Armin Laschet, ein katholischer Politiker und Opus-Dei-Versteher…

Ein Hinweis von Christian Modehn

1.
Für Armin Laschet, den CDU Vorsitzenden, ist „C“ wohl eher ein „K“ im Sinne von „Katholisch“, und zwar deutlich konservativ katholisch. Doppel „K“, KKDU also. Wir werden sehen, falls Laschet denn Kanzler wird, was nicht auszuschließen ist, welche Minister er einstellt, etwas liberale und etwas links Denkende werden es sicher nicht sein. Dafür wird schon sein engster Mitarbeiter sorgen, Nathanael Liminksi, jetzt noch in Düsseldorf. Er gehört zum sehr konservativen, man möchte sagen militanten Flügel im deutschen Katholizismus und der CDU. Dies muss wohl so sein, bei dem überaus katholisch-eifrigen Vater Jürgen Liminski, der ganz offen dem Geheimclub „Opus Dei“ angehört und für die sehr rechtslastige Zeitung „Junge Freiheit“ über Catholica schreibt. Es wird sich zeigen, ob Nathanael Liminski die „Neue Rechte“ dann seinem Vter folgt und die „Neue Rechte“ unter Laschet als Kanzler durchsetzt…
2.
Dass Armin Laschet aus einem tiefen katholischen Milieu in Aachen stammt, ist bei vielen Bürgern eher „im allgemeinen“ etwas bekannt.
3.
Es lohnt sich aber für alle Interessierten, zum Thema „Der Katholik Armin Laschet“ Details zu studieren, freizulegen und öffentlich zu machen. Hier nur ein erster Ansatz, der von Journalisten fortgesetzt werden sollte, die noch ein Interesse an Recherche und Investigation bewahrt haben.
4.
Der „Religionsphilosophische Salon“ muss sich mit diesem Thema („Laschet“) befassen, weil Religionskritik zweifelsfrei zum Kern der Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie gehört. Und Religionskritik muss immer auch bezogen sein auf aktuelle Ereignisse, genau dann, wenn ein mit dem sehr konservativen katholischen Milieu verbundener Politiker, wie Herr Laschet, immer mächtiger wird…
5.
Armin Laschet wurde 1961 in der Nähe von Aachen als Sohn eines Steigers geboren. Über den Katholizismus von Laschets Jugend schreibt „Die Welt“: „Forscht man in der frühen Lebenswelt Laschets nach, meint man schnell, sich in einem Roman von Heinrich Böll zu befinden: überlebensgroß die Kirche, überlebensgroß die Herren Honoratioren, viel Klüngel, viel Chuzpe und Schlitzohrigkeit. Sowie jede Menge Doppelmoral“. (Beitrag von Thomas Schmidt am 30.1.2021, https://www.welt.de/debatte/kommentare/article225280253/Armin-Laschet-rheinischer-Katholik-und-sanfter-Reformer.html

