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	<title>Benedikt XVI. - Kritische Hinweise Archive &#8211; Religionsphilosophischer Salon</title>
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	<description>... eine Einladung zum Mitdenken und Mitdiskutieren</description>
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		<title>Mehr als ein großer Theologe: Der Peruaner Gustavo Gutiérrez ist verstorben.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 15:45:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[Gutierrez streicht 2010 Zitate von Marx aus seinem Buch "Theologie der Befreiung"]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 23.10.2024. Siehe auch eine wichtige, am 9.6.2025 publizierte Ergänzung zum Werk von Gustavo Gutiérrez unter Nr.9: Da wird deutlich die gehorsame Abhängigkeit des peruanischen Befreiungstheologen von der römischen Zentrale (Glaubenskongregation, Ratzinger usw.). Aufgrund dieser von Rom eingeforderten Korrekturen im Denken von Gutierrez erscheint sozusagen sein ganzes Werk in neuem [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19051_mehr-als-ein-grosser-theologe-der-peruaner-gustavo-gutierrez-ist-verstorben_buchhinweise">Mehr als ein großer Theologe: Der Peruaner Gustavo Gutiérrez ist verstorben.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 23.10.2024.</p>
<p>Siehe auch eine wichtige, am 9.6.2025 publizierte E<em>rgänzung zum Werk von Gustavo Gutiérrez</em> unter Nr.9:</p>
<p>Da wird deutlich die gehorsame Abhängigkeit des peruanischen Befreiungstheologen von der römischen Zentrale (Glaubenskongregation, Ratzinger usw.). Aufgrund dieser von Rom eingeforderten Korrekturen im Denken von Gutierrez erscheint sozusagen sein ganzes Werk in neuem Licht: Der alte Theologe Gutiérrez (geb. 1928) ist also müde geworden&#8230;und Kardinal Müller (sein &#8222;Freund&#8220;) wird Gutiérrez in der Rom &#8211; Treue bestärkt haben&#8230;</p>
<p>1.<br />
Gustavo Gutiérrez hat die Theologie, nicht nur die katholische, grundsätzlich aus den engen Bindungen an die kapitalistische (Un-) Ordnung befreien wollen: Die Armen, Ausgebeuteten, Hungernden und Verhungernden Millionen Menschen sollten nicht länger Caritas &#8211; Objekte der Betreuung und der milden Spenden sein: Die Armen sollten selbst für Gerechtigkeit kämpfen &#8211; mit Unterstützung eben der Theologen, der Befreiungstheologen. Eigentlich skandalös dies sagen: Die Armen sind wertvolle Personen, die ihre Lebenserfahrungen kulturell ausdrücken sollten, auch in kritischer religiöser Sprache. Es gibt keine Herrenmenschen! Die Armen sind also auch theologisch schöpferisch, sie haben vieles Neue zu sagen, und zwar allen Menschen, auch denen im reichen Teil der Welt mit ihren reichen Kirchen. Aber das sind Projekte.</p>
<p>In den Basisgemeinden haben die Armen ihre Stimme entdeckt und gefunden, sehr zum Leidwesen des Vatikans. Denn die Laien der Basisgemeinden wollten berechtigterweise auch ihre Eucharistie selbst feiern. Schrecklich in den Augen der Klerus &#8211; Kirche.</p>
<p>2.<br />
Am 22. Oktober 2024 ist der „Gründer“, d.h. der Inspirator und Begleiter der Befreiungstheologien gestorben. Er erreichte das hohe Alter von 96 Jahren! Der Religionsphilosophische Salon Berlin hat mehrfach auf Gustavo Gutiérrez hingewiesen, besonders auf sein grundlegendes Buch„teologia de la liberacion“, 1971 veröffentlicht, in vielen Sprachen übersetzt, auf Deutsch „Theologie der Befreiung“. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14230_ein-christlicher-glaube-befreiend-kein-opium-vor-50-jahren-erschien-das-buch-theologie-der-befreiung_befreiung">LINK</a></p>
<p>Dass dieses grundlegende Buch (1971!) auch Mängel hat, ist klar: Es fehlt da etwa die Auseinandersetzung mit der Volksreligion, es fehlen ausführliche Reflexionen über die Rechte der Frauen in Kirche, Staat und Gesellschaft. Aber das Buch &#8222;Theologie der Befreiung&#8220; war ein Durchbruch. Ich will das Wort &#8222;Zeitenwende&#8220; eher nicht verwenden.</p>
<p>3.<br />
Gustavo Gutiérrez gehörte mit seinem ersten Buch „Theologie der Befreiung“ und den folgenden Publikationen zu einer Art kritischen Bewegung innerhalb der lateinamerikanischen katholischen Kirche, zu denen auch Bischöfe gehörten, wie Dom Helder Camara in Recife <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/92_helder-camara-100-jahre_befreiung">LINK</a> , Brasilien; Bischof Pedro Casaldaliga in Brasilien <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12928_der-freund-der-unterdrueckten-ein-mystiker-ein-bischof-ueber-den-ungewoehnlichen-pedro-casaldaliga_interkultureller-dialog">LINK</a> ; Bischof Leonidas Proano in Ecuador, Erzbischof Oscar Romero in El Salvador <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/6472_wer-toetete-den-seligen-erzbischof-romero-ueber-die-mitschuld-des-vatikans_befreiung">LINK</a> usw… Aber diese Bischöfe, die sich auch politisch auf die Seite der Unterdrückten stellten, waren letztlich innerhalb des katholischen Kirchen &#8211; Systems marginalisiert. Reaktionäre Bischöfe, wie der höchst einflußreiche Kolumbianer Lopez Trujillo vom Opus Dei <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12047_das-buch-sodom-von-frederic-martel_religionskritik">LINK</a> (Lopez Trujillo war ein Freund des polnischen Papstes) sorgten für die Marginalisierung und Verfolgung der Befreiungstheologen und Befreiungsbischöfen. Auch der deutsche Kardinal Franz Hengsbach (Essen) war nachgewiesen ein expliziter Feind der Befreiungstheologie: Diese Zusammenhänge werden von ADVENIAT, dem Hilfswerk der deutschen Katholiken für Lateinamerika, bis jetzt nicht öffentlich aufgearbeitet. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16989_franz-hengsbach-ehem-bischof-und-kardinal-von-essen-des-sexuellen-missbrauchs-angeklagtein-freund-des-opus-dei-und-ein-feind-der-befreiungstheologie_aktuelles">LINK</a> Zur Zeit geht es im Bistum Essen um anderes: Der so fromme Opus &#8211; Dei Freund Erzbischof und Kardinal (auch er ein Liebling des polnischen Papstes!) Franz Hengsbach war auch Täter des sexuellen Missbrauchs…Diese Verbrechen sollen in einigen Monaten freigelegt worden.</p>
<p>4.<br />
Jetzt gilt es zunächst, des Lebens Gustavo Gutierrez dankbar zu gedenken und vor allem seine Bücher zu lesen, die bekanntlich nicht dazu führten, dass sich etwa die deutsche katholische Kirche auf die Seite der Armen stellte und entsprechend Strukturen, Sprache, Gottesdienste usw. änderte. Gustavo Gutierrez hat Wegweisendes geschrieben, aber … in den reichen Kirchen hat sich in seinem Sinne fast nichts verändert, d.h. verbessert. Eigentlich eine Schande bei dem persönlichen Engagements Gutiérrez. Der Umgang mit den Armen Lateinamerikas erschöpft sich in Europa nach wie vor weithin aufs Spenden…</p>
<p>5.<br />
Über das aktuelle Gedenken der Trauer bleiben Fragen, die in nächster Zeit hoffentlich zu mehr Klarheit führen:<br />
Gustavo Gutiérrez ist als Priester des Erzbistums Lima, Peru, spät (2001) in den Dominikanerorden eingetreten. Man sollte diesen Schritt interpretieren: Es war eine Flucht in eine sich oft progressiv verhaltende katholische Ordensgemeinschaft, also eine Flucht vor den Belästigungen durch Bischöfe. Der Kardinal von Lima, Juan Luis Cipriani (Erbischof dort 1999–2019) war ja ein bekanntes reaktionäres Opus Dei Mitglied und eben ein heftiger Feind der Befreiungstheologie und seines Priesters Gustavo Gutierrez. Er hatte in Lima sein Studienzentrum.</p>
<p>6.<br />
Es wird in dem Zusammenhang endlich genau zu untersuchen sein, welchen Einfluß das Opus Dei in der Diskreditierung und Verfolgung von Befreiungstheologen (und Befreiungsbischöfen) gespielt hat und noch heute spielt. Das wären doch einmal wichtige Untersuchungen an katholisch &#8211; theologischen Fakultäten. Leonardo Boff in Brasilien lebt noch, er hat schon vieles berichtet vom Umgang Kardinal Ratzingers mit ihm als Befreiungstheologen… Vielleicht hat er noch neue, bislang unbekannte Dokumente?</p>
<p>7.<br />
Nicht nur das Opus die hat die Befreiungstheologen zu zerstören versucht, auch die hierzulande wenig bekannte reaktionär katholische Organisation Sodalicium muss erwähnt werden: Deren Priester und Laien haben vor allem im Süden Perus alle Ansätze eines authentisch katholisch-indigenen Glaubens der Aymara und Quetchua zerstört. Eine wahre Leidensgeschichte. Jetzt wurden führende Leute dieser katholisch &#8211; reaktionären (aber politisch einflußreichen) Organisation des sexuellen Missbrauchs angeklagt… Das ist der Skandal: Jahre lang hat der Vatikan zugesehen, wie diese Leute des Sodalicium kirchliches Leben in Südperu stören und zerstören; jetzt erst merken die Herren in Rom, was das für ein Club ist! Der jetzige Erzbischof von Lima schlägt sogar ein Verbot dieses Sodalicium vor. Dabei ist diese Organisation aus Laien und Priestern nur eine von vielen neuen, sich oft charismatisch nennenden reaktionär- katholischen Gemeinschaften in Lateinamerika. Wer wird darüber investigativ arbeiten, wir sind gespannt. Zu den aktuellen Entwicklungen von Sodalicium: <a href="https://www.religiondigital.org/el_baron_rampante/Carlos-Castillo-experimento-Sodalicio-Iglesia_7_2717198262.html">LINK</a></p>
<p>8.<br />
Genauso gespannt sind wir, wann wirklich einmal die von Kardinal Gerhard Ludwig Müller so viel und so oft beschworene Freundschaft mit Gustavo Gutiérrez analysiert wird. Für viele ist es geradezu unvorstellbar, dass der Befreiungstheologe Gutiérrez mit einem doch immer schon sehr konservativen Kardinal befreundet sein könnte. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16743_kardinal-gerhard-mueller-ein-reaktionaerer-theologe_befreiung">LINK</a> und <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/8864_der-papst-zu-einem-neuen-buch-von-kardinal-gerhard-mueller-rom_benediktxvi">LINK</a>. Aber vielleicht hat Kardinal Müller seinen „Freund“ Gustavo Gutiérrez &#8211; aus welchen Gründen auch immer &#8211; vor schlimmer vatikanischer Verfolgung bewahrt? Wir sind gespannt, ob da jemals mehr Klarheit möglich ist und diese dann auch publiziert wird.</p>
<p><strong>9. Ergänzung am 9.6.2025:</strong></p>
<p>Der katholische Theologe und Spezialist der Befreiungstheologe, der Schweizer Urs Eigenmann, weist in seinem Beitrag &#8222;Das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit&#8220; in dem Buch &#8222;Der himmlische Kern des Irdischen&#8220; (Luzern, Münster 2025, S. 198 ff.) auf eine tiefe ZÄSUR im Denken von Gustavo Gutiérrez hin: In der 10., neu bearbeiteten Auflage seines Buches &#8222;Theologie der Befreiung&#8220;, diese 10. Aufl. erschien auf Deutsch 1992, verändert Gutiérrez unter dem Einfluß der vatikanischen Glaubenskongregation etliche Aussagen seines ursprünglichen Textes. So wird etwa der ursprüngliche Abschnitt &#8222;Christliche Brüderlichkeit und Klassenkampf&#8220;  nun unter dem abschwächenden Titel &#8222;Glaube und gesellschaftlicher Konflikt&#8220; neu geschrieben. (Eigenmann, S. 198). Gutiérrez sagt selbst: Er hätte die jüngsten Verlautbarungen des Lehramtes respektiert und einige Texte neu geschrieben. Beispiel: Ein Zitat von Karl Marx wird von Gutiérez gekürzt, auf den umstrittenen Marx-freundlichen Theologen Giulio Girardi wird nicht mehr verwiesen, der Marxist Louis Althusser wird nicht mehr erwähnt, hingegen zitiert Gutiérez nun die Päpste PIUS XI, Pius XII. und Johannes Paul II: (Eigenmann S,. 199). In seinem Buch &#8222;Salz der Erde&#8220; (1996) lobt Kardinal Ratzinger ausdrücklich die Korrekturen des Befreiungstheologen Gutíerrez als Respekt vor der römischen Glaubensbehörde (S. 201 Eigenmann). Die viel besprochene Freundschaft von Gutiérrez mit Kardinal Gerhard Müller muss auch in diesem Zusammenhang der &#8222;Korrekturen&#8220; im Werk von Gutiérrez gesehen werden. Urs Eigenmann kommt zu dem Ergebnis: Gutierrez verät mit seiner &#8222;Korrektur&#8220;  und dem Gehorsam gegenüber dem päpstlichen Lehramt (Ratzinger/Müller) das prophetsisch -messianische Christentum und orientiert sich deswegen (Bindung an die römische Macht!) an der &#8222;imperial &#8211; kolonisierenden Christenheit&#8220; (Eigenmann, S. 203). In dem Buch &#8222;Auf der Seite der Armen&#8220; (2004) bestätigen Kardinal Müller und Gustavo Gutiérrez ihre gemeinsame rom- freundliche und rom- gehorsame Befreiungstheologie.(Eigemann, S. 202).</p>
<p><strong><em>Ergänzung am 25. Oktober 2024:</em></strong></p>
<p>a.<br />
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat nach dem Tod von Gustavo Gutiérrez noch einmal am 24.10.2024 in einem Interview mit KNA zur Befreiungstheologie Stellung genommen: Dabei fällt auf, dass er die Befreiungstheologie von Gutiérrez „als eigentliche Befreiungstheologie“ hervorhebt und abhebt von anderen, die er als „marxistisch angehaucht im Sinne des ideologischen Progressismus“ deutet. Konkrete Namen nennt er nicht, es ist der übliche diffuse Vorwurf…</p>
<p>b.<br />
Und Kardinal Müller ist „treuherzig&#8220; genug zu erklären, dass er „die“<br />
Befreiungstheologie &#8211; also die in seiner Sicht vom Marxismus noch unbefleckte Befreiungstheologie von Gutiérrez &#8211; schätzt, weil er selbst die ziemlich alte katholische Soziallehre so liebt. Und weil diese alte Soziallehre der Befreiungstheologie von Gutiérrez offenbar entspricht…“Mich persönlich, der ich in der großen Tradition der europäischen Theologie gebildet bin, hat die Theologie der Befreiung Gustavos angesprochen, da ich als Mainzer von Jugend an auch mit Bischof Ketteler, dem Mitbegründer der katholischen Soziallehre, vertraut gewesen bin“ (KNA).<br />
Der von Kardinal Müller, dem stolzen Mainzer, bewunderte Bischof Ketterer lebte von 1811 &#8211; 1877, er fiel durch antisemitische Äußerungen auf. Und auch durch die explizite Ablehnung von Sozialismus und sogar Liberalismus.</p>
<p>c.<br />
Kardinal Müller hofft also, dass die aus Europa stammende katholische Soziallehre in Lateinamerika eine Hilfe sein könnte zur Überwindung der Armut, Ausbeutung und Unterdrückung der Massen.…<br />
Befreiungstheologen hingegen gilt die alte katholische europäische Soziallehre als „ein abstraktes Lehrgebäude“, „das die wechselnden historischen Umstände nicht in ausreichender Weise berücksichtigt“, wie es der Jesuit Prof. Scannone (Argentinien) formulierte.<br />
Die Katholische Soziallehre soll imSinne Müllers gelten, gerade weil sie nicht revolutionär ist, gerade weil sie nicht an einen Umsturz des Kapitalismus denkt, sie will nur das bestehende System korrigieren und für einen gewissen „Ausgleich“ sorgen.Diese katholische Soziallehre ist sozusagen grundsätzlich frei von den zentralen Vorschlägen von Karl Marx. Und dies glaubt Müller bei Gutiérrez zu finden. d.<br />
Es ist der alte Vorwurf, der auch vom „Arbeitskreis Kirche und Befreiung“ schon vor 50 Jahren formuliert wurde: Diese Gruppe von 20 Theologen und Soziologen traf sich zum ersten Mal am 12. und 13. Oktober 1973 in der katholischen Akademie Wolfsburg in Mülheim auf Initiative von Essens Bischof Franz Hengsbach als Chef des Hilfswerkes Adveniat und dem schon erwähnten reaktionären Feind der Befreiungstheologie Bischof Alfonso Lopez Trujillo, damals noch vor seiner päpstlich geförderten Karriere als Weihbischof von Bogota, Kolumbien. Diese Tagung in Mülheim fand 5 Monate nach der Tagung „Theologie der Befreiung“ in der Hochschule SVD St. Augustin bei Bonn statt, die ich entscheidend organisiert hatte und die viel Respekt und Sympathie für die lateinamerikanische Befreiungstheologie zeigte. (Siehe Nr. 9).</p>
<p>e.<br />
Im Vorwort des ersten Tagungsberichtes des Studienkreises „Kirche und Befreiung“ schreiben die beiden genannten Initiatoren: „Solche Theologie der Befreiung gerät leicht in die Gefahr, aus dem eigentlichen Kirchlichen herauszufallen ….“ (S. 8). Der Hintergrund ist: Es gibt für diese Herren der Kirche eine authentische, d.h echte und im Sinne des Papstes ungefährliche katholische Befreiungstheologie. Kardinal Müller glaubt auch offenbar daran. Aber er hat wohl nicht die heftige Kritik des höchst einflußreichen kolumbianischen Bischofs (und späterem Kardinals in Rom) Lopez Trujillo gelesen. Dieser hat nämlich in seiner Abrechnung mit den von ihm so titulierten „marxistischen Befreiungstheologen“ (Girardi, Comblin, Blanquart…) eben auch Gustavo Gutierrez angegriffen, und zwar schon 1975, als das Buch „Kirche und Befreiung“ erschien. Auf Seite 69 heißt es von Bischof/Kardinal Lopez Trujillo: „Verschiedene Kapitel des bedeutenden Werkes von Gustavo Gutiérrez (er meint das wichtige Buch „teologia de la liberacion“ von 1971) sind völlig durchdrungen vom Einfluß der Marxisten Girardi und Blanquart. Diese Kapitel stimmen genau mit ihren diskutiertesten und problematischsten Ausführungen überein, was Gutiérrez auch gar nicht verhehlen will.“ Auch an anderen Stellen wird Bischof/Kardinal Lopez Trujillo zum heftigen Kritiker von Gutierrez (etwa S. 10), dort findet er diese Worte von Gustavo Gutiérrez geradezu unerträglich: „ Sich in die Perspektive des Reiches Gottes stellen, heißt, am Kampf um die Befreiung der von anderen Menschen Unterdrückten teilzunehmen. Dies haben viele Christen zu leben begonnen als sie sich in dem lateinamerikanischen Revolutionsprozess engagierten“.</p>
<p>f.<br />
Mit anderen Worten: Kardinal Müller ignoriert offenbar die Gutiérrez` kritischen Äußerungen seines „Mitbruders“ Kardinal Lopez Trujillo.<br />
Oder ist Müller dann doch ein Verteidiger zumindest der ganzen (!) Befreiungstheologie im Sinne von Gustavo Gutiérrez. Unwahrscheinlich ist dies. Wir meinen: Es handelt sich bei Müller um eine Irreführung der Öffentlichkeit, um die Aufgeschlossenheit des heftigen Dogmatikers Kardinal Müller plausibel zu machen. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die große konservativ treu &#8211; katholische Freundin Müllers , wird es ihm glauben. Wir glauben diese Müller Reden nicht.<br />
Denn Müller möge bitte sagen und genau zeigen, welche Vorlesungen vom Inhalt her (!) er in den Priesterseminaren Perus einst gehalten hat: Hat er Kapitalismus &#8211; kritische, vielleicht gar Marx &#8211; freundliche Texte von Gutiérrez verwendet oder doch die uralte deutsche Dogmatik. Diese Frage zu klären ist mühsam, wenn nicht angesichts der Machtverhältnisse unmöglich. Gutiérrez schweigt jetzt. Eine Chance für Müller, sich als Gutiérrez &#8211; Freund weiter zu schmücken. Wer wird diese Anmaßung ein Problem, wenn nicht einen Skandal nennen? Gibt es noch Journalisten und katholische Theologen, die dies in einer investigativer Recherche noch beweisen können und noch wollen und noch dürfen???</p>
<p><em>Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de</em></p>
<p>9.</p>
<p><em>Nebenbei:</em></p>
<p>Zusammen mit einigen Mitstreitern hatte ich im Frühjahr 1973 in der Phil.Theol. Hochschule St. Augustin SVD (bei Bonn) die erste Tagung in Deutschland zur Befreiungstheologie organisiert: Über die Tagung hatte ich in der theologischen Zeitschrift ORIENTIERUNG in Zürich im Juni 1973 berichtet: Orientierung, Nr. 12 30. Juni 1973, <a href="http://orientierung.ch/pdf/1973/JG%2037_HEFT%2012_DATUM%2019730630.PDF">LINK</a></p>
<p>Im Juli 1975 veröffentlichte ich dann meinen Vortrag zu Grundlegendem der Befreiungstheologie als Broschüre: &#8222;Der Gott, der befreit&#8220;. Kyrios &#8211; Verlag, Freising.</p>
<p>Und 1977 habe ich zusammen mit Karl Rahner SJ und Hans Zwiefelhofer SJ den Sammel -Band &#8222;Befreiende Theologie&#8220; bei Kohlhammer herausgegeben&#8230;usw&#8230;</p>
<p><em>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19051_mehr-als-ein-grosser-theologe-der-peruaner-gustavo-gutierrez-ist-verstorben_buchhinweise">Mehr als ein großer Theologe: Der Peruaner Gustavo Gutiérrez ist verstorben.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rechts(extrem): Frankreichs Katholiken im Juni 2024.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/18268_sehr-rechtsextrem-frankreichs-katholiken-im-juni-2024_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2024 15:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Renaud Labaye Traditiinalist]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.6.2024 Das Motto: „Gott ist nicht konservativ“ erklärte der Pariser Kardinal Francois Marty in einem Interview mit Christian Modehn für „Publik &#8211; Forum“ 1980. „Gott ist konservativ, sogar sehr rechtslastig“. Das glauben heute die meisten Katholiken Frankreichs. Zur Vertiefung: Der katholische Medien-Mogul und praktizierende Katholik, der Milliardär Vincent Bolloré, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18268_sehr-rechtsextrem-frankreichs-katholiken-im-juni-2024_aktuelles">Rechts(extrem): Frankreichs Katholiken im Juni 2024.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.6.2024</p>
<p><em>Das Motto</em>:<br />
<em>„Gott ist nicht konservativ“</em> erklärte der Pariser Kardinal Francois Marty in einem Interview mit Christian Modehn für „Publik &#8211; Forum“ 1980.<br />
„<em>Gott ist konservativ, sogar sehr rechtslastig“</em>.<br />
Das glauben heute die meisten Katholiken Frankreichs.</p>
<p>Zur Vertiefung: Der katholische Medien-Mogul und praktizierende Katholik, der Milliardär Vincent Bolloré, hat sich für die Zusammenarbeit der rechten mit den rechtsextremen Parteien ausgesprochen. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17455_katholischer-milliardaer-im-dienst-der-rechtsextremen_gott-in-frankreich">LINK</a>:</p>
<p>1.<br />
Bis zum 13.6.2024 (gelesen um 23.00), hat die Französische Bischofskonferenz noch keine Erklärung, keine Stellungnahme, keinen Kommentar zu den Ergebnissen der Europawahl in Frankreich am 9.6.2024 auf Ihrer Website publiziert <a href="https://eglise.catholique.fr/actualites/">LINK</a><br />
Hingegen hat die Bischofskonferenz am 12.Juni 2024, drei Tage nach der Wahl, drei Dokumente zu Fragen der Ehe und Heirat veröffentlicht. Man darf sich fragen: Wie weltfremd sind diese Oberhirten eigentlich! Oder: Bereitet sich die Kirche auf eine „Ehe“ von Katholizismus mit den rechten bzw. rechtsaußen Parteien vor?</p>
<p>2.<br />
Lediglich drei Bischöfe aus Nordfrankreich, aus Lille, Arras, Cambrai, wo die Le Pen Partei RN sehr starke Erfolge erzielte, zum Teil über 50 Prozent, haben einen Text publiziert. Und sie haben sehr weise und milde ihre Landsleute „zu politischer Weisheit“ („sagesse politique“) aufgefordert.</p>
<p>3.<br />
Die katholische Kirche in Frankreich ist jetzt de facto schon eine Minderheit: <strong>29 Prozent der Franzosen bezeichneten sich 2023 als Katholiken.</strong> <a href="https://www.insee.fr/fr/statistiques/6793308?sommaire=6793391)">LINK</a> (Quelle: https://www.insee.fr/fr/statistiques/6793308?sommaire=6793391), gelesen 14. Juni 2024. Die Religionsstatistiken werden durch repräsentative Umfragen erzeugt, offizielle Religionsstatistiken gibt es in Frankreich nicht&#8230; wegen der Trennung von Kirchen und Staat seit 1905.</p>
<p>Zum Vergleich: Im Jahr 1950 nannten sich 90 Prozent der Franzosen katholisch. Der starke Mitgliederschwund der katholischen Kirche ist sicher auch den sexuellen Missbrauch von zahlreichen französischen Priestern und Bischöfen bedingt!</p>
<p>1965 wurden noch 87% aller Kinder &#8211; bis zu drei Monate nach der Geburt &#8211; katholisch getauft. Heute wird nur ein Viertel der Kinder katholisch getauft … in den ersten sieben Lebensjahren.<br />
Und eine wichtige Zahl zum langsamen Verschwinden des Katholizismus in Frankreich: Im Jahr 2000 lebten und arbeiteten 25.300 Priester in Frankreich, im Jahr 2022 sind es noch 11.600, über das Durchschnittsalter schweigen sich die offiziellen Kirchenstatistiken aus, nur ca. 20 Prozent sind nach zuverlässigen Schätzungen jünger als 65! <a href="https://eglise.catholique.fr/guide-eglise-catholique-france/statistiques-de-leglise-catholique-france-monde/statistiques-de-leglise-catholique-france/ministres-ordonnes-religieux/">LINK </a> (Quelle: https://eglise.catholique.fr/guide-eglise-catholique-france/statistiques-de-leglise-catholique-france-monde/statistiques-de-leglise-catholique-france/ministres-ordonnes-religieux/)<br />
50.000 Ordensfrauen, Nonnen, lebten im Jahr 2000 in Frankreich, 17.300 sind es 2022. Die Klöster sind jetzt de facto meist Heime für alte und sehr alte Nonnen.</p>
<p>4. <em>Das Wahlverhalten der Katholiken im Juni 2024</em>:<br />
Das Meinungsforschungsinstitut IFOP (Paris) hat für die angesehene katholische Tageszeitung LA CROIX (Paris) festgestellt: 42 Prozent der sogenannten praktizierenden Katholiken (d.h. sie nehmen gelegentlich an der Messe teil&#8230;) haben bei der Europawahl 2024 für die beiden rechtsextremen Parteien gestimmt: 32 Prozent für Marine Le Pens Partei „Rassemblement National“ (RN) (Von ALLEN Wählern erhielt RN „NUR“ 31 Prozent!) und 10 Prozent der praktizierenden Katholiken stimmten für die noch rechtsextremere Partei „Reconquete“ von Eric Zemmour und der Nichte Marine Le Pens, Madame Maréchal. (Von allen Wählern erhielt Reconquete „NUR&#8220; 5,5 Prozent).</p>
<p>5.<br />
Die Entschiedenheit der praktizierenden Katholiken für linke und sehr linke Parteien bei der Europa-Wahl 2024 ist eher unbedeutend. Eine aktuelle Begründung: Weil für die meisten Katholiken (auch weltweit) der Glaube an Gott und Jesus immer mit dem Glauben an den höchsten moralischen Wert „Pro LIFE“ verbunden ist, wurde Staatspräsident Macrons Politik abgelehnt: Er hat sich bemüht,<br />
Gesetzesvorlagen zum „Ende des Lebens“ vorzulegen, also zur aktiven Sterbehilfe. Da hat sich eine ideologisch moralische Einheit gebildet von rechten, rechtsextremen Parteien mit den katholischen Bischöfen und konservativen katholischen Laienorganisationen. Wir nennen nur die „Alliance Vita“, sie führt auch seit Jahren einen Kampf auch gegen die Abtreibung, zusammen mit „Associations Familiales Catholiques“ (AFC). Noch wichtiger im Kampf gegen die individuelle Freiheit, über das eigene Lebensende selbst zu bestimmen, ist die „Société française d’accompagnement et de soins palliatifs (SFAP)“. Sie wehrt sich gegen die Selbstbestimmung im Sterben, sie verfügt über viele finanziellen Mittel und ist verantwortlich für die Ausbildung der Pflegekräfte im Palliativ &#8211; Bereich. Die Präsidentin diese Vereins, Claire Fourcade, ist eng mit den katholischen Universitäten verbunden, sie hat sich auch gegen die Gültigkeit der objektiven Forschungsergebnisse einer neutralen Studiengruppe zum sexuellen Missbrauch durch Priester (die Studie hat den Namen „Commission Sauvé) ausgesprochen. Sie ist mit dem sehr konservativen Bistum Versailles verbunden.</p>
<p>6.<br />
Eine kurze Erinnerung: In Frankreich gibt es seit 1789 (Beginn der Großen Revolution) eine sehr enge Verbindung der allermeisten Katholiken Frankreichs und auch ihrer Führer, der Priester und Bischöfe, mit rechten und rechtsextremen Parteien. Antirevolutionär sein bedeutet immer: Die Werte der Demokratie und der Republik ablehnen, in Frage zu stellen, die Bindung an Autoritäten mehr zu schätzen als die Autonomie des einzelnen; Sympathien für den Antisemitismus zu haben, die klassischen Werte der Familie und der Frauen (als Mütter und Hausfrauen) zu verteidigen, gegen die „Ehe für alle“ öffentlich zu kämpfen…</p>
<p>7.<br />
Diese Kreise sind auch im 20.Jahrhundert immer aktiv gewesen, und sie sind auch heute aktiv. Selbst wenn sie zahlenmäßig eher von bescheidenem Umfang sind, haben sie doch eine breite, auch öffentliche Wirkung in der Kirche und der Gesellschaft. Diese konservativen, reaktionären, rechtsextremen katholischen Gruppen sind im Vergleich zu Deutschland sehr viel zahlreicher, sie können auf eine lange Tradition seit 1789 verweisen. Diese Gruppen prägen auch heute das Profil des französischen Katholizismus. Bedeutende linke, theologisch &#8211; reformerische Kreise gab es einmal im französischen Katholizismus in einem beträchtlichen Umfang, man denke nur an die vielen hundert Arbeiterpriester in Frankreich einst. Nur noch 15 Priester sind aktiv als „Arbeiterpriester“ tätig. 1976 waren 800 Priester „Arbeiterpriester“…Heute sind die linken katholischen Kreise und ihre Zentren und ihre einst bedeutenden Zeitschriften („Témoignage Chrétien“ etc.) marginal.</p>
<p>8. <em>Le Pen</em>&#8230;<br />
Die Le Pen Partei, von Jean &#8211; Marie Le Pen gegründet und bis 2011 von ihm geführt, hatte immer eine enge Verbindung mit den traditionalistischen Pius &#8211; Brüdern. Diese von dem reaktionären katholischen Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Protestbewegung (d.h. Ablehnung des 2. Vatikanischen Konzils) ist in Frankreich von einer zahlenmäßig bedeutenden Stärke.<br />
Die Le Pen &#8211; Partei „Front National“ hat damals mit diesen Priestern immer zusammengearbeitet und sie betrachtete förmlich die Hauptkirche der Lefèbvre Leute, St. Nicolas du Chardonnet in Paris, als ihr spirituell &#8211; politisches Zentrum. Le Pen Tochter Marine Le Pen, hat dem „Front National“ ein neues Äußeres gegeben und auch einige rechtsradikale Elemente aus ihrer Partei ausgeschlossen, wie den Antisemitismus. Diese neue Le Pen Partei heißt seit einigen Jahren „Rassemblement National“, Nationale Sammlung. Die Nation zuerst steht nach wie vor im Mittelpunkt. „Frankreich zuerst“ ist das Motto, das sich vor allem gegen muslimische Einwanderer und besonders Flüchtlinge richtet.</p>
<p>9.</p>
<p><em>Der traditionalistische Katholik Renaud Labaye, die „graue Eminenz“ des Rassemblemnet National.<br />
</em></p>
<p>Der wichtigste Mann „im Hintergrund“ der Le Pen Partei, des Rassemblement National (RN), ist <em>Renaud Labaye</em> (39 Jahre alt). Er ist offiziell zwar nicht Mitglied des RN, aber „er fühlt sich der Nationalen Rechten immer nah“, wie er gegenüber dem „Spiegel“ (15.6.2024, Seite 61) bekennt, und zwar seit 2014, wie die Zeitung Journal du Dimanche betont, <a href="https://www.lejdd.fr/Politique/renaud-labaye-un-ancien-de-bercy-devenu-directeur-de-cabinet-de-marine-le-pen-40701669)">LINK  </a>.<br />
Labaye ist Generalsekretär der Partei RN und gehört zum Kreis der so genannten &#8222;Horaces“, des geheimen Beratergremiums von Marine Le Pen.</p>
