Wie definieren wir unsere Gegenwart? Etwa durch Bindung an Früheres?

Über den massiven Trend, viele Begriffe der gegenwärtigen Kultur mit „post“, danach, auszustatten…

Ein Hinweis von Christian Modehn am 18. 5. 2026

1.
Wir leben in einer Welt, die unfähig ist, ihren aktuellen Zustand von Kultur, Politik, Ökonomie, Religionen mit eigenen, neuen, adäquaten Begriffen zu bestimmen.

2.
Bei dieser Schwäche, die eigene Gegenwart adäquat auf den Begriff zu bringen, setzt sich der Gebrauch der Vorsilbe POST deutlich durch: POST wird den alt-vertrauten Begriffen vorangestellt, um durch die Vorsilbe POST etwas Klarheit zu schaffen, etwa über den jetzigen Zustand des heutigen Feminismus als Post-Feminismus, der heutiger Romantik als Post – Romantik, der Moderne als Post – Moderne und so weiter. Dieses „post“, dieses „nach“ bzw. „danach“ kettet das Verstehen heutiger Erfahrungen mit Feminismus, Romantik, Moderne usw. an frühere, vergangene, überholte Inhalte: So kann ein adäquates Verstehen der Gegenwart verhindert werden.

3.
Der Philosoph Dieter Thomä (UNI St. Gallen) hat sich intensiv und kritisch mit dieser offenkundigen Schwäche des von ihm „Postismus“ genannten Phänomens auseinandergesetzt, einem Versagen, mit neuen Worten die heutige Lebenswelt, die Gesellschaft usw. auf den Begriff zu bringen: Die komplexe Lebenswelt des Feminismus in seiner Vielfalt, im Plural; oder: die Realität des Kolonialismus heute usw. lassen sich niemals mit einem einzigen „Post“- Begriff fassen. Auf diese Weise wird das Einsortieren von komplexen Wirklichkeiten in Schubladen nur gefördert.

4.
Dieter Thomä nennt in dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Postismen“, Suhrkamp, 2026, in lexikalisch – enzyklopädischer Kürze tatsächlich 52 Postismen, auf den Seiten 336 – 393. Wer diese 52, immer mit Literaturangaben ausgestatteten, „POST“ Beiträge gelesen hat, wartet förmlich darauf, dass nun alsbald auch von „Post -ESC“ die Rede ist oder – angesichts des Niedergangs katholischer Institutionen in Europa – auch von „Post – Katholizismus“ oder angesichts der hohen Benzinpreise auch von „Post – Tourismus“…auch von Post – Journalismus sollte man wohl sprechen angesichts der geringen Bedeutung von Recherche – Journalismus heute.
Nebenbei: Bei der miserablen Briefzustellung durch die Bundespost wird man sicher auch bald von der „Post-Briefzustellung“ sprechen müssen. Auf das von manchen Reformkatholiken erwartet „Post – Papsttum“ wird man allerdings noch eine Ewigkeit hoffen müssen.

5.
Man möchte also angesichts dieser hier nur angedeuteten Post – Phantasie meinen, es war vielleicht ein bißchen voreilig, als Dieter Thomä 2025 seine Studie über das POST – Phänomen im Titel mit dem Stichwort „Nachruf auf eine Vorsilbe“ verbunden hat. Noch wird weiter ge-`postet`. Und sicher wird es bald auch einen Post —Post-Feminismus geben, und auch wenn der überwunden kommt dann ein dritte Vorsilbe post hinzu? Ist das „Posten“ also eine unendlicher Prozess?

6.
Das Probleme bei den vielen „Postismen“ ist: Der eine Begriff, mit Post – ausgestattet, markiert etwa einen gewissen Abschied von dem ursprünglich Gemeinten, etwa „Post-Kolonialismus“. Andere „Post – Begriffe“, wie „post-säkular“ ,beschreiben nur den Wandel der Religiosität hin zu neuen Formen des Religiösen…Diesen Zwiespalt der inhaltlichen Bestimmung gilt es zu beachten!

