar Bibelzitaten, die sie den staunenden Heiden als Gottes Wort verkündeten. Und die „bekehrten“ Heiden gehorchten.<br />
Nebenbei: Es ist manchmal befremdlich, dass keine Predigten der Missionare in Afrika im 19. und 20. Jahrhundert veröffentlicht werden. Sind alle diese Dokumente verschwunden? Oder: Werden sie vor kritischem Zugriff versteckt und verschlossen? Wahrscheinlich ist das so.</p>
<p>11.<br />
Man wird nicht die Verteidigung der universell geltenden Menschenrechte, auch für die Menschen in Afrika, auch für Homosexuelle und Queers in Afrika, als eine Form des Kolonialismus bezeichnen und die Menschenrechts – Aktivisten verurteilen. Und man wird doch wohl nicht die politischen und religiösen Verbrecher in Afrika als kulturell korrekt geortet in ihrer „ureigenen“ Kultur loben?</p>
<p>Wer dieser Überzeugungen folgt, entspricht den ideologischen Restbeständen einer in Pluralismus zerfallenden „Post – Moderne“. Demnach hat jeder irgend recht… Wir weisen diese Ideologie mit gutem Grund als inhuman zurück. Die in etwas Freiheit und manchmal in Gleichberechtigung lebenden Europäer dürfen nicht sagen: „Na, dann sollen die Homosexuellen in Afrika halt umgebracht werden, wenn sie sich nicht der Ideologie ihrer korrupten politischen Herrscher anpassen wollen oder den uralten Sprüchen der Bibel.“<br />
Aber die gequälten Opfer der Gewaltregime auch in Afrika fordern doch nur eins: Die Geltung der Menschenrechte auch für sie und alle Menschen.</p>
<p>FUßNOTE 1:<br />
In ausführlicher Beitrag von WIKIPEDIA:<br />
https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Senyonjo</p>
<p>FUßNOTE 2:<br />
Wir nennen Kardinal Fridolin Ambongo Besungu (Demokratische Republik Kongo). Er behauptet: Homosexualität sei in Afrika eigentlich gar kein Thema, deswegen braucht die Kirche auch keine Segnung vom homosexuellen Paaren.</p>
<p>Wir nennen den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Ghana, Bischof Matthew Kwasi Gyamfi. Er sagt öffentlich: Homosexualität sei verabscheuungswürdig, er fordert Strafen für Homosexuelle.</p>
<p>Wir nennen die Katholische Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN): Sie weigert sich Homosexuellen zu segnen. Diese Segnung sei ein Verstoß gegen Gottes Gesetz, und: diese Segnung passe nicht zur afrikanischen Kultur.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 14:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Gerhard Feige]]></category>
		<category><![CDATA[Bistum Magdeburg und AfD]]></category>
		<category><![CDATA[den Landesbverband Thüringen der AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche sollte sagen: AfD für Katholiken nicht wählbar]]></category>
		<category><![CDATA[die Schuld der Kirchen am Starkwerden der AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Verbote sind normal in einer Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die katholische Kirche in Magdeburg sollte jetzt öffentlich erklären: Für Katholiken - wie für Christen insgesamt - ist die AfD nicht wählbar. Bischof Gerhard Feige von Magdeburg sollte sagen: "Wir verbieten Katholiken, die AfD zu wählen." Große Wirkungen bei der Wahl hätte dieses Statement vielleicht nicht, aber es wäre ein öffentliches Signal, ein Zeichen der Orientierung. In einer Demokratie muss es - zum Wohl der Menschen - immer wieder Verbote geben! Verbote sind nicht apriori schlecht oder sinnlos! </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 13.7.2026</p>
<p>Der Hinweis reflektiert, sozusagen in letzter Minute (was Sachsen-Anhalt angeht): Was wäre, wenn der dortige Bischof in Magdeburg öffentlich und explizit erklärt: „Für Katholiken &#8211; und alle Christen und alle Demokraten &#8211; ist die AfD nicht wählbar.“</p>
<p>Dazu müssen einige allgemeine Überlegungen vorangestellt werden.</p>
<p>1.<br />
Verbote aussprechen und durchsetzen gehört grundsätzlich zum menschlichen, geistigen Leben, auch in der Demokratie.<br />
Zur Erinnerung, ganz kurz: Die Nutzung von so genannten „social media“ soll nun (Mitte Juli 2026) endlich Kleinkindern und Kindern bis 13 Jahren verboten werden, nicht aus Willkür, sondern: Weil die Nutzung dieser Medien die geistige Entwicklung sehr stört.<br />
Und: Wenn an Brücken zu lesen ist: „Einsturzgefahr, Brücke betreten verboten“, dann sollte man über diese Brücke nicht laufen, fahren, falls man am eigenen Überleben interessiert ist.</p>
<p>2.<br />
Jetzt wird vom CSU Politiker Klaus Holetschek vorgeschlagen: Wenigstens den gesichert als rechtsextrem anerkannten AfD-Landesverband Thüringen zu verbieten, „angeführt vom einschlägig vorbestraften Björn Höcke“, wie die SZ am 14. 7.2026, Seite 4, schreibt. Demokraten wissen:<br />
Diese Partei hat die in Deutschland geltende Bindung an das Grundgesetz aufgegeben. Menschenrechte interessieren diese Partei nicht. Sie gehört nicht in unsere Demokratie!</p>
<p>3.<br />
Und: Wie hält es die katholische Kirche mit einem offiziellen AfD Verbot: Etwa sollte die Kirchenleitung öffentlich sagen: Katholiken dürfen die AfD nicht wählen, zumal in den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September 2026?</p>
<p>4.<br />
Die katholische Kirche bekanntlich hat eine lange und umstrittene Tradition ihrer Verbotspraxis: Es gab bis 1960 eine Liste der „verbotenen Bücher“ (den „Index“). Gebildete Katholiken sahen in diesem Verbot eher eine Ermunterung zur Lektüre…<br />
Es gab 1949 ein Verbot Papst Pius XII.: Katholiken ist es verboten, die Kommunistische Partei zu wählen. Zumal im katholischen Italien hielten sich überhaupt nicht alle Katholiken an dieses Verbot. Sie wussten: die päpstliche empfohlene „Democracia Cristiana“ ist korrupt…<br />
Papst Paul VI. hat den KatholikInnen den Gebrauch der „Pille“ verboten, nur ganz wenige Ehepaar folgten diesem Verbot. Kardinal Höffner von Köln hat noch in den 1980Jahren die Partei „Die Grünen“ für Christen als „nicht wählbar“ verurteilt. https://www.domradio.de/artikel/als-der-heilige-stuhl-wahlverbote-aussprach-70-jahre-anti-kommunismus-dekret-des-vatikan</p>
<p>5.<br />
Die Verbote der katholischen Kirche waren unsinnig und haben wenig im Sinne der Päpste bewirkt.<br />
Aber sind Verbote, von amtlicher Leitung der Kirche und von Theologen öffentlich ausgesprochen, immer sinnlos? Sicher nicht. Brasilianische Bischöfe haben etwa das brutale Vorgehen von Landraub in den Bezirken der Indigenen Völker verboten. Sklaverei, auch heute ein aktuelles Verbrechen, ist kirchenoffiziell verboten.<br />
Diese Verbote haben zweifellos eine Bedeutung und auch eine Wirkung in der Öffentlichkeit! Sie zeigen in Verbindung mit den Aktionen demokratischer Parteien und demokratischer NGOs die „roten Linien“, denen sich auch die Kirchen anschliessen.</p>
<p>6.<br />
Die aktuelle Frage ist: Hätte es einen Sinn und vor allem eine umfassende politische Bedeutung, wenn jetzt die Führung der Katholischen Kirche in Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern die Wahl der AfD verbietet? Zum Verzicht der Demokratie, die AfD zu verbieten, schreibt Wolfgang Janisch in dem genannten Beitrag in der SZ: „Den amtlichen Verzicht auf einen Verbotsantrag verstehen viele Menschen als eine Art Gütesiegel: So schlimm wird sie schon nicht sein, diese AfD.“</p>
<p>7.<br />
Wenn also öffentlich und explizit die katholische Bischöfe den Katholiken die Wahl der AfD aus ethischen, politischen und christlichen Gründen verbieten , würde auch die breite Öffentlichkeit wissen: „Sie ist also doch wohl schlimm, diese AfD, die Bischöfe sind ja gut beraten von Politologen und Ethikern, wenn sie sich für ein Verbot aussprechen.<br />
Nicht nur Katholiken, andere Christen und die vielen humanistisch Gesinnten in den Ländern kämen also ins Nachdenken und &#8211; hoffentlich &#8211; zu einer politischen Neuorientierung zu Demokratie.</p>
<p>8.<br />
Es gibt schon eine Erklärung der katholische Bischofskonferenz, die eindeutig die Nicht &#8211; Wählbarkeit der AfD für Katholiken ausspricht. Auf ihrer Voll- Versammlung am 22. Februar 2024 in Augsburg haben sich die Bischöfe explizit von der AfD distanziert und die Gläubigen vor der Wahl der AfD explizit gewarnt, in der offiziellen Erklärung heißt es u.a.: „Wir appellieren an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch an jene, die unseren Glauben nicht teilen: die politischen Angebote von Rechtsaußen abzulehnen und zurückzuweisen. Wer in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leben will, kann in diesem Gedankengut keine Heimat finden. Wer Parteien wählt, die mindestens in Teilen vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingeschätzt werden, der stellt sich gegen die Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens und der Demokratie in unserem Land.“ ( Quelle: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_alt/presse_2024/2024-023a-Anlage1-Pressebericht-Erklaerung-der-deutschen-Bischoefe.pdf) Und der damalige Präsident der Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing ergänzte 2024: „Ich möchte exemplarisch daran erinnern, dass mein Vorgänger im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei der Abschluss-Pressekonferenz auf der Frühjahrs-Vollversammlung 2017 in Bensberg „rote Linien“ für legitimes politisches Engagement formuliert hat… Ich möchte erinnern an die nord &#8211; ostdeutschen Bischöfe, die am 19. Januar 2024 öffentlich erklärt haben, dass sie „vor dem Hintergrund unseres eigenen Gewissens die Positionen extremer Parteien wie dem III. Weg, der Partei Heimat oder auch der AfD nicht akzeptieren können“.</p>
