Warum lassen wir `gestrandeten` Menschen und ertrinkenden Flüchtlingen nicht genauso viel Aufmerksamkeit und Hilfe zukommen wie diesem Buckelwal?

Die 30. unserer „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 28. März 2026

1.
Diese Frage ist unerhört, also hoffentlich irritierend für Leute, denen ihre Tier“liebe“ über alles geht. Und die aber gern zusehen, wenn von Frontex Flüchtende im Mittelmeer wieder zurück nach Libyen geschickt werden.

2.
Wir leben in einer Menschheit, in der Buckelwale – bei allem Respekt für diese Tiere, die sich in der Klimakrise verirren – sorgsamer behütet und täglich in den allen großen Fernsehnachrichten aufmerksamer mit allen Details der Hilfe gewürdigt werden als die krepierenden Menschen im Mittelmeer oder im Atlantik, auf dem verzweifelten Weg nach Spanien.

3.
Wir halten dieses übermäßige, schon extreme Interesse für diesen so „süßen“, so armen, so hilflosen Buckelwal angesichts der vielen tausend bewusst dem Ertrinken überlassender Boots – Flüchtlinge für eine Schande. Mindestens 20.000 Flüchtlinge sind bisher im Mittelmeer krepiert.

4.
Für das nicht gerade menschenfreundliche Frontex-Regime ist es bezeichnend: Der ehemalige Frontex Chef Fabrice Leggeri wird vom Pariser Ermittlungsrichter wegen möglicher Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht und hoffentlich angeklagt und genauso hoffentlich auch verurteilt. Dieser einstige Frontex Chef war bezeichnenderweise inzwischen in der rechtsextremen und einst explizit rassistischen Partei Marine Le Pens, dem Rassemblement National, zu führender Stellung gekommen und 2024 auf Listenplatz drei für die Wahl zum Europaparlament gesetzt worden. Darf man vorsichtig sagen: Ein Rassist war Chef der Frontex zur Abwehr der Flüchtlinge. (Siehe als Beleg: Süddeutsche Zeitung, 27. 3. 20926, Seite 6.)

5.

Zum aktuellen Sterben der Flüchtlinge im Mittel-Meer vor Kreta am 29.3.2026:LINK

Zur riesigen Rettungsaktion des Wals in der Ostsee und der riesiegen Aufmerksamkeit der Medien, erneut am 29.3.2026: LINK 

6.

Unsere westliche Kultur, sie behauptet manchmal noch christlich zu sein, wird als „tier-liebend“ und „flüchtlings-feindlich“ bewertet werden. Diese „Tierliebe“ gilt  (für Fleich-Esser natürlich nicht) angesichts der Millionen  gequälter „Nutztiere“, in den überfüllten Stall-Anlagen oder den grausamen „Viehtransporten“… Tierliebe gilt für die Millionen Haustiere bei uns zu Hause und die exotischen Tiere („Danke“ dir, rechtsextreme Brigitte Bardot, für deinen so frühen, so „vorbildichen“Einsatz)… Nebenbei: Wann werden Haifische das lustige Baden in der Nordsee stören?

 

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

 

Warum besucht Papst Leo XIV. am 28. März 2026 ausgerechnet das Fürstentum Monaco? Die 29. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 17.3.2026

Eine religionskritische Satire zu einer problematischen „apostolischen Reise“

Auf diese Frage sind mehrere richtige Antworten möglich, eine Antwort ist wahrscheinlich die besonders treffende. (Unsere Antwort am Ende des Beitrags)

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

1 …weil er sich mit Fürst Albert II. nach dessen Privataudienz im „Apostolischen Palast“ so blendend und herzlich versteht? (Der Fürst verfügt nach Schätzungen über ein Vermögen von 1 Milliarde US Dollar).

2 …weil der Papst gern drei Stunden im Helikopter sitzt, der ihn von „Heiligen Stuhl“ nach Monaco transportiert? Also: Ein päpstlicher Beitrag für einen hohen CO2 Ausstoß…

3 …weil er hofft, dort mit einer der vielen Superluxus-Yachten im Mittelmeer etwas herumkurven zu können und dabei als Dank allen Superluxus-Yachten seinen apostolischen Segen erteilt?

4 … weil er in Monaco ein Augustinerkloster gründen will oder nach Spuren seines absolut höchst geliebten „Vater“ Augustin dort sucht? Der erste Teil dieser Frage ist schon jetzt ausgeschlossen, weil der Augustinerorden in Europa fast nur noch alte Herren als Mitglieder zählt und an Kloster – Neugründungen gar nicht zu denken ist.

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

5 … weil der Papst sich freundschaftliche Beratungen und vor allem Hilfen finanzieller Art vom Fürsten und den Seinen verspricht – für den nicht gerade finanziell glänzend dastehenden Heiligen Stuhl?

6… weil er diesen Winzling von Staat Monaco liebt, denn dort ist noch wie einst die uralte katholische, päpstliche Moral staatliches Gesetz: Gegen Abtreibung, gegen gesetzlich mögliche Sterbehilfe…Darum muss doch sonst, weltweit, der Papst nur – erfolglos – kämpfen.

7… weil er zeigen will: Papst Franziskus unternahm seine erste Reise innerhalb Italiens nach Lampusa zu den Flüchtlingen.. Aber er als Leo und „Sohn des heiligen Augustinus“ macht genau das Gegenteil: Er besucht die Superreichen..

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

8… weil er die an dieser Reise Interessierten auffordert, die Papstpredigt in der Kathedrale von Monaco schon jetzt zu schreiben! Das ist doch bei allen üblichen Floskeln nicht schwer. Die päpstliche Predigt sollte also diese Worte enthalten: „Friede ist zentral“; „wir danken dem Fürsten und seiner Familie Grimaldi für ihre Treue zum katholischen Glauben“; „auch Superreiche gehen selbstverständlich ins Himmelreich ein, bei dem Thema irrte Jesus von Nazareth ein bißchen, als er lehrte: Reiche gehen NICHT ins Himmelreich ein“; „nicht nur Monaco, alle demokratischen Staaten sollen den katholischen Moralvorstellungen folgen“; Eheschließungen für Homosexuelle sind Monaco ausgeschlossen, Bravo sage ich als Stellvertreter Christi; Frankreich als Nachbar Monacos ist mit seinem „Laizismus“ kein gutes Vorbild für Katholiken; die Kirche hat nicht nur eine „Option für die Armen“, sondern muss immer auch ihre Liebe zu den Reichen und Superreichen zeigen, nur das zahlt sich wirklich für den Vatikan aus; ….Dies sind einige zu erwartende Floskeln der Papstansprache in Monaco…(Wir wären überrascht, wenn Leo XIV. den Mut hätte, genau das Gegenteil zu verkünden).

9… weil unter den Superreichen viele Depressionen und Sinnkrisen bestehen; der Bischof von Monaco nannte dies jetzt bereits die furchtbare „Armut“ der Bewohner Monacos; die seelische Krankheit dieser „Armen“ könne durch eine päpstliche Botschaft wenn nicht geheilt, so doch gemindert werden. Also: Bitte mehr Seelsorge für die Superreichen, die haben dies bitter nötig. Zum Teilen ihres Reichtums wird der Papst sie selbstverständlich nicht explizit oder gar prophetisch auffordern, das wäre doch ein bißchen undiplomatisch und zu unfreundlich gegenüber dem Milliardär – Fürsten…

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

10… weil er (mit einem Pass des lateinamerikanischen Staates Peru ausgestattet) die Superreichen von Monaco auffordern will, sich für die Theologie der vom Kapitalismus arm Gemachten, also die „Theologie der Befreiung“ in Lateinamerika einzusetzen. Denn in Peru ist bekanntlich die Theologie der Befreiung entstanden (Gustavo Gutiérrez als Initiator).