7.
Mit der ausufernden Verwendung des Post – Vorsilbe zeigt sich eine globale Hilflosigkeit, die heutige Lebenswelt in allen Bereichen mit eigenständigen, durchaus die Zukunft mit formulierenden Definitionen zu bestimmen. Die schon sprachlich dominante Fixierung im Postismus auf das „Nach“ und „Danach“ „bleibt im Bann dessen, an das sich die Nachzeit nun hängt“ (S. 8 in „Postismen). Dabei wäre das Denken der Zukunft unter den heutigen Bedingungen allein hilfreich: Wer eine Zukunft der Demokratie denken will, sollte erkennen: Eine starre Parteien – Demokratie ist zu überwinden. Der Einfluss der Lobby-Gruppen muss sehr eingeschränkt werden. Eine Demokratie, die Gerechtigkeit und gleiche Chancen für alle tatsächlich durchsetzen will, kann nicht auf neue Formen von Steuer, etwa Reichensteuer („Milliardärs-steuer“) verzichten usw. Eine solche noch zu gestaltende demokratischere Demokratie lässt sich selbstverständlich nicht mit dem einen kurzen Begriff „Post-Demokratie“ beschreiben.

8.
Die von Dieter Thomä angestoßene Debatte um die kleine Vorsilbe „Post“ ist von großer Bedeutung: Es wird erinnert, wie vergangenheits-bezogen heutige Lebensformen bleiben, wie sich darin sogar eine gewisse Erstarrung zeigt, durchaus als Angst vor der Zukunft zu interpretieren. Trotz aller Unsicherheiten und Gefährdungen unserer Welt heute lässt sich dringend ein Denken empfehlen, das mehr vorausschaut, also das „PRAE“ bevorzugt.

9.
Es wird oft behauptet, Philosophieren und Philosophien hätten zur Gestaltung von Zukunft wenig oder gar nichts zu sagen. Weil die Sache der PhilosophInnen sei das Re-flektieren, also das Zurück-denken und Zurück-schauen auf das Erlebte, das der Philosoph dann, nachträglich, im zeitlichen Abstand, auf den Begriff bringt. Dieser Gedanke ist zwar richtig, ist aber unserer Meinung zu einseitig: Denn gerade in der Philosophie des Handelns, der Ethik, gibt es Erkenntnisse, sozusagen aufleuchtend unmittelbar in der Gegenwart, wo der Mensch im Ereignis selbst dann handelt: Die spontane Handlung, etwa: Hilflose durch eigenes Handeln zu retten. Oder inmitten politischer Krisen, ausgelöst durch Rechtsextreme, diese Rechtsextremen sofort einzuschränken, öffentlich zu kritisieren usw. Das spontane ethische Handeln ist dann Ausdruck einer gewissen ethischen Bildung, die sich auch durch die Erkenntnis des gültigen Kategorischen Imperativs bildet. Wird dieses ethische Handeln dann im zeitlichen Abstand reflektiert, erkennt man Chancen einer schon gegebenen ethischen, philosophischen Grundhaltung.

10.
Es wäre eine eigene Überlegung, warum heute angesichts von neuen Erfahrungen in fast allen Lebensbereichen der Begriff POST so durchgehend verwendet wird und nicht, wie einst, die „Vorsilbe“ NEO, als Neo-Gotik, Neo-Romanik, Neo-Klassizismus. Zeigt diese „Vorsilbe“ Neo vielleicht eine größere kreative Freiheit an im Umgang mit dem Vorgegebenen als das „Post“? Wir vermuten das.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

 

 

Der 17.5.: Ein Aktionstag für die Menschenrechte queerer (homosexueller) Menschen … auch in der katholischen Kirche.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 15.5.2026