<p>9.<br />
In Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern werden im September 2026 Landtagswahlen stattfinden, die Umfragen zeigen: Die AfD könnte stärkste politische Kraft werden.<br />
Der sonst gegenüber AfD kritische Bischof von Magdeburg (Sachsen &#8211; Anhalt), Gerhard Feige, sagt in einem Interview mit der Zeitschrift Publik &#8211; Forum (10.Juli 2026, S. 17) lapidar zu seinem jetzigen Umgang mit der AfD in seinem Bundesland: „Wir wollen Gegensätze nicht verschärfen.“ Also: Besser kein Verbot aussprechen, die AfD zu wählen. Weil man sonst die AfD zu sehr reizt? Weil die Polemik und die bisherige Gewalt dieser Partei schon zu heftig sind? Weil Bischof Gerhard Feige von Magdeburg zwar mit der evangelischen Kirchenleitung in Verbindung steht:<br />
Aber das wäre doch ein Ereignis: Kardinäle und Bischöfe aus „Westdeutschland“ werden im Juli und August 2026 Magdeburg, Halle, Stendal, Dessau usw… besuchen, mit den Gemeinden sprechen, auf dem Markt, in Kneipen usw… um den Kampf gegen die AfD zu unterstützen?</p>
<p>10.<br />
Bischof Feige kritisiert in dem genannten Interview in altbekannter Art heftig die AfD, er weist darauf hin, dass er selbst wegen dieser Stellungnahmen beleidigt wird und meint sogar: So hinterhältig wie die AfD war die SED nicht im Umgang mit den Kirchen (S. 18). Und Feige sagt treffend: „In Wahrheit geht es der AfD aber um einen Kulturkampf“.</p>
<p>11.<br />
Warum gibt es bei dieser detailliert treffenden Einschätzung der AfD dann aber kein öffentliches Verbot dieser Partei durch den Bischof?<br />
Das Problem ist: Die AfD ist &#8211; bis jetzt &#8211; keine verbotene Partei. Sie kann sich den Anschein geben, eine normale Partei unter den anderen (demokratischen) Parteien zu sein. Der Bischof müsste also eine &#8211; dem Anschein nach &#8211; „demokratische Partei“ verurteilen und vor dieser warnen. Das ist schwierig… und die eher schwammige Aussage des Bischofs ist eine schlimme Konsequenz, dass es immer noch kein AfD Verbot gibt, wenigstens des auch rechtsradikal durchsetzten Landesverbandes Sachsen &#8211; Anhalt. Die Demokraten haben also geschlafen. Jetzt ist der politische Aktionsradius gegen die AfD schon sehr begrenzt.</p>
<p>12.<br />
Aber dies ist ein weiterer Grund für das Ausbleiben eines rigorosen und öffentlichen NEIN zur Wahl der AfD: Bischof Feige sagt in dem genannten Interview: „Natürlich gibt es Themen der AfD, die traditionalistische Christen (gemeint sind wohl konservative Katholiken, „traditionalistisch“ sind bekanntlich die Piusbrüder, aber die gibt es in Sachsen &#8211; Anhalt kaum, CM) emotional ansprechen können. Dazu gehört das klassische Familienbild, der Schutz ungeborenen Lebens und sicher auch Genderfragen“. An diesen Themen klammert sich die AfD fest. Bischof Feige muss also eine ideologisch &#8211; theologische Nähe konservativer Katholiken (und Protestanten sicher auch) zu den Themen der AfD eingestehen. Wenn für Katholiken diese drei genannten Themen wahl-entscheidend sein dürften, dann müsste sich doch ein Bischof fragen: Was haben wir als Kirchenführung und als Theologen falsch gemacht, dass der Eindruck sich durchsetzen konnte: Das „klassische Hetero-Familien-Bild“, der „absolute Schutz ungeborenen Lebens“ und „die Genderfrage“ seien der entscheidende Mittelpunkt des christlichen Glaubens? Welche Schuld haben die Bischöfe auf sich geladen, dass sie die die genannten Themen so in den absoluten Mittelpunkt des Glaubens stellten? Das tun ja selbst die sich christlich nennenden Parteien in der BRD nicht (mehr).</p>
<p>13.<br />
Es ist immer noch Zeit, diese Schuld öffentlich anzuerkennen und diese Ideologien beiseitelegen und als Bischof öffentlich zu sagen: Oberste Norm für uns als Katholiken und Christen sind die universell geltenden Menschenrechte. An der Realisierung dieser Menschenrechte hat die AfD kein Interesse. Deswegen sollten Demokratie, sollten Katholiken, diese Partei NICHT wählen.</p>
<p>14.<br />
Dabei sollten sich die Bischöfe heute erinnern: Gegen Ende der Weimarer Republik gab es einige katholische Bischöfe, die explizit, die Katholiken warnten, die NSDAP zu wählen. Diese NSDAP war damals nicht verboten. Man denke etwa an die Bischöfe Sproll (Rottenburg) oder Hugo (Mainz) in ihrem rigorosen Nein zur NSDAP (das galt bis zur „Machtergreifung“). Bischof Sprolls Verdienste im Kampf gegen die NSDAP werden jetzt durch freigelegte Missbrauchsvorwürfe leider getrübt…<br />
Zu Bischof Hugo in Mainz schreibt Wikipedia: „Dem aufkeimenden Nationalsozialismus trat Bischof Hugo entschieden entgegen: Als erste deutsche bischöfliche Behörde verbot Hugos Bistumsverwaltung 1930 unter Federführung des Generalvikars Philipp Jakob Meyer den Katholiken die Mitgliedschaft in der NSDAP. Nationalsozialisten wurde im Bistum Mainz der Empfang der Sakramente und das kirchliche Begräbnis verwehrt. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten demonstrierte Hugo mit dem dritten Internationalen Christkönigskongreß 1933 und der „Ketteler Feier der Werktätigen“ 1934 den katholischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Maria_Hugo)</p>
<p>15.<br />
Es wäre eine aktuell &#8211; dringende Aufgabe für Religionssoziologen und kritischenTheologen zu dokumentieren: In welcher Form bieten die Kirchen in den ostdeutschen Bundesländern, in den Dörfern und (kleineren) Städten, offene Jugendtreffpunkte an oder One der Begegnung für die anderen, die „Älteren“, aber eben nicht-konfessionell bestimmte , also nicht-missionarisch orientierte Gemeinderäume.<br />
Es ist ja eine Tatsache: Die AfD und andere andere Rechtsextreme sind in vielen Dörfern und Städten noch die einzigen, die „sich kümmern“.</p>
<p>16.<br />
In einer Vernachlässigung der Gestaltung offener Angebote haben die Kirchen wie auch die demokratischen Parteien und Vereine Schuld auf sich geladen … angesichts der hohen Zustimmung der sich „allein gelassen fühlenden Bevölkerung“, sie sieht sich in der „Kümmerpartei“ AfD „aufgehoben“.<br />
Diese Zusammenhänge sind wohl evident, müssten aber weiter empirisch genau untersucht werden.</p>
<p>17.<br />
Die Kirche des Bistums Magdeburg ist arm, finanziell arm verglichen mit westdeutschen Bistümern, und auch personell arm: Auch Ordensleute leben lieber in München, Frankfurt (M), Mainz, Würzburg usw. als in der tiefen Diaspora im „Osten“. Auch diese personelle und finanzielle Vernachlässigung der Kirche in den ostdeutschen Ländern wird man eines Tages für den Sieg der AfD verantwortlich machen müssen.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 16:11:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin, katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale und Pfingstler]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[bald werden auch Homo-Ehen katholisch gesegnet]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche entschuldigt sich für alle Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Schuldbekenntnis der katholischen Kirche wegen ihrer Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Utopie eines katholischen Schuldbekenntnisses]]></category>
		<category><![CDATA[eine gute Predigt für einen Gottesdienst mit Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[eine katholische Predigt zum CSD]]></category>
		<category><![CDATA[eine Predigt zu Gay-Pride]]></category>
		<category><![CDATA[was sagen katholische Pfarrer anläßlich von CSD -Feiern?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine katholische Predigt für die katholischen oder auch ökumenischen Gottesdienste anläßlich der Feiern des Christopher  Street Days, der Gay-Pride, der Feier der Queers. Die Predigt enhält vor allem die Bitte um Verzeihung der Kirche angesichts der vielen Verbrechen, die die katholische Kirche den Homosexuellen und Queers im Laufe der Jahrhunderte angetan hat. Die Predigt verkündt u.a: Es wird bald eine offizielle sakramentale Eheschließung für homosexuelle Eheleute in den Kirchen geben. Wer also eine Predigt zu den Feiern der gay -Prdies sucht, auch als Pfarrer oder Pastorin, wird hier fündig.<br />
Aber: Es handelt sich leider um eine Utopie, die da mitgeteilt wird. Vielleicht in 300 Jahren werden die Forderungen dieser Predigt in der katholischen Kirche realisiert, falls es dann in Europa noch Katholiken gibt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Christian Modehn am 10.7.2026</p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>in diesen Tagen und Wochen der Gay-Pride, also der Präsenz der Queer &#8211; Community, ist es für uns als katholische Priester wichtig, Ihnen, den Katholiken, eine ganz besondere Predigt zu bieten.</p>
<p>Diese Predigt heute ist unser offizielles katholisches Schuldbekenntnis, als Bitte um Vergebung für das Leid und seelische Elend, das die katholische Kirche im Laufe ihrer langen Geschichte und bis heute den Schwulen und Lesben und Transsexuellen und allen aus der weiten Gemeinde der Queers angetan hat.</p>
