Mit einem herzlichen Gruß einige Hinweise aus dem Religionsphilosophischen Salon Berlin. Sie gehören zu den 580 AbonnentInnen unseres newsletters … und hoffen vielleicht wie wir, zumal, wenn Sie in Berlin leben, auf eine Fortsetzung unserer „realen Gespräche“.
Der newsletter fällt etwas ausführlicher aus, aber vielleicht haben einige doch ein bisschen mehr Zeit zur Lektüre als „sonst“…
Man könnte meinen, es gäbe vielleicht sogar eine Art ideellen Salon derer, die als einzelne philosophisch denken. Kant dachte Ähnliches, als er die Vernunftreligion erklärte und deren Mitglieder in einer ideellen, im Gedanken bestehenden, „unsichtbaren Kirche“ vereint dachte…
Von Kant war gerade die Rede: Sein Vorschlag, eine allgemeine Vernunftreligion zu pflegen, war ja keine spinöse Idee. Seine Vernunftreligion ist verwurzelt im Selbstbewusstsein des Menschen und wird in Argumenten, nicht in Dogmen oder esoterischen Weisungen zur Sprache gebracht. Ein bedenkenswerter Versuch in diesen Zeiten, wo so viele Menschen von den etablierten dogmatischen Konfessionen einfach genug haben.. LINK
Manchmal müssen wir Gedenktage wirklich zum Anlass nehmen, um unser Wissen über bestimmte zu gedenkende Personen zu erweitern bzw. Vorurteile zu überwinden. Dies gilt für die Sozialistin Rosa Luxemburg, die am 5. März vor 150 Jahren geboren wurde. Ein wichtiger Denk-Tag, wir bieten Ihnen einen Hinweis auf Rosa Luxemburg, der ihrer Spiritualität in den Mittelpunkt stellt. Eine bislang eher übersehene Dimension in Rosa Luxemburgs Leben und Denken. LINK
Reisen als realen Ortswechsel können wir leider nicht, aber wir können uns mit Büchern auf Reisen begeben: Da können wir Ihnen ein neues Buch über Sizilien sehr empfehlen, ein Land, das Platon schon besuchte… Das Buch ist nicht nur mit prächtigen Fotos ausgestattet und mit einer musikalischen Beigabe, sondern auch mit hervorragenden Texten, gönnen Sie sich die längere Reise nach Sizilien, „Reiseführerin“ ist die in Berlin lebende Musikerin Etta Scollo. LINK.
Wenn wir schon in Sizilien sind: Da kann ich sehr empfehlen eine Studie über die Inquisition auf Sizilien, ein Bericht über die Verfolgung und Hinrichtung eines Augustiner-Mönchs, eine Studie, die einen wieder an Kant und seine Vernunftreligion denken lässt angesichts des Wahns der katholischen Inquisition. Das Buch hat der bekannte Politiker und (Krimi-) Autor Leonardo Sciascia aus Sizilien verfasst. LINK.
Sie kennen unsere besonderen Interessen an Frankreich. Da müssen wir an eine neue Entwicklung der viel besprochenen laicité erinnern, die Präsident Macron nun durchgesetzt hat. Vor allem die muslimischen Gemeinschaften sollen nun stärker vom Staat beobachtet werden. Viele Juden in Frankreich haben das Gesetz begrüßt, die Verantwortlichen der Kirchen haben es kritisiert. Deutlich wird einmal mehr, dass es ein ganz tiefsitzendes Misstrauen in Frankreich gibt hinsichtlich der „republikanischen Zuverlässigkeit“ der Religionen. Früher richtete sich der Focus auf den Katholizismus („mehr am Papst orientiert als an der Republik“), jetzt richtet sich der Focus auf „den“ Islam („mehr am Koran orientiert als an den Menschenrechten“) LINK.
Wenn Sie denn wieder Lust haben auf eine tiefschürfende philosophische Lektüre, dann empfehlen wir Ihnen, den großen politischen Philosophen John Rawls zu lesen und zu studieren, auch er hatte kürzlich einen „runden“ Geburtstag. LINK.
„Trotz allem“ oder „aller Corona zum Trotz“ wollen wir die kritische Zuversicht bewahren und schon bedenken: Selbst wenn Corona irgendwie hierzulande „beherrscht“ wird, in den armen Ländern wird dies wohl nicht so sein, weil die westlichen Impfstoff - Produzenten ihre Medizin nicht preiswert zur Verfügung stellen wollen. Und ohnehin: Die Klima -Problematik besteht „sowieso“ weiter, die zunehmende Spaltung der Welt in sehr Reiche und sehr Armen nimmt beängstigend zu. Und die Feinde der Demokratie werden immer rabiater, wie in Ungarn, im katholischen Polen, in Belarus, in Brasilien, in der arabischen Welt und so weiter… Zum Schluss werden wir alle an der philosophischen und religionsphilosophischen Frage arbeiten müssen: Was und wer lässt uns am Lebenssinn festhalten? Welche Form muss unser not -wendiges kritisches Eintreten für Demokratie und Menschenrechte heute haben?
Wenn Sie dazu Ideen, Fragen, Anregungen haben oder zu den anderen angesprochenen Themen, scheiben Sie uns. Vielleicht kann dann auch einiges dazu publiziert werden…Das wäre unseren Salon sehr treffend!
Mit herzlichen Grüßen, Christian Modehn und Hartmut Wiebus
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