<p><em>Renaud Labaye bekennt sich offen zum Katholizismus, allerdings in der Form des Traditionalismus:</em> Er sei regelmäßiger Teilnehmer der traditionalistischen Wallfahrt Paris &#8211; Chartres unter dem Zeichen der militanten Organisation „Chrétienté“, also der alten, abgeschotteten katholisch zu verstehenden „Christenheit“, berichtet das politische Magazin EXPRESS am 23.6.2022.</p>
<p>10. <em>Römisch-katholische Traditionalisten!</em><br />
Schon Papst Johannes Paul II. und mit ihm sein „rechter starker Arm“, Kardinal Ratzinger, gaben sich alle Mühe, die politisch rechtsextreme Lefèbvre Bewegung zu spalten und traditionalistische Organisationen im Innern der offiziellen römisch &#8211; katholischen Kirche zuzulassen. Das ist den beiden auch gelungen. Papst Benedikt XVI. setzte diese Spaltung der Pius &#8211; Brüder &#8211; Kreise fort. Diese einstigen Papstfeinde und Traditionalisten haben aber ihre reaktionäre Theologie beibehalten dürfen, dem Vatikan kam es nur auf die Anerkennung des Papstes als des obersten Chefs an!<br />
Darüber wurde auch auf der website des Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin ausführlich berichtet. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16606_wenn-der-klerus-die-glaeubigen-vertreibt-der-zusammenbruch-der-katholischen-kirche-in-frankreich-heute_aktuelles">LINK</a>.</p>
<p>11.<br />
Wichtig ist in dem Zusammenhang, an die von einem ehemaligen Lefèbvre Priester, Philippe Laguerie, gegründete Priester &#8211; Gemeinschaft „Institut du Bon Pasteur“ mit dem Zentrum in Bordeaux zu erinnern. Diese traditionalistische, aber mit dem Papst versöhnte Gemeinschaft ist inzwischen international aktiv.</p>
<p>12.<br />
Mit dem traditionalistisch &#8211; römisch katholischen „Institut du Bon Pasteur“ ist der in Frankreich in rechten und rechtsextremen Kreisen sehr bekannte Priester Matthieu Raffray als Mitglied verbunden. 1979 geboren, hat er als Philosoph alle Vorliebe fürs Mittelalter entwickelt und deswegen die Metaphysik des heiligen Thomas von Aquin studiert, auch in Rom, an der Universität des Dominikaner Ordens! Er ist jetzt mit mehreren Organisationen der „katholischen Identitären“ verbunden. Und ist attraktiv bei jungen Leuten, auch wegen seiner heftigen Worte und Prinzipien wie etwa: «Bagarre, bagarre, prière.» , also: „Schlägerei, Streit, Gebet“, wie die Tageszeitung Liberation (Paris) berichtet.</p>
<p>13. <em>Pater Raffrays &#8222;männliche Katholiken&#8220;</em><br />
Der Priester Matthieu Raffray ist eine zentrale Gestalt im rechten und rechtsextremen katholischen Milieu, also bei praktizierenden Katholiken, die Marine Le Pens Partei „Rassemblement National“ (RN) gewählt haben. Raffray ist im Internet äußerst aktiv, er fordert dort einen „spirituellen Kreuzzug“, er verlangt, alter rechter Ideologie folgend, die Stärkung &#8222;männlicher Katholiken“, er sagt explizit: „former des catholiques virils ». Auf seiner You &#8211; Tube Seite sammelt er 800.000 Leute, die sich seine Predigten anschauen, 74.000 folgen ihm auf Instagram.<br />
Nebenbei darf er auch an der Päpstlichen Universität Sankt Thomas von Aquin in Rom lehren sowie am Katholischen Institut in Toulouse, er ist also auch fest integriert in den offiziellen, sich moderat nennenden Katholizismus.<br />
Die Ministerin Aurore Bergé, verantwortlich im staatlichen Kampf gegen Diskriminierungen, hat Pater Raffray angeklagt wegen öffentlicher Diskriminierung Homosexueller. In einem Interview sagte Raffray, Homosexualität solle durch Therapie überwunden werden. Schließlich sei für ihn Homosexualität nichts als eine Schwäche, eine Krankheit, die „weg &#8211; therapiert“ werden sollte.</p>
<p>14.<br />
Eine Art Demonstration der sehr konservativen und traditionalistischen, politisch meist rechtsextremen Katholiken ist &#8211; seit 1983 &#8211; die jährliche Wallfahrt zu Pfingsten von Paris nach Chartres <a href="https://www.nd-chretiente.com/">LINK </a>. Diese sehr populäre Wallfahrt wird von jenen katholischen Organisationen organisiert und begleitet, die zwar traditionalistisch sind, aber mit dem Papst &#8211; pro forma möchte man sagen &#8211; versöhnt und verbunden sind. Diese Kreise sind also offiziell „traditionalistisch &#8211; römisch katholisch“. Man sehe sich sich die Website an, wie viele Gemeinschaften und Ordensgemeinschaften mit dieser Organisation mit dem Titel „Notre Dame de Chrétienté“ verbunden sind. Siehe LINK oben. In diesem Jahr (2024) waren 18.000 TeilnehmerInnen, also Wallfahrer, dabei, meist jüngere Leute. Die Messe am Zielort Chartres wurde in lateinischer Sprache gefeiert, ausgerechnet von Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dem heftigsten Gegner von Papst Franziskus.</p>
<p>Die inzwischen sehr bekannten, gut besuchten jährlichen „Wallfahrten Paris &#8211; Chartres“ wurden 1982 gegründet, vom rechtsextremen, der Le Pen Partei nahestehendem Zentrum „Henri et André-Charlier“ (wenn man diesen rechtsextremen Club näher studieren muss: <a href="https://chretientesolidarite.fr/about/">LINK</a>). Der damalige traditionalistische Benediktiner-Abt von Le Barroux, Dom Gérard Calvet, war auch an der Gründung beteiligt (später wurde er ohne weiteres in die offizielle römisch &#8211; katholische Kirche aufgenommen.)<br />
Diese Wallfahrten sollten, so wörtlich im Sinne der Initiatoren, ein Zeichen des christlichen und nationalen Widerstandes sein … mit dem Ziel der christlichen Rückeroberung (reconquete chrétienne). Rückeroberung also schon damals das entscheidende Stichwort, berichtet die offiziell-katholische Wochenzeitung „Pèlerin“ am 17.5.2024.</p>
<p>15.<br />
Auch Pater Matthieu Raffray predigte bei dieser Wallfahrt. Schon 2023 polemisierte er in seiner Predigt vor 16.000 Teilnehmern während der Wallfahrt nach Chartres: Zuerst das französische Zitat, das die katholische Tageszeitung La Croix (Paris am 16.5. 2024 dokumentiert) « Une foule d’ennemis voudront vous faire taire (…). Les communistes, les francs-maçons, les mondialistes, les wokistes, les libéraux, les progressistes, les sans-Dieu et ceux qui adorent de faux dieux, les hérétiques et les schismatiques, les socialistes, de droite comme de gauche. »  Also: „Eine Menge von Feinden wird euch zum Schweigen bringen: Die Kommunisten, die Freimaurer, die Freunde der Dritten Welt -Solidarität, die woke-Leute, die Liberalen, die Progressisten, die Häretiker, die Schismatiker, die Sozialisten von rechts wie von links“… Paul Colrat, katholischer Philosoph und Autor, über die Aktivitäten des rechtslastigen Priesters Raffray: „Seine Rolle ist es, offiziell die Jugend der extremen Rechten zu evangelisieren. Aber ich fürchte, aber er versteht es eher, eine Art seelische Bestätigung für diese rechtsextreme Strömung in Frankreich zu geben, die in Frankreich stärker wird“ ( La Croix, 16.5.2024). Den TeilnehmerInnen und den klerikalen Organisatoren dieser Wallfahrt geht es jedenfalls, wie der Titel der Wallfahrt ja sagt, um die Chrétienté, die alte stolze, herrschende Christenheit von einst, und das bedeutet theologisch: Christus soll als König herrschen, d.h. Christus (das Neue Testament) soll die Politik bestimmen. Das darf man mit gutem Grund Fundamentalismus nennen. Extreme Muslim-Kreise wollen in Europa ein Kalifat errichten, der Koran soll herrschen, was ist da der Unterschied?</p>
<p>16.<br />
Es gibt viele weitere rechtslastige katholische Organisationen aus dem Umfeld der Traditionalisten, kritische Katholizismus-Forscher und Theologen sollten sich um das Thema kümmern: Die Organisation „Civitas“ muss genannt werden, genauso die „Academia Christiana“ mit ihren „Sommeruniversitäten“ in der Normandie mit etwa 400 Teilnehmern. Dort wurde schon 2021 für die „Remigration“ geworben, und sehr rechte Rockgruppen gehörten zum Programm, berichtet die Tageszeitung Libération, Paris, 11.Dez 2023. Innenminister Gerald Darmanin plant, diese „academia“ zu verbieten.<br />
Die rechtsextremen katholischen Kreise versöhnen sich jetzt mit ihren einstigen Gegnern, den explizit heidnisch sich nennenden rechtsextremen Kreisen, die oft einer speziellen Rassen &#8211; Ideologie anhängen: Aber diese Differenzen seien jetzt nicht mehr wichtig, heißt es, es gelte, die rechtsextremen Kräfte für den Sieg zu bündeln. Und das ist diesen militanten katholischen Kreisen ja auch bei der Europawahl 2024 schon mal gelungen. Wie werden die Wahlergebnisse zur vorgezogenen Parlamentswahl Anfang Juli 2024 aussehen?</p>
<p>17. <em>Nichts verstehen &#8211; aber &#8222;Sinn fürs Heilige&#8220;</em><br />
Auch viele der „klassischen“ „normalen“ Katholiken französischen Katholiken schätzen immer entschiedener die alten theologischen Lehren und die Bevorzugung der alten lateinischen Messe. In der alten lateinischen Messe werde der Sinn fürs Heilige erlebt und geschärft, sagen diese Gläubigen. Der Sinn fürs Heilige besteht für sie also im Nicht-Verstehen der Sprache und der Riten in diesen lateinischen Messen. Selbstverständlich wird die Kommunion von ihnen gern noch kniend empfangen, der Priester legt die Hostie nach alter Art auf die Zunge des Gläubigen, das alles stärke den „Sinn fürs Heilige“…</p>
<p>18.<br />
Untersuchungen haben gezeigt: Junge Priester sehen es jetzt für sich selbst am wichtigsten an, die Messe als „schöne Zelebration&#8220; zu feiern und die Sakramente zu spenden. Dies halten viele auch für wichtiger als die Predigt. Junge Priester und schon die Priesterstudenten, Seminaristen genannt, bevorzugen ganz überwiegend die klassische schwarze Priester &#8211; Soutane, berichtet La Croix am 21.12.2023. Und aus der sehr konservativen Gemeinschaft St. Martin hießt es deutlich: „Durch das Tragen der Soutane werden die Priester identifizierbar… Soutane ist ein Zeichen dafür, dass es noch eine andere Welt gibt.“<br />
Äußerlichkeiten wie Gewänder und Soutanen als Wegweiser zu Gott? Das ist eine gewagte These. Wahrscheinlich sollten diese Priester ehrlich sagen: Wir wollen mit unseren Soutanen nur auffallen, als besondere Gestalten angesehen und geachtet werden, eben als Kleriker, die dem Volk, den Laien, gegenüber stehen. Und wichtiger sind als die Laien.</p>
<p>19. <em>Das Ende des französischen Katholizismus ist absehbar</em><br />
Die französische katholische Kirche wird zahlenmäßig immer kleiner, im Denken und politischen Handeln immer rechter, und die wichtigsten Akteure dieser Kirche, das sind die Priester, die Kleriker, sie sterben langsam aber sicher aus. So viele Priester aus dem Französisch sprechenden Afrika können als Ersatz auch nicht mehr einspringen, einige Hundert tun dies bereits! Und Klöster werden immer mehr zu Museen, wenn man sie nicht abreißt: Einige konservative Gruppen übernehmen diese Klöster, wie etwa in Lagrasse, im Süden Frankreichs. Aber so viel Personal haben die Reaktionären auch nicht…</p>
<p><em>Der kulturelle Bruch, der sich in Frankreich abspielt, ist unübersehbar.</em> Und man kann bedauern, wie gering die Phantasie der verbliebenen Katholiken ist, noch an einer modernen, von „Laien“ geprägten Kirche zu arbeiten. Oder endlich ökumenisch mit den Reformierten und den Lutheranern in großem Umfang zusammenzuarbeiten…<br />
Kritische Beobachter glauben manchmal, der immer noch allmächtige Klerus stolpert bewusst in einen Suizid dieser Kirche. Oder der Klerus will, dass die katholische Kirche definitiv auf Sekten &#8211; Niveau landet.</p>
<p>Wer nur die Pariser Kirchenszene betrachtet, wird noch immer viele z.T. neue Kirchengebäude treffen und Gemeinden. Aber man sehe ich in Limoges um, in Guéret, in Sens-Auxerre, in Nevers, in Troyes, in Verdun usw. … Dort und in anderen Provinzbistümern kann man das Ende des französischen Katholizismus schon jetzt erleben… Aber eine seriöse umfassende Reflexion über das Ende findet kirchlicherseits nicht statt. Offizielle Ignoranz kann man das nennen.</p>
<p>20.<br />
Wer noch Sinn für moderne kritische Theologie hat, muss wohl sagen: Was ist das alles für eine Schande der Unvernunft. Haben für diesen miserablen Zustand die modernen kritischen Theologen Frankreichs (Chenu, Congar…) einst gekämpft? Schließlich haben sie das 2. Vatikanische Reform-Konzil entscheidend mit gestaltet.</p>
<p>PS: 1993 hat Christian Modehn das Buch &#8222;<em>Religion in Frankreich&#8220;</em> (GTB, Gütersloher Verlagshaus, 160 Seiten) veröffentlicht, &#8222;Darstellung und Daten zu Geschichte und Gegenwart&#8220; war der Untertitel. 1993 gab es noch, trotz der sehr rigiden, konservativen Theologie von Kardinal Lustiger, Paris, einige progressive, wegweisende Versuche, eine moderne katholische Kirche zu gestalten. Das Buch ist noch in Antiquariaten verfügbar.</p>
<p>21.<br />
Über die Frage: Wer ist Schuld an diesem Zustand ? wäre lange zu debattieren: Es ist auch die Kirchenführung in ihrem Dogmatismus, die die nachdenklichen, progressiven Katholiken in Scharen aus der Kirche getrieben hat. Die entscheidende theologische Einsicht heißt: Dogmatismus und Klerikalismus machen nicht nur in Frankreich die katholische Kirche allmählich zur Sekte. Mit sehr rechtslastigem, rechtsextremen Einschlag, wie in Frankreich jetzt.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18268_sehr-rechtsextrem-frankreichs-katholiken-im-juni-2024_aktuelles">Rechts(extrem): Frankreichs Katholiken im Juni 2024.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Papst Franziskus erzählt so einiges aus seinem Leben und will das Papsttum als &#8222;absolute Monarchie&#8220; abschaffen?</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/17830_papst-franziskus-erzaehlt-einiges-aus-seinem-leben-und-erwaehnt-vieles-nicht_buchhinweise</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 19:53:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
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		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Bergoglio und argentinische Militärdiktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Papst Franziskus "Leben"]]></category>
		<category><![CDATA[EL sucesor Buch von Papst Franziksus gegen Göänswein]]></category>
		<category><![CDATA[el sucesor Buch von Papst Franziskus]]></category>
		<category><![CDATA[Javier Martinez - Brocal]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche keine Wahlmonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Nuntius Laghi in Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus ein großer Marienverehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus empfiehlt Beten als Lösung für alles]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus gegen die absolute Monarchie des Vatikans]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus gegen Klerikalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus und argentinische Mentalität]]></category>
		<category><![CDATA[Papst gegen absolute Monrachie des Papsttums]]></category>
		<category><![CDATA[Planeta ediciones]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=17830</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ppst Franziskus Biographie, Widersprüche im Denken von Papst Franziskus,</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17830_papst-franziskus-erzaehlt-einiges-aus-seinem-leben-und-erwaehnt-vieles-nicht_buchhinweise">Papst Franziskus erzählt so einiges aus seinem Leben und will das Papsttum als &#8222;absolute Monarchie&#8220; abschaffen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum einige Themen seines Buches „Leben“ dennoch wichtig sind.<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 2.4.2024</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><em>Ergänzung am 5.4.2024:</em> Wer sich mit den vielen Stellungnahmen, Büchern, auch der Autobiographie von Papst Franziskus befasst, hat es schwer: Nach der <em>hier</em> vorgestellten Autobiographie hat der Papst gleich schon wieder ein Interviewbuch veröffentlicht, meldet der BR am 5.4.2024: Der spanische Titel &#8222;El Sucesor&#8220;, die Fragen stellte Javier Martinez-Brocal, der als Journalist und &#8222;Vatikanologe&#8220; seine Ausbildung an der bekannten &#8222;OPUS-Dei -Universität&#8220; in Pamplona, Spanien erhielt. Martinez Brocal arbeitet für die bekannte sehr katholische und sehr konservative (PP- Partei) spanische Tageszeitung &#8222;ABC&#8220;. In diesem Buch &#8222;El Sucesor&#8220; <a href="https://www.planetadelibros.com/libro-papa-francisco-el-sucesor/395604">LINK</a> rechnet Papst Franziskus mit Benedikt XVI. Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein ab, lobt &#8211; wider Erwarten? &#8211; Ex-Papst Benedikt XVI, der sich bekanntlich als unmittelbarer Nachbar von Franziskus im Vatikan eingenistet hatte. D<em>as Buch &#8222;El Sucesor&#8220; erscheint in dem großen Verlag Planeta, der auch über Bücher des Opus Dei Gründers veröffentlicht&#8230;<a href="https://opusdei.org/es-co/article/planeta-publica-un-compendio-de-textos-de-san-josemaria/">LINK</a></em></p>
<p><em>Man darf fragen: Ist sich der angeblich so progressive Papst Franziskus bewusst, dass er sich mit diesem Buch dieses Journalisten in diesem Verlag in sehr konservative Kreise begibt, die dem OPUS DEI  nahestehen? Braucht er nun sogar Hilfe vom Opus Dei und einer der PP &#8211; Partei (gegen Ehe für alle, absolut gegen Schwangerschaftsabbruch etc.) nahestehenden Zeitung (ABC)?<br />
</em></p>
<p><em>Jedenfalls gilt: Die von Papst Franziskus früher schon genannten üblen &#8222;Schlammschlachten&#8220; im Vatikan gehen also nun auch von seiner päpstlichen Seite in aller Öffentlichkeit jetzt weiter.</em> Ein bißchen wie in der Politik Argentiniens, damals wie heute, oder?<br />
&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>1.<br />
Einige Journalisten haben das neue Buch von Papst Franziskus mit dem Titel „Leben“ eine Autobiographie genannt. Für einen solchen Anspruch ist das vorliegende Buch wahrscheinlich nicht umfangreich genug, es hat nur 272 Seiten. Der Untertitel des international verbreiteten Werkes ist: „Meine Geschichte in der Geschichte“. Der Papst versucht also, in persönlicher Erinnerung an einige wichtige Ereignisse seine Sicht der erlebten Geschichte mitzuteilen. Geboren wurde Jorge Mario Bergoglio am 17. Dezember 1936 in Argentinien. Er ist Papst seit März 2013.</p>
<p>2.<br />
Die LeserInnen sind wohl erstaunt, in welcher Ausführlichkeit sich Papst Franziskus in dem Buch seiner Jugendzeit zuwendet und wie bewegt er seine Meinungen über den (argentinischen) Fußball mitteilt. Offenbar will der Argentinier Papst Franziskus erneut seine oft bezeugte Nähe zum einfachen Volk, zu den eher ärmeren Leuten, ausdrücken. Die päpstliche Erinnerung an den Fußball mag zwar menschlich sympathisch sein, aber es gibt für einen Papst in einer „Autobiographie“ vielleicht dringendere Themen.</p>
<p>3.<br />
Dennoch werden Historiker dieses Buch unter den vielen anderen immer wieder neuen Publikationen, Enzykliken und Interviews mit Papst Franziskus beachten müssen.</p>
<p>4.<br />
Zunächst sind zwei eher beiläufig mitgeteilte Aussagen sehr erstaunlich:<br />
&#8211; <strong>Papst Franziskus äußert sich zur Psyche vieler Argentinier:</strong> „Anfangs begeistert man sich für etwas, kommt dann aber aus <em>Mangel an Durchhaltevermögen</em> nur mühsam bis ans Ende..Uns Argentiniern fehlt das Durchhaltevermögen nicht nur beim Fußball, sondern im täglichen Leben. Bevor wir etwas zu Ende führen, trödeln wir zu lange herum und erzielen deshalb vielleicht nicht das gewünschte Ergebnis“ (Seite 122).<br />
Die Leser, zumal in Deutschland, denken bei diesen Worten an den &#8211; gelinde gesagt &#8211; sehr „mühsamen“ Umgang des Papstes mit dem „Synodalen Weg“ in Deutschland oder sie denken an des Papstes Nachlässigkeit, mit der er die „Causa Kardinal Woelki“ seit Jahren verschleppt.<br />
Der Papst machte sich selbst aber etwas Mut, wenn er diesen Gedanken abschließt: „ Zu guter Letzt schaffen wir es zum Glück aber doch“ (ebd). Ein schwacher Trost… für deutsche Katholiken.</p>
<p>&#8211; Erstaunlich eine weitere, eher nebenbei formulierte Aussage von Papst Franziskus, die eigentlich, wenn man sie ernst nimmt, <strong>zur Abschaffung des Papsttums führen müsste:</strong> Auf Seite 255 heißt es: „Es stimmt, dass der <em>Vatikan die letzte absolute Monarchie</em> in Europa ist, und dort werden in seinem Inneren Grabenkämpfe ausgefochten und Hofintrigen gesponnen. Doch das müssen wir dringend überwinden“. Müssen “wir“ also die „Grabenkämpfe“ des vatikanischen klerikalen Beamtenwesens überwinden oder müssen wir sogar die absolute Monarchie abschaffen? Das bleibt in der Aussage des Papstes offen. Die „absolute Monarchie“ ist ja nichts anderes als die Wahlmonarchie des alle demokratischen Gewalten auf sich vereinigenden Papstes. Für diese Interpretation scheint zu sprechen, dass ein paar Zeilen weiter (S. 255) der Papst von den abzulehnenden „Zeiten eines Papst &#8211; Königs, einer Monarchie“ spricht. <em>Man darf sich fragen, ob Papst Franziskus eigentlich weiß, was er da so alles fordert.</em> Angeblich hat er alle seine Worte gut bedacht in diesem Buch! Siehe Nr. 13 in diesem Hinweis.</p>
<p>Man fragt sich weiter, ist sich Papst Franziskus der Konsequenzen seiner theologisch richtigen, aber eher nebenbei formulierten Aussage bewusst? Er will wohl &#8211; endlich &#8211; das Papsttum oder mindestens diese Form des Papsttums abschaffen! Nur ein Vorschlag: Ein modernes Papsttum der katholischen Kirche könnte sich ja aus mehreren gleichberechtigten Patriarchen etwa in Rom, Sao Paulo (Brasilien), Kinshasa und Seoul usw. gestalten…</p>
<p>5.<br />
Diese Aussage „Papsttum ist keine absolute Monarchie“ (also vielleicht doch ein bißchen Demokratie) steht in einem gewissen Widerspruch zu der Aussage des Papstes in selben Buch: „<strong>Die Kirche ist doch, wie ich häufig genug sage, <em>kein Parlament</em></strong>“ (S. 64). Also keine Demokratie. Aber auch keine Monarchie. Wieder eine offenbar schnell formulierte Aussage…</p>
<p>6.<br />
Wenn HistorikerInnen und TheologInnen und unabhängige Katholizismus &#8211; ForscherInnen eines Tages das theologische Profil von Papst Franziskus kritisch fundiert herausstellen: Dann werden sie von diesen Themen sprechen müssen, das ist jetzt schon sicher:</p>
<p>&#8211; Die ausgeprägte und sehr intensive <em>Verehrung Marias, der Mutter Jesu,</em> die Papst Franziskus oft als „Gottes-Mutter“ bezeichnet. Sogar die volkstümliche Verehrung „Maria als der Knotenlöserin“ (in Augsburg ursprünglich verehrt) findet in dem Buch wieder eine Bestätigung. Papst Franziskus mag zwar in seiner Sorge um Arme und Flüchtlinge unter den Päpsten vorbildlich sein, er ist in seinem theologischen und spirituellen Denken konservativ. Man lese etwa S. 123: „Maria und ihr Sohn Jesus (in dieser Reihenfolge formuliert !, C.M. ) müssen immer an erster Stelle stehen“. Und S. 73: „Ich betete zur Muttergottes“ . Und auch der eher obskure Marien-Wallfahrtsort Fatima (Portugal) wird von dem Jesuiten &#8211; Papst gelobt und geliebt (S. 153). Manchmal fragt man sich, ob nicht Jorge Bergoglio besser in den Orden der Maristen oder Marianisten als in den Jesuiten &#8211; Orden eingetreten wäre.</p>
<p><em>Nebenbei: Bekanntlich sind die Jesuiten einem besonderen Gehorsam dem Papst gegenüber verpflichtet! Man spricht von dem &#8222;vierten Versprechen bzw. Gelübde (neben Armut, Ehelosigkeit und Gehorsm). Welchem Papst gehorcht dann aber besonders ein Papst, der selbst dem Jesuitenorden angehört? Hat der Jesuit Papst Franziskus vielleicht noch &#8211; unbewusst? &#8211; dem Papst emeritus Benedikt XVI. gehorcht? Und fühlte sich Papst Franziskus erst richtig frei, als Benedikt XVI. verstorben war? Und gehorcht Papst Franziskus sozusagen jetzt seinem &#8222;inneren Papst&#8220;, &#8222;nur noch&#8220; seinem Gewissen? Eine interessante Frage&#8230;</em></p>
<p>Ein weiteres Thema:<br />
Die oft im Buch bekundete Liebe zum <em>Gebet, zum Bittgebet und damit zur Bitte um Wunder,</em> etwa, dass doch Christus (oder auch Maria) eingreifen möge und die Wünsche des Glaubenden (Papstes) erfülle. Wer die letzten Predigten desPapstes etwa im März 2024 gelesen hat: immer wird das Gebet als DIE Lösung beschworen, als die Lösung der Katholiken im Krieg, in Konflikten, Katastrophen usw. Als würde nicht besser eine konkrete, differenzierte politische Analyse etc. wirksam weiterhelfen. Diese totale und ständige Überbetonung des Gebets als tatsächloiches Wundermittel in allen Konflikten kann man theologisch nicht anders als Aberglauben bezeichnen. Der Putin &#8211; Freund Patriarch Kyrill betet auch für den Frieden aber als Sieg Putins; reaktionäre Katholiken in den USA beten für den baldigen Tod von Papst Franziskus; Evangelikale dort beten für den Sieg von Donald Trump; militante Gegner jeglicher Abtreibung beten für die „Mörder-Frauen“ etc. Wie soll der „liebe Gott“ da noch alle Gebets &#8211; Wünsche sortieren und gerecht beantworten? … Diese naive Bettelei bei Gott ist in Zeiten reflektierter Spiritualität nicht ernst zu nehmen. Ein Papst, der doch irgendwie ahnt, was beten theologisch heute bedeuten könnte, sollte etwa öffentlich sagen: Liebe Leute, denkt mehr nach, meditiert, handelt politisch im Sinne der der Menschenrechte, vertraut euch einem letztlich tragenden Sinn &#8211; Grund an…</p>
<p>Ein weiteres Thema:<br />
Palast Franziskus wohnt bekanntlich nicht im prachtvollen und „pompösen&#8220;, wie er sagt, „Apostolischen Palast“ wie seine Vorgänger! Mit der interessanten Begründung: „<em>Hätte ich mich entschieden, dort zu wohnen, hätte ich vermutlich über kurz oder lang einen Psychiater gebraucht!“</em> (S. 221). Darf man daraus schließen, dass eigentlich die Vorgänger &#8211; Päpste, die dort viele Jahre wohnten, wie Johannes Paul II. oder wie Papst Benedikt XVI., einen Psychiater vielleicht brauchten und sich dessen Hilfe erfreuten?</p>
<p>Mit der nun von Papst Franziskus erlaubten bescheidenen Segnung von Homosexuellen Paaren wird selbstverständlich NICHT eine Ehe für Homosexuelle angedacht oder gar gefeiert. Darauf legt der Pontifex Maximus wert! Denn die Homosexuellen bleiben ALS Homosexuelle in der Sicht des Papstes Sünder (S. 256, 258), dies ist ein theologischer Unsinn: Als wären nicht alle Menschen Sünder, aber die Homosexuellen sind doch nicht <em>als</em> Homosexuelle Sünder, sondern wie alle anderen Menschen auch, wenn man schon in diesen Kategorien noch denken will.</p>
<p>7.<br />
Papst Franziskus mag offenbar das Bild der Urkirche, das weithin verbreitet wird, er schreibt: „In den christlichen Urgemeinden gab es kein Privateigentum. Das ist kein Kommunismus. Sondern das Christentum in reinster Form“ (S. 64). Trotz des Lobes der Urgemeinden meint Papst Franziskus, natürlich dürfe man die Urkirche heute NICHT als Modell verstehen.</p>
<p>8.<br />
Über den Umgang von Pater Jorge Bergoglio als Provinzialoberer der Jesuiten in Argentinien <em>während der Militärdiktatur</em> dort (1976 &#8211; 1983) ist viel geschrieben und diskutiert worden. Argentinische Beobachter meinen, Pater Bergoglio habe zwei seiner linken, der Befreiungstheologie verpflichteten Mitbrüder im Jesuitenorden nicht wirklich geholfen, sondern habe sie sogar an die Militärjunta ausgeliefert. Eine Aussage, die Papst Franziskus immer entschieden zurückgewiesen hat. Auch in dem Buch „Leben“ geht er auf diese bis heute undurchsichtigen Zusammenhänge ein und bietet eine neue, bisher nicht bekannte Interpretation seines Umgangs mit den beiden linken, rebellischen Patres Orlando Yorio SJ und Francisco (Franz) Jalics SJ: Papst Franziskus schreibt diese ungewöhnlichen Worte in „Leben“: „Die Priester waren dabei, eine eigene Kongregation (also einen eigenen Orden, C.M.) zu gründen. Und als Provinzial der Jesuiten musste ich sie im Namen des Ordensgenerals darauf aufmerksam machen, dass sie in diesem Fall den Jesuitenorden verlassen müssten“. Dann folgt der nebulöse Satz: “Ein Jahr später war es (?, was ist „es“) tatsächlich so weit“. (S. 99). Was soll denn das heißen? Einen Orden haben die beiden ja nicht gegründet, sie wurden nach fünf Monaten der Inhaftierung und Folter durch die Militärs („Todesschwadrone“) zunächst ins Ausland abgeschoben…<br />
Mit anderen Worten: Über die Nähe und Distanz von Pater Bergoglio zu den Militärs wird wohl noch weiter geforscht werden, trotz aller bekundeten Versöhnung des verfolgten Pater Jalics mit dem Papst, Pater Yorio starb schon 2000 in Uruguay.    Zu Bergoglio in Argentinien: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/8116_militaerdiktatur-in-argentinien-und-die-kirche-ein-verdraengtes-thema-kehrt-nun-wieder_benediktxvi">LINK</a>.</p>
<p>Ein weiterer Link auf einen unserer Hinweise zum Thema &#8222;Bergoglio in Argentinien&#8220; 2013 publiziert: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/3421_das-argentinische-gesicht-von-kard-bergoglio-jetzt-papst-franziskus_religionskritik">LINK.</a></p>
<p>9.<br />
Die weitere Forschung über Pater Bergoglio SJ und die Militärdiktatur wird durch eine winzige Äusserung von Papst Franziskus in seinem Buch „Leben“ angeregt: Pater Bergoglio, so berichtet der Mitautor des Buches „Leben“, Fabio Marchese Ragona, habe „desaparecidos“ (Verschwunde) betreut und er „steht für ihre Fälle in ständigem Austausch mit dem Apostolischen Nuntius in Argentinien“ (S.102).<br />
Und dieser Nuntius ist ein Freund des Diktators Videla: <em>Monsignore Pio Laghi war von 1974 -1980 päpstlicher Nuntius in Argentinien,</em> also zu Zeiten der Militärdiktaturen (Jorge Videla) wie auch zu Zeiten des Leitungsamtes der argentinischen Jesuiten durch Pater Bergoglio. Wikipedia schreibt über den Diktatoren freundlichen Nuntius Laghi: „Er sah davon ab, gegen die Verbrechen (Morde, Verschwindenlassen, Folter, Kindesraub und andere Verbrechen) öffentlich zu protestieren. Stattdessen sagte der Nuntius bei einem Besuch der Garnison in Tucumán, Argentinien: „Was das Vaterland ist, wissen Sie, tun Sie gehorsam, was man Ihnen befiehlt, und bewahren Sie ruhig Blut.“ (Zitat: von dem Lateinamerika &#8211; Spezialisten Francois Houtard, der Titel seines Beitrags: „Johannes Paul II. als Restaurator der Weltkirche. In: Le Monde diplomatique, 14. Juni 2002. Wikipedia gelesen am 1.4.2024.)</p>
