Welttag der Religionen

Datum: 20. Januar 2019

Gedenktag | Jahrestag

Am 20. Januar findet wieder der Welttag der Religionen statt, eine Initiative der Bahaii Religion. Wie kann die Versöhnung und Kooperation der verfeindeten Religionen vorankommen? Christian Modehn meint: Durch die Philosophie, die allgemein menschliche Basis, auf der alle Religionen und alle (religiösen) Menschen stehen. Die Theologien sind viel zu befangen, kritisch auf sich selbst zu schauen und Unsinniges aus den Traditionen aufzugeben. Ein Thema für den interreligiösen Dialog...Man spürt, dass Lessings Ideen leben. Gott sei Dank.

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Erinnerung an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Datum: 15. Januar 2019

Fernsehsendung | Jahrestag

Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919, wurden die beiden Sozialisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf bestialische Weise in Berlin ermordet, inszeniert von der herrschenden SPD (u.a. Ebert), diese SPD nannte sich nun "staatstragend" und sowieso anti-revolutionär. An Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sollten sich auch bürgerliche, antisozialistische Kreise erinnern, vor allem auch an das Wort der großen Humanistin Rosa Luxemburg "Die Freiheit ist immer die Freiheit der anders Denkenden". Das mussten auch bürgerliche Kreise in Deutschland langsam lernen... Siehe zu dem Thema meinen Beitrag auf der website mit einem Hinweis auf eine ARTE Dokumentation am 15.1. 2019 zu später Stunde. Und die Buchempfehlung: Sebastian Hafner, "Die deutsche Revolution", jetzt neu erschienen im Rowohlt Verlag. Ein wichtiges Thema ist auch: Rosa Luxemburg und die Spiritualität, klicken Sie hier.

Von Schleiermacher heute lernen. Ein Hinweis von Prof. Wilhelm Gräb

Datum: 21. November 2018

Jahrestag

Von Prof. Wilhelm Gräb, Berlin, November 2018 - anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schleiermacher

Veröffentlicht im Interview „Religion gefährlich und unentbehrlich“

Friedrich Schleiermacher wird von Theologen und Kirchenleitungen gern der „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“ genannt. Es gibt jetzt sogar eine Sonderbriefmarke zu Ehren seines 250.Geburtstages. Als diese im Berliner Dom vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist auch wieder an diesen angeblichen „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“ erinnert worden. Doch er wurde dies leider nicht und auch heute müsste sich in unseren Kirchen erst noch enorm viel ändern, bevor Schleiermacher seine Ideen zu einer Kirche, die in die moderne Zeit passt, auch nur einigermaßen verwirklicht sähe.

Gewiss, Schleiermacher ist seiner Zeit selbst auch Kompromisse mit der dem landesherrlichen Kirchenregiment unterstehenden preußischen Kirche eingegangen. Aber er hat sich doch mit dem König, Friedrich Wilhelm III., aufs heftigste angelegt als dieser im sog. Agendenstreit auch noch über die gottesdienstlichen Ordnungen bestimmen wollte. Schleiermachers Ideal war eine sich von unten, durch die Selbsttätigkeit der Gemeinden aufbauende Kirche, die radikale Trennung von Thron und Altar, Kirche und Staat. Er wollte eine christliche Gemeinde, die ihre Angelegenheiten selbst regelt, weil sie durch die Mitbeteiligung aller an einer Verständigung über die alle gleichermaßen betreffenden Belange des Lebens zusammengehalten wird. Die Religion gehörte für ihn essentiell zum Menschsein, weil ihm das Bewusstsein der Gottesbeziehung zugleich der Grund menschlicher Freiheit war. Den religiösen Glauben verstand er als eine unerschöpfliche Quelle der Lebenskraft, als Grund einer allen Menschen mitgegebenen Befähigung zu Autonomie, zur Selbstbestimmung in den religiösen wie in allen anderen Dingen des Daseins.

In seinen „Reden über die Religion an die Gebildeten unter ihren Verächtern“ (1799), 10 Jahre nach der französischen Revolution, entwickelte Schleiermacher sein bis heute inspirierendes Kirchenideal. Er sprach von der Kirche als einer „vollkommenen Republik“, in der alle wechselseitig aufeinander wirken, Geben und Nehmen allen gleichermaßen eigen, die Unterscheidung zwischen Priestern und Laien aufgehoben ist. Eine Kirche, die dennoch nicht nur ein frommer Zirkel ist, sich nicht aus der Welt zurückzieht, sondern die „Anschauung des Universums“ betreibt, die Suche nach dem Sinn des Ganzen und unseres eigens Dasein zu ihrer Sache macht.

Es braucht Orte und Gelegenheiten in der Gesellschaft, wo wir uns über die existentiellen Fragen des eigenen Lebens und wie über das, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält, verständigen können. Dass die Kirche ein solcher Ort in der Gesellschaft sein könnte, das war Schleiermachers Traum. Ich meine seine Impulse sind aktueller denn je!

copyright: Wilhelm Gräb, Berlin.