Unser Motto: Man glaube nur nicht, dieses Thema sei ein Randthema. Es berührt das veraltete und falsche Selbstverständnis katholischer Moral: Sie behauptet: Kirchenmoral steht über den Menschenrechten.
Also: Wir bieten Hinweise zum Verständnis einer aussichtslosen Debatte, aussichtslos, wegen der offenbar niemals zu begrenzenden klerikalen Macht alter Männer im Vatikan…

1.
Der 17. Mai ist der internationale „Aktionstag gegen Diskriminierung von queeren Menschen“, offiziell: „Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans-phobie“. Dieser Aktionstag ist dringend geboten zugunsten der universell geltenden Menschenrechte selbstverständlich auch für queere Menschen. Selbst in einer eher noch liberal-toleranten Stadt Berlin nehmen die Aggressionen gegen queere Menschen zu, d.h. Pluralität und übliche Vielfalt in einer demokratischen Gesellschaft sollen zurückgedrängt werde. Zur Intoleranz etwa der AfD gegen queere Menschen siehe unter den zahlreichen Studien nur ein Beispiel: LINK

2.
Der 17.5. als politisches Datum bezieht sich auf den in der BRD bis 1994 geltenden „Paragraphen 175“, der schon in der Weimarer Republik die Unmenschlichkeit zementierte. Und der sich dann in der Naziherrschaft ungebrochen fortsetzte und weiter bruchlos bis 1994 in der BRD offiziell galt. Die vollständige Abschaffung des § 175 in der DDR im Jahr 1968.

3.
Unserem religionskritischen Schwerpunkt entsprechend fragen wir:
Was bedeutet dieser internationale Aktionstag für die Katholische Kirche und die Katholiken? Die Frage ist aktuell, weil vom Vatikan in den letzten Wochen wieder einmal und wie immer deutliche Vorbehalte massiv geäußert werden, diesmal selbst gegen die von Papst Franziskus ermöglichte sehr bescheidene und sehr zurückhaltende Segnung von homosexuellen Paaren in katholischen Kirchengebäuden. Papst Leo hat darauf hingewiesen, dass die Diskussion zu Fragen des Friedens dringender wären als dieses „Thema“ zur Sexualität. Aber Papst Leo lenkt dabei von der entscheidende Frage ab, die zum tausendstenmal gestellt werden muss: Sind queere Katholiken mit ihrer Forderung nach Segnung ihrer Lebens-Gemeinschaft und ihrer Ehe zweitrangige, weniger wertvolle Katholiken als die Heteros? Die eindeutige Antwort: Ja, das ist so, und das weiß auch Papst Leo. Er sieht sich als Förderer der alten hetero-normativen Sexualmoral, damit aufs engste verbunden mit anderen fundamentalistischen Moral-Aposteln aller Religionen und christlichen Konfessionen. Trump und die Seinen werden sich freuen, in dem Punkt mit Leo einer Meinung zu sein…Zur üblichen katholischen Segnung von Autos, Handys, Tieren, und Waffen: LINK