<p>10.<br />
Auf S. 97 erwähnt Papst Franziskus den merkwürdigen Zusammenhang, dass <em>der linke Bischof Enrique Angelelli</em> (von La Rioja, Argentinien) Morddrohungen erhielt. „Angelelli, der auch den apostolischen Nuntius in Argentinien, Pio Laghi, über die erhaltenen Morddrohungen informiert hatte, wurde dann tatsächlich am 4. August 1976 am Steuer seines Wagens ermordet… Der Fall wurde noch am selben Tag (von den Diktatoren) als Unfall eingestuft und zu den Akten gelegt.“ Also der Nuntius konnte seinen Bischof nicht schützen, oder wollte er das gar nicht? Hatte doch doch auch der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Aramburu, „diese Version des Geschehens (Unfall des Bischofs) anstandslos akzeptiert“, berichtet der Papst in dem Buch Leben“. Und er fügt hilflos hinzu: „Das hat mich sehr geschmerzt“ (S. 97). Und genauso hilflos, eher kühl und unbestimmt der folgende Satz: „Aber auch für die Kirche waren das schwere Zeiten“ (ebd.). Die Auftrags &#8211; Mörder von Bischof Angelelli wurden erst 2014 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt…<br />
Auch über die zwei Aufenthalte Pater Bergoglio in Cordoba, Argentinien, (1990 und 1992) erfährt man nichts Genaues: War es eine Art Bestrafung, dass ihn seine damaligen Ordensoberen aus der Hauptstadt zu einer untergeordneten Funktion nach Cordoba versetzten?</p>
<p>11.<br />
Weitere interessante, eher nebenbei erwähnte Tatsachen können hier ebenfalls nur nebenbei für weitere historische Forschungen erwähnt werden: Papst Franziskus sieht seit 1990 kein Fernsehen mehr (S. 139). Er bekennt auch, erwartungsgemäß, wie eigentlich alle befragten Bischöfe und Kardinäle und Päpste, dass er einmal, zweimal in ein „<em>schönes und intelligentes Mädchen</em>“ verliebt war (S. 72). Aber wie alle zölibatären Kleriker in solchen Fälle immer betonen, wollte er dem HERRN dienen. Nach einer Woche hatte der junge Jorge Bergoglio die plötzliche Liebe zum „sehr süßen Mädchen“ (S. 72) dann doch überwunden. Der Papst schreibt im Rückblick Worte, die von erotischer Begeisterung nicht gerade erfüllt sind. „Eine Woche ging mir ihr Bild nicht aus dem Kopf, und es fiel mir schwer zu beten. <em>Doch dann habe ich es (?, CM) überwunden und gab mich mit Leib und Seele meiner Berufung (als Priester) hin</em>“. Einige LeserInnen wird das „es“ stören, was ist ES, das Bild, das Mädchen, die Liebe? Eine merkwürdige, irritierende Formulierung…</p>
<p>12.<br />
Papst Franziskus hat im Rahmen seiner Reformvorschläge 2018 dafür gesorgt, dass <em>die Todesstrafe</em> nicht mehr Teil der katholischen Lehre des Offiziellen katholischen Katechismus ist. 1992 hatte es noch im offiziellen Katechismus geheißen, die Todesstrafe könne in schwerwiegendsten Fällen angewendet werden“ (§ 2266 des Katechismus). Ausdrücklich wird dort geschrieben, dies sei die „überlieferte Lehre der Kirche“!! Papst Franziskus macht aus dieser traditionellen Bejahung der Todesstrafe (bis 2018) eine allgemeine, nicht differenzierende Aussage: „Die Kirche lehnt die Todesstrafe ab“ (Seite 63).Na ja, seit 2018 ist das offiziell, vorher nicht.</p>
<p>13.<br />
Das Buch „Leben“ hat zweifellos einen hohen Anspruch, es will doch so etwas wie Autobiografie sein. Schließlich wurde das Buch lange und gründlich vorbereitet, wie der Mitarbeiter, der Journalist und Vatikanologe Fabio Marchese Ragona erwähnt. <a href="https://www.lemonde.fr/en/religions/article/2024/04/01/pope-francis-biographer-he-has-made-enemies-since-his-youth_6666996_63.html">LINK</a>.</p>
<p>14.<br />
Um so schlimmer ist, dass <em>wesentliche Themen des heutigen Leben des römischen Katholizismus von Papst Franziskus gar nicht diskutiert werden:</em> Nur einige Beispiele: Sinnund vor allem Unsinn des Zölibats; Frauenpriestertum; Mangel an Priestern in Europa und damit der Niedergang der Gemeinden; die Bedeutung des Protestantismus; Kirche und synodale Leitung; Kirche und Reichtum, Eigentum (nicht nur in Rom). Wie war das Verhältnis zu dem sogenannten Papst emeritus Benedikt XVI. wirklich, er hatte sich ja in der unmittelbaren Nachbarschaft von Papst Franziskus eingenistet. Und sogar dessen Sekretär Georg Gänswein hatte Papst Franziskus als seinen „Präfekten des päpstlichen Haushaltes bis 2020 (!) beschäftigt. Hatte Franziskus Angst davor, sich ganz von Benedikt XVI. zu trennen, als er nun ausgerechnet noch den Intimus und treuen Freund von Ratzinger in sein eigenes engstes Umfeld holte?</p>
<p>15.<br />
Diese Hinweise zeigen: Unter welchen sehr schwierigen Bedingungen Papst Franziskus im Vatikan lebt(e). Man denke an die heftigen und zweifelsfrei begründeten <em>Attacken von Papst Franziskus in seiner Weihnachtsansprache gegen die Kurie</em> schon am 22.12. 2014, solche heftigen kritischen Worte verdienen bis heute viel Beachtung. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/6035_die-kurie-des-vatikans-ist-mental-versteinert-die-weihnachtsansprache-von-papst-franziskus-vor-kardinaelen-und-praelaten-am-22-12-2014_religionskritik">LINK</a></p>
<p>Ein Link auf einen unserer Hinweise zum Thema &#8222;Bergoglio in Argentinien&#8220; 2013 publiziert: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/3421_das-argentinische-gesicht-von-kard-bergoglio-jetzt-papst-franziskus_religionskritik">LINK.</a></p>
<p>16.<br />
Man vergesse nicht: Dieser Papst ist wohl der erste, der den Klerikalismus öffentlich aller heftigst kritisiert. Der Klerikalismus muss überwunden werden, betont er oft, der Klerikalismus sei, so wörtlich eine Pest“ („eine wahre Krankheit“, Seite 256), oder: &#8222;<em>der Klerikalismus ist eine Geißel, eine Perversion</em>,“ die das &#8222;Potential hat, die Kirche zu zerstören“. Bei der nächsten Papstwahl wird der Klerikalismus wie gewohnt wieder seine Macht zelebrieren. Und der nächste Papst wird wieder ein Kleriker sein. Der Klerikalismus wird erst verschwinden, wenn  auch Frauen Priesterinnen sind.</p>
<p>17.<br />
Papst Franziskus ist vielleicht doch ein wütender Papst, ein Empörter, nicht nur über den Kapitalismus und Neoliberalismus, sondern auch und vor allem über die „Perversion und die Pest des Klerikalismus“, wie er sagt!!<br />
Aber, leider, leider, reflektiert er nicht die Ursachen dieses Klerikalismus: Eine Ursache ist das völlig sinnlose Zölibats- Gesetz, ist die nach Außen hin geforderte Gehorsams- Struktur innerhalb der nur männlichen Priesterschaft in einer Kirche … als Pyramide organisiert.<br />
Empörung ist das eine, Analyse das andere. Mit Empörung wird der Klerikalismus als tödliche Pest der katholischen Kirche nicht verschwinden. Mit anderen Kirchengesetzen und einer Kirchenreformation, die den Namen verdient, sicher schon.</p>
<p><em>Papst Franziskus. „Leben. Meine Geschichte in der Geschichte.“</em><br />
HarperCollins Verlag, Hamburg 2024, 272 Seiten, 24€. Aus dem Italienischen übersetzt von Friederike Hausmann und Stefanie Römer. Das Buch mit dem Journalisten Fabio Marchese Ragona verfasst.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17830_papst-franziskus-erzaehlt-einiges-aus-seinem-leben-und-erwaehnt-vieles-nicht_buchhinweise">Papst Franziskus erzählt so einiges aus seinem Leben und will das Papsttum als &#8222;absolute Monarchie&#8220; abschaffen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Papst Johannes Paul II.: In Krakau, schon als Erzbischof, ignorierte er den Missbrauch im Klerus. Als Papst war er mit dem Täter P. Maciel befreundet.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/16036_es-gibt-keine-vorbilder-mehr-2-teil-johannes-paul-ii-soll-missbrauch-vertuscht-haben_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Mar 2023 16:51:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Legionäre Christi - Kritische Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Erzbischof Wojtyla in Krakau ignoriert sexuellen Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[es gibt keione klerikalen Vorbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Paul II. ein Heiliger?]]></category>
		<category><![CDATA[kein Vorbild ist Papst Johannes Paul II.]]></category>
		<category><![CDATA[Kleriker als Vorbild?]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Johannes Paul II. und sexueller Missbrauch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt keine (klerikalen) Vorbilder: Der 2. Teil.   Der 1. Teil weist auf Kardinal Karl Lehmann, Mainz, hin. Von Christian Modehn am 10.3.2023 Die katholische Journalistin Christine Pedotti (Paris) schreibt in der Wochenzeitung &#8222;Témoignage Chrétien&#8220; (16.3.2023): &#8222;Man müsste nun im Kirchenrecht die Kategorie der Rückgängigmachung der Heilig-Sprechung festlegen&#8220;.  Konkret meint sie:  Johannes Paul II. dürfte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16036_es-gibt-keine-vorbilder-mehr-2-teil-johannes-paul-ii-soll-missbrauch-vertuscht-haben_befreiung">Papst Johannes Paul II.: In Krakau, schon als Erzbischof, ignorierte er den Missbrauch im Klerus. Als Papst war er mit dem Täter P. Maciel befreundet.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt keine (klerikalen) Vorbilder: Der 2. Teil.   Der 1. Teil weist auf Kardinal Karl Lehmann, Mainz, hin.</p>
<p>Von Christian Modehn am 10.3.2023</p>
<p><em>Die katholische Journalistin Christine Pedotti (Paris) schreibt in der Wochenzeitung &#8222;Témoignage Chrétien&#8220; (16.3.2023): &#8222;Man müsste nun im Kirchenrecht die Kategorie der Rückgängigmachung der Heilig-Sprechung festlegen&#8220;.  Konkret meint sie:  Johannes Paul II. dürfte eigentlich nicht länger als &#8222;Heiliger&#8220; verehrt werden.<br />
</em></p>
<p>Er wurde als Papst wie ein Heiliger verehrt: PAPST JOHANNES PAUL II. (geb. 1920, als Papst gestorben 2005). Sofort nach seinem Tod forderten sehr viele Fromme, &#8222;santo subito&#8220;, er sollte sofort heilig gesprochen werden. Und das taten seine Nachfolger dann auch: Seit 2013 dürfen alle Katholiken den heiligen Papst Johannes Paul II. im Himmel um Fürsprache bei Gott anflehen. Zahlreiche, zum Teil monumentale Statuen und Denkmäler wurden vor allem in Polen zu Ehren des polnischen heiligen Helden und Papstes errrichtet.</p>
<p>Aber auch gegen ihn werden nun begründete Vorwürfe laut: Karol Wojtyla soll als Erzbischof von Krakau sexuellen Missbrauch von Priestern in &#8222;seinem&#8220; Erzbistum vertuscht haben. <strong>Das Motto heißt also immer wieder: Der Klerus schützt zuallererst den Klerus. Nicht die Opfer.</strong></p>
<p>In Polen, dem Land des in die Kritik geratenen Papstes, werden diese Erkenntnisse wie erwartet zurückgewiesen.</p>
<p>E<em>inige Zitate aus einer aktuellen Meldung des Bayerischen Rundfunks vom 6.3.2023:</em></p>
<p><strong>Johannes Paul II. soll Missbrauch vertuscht haben</strong><br />
Der spätere Papst Johannes Paul II. soll ihm unterstellte Missbrauchstäter in Polen gedeckt haben. Das berichtet ein polnischer Investigativjournalist. Bereits zuvor hatte es ähnliche Vorwürfe gegeben, die aber in Polen zurückgewiesen wurden.<br />
Von der Redaktion des Bayer. Rundfunks „Religion und Orientierung“. Am 6.3.2023.</p>
<p>Der verstorbene Papst Johannes Paul II. soll einem polnischen Medienbericht zufolge vor seiner Papstwahl Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Polens vertuscht haben. In seiner Zeit als Kardinal und Bischof von Krakau habe Karol Wojtyla von Pädophilie-Fällen gewusst, berichtete der Privatsender TVN am Sonntag unter Berufung auf Recherchen des Journalisten Marcin Gutowski.</p>
<p><em>Bericht: Karol Wojtyla war über Missbrauchstäter informiert</em><br />
Dem Bericht zufolge soll Wojtyla Priester seiner Diözese, über deren Taten er informiert war, in andere Gemeinden versetzt haben, um Skandale zu vermeiden. Einer der Priester wurde demnach von dem späteren Papst nach Österreich geschickt. Kardinal Wojtyla habe für ihn ein Empfehlungsschreiben an den Wiener Kardinal Franz König geschrieben, ohne ihn über die Vorwürfe gegen den Priester zu informieren.<br />
Bereits Anfang Dezember 2022 erhob der niederländische Journalist Ekke Overbeek in einem Enthüllungsbuch schwere Vorwürfe gegen den früheren Papst und Vorgänger von Benedikt XVI. In Dokumenten hätte Overbeek Informationen zu konkreten Fällen gefunden, in denen Wojtyla wissentlich Missbrauchspriester in andere Bistümer versetzt habe.<br />
Polnische Medien wiesen Vorwürfe gegen Papst Johannes Paul II. 2022 zurück<br />
Polnische Medien gelangten damals zu einer anderen Einschätzung über die Rolle des späteren Papstes in seiner Zeit als Erzbischof. Kardinal Wojtyla sei &#8222;nach Aktenlage entschieden gegen einen Priester vorgegangen, der mehrere Kinder sexuell missbraucht hat&#8220;, schrieb die Zeitung &#8222;Rzeczpospolita&#8220;. Als Beispiel wird ein Fall genannt, in dem Wojtyla schnell und wachsam reagiert habe.<br />
Der polnische Investigativjournalist Gutowski sprach nun für seine Recherchen mit Opfern pädophiler Priester, deren Angehörigen und ehemaligen Angestellten der Diözese. Er stützte sich auch auf Dokumente der ehemaligen kommunistischen Geheimpolizei SB und Dokumente der Kirche. Bereits vor zwei Jahren habe er die ersten Hinweise bekommen, dass Wojtyla vom sexuellen Missbrauch der ihm unterstellten Pfarrer gewusst und sie gedeckt haben soll, sagte Gutowski gegenüber TVN24. Die Diözese Krakau habe ihm allerdings den Zugang zu ihren Archiven verweigert, sagte der Journalist.</p>
<p>Katholische Kirche verweigerte Herausgabe von Dokumenten<br />
Die katholische Kirche in Polen hatte sich bereits in der Vergangenheit geweigert, Dokumente herauszugeben &#8211; selbst an die Justiz oder an eine öffentliche Kommission, die Missbrauchsfälle untersuchte. Ein Zeuge, der anonym bleiben wollte, bestätigte, er habe Kardinal Wojtyla persönlich von pädophilen Handlungen eines Priesters im Jahr 1973 berichtet. &#8222;Wojtyla wollte zuerst sichergehen, dass es sich nicht um Bluff handelt&#8220;, sagte der Zeuge. &#8222;Er sagte, er würde sich darum kümmern und bat, es nirgendwo zu melden.&#8220;</p>
<p><strong>Thomas Doyle, ein ehemaliger katholischer Priester aus den USA, nannte die Enthüllungen des Journalisten &#8222;revolutionär&#8220; Sie zeigten, &#8222;was viele Menschen schon seit Jahren vermutet haben: Dass Johannes Paul II. von diesem Problem wusste, bevor er Papst wurde&#8220;, sagte der Experte für Kirchenrecht, der als einer der Ersten über Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche in den USA berichtet hatte.</strong> (Quelle: Mit Informationen von AFP und KNA, BR)</p>
<p><em>Ergänzung am 16.3.2023 von Christian Modehn:<br />
</em></p>
<p>Wir werden zurecht von einigen LeserInnen daran erinnert: <strong>Auch als Papst hat Karol Wojtyla sexuellen Missbrauch durch Priester ignoriert.</strong> Mit dem bekannten Täter Pater Marcial Maciel , Gründer und Chef (&#8222;Generaldirektor&#8220;) des Ordens der Legionäre Christi, war Johannes Paul II. eng verbunden, wenn nicht befreundet.  Dieser  vielfache Täter sexuellen Missbrauchs, an Seminaristen, aber auch an den eigenen Söhnen, <strong>Pater Marcial Maciel,</strong> war den vatikanischen Behörden spätetstens seit 1970 &#8222;einschlägig&#8220; bekannt. Diese Tatsache war dem ja sonst sehr aufmerksamen Papst Johannes Paul II. sicher nicht unbekannt. Aber er ignorierte diese Tatsache, weil er diesen Orden und seine vielen jungen Priester angesichts des Priestermangels einfach für seine klerikalen Ambitionen (&#8222;Neuevangelisierung&#8220; etc.) &#8222;brauchte&#8220;.</p>
<p>&#8222;Der Klerus zuerst&#8220; war also offenbar das Leitprinzip des Papstes. Verheimlichen, vertuschen, mit den Tätern befreundet sein, das war päpstliches Prinzip.</p>
<p>Pater Marcial Maciel erläutert in seinem Buch, mit dem, auf seine Petson bezogen, geradezu skandalösen Titel, &#8222;Christus ist mein Leben&#8220;, 2005, Edizioni ART, Roma, etwa S.180, ausführlich die enge Vertrautheit zwischen ihm und  Papst Johannes Paul II&#8230; Den Chef der Legionäre Christi erlaubte sich dann Papst Benedikt XVI., nach dem Tod des polnischen Papstes, einen Verbrecher zu nennen.</p>
<p>Johannes Paul II. hatte den Chef der Legionäre Christi ausersehen, ihn auf den Papstreisen nach Mexiko zu begleiten, der Legionär war auf päpstlichen Wunsch hin Teilnehmer an lateinamerikanischen Bischofskonferenzen und an römischen Bischofssynoden. Der Generaldirektor der Legionäre Maciel schreibt in dem genannten Buch: &#8222;Bei anderen Gelegenheiten wurde mir die <em>Gnade</em> zuteil, mit dem Heiligen Vater im Apostolischen Palast zu Mittag oder zu Abend zu essen&#8230;Der Heilige Vater brachte den Legionären Christi und unserer Laienorganisation Regnum Christi stets vorbehaltlose Unterstützung (sic) entgegen&#8220; (S- 180). Und der Ober-Legionär erinnert sich an die vielen gemeinsamen Gottesdienste und Empfänge für ihn und die Seinen in wunderbarer Herzlichkeit und Vertrautheit mit dem &#8222;Heiligen&#8220; Vater&#8230; Infos zu den Legionären Christi und deren Generaldirektor Pater Marcial Maciel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Copyright:BR und Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16036_es-gibt-keine-vorbilder-mehr-2-teil-johannes-paul-ii-soll-missbrauch-vertuscht-haben_befreiung">Papst Johannes Paul II.: In Krakau, schon als Erzbischof, ignorierte er den Missbrauch im Klerus. Als Papst war er mit dem Täter P. Maciel befreundet.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Benedikt XVI. und Leonardo Boff: &#8222;Ein Papst der vergangenen europäischen Christenheit,  mit ihrem Pomp und ihrem politisch-religiösen Machtanspruch&#8220;. Ein Beitrag von Leonardo Boff.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_buchhinweise/theologische-buecher</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2023 23:31:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungstheologe Boff sieht Benedikt XVI. sehr kritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Boff]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Boff about Benedikt XVI. published 5.Jan 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Boff kritisiert Ratzinger/Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Boff sur Benoit XVI. ècrit 5.Jan.2023]]></category>
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		<category><![CDATA[neuer Text von Leonardo Boff über Benedikt XVI]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Arntz in Kleve]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Leonardo Boff, Brasilien. Am 5. Januar 2023. Ein neuer Text, von Norbert Arntz, Kleve, übersetzt. (Zur Erinnerung: Der Brasilianer Leonardo Boff (Geb. 1938) ist einer der wegweisenden, international hoch geschätzten katholischen Befreiungstheologen, er wurde von Kardinal Ratzinger als Chef der vatikanischen Glaubensbehörde zuerst 1985, dann 1991 von Kardinal Ratinger ausgegrenzt und mit Rede -und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_buchhinweise/theologische-buecher">Benedikt XVI. und Leonardo Boff: &#8222;Ein Papst der vergangenen europäischen Christenheit,  mit ihrem Pomp und ihrem politisch-religiösen Machtanspruch&#8220;. Ein Beitrag von Leonardo Boff.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Leonardo Boff, Brasilien. Am 5. Januar 2023.</p>
<p>Ein neuer Text, von Norbert Arntz, Kleve, übersetzt.</p>
<p><em>(Zur Erinnerung:</em> Der Brasilianer Leonardo Boff (Geb. 1938) ist einer der wegweisenden, international hoch geschätzten katholischen Befreiungstheologen, er wurde von Kardinal Ratzinger als Chef der vatikanischen Glaubensbehörde zuerst 1985, dann 1991 von Kardinal Ratinger ausgegrenzt und mit Rede -und Schreibverbot bestraft. Ins Abseits des Vergessens konnten ihn Ratzinger und auch Papst Joahnnes Paul II. nicht drängen, im Gegenteil: Als offiziell von Rom Diskriminierter, als Ketzer, entfaltet er eine große kreative Theologie und Religionsphilosopie. Christian Modehn.)</p>
<p>&#8222;Jedes Mal, wenn ein Papst stirbt, ist die gesamte weltweite kirchliche Gemeinschaft und die Weltgemeinschaft bewegt, weil sie in ihm den sieht, der im christlichen Glauben bestärkt und die Einheit zwischen den verschiedenen Ortskirchen gewährleistet. Das Leben und die Taten eines Papstes können auf vielfältige Weise interpretiert werden. Ich werde eine Interpretation aus Brasilien (Lateinamerika) anbieten, die wahrscheinlich unvollständig ist.</p>
<p>Es ist wichtig zu wissen, dass nur 23,18 % der Katholiken in Europa und 62 % in Lateinamerika leben, die übrigen in Afrika und Asien. Die katholische Kirche ist eine Kirche der zweiten und dritten Welt. Künftige Päpste werden wahrscheinlich aus diesen Kirchen kommen, voller Vitalität und mit neuen Möglichkeiten, die christliche Botschaft in nicht-westlichen Kulturen zu verkörpern.<br />
Wenn man sich auf Benedikt XVI. bezieht, muss man zwischen dem Theologen Joseph Ratzinger und dem Papst Benedikt XVI. unterscheiden.</p>
<p><em>Der Theologe Joseph Alois Ratzinger war ein typischer mitteleuropäischer Intellektueller und Theologe, brillant und gelehrt. Er war kein kreativer Geist,</em> konnte aber hervorragend die offizielle Theologie erklären. Das wurde besonders in den verschiedenen öffentlichen Dialogen deutlich, die er mit Atheisten und Agnostikern führte.<br />
Er entwickelte keine neuen Gesichtspunkte, sondern vermittelte die traditionellen Ansichten in einer anderen Sprache, die sich vor allem auf den heiligen Augustinus und den heiligen Bonaventura stützte. Ein wenig neu war vielleicht seine Vorstellung von der Kirche als einer kleinen, sehr treuen, heiligmäßigen Gruppe, die das Ganze „repräsentiert“. Für ihn war die Zahl der Gläubigen nicht entscheidend. <em>Die kleine, zutiefst spirituelle Gruppe, die stellvertretend für alle da ist, genügte. Das führte dazu, dass sich in dieser Gruppe von Reinen und Heiligen auch Pädophile und in Finanzskandale verwickelte Personen befanden.</em> Damit zerschlug sich seine Repräsentationsidee.</p>
<p>Benedikt XVI. träumte von einer Re-Christianisierung Europas unter der Führung der katholischen Kirche. Dieser Traum aber galt als unrealistisch, weil das heutige Europa mit seinen verschiedenen Revolutionen und der Einführung demokratischer Werte nicht mehr der Vorstellung des Mittelalters mit seiner Synthese von Glaube und Vernunft entspricht. Sein Ideal fand keine Resonanz, weil es seltsam aus der Zeit gefallen schien.</p>
<p><em>Eine andere eigenartige Position, die zum Gegenstand endloser Polemik mit mir wurde und breite Resonanz in der Kirche hervorrief, war die Behauptung, dass die „allein die katholische Kirche die Kirche Christi“ sei.</em> Die Debatten während des Konzils und der ökumenische Geist hatten das Wort &#8222;ist&#8220; durch das Wort &#8222;besteht in&#8220; verändert. Damit wurde der Weg frei für die Vorstellung, dass die Kirche Christi auch in anderen Kirchen „bestehen“ konnte. Ratzinger dagegen behauptete stets, das „besteht in“ sei nur ein Synonym für das „ist“. Das wurde jedoch durch eine detaillierte Erforschung der theologischen Akten des Konzils nicht bestätigt. Aber er bestand weiterhin auf seiner These. Ferner behauptete er, dass die anderen Kirchen keine Kirchen seien, sondern nur über kirchliche Elemente verfügten.<br />
Er ging sogar so weit, mehrfach zu behaupten, man habe meine Position unter den Theologen als Gemeingut verbreitet, so dass sich der Papst zu weiterer Kritik an mir veranlasst sah. Allerdings geriet er zunehmend in die Isolation, denn er hatte die anderen christlichen Kirchen wie die Lutheraner, Baptisten, Presbyterianer und weitere schwer enttäuscht dadurch, dass er die Türen zum ökumenischen Dialog verschloss.</p>
<p>E<em>r verstand die Kirche als eine Art Festung gegen die Irrtümer der Moderne</em> und machte den rechten Glauben zum entscheidenden Bezugspunkt, der stets an die Wahrheit gebunden sei (sein tonus firmus). Obwohl man ihn persönlich als nüchtern und höflich charakterisieren kann, war er als Präfekt der Glaubenskongregation äußerst hart und unnachgiebig. Etwa hundert Theologinnen und Theologen, darunter einige der bedeutendsten, wurden entweder verurteilt und verloren ihren Lehrstuhl, oder ihnen wurde verboten, Theologie zu lehren bzw. theologische Texte zu veröffentlichen, bzw. ihnen wurde, wie in meinem Fall, „ein Schweigegebot“ auferlegt. Dazu gehören in Europa bekannte Namen wie Hans Küng, Edward Schillebeeckx, Jacques Dupuis, Bernhard Häring, José Maria Castillo und andere. In Lateinamerika sind es der Begründer der Befreiungstheologie, der Peruaner Gustavo Gutiérrez, der spanisch-lateinamerikanische Theologe Jon Sobrino, die Theologin Ivone Gebara, die man mit Zensur belegte, sowie der Autor dieser Zeilen. In den Vereinigten Staaten gab es weitere, wie Charles Curran und Roger Haight. Sogar die Bücher des verstorbenen indischen Theologen Pater Anthony de Mello wurden verboten, ebenso wie die von Tissa Balasurya aus Sri Lanka, der exkommuniziert wurde.<br />
Wir Theologinnen und Theologen Lateinamerikas haben nie ganz verstanden, warum er die auf 53 Bände angelegte Sammlung „Theologie und Befreiung“ verbot. Dutzende Theologen waren daran beteiligt (etwa 26 Bände wurden veröffentlicht). Das Ziel dieser Text-Sammlung war es, Seminare, kirchliche Basisgemeinschaften und christliche Gruppen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, zu unterstützen. Zum ersten Mal hatte man hier außerhalb Europas ein großes theologisches Werk zustande gebracht, das weltweite Resonanz fand. Doch das Projekt wurde sehr bald abgebrochen. Der Theologe Joseph Ratzinger erwies sich als Feind der Freunde der Armen. Das wird in die Theologiegeschichte eingehen.<br />
Viele Theologinnen und Theologen behaupten, er sei vom Marxismus besessen gewesen, obwohl dieser in der Sowjetunion gescheitert war. Er veröffentlichte ein Dokument über die Befreiungstheologie, Libertatis nuntius (1984), voller Warnungen, aber ohne ausdrückliche Verurteilung. Ein späteres Dokument, Libertatis conscientia (1986), hebt zwar mehr die positiven Elemente hervor, allerdings mit erheblichen Einschränkungen.</p>
<p><em>Wir können sagen, dass er den Markenkern dieser Theologie nie verstanden hat: die „Option für die Armen gegen ihre Armut und für ihre Befreiung“.</em> Sie machte die Armen zu Protagonisten ihrer Befreiung statt zu bloßen Empfängern von Wohltätigkeit und Paternalismus. Das eben war die Auffassung der Tradition und die von Papst Benedikt XVI. Er hatte den Verdacht, dass sich in diesem Protagonismus der historischen Macht der Armen der Marxismus verbarg.<br />
Als Papst leitete Benedikt XVI. die „Rückkehr zur strengen Disziplin“ ein, mit einer eindeutig restaurativen und konservativen Tendenz, bis hin zur Wiedereinführung der Messe in Latein und mit dem Rücken zum Volk. In der Kirche selbst sorgte er für allgemeines Erstaunen, als er im Jahr 2000 das Dokument „Dominus Iesus“ veröffentlichte. Darin bekräftigte er die alte, mittelalterliche, vom Zweiten Vatikanischen Konzil beendete Lehre, dass es „Außerhalb der katholischen Kirche kein Heil“ gebe. Nichtchristen waren in großer Gefahr. Erneut verweigerte er den anderen Kirchen die Bezeichnung „Kirche“, sie seien nur kirchliche Gemeinschaften. Das rief allgemein Irritationen hervor. Bei all seiner Scharfsinnigkeit polemisierte er mit Muslimen, Evangelikalen, Frauen und der fundamentalistischen Gruppe, die gegen das Zweite Vatikanum war.</p>
<p>Seine Art, die Kirche zu führen, hatte nicht das Charisma, das Papst Johannes Paul II. so stark auszeichnete. Er war mehr von Rechtgläubigkeit und wachsamem Eifer für die Glaubenswahrheiten geprägt als von Weltoffenheit und Zärtlichkeit für die einfachen Christen, wie es Papst Franziskus deutlich zeigt.<br />
Er war ein echter Repräsentant der alten europäischen Christenheit mit ihrem Prunk und ihrer politisch-religiösen Macht. Aus der Perspektive der neuen Phase der Planetarisierung hat sich die auf so vielen Gebieten reiche europäische Kultur in sich selbst verschlossen. Nur selten hat sie sich als offen gegenüber anderen Kulturen erwiesen wie z.B. für die alten Kulturen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens. Das wurde im Prozess der Evangelisierung bewiesen, den man als Okzidentalisierung des Glaubens betrieb. Man hat sich nie von einer gewissen Arroganz befreit, der Beste zu sein, und mit diesem Anspruch die ganze Welt kolonisiert. Diese Tendenz ist immer noch nicht ganz überwunden.<br />
Trotz aller Begrenzungen wird er aufgrund seiner persönlichen Tugenden und seiner Demut, mit der er auf das Papstamt verzichtet hat, als er die Grenze seiner Kräfte verspürte, gewiss zu den Seliggepriesenen zu zählen sein.&#8220;</p>
<p>Quelle: https://leonardoboff.org/2023/01/05/benedicto-xvi-un-papa-de-la-vieja-cristiandad/<br />
Übersetzung aus dem Spanischen: Norbert Arntz, Kleve</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_buchhinweise/theologische-buecher">Benedikt XVI. und Leonardo Boff: &#8222;Ein Papst der vergangenen europäischen Christenheit,  mit ihrem Pomp und ihrem politisch-religiösen Machtanspruch&#8220;. Ein Beitrag von Leonardo Boff.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kritische Stimmen zu Benedikt XVI./Ratzinger: Wird er von allen nur noch gelobt und gepriesen? Gibt es noch vernünftige Kritik?</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/15692_kritische-stimmen-zu-benedikt-xvi-ratzinger-wird-er-von-allen-nur-noch-gelobt-und-gepriesen-gibt-es-noch-vernuenftige-kritik_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2023 20:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
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		<category><![CDATA[Bischof Peter Kohlgraf vorsichtig kritisch über Papst Benedikt XVI:]]></category>
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		<category><![CDATA[Jesuit Thomas Reese über Ratzinger]]></category>