Armin Laschet heiratet Susanne Malangré, ihr Vater ist Heinz Malangré. Laschets Schwiegervater arbeitet u.a. als geschäftsführender Gesellschafter im katholischem „Einhard-Verlag“. Für ihn wird Laschet tätig. Der Verlag besteht bis heute, er gibt u.a. die katholische Kirchenzeitung fürs Bistum Aachen heraus.
Heinz Malangré, Laschets Schwiegervater, war u.a. auch Vorsitzender des „Diözesanrates im Bistum Aachen“, er förderte Sozialprojekte im so genannten „Heiligen Land“ und wurde durch Kardinal Jaeger, Paderborn, innerhalb des von Laien wie Priestern geprägten „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ zum „Großkreuzritter“ ernannt.
Zu Kardinal Jaeger und dem „Ritterorden“ ist wichtig zu wissen: Jaeger leitete im November 1954 die erste Zusammenkunft aller deutschsprachigen „Statthaltereien“ der Grabesritter in Oberwald/St. Gallen. Während einer “Investiturfeierfeier“ sagte der Kardinal: „Die Spielregeln der Demokratie haben das Denken weithin verbogen.“ Es brauche „eine religiöse Führerschaft, die sich den ewigen Wahrheiten verschrieben hat.“ In der Abendländischen Aktion, die der konservativen “Abendländischen Bewegung“ nahestand, hatte Jaeger als Mitglied des Kuratoriums eine maßgebliche Funktion. (Quelle: https.//de.wikipedia.org.wiki/Lorenz_Jaeger. Zur Nazi- Vergangenheit des Kardinals und Kreuzritters hat Peter Bürger publiziert.)
6.
Schwiegervater Heinz ist der Bruder von Kurt Malangré, Rechtsanwalt, der von 1973 bis 1989 (!) Bürgermeister in Aachen war. Und, das ist entscheidend: Von Kurt Malangré gibt das Opus Dei Deutschland in seltener Offenheit zu: Der Oberbürgermeister war seit 1955 (!) hochrangiges Mitglied des Opus Dei. Mit salbungsvollen Worten erinnert das Opus Dei an ihr prominentes Mitglied Kurt Malangré, der die Ehre hatte, sogar noch den inzwischen heilig gesprochenen Gründer dieses Geheimclubs, den „Vater“, Josefmaria Escrivá, persönlich zu sprechen. Und der gab fromme Wünsche, man sage Floskeln, weiter an die damals leidende Gattin Malangrés…
LINK https://opusdei.org/de-de/article/kurt-malangre-ist-mit-84-jahren-verstorben/
7.
Der weltweit agierende Opus Dei Geheimbund (ca. 80.000 Mitglieder) mit seiner reaktionären Theologie sowie das „Ritterliche“ der Ritterorden spielen eine Rolle in der Spiritualität des Herrn Laschet.
Anläßlich des Rücktritts Benedikt XVI. vom Papstamt betonte Armin Laschet. „Die Schriften von Papst Benedikt XVI. würden für die Grundsatzprogrammberatung in der CDU NRWs ein „wichtige Begleiter“ sein. (Quelle: WDR https://www1.wdr.de/dossiers/religion/christentum/papstruecktritt100.html).
Das heißt im Klartext: Zum Grundsatzprogramm der CDU soll ein Papst mitreden, „Ultramontanismus“ nannte man das früher. Man stelle sich vor, Muslime in Deutschland würden sagen, ihre politische Haltung richten sie nach einem Mullah oder einem hochkarätigen Imam. Ein Aufschrei würde beginnen … auch in der CDU.
8.
Über den „Fall“ Woelki schweigt NRWs Ministerpräsident Laschet , bis jetzt, diplomatisch klug, um nicht die konservativen klerikalen Katholiken und CDU Wähler in NRW zu verschrecken. (Stand 6.2.2021) „Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will sich in die Rücktrittsdebatte um den Kardinal Woelki nicht einmischen. Das sei keine Frage, die der Staat beantworten könne,“ sagte Laschet am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf.“ (Quelle
https://www.katholisch.de/artikel/28098-laschet-vorwuerfe-gegen-kardinal-woelki-innerkirchlich-klaeren)
Diese Zurückhaltung des Ministerpräsidenten Laschet von NRW (Düsseldorf „gehört“ zum Erzbistum Köln) ist ein gewisser Widerspruch: Denn Laschet weiß als informierter Katholik, dass doch auch ein „Laie“ sich zum Wohl der Kirche äußern darf, um das Wohl der Kirche geht es doch auch im „Fall“ Woelki.
In vielen anderen „Fällen“ folgen katholische CDU Politiker gern den Weisungen der Kirche, etwa im Falle von Pro Life oder der „Homoehe“. Warum schweigt Laschet zu Woelki? Hat dies etwas mit dem Schweigen des Opus Dei zu Woelkis „Fall“ zu tun, das Opus Dei hat bekanntlich seine Deutschland-Zentrale in Köln. Oder hängt es mit dem beratenden Einfluss seines engsten Mitarbeiters in der Staatskanzlei in Düsseldorf zu tun, mit Nathanael Liminski, der dem rechten Spektrum des Katholizismus eng verbunden ist.
9.
Über Nathanael Liminski wird wohl in den nächsten Monaten viel zu sprechen sein, wenn denn Laschet Kanzler werden sollte. Ihm wird wohl sicher ein anderer Job als der des Verkehrsministers angeboten werden… Es gibt bereits jetzt einige kritische journalistische Untersuchungen zu Nathanael Liminski, dem Sohn des schon erwähnten Opus-Dei-Mitglieds und „Junge Freiheit“ Autors Jürgen Liminski. ((Ein Liminiski Artikel vom 12. Mai 2020: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2020/der-gute-ruf-2/)

