Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich arbeite als Journalist, Philosoph und Theologe. Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Im Dezember 2018 treffen wir uns am Freitag, den 14. 12. um 19 Uhr…

in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Unsere philosophische Besinnung ist durchaus auf Weihnachten bezogen, ohne dass wir deswegen eine „Weihnachtsfeier“ veranstalten. Unser Thema ist „Die Bedeutung, wenn nicht sogar die Notwendigkeit von UNTERBRECHUNGEN in unserem Leben“. Was haben Unterbrechungen mit Weihnachten zu tun? Weihnachten ist ja kein Konsumrausch, sondern ein Fest, eine Feier, ein Gedenken. Und dies ist nichts anderes als eine „Unterbrechung“ des Alltags. Und Weihnachten ist – religionsphilosophisch betrachtet – der Vorschlag, einmal den Gedanken des Neuen Testaments konsequent mit- und weiterzudenken: Der göttliche Logos verlässt den Himmel, „gibt ihn auf“, und wird Mensch auf dieser schönen, schrecklichen Welt. Und zwar verlässt der Logos alles Göttliche und wird ganz Mensch in dem armen Mann Jesus von Nazareth. Was für eine Revolution im „Gottes-Denken“ und Erleben? In welcher Hinsicht wird „der“ Menschn denn dann auch „göttlich“? Hat dieser Vorschlag einer Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie noch eine Bedeutung auch für heutige Menschen, die sich so gern säkular, atheistisch usw. nennen? Herzliche Einladung mit der Bitte um Anmeldung, bitte nur in dem Fall, dass man fest entschlossen ist, auch teilzunehmen: christian.modehn@berlin.de

Der philosophische Salon am 23. November 2018 hatte als Thema: „Tod-Sterben-Abschied„. Einen einführenden Vortrag hielt Prof. Johan Goud aus Den Haag, Philosoph, Theologe und Pastor der protestantischen Remonstranten- Kirche. Wir näherten uns dem schwierigen Thema mit 21 TeilnehmerInnen. Das Interesse an diesen Fragen, die das Leben im ganzen betreffen, ist groß. Es war ein Salonabend in der typischen, aber immer intendierten „Mischung“ von persönlichem Erleben und grundsärzlicher Reflexion.

Das aktuelle Interview (vom 17.11. 2018) mit dem Theologen Prof. Wilhelm Gräb über „Religion: Gefährlich und unentbehrlich“ lesen Sie hier.

Was ist ein Salon? Ein philosophischer Salon? Über „die Definition“ kann man verschiedener Meinung sein. Es ist eine positive Entwicklung, wenn in unserer Kultur Alternativen geboten werden zu Akademie-Veranstaltungen mit 5 Referaten von gut honorierten Professoren an einem Tag. Die (wieder-) vorgelesenen Texte sollte besser jeder allein oder in kleiner Gruppe lesen. Die Kirchen zum Beispiel haben dies nicht erkannt: Wichtiger als große repräsentative und allmählich im Unterhalt viel zu teure Akademien wären etwa in einer Stadt wie Berlin 20 kleine Salons: Zwei, drei Räume, wie eine Galerie, vielleicht eine kleine Bibliothek, eine Teestube, und ein gemütlicher Raum zum Debattieren. Eine Art philosophischer und spiritueller Treffpunkt…

Einig ist man sich, dass sich heute sehr vieles und sehr Unterschiedliches „Salon“ nennt. Das ist ja auch gut so. Nur: Etliche Initiativen sind tatsächlich nur Varianten von Akademieveranstaltungen mit „berühmten“ Referenten. Die Teilnehmer, oft dann mehr als 40, hören (fast nur) zu, stellen zum Schluss des Referates ein paar Fragen. Dies ist keine Salonatmosphäre, in der möglichst alle zu Wort kommen.

Ich meine: Ein philosophischer Salon ist die freundschaftliche Versammlung von bis zu 20 Menschen in einem angenehm gestalteten Raum, etwa einer Galerie, warum nicht auch in einer großen Wohnung. Aber es gibt keine langatmigen Referate, nur selten kommen „berühmte“ Referenten. Diese aber sprechen dann nicht länger als eine halbe Stunde. Ein Salon: Das ein kontroverser Meinungsaustausch in überschaubarer, freundlicher Atmosphäre.

Ich gestalte seit 2007 ohne jegliche finanzielle Unterstützung „ehrenamtlich“ monatlich einen religions-philosophischen Salon. Es werden selbstverständlich keine Gebühren verlangt, nur die Raummiete sollte durch Spenden garantiert sein, das sind nicht mehr als 50 Euro.