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		<category><![CDATA[Leonardo Boff über Papst Benedikt]]></category>
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		<category><![CDATA[Leonardo Bott über den Tod Benedikt XVI:]]></category>
		<category><![CDATA[Lobeshymen überall auf Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Arntz]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Benedikt eine Katastrophe für die Kirche?]]></category>
		<category><![CDATA[Pater von Gemmingen gegen Benedikt XVI.?]]></category>
		<category><![CDATA[Pater von Gemmmingen kritisiert BenediktXVI]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Kohlgraf über Fehler Benedikts]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger hätte nie Papst werden sollen]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Reese über Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Eigenmann über Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[wer kritisiert noch Papst Benedikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinweise von Christian Modehn, begonnen am 4.1.2022. Das Motto: &#8222;Ratzinger hätte besser nicht Papst werden sollen&#8220;, sagt der Jesuit und Vatikan/Papst Kenner Pater von Gemmingen. Hier werden einige wichtige Texte publiziert,  von Theologen geschrieben anläßlich des Todes von Papst Benedikt XVI. Erstens: Zur Einstimmung: Alle oder fast alle so genannten Prominenten, Kardinäle, Bischöfe und andere [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15692_kritische-stimmen-zu-benedikt-xvi-ratzinger-wird-er-von-allen-nur-noch-gelobt-und-gepriesen-gibt-es-noch-vernuenftige-kritik_benediktxvi">Kritische Stimmen zu Benedikt XVI./Ratzinger: Wird er von allen nur noch gelobt und gepriesen? Gibt es noch vernünftige Kritik?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hinweise von Christian Modehn, begonnen am 4.1.2022.</p>
<p>Das Motto: &#8222;Ratzinger hätte besser nicht Papst werden sollen&#8220;, sagt der Jesuit und Vatikan/Papst Kenner Pater von Gemmingen.</p>
<p>Hier werden einige wichtige Texte publiziert,  von Theologen geschrieben anläßlich des Todes von Papst Benedikt XVI.</p>
<p><strong>Erstens: Zur Einstimmung:</strong></p>
<p>Alle oder fast alle so genannten Prominenten, Kardinäle, Bischöfe und andere KLeriker loben und preisen jetzt Benedikt XVI./Joseph Ratzinger. Der Klerus ist bekanntlich zur totalen Konformatität erzogen und verpflichtet, man betrachte nur, wie alle diese Herren bei ihren Messfeiern, etwa am 5.1.2023 auf dem Petersplatz, dieselben Gewänder tragen: Alle sind gleich, alle sind eins in ihrer Konformität.</p>
<p>Eine brausende Symphonie der Lobeshymnen auf Benedikt/Ratzinger wird angestimmt, auch von Leuten, führenden Leuten, wie Politikern, die wahrscheinlich keine einzige Zeile dieses angeblichen &#8222;Mozart der Theologie&#8220; gelesen haben.</p>
<p>Fast alle übertreiben es in ihrer blinden, aber diplomatisch vielleicht klugen Treue zu dem alten, aber in dieser Allgemeinheit dummen Spruch: <em>&#8222;Über Tote soll nur Gutes gesagt werden&#8220;. </em></p>
<p><em>Nein! </em> Wenn Leute (auch Päpste) viel Unsinn gemacht haben, den sie bei ihrer Bildung nicht hätten machen dürfen, dann gilt ihnen die Kritik. Selbstverständlich auch Benedikt XVI./Ratzinger. Sollen wir etwa Papst Alexander VI. oder Leo X. oder Gregor XVI. usw. nicht kritisieren?</p>
<p>Wir sind seit dem 31.12.2022 auf der Suche nach kritischen Stimmen zu dem nun schon jetzt fast heilig gesprochenen Benedikt XVI. bzw. dem, wie er von sich sagte, bayerischen Voralpenländler und vor allem langjährigem Büro-Leiter der Obersten Glaubensbehörde im Vatikan Joseph Ratzinger. Wir sind gespannt, ob sich einige wenige kritische Stimmen sammeln lassen.</p>
<p><em>Und man wird sich auch endlich fragen müssen: Was hat Benedikt XVI/Ratzinger eigentlich &#8222;empirisch,  nachweislich&#8220; für den Weltfrieden getan?</em> Waren es nur kluge Worte, etwa im Dialog mit Habermas? Was hat er als oberster Chef dieser weltweiten Organisation &#8222;katholische Kirche&#8220; wirklich für die Gerechtigkeit in der Welt getan? Man wird prüfen, vielleicht war seine Leistung außer großen Worten nicht so nennenswert, Ratunger, ein Mann der Worte also und als Papst Liebhaber der alten klerikalen, päpstlichen Klamotten&#8230;</p>
<p><strong>Zweitens: Der Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen.<br />
</strong></p>
<p>Wir finden es erstaunlich und anerkenntswert, dass der deutsche Jesuitenpater E<em>berhard von Gemmingen</em> (Jahrgang 1936), von 1982 &#8211; 2009 Leiter des Deutsch-sprachigen Programms von RADIO VATICAN, den Mut hat, öffentlich zwar vorsichtig kritische Hinweise zu Papst Benedikt zu äußern. Und zwar auf der offiziellen website des Jesuitenordens in Deutschland. Pater von Gemmingen kennt wie kaum ein anderer auch die Verhältnisse am päpstlichen Hof, der Kurie.</p>
<p>Bevor dieser Beitrag vielleicht auf gewissen &#8222;Druck&#8220; hin verschwindet, bieten wir einen Link und erlauben uns, den entscheidenden Teil der Ausführungen Pater von Gemmingens SJ zu zitieren.</p>
<p>Ob Erzbischof Gänswein, der sich als enger Freund und Sekretär Ratzingers die Interpretationshoheit über Ratzinger aneignen wird, mit Pater Gemmingens Ausführungen einverstanden ist? Sicher nicht. Gänswein wird demnächst ein Buch &#8222;authentischer Erinnerungen&#8220; veröffentlichen und gegen Papst Franziskus polemisieren&#8230;. Vielleicht wird der Jesuit Pater von Gemmingen als &#8222;Nestbeschmutzer&#8220; eingestuft, die übliche Masche von Herrschaften, auch im Vatikan, mit Kritik &#8222;fertig zu werden&#8220;. Der Text Pater von Gemmingens, <a href="https://www.jesuiten.org/news/pater-eberhard-von-gemmingen-sj-ueber-papst-benedikt-xvi">Link</a>.</p>
<p>Der  behutsam kritische Teil der Ausführungen Pater von Gemmingens, also eines Zeitzeugen, der viele Jahre im Vatikan lebte und auch Ratzinger/Benedikt direkt erlebte. Ein historisches Dokument also:</p>
<p>&#8222;Zunächst möchte ich die Grenzen Benedikts benennen:<br />
<em><strong>Er hätte besser nicht Papst werden sollen, denn als Papst musste er eben „führen“, gegen Widerstände ankämpfen, Personal- und Sachentscheidungen treffen.</strong> Und hier tat er sich sehr schwer.</em> Er litt mehr als sein Vorgänger unter Entscheidungen, die er fällen musste, und hing wohl auch ab von weniger kompetenten Beratern. Hier zeigte sich auch seine Ängstlichkeit. Er hatte Angst, etwas falsch zu machen. Schon das Bischofsamt war eigentlich nicht seine Sache. Er wollte sicher nicht Papst werden und wusste auch, dass dies nicht seinen Fähigkeiten entsprach.<br />
Seine nicht sehr ausgeprägte Menschenkenntnis zeigte sich auch in unguten Personalentscheidungen. Er ernannte Personen für Ämter aufgrund des Vertrauens in sie und nicht auf Grund von deren Qualifizierungen.<br />
<em>Er schrieb seine großen Reden selbst und ließ sie vermutlich nicht von Fachleuten gegenlesen.</em> Kritische Gegenleser hätten ihn auf Passagen hingewiesen, die später von den Medien zerpflückt wurden und zu groben Fehlinterpretationen führten. Er dachte „geradeaus“ und kam nicht auf die Idee, dass man gewisse seiner Aussagen auch in gegensätzlichem Sinne verstehen konnte. Beispiele: Er sprach von notwendiger „Entweltlichung der Kirche“ ohne es genauer zu erklären. Es entstanden wilde Spekulationen über seine Gedanken. Er zitierte Kritik an Mohammed aus dem Munde eines byzantinischen Kaisers. Viele Muslime verstanden es als seine persönliche Kritik an Mohammed, was eine Falschinterpretation seiner Aussage war. Hätten kritische Gegenleser seine Rede vorher gelesen, hätten sie vermutlich auf die wahrscheinliche Falschinterpretation hingewiesen. Die Schwäche von Papst Benedikt in der Rolle als Papst bestand also m.E. darin, dass er wie in einer Vorlesung vom verständnisvollen Mitdenken der Studenten ausging und auf deren kritische Fragen eingehen konnte.<br />
Sein scharfes Urteil in Sachfragen wurde interpretiert als Härte gegen Menschen.&#8220;</p>
<p>Die weiteren Ausführungen Pater von Gemmingens sind diskutabel: Denn es ist sehr die Frage: Ob die Vernunft, von der Ratzinger sprach, nicht eher die mittelalterliche &#8222;katholische Vernunft&#8220; <em>innerhalb</em> der katholischer Theologie ist, eine Vernunft also, die nicht dem Niveau der Vernuftdebatte der Moderne und des 20. Jahrhundert entspricht. Und mit dieser mittelalterlich &#8211; klerikalen Vernunft wird man heute nur einige Eingeweihte, Kleriker, erreichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>DRITTENS:  LEONARDO BOFF,</strong> weltweit bekannter brasilianischer Befreiungstheologe, zum Tod Benedikt XVI.: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_aktuelle-buchhinweise/theologische-buecher">LINK</a></p>
<p>Den Text übersetzte <strong>Norbert Arntz</strong>, bester Kenner der Befreiungstheologie und Buchautor: &#8222;Der Katakombenpakt&#8220;, Topos Taschenbücher 2015 und Autor vieler Zeitschriftenbeiträge, siehe etwa: &#8222;Stimmen der Zeit&#8220; 2015: <a href="https://www.herder.de/stz/hefte/archiv/140-2015/11-2015/vom-konstantinischen-pakt-zum-katakombenpakt/">LINK</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>VIERTENS: URS EIGENMANN</strong>, katholischer Theologe in der Schweiz, Lateinamerika-Spezialist und Buchautor, u.a. zu Dom Helder Camara,<a href="https://www.feinschwarz.net/joseph-ratzinger-benedikt-xvi-jahrhunderttheologe/"> LINK</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>FÜNFTENS: Der Jesuitenpater THOMAS REESE</strong>,  USA, Theologe und Journalist, <a href="https://www.ncronline.org/authors/thomas-reese">LINK</a>. Reeses Erinnerungen an Ratzinger hier in voller Länge dokumentiert, die Übersetzung besorgte wieder Norbert Arntz, Kleve.</p>
<p>Thomas Reese SJ:<br />
Meine Begegnungen mit Kardinal Ratzinger und Benedikt XVI.<br />
Quelle: https://www.ihu.unisinos.br/categorias/625170-meus-encontros-com-joseph-ratzinger-e-o-papa-<br />
Bento-xvi)</p>
<p>Ich lernte Joseph Ratzinger im Juni 1994 kennen, als er Kardinalpräfekt der Kongregation für die<br />
Glaubenslehre war. Nein, ich wurde nicht vom Großinquisitor verhört. Das war lange, bevor ich als<br />
Chefredakteur der Zeitschrift America Ärger mit dem Vatikan bekam. Ich war in Rom, um ihn und<br />
andere Kirchenvertreter für mein Buch Inside the Vatican: The Politics and Organization of the<br />
Catholic Church zu interviewen.<br />
Fast hätte ich das Interview verpasst. Kardinal Ratzinger war am Tag unseres Treffens krank. Als ich<br />
ankam, wurde ich gefragt, ob ich mit dem Sekretär der Kongregation sprechen wolle. Ich stimmte zu,<br />
weil ich dachte, das sei besser als nichts. Als ich zu ihm geführt wurde, hatte ich noch kein Wort<br />
gesagt, Da überfiel mich der Sekretär, Bischof Alberto Bovone, mit Fragen wie: &#8222;Wer sind Sie?&#8220; &#8222;Was<br />
machen Sie hier?&#8220; &#8222;Ich werde entscheiden, ob Sie Kardinal Ratzinger sehen können.&#8220;<br />
&#8222;Aber der Kardinal hat bereits zugestimmt, mich zu empfangen&#8220;, stammelte ich. Das bedeutete ihm<br />
nichts; er verlangte eine Liste von Fragen, die ich stellen würde. Er beauftragte dann einen jungen<br />
Dominikaner, mich zu befragen.<br />
Dass Jesuiten von Dominikanern, die für die Inquisition arbeiten, verhört werden, hat eine lange und<br />
unglückliche Geschichte. Andererseits kamen uns auch die Dominikaner zu Hilfe. Als Lorenzo Ricci,<br />
der Generalobere der Jesuiten, 1775 nach seiner Verhaftung durch den Papst in der Engelsburg in<br />
Rom starb, war der Generalobere der Dominikaner der einzige, der bereit war, seiner Beerdigung<br />
vorzustehen. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten.<br />
Auf jeden Fall wurde ich dem Dominikaner übergeben, der bereits auf meiner Seite zu sein schien.<br />
Während meines Verhörs durch Bovone schnitt er Grimassen und rollte hinter seinem Schreibtisch<br />
mit den Augen. Anstatt mich zu verhören, riet er mir, was ich tun sollte. &#8222;Schreiben Sie einen Brief an<br />
den Kardinal. Erklären Sie, dass Sie Ende der Woche abreisen und ihn gerne für 15 Minuten treffen<br />
würden.“<br />
Sobald ich wieder in meinem Zimmer war, schrieb ich den Brief, faxte ihn an die Kongregation und<br />
vereinbarte einen neuen Termin. Ratzinger willigte ein, mich am Nachmittag zu treffen, wenn die<br />
Büros des Vatikans normalerweise geschlossen sind. Das Gespräch dauerte über eine Stunde.<br />
Ich habe viel über Ratzinger gelernt, bevor das Interview überhaupt begonnen hatte. Er war<br />
freundlich und bereit, alles zu tun, um einem jungen Schüler zu helfen, auch wenn es ihm nicht gut<br />
ging.<br />
Andererseits zeigt die Tatsache, dass Ratzinger einen Tyrannen zu seiner Nummer 2 gemacht hat,<br />
entweder seine Blindheit oder eine ungesunde Abhängigkeit von Leuten, die zwar loyal, aber für ihre<br />
Aufgaben nicht geeignet schienen. Weder als Präfekt noch als Papst war er gut darin, seine<br />
Untergebenen auszuwählen.<br />
Als wir uns für das Interview zusammensetzten, fragte Ratzinger, ob ich es auf Deutsch oder<br />
Italienisch führen wolle. Mit Panik in der Stimme sagte ich: &#8222;Englisch wäre viel besser&#8220;. Er stimmte zu<br />
und sagte: &#8222;Mein Englisch ist sehr begrenzt&#8220;. Eigentlich war es ausgezeichnet. Nur einmal während<br />
des Gesprächs hatte er Schwierigkeiten, ein Wort auszusprechen.<br />
Er erzählte mir, dass er anfangs unschlüssig war, ob er das Amt des Kongregationspräsidenten<br />
annehmen sollte. Papst Johannes Paul II. musste ihn dreimal fragen, bevor er Ja sagte.</p>
<p>&#8222;Gebt mir Zeit, Heiliger Vater&#8220;, sagte er zu Johannes Paul. &#8222;Ich bin ein Diözesanbischof, ich muss in<br />
meiner Diözese sein&#8220;. Schließlich willigte er 1982 ein, nach Rom zu kommen.<br />
In unserem Gespräch sprach er davon, den Dialog zwischen zwischen Theologen und seinem<br />
Dikasterium zu intensivieren, aber die Theologen, die ihre Stelle verloren oder von ihm zum<br />
Schweigen gebracht wurden, haben davon nichts erfahren. Er war verärgert über die offensive<br />
Sprache der Angriffe auf sein Dikasterium, auch wenn er über die Situation lachen konnte.<br />
(Daran hätte ich mich Jahre später erinnern sollen, bevor ich in einem Leitartikel in Amerika<br />
dummerweise auf die &#8222;inquisitorischen&#8220; Verfahren seiner Kongregation hinwies).<br />
Das Auffälligste an dem Interview war sein Eingeständnis: &#8222;Ich habe kein Charisma, um mit<br />
strukturellen Problemen umzugehen.&#8220;<br />
Mit anderen Worten: Ratzinger war im Grunde ein Gelehrter, kein Manager, aber er würde das<br />
Oberhaupt einer Milliardenorganisation mit einer hierarchischen Struktur und einer komplexen<br />
Bürokratie in Rom werden.<br />
1998, nach der Veröffentlichung meines Buches, wurde ich Chefredakteur von „America“, einer<br />
Zeitschrift, die 1909 erstmals von den Jesuiten herausgegeben wurde. Mein Ziel war es, daraus &#8222;eine<br />
Zeitschrift für denkende Katholiken und für diejenigen, die wissen wollen, was Katholiken denken&#8220; zu<br />
machen.<br />
Obwohl ich in den Leitartikeln fast immer darauf achtete, die Linie des Vatikans beizubehalten,<br />
dachte ich, dass ich im Meinungsteil des Magazins alternative Ansichten veröffentlichen könnte,<br />
wenn ich darauf bestehen würde, dass diese Artikel nicht unbedingt die Ansichten des Magazins<br />
wiedergeben. Schließlich waren wir ein Meinungsmagazin.<br />
Während meiner siebenjährigen Tätigkeit als Redakteur hat die Glaubenskongregation wichtige<br />
Dokumente veröffentlicht, zu denen ich von einschlägigen Wissenschaftlern Kommentare erbat. In<br />
der Regel lobten sie die Teile, die ihnen gefielen, und kritisierten die Teile, die ihnen nicht gefielen.<br />
Ich war immer gerne bereit, kritische Reaktionen auf diese Artikel zu veröffentlichen.<br />
Ich veröffentlichte auch Artikel von vielen Bischöfen und Kardinälen, darunter der damalige<br />
Erzbischof Raymond Burke, den ich einlud zu erklären, warum die Kirche katholischen Politikern, die<br />
für die Abtreibung sind, die Kommunion verweigern sollte. Ich habe den Chicagoer Kardinal Francis<br />
George, einen prominenten Konservativen, ein halbes Dutzend Mal gebeten, etwas für uns zu<br />
schreiben, aber er hat immer abgelehnt.<br />
Ein Höhepunkt der Zeitschrift als Dialogforum war ein Artikel von Kardinal Walter Kasper, dem Leiter<br />
der Ökumeneabteilung des Vatikans, der die Ekklesiologie von Kardinal Ratzinger kritisierte. Als der<br />
Artikel in Druck ging, schickte ich eine Kopie an Ratzinger und bat ihn um eine Stellungnahme.<br />
Zunächst lehnte er ab, doch dann änderte er seine Meinung und schickte eine Antwort auf Deutsch,<br />
die wir übersetzt und veröffentlicht haben.<br />
Wir waren hocherfreut, dass zwei prominente Kardinäle auf den Seiten von „America“ über ein<br />
wichtiges Thema debattierten, aber dann erfuhr ich, dass Kardinal George sich über den Austausch<br />
beschwerte und den Staatssekretär des Vatikans bat, die Kardinäle anzuweisen, nicht in „America“ zu<br />
debattieren, da dies die Gläubigen skandalisiere.<br />
Trotz meiner Versuche, fair zu sein, war klar, dass weder Johannes Paul II. noch Kardinal Ratzinger ein<br />
Meinungsmagazin wollten, wenn es nicht ihre Ansichten widerspiegelte. Nach zweieinhalb Jahren als<br />
Redakteur erfuhr ich vom Generaloberen der Jesuiten, Peter-Hans Kolvenbach, dass der Vatikan mit</p>
<p>einem Artikel über AIDS und Kondome, den der Jesuitentheologe James Keenan und der Jesuitenarzt<br />
Jon Fuller geschrieben hatten, nicht einverstanden war.<br />
Ich wollte gerne eine Gegendarstellung von jemandem aus dem Vatikan veröffentlichen, aber ich<br />
habe von der Kongregation nie direkt etwas erhalten. Die Kongregation hat mit mir immer über<br />
meine jesuitischen Vorgesetzten kommuniziert.<br />
Im Juni 2001 wurde mir mitgeteilt, dass die Kongregation die Art und Weise, wie Pater Reese den<br />
Heiligen Stuhl und insbesondere die Kongregation kritisierte, als &#8222;aggressiv und beleidigend&#8220;<br />
empfand. Sie stellten insbesondere einen Leitartikel in Frage, den wir zum Thema<br />
&#8222;Rechtsstaatlichkeit in der Kirche&#8220; veröffentlicht hatten (9. April 2001). Man hat uns vorgeworfen,<br />
wir seien antihierarchisch.<br />
Ende Februar 2002 sagte Pater Kolvenbach, dass die Glaubenskongregation beschlossen habe, &#8222;auf<br />
Ersuchen der amerikanischen Bischöfe und des Nuntius&#8220; eine Kommission von kirchlichen Zensoren<br />
für „America“ einzusetzen. Bei den Zensoren würde es sich um drei amerikanische Bischöfe handeln.<br />
Das war nicht nur eine schlechte Idee, sondern auch völlig unpraktisch, da es sich bei der Zeitschrift<br />
um eine Wochenzeitschrift handelt.<br />
Im April erhielt ich eine Liste von in „America“ veröffentlichten Artikeln, die der Kongregation nicht<br />
gefielen. Dazu gehörten eine Besprechung des Buches des Jesuitenhistorikers John O&#8217;Malley über<br />
„Päpstliche Sünde“, der Artikel von Keenan und Fuller, ein Artikel des Jesuiten James Martin über<br />
homosexuelle Priester und verschiedene Artikel über das Dokument „Dominus Iesus“ von Francis X.<br />
Clooney, Michael A. Fahey, Peter Chirico und Francis A. Sullivan.<br />
Ratzinger schien ein feines Gespür zu haben, sobald es um Dokumente ging, die aus seiner<br />
Kongregation stammten.<br />
Nur zwei Leitartikel wurden erwähnt &#8211; einer über Dominus Iesus (28. Oktober 2000) und ein weiterer<br />
über die &#8222;Abtreibungspille&#8220; RU-486 (14. Oktober 2000). Wir verurteilten die Abtreibungspille, wiesen<br />
aber darauf hin, dass es vielleicht an der Zeit sei, die Lehre der Kirche zur Geburtenkontrolle zu<br />
überdenken, um die Zahl der Abtreibungen zu verringern.<br />
Interessanterweise hat die Kongregation die ausführliche und unverblümte Berichterstattung über<br />
die Krise des sexuellen Mißbrauchs in den USA nie erwähnt, obwohl ich wusste, dass einige<br />
amerikanische Bischöfe dies nicht gut fanden. Ratzinger war zwar nicht perfekt, aber in dieser Frage<br />
besser als jeder andere in Rom.<br />
Niemand konnte mir sagen, welche US-Bischöfe die Zensurmaßnahme beantragt hatten. Ich wusste,<br />
dass dieses Thema nie auf einer Tagung der Katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten<br />
zur Sprache gekommen war. Auch im Verwaltungsausschuss der Katholischen Bischofskonferenz der<br />
Vereinigten Staaten wurde das Thema nicht erörtert, so meine Quellen, dazu gehörte auch Erzbischof<br />
Thomas Kelly, der zu dieser Zeit Mitglied des Ausschusses war.<br />
Als ich Erzbischof Donald Trautman, den Vorsitzenden der Glaubenskommission der US-Bischöfe,<br />
befragte, war er wütend darüber, dass ein Zensurgremium eingesetzt wurde, ohne sein Komitee zu<br />
konsultieren. Er hatte vor, sich energisch dagegen zu wehren.<br />
Auch der US-amerikanische Erzbischof John Foley, Leiter einer der Kommunikationsabteilungen des<br />
Vatikans, wurde nicht konsultiert. Er sagte, wenn man ihn fragen würde, würde er sagen, dass es eine<br />
schlechte Idee sei. Er bezeichnete sich scherzhaft als den &#8222;linken Flügel der römischen Kurie&#8220;.</p>
<p>Ich habe die Erzbischöfe Kelly, John Quinn und Daniel Pilarczyk um Hilfe gebeten, aber sie sagten alle,<br />
dass Rom ihnen nicht vertraue und ihre Unterstützung nichts nützen würde. Quinn und Pilarczyk<br />
waren Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten und Kelly war<br />
Generalsekretär der Konferenz und Mitarbeiter der päpstlichen Nuntiatur in Washington.<br />
Ich wandte mich an den Jesuiten-Kardinal Avery Dulles, der ein Zensurgremium für eine schlechte<br />
Idee hielt. Er versprach, bei Ratzinger gut von mir zu sprechen. &#8222;Sie veröffentlichen ja mich&#8220;, sagte<br />
der sehr orthodoxe Kardinal.<br />
Irgendwann vor Ende Juli 2003 traf P. Kolvenbach mit Ratzinger zusammen und konnte ihn davon<br />
überzeugen, kein Zensurgremium zu bestallen. Kolvenbach teilte mir mit, dass die Kongregation<br />
abwarten werde, wie „America“ auf das bevorstehende Dokument der Glaubenskongregation zur<br />
Homo-Ehe reagieren werde. Ich bat den stellvertretenden Redakteur James Martin, der ausführlich<br />
über Schwule in der Kirche geschrieben hatte, nichts über das Dokument zu sagen. Ich wollte ihn und<br />
die Zeitschrift schützen. Er stimmte zu.<br />
Unser erster Artikel zu diesem Thema wurde am 7. Juni 2004 von Monsignore Robert Sokolowski<br />
veröffentlicht, einem Philosophen an der Katholischen Universität von Amerika, der sich entschieden<br />
gegen homosexuellen Sex und die Homo-Ehe aussprach. Ich musste ihn davon überzeugen, den<br />
schwulen Sex nicht mit dem Sex mit Tieren zu vergleichen.<br />
Sein Artikel löste erwartungsgemäß heftige Reaktionen aus, eine davon kam von Stephen Pope,<br />
einem Theologieprofessor am Boston College. Obwohl ich Pope dazu brachte, den Artikel<br />
abzuschwächen, und obwohl ich Sokolowski erlaubte, in derselben Ausgabe auf Pope zu antworten,<br />
wusste ich, dass dies der letzte Nagel zu meinem Sarg sein könnte.<br />
Obwohl ich mich nie zu diesem Thema geäußert oder gar dazu etwas veröffentlicht hatte, war klar,<br />
dass bereits die Bereitschaft, einige Themen in „America“ zu diskutieren, mehr war, als Ratzinger<br />
tolerieren könnte.<br />
Fast unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ausgabe vom 6. Dezember 2004 erhielt mein<br />
amerikanischer Vorgesetzter Beschwerden vom päpstlichen Nuntius in Washington. Er beschwerte<br />
sich auch über einen Artikel zu Politikern, Abtreibung und Kommunion des US-<br />
Kongressabgeordneten Dave Obey, dem Burke die Kommunion verweigert hatte. Es wurde<br />
anerkannt, dass wir Artikel über beide Seiten des &#8222;Hostienkriegs&#8220; veröffentlicht haben.<br />
Im Laufe des Jahres 2005 konzentrierte sich die Welt auf die Krankheit und den Tod von Johannes<br />
Paul II. und auf das Konklave, das Ratzinger zum Papst Benedikt XVI. wählte. Während dieser Zeit<br />
arbeitete ich mit der Presse zusammen und erläuterte und kommentierte die Geschehnisse.<br />
Vor dem Konklave, bei einem vertraulichen Abendessen mit einigen Journalisten in Rom, wurde ich<br />
gefragt: &#8222;Wie würden Sie reagieren, wenn Ratzinger zum Papst gewählt würde?&#8220; Ich antwortete:<br />
&#8222;Wie würden Sie sich fühlen, wenn Rupert Murdoch Ihre Zeitung übernehmen würde?&#8220;<br />
Am Tag der Wahl Ratzingers hatte ich bereits zugesagt, in der PBS Newshour aufzutreten. In der<br />
Sendung habe ich unverblümt gesagt, dass das Ergebnis einigen Leuten gefallen wird, anderen nicht.<br />
Danach war meine Antwort auf Presseanfragen &#8222;kein Kommentar&#8220;, weil ich seine Wahl für eine<br />
Katastrophe hielt, aber als Jesuit konnte ich das nicht sagen.<br />
Als ich am 19. April 2005 die Bekanntgabe der Wahl Ratzingers auf dem Petersplatz hörte, wusste ich,<br />
dass meine Amtszeit als Herausgeber von „America“ beendet war. Zum Wohle der Zeitschrift und der<br />
Jesuiten musste ich gehen. Außerdem hatte ich nach sieben Jahren, in denen ich über die Schulter<br />
geschaut hatte, genug davon.</p>
<p>Ich gab keine Interviews mehr und verließ Rom.<br />
Als ich nach New York zurückkehrte, wollten mich die anderen Jesuiten der Zeitschrift nicht kündigen<br />
lassen. Ein paar Tage später traf ich mich mit meinem Vorgesetzten, dem Präsidenten der<br />
Jesuitenkonferenz, und erfuhr, dass meine Zeit als Redakteur vorbei war. Erst dann erfuhr ich, dass<br />
Ratzinger im März dem Generaloberen der Jesuiten gesagt hatte, ich müsse gehen. Aus<br />
verschiedenen Gründen konnten sie mir das nicht sagen. Also habe ich gekündigt.<br />
Meine jesuitischen Vorgesetzten haben meine Arbeit immer sehr unterstützt, aber ich wusste, dass<br />
sie mich letztlich nicht schützen konnten, wenn ich nicht bereit war, meine Werte als Redakteur zu<br />
kompromittieren. Sie waren nicht in der Lage, die zahlreichen Jesuitentheologen zu schützen, die von<br />
der Glaubenskongregation diszipliniert wurden.<br />
Als die Nachricht in der Presse erschien, wurde ich als das erste Opfer von Benedikt XVI. dargestellt;<br />
obwohl ich in Wahrheit das letzte Opfer von Kardinal Ratzinger. Da ich den Medien gut bekannt war<br />
und sie mich oft als Quelle nutzten, war die Berichterstattung über den neuen Papst umfangreich<br />
und negativ.<br />
Die Berichterstattung war so schlecht, dass der Vatikan die geplante Absetzung des jesuitischen<br />
Redakteurs der deutschen Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ fallen ließ. Sie ließen ihn sein Mandat als<br />
Herausgeber erfüllen.<br />
Wenn ich ein Einzelfall wäre, wäre meine Geschichte zwar interessant, aber nicht wichtig für die<br />
Beurteilung des Erbes von Joseph Ratzinger. Leider ist mein Fall nur eines von Hunderten von<br />
Beispielen für die Unterdrückung freier Recherchen durch Reporter und Theologen während der<br />
Amtszeiten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.<br />
Einige Monate vor meinem Rücktritt erzählte uns Jacques Dupuis, ein angesehener Theologe, der von<br />
Ratzinger diszipliniert wurde, die Geschichte seiner eigenen Begegnung. Nachdem die Kongregation<br />
eines seiner Bücher verurteilt hatte, verfasste der alte (und kranke) Theologe eine 200-seitige<br />
Antwort. Als er sich mit Ratzinger und der Glaubenskongregation traf, erzählte er der Redaktion von<br />
„America“, überraschten sie ihn mit der Frage nach seinem Text. Dann verwies er sie auf das<br />
Dokument auf dem Tisch vor ihnen, an dem er monatelang gearbeitet hatte. Da spotteten sie: &#8222;Du<br />
glaubst, dass wir das lesen werden, oder?&#8220; Dupuis starb kurz nach unserem Treffen.<br />
Ob ich mit meiner Meinung richtig oder falsch lag, ist irrelevant.</p>
<p>Entscheidend ist, dass nach dem<br />
Zweiten Vatikanischen Konzil die offene Diskussion von Ratzinger unter Papst Johannes Paul II.<br />
unterdrückt wurde. Wer mit dem Vatikan nicht einverstanden war, wurde zum Schweigen gebracht.<br />
Ohne ein offenes Gespräch kann sich die Theologie jedoch nicht entwickeln und können keine<br />
Reformen durchgeführt werden. Ohne eine offene Debatte kann die Kirche keine Wege finden, das<br />
Evangelium so zu verkünden, dass es für die Menschen des 21. Jahrhunderts verständlich ist.<br />
Das Pontifikat von Papst Franziskus hat die Fenster der Kirche wieder geöffnet, um die frische Brise<br />
des Geistes hereinzulassen. Gespräche und Debatten sind wieder möglich, selbst wenn man mit dem<br />
Papst nicht einverstanden ist. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern bringt Franziskus seine Kritiker<br />
nicht zum Schweigen. Für viele in der Kirche wird der Wandel nicht schnell genug gehen, aber es ist<br />
wichtig, dass Gespräche stattfinden können, um sich auf die Reform vorzubereiten.<br />
Übersetzung aus dem Portugiesischen: Norbert Arntz, Kleve</p>
<p><strong>SECHSTENS: BISCHOF PETER KOHLGRAF, Mainz.</strong></p>
<p><strong>&#8222;Auch ein großer Theologe und Papst hat Fehler&#8220;</strong><br />
Kritisches, aber vorsichtig-diplomatisch formuliert zu Benedikt XVI.  Von Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, dort gesprochen am 6.1.2023:<br />
„Angesichts mancher Themen, die noch vor seiner Bestattung im Raum standen, auch seine mögliche Heiligsprechung, würde ich zur Ruhe ermutigen&#8220;, sagte Bischof Kohlgraf laut Manuskript in seiner Predigt und fügte hinzu: &#8222;Es gehörte immer zum kirchlichen guten Stil, sich mit abschließenden Bewertungen eines Lebens Zeit zu lassen.&#8220;<br />
Sicher seien viele Bilder, die sich die Öffentlichkeit von Benedikt gemacht habe, seiner &#8222;komplexen Persönlichkeit&#8220; nicht gerecht geworden. Er habe aber auch durch manche Positionen provoziert. Es gehöre &#8222;zur Wahrheit, dass sich viele Menschen auch durch ihn verstört fühlten&#8220;, sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.<br />