4.
Diese offizielle katholische Lehre muss, vom universell geltenden Menschenrechtsstandpunkt aus gesehen, als eine Unverschämtheit betrachtet werden. Sie ist, wie gesagt, eine Ablehnung der Menschenrechte, weil sie völlig falsch eine Vorrangstellung kirchlicher, katholischer Moral ÜBER den Menschenrechten behauptet und mit politischen Freunden von Rechts und Rechtsaußen durchzusetzen wagt. Da mag der offizielle, bis heute gültige „Katechismus der katholischen Kirche“, Vatikanstadt 1993, noch ein bißchen menschenfreundlich schwadronieren: Dort heißt es: Die (heterosexuellen) Katholiken sollten den Homosexuellen, so wörtlich, „mit Achtung, Mitleid und Takt begegnen“ (§ 2358 im Katechismus: Die Heteros sollen wohl denken: O je o je, diese armen schwulen Sünder, haben wir doch mit ihnen ein bißchen taktvolles Mitleid.)
Dann heißt es sogar in diesem Katechismus: “Man hüte sich, Homosexuelle in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“. Klingt ja nett. ABER: In dem Paragraphen zuvor, also wenige Zeilen entfernt, schreiben die Autoren dieses Katechismus, offenbar wie im Zustand der Schizophrenie: „Homosexuelle Handlungen in sich sind nicht in Ordnung, sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, sie sind in keinem Fall zu billigen“. Darum die weitere Ungeheuerlichkeit dann in §2359: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen…Nur so könne sie sich der christlichen Vollkommenheit annähern“. Das heißt im Klartext: Homosexuelle Liebe, also erotisch und selbstverständlich sexuell geprägte Liebe darf es nicht geben. Die Papst – Kirche maßt sich an, bestimmten Menschen die Liebe zu verbieten. Nebenbei: Offenbar sind diese empörenden Forderungen des Papstes auch an die vielen schwulen Priester adressiert: Zwischen den Zeilen lese man: Die schwulen Priester, Bischöfe und Kardinäle mögen es doch nicht „übertreiben“… In dem Zusammenhang ist auch wichtig: „Masturbation wird als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung gebrandmarkt“ (zit. : § 2352 im Katechismus).

5.
Anläßlich des 17.5. Aktionstages ist wichtig:

Den eigenen Weg der Befreiung als queere Katholiken selbstbewusst weitergehen und den bis heute von Rom propagierten de facto Ausschluss von queeren Menschen von allen Menschenrechten durch die Kirche schlicht und einfach – weiterhin – ignorieren. Sich bitte nicht die Liebe verbieten lassen. Irgendwann gibt es keine queeren Katholiken mehr, die auf die Weisungen des Papstes, des Vatikans, hören.
Angesichts der zunehmenden rechtsradikalen politischen – homophoben – Macht in ganz Europa wäre eigentlich von der katholischen Kirche als Institution Widerstand dagegen zu erwarten.

Die offizielle Ablehnung der umfassenden Gleichberechtigung queerer Katholiken durch den Papst und den Vatikan usw. gleicht, wie schon angedeutet, sehr fundamentalistischen Strömungen im Islam, im (ultra-)orthodoxen Judentum und eben auch in den alten wie neuen Varianten der Nazi – Ideologie. Man sollte den Papst und die seinen öffentlich fragen: Fühlen Sie sich in diesen Kreisen wirklich wohl? Es scheint jedenfalls so, sonst würden sich diese Herren anders äußern…

6.
Warum diese offiziell – katholische Feindlichkeit gegenüber queeren Menschen? Mehrere Gründe müssen genannt werden, hier in gebotener Kürze:
Die katholische Kirche kann vom Vatikan aus wie auch von den einzelnen Bischofskonferenzen nur noch sehr geringen politischen Einfluß in den meisten Staaten ausüben, dabei will sie doch „Mater et Magistra“ sein, „Mutter und Lehrermeisterin“ aller. So flüchtet sich die offizielle Kirche und ihre Theologie etwa in „Pro-Life-Unterstützungs-Aktvitäten“ und versucht, im Zusammenhang mit reaktionären Parteien, katholische Moralprinzipien durchzusetzen. In Frankreich ist diese Koalition von politisch Reaktionären und konservativ – reaktionären Katholiken evident, man denke an die heftigsten Debatten und Demonstrationen gegen die von der Republik dann doch durchgesetzte „Ehe für alle“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