11… weil der Papst Einladungen der gegen die Mafia kämpfenden Priester und Staatsanwälte in Italien bisher nicht beachtet hat, ebenso die Einladung in Neapels Elendsviertel, deswegen fliegt er im Helikopter ins schöne Monaco… Dies kann doch eine (spirituell ???) reiche Vorbereitung sein für den dann folgenden Palmsonntag, am 29. März. Dann starten wieder die Floskeln in den Predigten…

12…weil er weiß: Kein anderer Papst hat jemals eine solche, dermaßen vööig überflüssig erscheinende Reise unternommen? (Fehlt bloß noch, dass der Papst diese seine Monaco – Exkursion als „apostolische Pilgerfahrt“ deklariert.)

13… weil er weiß, dass einige Journalisten den päpstlichen Hofstaat und seine Diplomatie immer noch beobachten bzw. aus beruflichen Gründen selbst die absurdesten Papst-Reisen beobachten müssen.Dabei hätten sie Wichtigeres zu tun. Und ein Papst wohl auch. An eine Reise in die Ukraine denkt Papst Leo offenbar nicht. Er betet ja, wie nett,  für die Ukraine. Betet er für den Sieg der Ukraine gegen die Russland?

PS: Wir halten die Antwort Nr. 5 für die „besonders treffende“.

Siehe auch unseren Hinweis vom 11.2.2026 zur Reise des Papstes ausgerechnet nach Monaco mit Informationen über das Fürstentum: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de

Ist ein böser Gott heute in den USA allmächtig?

Die 28. der „unerhörten Fragen“ des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“

Von Christian Modehn zuerst am 27.1.2026 veröffentlicht, erweitert am 6.2.2026.

„Unerhörte Fragen“ haben eine provokative Kraft. Aber sie werden von den Herrschenden kaum „erhört“, d.h. sie haben nur selten eine verwandelnde Kraft. Weil die unverschämt Handelnden unbeirrt unverschämt (unerhört) bleiben.
Aber: Unerhörte Fragen müssen erläutert werden. Dies ist Ausdruck von Hoffnung.

1.
Trump inszeniert sich ständig gern als allmächtig. Nur sein Wille zählt. Vor ihm haben alle gefälligst niederzuknien…
Trump ist absolut launisch, nur auf sein Ego (und sein Geld bzw. die entsprechenden Deals) fixiert; er sei bösartig und hinterhältig, sagen viele, die ihn kennen, gerade aus Kreisen kritischer amerikanischer JournalistInnen. Sie werden von Trump aufs übelste beschimpft. Pressefreiheit will er auch auf diese Weise bekämpfen.

2.
Weil die Bürger der USA und die klein gewordene demokratische Weltgemeinschaft Trump nicht definitiv fassen können, also aus dem Amt entfernen können, um Schlimmstes zu verhindern, suchen viele kompetente Beobachter Zuflucht zu Definitionen, die ihn wenigstens in der Theorie zu „fassen“. So wird die Unfähigkeit der demokratisch gesinnten Menschen etwas beruhigt und man hofft etwa als Philosoph, dass die Stimmen der Kritik irgendwann die Verhältnisse zum Besseren wenden, zur Wiederkehr der Demokratie.

3.
So sehen die wichtigsten Trump – Kritiken aus:
Timothy Snyder meint: Der Trumpismus ist Faschismus.
Felix Sassmannshausen nennt den Trumpismus einen „Cäsarismus“.
Gustav Seibt zieht es vor, Trump mit Nero zu vergleichen.

4.
Der Trumpismus sei aber vor allem ein Neo – Royalismus, betonen die amerikanischen Politologen Stacie Goddard und Abraham Newman in der Zeitschrift „Le Grand Kontinent“. LINK.

Der Trumpismus zeichne sich durch die strikte Leugnung zweier Grundprinzipien der aktuellen Weltordnung aus: Trump leugnet die „gegenseitige Anerkennung der äußeren Souveränität der Staaten und den Vorrang des Rechts als Grundlage der politischen Legitimität und als Grenze der Machtausübung“, so fasst „Perlentaucher“ am 5.2.2026 eine zentrale Erkenntnis zum „Neo – Royalismus“ zusammen.

5.
Trump der neue allmächtige, willkürliche König („Neo-Royalismus“):
Von da aus ist es naheliegend, auch den Titel „Gott“ aus der Bibel und der kirchlichen Tradition auf Trump zu beziehen, zumal ja Trump und die Seinen so oft vom Biblischen schwadronieren. Der auferstandene Christus wird von Katholiken als Christ – König verehrt und vor allem: „Alten Testament“ gibt es zentral das Bekenntnis: „Gott ist König“, siehe etwa die Psalmen, Jesaja, Jeremias etc…

6.
Trump also: der oberste „Neo -Royal“, er deutet öffentlich sein Amt als von Gott gegeben. Er verkündet: Als Präsident wurde er von Gott selbst im Attentat am 14.7.2024 gerettet. „Monate später, im Mai 2025, organisierte der Verteidigungsminister einen christlichen Gebetsgottesdienst im Pentagon, bei dem laut der New York Times ‚Präsident Trump als von Gott bestimmter Führer` gefeiert wurde’“, berichtet „Le Grand Continent“.

7.
Fest steht. Trump gilt unter den „(weißen) Christlichen US – Nationalisten“ als „Messias“. Und der „Messias“ wird von christlichen Theologen als göttliche Gestalt, als Gottmensch, als Erlöser, verstanden und propagiert.
Von da aus kann man sich gut in Trumps Wahn hineindenken, er sei der Messias, also etwas Göttliches. Spätestens seit dem Philosophen Ludwig Feuerbach (1804-1872) wissen wir: Es sind die Menschen, die sich ihre Götter schaffen: Den naiven lieben Opa im Himmel genauso wie den bösen Gott, der als Neurotiker nur eine bestimmte Gruppe von Menschen als die „Seinen“ fördert und alle anderen schikaniert. Der aber als der oberste regierende Gott einen Hofstaat von Halb -Göttern um sich schart.

8.

Es sind die Milliardäre, die Halbgötter, die diesen obersten Gott zu eigenem finanziellen Nutzen unterstützen.
Es ist der Wahn so vieler nationalistisch verdorbener Menschen, die diese Präsenz dieses Gottes für sich als Vorteil ansehen und ihn durch Wahlen an die Macht bringen.
Es ist die systematisch und total ausgebaute Macht – Gewalt des Gott – Herrscher…

9.
Jeder und jede unter Trump Leidende kann diese Liste der Eigenschaften des bösen Gottes fortsetzen.

10.
Aufgrund seiner oben genannten „Qualitäten“ können kritische Beobachter Trump als einen bösen Gott verstehen. Der ägyptische Gott Seth gilt als typisches Beispiel für den bösen Gott, er ist verantwortlich für Chaos, Vernichtung, Krieg und Leiden…In der griechischen Mythologie werden böse Götter genannt, etwa Kronos: Er frisst seine eigenen Kinder.

11.
Beachtlich auch der göttliche Ritus: Wenn Trump eine seiner vielen Verordnungen und Gesetze unterschrieben hat, zeigt er das Dokument, hoch haltend, auch drehend, damit jede Kamera auch seine viel zu lange, künstlich aufgeblähte spitze Unterschrift wahrnimmt: Trump will in dieser Zeremonie religiöse Vorstellungen wecken … etwa Erinnerungen an Moses, als er die Gesetzestafeln Gottes dem Volk zeigte. Dies ist ein beliebtes Motiv der Künstler, man denke an Valentin de Bourgognes Gemälde (1628). Diese Unterschriften – Riten Trumps im Beisein seiner ihn bewundernden „Gemeinde“ (Vance und andere Halbgötter; Vance wird bald der neue Gott sein) sind also eine bewusst eingesetzte religiöse Zeremonie, die direkten Bezug hat zu tiefsten religiösen Traditionen von Judentum und Christentum. Der Gott zeigt sich seinem Volk.