Es gebe auch Menschen aus dem Umfeld Benedikts, die diesem eine mangelnde Menschenkenntnis unterstellen würden. &#8222;Ja, auch ein großer Theologe, Bischof und Papst hat Fehler, und sie sind in das Ganze einzuordnen, auch dafür braucht es Zeit und Abstand, und es braucht Menschen, die sich dieser Bewertung annehmen ohne ein theologisches oder kirchenpolitisches Eigeninteresse&#8220;, sagte Bischof Kohlgraf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin,  www religionsphilosophischer-salon.de</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15692_kritische-stimmen-zu-benedikt-xvi-ratzinger-wird-er-von-allen-nur-noch-gelobt-und-gepriesen-gibt-es-noch-vernuenftige-kritik_benediktxvi">Kritische Stimmen zu Benedikt XVI./Ratzinger: Wird er von allen nur noch gelobt und gepriesen? Gibt es noch vernünftige Kritik?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das geistliche Testament von Benedikt XVI., bestimmt von Angst, Polemik und Scheinheiligkeit.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/15661_das-geistliche-testament-von-benedikt-xvi-bestimmt-von-angst-polemik-und-scheinheiligkeit_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2023 14:58:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[100 katholische Theologen von Ratzinger bestraft]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. liebet die Traditionalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikts Testament voller Angst und Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[das geistliche Testament Benedikts kritisch]]></category>
		<category><![CDATA[das Testament Benedikt XVI. kritisieren]]></category>
		<category><![CDATA[der heilige Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[die große Show der Bestattung von Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[geistliches Testament von Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[Heiligsprechung Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik am geistlichen Testament Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik an Benedikt XVI. geistlichem Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der protestantischen Theologie durch Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Kritisch das Testament Benedikt XVI. betrachten]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Boff über Ratzinger]]></category>
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		<category><![CDATA[offene Fragen zum Testament Benedikt XVI:]]></category>
		<category><![CDATA[Putin höät Benedikt für traditionell]]></category>
		<category><![CDATA[Putin kondoliert]]></category>
		<category><![CDATA[Putin lobt Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[Putin nennt Papst Benedikt einen Traditionalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Putin zum Tod von Papst Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[scheinheiliger Benedikt]]></category>
		<category><![CDATA[Testament von Benedikt XVI]]></category>
		<category><![CDATA[wie viel Geld hatte Papst Benedikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 2.1.2023. 1. Am 31.12.2022 hat der Vatikan das „Geistliche Testament“ des EX-Papstes Benedikt XVI. veröffentlicht. Also eine Art theologischen „Schlüsseltext“ Ratzingers, ein Vermächtnis, das bleiben soll, d.h. an das sich die geistlichen Erben, also die Katholiken, bitte halten sollten. 2. Die Bayern und die anderen Deutschen sollen den katholischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15661_das-geistliche-testament-von-benedikt-xvi-bestimmt-von-angst-polemik-und-scheinheiligkeit_benediktxvi">Das geistliche Testament von Benedikt XVI., bestimmt von Angst, Polemik und Scheinheiligkeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 2.1.2023.</p>
<p>1.<br />
Am 31.12.2022 hat der Vatikan das „Geistliche Testament“ des EX-Papstes Benedikt XVI. veröffentlicht. Also eine Art theologischen „Schlüsseltext“ Ratzingers, ein Vermächtnis, das bleiben soll, d.h. an das sich die geistlichen Erben, also die Katholiken, bitte halten sollten.</p>
<p>2. <em>Die Bayern und die anderen Deutschen sollen den katholischen Glauben bewahren.</em><br />
Alle einzelnen Aussagen werden hoffentlich von kritischen Theologen geprüft und detailliert bewertet.<br />
Eine erste Übersicht:<br />
Das Testament hat Joseph Ratzinger am 29. August 2006 verfasst, also mehr als ein Jahr nach seiner Wahl zum Papst am 19.4.2005.<br />
Die Sprache des Testaments ist bestimmt vom Beschwören der Dankbarkeit und Güte, des Verzeihens und der Liebe zu den Eltern, zu den Landsleuten, den Freunden. Aber ganz deutlich wird auch die Angst vor „Verwirrung der Gläubigen“ ausgesprochen. Die alte, typische Angst Ratzingers/Benedikt XVI. vor der Moderne kommt da wieder deutlich zum Vorschein: „Lasst euch nicht vom Glauben abbringen“ heißt es wörtlich im Blick auf die lieben Landsleute! „Steht fest im Glauben“ sagt er allen Katholiken. Worte, die man jetzt bei der Diskussion über den „Synodalen Weg“ noch wiederholen  wird….</p>
<p>3. <em>Bald ein heiliger Joseph Ratzinger?</em><br />
Das Testament könnte bald auch eine theologische Grundlage sein für die jetzt schon von verschiedener, maßgeblicher Seite geforderte Heiligsprechung Benedikt XVI. Man könnte diese Heiligsprechung als kritischer Theologe auch als Drohung verstehen! „Heiliger Joseph Ratzinger, bitte für uns“, so werden hoffentlich nicht alle Katholiken beten wollen. Einen Heiligen nannte ihn &#8211; unüberlegt, übereilt?? &#8211; bereits am 18.12. 2022 Papst Franziskus, eine Heiligsprechung sozusagen ante mortem, völlig ungewöhnlich! (Quelle: https://www.derstandard.de/.) Und Erzbischof Gänswein, der enge Freund und Privatsekretär, sprach post mortem Benedikts bereits von einer „plötzlich“ geschehenden Heiligsprechung (Quelle: https://www.domradio.de/artikel/gaenswein-haelt-santo-subito-fuer-benedikt-xvi-fuer-moeglich).<br />
Dann wäre also DIE Symbolfigur des offiziellen konservativen/reaktionären Katholizismus heiliges Vorbild und himmlischer Fürsprecher. Benedikts Grab sollte dann besser neben dem Gründer des Opus Dei sich befinden, auch er ein „ultra schnell Heiliggesprochener“…</p>
<p>4.<em> Polemik gegen freie theologische Wissenschaft</em><br />
„Lasst euch nicht verwirren“, heißt es weiter an entscheidender Stelle im „Geistlichen Testament“. Wieder diese Urangst Ratzingers vor dem Bösen, dem alles verwirrenden Teufel, an den der „große Theologe“ glaubte.<br />
Aber, das zeigt auch der Text, konkret hat Benedikt XVI./Ratzinger große Angst vor der modernen theologischen Forschung: Die entscheidende Stelle im Testament heißt:<br />
„Seit 60 Jahren begleite ich nun den Weg der Theologie, besonders auch der Bibelwissenschaften, und habe mit den wechselnden Generationen unerschütterlich scheinende Thesen zusammenbrechen sehen, die sich als bloße Hypothesen erwiesen: die liberale Generation (Harnack, Jülicher usw.), die existenzialistische Generation (Bultmann usw.), die marxistische Generation“.</p>
<p>5. <em>Scheinheilig: Er habe die Theologie &#8222;BEGLEITET&#8220;</em><br />
Man müsste bald jedes Wort dieses Textes voller Verachtung für die moderne Theologie analysieren. Werden das die katholischen Theologen tun?<br />
Nur so viel, um der Klarheit und Wahrheit willen:<br />
Ratzinger hat den Weg der Theologie nicht, wie er schreibt, „begleitet“, Begleiten ist ein freundliches, dialogisches Miteinander. Dazu war Ratzinger/Benedikt nur mit seinen Schülern und Getreuen in der Lage. Sonst hat er anders denkende Theologen bestraft, ausgegrenzt, im Leben gestört und verstört. Er war als Büro-Chef der Glaubensbehörde wirklich ein Panzer Kardinal, wie man in Frankreich sagte. Der brasilianische Theologe Leonardo Boff sagte 2010: „Während seiner mehr als zwanzigjährigen Zeit als Leiter der Glaubenskongregation hat Ratzinger mehr als hundert Theologen verurteilt. Die Befreiungstheologie hat er nie verstanden, viele Bischofskonferenzen unterzog er einer strengen Kontrolle.“(Quelle:Süddeutsche Zeitung 18.4.2010)<br />
Ratzinger hat den Weg der (katholischen) Theologie total bestimmt. Dann scheinheilig von „Begleiten“ zu sprechen, ist wieder diese bekannte sanfte, verschleiernde Herrschaftssprache. Begleiten: Was für ein Euphemismus, was für eine Lüge.<br />
Dann sind auch kaum erträglich die Behauptungen, er hätte auch die Bibelwissenschaften begleitet. Nein, von der umfassenden historisch-kritischen Bibelwissenschaft, die als Theologie-Wissenschaft selbstverständlich unabhängig von der Kirchenführung forscht, wollte Ratzinger/Benedikt XVI. nicht viel wissen. Benedikt XVI. hat zwar Bücher über das Leben Jesu Christi geschrieben, aber dies sind fromme Meditationen, die dem Standard der Bibelwissenschaft nicht entsprechen, das ist allgemeine Überzeugung der tatsächlichen Bibel-Wissenschaftler an den Universitäten.<br />
Die von Benedikt kritisierten liberalen Theologen haben weitgehend eben keine Hypothesen veröffentlicht, wie er behauptet, sondern den Boden bereitet für eine Bibelwissenschaft, die den Namen verdient. Und was wäre denn schlimm, wenn Wissenschaftler Hypothesen schreiben? Ist das nicht ihr Beruf? Aber Ratzinger/Benedikt XVI. liebte nur die totale eingemauerte Sicherheit. Auch „der Marxismus“ wird selbstverständlich von ihm pauschal abgelehnt, auch er gehöre zu einem Gewirr der Hypothesen meint der Testament-Schreiber. Er denkt wohl an Befreiungstheologen, wie etwa Leonardo Boff aus Brasilien, den Ratzinger verurteilte. Boff wie andere bedienten sich der Gesellschaftsanalyse von Marx, ohne den Marxismus -Leninismus auch nur entfernt hochzuschätzen. Aber das sah der bayerische Theologe Ratzinger nicht so. Er hielt sich lieber an Reagans Wahn des „Antikommunismus“, und schickte seinen Freund Papst Johannes Paul II. zum offiziellen Besuch des Diktators und Massenmörders General Pinochet nach Chile…</p>
<p>6. <em>DIE eine theologische Vernunft gibt es nicht</em>.<br />
Nach dieser erwartbaren Verurteilung der Suche nach Erkenntnis in Theologien und Sozialwissenschaften (dort werden bekanntlich Denkansätze von Marx heute rezipiert), schließt der Testament-Schreiber mit seiner Grundüberzeugung: DIE Vernunft des Glaubens tritt nun hervor! Als gäbe es nur eine einzige Vernunft im Glauben. Aber Ratzinger/Benedikt XVI. glaubte immer, dass DIE EINE offizielle vatikanische Klerus-Vernunft DIE christliche Vernunft schlechthin ist. Eigentlich eine These, die kein ernstzunehmender Theologe und Philosoph verteidigen kann. Diese letzten Sätze zeigen, wie begrenzt schon das Denken dieses Papstes im Jahr 2006 war!</p>
<p>7. <em>Der starke Leib Christi</em>.<br />
Die „Mängel der Kirche“ werden ultrakurz angesprochen, aber sind es Mängel der Kirchenleitung, des Klerus, oder Mängel von wem? Das wird verschwiegen. Nur das mutige Bekenntnis wird vorgebracht: „Die (katholische) Kirche ist der Leib Jesu Christi.“ Nur sie, oder auch die evangelische Kirche? Dazu schweigt das Testament! Ratzinger hielt ja bekanntlich die evangelischen Kirchen für &#8222;Gemeinschaften&#8220;, nicht für Kirchen.<br />
Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) sprach eher vom „wandernden Volk Gottes in der Geschichte“, also von einer Gemeinschaft der Suchenden und Fragenden, aber davon spricht der Testament-Schreiber nicht. Ein Leib hat ein Haupt, und dieses Haupt ist nicht nur Christus, sondern eben der alles bestimmende Papst.</p>
<p>8.  <em>Putin hat &#8222;absolut ausnahmsweise&#8220; einmal recht</em>. Peinlich ist sein Beileid zum Tod Benedikt XVI. trotzdem!<br />
Es ist schon so, dass &#8222;absolut ausnahmsweise (!!)&#8220; einmal Putin recht hat, wenn er zum Tod von Papst Benedikt XVI. schreibt: „Benedikt XVI. war ein überzeugter Verteidiger traditioneller christlicher Werte“ (Tagesspiegel, 2.1.2023, Seite 5). Der Kriegsherr und Diktator Putin kondoliert zum Tod von Papst Benedikt: Eine Friedensbotschaft ist das wohl nicht. Aber Putins Worte hätte Patriarch Kyrill von Moskau nicht besser sagen können, ist doch auch er, wie er sagt, „ein Verteidiger traditioneller christlicher Werte“… Eine ökumenische Gemeinschaft also der &#8222;Verteidger traditioneller Werte&#8220;&#8230;</p>
<p>Putin hat leider ausnahmsweise recht: Benedikt XVI. war durch und durch selbst traditionell: Er hat den Klerus als absoluten Mittelpunkt der Kirche gesehen; er hat die völlige Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche verhindert; er war ein Feind der Segnung von Partnerschaften und Ehen Homosexueller; er hat alles getan, um Schwangerschaftsabbrüche per Gesetz zu verhindern; er war gegen die Selbstbestimmung des einzelnen im Fall schwerer Krankheit (Euthanasie); er hat Demokratie als Lebensform und Strukturprinzip der Kirche abgelehnt; er hat die Menschenrechtserklärung der UNO nicht unterschrieben; er wollte AIDS mit Gebeten und Keuschheitsgelübden besiegen und so weiter. Ratzinger/Benedikt XVI. war entschieden antimodern.<br />
Putin hat also leider recht. Ratzinger war ein „überzeugter Verteidiger traditioneller christlicher Werte“. Er war wohl auch ein etwas verkappter Traditionalist. Sonst hätte er sich nicht so liebevoll um die Versöhnung mit den traditionalistischen und oft antisemitischen Pius-Brüdern bemüht. <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/als-kardinal-ratzinger-publizierte-in-rechtsextremem-verlag-1.396620">LINK</a>. Das alles wurde auch in den Texten des Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salons dokumentiert! <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1382_benedikt-xvi-ist-politisch-rechtslastig-religionskritische-perspektiven-zu-joseph-ratzinger_benediktxvi">LINK.</a></p>
<p>9.<em> Lassen wir ihn ruhen&#8230; es gibt Dringenderes.</em><br />
Lassen wir diesen Papst als Traditionalisten also ruhen, verzeihen wir ihm seine hübschen roten Schuhchen, sein Winterumhang, die Mozetta, die mit Hermelinpelz umrandet ist, seine Privilegien, sein Residieren im Palast, so &#8222;passend&#8220; für den Nachfolger des armen Jesus von Nazareth…<br />
Soll er die Katholiken und die Welt doch bloß post mortem in Ruhe lassen… Wird er aber nicht, dafür sind seine ebenso traditionalistischen Freunde unter den Kardinälen längst am „Start“.</p>
<p>10. <em>Ein Testament, das von Geld spricht</em><br />
Testamente enthalten üblicherweise auch Hinweise zum Vermögen, also zum Finanziellen. Vom Geld aber wird in diesem Testament geschwiegen. Es nennt sich ja auch nur ein „geistliches“ Testament. Aber so ein bißchen Geld wird doch ein Ex-Papst noch gehabt haben, bekanntlich hat Papst Franziskus oft aus seinem Privat-Vermögen für Arme gespendet. Kardinal Marx von München hat kürzlich ganz  locker 500.000 Euro (sic) aus seinem Privatvermögen in eine soziale Stiftung gegeben. Seien wir also gespannt auf eine weitere Eröffnung eines Ratzinger Testaments, das auch vom Geld spricht. Aber bitte keine hohen Erwartungen: Über privates Geld wird von Kardinälen im Vatikan (und anderswo) eher nicht gesprochen.</p>
<p>11.<br />
Das „geistliche Testament“ Benedikt XVI.: <a href="https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2022-12/papst-benedikt-xvi-geistliches-testament-wortlaut-deutsch.html">LINK</a>:</p>
<p>12.</p>
<p>Kritische Stimmen zu Benedikt XVI./Joseph Ratzinger: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15692_kritische-stimmen-zu-benedikt-xvi-ratzinger-wird-er-von-allen-nur-noch-gelobt-und-gepriesen-gibt-es-noch-vernuenftige-kritik_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff wurde von Kardinal Ratzinger ausgegrenzt und bestraft, er ist einer der kreativen katholischen Theologen geblieben. was sagt Leonardo Boff zum Tod Benedikt XVI:? <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_aktuelle-buchhinweise/theologische-buecher">LINK</a>.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15661_das-geistliche-testament-von-benedikt-xvi-bestimmt-von-angst-polemik-und-scheinheiligkeit_benediktxvi">Das geistliche Testament von Benedikt XVI., bestimmt von Angst, Polemik und Scheinheiligkeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, ist gestorben (31.12.2022): Der selbsternannte „Mitarbeiter der Wahrheit“ belehrt die Welt und die Kirche nicht mehr.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/15638_benedikt-xvi-joseph-ratzinger-ist-gestorben-31-12-2022-der-selbsternannte-mitarbeiter-der-wahrheit-belehrt-die-welt-und-die-kirche-nicht-mehr_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2022 12:58:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[alle loben Benedikt XVI. ohne sein Werk zu kennen]]></category>
		<category><![CDATA[Bendikt 16. kritisch betrachtet]]></category>
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		<category><![CDATA[Benedikt XVI verstorben]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. kritisieren]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. und Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[der reaktionäre Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[die große Bestattung als katholische show]]></category>
		<category><![CDATA[die großen Fehler von Papst Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[die negative Bilanz von Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik an Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Lobeshymnen auf Benedikt 16.]]></category>
		<category><![CDATA[Modehn über Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[nicht nur Lobeshymen auf Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Benedikt XVI. war für Kirchen eine Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Johannes Paul II. lebte von den Ideen Ratzingers]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger als Chef der Glaubensbehörde]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger als zweiter Papst neben Johannes Paul II.]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger hat seit 1982 die Kirche geprägt]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger regierte die Kirche seit 1982 als Chef der Glaubensbehörde]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger seit 1982 als ein zweiter Papst neben Papst Johannes Paul II]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsphilosophischer Salon über Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[traurig sein wegen Benedikt XVI. Tod?]]></category>
		<category><![CDATA[was bleibt von Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[wer kritisiert noch Benedikt XVI:]]></category>
		<category><![CDATA[wie viel hat Benedikt XVI falsch gemacht?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 31.12.2022. Zum &#8222;geistlichen Testament&#8220; Benedikt XVI.,  am 31.12.2022 im Vatikan veröffentlicht: LINK Ratzinger verstand sich als Kardinal wie als Papst als oberste kirchliche &#8222;Reinigungskraft&#8220; (von &#8222;Säuberung&#8220; sprach er klugerweise nicht). LINK Der konservative Ratzinger war mit dem theologisch sozusagen noch konservativeren Kardinal Alfred Bengsch (Berlin) befreundet, das sagte Ratzinger [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15638_benedikt-xvi-joseph-ratzinger-ist-gestorben-31-12-2022-der-selbsternannte-mitarbeiter-der-wahrheit-belehrt-die-welt-und-die-kirche-nicht-mehr_benediktxvi">Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, ist gestorben (31.12.2022): Der selbsternannte „Mitarbeiter der Wahrheit“ belehrt die Welt und die Kirche nicht mehr.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 31.12.2022.</p>
<p>Zum &#8222;geistlichen Testament&#8220; Benedikt XVI.,  am 31.12.2022 im Vatikan veröffentlicht: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15661_das-geistliche-testament-von-benedikt-xvi-bestimmt-von-angst-polemik-und-scheinheiligkeit_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>Ratzinger verstand sich als Kardinal wie als Papst als oberste kirchliche &#8222;Reinigungskraft&#8220; (von &#8222;Säuberung&#8220; sprach er klugerweise nicht). <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>Der konservative Ratzinger war mit dem theologisch sozusagen noch konservativeren Kardinal Alfred Bengsch (Berlin) befreundet, das sagte Ratzinger 1977. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13927_kardinal-alfred-bengsch-ein-bischof-von-berlin-der-theologische-mauern-errichete-im-osten-wie-im-westen_aktuelle-buchhinweise/theologische-buecher">LINK</a></p>
<p><em>Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie ist immer auch Religionskritik. Deren Maßstab ist keine dogmatische Kirchenlehre, sondern die sich selbst reflektierende kritische Vernunft, verpflichtet den universal geltenden Menschenrechten. Religionskritik ist immer auch Kirchen-Kritik. Sie ist deutlicher und präziser als die katholische Theologie, weil diese Theologie </em><em>immer noch abhängig ist von der Hierarchie.</em></p>
<p>1. <em>Was bleibt von Papst Benedikt XVI.?</em><br />
Die Frage ist zentral und entscheidend: Was hat der „große“ Theologieprofessor Joseph Ratzinger, Erzbischof, Kardinal, Chef der obersten Glaubensbehörde, enger Freund und ständiger theologischer Berater von Papst Johannes Paul II, dann als Papst Benedikt XVI., bewirkt? Hat er vielleicht sogar eine weltpolitische Bedeutung? Welche Impulse für die christliche Welt hat er gesetzt? Auf welchen Weg hat er die katholische Kirche geführt?</p>
<p><strong>Man vergesse nicht, de facto hat Joseph Ratzinger, seit 1982 im Vatikan, die katholische Kirche geprägt, beherrscht, bestimmt, förmlich als &#8222;theologischer Zweit-Papst&#8220; an der ständigen Seite von Papst Johannes Paul II.  Ratzinger war seit 1982 als Kardinal Büro-Chef der alles entscheidenden vatikanischen Glaubensbehörde. Ratzinger hat also den Weg der römischen Kirche viele Jahre, seit 1982, bestimmt, und nicht erst seit 2005, dem Jahr seiner Wahl zum Papst.</strong></p>
<p>Die vielen Bücher und Vorträge Ratzingers werden (nur) den Kreis konservativer Theologen erfreuen. Diese Texte sind Ausdruck einer eurozentrischen, ganz auf die Bewahrung des &#8222;traditionell Römisch-Katholischen&#8220; gerichteten Theologie. Theologie als freie und unabhängige Wissenschaft gab es für Ratzinger/Benedikt XVI. nicht.</p>
<p>2. <em>Benedikt XVI. wollte die klerikale Macht: „Klerus zuerst“</em><br />
Diese Frage ist die entscheidende Frage: Benedikt XVI., als der Theologe Joseph Ratzinger, hat die katholische Kirche immer als Klerus-Herrschaft verstanden und verteidigt: „Der Klerus zuerst“ war seine Devise, auch bei allen seinen Vertuschungen sexuellen Missbrauchs durch Priester. Von denen er wusste, <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14481_sexueller-missbrauch-der-unbekannte-priester-peter-h_denken-und-glauben">LINK</a>, die Tatsache aber lange leugnete&#8230;.Die hierarchische Struktur der Klerus-Kirche war ihm heilig, er glaube das wirklich: Diese klerikale Männerhierarchie ist tatsächlich von Gott selbst so gewollt.<br />
Diese Überzeugung würde jeder nachdenkliche Mensch fundamentalistisch nennen: Darf man es Wahn nennen: „Gott selbst will diesen (angeblich zölibatären) Klerus“. Benedikt XVI. als Theologe Joseph Ratzinger, liebte diese Welt der Männer, d.h. der Kardinäle, Bischöfe etc., diese Bevorzugten und Gott-Erwählten, die in ihrer Herrschaft aber von keinem untergeordneten Laien gewählt wurden, sondern sich selbst wählten, ernannten, hofierten, bekämpften und jetzt wieder bekämpfen.</p>
<p><em>Ergänzung am 13.1.2023:</em> Siehe das neue international verbreitete Buch von dem Liebling Ratzingers/Benedikt XVI. Erzbischof Georg Gänswein, der bescheidene Titel &#8222;Nichts als die Wahrheit&#8220;. So wird auch dieser &#8222;päpstliche Hof&#8220; (angeblich von Gott selbst so gewollt) wie schon der britische Hof zum Dauer &#8211; Thema der Klatschpresse&#8230; Und der Glaube geht dabei verloren. Klatsch und Tratsch der Hierarchie werden wichtiger als der einfache humane und solidarische Glaube im Sinne Jesu von Nazareth.</p>
<p><em>Benedikt XVI. als Kardinal hatte sich das Motto ausgesucht: Cooperatores veritatis: Mitarbeiter DER Wahrheit.</em> Nicht etwa: Mitarbeiter Jesu Christi. Nein, es musste schon DIE Wahrheit sein, die er und nur er förmlich internalisiert hatte (um nicht zu sagen durch das exzessive Studium der Bücher seines Lieblings-Theologen Augustinus „gefressen“ hatte).</p>
<p>3. <em>Was und wen Benedikt XVI. /Joseph Ratzinger/ ausgelöscht hat</em><br />
Vernichtet hat er zusammen mit Johannes Paul II.weite Bereiche der Befreiungstheologien, vernichtet hat er viele kritische katholische TheologInnen; vernichtet hat er mit seiner Wahrheit die Zuversicht der katholischen Frauen, gleichwertige TeilhaberInnen in den Ämtern der Kirche zu werden; vernichtet hat er jegliche ökumenische Zukunft als Feier des gemeinsamen Abendmahls von Katholiken und Protestanten. Vernichtet er hat die kritischen Basisgemeinden Lateinamerikas, hingegen die neuen geistlichen theologisch sehr konservativen Bewegungen (Neokatechumenale, Opus Dei, Legionäre Christi, Charismatiker usw.) hat er unterstützt.<br />
Nur den reaktionären orthodoxen Popen und Exarchen und Patriarchen war er sehr wohl gesonnen, diese eher nationalistischen und reaktionären Kirchenführer wollte er mit Rom versöhnen. Gott sei Dank gelang ihm das nicht, sonst wäre jetzt vielleicht der Putin-Ideologe und Kriegstreiber Patriarch Kyrill I. ständiger Berater auch im Vatikan.</p>
<p>Die Liste der theologischen Irrtümer dieses Papstes Benedikt XVI: alias Joseph Ratzinger ist lang. Das meiste ist längst gesagt worden, auch auf dieser website.</p>
<p>4. <em>Vernünftig war sein Rücktritt als Papst (aber er hätte gar nicht zum Papst erst gewählt werden sollen)</em><br />
Gelobt werden muss als seine vernünftige Tat der Rücktritt als Papst im Jahr 2013. Aber der Emeritus zog sich nicht als Eremit in die schönen Dörfer Oberbayerns zurück, sondern er wohnte als eine immer wieder von reaktionären Klerikern hofierte päpstliche Autorität dicht im Vatikan als Nachbar von Papst Franziskus. Das Wort „Gegenpapst“ wagte kaum jemand auszusprechen.</p>
<p>5. <em>Bleibt der Katholizismus klerikal, antidemokratisch, Frauen ausgrenzend usw.?</em><br />
Ist der Katholizismus denn nun &#8211; unter dem angeblich progressiven Papst Franziskus &#8211; etwas weniger klerikalisiert, ist er menschlicher, jesuanischer, geschwisterlicher geworden? Haben die Herren im Klerus ihre totale Macht über die Kirche abgelegt? Leider nein.<br />
Die Herren glauben offenbar allen Ernstes nach wie vor: Der liebe Gott im Himmel hat die römische Kirche, so wie sie ist, gewollt. Und kein protestantischer Theologe schreit laut auf und ruft nach Rom oder Limburg oder Köln usw…: Liebe Brüder, kommt zur kritischen Vernunft! Ihr braucht einen zweiten Luther!<br />
Und man bedenke weiter: Diese totale Klerus-Fixierung der Kirchenführung, auch die explizite Ablehnung von Demokratie als Gestaltungsprinzip der Kirche, haben zu der Austrittswelle aus der Kirche entschieden beigetragen. <em>Der Klerus vertreibt die katholisch Glaubenden aus der Kirche, das ist eine Tatsache.</em><br />
Die Bilanz der Regierung von Papst Benedikt XVI. fällt also, wenn man ehrlich ist und kritisch, sehr negativ aus, oder positiv, wenn man sich an der Schwächung der römischen Kirche wegen Mitgliederschwund erfreut…</p>
<p>6. <em>Das große Bestattungs-Spektakel, life übertragen in alle Welt, die deswegen so traurig erscheinen muss. </em><br />
Die Trauer über den Tod von Joseph Ratzinger sollte also sehr begrenzt sein.<br />
Aber man ahnt schon, welch ein Aufwand wieder betrieben wird, um Benedikt/Ratzinger mit allem klerikalen Pomp zu verabschieden. Die Flugzeuge aus aller Welt werden überfüllt nach Rom einfliegen, warme Worte, unkritisch, werden gesprochen.</p>
<p>So werden einige nachdenkliche Theologen und Philosophen vor allem über diesen klerikalen Zustand der römischen Kirche trauern.  Aber die große weite Welt der politischen und religiösen Repräsentanten wird noch einmal Tage lang, einige Frauen sicher mit Pleureusen, den „deutschen Papst“ noch einmal &#8211; und sich selbst &#8211; feiern. Kritische Stimmen zu Benedikt XVI./Ratzinger <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15692_kritische-stimmen-zu-benedikt-xvi-ratzinger-wird-er-von-allen-nur-noch-gelobt-und-gepriesen-gibt-es-noch-vernuenftige-kritik_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>LINKS:<br />
