Tolstoi als Philosoph und Religionskritiker: Hinweise anläßlich seines 110. Todestages

Datum: 20. November 2020
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Leo Tolstoi - der Dichter, immer noch viel gelesen, war auch ein Philosoph und ... ein Religionskritiker, der sogar als junger Mann eine eigene Religion, eine humane Religion der Mitmenschlichkeit begründen wollte.
Für weitere Ideen und Hinweise: https://religionsphilosophischer-salon.de/13053_leo-tolstoi-als-philosoph-anlaesslich-seines-todestages-1910_aktuelle-buchhinweise/philosophische-buecher

Literatur und Poesie als Theologie verstehen: Über den Theologen Jean Pierre Jossua

Datum: 24. September 2020
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Ein ungewöhnlicher Theologe feiert am 24.9.2020 seinen 90.Geburtstag. Jean-Pierre Jossua aus dem Dominikanerorden, er lebt in Paris. Leider ist sein umfangreiches literarisch-theologisches Werk in Deutschland fast unbekannt. Deswegen ein Hinweis anläßlich seines Geburtstages. (LINK: https://religionsphilosophischer-salon.de/12992_poesie-und-literatur-als-theologie-ueber-die-suche-nach-dem-ewigen-der-theologe-jean-pierre-jossua-paris_denkbar)

Hegels Denken lebt… auch über alle Feierlichkeiten im August 2020 hinaus

Datum: 18. November 2020
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Hegel ist am 14. November 1831 in Berlin gestorben, aber sein Denken ist entgegen vieler polemischer Behauptungen nicht tot. Seine Philosophie ist inspirierend, sie lebt. Damit die umfassend "gefeierte" Erinnerung an seinen 250. Geburtstag am 27.8.2020 nicht allzu schnell verblasst: Hier ein Hinweis auf Hegels Denken, anläßlich seines Todestages am 14. November 1831 in Berlin formuliert. Ich erinnere dabei an eine bislang fast vergessene Dimension seines Denkens: Die spirituelle Bedeutung seiner Philosophie. Und diese ist eine Provokation für dogmatisch fixierte Christen...(LINK: https://religionsphilosophischer-salon.de/12989_glauben-ist-die-lust-zu-denken-sowie-hegel-und-der-rassismus_aktuelle-buchhinweise/philosophische-buecher)

Am 20.9.2020 habe ich noch einen weiteren Hinweis zum Thema veröffentlicht: "Mit Hegel über Hegel hinausdenken", dieser Beitrag bietet eine Vertiefung zur Frage: Was hat Hegels Philosophie für eine heutige christliche Spiritualität zu sagen? (Link:https://religionsphilosophischer-salon.de/13006_mit-hegel-ueber-hegel-hinausdenken-fuer-eine-vernuenftige-christliche-spiritualitaet_denkbar)

Die Abgründe der Seele und der Wahnsinn der Politik: Erinnerungen an Francois Mauriac

Datum: 11. Oktober 2020
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Erinnerung an den Schriftsteller Francois Mauriac, vor 135 Jahren geboren, am 11. Oktober 1885. (Gestorben ist er vor 50 Jahren, am 1.September 1970)

Sind Mauriacs Romane etwa "überholt"? Hat er politisch auch heute Anregungen zu geben hinsichtlich des Engagements für die Menschenrechte? Wie ist seine Rolle in der Résistance und danach einzuschätzen? Was bedeutet es, wenn er sich einen "katholischen Schriftsteller" nannte?

Mit Nietzsche weiterdenken: Hinweise anläßlich seines 120. Todestages am 25.8.2020

Datum: 25. August 2020
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Die Bücher von Friedrich Nietzsche werden viel gelesen, die kritische Edition und Kommentierung seiner Werke geht weiter, wie etwa in der "Forschungsstelle Nietzsche".
Der Religionsphilosophische Salon Berlin hat sich immer wieder mit Nietzsche - auch in den "Salongesprächen" - beschäftigt.
Ich stelle hier vier z.T etwas ausführlichere Hinweise noch einmal vor, die in dem Zusammenhang entstanden sind. Diese Beiträge richten sich naturgemäß für einen philosophischen Salon der Philosophierenden (nicht der Fachphilosophen) an ein weites, interessiertes Publikum. LINK

Das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes wird befohlen

Datum: 18. Juli 2020
Ort: Alle katholischen Gemeinden
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Am 18. Juli 1870, also vor 150 Jahren, hat Papst Pius IX. das "Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes" - auch gegen den Willen vieler Bischöfe - durchgesetzt und verfügt.
Diese Thema ist alles andere als ein "bloß kirchen-internes". Dieses Dogma hat die weitere Isolierung des Katholizismus vom richtigen Geist der Aufklärung und der Moderne beschleunigt. Katholiken werden bis heute mit allerhand "zu Glaubendem" von päpstlicher Seite konfrontiert, man denke nur an die immer noch gültige Ablehung "der Pille" durch die Päpste. Der katholische Glaube wurde und wird vom Klerus als autoritäres Lehr-System dargestellt, dem sich heute viele Katholiken entziehen oder dieses System schlicht ignorieren. Offizielle Lehre und tatsächlicher Glaube brechen also auseinander. Aber das starre Kirchen - System des Klerus dominiert weiter...
In einem etwas ausführlicheren Beitrag plädiere ich für die naheliegende Abschaffung des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes LINK