12.

ABER, dies ist der entscheidende Unterschied: Moses hatte die Gesetzestafeln empfangen, nicht selbst geschrieben, Moses stand UNTER dem einen, dem befreienden Gott. Trump hingegen formuliert selbst diese verheerenden Gesetze, er maßt sich an, Herr aller Gesetze, allen Rechts, zu sein.

13.

Und Trump „schwingt sein Schwert“, ständig: gegen die Demokratie, gegen die eigenen Bürger, wenn sie zur Opposition, gehören. Die USA werden allmählich zur Diktatur. Wer es sich leisten kann, flieht, etwa nach Kanada.

14.
Die demokratischen Mitbürger seines Landes betrachtet der böse Gott explizit als Feinde, auf die er in seinem offiziellen KI- Video tatsächlich Scheiße von oben wirft. Tiefer kann ein so genannter Präsident nicht sinken…Quelle: LINK. https://www.sueddeutsche.de/kultur/ki-video-donald-trump-fake-no-kings-koenig-faekalien-li.3327809
15.
Im biblischen Mythos rettet Gott das unterdrückte Volk aus der Herrschaft des Pharaos in Ägypten. Er beruft Moses als den Befreier des Volkes.
Der wahre Gott ist der befreiende, der menschliche Gott…Der Prophet Jesus von Nazareth brachte definitiv Klarheit: Gott ist der liebende Vater eines jeden Menschen.  Das ist die humane Botschaft des christlichen Monotheismus.

16.
Wie lässt sich der genannte biblische Mythos in die Sprache der säkularen Welt übersetzen? Als wahres Göttliches können heute nur die universellen Menschenrechte gelten. Sie fordern Respekt, Gerechtigkeit, Gleichbehandlung vor dem Gesetz für einen jeden Menschen. In dem Sinne: Demokraten weltweit leisten Widerstand in Gruppen, Parteien, Organisationen, in NGOs, sicher auch in einigen Kirchen-Gemeinden, die öffentlich und lautstark, trotz aller Medien – Herrschaft durch diesen Gott und seine Halbgötter, für die Befreiung kämpfen, für die Befreiung von Göttern und Halbgöttern.

17.
Das ist die verstörende Erkenntnis dieser Wochen und Tage: Wir leben tatsächlich in einer poly-theistisch bestimmten Welt der vielen bösen Götter (sie haben auch den Namen „Neoliberalismus“). Die vielen bösen Götter der Gewaltherrschaft sind Produkte der „Theologie“, der Ideologie, der Rechtsextremen, der Nazis, der Faschisten usw. Als die „Neue Rechte“ („La Nouvelle Droite“) sich um 1970 in Frankreich und von da aus in ganz Europa und Amerika etablierte, war der Polytheismus Mittelpunkt ihrer Ideologie. Die wahren Monotheisten, die Verteidiger der universell gelten Menschenrechte, waren und sind ziemlich hilflos bis jetzt.

PS 1.:
Diese unsere unerhörte Frage wurde von einem wichtigen Dokumentar-Film der ARD am 12.1.2026 angeregt: „Trump & us“. Die drei Teile des Films sind bis 10.1.2028 in der Mediathek verfügbar. LINK

Wir haben schon 2025 ein viel beachtetes Gebet formuliert, das die Trump-Gläubigen jeden Tag sprechen, eine Neufassung des Songs „Ich bete an die Macht der Liebe“… : LINK:

Dieser Beitrag wurde am 27.1.2026 zuerst publiziert, dem Gedenken an die „Befreiung von Auschwitz 1945“, dem Gedenken also an das vorläufige Ende der Nazi-Herrschaft in Europa; die Nazi-Herrschaft  ist Inbegriff der Herrschaft böser Götter, denen so viele Menschen folgten.

Die ständige Verführbarkeit der so genannten Monotheisten, also der Verehrer des wahren, des humanen Gottes durch die bösen Götter ist ein dringendes Thema der  Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phien und kritischen Theologien.

PS 2.:Der Spiegel (online) nennt am 15.2.2026 „Trump- einen SATANISCHEN Wettermacher“, ein Kommentar von Dirk Kurbjeweit. Sozusagen eine Zuspitzung bzw. Variation unserer These: „Trump als böser Gott“.  Wer stürzt einen „Satan“, wer stürzt einen „bösen Gott“? Falls das gelingt: Welcher „Satan“ kommt danach, welcher „böse Gott“ kommt danach, wenn die vernünftigen demokratischen Menschen nicht SEHR aufpassen!

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

 

 

 

 

 

Warum klagen Juden, Christen und Muslime ihren Gott heute nicht an: Wegen der übelsten Zustände auf dieser Welt.

Die 27. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 6.7.2025

Einst gehörte die Anklage Gottes durch die Frommen im Judentum (Hiob) und im Islam (Attar) selbstverständlich zur Spiritualität. Christen liebten es allerdings nicht so sehr, Gott anzuklagen und gegen ihn zu protestieren. Denn Er galt ihnen als „Gott der Liebe“. Über ihre Ignoranz (Hass im Antisemitismus, Kolonialismus etc.) gegenüber dem Gott der Liebe verloren die allermeisten Christen keine Tränen und keine Worte, geschweige denn formulierten sie Anklage-Gebete. Solche Gebete fehlen bis heute in christlichen Kreisen!

Wenn Juden, Christen, Muslime und ihre „Führer“ tatsächlich noch an ihren lebendig-handelnden Gott glauben, dann sollten sie doch Anklage erheben, also ihren Gott beschuldigen: „Wo bist du denn?“ Gibt es den Gott des „Bundes mit den Menschen“ etwa nicht mehr? Kümmert Er sich nicht mehr um seine Geschöpfe?

Von solchen Anklagen gegen Gott ist heute nichts zu vernehmen. Sind die Frommen mit einem fernen, untätigen Gott sogar zufrieden? Mit dem „Gott“ Netanjahus und seiner super“frommen“, aber rechtsextremen Minister? Oder ist die Hamas mit ihrem genauso heftigen Allah einverstanden?

Unsere Vermutung: Vielleicht glauben die Frommen und ihre „Führer“ längst nicht mehr an einen fürsorglich handelnden, einen liebenden Gott. ER ist entschwunden. Gott handelt nicht mehr, und wird wegen seines Nicht-Handelns auch gar nicht mehr angeklagt.

Die Theologie des „Bundes Gottes mit den Menschen“ ist tot, existiert nur auf den Papieren der Theologen, die Ideologen geworden sind. Es herrscht der Nihilismus?

Und was die Christen angeht: Einige Katholiken zumal klagen jetzt zurecht, allerdings völlig erfolglos ,die bürokratischen, undemokratischen Strukturen der Kirche an. Kirchen-Anklage ersetzt die Gottes-Anklage. Diese Kirchen-Anklage ist sowieso einfacher und in den Medien wirksamer und theologisch auch nicht so schwierig wie die Gottes-Anklage.

Nebenbei: Der Autor dieses Hinweises hat eine andere Antwort auf diese „unerhörte Frage Nr. 27“. Hier soll nur der Abschied von der Gottes-Anklage in dogmatischen Kreisen der etablierten Religionen religionswissenschaftlich, sozusagen von außen betrachtet, dokumentiert werden. Und als Wende in der religiösen Szene der Gegenwart gedeutet werden! Gott ist angesichts der politischen, ökologischen, sozialen Katastrophen der Gegenwart, von Menschen gemacht, nicht mehr relevant. Man beklagt Seine Abwesenheit schon gar nicht mehr.