&#8222;Papst Benedikt XVI./Ratzinger/ ist politisch rechtslastig&#8220;: LINK</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="0CdDj0huYE"><p><a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1382_benedikt-xvi-ist-politisch-rechtslastig-religionskritische-perspektiven-zu-joseph-ratzinger_benediktxvi">Benedikt XVI. ist politisch “rechtslastig”  – Religionskritische Perspektiven zu Joseph Ratzinger</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Benedikt XVI. ist politisch “rechtslastig”  – Religionskritische Perspektiven zu Joseph Ratzinger&#8220; &#8212; Religionsphilosophischer Salon" src="https://religionsphilosophischer-salon.de/1382_benedikt-xvi-ist-politisch-rechtslastig-religionskritische-perspektiven-zu-joseph-ratzinger_benediktxvi/embed#?secret=wWmNWGM9Qa#?secret=0CdDj0huYE" data-secret="0CdDj0huYE" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Dieser Papst versteht sich oberste theologische Reinigungskraft: LINK</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="c5ZFAtoWqG"><p><a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi">Ratzinger/Ex-Papst Benedikt: Die gescheiterte oberste Reinigungskraft</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Ratzinger/Ex-Papst Benedikt: Die gescheiterte oberste Reinigungskraft&#8220; &#8212; Religionsphilosophischer Salon" src="https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi/embed#?secret=FHUxJYw2vs#?secret=c5ZFAtoWqG" data-secret="c5ZFAtoWqG" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Kardinal Sarah, Liebling von Papst Benedikt XVI.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="4uN0grnWe8"><p><a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/7011_nichts-als-polemik-und-hass-absonderliche-stellungnahmen-des-aus-guinea-stammenden-kurien-kardinals-robert-sarah-auf-der-roemischen-bischofssynode_religionskritik">Kardinal Sarah: Über den Liebling von EX-Papst Benedikt</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Kardinal Sarah: Über den Liebling von EX-Papst Benedikt&#8220; &#8212; Religionsphilosophischer Salon" src="https://religionsphilosophischer-salon.de/7011_nichts-als-polemik-und-hass-absonderliche-stellungnahmen-des-aus-guinea-stammenden-kurien-kardinals-robert-sarah-auf-der-roemischen-bischofssynode_religionskritik/embed#?secret=5NShm66ku8#?secret=4uN0grnWe8" data-secret="4uN0grnWe8" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p><strong>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15638_benedikt-xvi-joseph-ratzinger-ist-gestorben-31-12-2022-der-selbsternannte-mitarbeiter-der-wahrheit-belehrt-die-welt-und-die-kirche-nicht-mehr_benediktxvi">Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, ist gestorben (31.12.2022): Der selbsternannte „Mitarbeiter der Wahrheit“ belehrt die Welt und die Kirche nicht mehr.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der unbekannte (?) Priester Peter H.(ullermann)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/14481_sexueller-missbrauch-der-unbekannte-priester-peter-h_denken-und-glauben</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jan 2022 15:08:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Gutachten zum sexuellen Missbrauch durch Priester in München]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch durch Priester Peter H.]]></category>
		<category><![CDATA[Peter H. ist Peter Hullermann]]></category>
		<category><![CDATA[Peter H. Priester]]></category>
		<category><![CDATA[sexueller Missbrauch durch Priester in München]]></category>
		<category><![CDATA[Wer ist der Priester Peter H.?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sexueller Missbrauch: Der unbekannte (?) Priester Peter H.(ullermann). Ein Hinweis von Christian Modehn, am 23.1.2022 Die Studie über den sexuellen Missbrauch durch Priester im Erzbistum München- Freising, veröffentlicht am 20.1.2022 in München, erstaunt mich auch hinsichtlich der Geheimhaltung des Namens eines in dem &#8222;Gutachten&#8220; oft erwähnten Priesters. Er wird in der Presse (wie etwa in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14481_sexueller-missbrauch-der-unbekannte-priester-peter-h_denken-und-glauben">Der unbekannte (?) Priester Peter H.(ullermann)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sexueller Missbrauch: Der unbekannte (?) Priester Peter H.(ullermann).</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, <strong><em>am 23.1.2022</em></strong></p>
<p>Die Studie über den sexuellen Missbrauch durch Priester im Erzbistum München- Freising, veröffentlicht am 20.1.2022 in München, erstaunt mich auch hinsichtlich der Geheimhaltung des Namens eines in dem &#8222;Gutachten&#8220; oft erwähnten Priesters. Er wird in der Presse (wie etwa in der SZ am 22.1.2022, Seite 2) nur geheimnisvoll Peter H. genannt. Er spielt eine sehr zentrale Rolle für die Frage: Was wusste Erzbischof Ratzinger von München, als er Peter H. in sein Bistum aufnahm? Machte sich Ratzinger schuldig, einen schon damals bekannten Missbrauchstäter in sein Bistum auzunehmen? Bisher will EX-Papst Benedikt davon nichts gewusst haben bzw. damit nichts zu tun zu haben. &#8222;Schuld&#8220; hat, wie üblich in hierarchischen Systemen, ein Untergebener, der damalige Generalvikar, übernommen.</p>
<p>ABER: Man muss nur das Buch des Vatikan-Spezialisten Marco Politi lesen „Benedikt. Krise eines Pontifikats“ (auf Italienisch 2011, auf Deutsch 2012), um schnell die Identität von Peter H. festzustellen.</p>
<p>Auf Seite 343 ff. der deutschen Ausgabe von Politis Buch wird klar von <em>Peter Hullermann</em> gesprochen, übrigens auch mit einem Verweis auf einen Bericht im &#8222;Spiegel&#8220; vom 22.3.2010. Politi bezieht sich auf den Übergang des Kaplans Peter Hullermann von seinem Heimatbistum Essen ins Erzbistum München, dieser Übergang wurde am 15.1. 1980 in München beschlossen. Damals war Ratzinger Erzbischof von München.</p>
<p>Der Klarname von Pfarrer Peter H., also Peter Hullermann, wird auch in der umfangreichen Studie des us-amerikanischen Info-Dienstes <em>Alchetron.com</em> verwendet. https://alchetron.com/Peter-Hullermann</p>
<p>Und auch die englische Wikipedia bietet einen Peter Hullermann Beitrag <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Hullermann">https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Hullermann</a></p>
<p>Hat die deutsche Presse Angst vor Klarnamen?</p>
<p><em>Als background für Austrittswillige:</em> Wer aus der katholischen Kirche austritt, der ist vom ewigen Heil ausgeschlossen, das behauptet noch, kaum zu glauben, das 2. Vatikanische Konzil. LINK: https://religionsphilosophischer-salon.de/14529_wer-aus-der-katholischen-kirche-austritt-achtung-da-passiert-was-himmlisches_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</p>
<p>copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14481_sexueller-missbrauch-der-unbekannte-priester-peter-h_denken-und-glauben">Der unbekannte (?) Priester Peter H.(ullermann)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die katholische Kirche ist am Ende</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/14467_die-katholische-kirche-ist-am-ende_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 22:11:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Die katholische Kirche ist am Ende]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Lehre reduzieren]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Ratzinger korrupt]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption im Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauchgutachten in München]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal für Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[viel zu viele Dogmen im Katholizismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 21.1.2022 Schon 2019 habe ich darauf hingewiesen, dass die römisch katholische Kirche de facto am Ende ist. D.h. : Sie kann institutionell zwar noch fortbestehen, weil es noch sehr viele Festangestellte gibt, die sich zur Kirche nach außen hin bekennen müssen. Aber innerlich &#8222;bewegt&#8220;, geschweige denn vernünftig überzeugt, sind [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14467_die-katholische-kirche-ist-am-ende_aktuelles">Die katholische Kirche ist am Ende</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 21.1.2022</p>
<p>Schon 2019 habe ich darauf hingewiesen, dass die römisch katholische Kirche de facto am Ende ist. D.h. : Sie kann institutionell zwar noch fortbestehen, weil es noch sehr viele Festangestellte gibt, die sich zur Kirche nach außen hin bekennen müssen. Aber innerlich &#8222;bewegt&#8220;, geschweige denn vernünftig überzeugt, sind wohl die wenigsten.</p>
<p>Es ist der Ballast der KirchenLEHRE, es sind die Dogmen, die Gesetze, die das spirituelle Leben behindern. Diese Lehren und Gesetze treiben die Gläubigen aus der Kirche. Vor allem  Abergläubische und Wundergläubige (Verehrung heiliger Knochen (Reliquien), heiliger Wasser, &#8222;Heiliger Väter&#8220; etc.) bleiben noch in dieser Institution. <em>Über die umfassende Reduzierung der Lehre, der Dogmen, wäre endlich zu sprechen! Zum Beispiel: Weg mit dem Dogma von der Erbsünde. </em></p>
<p>Aber es wird immer noch kleine fundamentalistische Gruppen geben, die sich gern dem Klerus unterwerfen. Diese Kreise meinen, Jesus von Nazareth selbst habe diese Kirche, so, wie sie ist, begründet und damit auch den Männer-Klerus als ewige Institution gewollt. Aber solche Überzeugungen und fundamentalistischen Bibelinterpretationen in katholischen Kreisen werden in Europa und Amerika minoritärer werden, aber sie bleiben einflussreich im Vatikan usw.</p>
<p>Die vielen Skandale zur Korruption des Klerus (sexueller Missbrauch, Bereicherung etc.) führen über die Kirchenaustritte zur <em>globalen Veränderung des religiösen Bewusstseins,</em> ein Thema, das genauso wichtig ist wie die Korruption des Klerus , der Korruption &#8230; bis hin zum &#8222;Ex-Papst&#8220;, der bald endlich ein Ex-Ex-Papst sein sollte.</p>
<p>Warum haben die Kardinäle eigentlich 2005 einen solchen &#8222;Typen&#8220;, salopp gesagt, zum Papst gewählt? Dachten sie auch so wie er? Wahrscheinlich.</p>
<p>Ich empfehle meinen Beitrag zur Debatte: &#8222;Die Katholische Kirche ist am Ende&#8220;. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11496_die-katholische-kirche-ist-am-ende-nicht-nur-wegen-des-missbrauchs-sie-klammert-sich-an-ein-vergangenes-weltbild_befreiung">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14467_die-katholische-kirche-ist-am-ende_aktuelles">Die katholische Kirche ist am Ende</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Armin Laschet, ein katholischer Politiker und Opus-Dei-Versteher&#8230;</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/13239_armin-laschet-ein-katholischer-politiker-und-opus-dei-versteher_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 10:09:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Lasche et Opus dei]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet and Opus dei]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet catolico]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet der Katholik]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet und Opus Dei]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet und seine Opus Dei Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Laschet y opus Dei]]></category>
		<category><![CDATA[demo für alle]]></category>
		<category><![CDATA[der katholische Armin Laschet]]></category>
		<category><![CDATA[Druck der Katholiken auf SPD Wahlspot]]></category>
		<category><![CDATA[Grabesritter heute]]></category>
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		<category><![CDATA[Heinz Malangré der Grabesritter]]></category>
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		<category><![CDATA[Schwiegervater von Laschet ist Heinz Malangré]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD Wahlspot über Liminski zurückgezogen]]></category>
		<category><![CDATA[the catholic Armin Laschet]]></category>
		<category><![CDATA[Vater Liminiski Opus dei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, veröffentlicht am 6.2.2021. Am 12.9.2021 diese Ergänzung zu den unanständigen und würdelosen Äußerungen Laschets auf dem CSU Parteitag: LINK: Am 12.8.2021 diese Ergänzung: Die SPD hat in einem Wahl-Spot auf die spirituellen-politischen Hintergründe von Laschets engstem Mitareiter Nathanel Liminski hingewiesen (Belege dafür weiter unten). Dieser Hinweis auf religions-politische Verflechtungen Liminskis [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13239_armin-laschet-ein-katholischer-politiker-und-opus-dei-versteher_benediktxvi">Armin Laschet, ein katholischer Politiker und Opus-Dei-Versteher&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, veröffentlicht am 6.2.2021.</p>
<p><strong>Am 12.9.2021 diese Ergänzung</strong> zu den unanständigen und würdelosen Äußerungen Laschets auf dem CSU Parteitag: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14014_armin-laschets-luegen-und-sein-opus-dei_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">LINK</a>:</p>
<p><strong>Am 12.8.2021 diese Ergänzung: </strong></p>
<p>Die SPD hat in einem Wahl-Spot auf die spirituellen-politischen Hintergründe von Laschets engstem Mitareiter Nathanel Liminski hingewiesen (Belege dafür weiter unten).<br />
Dieser Hinweis auf religions-politische Verflechtungen Liminskis mit äußerst konservativen katholischen Bewegungen löste einen heftigen Druck katholischerseits (auch vom ZK der Katholiken) auf diesen SPD Wahl-Spot aus. Der Werbespot wurde von der SPD gehorsam zurückgezogen. Man will es sich nicht mit dem katholischen &#8222;Volk&#8220; nicht verderben.<br />
Dieser Rückzug der SPD erstaunt. <em>Man stelle sich vor, wie dankbar auch die katholische Öffentlichkeit gewesen wäre, hätte man bei einem der engsten Mitarbeiter eines muslimischen Politikers in Deutschland Verbindungen zu fundamentalistischen muslimischen Kreisen nach gewiesen</em>. Alle wären dankbar über so viel Aufklärung gewesen.<br />
Nur im Fall eines führenden katholischen Politikers und Opus Dei Verstehers verhält es sich anders. Hätte doch der Herr Liminski öffentlich erklären können, dass er jetzt ganz und gar nicht mit den reaktionär-katholischen Kreisen zu tun hat. Hat er aber nicht gemacht. <em>Also, Schlussfolgerung, steht er Herr Limiinski diesen Kreisen immer noch sehr nahe.</em></p>
<p><em>Am 15.7.2021 diese Ergänzung: Uns freut es sehr, dass unser kritischer Hinweis zum Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet, verfasst Anfang Februar 2021, viele tausend Klicker und hoffentlich Leser gefunden hat. Und wir hoffen, dass auf diese Weise ein kleiner Beitrag geleistet wird, dass Deutschland und der Welt Armin Laschet als Kanzler erspart bleibt!<br />
Dass Laschet jetzt mit seinen Sprüchen (&#8222;Leistung muss sich lohnen&#8220;) immer mehr ins FDP-Milieu abdriftet, macht unser Thema noch aktueller: Denn offenbar hat der Katholik und Opus-Dei-Freund Laschet mit katholischer Soziallehre nicht allzu viel im Sinn, trotz seines großen Helfers und Beraters, des &#8222;strammen&#8220; konservativen Katholiken Nathanael Liminski.</em></p>
<p>Der Pressedienst queer.de berichtet <em>am 12.7.2021</em> über eine denkwürdige Zusammenarbeit von Ministerpräsident Laschet mit dem de facto homophoben und ausländerfeindlichen Verein &#8222;DEMO FÜR ALLE&#8220;, der nun offensichtlich auf Betreiben des katholischen Poltikers Laschet und seines engsten Mitarbeiters Nathanel Liminski in den Rundfunkrat des WDR gehieft wurde. Liminski stammt aus einer Familie mit 10 Kindern, für die sich der Verein explizit einsetzt. Interessant ist, dass der katholische Politologe Manfred Spieker in diesem Verein &#8222;DEMO FÜR ALLE&#8220; führend aktiv ist &#8230; und Spieker ist zudem Mitglied des Opus Dei und Autor der katholischen Monatszeitschrift &#8222;Herder-Korrespondenz&#8220;. <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=39438"> LINK</a><br />
Kenner wissen natürlich, dass der Titel &#8222;<em>Demo für alle</em>&#8220; dem Vorbild des reaktionären Flügels im französischen Katholizismus folgt. Dort gabe es 2013 Demonstrationen gegen das Gesetz &#8222;Ehe für alle&#8220;, diese Demos, genderfeindlich und homophob und klerikal, hieß &#8222;Manif pour tous&#8220;, die &#8222;Demo für alle.&#8220;</p>
<p>1.<br />
Für Armin Laschet, den CDU Vorsitzenden, ist „C“ wohl eher ein „K“ im Sinne von „Katholisch“, und zwar deutlich konservativ katholisch. Doppel „K“, KKDU also. Wir werden sehen, falls Laschet denn Kanzler wird, was nicht auszuschließen ist, welche Minister er einstellt, etwas liberale und etwas links Denkende werden es sicher nicht sein. Dafür wird schon sein engster Mitarbeiter sorgen, Nathanael Liminksi, jetzt noch in Düsseldorf. Er gehört zum sehr konservativen, man möchte sagen militanten Flügel im deutschen Katholizismus und der CDU. Dies muss wohl so sein, bei dem überaus katholisch-eifrigen Vater Jürgen Liminski, der ganz offen dem Geheimclub „Opus Dei“ angehört und für die sehr rechtslastige Zeitung „Junge Freiheit“ über Catholica schreibt oder die reaktionäre Kirchenzeitung &#8222;DER FELS&#8220;. Es wird sich zeigen, ob Nathanael Liminski dann seinem Vater folgt und die „Neue Rechte“ unter Laschet als Kanzler durchsetzt…</p>
<p>2.<br />
Dass Armin Laschet aus einem tiefen katholischen Milieu in Aachen stammt, ist bei vielen Bürgern eher „im allgemeinen“ etwas bekannt.</p>
<p>3.<br />
Es lohnt sich aber für alle Interessierten, zum Thema „Der Katholik Armin Laschet“ Details zu studieren, freizulegen und öffentlich zu machen. Hier nur ein erster Ansatz, der von Journalisten fortgesetzt werden sollte, die noch ein Interesse an Recherche und Investigation bewahrt haben.</p>
<p>4.<br />
Der „Religionsphilosophische Salon“ muss sich mit diesem Thema („Laschet“) befassen, weil Religionskritik zweifelsfrei zum Kern der Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie gehört.Und Religionskritik muss immer auch bezogen sein auf aktuelle Ereignisse, genau dann, wenn ein mit dem sehr konservativen katholischen Milieu verbundener Politiker, wie Herr Laschet, immer mächtiger wird…</p>
<p>5.<br />
Armin Laschet wurde 1961 in der Nähe von Aachen als Sohn eines Steigers geboren. Über den Katholizismus von Laschets Jugend schreibt „Die Welt“: „Forscht man in der frühen Lebenswelt Laschets nach, meint man schnell, sich in einem Roman von Heinrich Böll zu befinden: überlebensgroß die Kirche, überlebensgroß die Herren Honoratioren, viel Klüngel, viel Chuzpe und Schlitzohrigkeit. Sowie jede Menge Doppelmoral“. (Beitrag von Thomas Schmidt am 30.1.2021, https://www.welt.de/debatte/kommentare/article225280253/Armin-Laschet-rheinischer-Katholik-und-sanfter-Reformer.html</p>
<p>Armin Laschet heiratet Susanne Malangré, ihr Vater ist Heinz Malangré. Laschets Schwiegervater arbeitet u.a. als geschäftsführender Gesellschafter im katholischem „Einhard-Verlag“. Für ihn wird Laschet tätig. Der Verlag besteht bis heute, er gibt u.a. die katholische Kirchenzeitung fürs Bistum Aachen heraus.<br />
Heinz Malangré, Laschets Schwiegervater, war u.a.auch Vorsitzender des „Diözesanrates im Bistum Aachen“, er förderte Sozialprojekte im so genannten „Heiligen Land“ und wurde durch Kardinal Jaeger, Paderborn, innerhalb des von Laien wie Priestern geprägten „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“, zum „Großkreuzritter“ ernannt.<br />
Zu Kardinal Jaeger und dem „Ritterorden“ ist wichtig zu wissen: Jaeger leitete im November 1954 die erste Zusammenkunft aller deutschsprachigen „Statthaltereien“ der Grabesritter in Oberwald/St. Gallen. Während einer “Investiturfeierfeier“ sagte der Kardinal: „Die Spielregeln der Demokratie haben das Denken weithin verbogen.“ Es brauche „eine religiöse Führerschaft, die sich den ewigen Wahrheiten verschrieben hat.“ In der Abendländischen Aktion, die der konservativen “Abendländischen Bewegung“ nahestand, hatte Jaeger als Mitglied des Kuratoriums eine maßgebliche Funktion. (Quelle: https.//de.wikipedia.org.wiki/Lorenz_Jaeger. Zur Nazi- Vergangenheit des Kardinals und Kreuzritters hat Peter Bürger publiziert.)</p>
<p>6.<br />
Schwiegervater Heinz ist der Bruder von Kurt Malangré, Rechtsanwalt, der von 1973 bis 1989 (!) Bürgermeister in Aachen war. Und, das ist entscheidend: Von Kurt Malangré gibt das Opus Dei Deutschland in seltener Offenheit zu: Der Oberbürgermeister war seit 1955 (!) hochrangiges Mitglied des Opus Dei. Mit salbungsvollen Worten erinnert das Opus Dei an ihr prominentes Mitglied Kurt Malangré, der die Ehre hatte, sogar noch den inzwischen heilig gesprochenen Gründer dieses Geheimclubs, den „Vater“, Josefmaria Escrivá, persönlich zu sprechen. Und der gab fromme Wünsche, man sage Floskeln, weiter an die damals leidende Gattin Malangrés…<br />
LINK https://opusdei.org/de-de/article/kurt-malangre-ist-mit-84-jahren-verstorben/</p>
<p>7.<br />
Der weltweit agierende Opus Dei Geheimbund (ca. 80.000 Mitglieder) mit seiner reaktionären Theologie sowie das „Ritterliche“ der Ritterorden spielen eine Rolle in der Spiritualität des Herrn Laschet.<br />
Anläßlich des Rücktritts Benedikt XVI. vom Papstamt betonte er: „Die Schriften von Papst Benedikt XVI. würden für die Grundsatzprogrammberatung in der CDU NRWs ein &#8222;wichtige Begleiter&#8220; sein. (Quelle: WDR https://www1.wdr.de/dossiers/religion/christentum/papstruecktritt100.html).<br />
Das heißt im Klartext: Zum Grundsatzprogramm der CDU soll ein Papst mitreden, „Ultramontanismus“ nannte man das früher. Man stelle sich vor, Muslime in Deutschland würden sagen, ihre politische Haltung richten sie nach einem Mullah oder einem hochkarätigen Imam. Ein Aufschrei würde beginnen … auch in der CDU.</p>
<p>8.<br />
Über den „Fall“ Woelki schweigt NRWs Ministerpräsident Laschet, bis jetzt, diplomatisch klug, um nicht die konservativen klerikalen Katholiken und CDU Wähler in NRW zu verschrecken. (Stand 6.2.2021) „Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will sich in die Rücktrittsdebatte um den Kardinal Woelki nicht einmischen. Das sei keine Frage, die der Staat beantworten könne,“ sagte Laschet am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf.“ (Quelle<br />
https://www.katholisch.de/artikel/28098-laschet-vorwuerfe-gegen-kardinal-woelki-innerkirchlich-klaeren)<br />
Diese Zurückhaltung des Ministerpräsidenten Laschet von NRW (Düsseldorf „gehört“ zum Erzbistum Köln) ist ein gewisser Widerspruch: Denn Laschet weiß als informierter Katholik, dass doch auch ein „Laie“ sich zum Wohl der Kirche äußern darf, um das Wohl der Kirche geht es doch auch im „Fall“ Woelki.<br />
In vielen anderen „Fällen“ folgen katholische CDU Politiker gern den Weisungen der Kirche, etwa im Falle von Pro Life oder der „Homoehe“. Warum schweigt Laschet zu Woelki? Hat dies etwas mit dem Schweigen des Opus Dei zu Woelkis „Fall“ zu tun, das Opus Dei hat bekanntlich seine Deutschland-Zentrale in Köln. Oder hängt es mit dem beratenden Einfluss seines engsten Mitarbeiters in der Staatskanzlei in Düsseldorf zu tun, mit Nathanael Liminski, der dem rechten Spektrum des Katholizismus eng verbunden ist.</p>
<p>9.<br />
Über Nathanael Liminski wird wohl in den nächsten Monaten viel zu sprechen sein, wenn denn Laschet Kanzler werden sollte. Ihm wird wohl sicher ein anderer Job als der des Verkehrsministers angeboten werden… Es gibt bereits jetzt einige kritische journalistische Untersuchungen zu Nathanael Liminski, dem Sohn des schon erwähnten Opus-Dei-Mitglieds und „Junge Freiheit“ Autors Jürgen Liminski. (Ein Liminiski Artikel vom 12. Mai 2020: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2020/der-gute-ruf-2/)</p>
<p>Also zu Nathanael Liminski, einem der 10 Kinder (sic!) einer &#8222;im guten alten Sinne&#8220;, &#8222;vorbildlichen&#8220; katholischen Familie: Das einzige Buch, das von Nathanael Liminski vorliegt, hat den Titel „Generation Benedikt“, es ist nach den katholischen „Weltjugendtagen“ im Jahr 2007 erschienen, als werbender Impuls, dass junge Leute den Weisungen von Papst Benedikt XVI. doch folgen mögen…</p>
<p>Auch die SPD interessiert sich für Nathanel Liminski:<br />
„Der NRW Landesverband „SPDqueer“ macht sich Sorgen um den Einfluss eines homophoben Beraters auf den neuen CDU-Bundesparteichef Armin Laschet. Der 35-jährige Ministerialbeamte Nathanael Liminski, der als Leiter der NRW-Staatskanzlei als wichtigster Akteur im Hintergrund. Liminski<br />
war in der Vergangenheit immer wieder durch radikalreligiöse und homophobe Äußerungen aufgefallen. So hatte er etwa 2007 gegenüber dem &#8222;Spiegel&#8220; gesagt: &#8222;Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern….Mit seiner Nähe zu Nathanael Liminski begibt sich Armin Laschet in einen gefährlichen Einfluss der erzkonservativen und fundamental-christlichen Rechten. Diese ist ein aktiver Teil einer frauenfeindlichen, homophoben und rückwärtsgewandten Rollback-Bewegung&#8220;, erklärte Fabian Spies, der NRW-Landeschef von SPDqueer. …Spies äußerte die Befürchtung, dass Liminskis Einfluss noch steigen werde, je mehr Laschet in der Bundespolitik eine Rolle spiele….Im Kampf um die Ehe für alle stand Laschet stets auf der Seite der Reaktionären – und beugte dabei auch die Wahrheit: So behauptete er etwa als NRW-Oppositionsführer wiederholt, dass es im Grundgesetz ein verstecktes Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gebe und Deutschland daher am diskriminierenden Ehe-Recht festhalten müsse. Auf Druck der Laschet-CDU weigerte sich das schwarz-gelbe Nordrhein-Westfalen 2017, dem Gesetz zur Ehe für alle zuzustimmen. Quelle: https://www.queer.de/detail.php?article_id=38055 Vom 2.2.2021)<br />
Siehe auch: https://www.katholisch.de/artikel/28492-nathanael-liminski-von-der-generation-benedikt-zu-armin-laschet</p>
<p>10.<br />
Nathanael Liminski wird wegen seiner absolut diskreten Art, immer im Hintergrund, aber einflussreich, eine große Zukunft vorausgesagt. Wenn er älter wird, könnte er als Opus-Dei-Freund und Erzkatholik bald die Geschicke der Bundesrepublik in Richtung eines katholischen klerikalen Staates führen, falls dann nach all den Affären um Priester und Woelkis überhaupt noch Katholiken auffindbar sein sollten.<br />
„An Laschets Kabinettstisch in Düsseldorf ist Liminski der einzige, der gerne unsichtbar bleibt. Obwohl das achte von zehn Kindern eines ehemaligen Deutschlandfunk-Redakteurs druckreif spricht, schlagfertig ist und gewitzt, lässt er sich ungern zitieren. Unserer Redaktion stand er für dieses Porträt zwar für ein Hintergrundgespräch zur Verfügung. Aus dem Gespräch durften wir jedoch keinen einzigen Satz verwenden.(Rheinische Post, 4.9.2018)&#8230;„Keinen einzigen Satz verwenden“…. Diese Maxime kennen wir aus einer Pressekonferenz Kardinal Woelkis im Februar 2021…</p>
<p>11.<br />
Die Frage ist: Hätte es wirklich keinen anderen als Nathanael Liminski für das hohe Amt in Düsseldorf gegeben? Wenn das so ist, dann sehe ich darin nur ein Beispiel dafür, wie wenige freie Intellektuelle in der CDU überhaupt noch „vorhanden“ sind.Offenbar ist bei Laschet der Wille da, einen Opus-Dei-affinen engsten Mitarbeiter zu haben, er selbst kennt sich ja schon bei den &#8222;Grabesrittern&#8220;, familiär bedingt, gut aus&#8230;</p>
<p>12.<br />
Bleibt zu hoffen, dass der Politik in Deutschland ein Erzkatholik Nathanael Liminski erspart bleibt. Klerikalistische Politik brauchen wir nicht, schon gar nicht eine vom Opus-Dei ferngesteuerte Politik.<br />
Dies ist selbstverständlich eine Meinungsäußerung.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13239_armin-laschet-ein-katholischer-politiker-und-opus-dei-versteher_benediktxvi">Armin Laschet, ein katholischer Politiker und Opus-Dei-Versteher&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neues von den Legionären Christi: Der Nachwuchs im Orden bleibt aus&#8230; und die alten Freunde des Gründers sind aktiv&#8230;</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/13698_neues-von-den-legionaeren-christi-der-nachwuchs-im-orden-bleibt-aus-und-die-alten-freunde-des-gruenders-sind-aktiv_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jun 2021 14:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Legionäre Christi - Kritische Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[60 mal sexueller Missbrauch von Pater Maciel Legionär Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Bernardo Barranco]]></category>
		<category><![CDATA[Cristian Borgono]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen der Legionäre Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Modehn und Legionäre Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Neues von den Legionären Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten Legionäre Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Nuntius in Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Marcial Maciel]]></category>
		<category><![CDATA[Roberto Blancarte Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung der legionäre Christi in Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot für die Legionäre Christi]]></category>
		<category><![CDATA[war Pater Maciel ein Verbrecher? Warum wird der Orden der Legionäre Christi nicht verboten]]></category>
		<category><![CDATA[wenig Ordensnachwuchs bei den Legionären Christi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=13698</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 18.6.2021. Der Grund für diesen erneuten Hinweis auf den katholischen Orden der Legionäre Christi (gegründet von dem als Verbrecher geltenden Pater Marcial Maciel): Der Orden klagt über den geringen „Nachwuchs“. 1. Über die katholische Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ hat der „Religionsphilosophische Salon Berlin“ seit 2007 regelmäßig berichtet, dadurch haben viele [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13698_neues-von-den-legionaeren-christi-der-nachwuchs-im-orden-bleibt-aus-und-die-alten-freunde-des-gruenders-sind-aktiv_benediktxvi">Neues von den Legionären Christi: Der Nachwuchs im Orden bleibt aus&#8230; und die alten Freunde des Gründers sind aktiv&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 18.6.2021. </p>
<p>Der Grund für diesen erneuten Hinweis auf den katholischen Orden der Legionäre Christi (gegründet von dem als Verbrecher geltenden Pater Marcial Maciel): Der Orden klagt über den geringen „Nachwuchs“. </p>
<p>1.<br />
Über die katholische Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ hat der „Religionsphilosophische Salon Berlin“ seit 2007 regelmäßig berichtet, dadurch haben viele andere Journalisten überhaupt erst wichtige deutschsprachige Informationen erhalten und davon profitiert. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/topics/legionare-christi-kritische-studien">LINK</a><br />
Unser Interesse hat nicht nur theologische Gründe, sondern auch philosophische, also religionskritische Motive. An dieser von Päpsten bis zu Johannes Paul II. geliebten und bevorzugten Ordensgemeinschaft wird die systemische Korruption innerhalb der Kirche, als Klerus-Kirche, offensichtlich. </p>
<p>Der korrupte Ordensgründer und enge Freund des polnischen Papstes, also der sich Generaldirektor seines Ordens nennende Mexikaner Pater Marcial Maciel seit 13 Jahren tot. Aber die Korruption seiner Person und seines Ordens wirkt weiter und wird weiter dokumentiert. Bevor dazu einige Hinweise folgen, hier zur Erinnerung einige Fakten:  </p>
<p>2.<br />