Und dabei wurde mir von einem Traum berichtet: "Manchmal werden einige wenige Katholiken von Träumen erfreut. Sie sehen einen vatikanischen Günter Schabowski vor sich, der auf die Frage „Wann wird das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes abgeschafft?“, ganz einfach sagt: „Ich glaube, nach meiner Kenntnis, ist das sofort, unverzüglich

Hans Blumenberg: Der 100. Geburtstag

Datum: 13. Juli 2020
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Hans Blumenberg ist sicher einer der besonders eigenwilligen und eigenständigen Philosophen. Am 13. Juli 1920 wurde er in Lübeck geboren, gestorben ist er am 28.März 1996 in Altenberge bei Münster. Er hat als Professor für Philosophie, zuletzt in Münster, ein umfangreiches Werk veröffentlicht, etwa zur Legitimität der Neuzeit oder zur Bedeutung der Metaphern sowie zur Matthäuspassion von Bach...Es erscheinen bis heute noch Arbeiten aus dem Nachlass. Ich schlage die Erinnerung an einen Philosophen vor, der sich in seinen ersten philosophischen Arbeiten noch stark mit dem alten katholischen Denken, der Scholastik verbunden wusste, sich dann von der dogmatischen Gestalt der Kirche befreite und eigene Denk-Wege ging...LINK

Max Weber lebt in seinem Werk: Vor 100 Jahren gestorben. Und eine These:”Die katholische Moral bzw. Dogmatik und der Geist der Korruption”.

Datum: 14. Juni 2020
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Max Weber ist einer der bedeutenden Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, vielseitig gebildet, ein hervorragender Soziologe und Historiker, ein Kenner der Religionen. Am 14. Juni 1920 ist er gestorben. Sein Werk lebt, es verdient wie immer schon weiteste Beachtung und Diskussion. Klicken Sie hier für einige Vorschläge zum Weiterdenken und Lesen. Und lesen einen Sie einen Vorschlag, ganz im Geiste Max Webers: Es sollte eine Studie entstehen - analog zu seinem berühmten Buchtitel - mit dem Titel: "Die katholische Moral bzw. Dogmatik und der Geist der Korruption". Zu dieser These siehe den eigenen Beitrag.

Jean-Paul Sartre gestorben am 15.4.1980, bestattet am 19.4.1980.

Startdatum: 15. April 2020
Enddatum: 19. April 2020
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Wer die Dimensionen menschlicher Freiheit philosophisch ausleuchtet, wird auf die Arbeiten Jean Paul Sartres nicht verzichten können. Der 40. Todestag am 15.4 und der Tag seiner wahrlich beeindruckenden Bestattung (was die Anzahl der Trauernden angeht) am 19.4. 1980 sind ein Anlaß, noch einmal auf sein Werk, aber auch auf seine Person zu schauen. LINK

Der Bestattung auf dem Friedhof Montparnasse war ein langer "Trauer-Zug" durch die Straßen im Montparnasse - Viertel vorangegangen. Man schätzt, dass insgesamt 50.000 Menschen an diesem Ereignis teilgenommen haben. Seit der Bestattung von Victor Hugo hatte es in Paris keine so bewegende Bestattung gegeben. Wahrscheinlich folgten noch mehr Menschen der Bestattung von Edith Piaf, der ein kirchlicher (katholischer) Abschiedsritus vom Bischof verweigert wurde. Sartre wollte keine religiöse Zeremonie.

Erzbischof Oscar Romero vor 40 Jahren ermordet

Datum: 24. März 2020
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Auch in diesen Zeiten der Pandemie gilt, "anderes" zu denken und sich z.B. an Menschen zu erinnern, die vorbildlich ihr Leben für andere einsetzten: Etwa: Erzbischof Oscar Romero von San Salvador, Zentralamerika. Ein "heiliges Vorbild". Er wurde vor 40 Jahren, am 24, März 1980, während eines Gottesdienstes am Altar erschossen, von sich katholisch nennenden rechtsextremen Militärs, die mit der Regierung zusammenarbeiteten. Lesen Sie den Beitrag: Wer erschoss Erzbischof Romero?

Hölderlins Geburtstag

Datum: 20. März 2020
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Eine der großen Anregungen des Dichters Friedrich Hölderlin (geb. am 20.3.1770, gest. 7.6.1843) ist die Verbindung von griechischer Mythen - und Götterwelt mit dem christlichen Glauben. Hölderlin erwartete auf diese Weise, dass der christliche Glaube freundlich, liebevoll, lebendig wird. Ich sehe in Hölderlin einen Vorläufer eines weiten bzw. erweiterten Glaubens, also einer Verbindung von Christlichem und "Nicht-Christlichem". Ob er dabei gescheitert ist, bleibt eine Frage. Aber heute suchen Menschen weltweit Verbindungen von Christentum und Buddhismus, von Christentum und Aymara-Kultur, von Christentum und afrikanischen Kulturen, von Christentum und moderner demokratischer Lebensform etc. Deswegen ist die Erinnerung an Hölderlin wichtig...link

Hegel – 250. Geburtstag

Datum: 27. August 2020
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Ich weise auf meine längeren, einführenden Beitrag zu Hegels Deutung des Menschen.