Also zu Nathanael Liminski, einem der 10 Kinder (sic!, so im guten alten Sinne, vorbildlich, katholisch war man noch…) von Vater Jürgen und Mutter Martine…Das einzige Buch, das von Nathanael Liminski vorliegt hat den Titel „Generation Benedikt“, das nach den katholischen „Weltjugendtagen“ dann im Jahr 2007 erschienen ist, als werbender Impuls, dass junge Leute den Weisungen von Papst Benedikt XVI. doch folgen mögen…

„Der NRW Landesverband „SPDqueer“ macht sich Sorgen um den Einfluss eines homophoben Beraters auf den neuen CDU-Bundesparteichef Armin Laschet. Der 35-jährige Ministerialbeamte Nathanael Liminski, der als Leiter der NRW-Staatskanzlei als wichtigster Akteur im Hintergrund. Liminski
war in der Vergangenheit immer wieder durch radikalreligiöse und homophobe Äußerungen aufgefallen. So hatte er etwa 2007 gegenüber dem „Spiegel“ gesagt: „Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern….Mit seiner Nähe zu Nathanael Liminski begibt sich Armin Laschet in einen gefährlichen Einfluss der erzkonservativen und fundamental-christlichen Rechten. Diese ist ein aktiver Teil einer frauenfeindlichen, homophoben und rückwärtsgewandten Rollback-Bewegung“, erklärte Fabian Spies, der NRW-Landeschef von SPDqueer. …Spies äußerte die Befürchtung, dass Liminskis Einfluss noch steigen werde, je mehr Laschet in der Bundespolitik eine Rolle spiele….Im Kampf um die Ehe für alle stand Laschet stets auf der Seite der Reaktionären – und beugte dabei auch die Wahrheit: So behauptete er etwa als NRW-Oppositionsführer wiederholt, dass es im Grundgesetz ein verstecktes Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gebe und Deutschland daher am diskriminierenden Ehe-Recht festhalten müsse. Auf Druck der Laschet-CDU weigerte sich das schwarz-gelbe Nordrhein-Westfalen 2017, dem Gesetz zur Ehe für alle zuzustimmen. Quelle: https://www.queer.de/detail.php?article_id=38055 Vom 2.2.2021)
Siehe auch: https://www.katholisch.de/artikel/28492-nathanael-liminski-von-der-generation-benedikt-zu-armin-laschet

10.
Nathanael Liminski wird wegen seiner absolut diskreten Art, immer im Hintergrund, aber einflussreich, eine große Zukunft vorausgesagt. Wenn er älter wird, könnte er als Opus-Dei-Freund und Erzkatholik bald die Geschicke der Bundesrepublik in Richtung eines katholischen klerikalen Staates führen, falls dann nach all den Affären um Priester und Woelkis überhaupt noch Katholiken auffindbar sein sollten.
„An Laschets Kabinettstisch in Düsseldorf ist Liminski der einzige, der gerne unsichtbar bleibt. Obwohl das achte von zehn Kindern eines ehemaligen Deutschlandfunk-Redakteurs druckreif spricht, schlagfertig ist und gewitzt, lässt er sich ungern zitieren. Unserer Redaktion stand er für dieses Porträt zwar für ein Hintergrundgespräch zur Verfügung. Aus dem Gespräch durften wir jedoch keinen einzigen Satz verwenden.(Rheinische Post, 4.9.2018)
„Keinen einzigen Satz verwenden“…. Diese Maxime kennen wir aus einer Pressekonferenz Kardinal Woelkis im Februar 2021…

11.
Die Frage ist: Hätte es wirklich keinen anderen als Nathanael Liminski für das hohe Amt in Düsseldorf gegeben? Wenn das so ist, dann sehe ich darin nur ein Beispiel dafür, wie wenige freie Intellektuelle in der CDU überhaupt noch „vorhanden“ sind. Bleibt zu hoffen, dass der Politik in Deutschland ein Erzkatholik Nathanael Liminski erspart bleibt. Klerikalistische Politik brauchen wir nicht, schon gar nicht eine vom Opus-Dei-ferngesteuerte Politik.
Dies ist selbstverständlich eine Meinungsäußerung.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

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