7.
Der Vatikan, der Papst, glauben Rücksicht nehmen zu müssen auf die auch politisch bedingte gewalttätige Feindschaft gegenüber Homosexuellen in den meisten afrikanischen Staaten: Dort sind auch die katholischen Bischöfe heftigste Verteidiger der repressiven Homo-Politik. Und weil in vielen Ländern Afrikas sich sehr viele Menschen taufen lassen, will man dieses zahlenmäßige Wachstum nicht stoppen. Die queer-freundlichen Forderungen europäischer Katholiken spielen dann in der Sicht des Papstes rein taktisch, zahlenmäßig betrachtet, keine Rolle. Vielleicht hat der Vatikan manche europäische Länder, katholische „Bastionen“ einst, längst abgeschrieben: Frankreich, Irland, Spanien, Holland, Deutschland sicher auch, obwohl man sich im Vatikan immer noch über großzügige Geldspenden aus Deutschland freut…

8.
Darüber spricht niemand mehr: Sehr viele (vor allem jüngere) Priester in allen Ordensgemeinschaften, in allen Bistümern, auch im Vatikan, sind homosexuell. Das zeigen immer wieder Interviews und vorsichtige Umfragen. Viele schwule Priester wollen mit der Propaganda queer-feindlichen Moral des Vatikans ablenken von der Frage: Wie sieht es denn mit eurem zölibatären Leben aus? Wie ist es mit euren privaten Homo-Freundschaften bestellt usw. Siehe das auch wie aktuelle Buch „Sodom“ des Journalisten und Soziologen Frédéric Martel: LINK

9.
Die Frage ist: Wie lange wird der Vatikan noch dulden, dass es in deutschen Klöstern und Ordensgemeinschaften ganz offiziell einige Mitglieder gibt, die sich mit der Initiative „outinchurch“ auch öffentlich eng verbunden wissen, etwa zwei ? Augustiner in ihrem Kloster in Würzburg, vielleicht sollte sich Papst Leo, selbst Mitglied im Augustinerorden, von denen mal belehren lassen. LINK:

10.
Die aktuellen Debatten über die Ablehnung der Segnung homosexueller Paare durch den Vatikan sollen  die Erinnerung an die kirchlichen Verbrechen an Homosexuellen während vieler Jahrhunderte verschleiern, wenn nicht gar auslöschen. Es sind Verbrechen der Kirche, die historisch gar nicht deutlich dokumentiert sind, weil es einfach der Kirche selbst zu peinlich war, die eigenen Untaten an den zu Sündern und Verbrechen erklärten Menschen, den Homosexuellen, zu dokumentieren.
Immerhin hat der offen homosexuelle Priester Jacques Perotti seinen Leidensweg in der katholischen Kirche beschrieben in seinem Buch „Un pretre parle“, Levallois, 1995. Als Sekretär von Abbé Pierre konnte er dann als Priester arbeiten, etwa für die ökumenische Schwulenbewegung „David et Jonathan“. In einem Interview mit Christian Modehn im Jahr 1996 sagte Perotti: „Ich bin nicht voll in die Strukturen der Kirchen integriert; ich bin Sekretär von Abbé Pierre, und der ist unabhängig von der Kirche und befindet sich selbst eher am Rande der Kirche. Denn die Bewegung Emmaus, die er gegründet hat, ist ja nicht religiös, sondern weltlich, laizistisch. Also wegen Abbé  Pierre, so scheint es mir, lebe ich wie unter einer Art Schirm, der alle Blitze abwehrt aus dem Vatikan, aus Rom und vonseiten der Bischöfe. Abbé Pierre hat es mir erlaubt, dass ich mein Priesteramt leben kann als Vorkämpfer für die Sache der Homosexuellen. Er ist ein Mensch, der gut zuhören kann, er kann alle menschlichen Situationen verstehen. Er hat auch meinen Lebensweg gut verstanden, dass ich einen Kampf führe zur Befreiung der Homosexuellen in der Kirche. Ich habe selbst gehört, wie er mich verteidigt hat bei einer Mahlzeit, als wir mit Bischöfen zusammen an einem Tisch saßen.“ Auch an den niederländischen katholischen Priester, Politiker und Poeten Herman VERBEEK muss hier erinnert werden, auch er war offen homosexuell und kritisierte heftig die reaktionären Bischöfe der Niederlande. LINK.