Wenn man angesichts der Menge der Untaten richtig zählt, dann sind bislang dem Pater etwa 60 „Fälle“ sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigungen nachgewiesen, Untaten, die er als nach außen hin zölibatär lebender Priester an seinen eigenen Kindern beging, geboren von seinen (sehr wohlhabenden) Gebliebten. Maciel war also nicht nur „pädophil“, er war offenbar bisexuell … Seine besondere Leidenschaft aber war das Geldbeschaffen in Millionenhöhe, Geld für sich und seinen Orden. All dies war in Rom, also im Vatikan und in seiner Heimat Mexiko und den USA, seit Jahrzehnten bekannt. </p>
<p>3.<br />
Erst Papst Benedikt XVI. hat den greisen, aber aktiven Ordensgründer aus dem „Verkehr gezogen“, nicht etwa, dass er ihn den Justizbehörden übergab. Nein, <em>Benedikt ermahnte ihn in der üblichen klerikalen Kumpanei zur Buße und zum zurückgezogenen Leben. </em>Daran hielt sich der umtriebige Ordensgründer nun gar nicht, sondern nutzte die freie Zeit bei seinem Millionen-Vermögen (als „armer Ordensmann“), um noch mal das Leben zu genießen, er hielt sich vorwiegend in den USA auf, dort ist er in den Armen seiner Getreuen und Geliebten verstorben. </p>
<p>4.<br />
Einige neue Erkenntnisse, die der Mexiko – Korrespondent der katholischen Tageszeitung LA CROIX, Diego Calmard, am 17.6.2021 in dieser Pariser Tageszeitung veröffentlicht. </p>
<p>Etwa ein Drittel der Mitglieder des Ordens lebt in Mexiko, dem Heimatland des Ordensgründers. „La Croix“ nennt 385 Legionärs – Priester in Mexiko. Sie hatten kürzlich dort ein „Ordenskapitel“, eine interne Konferenz und stellten fest: „Es gibt eine Notlage, was den Ordensnachwuchs betrifft, es gibt eine kontinuierliche Verminderung der Zahlen neuer Mitglieder“. Das bestätigt der ehemalige Legionär Christi, Cristian Borgono in „La Croix“: „Die Alten blieben, es gibt wenige Seminaristen, also Priesteranwärter. Die große Mehrheit der 300 Mitglieder, die  aus dem Orden geflohen sind, waren eher jüngere Mitglieder“. Cristian Borgono hat die Facebook Legioleaks geschaffen.<br />
<em>Ende März 2021 musste der Orden 27 Namen weiterer Priester veröffentlichen, die 175 sexuelle Vergehen an Minderjährigen begangen haben, so &#8222;La Croix&#8220;.</em><br />
Die Mexikanische Bischofskonferenz hat dieser Zeitung keine Stellungnahme gegeben, was sie jetzt vom Orden der Legionäre denkt.  Der päpstliche Nuntius im Land, Bischof Coppola, versichert jedoch der Zeitung: „Die Legionäre erfüllen eine fundamentale Mission, die die Kirche vergessen hat: die spirituelle Begleitung“.  Eine denkwürdige, man könnte sagen allzu wohlwollende Sympathiebekundung für diesen Orden. Der Nuntius betont: „Die Legionäre Christi sind ein Patient auf dem Weg der Heilung“.<br />
Erstaunlich, dass der ehemalige Legionärspriester Christi Cristian Borgono über den neuen Chef des Ordens in Mexiko berichtet: „Pater Siman und andere Verantwortliche des Ordens standen dem Gründer, Pater Maciel, nahe“. Können diese Leute den Orden heilen?<br />
5.<br />
Tatsache ist ferner, dass der Orden sich bemüht, mit den Reichen in Mexiko, die man „Elite“ nennt, weiterhin in bestem Einvernehmen zu bleiben. Mit der Gattin des ehemaligen Präsidenten Vicente Fox gab es gute Kontakte. Bernardo Barranco, Religionssoziologe, meint, die Legionäre Christi hätten die Medien, die politische und ökonomische Macht in Mexiko infiltriert, das alles berichtet die katholische Tageszeitung La Croix. Pater Marcial Maciel ließ es sich nicht nehmen, die kirchliche Eheschließung des reichsten Mannes  in Mexiko, Carlos Slim und seiner Gattin, zu leiten.<br />
Roberto Blancarte, ehemaliger Botschafter Mexikos beim Heiligen Stuhl, meint, die Legionäre Christi hätten Milliarden US &#8211; Dollar bei diesen Kontakten erhalten, wörtlich: <strong>„Die Legionäre Christi haben zwei Ziele: Sie sind eine Art Maschine, um Priester auszubilden und um Geld anzuhäufen“. </strong><br />
Zu allen diesen aktuellen Aussagen wollte sich dieser Orden in Mexiko gegenüber „La Croix“ nicht äußern. </p>
<p>6.<br />
Es bleibt die schon oft gestellte Frage: Warum muss dieser Orden, von einem Verbrecher gegründet, mit dem vorwiegenden Ziel, sehr viele Millionen für den Orden zu sammeln, überhaupt noch weiter bestehen? Es wäre ein Leichtes für den Papst, diesen Orden aufzulösen. Macht er sich Sorgen, was dann mit den Milliarden passiert, die der Orden besitzt, etwa, dass die Ex-Mitglieder dann alles für sich behalten? Was sind also die Gründe, diesen Orden weiter bestehen zu lassen, zumal die „berühmte“ Ordens &#8211; Universität Anahuac in Mexiko „längst nicht wegen der Qualität ihres Unterrichts berühmt ist“, wie &#8222;La Croix&#8220; schreibt. Und wirkliche Tätigkeit der Legionärs-Priester in den (priesterarmen) Gemeinden kaum erwünscht ist. </p>
<p>7.<br />
Andererseits ist es ja durchaus ein positives Zeichen, wenn jetzt offenbar immer weniger junge Männer bereit sind, in den Orden der Legionäre Christi einzutreten. Aber angesichts der Chancen, in einem Orden mit sehr viel Geld eine traditionelle klerikale Karriere (immer den Talar tragen!) zu machen, ist wohl noch groß. So dass dieser Orden, immer noch durchsetzt von den alten Freunden des korrupten, manche sagen verbrecherischen Gründers, weiterhin die Kirche prägen und die Welt der Reichen und sehr Reichen „beglücken“ kann.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin </p>
<p><em>Weitere Quellen:</em></p>
<p><strong>Legioleaks</strong>: https://www.facebook.com/groups/623513181133578/</p>
<p>Über den Nuntius Franco Coppola:<br />
https://www.swissinfo.ch/spa/m%C3%A9xico-abusos_nuncio-en-m%C3%A9xico-aclara-que-no-se-investiga-encubrimiento-a-marcial-maciel/46637008</p>
<p>Über Cristiano Borgono: </p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="0bfpDLieax"><p><a href="https://www.24-horas.mx/2020/02/11/inteligente-y-seductor-asi-convencio-el-fundador-de-los-legionarios-de-cristo-a-juan-pablo-ii/">&#8220;Inteligente y seductor&#8221;, así convenció el fundador de los Legionarios de Cristo a Juan Pablo II</a></p></blockquote>
<p><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8220;&#8220;Inteligente y seductor&#8221;, así convenció el fundador de los Legionarios de Cristo a Juan Pablo II&#8221; &#8212; 24 Horas" src="https://www.24-horas.mx/2020/02/11/inteligente-y-seductor-asi-convencio-el-fundador-de-los-legionarios-de-cristo-a-juan-pablo-ii/embed/#?secret=Rg82mRA7Vq#?secret=0bfpDLieax" data-secret="0bfpDLieax" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Siehe auch den Beitrag in der Tageszeitung EL PAIS:<br />
https://elpais.com/sociedad/2020-02-28/los-legionarios-de-cristo-publicaran-el-nombre-de-los-sacerdotes-condenados-por-pederastia.html</p>
<p>Der Religionssoziologe Bernardo Barranco: https://mvsnoticias.com/podcasts/manuel-lopez-san-martin/debemos-creerle-a-legionarios-que-quieren-redimirse-bernardo-barranco/</p>
<p><em>Und vor allem zu den Finanzgebahren des Ordens</em>:<br />
https://www.elnorte.com/aplicacioneslibre/preacceso/articulo/default.aspx?__rval=1&#038;urlredirect=https://www.elnorte.com/urgen-investigar-a-fondo-a-legionarios/ar1849067?referer=&#8211;7d616165662f3a3a6262623b727a7a7279703b767a783a&#8211;<br />
oder auch:<br />
https://www.reforma.com/aplicacioneslibre/preacceso/articulo/default.aspx?__rval=1&#038;urlredirect=https://www.reforma.com/pagan-por-sus-pecados/ar2152057?referer=&#8211;7d616165662f3a3a6262623b727a7a7279703b767a783a&#8211;</p>
<p>Zum „Kapitel“, der Konferenz, der Legionäre Christi in Mexiko im Mai 2021: </p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="iAOzhc6sei"><p><a href="https://legionariosdecristo.org/convocan-en-mexico-a-la-semana-vocacional-virtual-2021/">Convocan en México a la semana vocacional virtual 2021</a></p></blockquote>
<p><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="«Convocan en México a la semana vocacional virtual 2021» — Legionarios de Cristo" src="https://legionariosdecristo.org/convocan-en-mexico-a-la-semana-vocacional-virtual-2021/embed/#?secret=iAOzhc6sei" data-secret="iAOzhc6sei" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13698_neues-von-den-legionaeren-christi-der-nachwuchs-im-orden-bleibt-aus-und-die-alten-freunde-des-gruenders-sind-aktiv_benediktxvi">Neues von den Legionären Christi: Der Nachwuchs im Orden bleibt aus&#8230; und die alten Freunde des Gründers sind aktiv&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Ratzingers Herrschaft – eine Katastrophe.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/13471_ratzingers-herrschaft-eine-katastrophe_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Apr 2021 13:28:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt der 16. eine Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Buch "Nur die Wahrheit rettet"]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Doris Reisinger]]></category>
		<category><![CDATA[Buch von Christoph Röhl]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Röhl Buch]]></category>
		<category><![CDATA[die reaktinonäre Theologie von Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[Doris Reisinger]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Ratzinger eine Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Legionäre Christi]]></category>
		<category><![CDATA[Marcial Maciel]]></category>
		<category><![CDATA[neue geistliche Gemeinschaften ein Sumpf]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung Nur die Wahrheit macht frei]]></category>
		<category><![CDATA[Nur die Wahrheit rettet]]></category>
		<category><![CDATA[papa emeritus]]></category>
		<category><![CDATA[sexueller Missbrauch in neuen geistlichen Gemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Studie über Ratzinger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über das neue Buch „Nur die Wahrheit rettet“. Hinweise auf das Buch und weiterführende Erkenntnisse von Christian Modehn. 1. Wer das Buch über das „System Ratzinger“ (der Untertitel) gelesen hat, muss sich notwendigerweise fragen: Was ist nach der Lektüre, „summa summarum“, die Wahrheit über die langdauernde Kirchen-Herrschaft Joseph Ratzingers? Diese Wahrheit ist in wenigen Worten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über das neue Buch „Nur die Wahrheit rettet“.<br />
Hinweise auf das Buch und weiterführende Erkenntnisse von Christian Modehn.</p>
<p>1.<br />
Wer das Buch über das „System Ratzinger“ (der Untertitel) gelesen hat, muss sich notwendigerweise fragen: Was ist nach der Lektüre, „summa summarum“, die Wahrheit über die langdauernde Kirchen-Herrschaft Joseph Ratzingers?  Diese Wahrheit ist in wenigen Worten zu sagen: „Ratzinger ist der totale Kleriker“. Zu Beginn seiner steilen Karriere war er kurze Zeit „Seelsorger“, dann Theologieprofessor, daraufhin Erzbischof in München, dann Kardinal als Chef der Glaubenskongregation in Rom (1982 &#8211; 2005) und engster Berater Papst Johannes Paul II. Dann wurde Ratzinger erwartungsgemäß Papst unter dem Namen Benedikt XVI. (2005 -2013). Seit seinem Rücktritt nennt er sich immer noch Papst, er hat den sonderbaren Titel „Papa emeritus“ mit eigenem großen Freundes/Unterstützer-Kreis. Und auch dieses noch: Er ist als unmittelbarer Nachbar im Vatikan aufmerksamer Beobachter von Papst Franziskus. Er zog sich also als „emeritus“ nicht in seine bayerische Heimat zurück, er blieb im Vatikan. Vielleicht überlebt er Papst Franziskus? Falls Franziskus auch zurücktritt, will er ebenfalls im Vatikan bleiben und mit einem neuen Pontifex maximus hätten wir dann eine Art Trinität: Drei Päpste auf einmal. Göttlicher geht’s dann wahrlich nicht mehr…</p>
<p>2.<br />
Welche Wahrheit muss angesichts dieses Buches „Nur die Wahrheit rettet“ und über das Buch hinaus gesagt werden … zu diesem „totalen Kleriker“ Ratzinger? Allerdings unter dem normativen Anspruch einer Theologie, die die Qualität des kritischen Prüfens sich bewahrt hat! Ich denke: Die einfache und deswegen für manche frommen Leute wohl schockierende Wahrheit über Ratzinger ist: Dieser Kleriker hat den Niedergang der katholischen Kirche befördert. Andere kritisch denkende Theologen (kann denn Theologie heute anders als vernünftig – kritisch sein?) würden treffender sagen: Dieser Kleriker Ratzinger war und ist eine Katastrophe für die römische Kirche. </p>
<p>3.<br />
Diese Wahrheit stellt sich ein, wenn man das Buch liest mit dem Titel „Nur die Wahrheit rettet“ mit dem Untertitel “Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“. Verfasst haben es Doris Reisinger (Theologin) und Christoph Röhl (Autor und Regisseurs eines umfassenden Films über Ratzinger).<br />
Aber welche Wahrheit stellt sich ein, die größer ist als Ratzingers Ideologie, welche Wahrheit über Ratzinger rettet und befreit? Naheliegend müsste man fordern: Dieser EX- Papst Joseph Ratzinger sollte sich entschuldigen, öffentlich, nicht nur bei den Opfern des tausendfachen sexuellen Missbrauchs durch Priester, sondern bei allen, die er mit seiner rigiden Herrschaft beleidigt, ausgegrenzt und krank gemacht hat. Vor allem: Denen er mit seiner Herrschaft den Glauben und das Grundvertrauen (in Gott) genommen hat. Es ist diese bedrückende Erkenntnis: Glaubensverlust wegen der Institution Kirche, die hier zur Debatte steht. Das Problem ist nur: Ratzinger selbst ist Ausdruck und Vollstrecker (Schreibtischtäter) des klerikalen Systems. Kann sich ein System entschuldigen? Nein. Es kann nur überwunden werden. Zur Überwindung kann nur jeder und jede einzelne beitragen…</p>
<p>4.<br />
Dabei bietet das Buch von Doris Reisinger und Christoph Röhl nur eine Haupt-Perspektive, sozusagen einen entscheidenden Ausschnitt, aus dem unseligen Wirken dieses Klerikers, den man in Frankreich in gebildeten Kreisen treffend den „Panzerkardinal“ genannt hat.<br />
Die Autoren zeigen ausführlich und gut dokumentiert: Ratzinger hat die Opfer sexuellen Missbrauchs viele Jahrzehnte ignoriert, er hat die Täter entschuldigt und „gedeckt“. Er hatte seinen Klüngel um sich gebildet, vor allem um seinen Freund, den hochumstrittenen Kardinal Tarcisio Bertone aus dem Salesianer-Orden. Bertone bewohnt bekanntlich als armer Ordensmann eine nach seinen Angaben „300 bis 400 Quadratmeter“ große Wohnung…(Das Buch „Avaricia“ von Emiliano Fittipaldi hat das alles gut dokumentiert)<br />
Im Mittelpunkt des Buches von Reisinger und Röhl stehen die Ungeheuerlichkeiten des Gründers der Legionäre Christi, des in diesem Orden so bezeichneten „Generaldirektors“ Marcial Maciel, allein schon dieser Titel „Generaldirektor“ für einen Ordenschef zeigt die heftige ökonomische Interessiertheit dieser Herren.<br />
Ratzinger hat Marcial Maciel, nachdem endlich seine Verbrechen öffentlich gemacht wurden, nur moralisch als Sünder getadelt. Im klerikalen Denken Ratzingers entstand gar nicht die Frage: Sollte er Maciel, den sexuellen Missbraucher seit Jahrzehnten, der staatlichen Justiz für seine Untaten übergeben? Nein, das wollte Ratzinger dann doch nicht. Der bloß moralisch getadelte Verbrecher bewahrte sich unverschämt wie immer und vom Vatikan weiterhin unkontrolliert seine übliche Reiselust, zuerst nach Florida, bevor er mit Frau und Kind Weltreisen antrat. In Florida ist er 2008 verstorben. Die Legionäre haben nach seinem Tod einfach die Fotos Maciels aus all ihren Häusern und Zimmern entfernt. Erwähnt wird der Name ihres einst als heiligmäßig verehrter „Vaters“ auf der website des Ordens seitdem nicht mehr. Die Legionäre treten jetzt also wie ein Orden ohne Gründer auf. Diese Verlogenheit im Umgang mit Maciel erinnert an die „Säuberung“ nach dem Tode Stalins. Der sowjetische Diktator verschwand als Bild und Foto in der Öffentlichkeit… aber sein Geist blieb. So auch bei dem Herren Generaldirektor Pater Maciel. Alte Freunde gibt es bei ihm auch, die dann schwadronieren: „Maciel hat doch nur gute Früchte hervorgebracht“, sagen sie, die von ihm auch finanziell Begünstigten! Sie glauben, der Orden der „Legionäre Christi“ müsse wegen der vielen jungen Priester unbedingt erhalten bleiben. Und wegen des Geldes, das der Orden seit jeher über alles liebt (natürlich verbunden mit der Liebe zu Millionären weltweit) </p>
<p>5.<br />
Die Autoren breiten darüber hinaus reiches Material zum Umgang des sexuellen Missbrauchs in anderen so genannten neuen geistlichen Gemeinschaften, sie wurden gepflegt und gefördert während der Ratzinger – Herrschaft in enger Verbindung mit dem polnischen Papst. Die neuen geistlichen Gemeinschaften erschienen Ratinger wie Wojtyla als große Retter der „Kirchenkrise“. Diese neuen Gemeinschafen, insgesamt mit einigen Millionen Mitgliedern und Sympathisanten, sind insgesamt theologisch konservativ bis reaktionär, sie bilden Sonderwelten in der Kirche, werden aber von der Klerus – Herrschaft geschützt. Warum wohl? Weil die kinderreichen Familien dieser auch von Laien geprägten Gemeinschaften viele gehorsame Priester zur Verfügung stellen und das klerikale System fortzusetzen helfen. Das ist meine Ergänzung zu dem Buch „Nur die Wahrheit macht frei“. </p>
<p>6.<br />
Vieles, was das Buch mit großem Fleiß dokumentiert, ist bekannt. Ich selbst habe seit 2007 als einer der ersten in Deutschland über die Legionäre Christi ausführlich auf meiner website religionsphilosophischer-salon.de und in zahlreichen Ra&shy;dio&shy;sen&shy;dungen kritisch berichtet oder auch über das „Neokatechumenat“. Davon „zehren“ auch die beiden Autoren. Aber sie sind so vornehm und „verschwiegen“, dass sie darauf nicht hinweisen. Das nur am Rande. </p>
<p>7.<br />
Das Buch ist eigentlich ständig aktualisierbar: Eine dritte Auflage sollte detailliert zeigen, dass die im Vatikan so hoch gepriesenen Gründer der neuen geistlichen Gemeinschaften in den letzten Monaten (2020/2021) als Täter sexueller Gewalt und spiritueller Bevormundung bzw. Herrschaft überführt wurden: Die Liste könnte beginnen mit dem Gründer der Ordensgemeinschaft St. Jean (Johannes-Brüder), könnte weiter gehen zu Jean Vanier, dem Gründer der weltweiten Arche-Gemeinschaften, weiter zu Père Pierre-Marie Delfieux, dem Gründer der Mönchsgemeinschaft „Jérusalem“ in Paris, über ihn hat eine ehemalige Nonne das Buch geschrieben „Quand l église détruit“… dann müsste man weiter forschen über den Gründer der sehr einflussreichen und sehr reaktionären internationalen Gemeinschaft „Sodalicium“ aus Peru, dann weiter gehen zu Chiara Lubich und ihrer Focolarini, dann zum Gründer der Gemeinschaft „Béatitudes“, weiter zu den Oberen der neu gegründeten „Franziskaner der Immakulata“ oder zu dem reaktionären Orden „Institut des inkarnierten Wortes IVG. Da wurden heftige massive Missbräuche des Ordensgründers gegenüber Mitgliedern dokumentiert. Ratzinger ist der große Förderer dieses Ordens aus Argentinien. Die Rede müsste sein von Pater Kenntenich, dem Gründer Schönstatt-Bewegung und so weiter und so weiter. Man sehe sich auch besonders gut an, welche Gruppen und Grüppchen reaktionären Einschlags sich im Bistum Toulon – Fréjus sammeln, Chef ist dort Bischof Dominique Rey, er ist führendes Mitglied der großen katholisch – charismatischen Bewegung „Emmanuel“. Diese Gemeinschaft praktiziert in Frankreich auch die „Konversions-Therapie“ von Homosexuellen. Einer der „Emmanuel – Priester“, Pater Bernard Peyrous, wurde wegen „sexueller Übergriffe“ an Frauen suspendiert, aber er darf weiter pastoral wirken…Zu sprechen wäre von der neuen Ordensgemeinschaft der „Soeurs de Bethléem“ und deren Machtmissbrauch innerhalb des Ordens. Mit anderen Worten: Die hoch gelobten „neuen geistlichen Gemeinschaften“ sollten unter strenger Beobachtung stehen…Sie sind einziger Sumpf!<br />
Von diesen Gemeinschaften ist dem neuen Buch von Reisinger und Röhl nicht die Rede, es handelt sich hier um meine Recherchen.  </p>
<p>8.<br />
Für mich wäre es besonders wichtig, welche Beziehungen der vatikanische Behörden Chef Ratzinger zu Kardinal Groer in Wien hatte. Groer, als Benediktinermönch vom Stift Göttweig, wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof ernannt, Groer musste dann nach lang andauernden heftigen Protesten 1995 wegen ganz offensichtlichen sexuellen Missbrauchs zurücktreten.<br />
9.<br />
<em>Noch interessanter ist die sehr große Sympathie, die Freundschaft und Fürsorglichkeit Ratzingers für den nicht minder höchst umstrittenen Bischof von St. Pölten in Österreich, den Theologieprofessor Kurt Krenn</em>.Er wurde zunächst 1987, ein Jahr nach Groer, zum Weihbischof von Wien ernannt. Weil er dort nach vielen Protesten unhaltbar wurde, beglückte der Vatikan die Katholiken im Bistum St. Pölten mit Krenn als Bischof (1991 – 2004). Er war u.a Mitarbeiter der von vielen als Vulgär-Blatt beurteilten „Kronen-Zeitung“, kein Wunder, er war ein Freund von FPÖ Chef Jörg Haider. In Krenns Bistums waren ebenfalls die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ höchst willkommen, etwa die „Diener Jesu und Mariens“ in Blindenmarkt, ebenso die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ oder die „Gemeinschaft vom heiligen Josef“. In seinem Priesterseminar wurden gern zu zehn tausenden  (ARD: https://web.archive.org/web/20140129075019/http://www.tagesschau.de/ausland/krenn100.html) kinderpornographische Fotos betrachtet. Das Magazin PROFIL in Wien schrieb u.a.: „In der Kinderpornoaffäre, über die „Profil“ ebenfalls berichtete, hält die Staatsanwaltschaft die Indizien für so erdrückend, dass es zu mehreren Anklagen gegen Seminaristen kommen wird. Gefunden wurden zum Beispiel Fotos, auf denen ein fünf- bis sechsjähriges Mädchen beim Oralverkehr mit erwachsenen Männer gezeigt wird ….usw.“ Der Priesterkandidat Piotr Zarlinski wurde deswegen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Krenn nannte diese Porno – Praxis, so wörtlich, „Bubendummheiten“. Kurz danach ist Krenn als Bischof zurückgetreten.<br />
Die ganzen Affären um Bischof Krenn bezeichnete der international geschätzte Theologe Prof. Paul M. Zulehner als „pastoralen Supergau“.<br />
Aber wie regiert Joseph Ratzinger wenige Wochen, nachdem er zum Papst gewählt wurde: Er bemitleidet aufs innigste den armen Freund Krenn, rückt sein Leiden in die Nähe zu Jesu Leiden….<br />
(Nach seinem Rücktritt als leitender Bischof lebte Krenn schwerkrank, Folgen seines Alkoholismus, in einem katholischen Pflegeheim).<br />
Am 18.6. 2005, also wenige Wochen nach seiner Papstwahl, hatte Krenns alter Freund und Gönner, Joseph Ratzinger, nichts Eiligeres zu tun, als ihm einen salbungsvollen Brief zu schreiben. Dieses Dokument muss allen, die unter dem Regime von Bischof Kurt Krenn gelitten haben, wie eine Ohrfeige erscheinen. Der Brief offenbart auch die wahre spirituelle und ideologisierte Theologie Joseph Ratzingers als Papst:<br />
Hier nur einige Zitate aus dem handschriftlich unterzeichneten Brief an Bischof Krenn:<br />
„Lieber Mitbruder! Wie ich höre, leidest du an Leib und Seele. So liegt es mir am Herzen, Dir ein Zeichen meiner Nähe zukommen zu lassen. Seit langem bete ich jeden Tag für dich! …. Unser Herr hat uns letztlich nicht durch seine Worte und Taten, sondern durch seine Leiden erlöst. Wenn der Herr dich nun gleichsam mit auf den Ölberg nimmt, dann sollst du wissen, dass du gerade so ganz tief von seiner Liebe umfangen bist und im Annehmen deiner Leiden ergänzen helfen darfst, was an den Leiden Christi noch fehlt (Kol 1, 24) Ich bete sehr darum, dass dir in allen Mühsalen diese wunderbare Gewißheit aufgeht……. Von Herzen sende ich dir meinen apostolischen Segen. In alter Verbundenheit! Dein Papst Benedikt XVI.<br />
(Dieser bemerkenswerte Brief ist (noch) nachzulesen : https://www.derstandard.at/story/2481036/papst-schickt-krenn-per-brief-troestende-worte)</p>
<p>Ich habe dieses Dokument (Bischof Krenn als leidender Jesus) schon 2011 publiziert in dem Aufsatz unter dem Titel „Benedikt XVI. ist politisch rechtslastig“, erschienen in dem Sammelband „Rolle rückwärts mit Benedikt“ (Hg. Norbert Sommer und Thomas Seiterich, PUBLIK FORUM Edition, 2009). Nebenbei: Ich frage mich manchmal, wie es möglich ist, dass schon vorliegende kritische Studien wie diese von den Autoren neuer Bücher zum Thema Ratzinger einfach so ignoriert bzw.im Druck nicht erwähnt werden können. </p>
<p>10.<br />
Ich empfinde es angemessen, wenn in dem umfangreichen Buch „Nur die Wahrheit rettet“, für das zwei Autoren zeichnen, genauer angegeben wird, wer denn welches Kapitel verfasst hat. </p>
<p>11.<br />
Ist Ratzinger ist also alles anderes als ein „Mozart der Theologie“, wie Kardinal Meisner (2007 in Berlin) einmal in seiner üblichen Ratzinger – Ergebenheit schwärmte.<br />
Ratzingers Bücher sind keine kritisch reflektierte Theologie auf dem Stand des 20. Jahrhunderts, sie nicht mehr als fromme persönliche Meditationen. Wenn Ratzinger wissenschaftlich argumentierte, dann als Historiker, als Kenner und Liebhaber des Werkes des Kirchenvaters Augustinus. Er selbst nennt sich wohl „Augustinist“. Und dies ist der Schlüssel zum Verstehen seiner Spiritualität und Theologie: Es ist nicht nur die über Augustin gegebene Liebe zu Platon, es ist das völlig pessimistische Menschenbild des späten Augustin, das in dem Wahn seiner Erbsündenlehre gipfelt. Sie wurde schon von hoch gebildeten Theologen seiner Zeit zurückgewiesen, wie von Bischof Julian von Eclanum. Aber Augustin verfolgte seine Kritiker und setzte sich mit Gewalt durch mit seiner verkorksten Erbsündenlehre, die er nur erfand, um den Status der Kleriker zu sichern: Denn sie allein konnten in der Taufe die Menschen von der tödlichen Erbsünde befreien… .<br />
Diese Haltung des Rechthaber Wahns ist typisch für den alten Augustin wie für Ratzinger.  Man lese bitte in dem Zusammenhang die Augustinus Studien des Philosophiehistorikers Kurt Flasch! </p>
<p>12.<br />
Ratzinger hat ungebrochen seine augustinistische Theologie durchgeboxt. Auch insofern ist er eine Katastrophe für die Kirche, wie das Buch von Reisinger und Röhl zeigt: Eine Katastrophe ist Ratzingers Unfähigkeit, dem sexuellen Missbrauch durch Priester wirksam auch mit staatlich &#8211; juristischen Konsequenzen Einhalt zu gebieten und die Opfer zu hören und zu respektieren. Oder, um nur ein weiteres Beispiel seiner Verblendung zu nennen: Er will unbedingt die oft neofaschistischen Kreise französischer Traditionalisten (Lefèbvre – Leute) wieder mit der römischen Kirche zu vereinen usw…<br />
Der Augustinist Ratzinger liebt halt das Alte und Veraltete und Versteinert – Tote, das Lateinische … und die Erhabenheit des Klerus über alles.<br />
Ratzinger ist eine gefährliche Figur von vorgestern. </p>
<p>Doris Reisinger und Christoph Röhl, „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“. Piper – Verlag, München, 2. Auflage 2021, 348 Seiten,22 €. </p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13471_ratzingers-herrschaft-eine-katastrophe_benediktxvi">Ratzingers Herrschaft – eine Katastrophe.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Gegen die Erbsünde.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/9438_gegen-die-erbsuende-der-beitrag-von-christian-modehn-in-publik-forum_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Mar 2021 12:58:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus als Erfinder der Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus und Drewermann]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn ohne Erbsünde glauben]]></category>
		<category><![CDATA[der große Unsinn die Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Drewermann für Augustins Erbsündenlehre]]></category>
		<category><![CDATA[Drewermann verteidigt Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Drewermann verteidigt die Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Drewermann verteidigt die Erbsündenlehre des Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Flasch gegen erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Modehn gegen Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Publik Forum 2017 über Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Publik Forum Modehn gegen Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Publik Forum über Erbsünde]]></category>
		<category><![CDATA[was sagt Modehn über Erbsünde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ohne Erbsünde glauben! Für die Befreiung von  dieser verhängnisvollen Ideologie (Dogma). Von Christian Modehn Juni 2017, PUBLIK FORUM. Erneut veröffentlicht am 24.3.2021 mit einem Hinweis auf eine Antwort Eugen Drewermanns zu diesem Beitrag, Drewermann bietet eine pauschale Verteidigung der Erbsünden &#8211; Lehre des Augustinus!  Siehe auch: LINK 1. Papst Benedikt XVI. nahm seinen ganzen Mut [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9438_gegen-die-erbsuende-der-beitrag-von-christian-modehn-in-publik-forum_benediktxvi">Gegen die Erbsünde.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne Erbsünde glauben! Für die Befreiung von  dieser verhängnisvollen Ideologie (Dogma).</p>
<p>Von Christian Modehn Juni 2017, PUBLIK FORUM.<br />
Erneut veröffentlicht am 24.3.2021 mit einem Hinweis auf eine Antwort Eugen Drewermanns zu diesem Beitrag, Drewermann bietet eine pauschale Verteidigung der Erbsünden &#8211; Lehre des Augustinus!  Siehe auch: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9425_neues-zur-erbsuende-muss-der-christliche-glaube-angst-machen_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>1.</p>
<p>Papst Benedikt XVI. nahm seinen ganzen Mut zusammen, als er am 20. April 2007 die Lehre vom »Limbus puerorum« abschaffte. Diese Lehre, die ein heutiger Christ kaum kennt, geschweige denn nachvollziehen kann, reicht zurück bis in die Anfänge <span id="more-9438"></span> des Christentums. Für den Kirchenlehrer Augustinus war klar, dass ungetauft sterbende Kinder aufgrund der »Erbsünde« in die Hölle kommen, auch wenn sie als Babys überhaupt keine Gelegenheit hatten, zu sündigen. Gegen diese Strenge entwickelten Theologen der Frühscholastik im Mittelalter die abgemilderte Version des »limbus puerorum« (von Limbus: Saum, Rand). Nach dieser Vorstellung kamen ungetauft sterbende Kinder nicht mehr in dieselbe Hölle wie die auf ewig Verdammten, sondern an den „Rand“, in eine Art »Vorhölle« also. Diese schloss zwar ebenfalls die selig machende Schau Gottes aus, war aber immerhin ein etwas angenehmerer Ort. Durch die Aufhebung der Lehre vom Limbus wollte Benedikt XVI. das Bild eines grausamen Gottes korrigieren. »Die Logik des Schreckens«, wie der Philosoph Kurt Flasch die klassische Erbsündentheologie nennt, sollte nicht länger die Glaubenden bestimmen. Aber dann bekam der Papst doch Angst vor seiner eigenen Courage und ließ die Internationale Theologische Kommission erklären: „Die Theorie des Limbus bleibt weiterhin eine mögliche theologische Meinung“. Angesichts dieser Unentschiedenheit ist die Diskussion über Sinn und Unsinn der Erbsünde eher noch dringender geworden.</p>