PS:
Zur Einstimmung bitte lesen: Psalm 88 „Klage eines Kranken und Einsamen“.

Und zur Vertiefung bitte lesen: Das wichtige Buch von Navid Kermani, „Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte“, Becksche Reihe, München, 2011, 335 Seiten, 14, 95€.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

Wer stoppt das Aushungern der Palästinenser im Gaza – Streifen? Werden KZs von Israels Regierung errichtet?

Wenn faschistische Ideologie zur Realität der Regierung Israels wird. Und eine jüdische Regierung KZ ähnliche Siedlungen für Palästinenser bauen will.

Wir veröffentlichen diese 25. unserer „unerhörten Fragen“ nun noch einmal als 26. der unerhörten Fragen:

Wir veröffentlichen diese „Unerhörte Frage“, weil die kaum beschreibbare tötende Gewalt des Staates Israel gegen die Palästinenser „himmelschreiend „ist, um ein biblisches Wort zu benutzen. Die aller Humanität (vom biblischen Glauben der Juden in der Regierung Israels sprechen wir schon gar nicht, sie sind offenbar Heiden geworden?)  widersprechende Tötung und die Aushungeraktion, mit dem Bau von KZ ähnlichen Anlagen für die Palästinenser, ist eine Schande des Judentums, eine Schande der der Menschheit, vor allem eine Schande, dass die kleine, demokratisch verbliebene  Welt außer Stande ist, dass Morden der Regierung Israles sofort zu stoppen. Sind die progressiven Juden weltweit,in den USA und Europa so ohnmächtig, dass sie dem Verbrecher – Regime des Staates Israel jetzt kein Stop verfügen können, indem sie dieser Regierung und diesem sich immer jüdisch nennenden Staat mit dieser Regierung keinen Dollar, keinen Euro mehr schenken?

Die 25. unserer „unerhörten Fragen“,  von Christian Modehn am 26.5.2025

Ergänzung am 15.7.2025 aus einem Beitrag des „Tagesspiegel“ am 15.7.2025: Ein Interview mit dem Politiker und EX-Premier Ehud Olmert. Darin bezeichnet Olmert den geplanten Bau von Unterbringungen für viele Tausend Palästinenser durch die Netanjahu Regierung als KZ ähnliche Unterbringungen . FUßNOTE 1.

Der Hintergrund: Das Wort „aushungern“ gehört wie „ausmerzen“ und „ausrotten“ zur Sprache der Nazi – Verbrecher.

Vor allem der rechtsextreme Finanz – Minister Israels Bezalel Smotrich hat das faschistisch zu nennende Projekt „aushungern“ (store) für die Palästinenser in die Öffentlichkeit gebracht und durchgesetzt. Sogar der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, kritisiert jetzt öffentlich dieses Programm des Rechtsextremen Belazel Smotrich.

Der Eindruck einiger Menschen in Deutschland:
Die verhungernden Menschen im Gaza-Streifen, ihr Betteln um ein paar Reste Nahrung, ihr Leiden im einzigen verblieben, aber auch schon von Isarelis ruinierten Krankenhaus… Das erinnert deutlich an Bilder in den KZs der Nazis. Die Bilder vom Damals der KZs und vom Heute in Gaza erleben Menschen auch in Deutschland sozusagen als eine Art Überblendung, wenn nicht als Einheit.

Zur Erinnerung: Die Gründer des Staates Israel wollten diesen Staat als einen explizit jüdischen (und demokratischen) Staat. Das heißt: Verpflichtet auch den humanen Weisungen der hebräischen Bibel, vor allem der Propheten. Wie wenig gilt jetzt noch dieser Geist, diese „Spiritualität“? Die Rache Israels – wegen der Verbrechen der Hamas am 7. Oktober 2023 – wird ins absolut Maßloseste übertrieben. Dieser verrückte Spruch der Bibel: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ meint: Wenn man sich denn rächt, dann nur in GLEICHER HÖHE des Schadens, den der Täter angerichtet hat. Es ist bei diesem Denken gar nicht zynisch, seit dem 7.10.2023 die Zahl der Toten in Israel und die Zahl der Toten im Gaza-Streifen zu zählen und die Zahl der zerstörten Häuser und Hochhäuser in Israel und die Zahl der zerstörten Häuser und Hütten im Gaza-Streifen zu nennen…

Wann kommt es zum Aufstand der Demokraten in Israel gegen diese ihre faschistische Regierung? Ist die in Europa so viel gelobte „Demokratie“ Israels schon zerstört?
Europäer wissen aber nun klar zu unterscheiden: Anti-Israelismus (bei dieser Regierung dort !) hat überhaupt nichts zu tun mit Antisemitismus.
Der erste Schritt Europas zur Rettung der Verhungernden im Gaza-Streifen ist: Keine Waffen mehr für Israel … bei diesen faschistischen Politikern.

Die viel besprochene und durchaus wichtige „Jüdisch – christliche Zusammenarbeit“ („Woche der Brüderlichkeit“!) müßte unter den aktuellen Bedingungen ab jetzt neu definiert werden. Und bei dieser (!) Regierung in Israel auch das  „Anti-israelische“ (gemeint ist diese Regierung) einbeziehen.

Es gibt bekanntlich viele Juden weltweit, die gegen diese eher faschistisch zu nennende Regierung in Israel protestieren. Sie haben sich bis jetzt leider nicht durchgesetzt…

FUßNOTE 1:

Frage: Herr Olmert, der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat vorgeschlagen, in Gaza auf den Ruinen von Rafah eine „humanitäre Stadt“ zu bauen, in der alle Palästinenser wohnen sollten. In einem Interview mit „The Guardian“ haben Sie das mit einem Konzentrationslager verglichen. Warum?

Olmert: Ich habe gesagt, es könnte zu etwas wie einem Konzentrationslager werden. Die Initiative von Verteidigungsminister Katz sieht vor, dass mehr als 600.000 Palästinenser deportiert werden – von dort, wo sie derzeit leben, in ein Sperrgebiet, das von allen Seiten eingezäunt ist. Und das mit angeblich „humanitärer“ Absicht.

Was möchten Sie erreichen?
Ich will mit meinen drastischen Worten warnen: Die internationale Gemeinschaft wird dieses Lager, das jetzt von der Regierung in Erwägung gezogen wird, als etwas Ungeheuerliches empfinden. Zu Recht. Und sollte es tatsächlich eingerichtet werden, werden diese Vergleiche auch von anderer Seite angestellt werden. Denn weltweit kann kaum noch jemand nachvollziehen, was die israelische Regierung derzeit in Gaza macht…

Wenn Menschen im Rahmen eines illegitimen Kriegs getötet werden, muss man das trotzdem als Kriegsverbrechen bezeichnen.

Mit welcher Konsequenz?
Netanjahu und die anderen Verantwortlichen sollten für die Verbrechen verurteilt werden, die sie begangen haben. Aber das muss in Israel geschehen – entsprechend der demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung unseres Staats.

Genau die sehen Sie und viele andere Beobachter aber in Gefahr durch die Netanjahu-Regierung.
Ja. Die Regierung hat den staatlichen Institutionen und der Bevölkerung den Krieg erklärt. Derzeit versucht sie, die Generalstaatsanwältin zu entlassen. Es ist ein weiterer Schritt, um die Justiz zu schwächen, die Gewaltenkontrolle auszusetzen, die Freiheitsrechte der Bürger einzuschränken und immer mehr Macht an sich zu reißen. Wir müssen verhindern, dass unsere Demokratie weiteren Schaden nimmt.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Warum sollten die USA jetzt nicht mehr Demokratie genannt werden?

Die 24. der „unerhörten Fragen“: Warum sollten die USA jetzt nicht mehr Demokratie genannt werden?
Von Christian Modehn am 14.2.2025.