11.
Die heutige katholische Kirche ist als Nachfolge – Organisation jener katholischen Kirche zu bewerten, die Jahrhunderte lang Verbrechen an Homosexuellen beging, so steht die heutige Kirche auch vor den Herausforderungen einer Wiedergutmachung.
Materielle Wiedergutmachung ist wohl ausgeschlossen, weil es keine überlebenden Opfer der kirchlich zugelassenen Folterungen und Verbrennungen Homosexueller seit Kirchengründung gibt und es gibt wohl keine noch lebenden Angehörigen der Opfer. Das Leiden queerer Jugendlicher in katholischen Familien – damals wie heutev- wäre ein eignes Thema: Welches Unheil, welche Krankheit, richtet die katholische Moral in den Seelen der Menschen an…
Es ist eine Wiedergutmachung der Kirche jetzt erforderlich, die darin besteht: Alles zu tun, dass heute für queere Menschen die uneingeschränkt geltenden Menschenrechten durch die Kirche anerkannt werden; dass die Kirche sich offensiv für die Rechte der Queeren Menschen einsetzt, auch bei katholischen Diktatoren in Afrika. Und es sollte zu den Bildungsprogrammen katholischer Schulen in Afrika gehören, von Anfang die Normalität der Homosexualität als einer normalen Variante der Sexualität zu lehren.

12.
Wir wissen, dass unsere Hinweise, unsere Kritik, unsere Vorschläge zu dem Thema eigentlich sinnlos, weil wirkungslos sind bei den zementierten Verhältnissen im Vatikan und in der klerikalen Hierarchie. Aber ich sehe es als Theologiewissenschaftler über die katholische Kirche (das ist etwas anderes als „katholischer Theologe“) und als Journalist noch als eine lästige Pflicht an, gelegentlich diese Hinweise zur Diskussion zu stellen.

Albert Camus sagte einst: Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen. Ich denke oft: „Man muss sich die verbliebenen, demokratisch gesinnten Reform- Katholiken als Sisyphus – Gestalten vorstellen.“ Ein gewisser Masochismus gehört schon dazu, heute als Frau, als Queer, in Europa katholisch zu sein. Die Dissidenten im Sowjetimperium hatten immerhin die Hoffnung, dass die Herren der KP-„Eliten“ eines Tages verschwinden, wegen der ökonomischen Übermacht des westlichen Kapitalismus. Die Herren im Vatikan sitzen fest hinter ihren dicken Mauern und Päpste wie auch einige Kardinäle werden als „Führer“ von vielen Gläubigen hoch verehrt, weil in dieser unserer verrückten Welt „Führer“ wieder als ersehnte Leitfiguren so sehr willkommen sind. Siehe den Trend zu rechtsextremen Parteien in allen Ländern Europas und Amerikas  usw.

13.

Die von Papst Leo XIV. stets und ständig beschworene „Einheit“ unter den Katholiken (ein Ausdruck der allmählich etwas einfallslos wirkenden totalen Bindung des Papstes an Augustinus, seinen „Vater“) kann es nur geben: Wenn die katholische Kirche die Menschenrechte über alle ihre angeblichen göttlichen Rechte  und angeblich göttlichen Gebote stellt. Die Menschenrechte sind absolut wichtiger und entscheidender als alle klerikalen Kirchengesetze, auch die moralischen Ideologien dieser Kirche. Ganz nebenbei an alle christlichen Fundamentalisten: Hat Jesus von Nazareth nicht menschliche Haltungen und Tugenden über alle religiösen Gebte gestellt? Warum wird Jesus von Nazareth in dieser Kirche ignoriert? Weil Jesus von Nazareth diesen um sich selbst kreisenden Kirchen – Betrieb nur stört.