<p>Dieses Schuldbekenntnis bedeutet zugleich eine entscheidende Wende im Zusammenleben von Heterosexuellen und Queers in der katholischen Kirche. Unsere zentrale Aussage ist: Homosexuelles Leben und Lieben ist genauso gut und wertvoll wie heterosexuelles Leben und Lieben. Mit anderen Worten: Homosexuelles Leben und Lieben ist normal. Es ist weder abartig noch Sünde.</p>
<p>Bestimmte Sprüche des Alten wie des Neuen Testaments der Bibel, die eine Verurteilung homosexuellen Lebens und Liebens betonen, sind ab sofort nicht mehr relevant in unserer Kirche. Inzwischen haben selbst die Kirchenführung, sogar der Papst und seine Behörden im Vatikan erkannt: Diese anti &#8211; homosexuellen Urteile der Bibel sind nichts als zeitbedingt, sie haben weder etwas mit der universellen göttlichen Liebe zu allen Menschen zu tun noch mit den heute absolut geltenden universellen Menschenrechten.</p>
<p>Diese universellen Menschenrechte gelten selbstverständlich auch für uns Katholiken als oberste normative Orientierung, nicht Bibelsprüche, nicht so genannte theologische Prinzipen stehen für uns Katholiken an oberster Stelle. Sondern, wie gesagt, die Menschenrechte. Dass diese in Europa formuliert wurden als ihrem geistigen Entstehungsort sagt nichts aus gegen die universelle Gültigkeit der Menschenrechte überall, wo Menschen leben. Was verlangen denn die unschuldig Verurteilten in chinesischen, russischen, Nord &#8211; koreanischen Lagern usw.? Sie verlangen für sich als Asiaten den absoluten Respekt der Menschenrechte. Das nur nebenbei.</p>
<p>Ich komme jetzt zum zweiten Teil meiner Predigt, also zu der Liste der nun offiziellen Bitte um Verzeihen und Entschuldigung für alle Verbrechen, die die katholische Kirche an Homosexuellen, Queers, wie wir heute sagen, begangen hat. Diese Liste ist unvollständig, möge jeder und jede diese Liste aus eigenem Erleben ergänzen. In jedem Fall bitte ich alle, vor allem die Gays und Queers, diese offizielle Bitte um Vergebung anzunehmen.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche körperlichen Schaden, vielleicht sogar den Tod im Rahmen dieser üblen Inquisitions- Prozesse erleiden mussten.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche schweren seelischen Schaden, seelische Krankheiten hinnehmen und ertragen mussten. Diese sind entstanden durch die &#8211; von der Kirche- erzwungene Verleugnung der eigenen persönlichen sexuellen Prägung, so zusagen nach Innen, für sich selbst, wie nach außen, für die Gesellschaft und Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den vielen Priestern, Ordensleuten und Nonnen, die ihre eigenen Homosexualität absolut versteckt und verleugnet leben mussten wegen der verachtenden Haltung der offiziellen Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche ist dankbar, dass immer wieder einzelne Soziologen und Religionswissenschaftler in ihren Studien gezeigt haben, wie weit verbreitet tatsächlich das heimliche homosexuelle Leben etwa von Priestern, Bischöfen und Kardinälen und Päpsten ist. Wir denken dabei an das Buch von Frédéric Martel, „Sodom“, S. Fischer Verlag 2019. Der französische Soziologe Martel dokumentiert z.B. ausführlich das total verlogene Leben eines einflußreichen homosexuellen Kardinals, des kolumbianischen Kardinals Lopez Trujillo (S. 360 ff., Lopez Trujillo war ein enger Freund Papst Johannes Paul II. und dem katholischen Geheimbund „Opus Dei&#8220; sehr nahestehend, er war als Erzschwuler ausgerechnet für Fragen der Hetero-Familien im Vatikan zuständig).</p>
<p>Viele weitere Namen (verstorbener) Kleriker wären zu nennen. Wir verurteilen nicht die Homosexualität dieser Kleriker, wir bedauern, dass sie nicht offen und frei ihre ganz normale, ihre homosexuelle Liebe, leben und öffentlich aussagen und gestalten konnten. Es sind dies die Verbrechen der offiziell verordneten Verleugnung der eigenen personalen Identität, die so katastrophal ist für die betroffenen Homosexuellen selbst wie für die Gemeinden, die mit diesen verklemmt und deswegen oft hoch &#8211; neurotischen homosexuellen Priestern oder lesbischen Nonnen zu tun haben.</p>
<p>Liebe Gemeinde, ich will diese Litanei der Bitte um Vergebung und Verzeihung hier abbrechen. Die große, man sage endlich einmal radikale Wende der Kirche im Umgang mit Homosexuellen bzw. Queers ist deutlich geworden.</p>
<p>Nur diese Bitte um Vergebung muss ich noch vortragen: De facto werden Homosexuelle bzw. Queers in der katholischen Kirche bis jetzt immer noch als Katholiken zweiter Klasse behandelt. Der offizielle römische Katechismus hat die disqualifizierenden Aussagen zur Homosexualität noch nicht aus dem Buch entfernt, es wird höchste Zeit, was soll dieser Wahn, wenn der Katechismus behauptet: „Homosexuelle Handlungen sind nicht in Ordnung“ oder „sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz.. Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (§ 2357). Dieser Unsinn, das sagte ich am Anfang, gilt ab sofort nicht mehr, denn Homosexualität ist eine normale Variante unter allen Formen der Sexualität. Die Kirche macht bekanntlich Entwicklungen, Korrekturen, ist nicht erstarrt in ihren Traditionen.</p>
<p>Und zum Schluss noch muss ich mich entschuldigen dafür, dass der Papst nun eine gewisse Segnung homosexueller Paare erlaubt, aber diese Segnung soll bitte sehr dezent und versteckt ausfallen, soll überhaupt keine Ähnlichkeit mit der Hetero &#8211; Ehe reservieren Zeremonie haben.<br />
Also: Diese nun erlaubte, aber von reaktionären Klerikern selbstverständlich abgelehnte Segnung homosexueller Paare ist eine Diskriminierung; sie erkennt nicht an, dass auch Homosexuelle längst in vielen Staaten als Ehepaare leben.<br />
Weil die Kirchenführung ihre Fehler einsieht, wird es also bald feierliche Eheschließungen von homosexuellen Eheleuten auch in Katholischen Kirchen geben. Natürlich als Sakrament. Die Ehe ist bekanntlich ein Sakrament der Kirche.</p>
<p>Zum Schluß: Wir haben hier nur von der katholischen Kirche gesprochen. Natürlich sind alle christlichen Kirchen aufgefordert, ihre Verbrechen gegenüber Homosexuellen einzugestehen und sich bei den Opfern zu entschuldigen. Das gilt auch für die machtvoll agierenden, politisch rechtsextremen so genannten evangelikalen Kirche oder Teile der Pfingstkirchen, natürlich auch für alle Formen der orthodoxen Kirchen.<br />
Und ich will nicht verschweigen, dass es eine kleine christliche Kirche in den Niederlanden gibt, für die homosexuelles Leben und Lieben seit Jahrzehnten selbstverständlich ist. Es handelt sich um die Kirche der Remonstranten. (Siehe Weiteres dazu Fußnote 1).</p>
<p>Wer die lange Leidensgeschichte anschaut, die die katholische Kirchenführung und die von dieser Kirchenführung indoktrinierten heterosexuellen Gläubigen den vielen tausend Homosexuellen angetan hat, kann sich eigentlich nur voller Schauer, wenn nicht Ekel und Empörung von dieser Kirche abwenden. Aber einige Weisheiten des Weisheitslehrers und Propheten Jesus von Nazareth bleiben wichtig, darum werden einige wenige katholische Homosexuelle noch in dieser Kirche bleiben.</p>
<p>Unsere große Aufgabe ist: Den Kardinälen und Bischöfen und dem ganzen Klerus (auch dort sind rein statistisch gesehen etliche Homosexuelle!) IN AFRIKA klar zu machen: Deren kämpferische Ablehnung der Homosexualität und der Homosexuellen in ihren Staaten, meist Diktaturen, fördert nur die Verfolgung von Homosexuellen in diesen Ländern. Diese rigide Ablehnung der allermeisten katholischen Kirchenfürsten in Afrika widerspricht, wie gesagt, dem Evangelium, sie widerspricht vor allem den über allem und allen stehenden universell geltenden Menschenrechten.</p>
<p>Darum ist unsere Kollekte heute für ein bedrohtes Zentrum der Hilfe und Unterstützung für Homosexuelle in Uganda gewidmet. Die Kollekte zum Ausbau unserer Orgel entfällt also. Auf das vierte Manual unserer Orgel können wir gern verzichten, es gibt sehr viel Dringenderes.</p>
<p>Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Nachdenken dann auch über die Frage:</p>
<p>Sind denn die hier mitgeteilten Bitten um Verzeihung tatsächlich auch von der katholischen Bürokratie in Rom und in den Behörden der Bischöfe unterstützt???</p>
<p><em>Ich sage nur so viel: Was ich hier als Predigt anbot, ist leider eine totale Utopie.</em></p>
<p>Gehet in Frieden …und noch etwas: Streicht aus eurer Bibel die homo-feindlichen Stellen, sie gelten ab sofort nichts mehr, wie ich eingangs sagte. Kommt zur Vernunft und lest die Bibel vernünftig. Die Bibeltexte sind auch nichts als Texte von religiösen, aber begrenzten Menschen, die ihren Glauben in ihrer Zeit und für ihre Zeit (4. Jahrhundert vor Chr. bis 1. Jh. nach Chr.). aussagten. Die Bibel ist Ausdruck frommer Seelen, sie bietet interessante, aber immer zu kritisierende Weisheiten. Mehr nicht.</p>
<p>Und auch dies noch: Wenn eine CSD-Veranstaltung, eine Gay Pride, in Ihrer Stadt stattfindet, gehen sie bitte hin, nehmen sie teil, unterstützen sie diese Menschen, die jetzt von gewalttätigen Rechtsextremen bedroht werden. Eine Demo von Homosexuellen in ostdeutschen Städten muss LEIDER genauso geschützt werden wie eine Demo jüdischer Gemeinden.<br />