Am 16.3.2025 notiert: Angesichts der Rücknahme der Bestimmungen zum Schutz der Umwelt und zur Begrenzung des Klimawandels durch Trump wird die Erkenntnis evident: Trump und sein Regime ignorieren den Schutz des Lebens der Bevölkerung zugunsten der Profite von Großunternehmen. Wie nennt man eine solche inhume Haltung?  Wie lange läßt sich die Bevölkerung der USA diese Verbrechen einer „demokratisch“ gewählten, aber jetzt diktatorisch agierenden Regierung bieten? 

Der deutsch-amerikanische Politikwissenschaftler Karl Kaiser (Prof. an Harvard Unversity) betont: „Trump will den Westen, die freie Welt zerstören“. Am 4. März 2025 notiert, siehe Tagesspiegel 3.3.2025 Seite 7. (Fußnote 6)

Siehe auch den (satirischen) Hinweis auf die neue Hymne der USA: Ich bete an die Macht der Lüge! Das ist DIE TRUMP HYMNE: LINK.

Zum „Umbau der USA zu einem autoritären Führerstaat“: Siehe auch  Fußnote 5: Ein Beitrag von Bernd Pickert vom 22.2.2025.

…………………………..

1.
Die Antwort ist ganz einfach: Weil diese Erkenntnis den Fakten entspricht! Weil Trump und seine Regierung jetzt die Demokratie systematisch und wohl auf längere Dauer zerstört. Und diese Erkenntnis setzt sich immer mehr durch, zumal nach der „Münchner Sicherheitskonferenz“ (14., 15.2.2025) mit dem Auftritt von Vizepräsident Vance (siehe dazu Fußnote 4).

Eine weiterführende Frage wäre, notiert am 19.2.2025: Sind notorische Lügner als Verbrecher zu bezeichnen? Ethisch gesehen: Ja. Wie also umgehen mit Verbrechern in der Politik, die sich eine fast totale Macht „demokratisch“, durch Wahlen, mit allerlei Tricks verschafft haben? Was ist, wenn man viele Millionen Wähler eines notorischen Lügners doch, vornehm noch, „ein bißchen verwirrt bezeichnen würde?“  Siehe die Lügen und Unverschämtheiten Mister Trumps gegenüber dem demokratischen Präsidenten der Ukraine: Selenskyj: (FUßNOTE 3:)

Katholische US Bischöfe verklagen Trump: „Die US-amerikanischen Bischöfe beschlossen am Dienstag, den 18. Februar, die Trump-Regierung wegen der Einstellung der Finanzierung der Ansiedlung von Flüchtlingen zu verklagen. Sie bezeichneten diese Maßnahme als illegal und schädlich für neu angekommene Flüchtlinge.“ Quelle: Tageszeitung La Croix, Paris, 20.2.2025, Seite 13.

2.
Objektive Beobachter sprechen jetzt tatsächlich von einem Staatsstreich (siehe Fußnote 1) durch Trump, also konkret: Von einem hinterhältigen, systematischen Übergang einer gewählten demokratischen Regierung in eine Diktatur. Der letzte große Staatsstreich geschah in Venezuela durch Maduro 2017 (siehe Fußnote 2).
3.
Wenn die Regierung Trumps, die Exekutive, nicht mehr die für eine Demokratie immer übergeordneten Gerichtsentscheidungen respektiert, spätestens dann sollte von Staatsstreich gesprochen werden. „Am Sonntag (9.2.2025) schrieb Trump Vizepräsident J.D.Vance in einem Post: `Richtern ist es nicht erlaubt, die legitime Macht der Exekutive zu kontrollieren.` Nebenbei: Vance ist tatsächlich Absolvent der Yale – Law – School (!), er hat in den vergangenen Jahren immer wieder argumentiert, dass ein Präsident wie Trump Gerichtsurteile ignorieren sollte, die seine exekutive Macht begrenzen“ (so Amran Coen in „DIE ZEIT“, 13.2.2025, S. 6).
4.
Wenn der Staatsstreich durch Trump also total wird, was wird dann in Staat und Gesellschaft der USA passieren? Russ Miller, Verfassungsrechtler und Jura – Professor, beantwortet diese Frage in der „ZEIT“ sehr ehrlich: „Nichts passiert. Die Gerichte haben schließlich keine eigenen Mittel, ihre Urteile durchzusetzen. Die Polizei untersteht der Exekutive. Das Gesetz und die Verfassung, sagt Miller, seien letztlich nur eine Tradition, eine Konvention, an die wir uns als Gesellschaft halten. Ein Mythos, der nur dann wirkt, wenn alle an ihn glauben“ (ebd.).
5.
Auf Seite 1 der „ZEIT“ vom 13.2.2025 schreibt Heinrich Wefing: „Ganz offen sprechen konservative Verfassungsrechtler im Blick auf Trump Herrschaft von einer „imperial presidency“, also einer imperialen Präsidentschaft, und diese wäre das Gegenteil der klassischen Gewaltenteilung, also eine Diktatur.
6.
Dieses imperiale Denken der USA und ihrer Politiker ist spätestens seit dem Vietnam Krieg wieder allgemein bekannt und auch in Erinnerung an die Lateinamerika -Politik der USA („Zentralamerika als Hinterhof der USA“, Zusammenarbeit mit Faschisten in Chile unter Diktator Pinochet usw.). Insofern ist die imperiale Präsidentschaft von Trump nur ein zugespitzter radikaler Ausdruck des tief sitzenden imperialen Denkens vieler in den USA und vieler Politiker.
7.
Wer wird den imperialen Präsidenten Trump und seine (Milliardärs)-Clique besiegen und demokratische Strukturen wiederherstellen?
Welche Europäer können dabei helfen, wenn ringsum in Europa sich stolz „nicht – liberale Regierungen“ an der Macht halten und rechtsextreme Parteien in Europa Zuspruch erhalten? Wer wird die Demokratie – nach demokratischen Reformen der Demokratie durch Demokraten – wieder als die einzige heute mögliche vernünftige Regierungsform durchsetzen und prägen? Wo sind diese vernünftigen Kreise? In den etablierten Parteien etwa? Was wäre die noch vorhandene Demokratie ohne die demokratischen Medien? Schützen wir wenigstens noch die freien und kritischen Medien, und: nicht alle Medien in Deutschland sind freie und kritische Medien. (Man erinnere sich an die Forschungen zur BILD Zeitung des Springer Imperiums durch Günter Wallraff…)
Philosophen sollten heute für den Schutz und die Weiterentwicklung der Demokratie eintreten, das tun sie auch, aber  ihre Bücher zum Thema erreichen oft nur Minderheiten – wegen der minimalen Auflage oder der komplexen Sprache der Philosophen.
8.
Und die Kirchen? Immerhin hat Papst Franziskus am 11.2.2025 heftig die Flüchtlingspolitik der Trump – Herrschaft kritisiert und dabei vor allem Vizepräsident Vance gemeint: Er ist seit 5 Jahren heftig überzeugter Katholik und Freund traditionalistischer Theologie. Quelle: LA CROIX, Tageszeitung in Paris, 12.2.2025.

Nebenbei: Die Bischofskonferenz der USA ist gespalten: Und immer wieder ist die Frage: Kann eine bewusst und explizit nicht – demokratisch sein wollende Organisation wie die katholische Kirche glaubwürdig für Demokratie eintreten und Demokratie möglicherweise retten? Oder rettet diese Kirche im Notfall wie üblich in der Geschichte vor allem die Rechte der Kirche?