Am 27.August vor 250 Jahren wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich HEGEL geboren. Ich behaupte: Ein Philosoph, den jeder/jede wenigstens "ansatzweise" kennen sollte. Kaum ein anderer Philosoph hat nicht nur das Denken, sondern die Weltgeschichte so sehr bestimmt: Man denke an die Wirkungsgeschichte durch Karl Marx. Aber auch durch die eigenen Werke, etwa die Phänomenologie des Geistes oder die Religions- und auch Geschichtsphilosophie. In den kommenden Wochen folgen weitere Beiträge. Zunächst eine kleine Rezension des umfangreichen Buches "Hegel - eine Biographie" von Klaus Vieweg. LINK
Auperdem auf meine Essay über Hegel und der Katholizismus: (LINK: https://religionsphilosophischer-salon.de/7474_der-katholizismus-ist-veraeusserlicht-aus-aktuellem-anlass-ein-hinweis-zur-religionskritik-georg-w-f-hegels_denken-und-glauben)

Sexueller Missbrauch im Berliner Canisius Kolleg wird vor 10 Jahren öffentlich zugegeben!

Datum: 28. Januar 2020
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Am 28. Januar 2010 veröffentlichte die "Berliner Morgenpost" einen Beitrag von besonderer Bedeutung: Der Rektor des Gymnasiums "Canisius Kollegs" in Berlin-Tiergarten, der Jesuitenpater Klaus Mertes, hat offen zugegeben: Es gab sexuellen Missbrauch durch Jesuitenpatres an dieser Schule. Diese Meldung hat sofort eine tiefe Erschütterung, eine Art Beben, in der Kirche verursacht. Bis heute wid darum gerungen, wie die Institution Kirche mit den vielen Opfern umgeht, wie Entschädigungen für das seelische wie körperliche Leiden möglich werden. Seitdem wird in der katholischen Kirche - aber auch in anderen Organisationen, auch in den Familien - sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erforscht, es gilt: Ab sofort Missbrauch zu verhindern.
Dieser 28. Januar 2010 ist also in gewisser Hinsicht ein Gedenktag! Seitdem ist das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche zutiefst erschüttert! Laut Forsa-Umfragen 2019 haben nur noch 14 Prozent der repräsentativ Befragten "Vertrauen in die Katholische Kirche in Deutschland". (Vertrauen in die evangelsiche Kirche haben hingegen 36 Prozent).
Einer, der als Betroffener trotz aller Verletzungen, aller Scham, endlich auf eine Freilegung der schlimmen Tatsachen drängte, der also auch Pater Mertes zu seinem vorbildlichen Handeln drängte, ist Matthias Katsch. Abiturient im Canisius-Kolleg 1981. Matthias Katsch ist heute ein international geachteter Sprecher der Betroffenen und auch deren "Organisation" in Deutschland, dem "Eckigen Tisch".
Matthias Katsch hat jetzt ein wichtiges, sehr lesenwertes Buch veröffentlicht: "Damit es aufhört. Vom befreienden Kampf der Opfer sexueller Gewalt in der Kirche" (Nicolai Verlag Berlin, 2020, 18 EURO). Lesen Sie diese Buchbesprechung. LINK

Das Ende von Auschwitz vor 75 Jahren: Erinnerung an das Grauen. Und Mobilisierung heute für Demokratie und Rechtsstaat.

Datum: 27. Januar 2020
Gedenktag | Jahrestag

Wie oft haben Deutsche in Ost und West aufgrund offizieller Aufforderung der Befreiung von Auschwitz gedacht? Durch die russische Armee, übrigens. Wie stark sind die Wirkungen dieses jahrzehntelangen Gedenkens, der Erinnerung, der offiziellen Reden? Man könnte verzweifeln, wenn man den heutigen Faschismus und Antisemitismus in Deutschland denkt. Haben diese Leute trotz aller Erinnerungen nichts gelernt, haben nicht in ihre Seele und ihre Vernunft aufgenommen, was das systematische Töten dieser Menschen, der anderen, der Juden, dort bedeutet?
Erst wenn man beginnt zu fragen, was denn eine wirksame, eine seelisch wirksame Erinnerung bedeutet, kommt Deutschland aus dem Neofaschismus wieder heraus. Dieser verdirbt die Kultur, die Demokratie, die Menschen. Vielleicht sollten Demokraten das Auschwitz-Gedenken täglich begehen und dabei immer sagen: Wer sich an Auschwitz erinnert, verteidigt die Demokratie heute. LINK