Salons sind nie etwas „Offizielles“, sie sind trotzig anders, demokratisch, ohne Hierarchien; Orte, wo auch viele störende Fragen, auch zu den Religionen und Philosophien gestellt werden können und sollten.

Am religionsphilosophischen Salon (Freitag, den 28. September 2018) in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, nahmen 14 Interessierte teil. Unser Thema: Der Glaube an den “einen” Gott und die Gewalt. Klicken Sie hier.

An unserem Salon – Gespräch am 24.8. 2018 beteiligten sich 14 Personen. Unser Thema: „Die Weisheit der Bibel: Das Buch Kohelet“. Eine Debatte über religiöse, biblische „Sophia“. Einige Hinweise zum Thema finden Sie hier.

Unser Ausflug am Freitag, den 10. August 2018, bei sehr angenehmem Wetter, führte uns nach Erker: Gespräche und Besichtigungen im Gerhart Hauptmann Museum; auch die spirituellen Interessen Hauptmanns und seine Kirchenkritik kamen zur Sprache. Dann Spaziergang nach Woltersdorfer Schleuse (einst eine berühmte Filmstadt) und dann weiter nach Friedrichshagen in das Museum des „Friedrichshagener Dichterkreises“ innerhalb des Antiquariats von Katrin Brandel (Schwarnweberstr. 59). Für viele TeilnehmeInnen war es überraschend, wie unterschiedliche Autoren und Dichter innerhalb der wenigen Jahre ihres Miteinanders doch die politischen und kulturellen Debatten rund um Berlin mit – bestimmen konnten. Es ist zudem erstaunlich zu sehen, mit welcher Energie ein kleiner Studienkreis heute viele Details der „Friedrichshagener Dichter“ ausleuchtet und publiziert! Am (nun schon sechsten) Sommer-Ausflug unseres philosophischen Salons beteiligten sich 8 Personen. Diese Ausflüge sind Versuche, etwas mehr den Zusammenhalt, wenn nicht gar das freundschaftliche Miteinander unter den TeilnehmerInnen unserer Gespräche im Salon zu fördern. Denn ein philosophischer Salon ist kein Ort für den üblich gewordenen Konsum von Kultur.

Im Salon am 20. JULI 2018 beteiligten sich 13 TeilnehmerInnen: Wir ließen uns von einigen zentralen Erkenntnissen des Philosophen Jürgen Habermas inspirieren, etwa von seinem Plädoyer für ein Miteinander von Glaubenden und Nichtglaubenden in der säkularen Gesellschaft und seinen Hinweisen für die Voraussetzungen der Kommunikationszusammenhänge. Vielleicht ist es für viele höchste Zeit, das Denken von Habermas kennenzulernen… Und dies angesichts des aktuellen Zerfalls der Demokratien, befördert auch durch gewählte Politiker, wie Mister Trump in den USA, um von den nicht mehr demokratischen Herrschern und Politikern in Ungarn, Polen, Österreich usw. gar nicht zu sprechen…und bald auch in Deutschland, wenn sich die so genannten „Christlichen“ Politiker weiterhin der AFD Ideologie annähern und diese übernehmen, einzig mit dem verrückten Ziel, dadurch als „C“ Politiker den Job zu behalten und erfolgreich zu sein…

In unserem Salon am 22.6. 2018 diskutierten 20 TeilnehmerInnen über den „alltäglichen Rassismus“. Einige Hinweise können Sie hier lesen.

Am Freitag, den 11. Mai 2018, hatten wir einen besonderen Salonabend: Acht junge Niederländer, Mitglieder der protestantischen Kirche der Remonstranten, waren bei uns. Insgesamt 22 TeilnehmerInnen diskutierten, welche Möglichkeiten es gibt, EUROPA für uns selbst neu zu beleben angesichts des aggressiven Nationalismus. Vor allem: Kann Religion, Spiritualität, dabei hilfreich und kritisch sein? Siehe dazu einen Beitrag: Kirchen werden zu Friedenskirchen.

Der religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. März 2018 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, hatte das Thema: „Was gibt mir /uns Halt im Leben ?“ Hier finden Sie Hinweise zum Thema. 17 TeilnehmerInnen beteiligten sich am Gespräch.