Und: Falls Sie Bischöfe treffen, die sich mit den Queers bei einer Demo solidarisieren, sagen Sie es mir. Diese Bischöfe sollten selbstverständlich in vollem Pomp, genannt Ornat, auftreten, bitte mit Mitra… Verwechslungen mit Drag &#8211; Queens sind wohl ausgeschlossen… Normale jung gebliebene Gemeinde- Priester werden wieder verkleidet wie so oft dabei sein.</p>
<p>In 300 Jahren wird es vielleicht besser bestellt sein im Umgang der katholischen Kirche mit den Homosexuellen bzw. Queers. Das ist unsere Hoffnung, unter der Einschränkung, falls dann die katholische Kirche in Europa noch mehr ist als eine kleine Sekte…</p>
<p>Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>FUßNOTE 1:</p>
<p>Der Remonstranten Theologe, Pastor Jan Berkens, predigt am Sonntag, dem 10.7.2027, in der Remonstranten Kirche „de Vriburg“ in Amsterdam um 10.30 Uhr.</p>
<p>Zur Einstimmung schreibt er:<br />
„Amsterdam ist seit jeher ein Freiraum für Vielfalt. Unser Gemeinde „Vrijburg“ ist es ebenfalls. (Siehe: www.vrijburg.nl/)<br />
Die Akzeptanz des „Andersseins“ im weitesten Sinne des Wortes steht weltweit unter Druck.<br />
Deshalb sind Veranstaltungen wie die Gay &#8211; Pride wichtig. Auch die Kirchen haben dabei eine Rolle zu spielen. Gerade in den Kirchen geht es darum, dass jeder und jede angenommen wird, wer auch immer man ist.</p>
<p>In der Bibel wird zwar recht oft Homosexualität verurteilt, aber es gibt auch eine andere Strömung, bei der es gerade um Akzeptanz geht. Manchmal ist das ziemlich überraschend. Lass dich von meiner Predigt überraschen und von dem Werk des Künstlers Louis Fratino berühren.</p>
<p>Für die musikalische Umrahmung sorgen Jan Pieter Lanooy und Dwight Sampi. Dwight war an unserem Surinam-Niederlande-Austausch unserer Gruppe „Arminius“ in den Jahren 2023 und 2024 beteiligt und er ist gerade für kurze Zeit in den Niederlanden. Er wird für uns das „Vaterunser“ auf Saramacanisch singen.</p>
<p><em>Der Gottesdienst am 9. August steht im Zeichen der Word Pride und wird zum 40-jährigen Jubiläum der offiziellen Segnung von homosexuellen Lebenspartnerschaften in den Remonstrantenkirchen gefeiert!</em></p>
<p><em>Der Gottesdienst ist auch s zu sehen über www.vrijburg.nl/kerk-tv.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 21:13:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[demokratische Gewaltenteilung sind keine polytheistischen Götter]]></category>
		<category><![CDATA[der Gott Auto]]></category>
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		<category><![CDATA[der Gott Nationalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[der große Irrtum des Philosophen Odo Marquard]]></category>
		<category><![CDATA[der Philosoph Odo Marquard plädiert für den Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[ein neuer Tempel des Polytheismus in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[eine große Tempelanlage für die vielen säkularen Götter]]></category>
		<category><![CDATA[Formen des weltlichen Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heide-Sein bei rechtsradikalen Denkern beleibt]]></category>
		<category><![CDATA[Hindu-Tempel in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsradikale Politiker lieben den Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[säkularer Polytheismus in Berlin baut einen Tempel]]></category>
		<category><![CDATA[säkularer Viel-Götter-Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[sind die Christen frei vom Polytheismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22366</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein leicht ironischer Beitrag von Christian Modehn: In Berlin wird ein Tempel gebaut für die vielen weltlichen, säkularen Götter. Der Polytheismus neuer Art findet seinen machtvollen, prächtigen Ort in einer Tempelanlage. Dort können die Götter Geld, Privateigentum, Sex, Auto, Nation usw. verehrt werden. Der säkulare Polytheismus als Vergötterung von Gegenständen und Ideologien ist die stärkste Konfession in Berlin, bald in ganz Europa. Die katholische und evangelische Kirche schließen ihre Kirchen, verkaufen ihre Gotteshäuser, der säkulare Polytheismus blüht. Der Philosoph Odo Marquard ließ sich gar zu einem Plädoyer und Lob für den Polytheismus hinreißen, rechtextreme Literaten und Philosophen lieben den Polytheismus, das Heide-Sein. Der Bruch in der Kultur und der Religion wird im säkularen Polytheismus sichtbar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik">Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Polytheismus &#8211; die vorherrschende Religion in Berlin.<br />
Ein leicht ironischer Hinweis von Christian Modehn am 27.6.2026</p>
<p>Ein Vorwort:<br />
Eine große Tempelanlage für die größte Konfession in Berlin ist eigentlich schon seit langem erforderlich: Für den modernen säkularen Polytheismus, den Glauben an einen der vielen weltlichen Götter. Schließlich nennen sich etwa 70 Prozent der Berliner Bevölkerung „Konfessionslos“, und dieser Titel bedeutet sicher ein Nein zum Monotheismus der Christen, Juden und Muslims, hat aber auch nichts mit dem Bekenntnis zum Buddhismus oder Hinduismus zu tun. Und der „klassische“ kämpferische Atheismus als Nein zum Monotheismus ist auch heute eher selten.<br />
Es geht also um neue Formen des Glaubens, des Glaubens an die modernen vielen Götter, an die leidenschaftliche Bindung an einen der weltlichen oder am besten gleich an mehrere, wesensverwandte weltliche Götter. Wir nennen den Viel-Götter &#8211; Glauben deswegen einen säkularen Polytheismus, weil die Götter, die da verehrt werden, nur weltlich, also nur säkular sind. Von Transzendenz ist bei diesen Göttern also keine Spur, alles dreht sich hier um die eingeschlossene, abgekapselte Welt, also die Bindung an die endlos gedachte nur weltliche Welt ohne transzendente Funken… Dinge der Welt werden dabei gern und enthusiastisch in den Rang von etwas Göttlichem, Absoluten, Hoch &#8211; Heiligen erhoben, und bestimmte Menschen werden zu säkularen Heiligen, wenn nicht zu Göttern erklärt (siehe die Bewunderung für Musk in den USA).<br />
Dies also ist ein neues Thema für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie, Religionswissenschaft und Soziologie. Wir sprechen davon in einer Form einer milden Satire, deren phantasiereiche Beschreibung so unwahrscheinlich ja nicht ist, zumal der Viel-Götter-Kult heute weltweit absolut sich durchsetzt. Das Denken schließt sich ins nur Weltliche &#8211; Dinghafte ein, bestenfalls die Kunst kann noch die Schatten eines Jenseits zeigen, die Kirchen vertreten ihre uralten Dogmen in einer abgeschotteten, sich absolut wichtig nehmenden Klerus &#8211; Welt. Dies interessiert bald wirklich niemanden mehr, vielleicht noch einige der ewigen Neurotiker aus der katholisch &#8211; rechtsextremen Szene…</p>
<p>1.<br />
Am 7. Juni 2026 wurde in Berlin ein neuer prächtiger Tempel zu Ehren der vielen Götter des Hinduismus feierlich eingeweiht. „Den Polytheismus pur“, möchte man sagen, kann jeder Interessierte dort erleben. Aber, und das ist überhaupt nicht degradierend gemeint: Es sind &#8211; regional begrenzt &#8211; die vielen Götter der hinduistischen Religion Indiens, die sich da in Berlin &#8211; Neukölln zur Verehrung und Bewunderung niedergelassen haben. Hunderte Statuen von hinduistisch &#8211; indischen Göttern (Göttinnen) schmücken den Tempel innen wie außen. Zwanzig Jahre wurde an diesem Tempel zu Ehren des Gottes Ganesha gebaut … auch mit allerlei finanziellen Hindernissen: Aber der Gott Ganesha hat schließlich gesiegt: Er wird &#8211; also wohl zurecht &#8211; als der „Überwinder von Hindernissen“ verehrt und er gilt als der „Schreiber heiliger Texte“.</p>
<p>2.<br />
Wenn sich der uralte, auch literarisch wertvolle hinduistische Polytheismus in Berlin nun so deutlich präsentiert, sollte man die Anregung aufgreifen und wahrnehmen: dass sich ein ganz anderer Polytheismus in Berlin (und in ganz Europa) durchgesetzt hat: Dieser säkulare, weltliche Polytheismus möchte sich nun öffentlich in einer wahrlich riesigen Tempelanlage einladend präsentieren. Denn, wie gesagt, nur 30 Prozent der Berliner Bevölkerung sind sozusagen noch klassische religiöse Monotheisten, wobei unter denen sicher auch säkulare Polytheisten, also Verehrer irgendeines weltlichen Gottes, zu finden sind. Stichwort: Liebe zum Geld…Die sündhafte Hinwendung der Monotheisten zum Polytheismus war ja bekanntlich schon das Problem der Propheten des Alten Testaments.</p>
<p>3.<br />
Keine Frage: Es gibt ihn faktisch, den weltlichen Polytheismus, also die von Menschen erschaffenen Götter, die sich als Götter NICHT feierlich von selbst offenbaren, sondern Produkte der Menschen sind, also weltlich sind. Diesen „ihren“ Göttern schenken die Menschen ihre Lebensenergie, ihnen opfern sie (sich auf), sie sind der entscheidende Mittelpunkt ihres Lebens: Diese weltlichen Götter sind als hoch-heilig aufgewertete weltliche Objekte (oder auch Subjekte, Menschen) inmitten einer sonst weithin vom monotheistischen Gott entleerten Welt. Selbstverständlich kann, wie im klassischen Polytheismus üblich, der einzelne weltliche Polytheist mehrere dieser Götter verehren, also den einen mal beiseite stellen zugunsten der Entscheidung für einen anderen. Wir nennen hier schon mal einige Namen der säkularen Götter, auf die wir im einzelnen noch hinweisen: Geld, Privateigentum, Auto, Nation, Fußball usw…</p>