<p>2.</p>
<p>Die Erbsündenlehre ist eine »Erfindung« (so der katholische Theologe Wilhelm Geerlings) des heiligen Augustinus (354-430). Als alt gewordenem Bischof im nordafrikanischen Hippo verdunkelte sich sein Bild vom Menschen. Überall sah er Böses, Sündhaftes, Häretisches. Die Vertreibung aus dem Paradies deutete er als Schrecken für die Menschheit. Augustin wollte nicht anerkennen, dass die »ersten Menschen« beim Essen vom »Baum der Erkenntnis« ihre individuelle Freiheit entdecken. »Dadurch, dass der Mensch aus dem Paradies vertrieben wurde, kam er in die Lage, nun seine Geschichte selbst zu gestalten und sich als Individuum zu entwickeln«, meint treffend Erich Fromm.</p>
<p>Aber Augustinus wollte den Glanz der Gnade Gottes dadurch herausstreichen, dass er behauptete: Die Menschheit sei total der Sünde verfallen! Nur unter dieser Bedingung kann es die Pflicht zur Kindertaufe geben. Nur so kann sich die Kirche als notwendige und einzige Vermittlerin der Gnaden etablieren und zur universalen Mission aller Heiden aufrufen. Aber selbst wer getauft ist, kann nicht sicher sein, dass er wirklich gerettet wird. Denn Gottes Güte hat ihre Grenzen: In seinem Zorn über den Ungehorsam von Adam und Eva errettet Gott in seiner ewigen Vorherbestimmung nur einige Erwählte vor der ewigen Verdammnis. Der Mensch muss vor diesem wütenden Gott-»Vater« Angst haben. Aber kann Angst zum Glauben bewegen?</p>
<p>3.</p>
<p>Anfragen der Vernunft ließ Augustin nicht gelten: Wider besseren Wissens übersetzte er einen Vers aus dem Römerbrief (5, 12) falsch und schrieb, darin dem Kirchenlehrer Hilarius folgend, dem griechischen Text zuwider: »In ihm«, also in Adam, »haben alle Menschen gesündigt«, er meinte damit: Förmlich alle Menschen seien in Adam schon enthalten gewesen. Davon ist in der korrekten Übersetzung keine Rede. Paulus spricht nur davon, dass durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt kam und alle Sünder sind. Paulus sagt nicht, dass in Adam förmlich alle Menschen schon enthalten sind. Aber »Augustin brauchte diese Lesart«, betont der Augustin-Spezialist Kurt Flasch, um seine Erbsündenlehre als biblisch hinzustellen. Der Historiker Peter Brown ergänzt: »Der Gott des Augustinus war ein Gott, der eine Kollektivstrafe für die Sünde des einen Mannes, Adam, verhängt hatte«.</p>
<p>Diese Erbsündenlehre entzieht sich dem Erleben des einzelnen: Eine Person kann sich in ihrem freien Tun als individueller Sünder wahrnehmen. Sie kann sich aber nie als »Erbsünder« direkt fühlen und erleben: Die Erbsünde ist ein Konstrukt, eine bloße Theorie. Trotzdem gehört sie bis heute zum Kernbestand der christlichen Lehre aller Kirchen. Aber was ist gewonnen, wenn man den Krieg in Syrien als Resultat der Erbsünde deutet? Oder den Holocaust und die Tyrannei Stalins als Beispiele für eine erbsündliche Prägung der Menschheit? Augustinus hat nur allgemeine Sprüche zu bieten: Der Mensch sei zum Tun des Guten gar nicht in der Lage, er sei von Grund auf verdorben und zum klaren Denken unfähig. Deswegen sei auch die Philosophie vom Teufel. Die Konsequenzen sind katastrophal: Entweder fühlen sich die Menschen angesichts ihrer totalen Verderbtheit wie gelähmt, können sich nicht mehr frei entscheiden, gut zu handeln. Oder sie wollen in maßloser Begeisterung für Arbeit und Erfolg beweisen, dass sie doch von Gott »angenommen« sind. Die Erbsündenlehre ist ein unermesslicher Komplex verstörender Überzeugungen, die mit der menschenfreundlichen jesuanischen Botschaft nichts zu tun haben. Bekanntlich hat Jesus nie von »Erbsünde« gesprochen.</p>
<p>4.</p>
<p>Zu allem Unglück aber hat Augustin seine Lehre auf das Feld der Sexualität ausgedehnt: Im Moment der Zeugung, lehrt er, werde die Erbsünde übertragen. Augustin duldete bekanntlich die sexuell bestimmte Liebe nur als »Instrument«, um Kinder zu zeugen. Auch die Ideologie vom »verführerischen Weib« hat hier ihren Ursprung genauso wie auch der Glaube an den Teufel: Schließlich wird die Schlange als ein gefallener Engel, als Teufel, gedeutet.</p>
<p>Früher galten weise Frauen als »teuflisch besessen«, sie wurden als Hexen verfolgt und verbrannt. Exorzisten »heilen« immer noch »Besessene«. Die Erbsündenlehre ist also eine Art »Schlussstein«, mit dem das ganze Gebäude klassischer Dogmatik steht oder fällt. Im offiziellen katholischen Katechismus (Vatikanstadt 1993) wird dem Mythos vom Sündenfall sogar die Qualität einer »Offenbarung« zugesprochen. »Wer an der Erbsünde rührt, tastet das Mysterium Christi an«. Denn Jesus ließ sich ans Kreuz schlagen, um die (Erb-) Sünde der Welt zu überwinden. Sein Opfer wird vom gütigen himmlischen Vater angenommen.</p>
<p>5.</p>
<p>Nach Meinung vieler Theologen hat die Erbsündenlehre den christlichen Glauben verdorben. Sie ist eine esoterische Lehre des vierten Jahrhunderts, von der sich Christen endlich befreien müssen. Gibt es einen Ausweg? Augustins heftigster Gegner war Bischof Julian von Eclanum. Schon er war überzeugt: Kein Mensch ist so verdorben und so sündhaft, dass er nicht aus seiner eigenen freien Tat Gutes schaffen kann. Die menschliche Sexualität, auch die Lust, ist ein von Gott gewolltes Gut. Wenn der Mensch in seiner Freiheit Gutes tut, dann ist es seine gute menschliche Leistung. Gott ist wie ein unterstützender Helfer dabei. Er ermuntert dazu, dass der Mensch das Gute noch besser und umfassender tut. Doch Augustin setzte seine Überzeugung durch, auch mit Hilfe politischer Gewalt. Längst ist erwiesen: Die Mitglieder von Synoden, die damals über verschiedene Modelle zur Erbsündenlehre zu befinden hatten, konnte er durch Bestechung gewinnen: »Die siegreiche Partei galt dann als die rechtgläubige Partei«, so der Augustinusspezialist Kurt Flasch.</p>
<p>6.</p>
<p>Doch um zu verstehen, warum Menschen in ihrer Freiheit böse handeln, braucht man nicht die Erbsündenlehre. Der italienische Theologe Giovanni Franzoni gibt die Richtung an: »Das Böse in der Welt ist voll und ganz innerhalb des Horizonts der Welt und des Menschen erklärbar«. Darin folgt er den grundlegenden Erkenntnissen Immanuel Kants: Das Böse kann schrittweise eingeschränkt werden, wenn die Menschen dem Spruch ihres Gewissens folgen. In ihm äußert sich das universale Sittengesetz, es kann selbst vom Verbrecher nicht ganz ausgeschaltet werden. Inmitten der Turbulenzen freier Entscheidungen hat die böse Tat ihren Ort. Aber die Freiheit als solche ist nicht deswegen böse, weil Menschen in freier Entscheidung auch Böses bewirken können. Diese Erkenntnis ist elementar, nicht nur für Kant, der betonte: Wenn ich mich von egoistischen Maximen leiten lasse und dem universalen Sittengesetz zuwider handle, entsteht Böses in der Welt. Böse ist ein egoistischer Lebensentwurf, weil er niemals allgemeines Gesetz für alle werden kann. Die Philosophin Hannah Arendt folgt in gewisser Weise Kant: Derjenige ist böse, der nicht selbst denken kann und denken will, sondern als »Mitläufer« den Autoritäten blind ergeben ist. Auch Hannah Arendt meint: Um Böses in der Welt zu verstehen, brauchen wir analytische Kritik, vernünftige Argumente, nicht Behauptungen einer Mythen nacherzählenden Erbsündenlehre.</p>
<p>7.</p>
<p>&#8222;Das Böse&#8220; kann durch kritische Erziehung, durch Bildung und Gesellschaftskritik eingeschränkt werden. Woher der immer wieder erlebbare »Hang zum Bösen« (Kant) stammt, wird sich nicht restlos aufklären lassen. Aber dass der Mensch vorrangig gut ist, bleibt die wesentliche Erkenntnis Kants. Theologische Konsequenzen deuten sich an: Beim Abschied von der Erbsündenlehre befreit sich die Kirche von einem belastenden Menschenbild sowie vom Teufel und der Lehre von der allein selig machenden Kirche. Jesus ist nicht länger das »Opferlamm«, sondern das erlösende Vorbild, das zum Guten ermuntert. Ohne die Erbsündenlehre wird der christliche Glaube wieder elementar &#8211; einfach und vernünftig. Er nähert sich den guten Traditionen eines christlichen Humanismus, dem Ja zu Gottes guter Schöpfung. Wenn schon der Limbus (fast) abgeschafft wurde, dann wird auch eine Befreiung von der Angst machenden Erbsünden-Lehre möglich sein.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p><em>Dieser Beitrag hat eine große Welle von Zustimmung bei den LeserInnen, sichtbar in den zahlreichen Leserbriefen, gefunden</em>, die Publik Forum z.T.druckte, dann aber die weitere Diskussion beendete mit einem Beitrag von Eugen Drewermann, der die Erbsünden &#8211; Lehre des Augustinus und der Reformatoren heftigst verteidigte.</p>
<p><em>Hier der entscheidende Auszug des Textes von Eugen Drewermann, veröffentlicht in PUBLIK FORUM am 7.7.2017:</em></p>
<p>Ein Verzweifelter braucht keine ethischen Vorwürfe und keine Paragrafenordnung, er braucht Menschen, die im Namen Gottes mehr an ihn glauben, als er je an sich selber zu glauben vermocht hat. In diesem Wissen besteht die ganz Botschaft Jesu, wie sie Paulus erläutert, Augustinus entfaltet und Luther zur Reformation von Kirche und Staat wiederentdeckt hat. Die in Angst verwüstete Lebensweise des Menschen kann nur geheilt werden in einem Raum absoluter verstehender Akzeptanz. »Allein aus Gnade, allein aus Vertrauen« können Menschen zu dem Gefühl gelangen, »gerechtfertigt« zu sein. Diese Auffassung dem Reformator als »inhuman« vorzuwerfen bedeutet nicht nur, Jesus ein zweites Mal todesschuldig zu sprechen. Es bedeutet zugleich eine Weigerung, das, was Luther meinte, in die Sprache der Psychoanalyse und der Existenzphilosophie (und der Kapitalismuskritik in der Gegenwart) weiterzuentwickeln. Es bedeutet, aus dem Christentum jene Ideologie der bürgerlichen Gesellschaft zu machen, als die es seit den Tagen Konstantins in Erscheinung getreten ist. Wozu bräuchte man denn die Erlösung durch Christus? Das Gesetz des Moses, der Code Napoleon, das bürgerliche Gesetzbuch wären doch vollkommen ausreichend. So denken viele. <em>Doch: Keiner wirklichen Tragödie des Daseins wird die bürgerliche Oberflächlichkeit des ethischen Optimismus »gerecht«. Unverzichtbar ist die »größere Gerechtigkeit« Jesu, indem sie »die verlorenen Kinder Evas« bei der Hand nimmt und, vorbei an den Wächterengeln mit dem Flammenschwert, zurückführt in das Paradies der Angstfreiheit und der Unzweideutigkeit des Gottvertrauens. »Erbsünde« meint gerade nicht die Belastung der Menschheit mit der Schuld eines fantastischen Adam am Anfang (vgl. Gen 3, 1-17). Das Bild vom »Sündenfall« beschreibt vielmehr das Schicksal eines jeden Menschen, dem unter dem Abgrund der Angst die Geborgenheit in Gott entgleitet und der sich hineingeworfen fühlt in die Welt, wie sie erscheinen muss im Feld der Gottesferne.</em> In dieser Welt der Gottesferne ist die Freiheit zum Gutsein und zur Güte nicht enthalten. Sie taucht erst wieder auf in dem neuen Geschenk der Versöhntheit mit Gott. <em>Ein Christentum, das das Fundament der Gnadenlehre, wie es sich in der Lehre von der Erbsünde spiegelt, theologisch preisgibt und den Kern der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen überhaupt nicht mehr versteht, ist auf dem Weg zum Nihilismus oder zum Atheismus oder zum sozialpolitischen Aktionismus.</em></p>
<p>Christian Modehn konnte auf dieses Statement Drewermanns nicht in Publik &#8211; Forum reagieren. Er glaubte zu träumen, als er diese pauschale Verteidigung der augustinischen Gnadenlehre las, unbedarft von jeder Kenntnis der Geschichtsforschung, wie sie etwa Kurt Flasch und viele andere bieten.Ich habe als Autor des oben publizierten Beitrags die Drohung Drewermanns als Beleidigung und Ausdruck von Unkenntnis empfunden, wenn Drewermann schreibt: &#8222;Wer die Erbsündenlehre theologisch preisgibt, ist auf dem Weg zum Nihilismus, Atheismus usw.&#8220; Dies zu behaupten ist eine Frechheit, die man nur mit der Inkompetenz Drewermanns in der Hinsicht entschuldigen kann. Man könnte zynisch sagen: Drewermann braucht förmlich die &#8222;universale Angst&#8220; aller Menschen, um seine eigene, ewig das selbe sagende Theologie zu verbreiten.Und vor allem: Sind denn die Juden z.B. alle Atheisten und Nihilisten, für deren Glauben es bekanntlich keine Erbsünde gibt?&#8230; CM.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9438_gegen-die-erbsuende-der-beitrag-von-christian-modehn-in-publik-forum_benediktxvi">Gegen die Erbsünde.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Ratzinger/Ex-Papst Benedikt: Die gescheiterte oberste Reinigungskraft</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 15:29:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benedikt XVI. - Kritische Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[alles reinigen in Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Modehn über Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Seewald]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Seewald neue Ratzinger Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger der Saubermann]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger im Gespräch mit Jürgen Habermas]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger reinigt nur die linke Ecke der Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger spricht oft von Reinigung]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger und Säuberung]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger will den Dreck m Vatikan beseitigen]]></category>
		<category><![CDATA[Ratzinger will Reinigung]]></category>
		<category><![CDATA[Reingen als Hauptmotiv bei Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[Reinigen SäuberungAuslöschung]]></category>
		<category><![CDATA[Säuberungen in der katholischen Kirche unter Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan hat totalitäre Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[was bleibt von Ratzinger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Leitbild im Denken Joseph Ratzingers: Die Reinigung Ein Hinweis von Christian Modehn &#8222;Reinigung&#8220; der katholischen Kirche war eines der Lieblingsworte Joseph Ratzingers, zumal, als er im Vatikan tätig war. Diese von ihm so oft beschworene Reinigung der Kirche war förmlich sein Programm, Reinigung gestaltete er als Kardinal wie als Papst vor allem als Verfolgung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi">Ratzinger/Ex-Papst Benedikt: Die gescheiterte oberste Reinigungskraft</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leitbild im Denken Joseph Ratzingers: Die Reinigung<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn</p>
<p><em>&#8222;Reinigung&#8220; der katholischen Kirche war eines der Lieblingsworte Joseph Ratzingers, zumal, als er im Vatikan tätig war. Diese von ihm so oft beschworene Reinigung der Kirche war förmlich sein Programm, Reinigung gestaltete er als Kardinal wie als Papst vor allem als Verfolgung und Ausschluss von angeblichen theologischen Abweichlern (siehe die Verfolgung von progressiven Theologen, <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15709_benedikt-xvi-ein-papst-der-vergangenen-europaeischen-christenheit-mit-ihrem-pomp-und-ihrem-politisch-religioesen-machtanspruch-von-leonardo-boff_aktuelle-buchhinweise/theologische-buecher">LINK)</a>. Den Staub und Schmutz der Traditionalisten (im Umfeld Lefèbvres) sah er nicht, im Gegenteil, diese &#8222;Revisionisten&#8220; des 2. Vatikanischen Konzils hofierte er höchst persönlich (siehe etwa Ratzinger und das traditionalistische Kloster Le Barroux oder die &#8222;Versöhnung&#8220; mit den Lefèbvre-Bischöfen). Und mit der nun wirklich gebotenen Reinigung der Kirche von klerikalen Tätern sexuellen Missbrauchs hatte er es nicht so eilig&#8230; </em></p>
<p><em>Ratzinger war wohl zu schlau, dass er nur das Wort Reinigung als sein Programm verwendete und nicht das politisch bekanntere und viel deutlichere Wort &#8222;Säuberung&#8220;. Politische Säuberungen (etwa in der Sowjetunion) führten bekanntlich zu Ausschluss, Verfolgung und allerdings auch zu Mord und Totschlag etwa durch Stalin. Die Reinigungen Ratzingers störten und verletzten allerdings meist nur &#8222;die Seele&#8220; der Betroffenen, und oft auch ihr materielles Wohlbefinden&#8230; Wen Ratzinger als &#8222;oberster Glaubenschef&#8220; allerdings unter den lateinamerikanischen Befreiungstheologen zu einem Kommunisten oder Sozialisten erklärte, war sich seines Lebens in den Diktaturen dort nicht mehr sicher, siehe das Martyrologium in Lateinamerika. Über den Zusammenhang von Reinigung und Säuberung im durchaus von seinem Tun beinahe besessenen Ratzinger (und Johannes Paul II.) werden alsbald kritische Historiker forschen, hoffentlich. CM.</em></p>
<p>1.<br />
Wer heute noch Zeit und Nerven hat, den entscheidenden theologischen Hintergrund von Joseph Ratzinger, dem einstigen Chef der vatikanischen Glaubensbehörde und nun EX-Papst Benedikt XVI., wahrzunehmen, der sollte seinen obersten Wert studieren: Es ist der Begriff Reinigung. Denn Ratzinger war und ist die unentwegte oberste Reinigungskraft der katholischen Kirche.</p>
<p>Von Reinigung als seiner Hauptaufgabe spricht er auch jetzt wieder: In der neuesten Biografie des Ratzinger Intimus Peter Seewald. Darin bekräftigt Ratzinger seinen bekannten universalen Anspruch: „Ich wollte ja nicht bloß und nicht einmal in erster Linie die Reinigung in der kleinen Welt der Kurie voranbringen, sondern in der Kirche als ganzer.“</p>
<p>So tröstlich: Als oberster Sauberkeits-Chef fühlt sich Joseph Ratzinger noch immer, sonst hätte er nicht schon wieder darauf verzichtet, seinen Mund zu halten und als EX-Papst gebührend Buße zu tun und zu schweigen, wie es sich gehört.<br />
2.<br />
Zur Erinnerung: Es gefiel den Herren der Kirche, vor allem Papst Johannes Paul II., dass Ratzinger schon als Theologieprofessor und Erzbischof sehr die Reinigung liebte, d.h. die Kritik von „dogmatischen Schmutzfinken“.<br />
Deswegen wurde ihm das oberste Reinigungsamt im Dienste des Herrn, im Vatikan, übergeben, das heißt: Die Leitung der Glaubenskongregation, die im 16. Jahrhundert gegründet, als römische Inquisitionsbehörde funktionierte: Reinigung hieß für die Inquisitoren immer Reinigung von so genannten Irrlehren durch Verbrennung und Auslöschung der angeblichen „Beschmutzer“ der angeblich „reinen“ Lehre. Man denke etwa an den prominenten Fall des Giordano Bruno.</p>
<p>Zurück zur obersten Reinigungskraft Joseph Ratzinger: Er setzte als Chef der Glaubenskongregation seit 1981 das große Saubermachen mit Bravour durch: Niemand wie er war so sensibel für den Geruch der häretischen Fäulnis, des angehäuften Schmutzes in so vielen theologischen und philosophischen Büchern, des revolutionären Ungeistes in verderbten Klöstern und theologischen Seminaren. Wo immer Ratzinger den klerikal-theologischen, vor allem den – in seiner Sicht &#8211; miesen reformerischen Dreck wahrnahm, schickte er seine Reinigungskolonnen los, die bis nach Brasilien, Peru, El Salvador, Sri Lanka, Indien, Japan ausschwärmten, nach Holland sowieso und nach Frankreich und nach Deutschland auch, etwa zu seinem alten Kollegen Hans Küng in Tübingen. Die Kolonnen, assistiert von Hilfskräften in den jeweiligen Ländern, sollten vom UnGeist der angeblichen Häretiker reinigen, indem sie versuchten, ihnen mindestens den Mund zu stopfen. Auch Küng verbreitete einen üblen Gestank mit seinen Büchern, die sich kritisch mit der Unfehlbarkeit des Papstes und dann auch mit der Kirchenreform befassten.<br />
3.<br />
Interessanterweise hat die oberste Reinigungskraft mit ihren zahllosen Bediensteten immer nur den angeblichen Schmutz beseitigen wollen, den so genannte Linke, schlimmstenfalls angebliche Marxisten, immer aber Reformer, progressive Laien, Theologen, Bischöfe, erzeugten. Den realen Gestank, den rechtsgerichtete und rechtsextreme katholische Kreise erzeugten aus dem Umfeld der Piusbrüder und anderer Traditionalisten, wollte man wie unter eine Art Käseglocke stellen und dadurch wieder als normal erscheinen lassen. Man denke nur daran, wie glücklich und wohl sich die oberste Reinigungskraft Kardinal Ratzinger in traditionalistischen Kreisen fühlte, etwa unter den reaktionären Benediktinern von le Barroux in Frankreich oder im Linzer Priesterkreis oder bei den Petrusbrüdern&#8230;Le Barroux war ein traditionalistisches Benediktinerkloster unter Führung des rechtsradikalen, Front National verbundenen Abtes Dom Calvet. Dort hielt sich Ratzinger gern auf und überredete Calvet und seine Mönche, sich mit dem Papst zu versöhnen. “Alles anderes könne so bleiben wie bisher“. Dies nennt man „Reinigung“ der ganz oberflächlichen Art.</p>
<p>Darum merke: Die oberste Reinigungskraft agierte einseitig. Sie sah Schmutz, wo keiner oder wenig war, wie bei den Reformern. Und sie übersah den Dreck, der antisemitisch und sehr rechtslastig gar nicht zu übersehen war.<br />
Und die vatikanischen Reinigungskräfte ignorierten besonders gern den Dreck in Klerikerkreisen, wo viel Geld vorhanden war, etwa bei dem Gründer des Ordens der Legionäre Christi, Marcial Maciel, der als Multimillionär (durch Erbschaften erschlichen) den ganzen päpstlichen Hof immer wieder so reicht beschenkte, vorzüglich mit feinstem, teuren Schweineschinken aus Spanien zum Fest der Geburt Christi&#8230; Geld stinkt nicht, war auch die Devise der obersten vatikanischen Reinigungskräfte und sie säuberten nicht.<br />
Maciel wurde als bekannter sexueller Missbrauchstäter von dem polnischen Papst wie ein Freund unterstützt. Ratzinger wusste davon, tat aber als Kardinal nichts dagegen. Auch oberste Reinigungskräfte drücken manchmal alle Augen zu und ertragen gern den Dreck, weil das ja auch Vorteile, finanzielle bei Maciel, bringen kann.<br />
4.<br />
Aber dann wurde aus Ratzinger Benedikt. Plötzlich wurde er mit den Bergen des ganzen alten Drecks konfrontiert, er sah zwei riesige Ansammlungen an Schmutz: Den Umgang des Papst-Staates mit dem Geld. Und den verbrecherischen Umgang, den Tausendende von Priestern mit Kindern „praktizierten“. Und er war empört, dass sich Journalisten erdreisteten, seine ureigene Aufgabe als oberste Reinigungskraft zu ersetzen: Man denke an die so genannten „Vati(can)-Leaks“, also geheime Dokumente zum vatikanischen Schmutz, die 2011 und 2012 an die Öffentlichkeit gelangten. Seither stinkt es förmlich an vielen Orten der Kirche, und der Ex Papst ist hilflos. Wahrscheinlich sieht er seine eigenen Fehler beim Reinemachen: Wenn er Schmutz wahrnahm in diesen dunklen Barock-Behausungen und Palästen des Vatikans, dann wurde Jahre lang alles unter die wertvollen Teppiche gekehrt. Damit es niemand sieht. Wenn die Teppiche angesichts des darunter gekehrten Drecks sich erhoben, Berge bildeten, dann begannen das nervöse Vertuschen, Verschweigen, Versetzen der Mitarbeiter, die Ablenkungsmanöver. Zu viel Dreck war einfach liegen geblieben, manchen Dreck musste er liegen lassen, weil sonst das heilige Image der heiligen Kirche gefährdet gewesen wäre. In seiner Sicht. Aber der Schmutz in der Kirche wuchs dem Reinigungsspezialisten förmlich über den Kopf. Und je schmutziger es wurde, deso nobler und feiner und sauberer wurden die päpstlichen Gewänder und die hübschen roten Schuhe.<br />
5.<br />
Als das Buch von Peter Seewald „Letzte Gespräche“ im Jahr 2016, drei Jahre nach dem Rücktritt, erschien, erklärte der EX-Papst und leidenschaftliche Putz-Mann: Es sei ihm nicht gelungen, die Kirche so vom „Schmutz“ zu reinigen, wie er sich das gewünscht habe (Tagesspiegel, 8.9.2016).</p>
<p>Der Saubermann war letztlich hilflos, er ist gescheitert, sein Rücktritt ist Ausdruck der Resignation und Schwäche. Viel zu viel Schmutz. Der oberste Putzmann trat also ab. Flog mit dem Helikopter nach Castel Gandolfo, kehrte aber bald in den Vatikan zurück und rückte Papst Franziskus auf die Pelle.<br />
Nach einer gewissen Zeit des Schweigens aber machte der Ex – Papst wieder viel Gedöns, nun wieder einmal zusammen mit Peter Seewald. Denn der alte Saubermann weiß: Ich habe aus alter Zeit noch meine Ergebenen, meine Mitarbeiter, meine Gemeinde&#8230;Meine parallele (saubere?) Kirche.</p>
<p>Auch jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, kann der alte Putzmann nicht den Mund halten. Für ihn hat das Reinigen kein Ende. Wenn er schon die Kirche in seinem Sinne nicht reinigen konnte bzw. „nur“ den linken Flügel reinigend ausradierte, dann putzt er eben, ziemlich aufgebracht für einen Greis, auf internationaler, politischer Ebene. So in dem neuen Buch von Peter Seewald. Ratzinger sieht so viel üblen säkularen Humanismus, so viel säkulares Denken, so viel Homo-Ehen und was sonst noch alles aus dem Repertoire des Reaktionären, dass er eigentlich die Moderne in ihrem Schmutz versenken will. Und seine frommen Anhänger, von den vatikanischen Palästen bis nach Traunstein und Regensburg, fragen sich angesichts des Alters des obersten Reinigers: „Mein Gott, wer soll denn das alles noch desinfizieren?“ „Wer beschert uns eine klinisch reine, desinfizierte Kirche, die wir so ersehnen, so schön steril“?<br />
6.<br />
Man denke aber den Reinigungsbegriff einmal weiter: <em>Denn aus der Reinigung wird meist auch Säuberung. </em>Um diesen Begriff zu erhellen, lese man, was Stalin unter Säuberung verstand oder die Nazi-Ideologen: Sie alle wollten das totalitäre Groß-Reinemachen, wollten Säuberungen vornehmen. Auch ein gewisser „Menschenschmutz“, wie sie sagten, wurde dabei weg gefegt, verbrannt. Darum folgt auf die Säuberung oft die Auslöschung.<br />
<strong>So gibt es also eine Art Trinität: Reinigung – Säuberung -Auslöschung</strong>.</p>
<p>Damit will ich nur auf einen geistigen, politischen Zusammenhang hinweisen. Ich sage ja nicht, dass Ratzinger mit Stalin vergleichbar wäre oder mit den verbrecherischen Reinigungskräften des NS Systems. Ich sage nur: Der einseitige Reinlichkeitszwang Ratzingers war und ist ein Hinweis auf totalitäres Denken gegenüber kritischen Christen und kritischen Menschen überhaupt. Nur we der eigenen rechtslastigen Ideologie entsprach oder viel geld hatte, konnte in seinem nun wirklichen Schmutz bleiben. Treffend sprach ja der große katholische Theologe Hans Küng im Zusammenhang des Vatikans von totalitärer Ideologie. Diese mag jetzt unter Papst Franziskus etwas milder geworden sein, in einigen Kreisen jedenfalls. Aber der üble Geruch des bewusst und leidenschaftlich verteidigten Anti-Demokratischen (Wahlrechte, Synodale Strukturen, Gleichberechtigung de Frauen usw.) bestimmt noch immer den Vatikan und seine vielen internationalen Dependenzen.</p>
<p><em>Hinweise: </em><br />
Die vielen Belege zum Thema „Reinigung und Ratzinger“ können hier gar nicht aufgeführt werden.</p>
<p>Als Erzbischof von München entwickelte er in seiner Silvesterpredigt 1980 den Gedanken, es müsse auch eine Art akustischer Reinigung geben: Denn nach dem Papstbesuch 1980 in Deutschland habe es „feindselige Nebentöne“ gegeben.. „und es werde immer auch in der Kirche Nebentöne von schlecht gestimmten Pfeifen geben, die sich vordrängen und den Klang bestimmen wollen“. (Hg. vom Pressereferat der Erzdiözese München und Freising, Seite 3.) Der Wahlspruch von Erzbischof Ratzinger war: „Cooperatores veritatis“, „Mitarbeiter der Wahrheit“. Ein solcher Mitarbeiter reinigt natürlich von Unwahrheiten, wischt sie weg.</p>
<p>Schon am 29.11.1991 hatte der Journalist Hans Jacob Stehle in der ZEIT ein Interview mit Kardinal Ratzinger unter dem Titel „Auch die Religion bedarf der Reinigung“ geführt.</p>
<p>Konkretisiert wurde dieser Reinigungsgedanke in seinem Vortrag bei den Salzburger Hochschulwochen 1992 „Der christliche Glaube vor den Herausforderungen der Kulturen“. Das lief bei Ratzinger darauf hinaus, dass die (nichtchristlichen) Religionen alle auf Christus verweisen. Also dann nahe liegenderweise von der Kirche gereinigt werden. (Styria Verlag, 1993, Evangelium und Kultur, S. 15, 16, 24)</p>
<p>Am 19.1.2004 sprachen Kardinal Ratzinger und Jürgen Habermas miteinander in der Katholischen Akademie in München. Am Schluss seines Vortrags sprach Ratzinger ausdrücklich von der Reinigung, von der „gegenseitigen Reinigung“ von Vernunft und Glaube. Allerdings nannte Ratzinger die Vernunft „das göttliche Licht der Vernunft“, das die von ihm genannten Pathologien auch der Vernunft reinigen soll. Dieses göttliche Licht der Vernunft ist für Ratzinger wohl in erster Linie, als göttliches (!) Licht, ein Bestandteil der Kirche(nführung)? Und nicht die allen gemeinsame menschliche Vernunft? Bezeichnenderweise nannte Ratzinger die Pathologien der Vernunft bedrohlicher und größer als die Pathologien der Religionen. Von Pathologien im Katholizismus war bei ihm in München nur ganz am Rande und im Hinweis auf Kirchenväter des 4. Jahrhunderts die Rede!</p>
<p>Im April 2008 sprach Benedikt XVI. während seiner Reise in den USA von der „Reinigung der Kirche“ usw&#8230;auch bei anderen Reisen.</p>
<p>Am 17.5.2010 veröffentlichte Peter Seewald „40 Fragen an den Papst“ und nannte Reinigung das Lieblingswort Ratzingers.</p>
<p><em>Das Buch von Peter Seewald:</em> „Benedikt XVI. Ein Leben. 1184 Seiten. 2020. Verlag Droemer/Knaur.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12660_ratzinger-ex-papst-benedikt-die-gescheiterte-oberste-reinigungskraft_benediktxvi">Ratzinger/Ex-Papst Benedikt: Die gescheiterte oberste Reinigungskraft</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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