Der religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. Februar 2018, hatte das Thema: „Gibt es Fortschritt in meinem Leben und in der Welt/Gesellschaft?“, an dem Gespräch beteiligten sich 18 Personen: Einige Hinweise zur Diskussion

Der Salon am Freitag, den 26. Januar 2018 war mit 21 Teilnehmern gut besucht. Für eine kontroverse Diskussion sorgte vor allem der Philosoph Wolfgang Ullrich, Leipzig; wir sprachen mit ihm über sein neuestes Buch „Wahre Meisterwerte“ (Wagenbach Verlag). Hinweise zu dem wichtigen Buch folgen.

Zu unserem Salon – Gespräch am 15. Dezember 2017 kamen 15 TeilnehmerInnen zusammen. Wir sprachen über: „Meine Philosophie der Sehnsucht“. Ein ungewöhnliches philosophisches Thema, aber vielleicht passend für die Weihnachts/Advents-Zeit. Zur Vertiefung und Kritik bitte hier weiter lesen.

Am religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 24. November 2017, beteiligten sich 19 Personen. Das Thema interessiert also durchaus: „Alles nichtig, alles eitel“: Das Vanitas Motiv in Kunst und Philosophie. Auch mit einem Beitrag zur Vanitas – Kunst von Gerd Otto. Interessant ist sicher eine Übersicht unserer Themen im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon bis Mai 2014.

Für alle, die mit den unterschiedlichen Traditionen der Theologie nicht so vertraut sind: Wenn hier von „liberaler Theologie“ oft die Rede ist, dann hat dieser Begriff nichts mit der FDP, schon gar nichts mit der FPÖ oder dem „Neoliberalismus“ zu tun…

Wir empfehlen sehr zur Lektüre und Diskussion das neue Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, in dem er die wesentlichen Impulse der liberalen Theologie aufzeigt, einer theologischen Denk – und Lebenshaltung, der nicht die Dogmen, sondern die vielfältige religiöse Erfahrung der einzelnen wichtig und fördernswert sind. Lesen Sie den Beitrag von Wilhelm Gräb.

Die Buchmesse in Frankfurt am Main 2017 ist vorbei, das Interesse an Frankreich bleibt für uns selbstverständlich. Auch das Interesse an den Religionen in Frankreich. Lesen Sie also diese Hinweise.

Wir beziehen uns mit unserer philosophischen Initiative auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig.

Die „philosophische Gemeinschaft“ als Suche nach der Wahrheit und dem ethisch guten Leben ist sicher von Sokrates vorbildlich gelebt worden: Die ursprünglichen Lebensformen waren damals zerbrochen, Sokrates „suchte in der Gemeinschaft der Philosophierenden aus dem Logos das lebenswerte Leben zu gewinnen“, wie Helmut Kuhn in seinem Sokrates – Buch schreibt. Eine Erinnerung, fern, in dieser Form schon gar nicht nachzuahmen. Es bleibt aber für uns die zentrale Aufgabe philosophischer Gesprächskreise damals wie heute: „Die Sorge um die Seele findet (für Sokrates) in der Gemeinschaft der miteinander Sprechenden statt. Erst in einer bestimmten Art von Gespräch lernen die Menschen ihre Seele als das Prinzip der freien Lebensgestaltung kennen“, schreibt der Philosoph Michael Hampe in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Die Lehren der Philosophie“, 2014, Seite 93). Die Prüfung der Seele ist die Frage nach dem, was Menschen letztlich leben lässt. Diese Frage, gemeinsam erörtert, stört den „Kulturbetrieb“ und die Routine der Religionen und Kirchen. Auf die wichtigen Beiträge Pierre Hadots zu den philosophischen Schulen in Griechenland und Rom habe ich auf dieser website hingewiesen, ebenso interessant ist die Frage, in wieweit die Kirchen als philosophische Schulen verstanden werden sollten. Über die Gastfreundschaft, die der Apostel Paulus bei einem so genannten heidnischen Philosophen, bei Tyrannus von Ephesus, Jahre lange fand, weil Paulus aus der Synagoge vertrieben wurde, siehe meinen Beitrag. Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren „gegründet“ – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen. Wenn wir selbstverständlich für die Geltung der Vernunft plädieren, dann ist immer die sich selbst reflektierende Vernunft gemeint, also die „auf vernünftige Weise lebendige Vernunft“. „Die Vernunft muss ein vernünftiges Verhältnis zu sich selbst herstellen“, wie der Philosoph Robert Pfaller schreibt.m

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­er Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie als „meine persönliche Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.