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Der geplante polytheistische Tempel muss eine große Anlage sein. Für die vielen Götter muss ausreichend Platz zur Verehrung stehen, zur stillen Andacht, zum Preisen und Loben, zum ausdrucksvollen Bekenntnis, ja auch dies: Vielleicht auch nur zur Verabschiedung von diesem Gott, sagen wir vom Gott Auto; dies kann vielleicht sogar eine Art Bekehrung sein zu einem radikalen Atheismus. In der riesigen Tempelanlage muss also Platz sein fürs Erleben, Bedenken, Feiern und ernsthaftem Debattieren mit den anwesenden Priestern, die hier Counselors heißen, ein bißchen gebildet sollen sie sein…<br />
Alle diese säkular -polytheistischen Tempel in der großen Anlage müssen flach gebaut sein, jeglicher Turm, der in eine irgendwie transzendente himmlische Höhe weist, ist verboten. Die Erdverbundenheit, als die Bindung an die endlos fließende total flache Welt des säkularen Polytheismus muss auch architektonisch zum Ausdruck kommen.<br />
Es wäre sehr hilfreich, wenn dieser Tempel angesichts der Menge der Gläubigen eine gut erreichbare, zentrale Lage hätte, mitten in der Stadt, etwa auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof wäre der Wunsch: Ihn wird der Berliner Senat, auch dort gibt es ja säkulare Polytheisten, wohlwollend unterstützen.</p>
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Im Zentrum der Tempelanlage steht der mit echtem Gold verzierte Tempel für den Gott Geld, mit dem eigentlich alle Menschen immer schon sehr eng verbunden sind, auch die monotheistisch Frommen. Darum gebührt dem Gott Geld einer der Haupttempel in der weitläufigen, mit vielen bunten Blumen und allerlei Bäumen ausgestatteten Tempel-Anlage. In den kleinen Nebentempeln des Gottes Geld können auch die ebenfalls göttlichen Aktien verehrt werden oder auch Formen neuer heiliger Krypto &#8211; Währungen.<br />
In einem ebenfalls benachbarten kleineren Tempel werden schalldichte Mauern und Türen gebaut, für Spekulanten, die bei extremen Kursverlusten dort laut schreien, weinen und heulen dürfen. Auf diese Weise sollen die Manager bei Kursverlusten nicht den persönlichen Kurs verlieren.</p>
<p>6.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau wird den Verehrern des göttlichen und immer noch offiziell heilig genannten Eigentums zur Verfügung stehen. Auf den Wänden werden stündlich aktualisiert auf Monitoren die Preisentwicklungen der Eigentumswohnungen etwa in Berlin, München, Zürich, Paris, London, New York, San Francisco, Rom und Monaco eingeblendet. Auch das Verhältnis im Bau von Mietwohnungen und Eigentumswohnungen wird dokumentiert, auch in dem Fall sind Schreie des Protestes oder des noch stärkeren Jubels der Eigentümer erwünscht. Selbstverständlich werden etliche Super &#8211; Luxus Yachten als begehbare heilige Objekte zur Verfügung stehen, nach gründlichen Reinigung in einem Pool im dritten Obergeschoß der Yacht kann man auch kurz die prächtigen Räume besichtigen, allerdings nur der Flüsterton ist auf den heiligen Super &#8211; Luxus -Yachten erlaubt. Nebenbei: Ein Glas Champagner wird „an Bord“ für selbstverständlich schon ermäßigte 50 Euro angeboten .</p>
<p>7.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau in der Gestalt einer riesigen, für mindesten 100 Fans begehbaren Kugel wird dem höchst aktuellen Gott Fußball gewidmet sein. Im Innern des Tempels werden permanent auf 100 Bildschirmen gleichzeitig alte und auch aktuelle Fernsehaufnahmen von Fußballweltmeisterschaften zu sehen sein. Ein großes Quiz wird angeboten: Wer genau weiß, wie viele Millionen Schweizer Franken Mister Gianni Infantino im Jahr verdient, kann an einem Losverfahren teilnehmen und zu einem Frühstück mit Infantino in Genf geladen werden. Die Sieger können selbstverständlich auch absagen.<br />
Eine andere begehrte Quiz &#8211; Frage wird sein, die ich mal so formuliere: Welche Mannschaft hat 1958 im Spiel El Salvadors gegen die Fidschi &#8211; Inseln gesiegt? Der Sieger wird zu einem Wochenende ins leider wieder mal sehr diktatorische El Salvador in Mittelamerika eingeladen. Absagen der Gewinner sind &#8211; Stand jetzt &#8211; sehr ratsam, um nicht durch Zufall in einem der berechtigten Massen &#8211; Gefängnisse des Präsidenten zu laden.</p>
<p>8.<br />
Der längste Flachbau auf der großen Tempelanlage der „säkularen Götter“ wird der Gestalt eines iPhones sehr deutlich nachempfunden sein. Von 1000 angebrachten iPhones werden die Tempelbesucher permanent berieselt mit Life &#8211; Plaudereien von iPhonenutzern aus aller Welt in mindestens 100 verschiedenen Sprachen. So wird Kakophonie in Kalophonie umgewidmet. Ob die Tempelbesucher die eigenen iPhones oder die Handys am Tempeleingang abgeben müssen, um möglichstnvom eigenen Trieb des Klickens nicht verführt zu werden, darüber wird noch der Bundestag entscheiden.</p>
<p>9.<br />
Ganz im klassischen Bordell &#8211; Rot, wir sagen es ehrlich schon jetzt, wird es eine gewaltige begehbare Penis &#8211; Nachbildung im Tempel &#8211; Park geben. Aus dem „Milieu“ kommt bereits der Vorschlag, diesen Tempel, gelagert im spirituellen Zentrum des Tempelbezirks der säkularen Götter, entweder „Sanctus Penis“ oder &#8222;Sanca Vulva“ zu nennen… Um Orgien in diesem Tempel einzugrenzen, sollen die in der Szene bekannten „Schwestern vom Orden der perpetuellen Indulgenz“ ein bißchen für erotischen Anstand sorgen.</p>
<p>10.<br />
Polytheistische Ordnungskräfte werden einen weiteren, allerdings hoch umstrittenen Tempel sichern müssen: Den Tempel des viel gesichtigen Gottes Nationalismus und Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie. Dieser Gott als Einheit vieler Götter prägt die Geschichte der Menschheit seit Jahrhunderten, deswegen muss in einem eigenen Tempel daran erinnert werden. Von außen wird er &#8211; für Demokraten &#8211; betont häßlich sein, die Frage braun dominiert, Innen ist alles schwarz gehalten.<br />
Eine explizite, verbale Verehrung dieser Götter ist in diesem Tempel untersagt. Er soll ein Tempel des Abscheus, des Neinsagens, vielleicht der Bekehrung zum wahren Menschsein werden. Rechtsradikale Parteien in Europa, also die AFD, die Le &#8211; Pen &#8211; Partei „Rassemblement National“ oder die spanische VOX Partei , aber auch Teil der US &#8211; MAGA &#8211; Bewegung planen &#8211; unterstützt von ihren Freunden in Millionärs-Kreisen, ihren eigenen, alternativen Tempel in der Nähe zu bauen. Der Staatsschutz sollte ermitteln…<br />
Jeder halbwegs vernünftig gebliebene weltliche Polytheist kann in diesem gewaltig braun &#8211; schwarzen Tempel öffentlich seinem Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, der Homophobie abschwören, er empfängt danach von den stets anwesenden Priestern, „Counselors“ genannt, eine schöne, gut lesbare Ausgabe der „Erklärung der Menschenrechte“ von 1948. In einem Nebentempel werden übrigens die heiligen Rüstungsfirmen sich verehren lassen, Details werden noch ausgearbeitet. In jedem Fall werden die neuesten Panzer zur Bewunderung und Verehrung bereit stehen. „Mehr Geld für die Rüstung“ steht über dem Eingang!</p>
<p>11.<br />
Selbstverständlich wird es einen Tempel zu Ehren des heiligen Autos geben. Dem Mercedes- Stern nachempfunden wird dieser Tempel errichtet, wer ihn von der zentralen der Mitte aus betritt, wird sofort von den allerneuesten Mercedes der S Klasse empfangen, auch der Merceds &#8211; Maybach S- Klasse. Die Frommen dürfen selbstverständlich diese Prachtexemplare lange Zeit streicheln, sie dürfen die Auto &#8211; Türen berühren, gegen Spenden für die Firma Mercedes (!) darf man auch ein paar Minuten innen im Auto sitzen, das Lenkrad umarmen, die Sitze bewundern. Lautes Jubeln ist erwünscht, auch das „großartig“ Rufen. Es stehen vor einigen einigen Limousinen auch Kissen bereit für Fromme, die vor dem Mercedes niederknien möchten. Kein Mann muss sich seiner Tränen der Freude schämen. Ob BMW im Tempel auch zugelassen wird, entscheiden zur Zeit die Gerichte…</p>
<p>12.<br />
Wie schon angedeutet: In jedem der vielen Einzeltempel werden dem jeweiligen Gott entsprechend rituelle und kultische Vollzüge möglich sein, auch Sühneriten und Reue &#8211; Bekenntnisse sind möglich. Es stehen auch entsprechende „Priester“, hier „Counselors genannt, hilfreich und kenntnisreich zur Verfügung. So kann im Tempel zu Ehren des Gottes Geld der besonders Geld &#8211; Gierige, der Spekulant, symbolisch ein paar echte 10 Euro &#8211; oder 50 Euro Scheine auf einem Gold-Schälchen andächtig verbrennen, auf Wunsch auch mit Weihrauch Düften, um seinen Abschied von der Geld &#8211; Gier auszudrücken. Wer hingegen immer mehr Geld für sich wünscht, kann in Opferschalen einige hundert Euros als Spende hinterlassen, die ausschließlich zur Stütze der bedrohten Banken in Deutschland verwendet wird.</p>
<p>Nur dies noch: Wer von der Sucht befreit werden will, permanent seinem Gott Fussball zu dienen, also ständig Fußball im Fernsehen zu sehen, so oft Unsummen schwer verdienten Geldes fürs Stadion und den Club auszugeben, der kann im Vorraum des Tempels einen preiswerten Fußball kaufen und ihn im Tempel öffentlich vor aller Augen zertreten. Sozusagen als Ritus der Bekehrung und Befreiung von diesem zwanghaften, also letztlich lästigen und langweiligen Gott Fußball. Beim Zertreten des Balls muss der Gläubige allerdings schreien: „Ich will niemals mehr dem Gott Fußball dienen“. Dieses Versprechen wird selbstverständlich bei der üblichen Liberalität des polytheistischen Tempels nicht überprüft.<br />