PS: Wer sich für die Heftigkeit der Homo-Debatten in der katholischen Kirche jetzt noch interessiert, nur ein Beispiel: Die Position des reaktionären niederländischen Kardinal Eijk in Utrecht LINK

Kurz und bündig, was Papst Leo von Segnungsfeiern für Homosexuelle Paare hält: „Nachdem der Münchner Kardinal Reinhard Marx die Umsetzung der Segensfeiern in seinem Erzbistum empfohlen hatte, erklärte der Papst auf dem Rückflug von seiner Afrikareise im April: „Der Heilige Stuhl hat deutlich gemacht, dass wir mit der formellen Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexuellen Paaren oder Paaren in irregulären Lebenssituationen – nicht einverstanden sind.“ (KNA). Quelle: https://katholisch.de/artikel/68605-sautermeister-bischoefe-bei-segnung-homosexueller-auf-linie-mit-rom. 16.5.2026

Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-salon.de

 

 

 

 

 

 

 

Wer finanziert den Katholikentag in Würzburg? Fast die Hälfte (44,4 Prozent) trägt die öffentliche Hand!

Ein Hinweis von Christian Modehn am 12.5.2026

Unser bekanntes Motto: Religionskritik und Kirchenkritik sind zentrale Aufgaben der Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie, heute wie damals

1.
Wer am 12.5.2026 im Internet Antwort sucht auf die Frage: Wer finanziert den Katholikentag in Würzburg (13.5. bis 17.5.2026) erhält nur wenige ausführliche Links.

2.
Die „Mainpost“ bietet nur diese ultrakurze kostenfrei zugängliche Information vom 29. März 2026: „Der großzügigste Geldgeber ist der Freistaat Bayern, der den Katholikentag mit drei Millionen Euro fördert. 940.000 Euro gibt der Bund, 500.000 …“

3.
Wirklich umfassend berichtet am 12.5.2026 die Wiener Online -Zeitung „UZ – Unsere Zeitung – die Demokratische“, mit dem Titel „Glaubensevent auf Staatskosten“. Quelle:  LINK

Aus UZ -Unsere Zeitung- Die Demokratische ein zentrales Zitat:
„In Würzburg wird das Glaubensspektakel diesmal mit mindestens 4,44 Millionen Euro von der öffentlichen Hand gefördert. Das Land Bayern gibt drei Millionen Euro, der Bund anstatt wie traditionell 500.000 Euro erstmals 940.000 Euro und die mit über 815 Millionen Euro hoch verschuldete Stadt Würzburg steuert 500.000 Euro inklusive Sachleistungen bei… In Würzburg trägt die öffentliche Hand 44,4 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 10 Millionen Euro – viel Geld in Zeiten klammer Haushaltskassen.“

4.
Und weiter schreibt Unsere Zeitung – Die Demokratische“:
 „Dabei besitzen die deutschen Kirchen genügend Geldreserven, auch das Bistum Würzburg. Es besitzt ein – kaufmännisch schlank gerechnetes – Vermögen von 423,9 Millionen Euro. Allein aus Kirchensteuererträgen fließen in diesem Jahr 178 Millionen Euro in das klerikale Finanzportfolio. Freilich: Nicht alles daranzusetzen, das Millionenvermögen zu vermehren und zu schützen, wäre für die katholische Kirche beinahe ein Sündenfall. Aus diesem Grund schiebt die Kirche einen schlichten Katholikentagsverein als angebliche Laienbewegung vor, ohne eine Abrechnung vorzulegen. Religionsgemeinschaften sind in Deutschlands nicht rechenschaftspflichtig. Landesrechnungshöfe dürfen sie nicht überprüfen. So bleibt intransparent, wofür das staatliche Geld eigentlich eingesetzt wird. Transparenz sieht anders aus. Die Politik sollte endlich umdenken: die Kirchentagssubventionen sind mit einem weltanschaulich neutralen Staat nicht zu vereinbaren.“