Ergänzung am 17.2.2025: Die Trump Herrschaft hat die übliche Hilfe der superreichen USA für „Entwicklungs-Organisationen“ in der armen und hungernden Welt drastisch gekürzt. Die bekannte und vielfach geschätzte Organisation „Jesuiten – Flüchtlingsdienst“ kommentiert: Die USA-Herrscher und ihre Wähler denken jetzt auschließlich noch an sich selbst; das soll ein christlicher Staat sein, gewählt von Alleluja singenden Evangelikalen, die über ihren Reichtum glücklich sind und dafür ihrem (!) Gott danken?LINK:

Fußnote 1.
„Als Staatsstreich wird in der Regel die Aktion einer bereits im Amt befindlichen Regierung oder von einzelnen Regierungsmitgliedern bezeichnet, die darauf abzielt, ihre Macht auf illegitime Weise zu verlängern oder zu festigen, indem sie die Institutionen und das geltende legale Prozedere untergräbt, umgeht oder gänzlich ausschaltet.“ Wikipedia gelesen am 14.2.2025

Fußnote 2:
Zum Staatsstreich in Venezuela durch Präsident Maduro am 30.3 2017: LINK.
Interessanterweise kritisierte der 2017 schon herrschende Trump die, so wörtlich, „Maduro – Diktatur“ . Quelle: LINK.

Jetzt, Februar 2025, wollen die beiden imperialen Herrscher, Trump und Maduro, ihre Beziehungen wieder einvernehmlich verbessern. Quelle. LINK 

FUßNOTE 3 am 15.2.2025:

Das Thema dieser unerhörten Frage wird ständig weiter in der Öffentlichkeit vertieft und unsere Erkenntnis wird immer wieder bestätigt: Die USA sind auf dem Weg, nicht mehr länger als eine Demokratie gelten zu können. Und das sollte man offen sagen!

Sichtbar wurde der anti-demokratische Ungeist der Trump – Herrschaft in der Rede von Vizepräsident J.D.Vance während der Münchner Sicherheitskonferenz am 14.2.2025. Sogar die „Financial Times“ kommentiert zusammenfassend, berichtet die SZ am 15./16. Februar 2025, Seite 7: „Vance hat in München eine Wahlkampfrede für die AFD gehalten.“
Und Vance hat die nicht – liberalen Regime in Europa, wie Orban, förmlich als normale Regierungen hingestellt. Unverschämt, diese Einmischung der USA, und wie hilflos die Reaktionen der demokratischen Politiker. Vance ist aufgrund seiner heftigsten (reaktionär katholisch geprägten Ideologie) wahrscheinlich noch gefährlicher als Trump. Müssen die Europäer Angst vor ihm haben? Zur Angst vor Putin kommt nun die Angst vor Trump/Vance?

In der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 15./16. Februar 2025 Seite 41 nennt der Publizist Hilmar Klute den Präsidenten Trump einen „Autokraten.“ Also einen Allein – Herrscher, den man auch als Diktator bezeichnen kann.
„Donald Trump hat einen Krieg gegen sein eigenen Land entfesselt.“ Und gegen den „Rest“ der Welt, schreibt Hilmar Klute.

Das Dilemma ist: Europa darf es sich wohl aus ökonomischen und militärischen Überlegungen nicht erlauben, den Diktator Trump und sein Regime explizit zu bekämpfen. Aus Gründen der universell geltenden Vernunft und der demokratischen Selbstachtung müsste es Europa (gerade auch in Verbundenheit mit der Ukraine und gegen Putin) aber wohl tun. Es ist aber zu befürchten, dass ökonomische Erwägungen – wie immer in der Politik – den obersten Stellenwert haben.

Hilmar Klute schreibt: „Wir haben die Sprache und die Attitude der Unerbittlichen (also Trump und CO ) noch nicht ganz begriffen.“

FUßNOTE 4: Süddeutsche Zeitung, 19.2.2025, Kommentar von Stefan Kornelius: „Der US-Präsident gibt der Ukraine die Schuld am Krieg und nennt seinen Amtskollegen in Kiew einen Diktator – eine schwindelerregende Wahrnehmung bar jeder Rationalität. Trump schenkt dem Kreml mehr, als der jemals zu hoffen wagte.“

FUßNOTE 5: „Donald Trump, J. D. Vance und Elon Musk stehen für ein Modell der regellosen Interessendurchsetzung. Die USA bauen sie zu einem autoritären Führerstaat um, der Gewaltenteilung nur noch aus den Geschichtsbüchern kennt. Ideologisch ist ihr Handeln eingebettet in antifeministische Männlichkeitsideale aus dem frühen 20. Jahrhundert, gepaart mit der Idee der Aufteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte. Kein Wunder, dass Wladimir Putin verkünden ließ, er stimme mit den Ausführungen Trumps zu 100 Prozent überein.“

Quelle: https://taz.de/US-Aussenpolitik/!6068192/

FUßNOTE 6: „Amerika gibt mit Trump auch seine Rolle als Führungsmacht der freien Welt auf, zumindest solange das Trio Trump, Musk, Vance die amerikanische Politik bestimmt.“ Frage: Befindet sich die amerikanische Gesellschaft in einer Art Agonie gegenüber Trump?: „Wenn das katastrophale Ausmaß der Selbstzerstörung Amerikas (durch Trump und Co.) immer deutlicher wird… dürfte es mit der Agonie vorbei sein… DasAnsehen der USA sinkt rapide und dramatisch. Die komplette Einstellung der Entwicklungshilfe (durch Trump) führt dazu, dass Menschen, vor allem in Afrika, sterben.“ Der Politikwissenschaftler Prof. Karl Kaiser, Harvard UNI, in: Tagesspiegel am 3.3.2025.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Warum soll der Superreichtum der Milliardäre öffentlich obszön genannt werden?

Die 23. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 29.1.2025

Auch diese „unerhörte Frage“ verlangt Erläuterungen.

Zuerst eine Definition:
Obszön, aus dem Lateinischen obscenus, bedeutet schmutzig, schamlos, unanständig, die guten Normen und Werte brechend und zerstörend.
Wer sich obszön verhält, weckt bei anderen Menschen Gefühle des Ekels.
Die obszönen Superreichen wecken jedoch eher den Neid bei den vielen Millionen „Nicht – Superreichen.“ Und dieser Neid führt zur Überschuldung der „Nicht – Superreichen“. Und Überschuldung sehr vieler führt zu politischen Krisen und zur Akzeptanz von rechtsextremen Populisten.

Auch diese unerhörte Frage ist also alles andere als eine bloße theoretische – philosophische „Spielerei“.

Unsere Frage wird in der kritischen und objektiven Presse noch aktuell dokumentiert, so etwa im Tagesspiegel, 16.2.2025 bitte beachten!  LINK

Die Aussage ist: Angesichts der obszönen ungerechten Verteilung des Eigentums auch und gerade in Deutschland müssten eigentlich „die Bürger auf die Barrikaden gehen.“ ….Machen sie aber nicht, weil sie sich permanent von Politikern einreden lassen: Die Grenzschließung und die Abwehr von Geflüchteten sei am dringendsten in Deutchland. Welch eine Verblendung und Irreführung.

Die Erläuterungen:

1.
Die ständige Zunahme des Reichtums der Milliardäre und Multi – Millionäre weltweit wird seit vielen Monaten ebenfalls weltweit ständig wissenschaftlich dokumentiert. Um nur von Deutschland zu sprechen: Hier leben 249 Milliardäre, es sind die Top 10 der Reichsten, und diese Herrschaften kontrollieren 67 % der Vermögenswerte. Hingegen: Die untersten HÄLFTE der Bevölkerung in Deutschland kontrolliert NUR 1 % (in Worten EIN Prozent) der Vermögenswerte.. LINK

Und Carsten Schröder u.a.: MillionärInnen unter dem Mikroskop: Datenlücke bei sehr hohen Vermögen geschlossen – Konzentration höher als bisher angenommen. In: DIW Wochenbericht 29/2020, 511-521.