Die vielen unbeirrbaren Verehrer des Gottes Fußball können teure Memorabilien („Reliquien“) von weltberühmten Fußballer &#8211; Stars erwerben, etwa den kleinen Rest eines Schnürsenkels von Pelé oder den Fetzen aus einer Unterhose vom Star Cristiano Ronaldo.</p>
<p>13.<br />
Das Projekt kann jetzt schon finanziell unterstützt werden, der Name besonders großzügiger Spender wird an der zentralen Tempel &#8211; Eingangstür eingraviert. Zu den wirklich bedeutenden, vom Projekt restlos begeisterten Förderern gehören bereits die Banken, große Immobilien-Konzerne, Hotelketten, Inhaber der großen Smartphones usw. Sie alle sind ja längst als strenge Gläubige eines der säkularen Götter bekannt. Eventuell geht der bislang unbekannte Betreiber dieses „Tempel der vielen säkularen Götter in Berlin“ auch an die Börse.<br />
In jedem Fall sind bereits Sonderzüge der Bundesbahn nach Berlin geplant .. allein dieses Tempels wegen. Deswegen wird der Flughafen BER auch endlich stärker die internationalen Connections ausbauen. Der säkulare Polytheismus verspricht der Stadt Berlin wieder mehr Geld in die Kassen zu spielen…</p>
<p>14.<br />
Die (monotheistischen) Kirchen in Berlin sind sehr irritiert vom Projekt des wahrlich nur monumental zu nennenden Tempels der weltlichen Götter: Die Kirchen sagen sich: Wir katholischen und evangelischen Kirchenführer schließen seit einigen Jahren unsere Tempel, unsere Kirchen, wir verkaufen sie, wir reißen sie ab: Was machen wir nur falsch? Und die säkularen Polytheisten bauen eine riesige Tempelanlage, weil sie so viele Gläubige haben.</p>
<p>Nebenbei: Unser Ratschlag an die Kirchen: Sie sollten bedenken, dass auch ihre führenden Kleriker oft auf der Spur der säkularen Götterverehrung (Geld, Macht, Kriege.. ) lebten. Man denke nur an die Päpste der Renaissance und sehe die prächtigen Kardinals &#8211; und Bischofs- Residenzen, die immer noch bewohnt werden trotz der vielen Kirchenaustritte: Aus diesen Palästen wollen die Kleriker jedenfalls &#8211; bis jetzt &#8211; nicht ausziehen und in kleine Wohnungen umziehen. Diese Residenzen werden sicher in 30 Jahren zu Tempel &#8211; Museen des einstigen klerikalen Monotheismus werden..</p>
<p>15.<br />
Es bleibt für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie ein dringendes Thema: Welche Bedeutung haben die hier genannten säkularen Götter für die Lebensgestaltung? Sind diese Götter befreiend, orientierend für ein humanes Leben, das den Namen verdient? Der alte „klassische“ Vorwurf atheistischer Kreise war: Die monotheistischen Religionen sind zu autoritär, gegen die Emanzipation eingestellt usw. Aber was trennt die polytheistischen säkularen, bekanntlich von Menschen gemachten Götter von dem monotheistischen Gott der Bibel? Ist nicht auch er von Menschen gemacht, vielleicht nur mit Hilfe des heiligen Geistes, wie die Dogmatik sagt? Aber wer weiß das schon genau? Und auch dies: Sind die polytheistischen Götter etwa fü rdie Emanzipation, für die Demokratie, für die universelle Gerechtigkeit? Ich fürchte die Antwort ist klar, sie heißt NEIN.<br />
Der schöpferische Mensch schafft sich Gott und Götter. Die Differenz zwischen einem Gott der Monotheisten und einem Gott der Polytheisten, ob säkularer religiös, muss jeder Mensch für sich erkennen. Und sich entscheiden für ein Leben in Freiheit.</p>
<p>16.<br />
Es muss daran erinnert werden, dass etliche Philosophen, Journalisten, Dichter und Denker usw. im 20. Jahrhundert explizit und kämpferisch den Polytheismus verteidigten und lobten, durchaus polemisch als angeblich einzig humane Alternative zum Monotheismus. Man denke an die „Nouvelle Droite“ und ihre Meisterdenker seit den 1970Jahren in Frankreich, etwa an Alain de Benoist, dessen Plädoyer für das polytheistische „Heide-Sein“ auch auf Deutsch 1982 als Buch erschien. Die „Konservative Revolution“ der rechten und rechtsextremen Meisterdenker liebt den Polytheismus.<br />
Der bekannte Philosoph Odo Marquard (1926 &#8211; 2015) muss hier erwähnt werden: Allzu schnell übersieht man dessen reaktionäre Positionen angesichts seiner leicht zugänglichen, manchmal gewollte witzigen Redeweise. Udo Marquard hat sich in seinem Vortrag in Berlin im Jahr 1978 zu einem „Lob des Polytheismus“ hinreißen lassen (veröffentlicht in „Abschied vom Prinzipiellen“, Reclam, 1981). Und dabei behauptet, die demokratische politische Gewaltenteilung sei „ein aufgeklärter &#8211; säkularisierter &#8211; Polytheismus.“ (Seite 107). Also die für die Demokratie entscheidende Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive, Judikative &#8211; seien nur &#8211; wie im Polytheismus üblich &#8211; mögliche und immer revidierbare „Göttergestalten“ … diese drei demokratischen Gewalten nennt Marquard tatsächlich allen ernstes Götter (S. 107). Aber: Diese Gewaltenteilung ist von der Vernunft universell begründet und tatsächlich absolut fürs Leben der Demokratie geboten. Gewaltenteilung in der Demokratie ist kein möglicherweise auch wieder abzuschaffender oder abzulehnender Gott im polytheistischen Götterhimmel.<br />
Und Odo Marquard schämt sich in dem von ihm diskutieren Zusammenhang von Polytheismus und Mythos nicht, den tatsächlich „berühmten“ Nazi-Philosophen Alfred Baeumler als Zeugen zu erwähnen, in einem Atemzug mit dem ganz anders denkenden Philosophen Roland Barthes. Jedenfalls steht für Marquard, den Schüler des ebenfalls viel zitierten Nazi-Philosophen Joachim Ritter (Uni Münster) fest: „Die Philosophie muss ihre Kollaboration mit dem Mono-Mythos (gemeint ist der Monotheismus der Juden und Christen) beenden“, so Marquard ziemlich rigoros, was er sonst ja nicht sein will…(S. 110).<br />
Jedenfalls haben kompetente Wissenschaftler das Schwadronieren Marquards zum „Lob des Polytheismus“ differenziert zurückgewiesen, etwa die Historiker Jan Assmann und Arnold Angenendt.</p>
<p>17.<br />
Der neue Tempel des säkularen, weltlichen Polytheismus trifft also eine zentrale Stimmung, Mentalität. Mit dem säkularen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben ist eine Auseinandersetzung geboten… zumal mit dem explizit politischen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben … bevor es zu spät ist und die AFD die „Kulturpolitik“ beherrscht.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik">Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 15:57:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn Autor des Films über den Katholilentag in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[das ZdK veröffentlicht nur die halbe Warehit über Prof.Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[die ganze Wahtrheit über Prof. Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Gastfreundschaft der evangelischen Kirche für die katholishe Initiative Kirche von unten 1980 in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Maier als Kulturminister anti-links]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Maier war ein konservativer Katholik]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Habermas und Kulturminister Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Katholikentag in Berlin 1980]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche von unten auf dem Berliner Katholikentag]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Hans Maier (CSU) gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Hans Maier war Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ZdK]]></category>
		<category><![CDATA[ZDK und halbe Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ZdK und kritsche Katholiken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22257</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das aktuelle Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ZdK, hat am 9. Juni 2026 seine Trauer als eine Lobeshymne auf ihren einstigen ZdK Präsidenten Hans Maier veröffentlicht unter dem Titel: „Gesicht des politischen Katholizismus“. Und bei dem Titel bringt das ZdK das Kunststück fertig, die Bindung Maiers an die CSU (seine Karriere verdankt er Franz Joseph Strauß) überhaupt nicht zu erwähnen. Etwas moderat kirchenkritisch, also kritisch gegenüber der Hierarchie und ihren Entscheidungen, wurde Hans Maier erst nach seiner Pensionierung und der Beendigung seiner Tätigkeit als ZdK-Präsident. Das ist der so genannte Mut der alten Herren: die Karriere ist ja gut gelaufen, kann nichts mehr „passieren“, die Pension ist sicher, da kann man ein bißchen kritisch werden…<br />
Wir haben uns die Mühe gemacht und den Lobeshymnen - Nachruf auf Hans Maier gelesen. Und sind über die Einseitigkeiten dieses offiziellen Journalismus wieder mal verstört.<br />
 Die katholische Kirchenzeitung "Petrusblatt" verbreitet die Lüge, die Initiative "Katholikentag von unten" habe sich selbst isoliert. Dabei hat der offizielle Katholiklentag, also vor allem auch Prof. Hans Maier, dieser katholischen Basis Initiative keinen Raum und keine Kooperation geboten. Diese Verhalten ist sollte man intolerant und undemokratisch nennen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik">Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lobeshymen auf den verstorbenen führenden „Vorbild-Katholiken“ Prof. Hans Maier (CSU)<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 9.6.2026</p>
<p><em>Ergänzung am 17.6.2026</em>: Siehe Nr. 11.</p>
<p><em>Ergänzung am 20.6.2026</em>: Siehe Nr. 12.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>Am 9.6.2026 haben wir veröffentlicht:</p>
<p>1.<br />
Was er alles doch alles leistete, der am 8. Juni 2026 im Alter von 94 Jahren in München verstorbene Prof.Hans Maier (CSU): Er war erstens Professor für Politische Wissenschaften, dann zweitens Kulturminister im Freistaat Bayern, dann drittens begeisterter Organist und viertens auch führender (selbstverständlich „praktizierender&#8220;) Katholik in Deutschland, vor allem in seiner Funktion als Präsident des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK) von 1976 bis 1988.</p>
<p>2.<br />
Das heutige ZdK hat am 9. Juni 2026 seine Trauer als eine Lobeshymne auf ihren einstigen ZdK Präsidenten Hans Maier veröffentlicht unter dem Titel: „Gesicht des politischen Katholizismus“. Und bei dem Titel bringt das ZdK das Kunststück fertig, die Bindung Maiers an die CSU (seine Karriere verdankt er Franz Josef Strauß) überhaupt nicht zu erwähnen.</p>
<p>3.<br />
Etwas moderat kirchenkritisch, also kritisch gegenüber der Hierarchie und ihren Entscheidungen, wurde Hans Maier erst nach seiner Pensionierung und der Beendigung seiner Tätigkeit als ZdK Präsident. Das ist der so genannte Mut der alten Herren: die Karriere ist ja gut gelaufen, kann nichts mehr „passieren“, die Pension ist sicher, da kann man ein bißchen kritisch werden…</p>
<p>4.<br />
Wir haben uns also die Mühe gemacht und den Lobeshymnen &#8211; Nachruf auf Hans Maier gelesen. Und sind über die Einseitigkeiten dieses offiziellen Journalismus wieder einmal verstört.<br />
<em>Und wir müssen nun die vergessenen, in unserer Sicht alles andere als erfreulichen Aspekte Maiers in aller Kürze nennen. Dafür nur einige zentrale Beispiele:</em></p>
<p>5.<br />
1979 hatte sich der Theologe Johann Baptist Metz (Uni Münster) auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Münchner Universität beworben: Metz galt als links! Das ist das Grundübel in Bayern und für das CSU Mitglied Hans Maier. In bestem Einvernehmen mit dem damaligen Erzbischof von München, Joseph Ratzinger, wurde Metz selbstverständlich auch vom zuständigen Kulturminister Hans Maier (CSU) abgelehnt. Statt dessen wurde der als politisch zuverlässig geltende, eigentlich völlig unprofilierte Passauer Theologe Heinz Döring berufen. Diese Affäre bewegte damals die BRD, „Der Spiegel“ berichtete ausführlich, etwa auch über die Treue des Kulturministers gegenüber der Amtskirche: „So hievte der Minister (Maier) im März 1977 den Mainzer Professor Lothar Bossle, damals Soziologe und Politologe an der Pädagogischen Hochschule Lörrach, mit Amtsgewalt auf den Würzburger Lehrstuhl für allgemeine Soziologie &#8211; gegen die Voten des Senats, des Berufungsausschusses und des Fachbereichsrates der Universität, die Bossle für zu rechtslastig und zu wenig qualifiziert hielten.“ Quelle: Spiegel vom 6.1.1980, ein Beitrag, dessen Lektüre ich allen ZdK Mitgliedern empfehle, um nicht später wieder Totengedenken mit Lobeshymnen zu verwechseln.<a href="https://www.spiegel.de/politik/unnachgiebig-unbelehrbar-masslos-a-4d592d34-0002-0001-0000-000014315131">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Der Autor dieser Zeilen erinnert sich als betroffener Journalist an die üble Rolle Hans Maiers als Chef des Katholikentages in West &#8211; Berlin vom 4. bis 8. Juni 1980; zu der Zeit war schon Joachim Meisner Bischof in Berlin (mit Sitz in Ost-Berlin, aber mit häufiger Besuchsmöglichkeit in West &#8211; Berlin).</p>
<p>7.<br />
Die Lobeshymne des ZdK auf Hans Maier vergißt die heftige Feindschaft Maiers beim Berliner Katholikentag <em>gegen die damals frisch entstandene amtskirchen &#8211; kritische Initiative „Kirche von unten“</em>. Sie wollte ihre Veranstaltungen inmitten des offiziellen Katholikentages anbieten, aber Pluralität oder gar Kritik waren nicht erwünscht, es ging um die ewige, bis heute viel beschworenen „Einheit“ aller Katholiken unter der Herrschaft der Bischöfe und des Papstes… so musste der Katholikentag von unten wegen der Intoleranz Maiers auf evangelische Gemeindehäuser ausweichen. Noch einmal: Danke für diese protestantische Gastfreundschaft!</p>
<p>Maier nannte die bundesdeutsche Initiative „Kirche von unten“ verächtlich eine Splittergruppe…Der journalistische, nicht Kirchen-abhängige Bericht über den Berliner Katholikentag wurde im SFB für die ARD im 1. Programm ausgestrahlt, an dem Film war ich als Autor direkt beteiligt. Die Tatsache, dass wir uns die journalistische Freiheit nahmen, auch und wegen des Neuigkeitswertes über den Katholikentag von unten zu berichten, weckte eine Flut von polemischen und häßlichen Stellungnahmen der konservativen Katholiken und ihrer Medien. Kein Bischof, kein ZdK Mitglied solidarisierte sich mit den Autoren und dem verantwortlichen Redakteur im SFB Johannes Huthmann; selbst Familienangehörige besaßen die Unfreudlichkeit, sich von einem Autor des Films öffentlich schriftlich zu distanzieren.<br />
Walter Jens war objektiv und hatte Verständnis für die kritische Berichterstattung, er schrieb am 13. Juni 1980 einen entsprechenden Beitrag in &#8222;DIE ZEIT&#8220; unter dem Pseudonym momos. Ein Zitat: &#8222;Jens lobte ausdrücklich, dass die ARD (SFB) die Bilanz des Katholikentages nicht „von den Kardinälen und Funktionären des Zentralkomitees, den großen Meistern jener zugleich ein- und vieldeutigen Kommuniqués, sondern von Teilnehmern ohne großen Rang und glanzvolle Namen gezogen wurde. Eine Bilanz von unten, ein Bilanz im Zeichen der Religion Christi, nicht der christlichen Religion“. Dann weist Walter Jens auf einen Zwiespalt im Katholikentag hin: „<em>Wurde auf der einen Seite (im Film, CM) die Praktik der Oberen getadelt, sich nach außen hin offen zu geben, um nach innen rigoros abzuschotten- nur nicht zu viel Ökumene usw. – so sah sich auf der anderen Seite der gemachte, geplante professionell inszenierte Jugend Rummel attackiert&#8230;“</em>. Walter Jens weist außerdem eindringlich darauf hin, wie vom offiziellen Katholikentag jegliches Gespräch mit Homosexuellen zurückgewiesen wurde, während es entsprechende Gespräche und Veranstaltungen auf dem &#8222;Katholikentag von unten&#8220; selbstverständlich gab: Dank der evangelischen Freiheit protestantischer Gemeinden.&#8220; (Quelle, mein Hinweis zu Walter Jens, 2013: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/4175_walter-jens-fuer-die-freiheit-im-katholizismus_religionskritik">LINK</a>)</p>
<p><em>Die katholische Kirchenzeitung für West &#8211; Berlin, &#8222;Petrusblatt&#8220;, hat am 20.Juni 1980 die Berichterstattung des SFB über den Katholikentag aufs schärfste zurückgewiesen.</em> Der Titel des anonym geschriebenen Beitrags: &#8222;Protest gegen Fernsehsendung&#8220;. Weil der Fernsehbeitrag des SFB für die ARD das neue (!) Phänomen des &#8222;Katholikentag von unten&#8220; in den Mittelpunkt stellte, war im &#8222;Petrusblatt&#8220; von &#8222;völlig verzerrter Darstellung&#8220; die Rede, &#8222;von einer sich selbst isolierenden Randgruppe&#8220;, also dem Katholikentag von unten. Dabei wollte sich diese Initiative &#8222;Kirche von unten&#8220; gar nicht &#8222;selbst isolieren&#8220;, sie wurde vom Zentralkomitee der deutschdn Katholiken (nicht etwa &#8222;ZK&#8220;, sondern ZdK) und deren Chef, Prof. Hans Maier, isoliert: Indem der offizielle Katholikentag der neuen Basisinitiative keine Röume zur Verfügung stellte und jegliche Kooperation ablehnte. <em>Es wird also im &#8222;Petrusblatt&#8220; eine Lüge verbreitet</em>. Und typisch für die Art, wie die &#8222;Petrusblatt&#8220;- Journalisten  denken: Sie hätten sich, so wörtlich, &#8222;eine s<em>chlichte Dokumentation</em> &#8222;gewünscht, die schlichte Dokumentaion wäre, so wörtlich, &#8222;ehrlicher gewesen&#8220;. Ein schlichtes, aber ausgrenzendes Denken wird  als katholisch normal empfunden. Ist es wahrscheinlich auch!</p>
<p>Die kritische Zeitschrift PUBLIK &#8211; Forum hat ausführlich über den &#8222;Katholikentag von unten&#8220; in Berlin berichtet.</p>
<p>Nebenbei: Beim Berliner Katholikentag 1980 gab es noch 75.000 Dauerteilnehmer“. 2026, beim Katholikentag in Würzburg, wurden nur 34.000 Tickets verkauft, offenbar für Dauerteilnehmer. Diese Zahlen zeigen: Die eher klerikal beherrschte Form des Katholikentags hat sich offenbar nicht bewährt…Katholiken verabschieden sich von ihrer Kirche zu vielen tausend. Und die Bischöfe haben darauf keine Antwort, sinnieren über die &#8222;zunehmende Säkularisierung&#8220;&#8230;</p>
<p>8.<br />
Es war natürlich Bischof Meisner von Berlin, der extrem empört war, dass vor allem junge Katholiken eigene theologische Meinungen haben, die sich auch gegen die Hierarchie richten. Solche Rebellion war der aus der DDR stammende, bekanntlich dann auch als Erzbischof von Köln bornierte Joachim Meisner weder im DDR Staat noch in der streng klerikalen Katholischen Kirche der DDR nicht gewöhnt.</p>