Weitere Fakten zur Zunahme der Superreichen: Siehe die wichtige OXFAM Studie. 2025: Fußnote 1:
Oder auch den Hinweis der Soziologin Eva Illouz, Fußnote 2:

2.
Diese ungerechte Situation kann und darf nicht nur distanziert und neutral statistisch betrachtet oder als eine Art normale Entwicklung im Kapitalismus beschrieben werden, zu der es – angeblich – keine Alternative gibt. Soviel „Positivismus“ oder „Neutralität“ oder „liberale Großzügigkeit“ ist dem Thema absolut unangemessen: Denn hinter der Statistik verbirgt sich zunehmende Armut weitester Kreise der Bevölkerung, sie können die Miete nicht mehr zahlen, sind vom sozialen Leben ausgeschlossen, weil das Geld für Bildung und Nahrung fehlt usw., die vielen hundert weiteren Beispiele zunehmenden Elends sind bekannt. Vom Hungersterben der Millionen Menschen in der so genannten „Dritten Welt“ ganz zu schweigen, diese erbärmlichsten Menschen in Sudan, Kongo, Haiti usw. sterben auch deswegen, weil die von der reichen Welt (auch den Milliardären) gemachten Wirtschaftsbeziehungen tödlich für sie sind.

3.
Der ganz überwiegende Teil der Menschheit muss sich als Opfer verstehen, und zwar als Opfer des Superreichtums der Superreichen. Es geht also um eine Analyse und Bewertung dieses Täter – Opfer – Verhältnisses, in diesen Begriffen wurde bisher der Superreichtum der Superreichen nicht besprochen. Aber es wird Zeit, dass allgemein erkannt wird: Welchen Schaden der Superreichtum der Superreichen für die Menschheit und – ökologisch – die Welt anrichtet.

4.
Die Superreichen erzeugen durch ihr Verhalten viele Opfer, also Menschen, die unter dem Superreichtum der Superreichen leiden und zu Tode kommen (Hungersterben). Es wird Zeit, dass sich die vielen Millionen Opfer des Superreichtums der Superreichen wehren. Aber diese Herrschaften lassen sich wohl durch Fakten zu ihren Untaten nicht erreichen, sie werden sich deswegen auch nicht schämen. Da werden nur politische Aktionen der Demokraten einen Ausweg bieten. Ob die moderat und so höflich und nett von den vielen Opfern und deren Interpreten geführten Debatten etwa um „Reichensteuer“ da weiter helfen, ist sehr die Frage.

Superreiche erzeugen viele tausend Opfer:
Beispiel: Superreiche verschmutzen die Umwelt wegen ihrer monströsen Autos, ihrer Privatjets, ihrer riesigen Yachten, ihrer vielen nur selten bewohnten Luxuswohnungen in vielen Metropolen oder Villen in bestimmten „äußerst hübschen Gegenden“, Cote d Azur, Mallorca etc…). „Wer viel Geld hat, kann bestehende soziale und ökologische Missstände stabilisieren oder gar vergrößern“ (Jörg Alt). Zu den Super – Luxus-Yachten der Superreichen siehe die Studie des Soziologen Prof. Gregory Selle: LINK. Nur ein weiteres Beispiel: „Große Vermögen im Globalen Norden beruhen oft auch auf sozialer und ökologischer Ausbeutung im Globalen Süden“ (Der Sozialwissenschaftler Jörg Alt, in „Stimmen der Zeit“, Februar 2025.).

5.
Die ständige Zunahme des Reichtums der Milliardäre und Multi-Millionäre ist also ein humanes Problem. Eine Herausforderung für eine halbwegs humane Zukunft. Und das heißt: Der horrende Reichtum der Milliardäre ist auch und vor allem eine Frage der Moral zu diskutieren, des humanen Verhaltens in einer – angeblich – human-sein-wollenden Welt. Diese moralische Betrachtung des Themas ist notwendig, sie erinnert an den nun einmal nur moralisch zu nennenden Skandal, dass einige wenige in absolutem Saus und Braus leben, d.h. in ihrer Langeweile ständig „feiern“ und ihr Geld förmlich verbrennen: Aber nur mit kleinen Spenden (nämlich mal eine Million dort hin, eine andere dahin, je nach Gönnerlaune) ihrer jeden Menschen universell treffenden Verantwortung gerecht werden, also zu teilen. Die Realität des Gemeinwohls, einer der wichtigsten Werte der Menschheit, ist fast verschwunden. Und das darf nicht so bleiben. Ein Beispiel für viele: Für welchen objektiven Unsinn/Blödsinn ein erzkatholischer Millionär in Polen jetzt spendet, siehe den Bau einer monströsen Marienstatue in Polen: LINK:

6.
„CDU/CSU und FDP hatten unter dem Druck der Lobbyisten kein Interesse daran, dem Auftrag des Bundesverfassungsgerichtes von 1995 nachzukommen, Reformen der Vermögenssteuer durchzuführen,“ schreibt der Jesuit und Sozialwissenschaftler Jörg Alt in der Monatszeitschrift „Stimmen der Zeit“, Heft 2, 2025.
CDU/CSU und FDP sind also von Lobbyisten der Ultrareichen abhängig und machen in deren Sinn Politik,

7.
Der CDU/CSU und vielleicht auch der FDP ist es irgendwie dann doch noch etwas peinlich, wenn ihre Abhängigkeit von Lobbygruppen der Reichen zunehmend bekannt wird und damit die demokratische Qualität dieser Parteien auch so „ein bißchen“ in Frage steht. Lobbyabhängigkeit kann man ja schon in Lateinamerika heute nicht mehr ertragen. Im Wahlkampf Februar 2025 wird vor allem von der CDU/CSU nur von „Flüchtlingen“ von den bedrohlichen Andere und einem möglichst totalem Grenzschutz gesprochen, und nicht von Gerechtigkeit, nicht von einer gewissen Beendigung des Superreichtums der Superreichen. Diese Politik ist die Politik der Abschottung, des Sich – Verbarrikadieren in einer Festung, diese Politik hat ihre Grundlage in der Abwehr nicht nur der Superreichen, mit anderen zu teilen und eine für alle (!) humane Welt zu gestalten, in der es dann gar keine Flüchtlinge geben bräuchte.

8.
Unsere unerhörte Frage nennt den Superreichtum der Milliardäre obszön. Damit kommt eine moralische Beurteilung in die Debatte, und das ist gut so: Denn alles humane Handeln der Menschen unterliegt nicht nur rechtlichen Normen, sondern auch moralischen, d.h. universell geltenden humanen Normen.

9.
Das Verhalten von Menschen obszön zu nennen, ist Ausdruck eines kritischen humanen – moralischen Bewusstseins. In dieser „unerhörten Frage“ wird jetzt die Qualifizierung von menschlichem Handeln als obszön aus dem bislang üblichen Rahmen des Sexuellen und Pornografischen herausgenommen: Damals galt als obszön: Heftige Sexszenen im Kino, zur öffentlichen Schau dargestellte Nacktheit oder gar öffentlich gezeigter Sex. Das alles galt bis vor einigen Jahren in Deutschland als obszön. Dann wurden viele toleranter.
Jetzt aber gilt also obszön das zur Schaustellen von absolutem Luxus (Yachten!) durch Milliardäre und Multimillionäre und überhaupt das ethische Verhalten der Superreichen. Wir genießen Champagne und Kaviar in Luxusrestaurants und … vor der Tür dieser Restaurants (er)frieren die Obdachlosen. Sie bekommen beim Weggehen der Pelzmantel-Träger 1 Euro Spende … Obszön wird also zu einem politischen Begriff.