<p>Und der ZdK Präsident Hans Maier folgte als katholischer Laie treu auch diesem Oberhirten. Das ZdK (und seine Katholikentage) war also immer eine bischöflich bestimmte und kontrollierte Organisation, die Freiheit der Laien, die Pluralizäz im Glauben, gab es nicht.</p>
<p>9.<br />
Wir haben uns die Mühe gemacht, noch einmal zu zeigen, wie befangen &#8211; &#8222;positiv&#8220; offizieller katholischer Journalismus auch heute noch ist, das heißt: wie sehr nur die halbe Wahrheit veröffentlicht wird.</p>
<p>Dass die offizielle katholische Presse, etwa die so genannten „Bistumszeitungen“, heute nur noch sehr minimale Auflagen haben und in ca. 10 Jahren sicher verschwunden sein werden, hängt sicher mit dieser Ursünde des katholischen Journalismus zusammen: Nur die halbe Wahrheit zu sagen. Die ZDK Leute denken: Die ganze Wahrheit könnte das Image der Kirche schädigen… Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie würde ein ZdK Bericht über Hans Maier aussehen, der deutlich zeigt: Dieser Hans Maier war ls ZdK Präsident ein den Bischöfe ergebener, treu-gehorsamer und von der CSU abhängiger Laie. Auf diese Weise glaubte er große Karriere machen zu können. Und … als alter Herr mit einer dicken Pension wurde er dann ein bißchen mutig.</p>
<p>Ich denke, eine kritische, gebildete Öffentlichkeit würde diesen Mut zur Wahrheit hoch honorieren: „Guck mal, das ZdK und die katholische Presse können auch selbstkritisch sein und versuchen, die ganze Wahrheit zu sagen…“</p>
<p>10.</p>
<p><em>Ergänzung am 15.6.2026</em> zum Erfolg des Katholikentages von unten in Berlin 1980:</p>
<p>&#8222;Der Erfolg des <em>Berliner Katholikentages von unten (rund 50 000 Teilnehmer)</em> beflügelte die Gegenkatholiken, die innerkirchliche Opposition organisatorisch zu verklammern. Sie gründeten im September 1980 die IKvu, die auch jetzt noch Zulauf hat, vornehmlich von Jungen, Linken und Bunten. Der Theologe Prof. Professor Greinacher führt das darauf zurück, die Mitglieder der Kirche von unten hätten »schockartig erkannt«, daß es »für die Kirche vielleicht schon fünf nach zwölf« sei. Der Exodus vor allem junger Katholiken habe ein für die Kirche vernichtendes Ausmaß angenommen &#8211; nach einer repräsentativen Umfrage besuchten 1963 noch 52 Prozent junger Katholiken zwischen 16 und 29 Jahren regelmäßig den Sonntagsgottesdienst; 1980 waren es nur noch 16 Prozent. Greinacher: »Ganze Generationen sind damit für die Kirche verloren.« (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/vierter-anlauf-a-c59c0dc7-0002-0001-0000-000014349583)</p>
<p>11.</p>
<p><em>Ergänzung am 17.6.2026</em>:  Auch bei der Trauerfeier für Hans Maier am 17.6. 2026 wurde von der Präsidentin  des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ,Dr. Irme Stetter-Karp, erneut nur die halbe Wahrheit über Hans Maier verbreitet. Dr. Irme Stetter-Karp lobte Hans Maier als &#8222;Brückenbauer&#8220;, sie zitierte aus dessen Buch aus dem Jahre 2006 (!)  mit dem Titel &#8222;Keine Demokratie?&#8220;: &#8222;Die katholische Kirche muss demokratische Wege gehen, auch wenn sie selbst keine Demokratie ist&#8220;, so Maier. Dass die katholische Kirche offenbar niemals Demokratie sein kann, war für Maier selbstverständlich. Insofern war er ein dogmatisch &#8211; der Hierarchie getreuer Katholik. Er jonglierte dann im Alter &#8222;mutig&#8220; mit &#8222;etwas Demokratie kann die Kirche doch sein&#8220; hin und her, wie heute der &#8222;Snyodale Prozess&#8220;&#8230;</p>
<p>In seiner Funktion als oberster katholischer Laie hat Maier jedenfalls beim Katholikentag in Berlin 1980 <em>de facto keine Brücken gebaut</em> zu den vielen jungen, kritischen Katholiken beim &#8222;Katholikentag von unten&#8220;, sondern diesen Aufbruch verurteilt. Er war ein treuer Gefolgsmann der insgesamt damals sehr konservativen Hierarchie in Deutschland. Die Rede von Dr. Irme Stetter-Karp am 17.6.2026. <a href="https://www.zdk.de/fileadmin/zdk.de/PDFs/Reden/2026/260617_ZdK_Trauerrede_%E2%80%9EHans_Maier_war_einer__der_mit_Gott_gelebt_hat%E2%80%9C.pdf">LINK</a></p>
<p>Nebenbei: Das alte Sprichwort &#8222;<em>de mortuis nihil nisi bene&#8220;</em> heißt ja NICHT: &#8222;Von den Toten sollte nur Gutes gesagt werden&#8220;, SONDERN: &#8222;Von Toten sollte nur gut, in guter Form, also der Wahrtheit verpflichtet, gesprochen werden.&#8220; &#8222;Bene&#8220; ist bekanntlich ein Adverb, kein Substantiv.</p>
<p>12.</p>
<p><em>Ergänzung am 20.6.2026</em>:  Hans Maier hat als Kulturminister in Bayern die Berufung des Philosophen Jürgen Habermas an die LMU in München verhindert, das endgültige ablehnende Urteil sprach  er im August 1980 aus. Hans Maier warf Habermas vor, utopische Gesellschaftskritik zu betreiben, die sich von der wirklichen Praxis der Politik entferne. Die Kritik am &#8222;Utopischen&#8220; und die Kritk alles &#8222;Linken-Kritischen&#8220; leitete Hans Maier auch schon bei Katholikentag in Berlin im Juni 1980. Man möchte also deutlich einen Zusammenhang sehen zwischen der rigiden Abwehr Maiers als Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) eines linken &#8222;Katholizismus von unten&#8220; und der Zurückweisung von Jürgen Habermas auf einen Lehrstuhl in München LMU.</p>
<p>Und wir bleiben also bei unserer Feststellung der Ignoranz des heutigen ZdK gegenüber ihrem Hans Maier im Umgang mit kritischen Geistern, in seiner Funktion als Kulturminister in Bayern  wie innerhalb des Katholizismus ,,, vor seiner Pensionierung&#8230;Dann wurde Hans Maier &#8222;mutig&#8220;.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik">Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Warum macht kein kritischer, begabter Filmemacher einen großen Spielfilm: „Deutschland im Jahr 2030?“</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22238_warum-macht-kein-kritischer-begabter-filmemacher-einen-grossen-spielfilm-deutschland-im-jahr-2032_denkbar</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 19:20:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Unerhörte Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Ein großer Kino - Film über Deutschland im Jahr 2030 oder 2032]]></category>
		<category><![CDATA[welcher Regissuer macht einen großen Kinofilm "Deutschland im Jahr 2030"]]></category>
		<category><![CDATA[wer macht einen Film über das Elend einer Nazi - Herrschaft in deutschland 2032]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22238</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir brauchen einen großen Kino - Film über Deutschland im Jahr 2030 oder 2032. Also den Beginn einer neuen Nazi - Herrschaft in Deutschland. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22238_warum-macht-kein-kritischer-begabter-filmemacher-einen-grossen-spielfilm-deutschland-im-jahr-2032_denkbar">Warum macht kein kritischer, begabter Filmemacher einen großen Spielfilm: „Deutschland im Jahr 2030?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die 30. unserer unerhörten Fragen</em><br />
Von Christian Modehn am 4.6.2026</p>
<p>Eine kurze Erläuterung:</p>
<p>Angesichts der leider unübersehbaren Zunahme der Bedeutung und damit der bevorstehenden Herrschaft rechtsradikaler Parteien in Europa, vor allem der AFD in Deutschland, wäre es eine heilsame Erfahrung für ein Millionenpublikum von Kino-Besuchern und TV -Zuschauern: Die leider ziemlich sicher bevorstehende Zukunft Deutschland in einem Spielfilm zu erzählen:<br />
Also: Die Herrschaft der neuen Nazis.<br />
Sozusagen als vernünftige, aber im Erzählen anhand konkreter Personen drastische Abschreckung.</p>
<p>Dieser Film über die leider (möglicherweise) bevorstehende Herrschaft der Rechtsradikalen und Extrem &#8211; Populisten in Deutschland könnte vielleicht noch helfen, Schlimmstes zu verhindern oder inmitten der Herrschaft der Rechtsradikalen vernünftigen demokratischen Widerstand zu organisieren…<br />
Ein solcher auf die nahe Zukunft Deutschlands und Europas (von den USA ganz zu schweigen) gerichteter Spiel &#8211; Film ist unserer Meinung genauso wertvoll wie die permanente Erinnerung an die vergangene Nazi &#8211; Herrschaft. Ein solches auf die Zukunft bezogenes Film Projekt weckt politischen Einsatz und Widerstand.</p>
<p>Es geht mit dem Mitteln eines Kino &#8211; Films &#8211; oder einer Serie im Fernsehen der ARD oder des ZDF &#8211; um die emotionale wie vernünftig berührende &#8211; wirksame Warnung vor Nazi &#8211; Herrschaft jetzt &#8211; im Vorgriff, was diese Herrschaft denn bedeuten würde.<br />
Selbstverständlich müssten auch die Politiker und Gruppen, Politiker auch der demokratischen Parteien, ins Spiel gebracht werden, die schon jetzt, 2026, in Berlin oder Brüssel, die Sache der Rechtsextremen direkt oder indirekt, unbewusst oder bewusst, vorantreiben..</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22238_warum-macht-kein-kritischer-begabter-filmemacher-einen-grossen-spielfilm-deutschland-im-jahr-2032_denkbar">Warum macht kein kritischer, begabter Filmemacher einen großen Spielfilm: „Deutschland im Jahr 2030?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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