10.
Der Begriff obszön beschreibt jetzt die Zusammenarbeit der Superreichen und der Milliardäre etwa mit dem Regime von Donald Trump: „Eine kleine Gruppe extrem reicher Menschen kooperiert (mit Trump), um die Demokratie und ihre zentralen Prinzipien von Gleichheit und Schutz von Grundrechten abzuwickeln“, schreibt Nicole Deitelhoff treffend im „Tagesspiegel“ vom 27.1.2025, Seite 9.

11.
Das Verhalten der Milliardäre und der sie unterstützenden „gut bürgerlichen- christlichen“ und liberalen Parteien obszön zu nennen, ist natürlich gewagt und gefährlich: Weil ein moralischer Begriff wie obszön die ansonsten streng neutral argumentierende Debatte über Reichtum und Armut („bloß nicht den Superreichen zu nahe treten, sie haben ja so viel Macht, können sich rächen“, was ja leider, siehe Trump Aktionen stimmt) verändert zugunsten einer von Gerechtigkeit bestimmten Gesellschaft und eines gerechten demokratischen Staates. Erinnert wird hier daran, dass Demokratie und Gerechtigkeit austauschbare Werte sind. Wer Demokratie will, der will Gerechtigkeit. Wer populistisch den „Führer“ will, wählt den Niedergang der Gerechtigkeit und der Demokratie.

12.
An der Bewertung des Superreichtums als obszön festzuhalten, bringt Klarheit in die Wahrnehmung unserer heutigen so genannten demokratischen Gesellschaft. Natürlich, das ist auch eine Tatsache: Überall gibt es unmoralische Menschen, in allen Klassen und in allen Organisationen gibt es Leute, die sich obszön (nicht im sexuellen, sondern im politischen Sinne) verhalten. Aber dieses obszöne Verhalten der „kleinen Leute“ erzeugt nicht so viel Opfer wie das obszöne Verhalten der Superreichen.

13.
Dies zu sagen, ist vielleicht ungewöhnlich und und gefährlich, aber es bringt mehr Licht in die beschriebenen Verhältnisse. Die Millionäre von „tax me now“ LINK  sind leider eine Ausnahme, aber sie zeigen, wie ein gerechter Staat, wie eine gerechte Gesellschaft aussehen könnte, wenn Milliardäre human werden.

14.

Der CDU Politiker und Kanzlerkandidat Februar 2025 Friedrich Merz gehört nicht in die Gruppe der Milliardäre. Aber gehört zum erlesenen Kreis der Multi – Millionäre in Deutschland.
Darüber berichtet die TAZ (Autor: Jost Maurin) am 1.2.205 auf Seite 16.
Merz nennt sich als Multimillionär – verlogen – „Teil der gehobenen Mittelschicht“, so die TAZ. Mit dieser irreführenden Bezeichnung will der CDU Chef Merz sich den schlichteren Mittelständlern, den CDU Wählern, anbiedern, will sich ärmer machen als er ist. Nur so kann er diese „Mittelstandspartei“ führen. Die TAZ fragt bei dem Betroffenen nach „Kann sich Merz (auch Söder CSU ist Millionär) die Sorgen der kleinen Leute vorstellen?“ Die TAZ schreibt: „Diese Frage der TAZ ließen Merz und Söder bis Redaktionsschluss unbeantwortet.“

Zuvor hatten schon etliche andere Medien über den Multimillionär Friedrich Merz berichtet:
„Das geschätzte Vermögen von Friedrich Merz beträgt 12 Millionen Euro.“
Quelle: LINK https://www.vermoegenmagazin.de/friedrich-merz-vermoegen/. Gelesen am 1.2.2025

„Interessanterweise fühlt sich Merz trotz seines Einkommens nicht der Oberschicht zugehörig. Er hat sein Vermöge nicht nur durch seine politische Tätigkeit, sondern auch als Lobbyist und Berater für verschiedene Firmen erworben.
Laut des Vermögensmagazins beträgt Friedrich Merz` Vermögen um die 12 Millionen Euro.2
So auch FOCUS am 13.2.2024: LINK : Gelesen am 1.2.2025.
Es ist eine Frage an Psychologen, ob diese enorme Selbstsicherheit und Arroganz von Merz (und auch Söder) auch von ihrem „Multi – Millionärsdasein“ stammt? Bei Trump sind diese Zusammenhänge ja evident.

15.
Als nächstes dringendes Thema einer unerhörten Frage steht an: Ist große Privat – Eigentum immer heilig? Ist Eigentum etwa der neue Gott? Dazu haben wir schon eine historische Vor-Studie im Blick auf Proudhon veröffentlicht: „Eigentum ist Diebstahl.“ LINK:

FUßNOTE 1. 
OXFAM: Quelle: Januar 2025 veröffentlicht: https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam-factsheet-davos-2025-milliardaersmacht-beschraenken-demokratie-schuetzen.pdf
Das lesenswerte Dokument selbst lesen, hier nur ein kurzer Auszug:

„Weltweit ist im Jahr 2024 das Gesamtvermögen der Milliardär*in-
nen um zwei Billionen US-Dollar gestiegen. Ihr Vermögen wuchs
damit 2024 dreimal schneller als 2023. Das Vermögen eines*einer
Milliardär*in vergrößerte sich im Durchschnitt um zwei Millionen
US-Dollar pro Tag. Bei den reichsten zehn Milliardären waren es
sogar 100 Millionen US-Dollar pro Tag. Selbst wenn diese zehn
Milliardäre über Nacht 99 Prozent ihres Vermögens verlieren wür-
den, blieben sie Milliardäre. Im Jahr 2024 kamen insgesamt 204
neue Milliardär*innen hinzu. Dies entspricht durchschnittlich fast
vier neuen Milliardär*innen pro Woche. Damit stieg die Zahl der
Milliardär*innen gemäß Forbes-Reichenliste auf 2.769. In Deutschland stieg 2024 das Gesamtvermögen der Milliardär*in-
nen um 26,8 Milliarden US-Dollar. Es kamen neun neue Milliar-
där*innen hinzu, insgesamt sind es laut Forbes-Reichenliste 130.
Deutschland hat damit nach den USA, China und Indien die meisten Milliardär*innen.
Während Superreiche immer reicher werden, ist die Zahl der Men-
schen, die unter der erweiterten Armutsgrenze der Weltbank von
6,85 US-Dollar leben, seit 1990 unverändert bei fast 3,6 Milliarden
geblieben. Das entspricht aktuell 44 Prozent der Menschheit.
Frauen sind besonders von Armut betroffen. Weltweit müssen
733 Millionen Menschen infolge von Armut hungern – etwa 152 Mil-
lionen mehr als 2019. Die Weltbank geht davon aus, dass es mehr
als ein Jahrhundert dauern wird, die Armut zu überwinden, wenn
die derzeitigen wirtschaftlichen Wachstumsraten anhalten und
die Ungleichheit nicht abnimmt. Laut ihren Berechnungen könnte
Armut dreimal schneller beseitigt werden, wenn die Ungleichheit
verringert würde.
Viele Länder stehen vor dem Bankrott, sind durch Schulden ge-
lähmt und haben nicht die finanziellen Mittel, um Armut und
Ungleichheit zu reduzieren. Länder mit niedrigem und mittlerem
Einkommen geben im Durchschnitt 48 Prozent ihres Haushalts für
die Rückzahlung von Schulden aus. Das ist weit mehr als sie für
Bildung und Gesundheit zusammen aufwenden…..

Fußnote 2:
Fakten zum Reichtum. Eva Illouz, im Buch „Explosive Moderne“, S. 125 f.: „Mitte des 20. Jahrhunderts verdienten die Geschäftsführer großer Firmen im Schnitt 20-mal so viel wie die unter ihnen beschäftigten Arbeiter. Bei heutigen – 2024- CEOs sind es 300-mal so viel“.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin. www.religionsphilosophischer-salon.de