5.
Merkwürdig ist, dass die offiziell katholische website kath.de am 31.3.2026 zur Frage: Was kostet der Katholikentag in Würzbug“ u.a. nur sehr wenig, wenn nicht aus heutiger Sicht falsch schreibt: „Das Bundesinnenministerium fördert die meist im jährlichen Wechsel stattfindenden Katholiken- und Kirchentage in Deutschland aufgrund ihrer „gesellschaftspolitischen Bedeutung“ jeweils mit rund 500.000 Euro. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Die Liberalen hatten darin nach den Grundlagen staatlicher Förderungen für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gefragt.“

6.
Zum Thema Kirche und Staat in Deutschland hat Prof. Horst Dreier, der Würzburger (!) Ordinarius für Rechtsphilosophie, Staatsrecht und Verwaltungsrecht das grundlegende, objektive Buch geschrieben: „Staat ohne Gott. Religion in der säkularen Moderne“, C.H.Beck Verlag, 2018. Siehe die Besprechung des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Die USA und Papst Leo haben ein gemeinsames Motto

Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.5.2026

1.
Dieser Hinweis versteht sich als Marginalie, Randbemerkung. Aber vielleicht wird doch auf Wesentliches hingewiesen zur Konstruktion und zum Gebrauch von Ideologien.

2.
Es gibt ein bislang nicht beachtete interessante inhaltliche Nähe, wenn nicht Verbundenheit und sogar Gemeinsamkeit: Das Motto der USA und das Motto des us-amerikanischen Papstes Leo XIV.

3.
Das Motto der USA heißt offiziell seit dem 20.Juni 1782: „E pluribus unum“, das offiziell übersetzt wird: „Aus vielen eines“. Gemeint ist: Die 13 ursprünglichen Bundesstaaten definieren sich als eins, als eine Nation, trotz verschiedener Konfessionen.

4.
Das Motto („der Wahlspruch“) Papst Leo XIV., das er sich schon als Bischof in Chiclayo, Peru, gewählt hatte: „In illo uno unum“, das heißt: „In jenem Einen (gemeint ist Christus) eins“. Das bedeutet: „In Christus sind alle unterschiedlichen Christen (Leo meint wohl Katholiken) eins“. Hier wird die Einheit explizit theologisch begründet.

5.
Das US- Leitwort „E pluribus unum“ ist heute auf dem Großen Siegel der USA zu sehen und auf Münzen. Wer oder was die Grundlage dieser Einheit sein soll, wird nicht gesagt. 1956 wurde dieses Motto durch ein neues, jetzt bekannteres ergänzt: „In God we trust“. Wer ist dieser Gott, von dem da auf den Dollarnoten die Rede ist? Nicht der konfessionelle Gott einer Kirche. Es ist der überkonfessionelle Gott, eher eine Idee, und vielleicht ist das Geld, der Dollar, als Gott gemeint, sagen Kritiker.

6.
Das Motto Papst Leos, Mitglied des Augustinerordens, stammt selbstverständlich vom heiligen Augustinus. Das Motto stammt aus einer Predigt Augustins zu Psalms 127, einer Predigt, die er in Hippo (heute Algerien) oder auch in Karthago hielt. Der Theologe Notger Baumann, Uni Erfurt, interpretiert diesen Satz: „Die Einheit in Christus ist keine Uniformität. Die Vielheit der Christen wird nicht aufgehoben, sondern bleibt bestehen.“Notger Baumann erläutert den Kontext dieser Aussage Augustins: Der päpstliche Wahlspruch zitiert das Schlussglied einer Antithese:  „Aus nos multi in illo uno unum wird die Abbreviatur „in illo uno unum“. Also: Wir vielen Katholiken sind in jenem einen (Christus) eins…

Quelle:  https://www.uni-erfurt.de/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/aktuelles/theologie-aktuell/der-wahlspruch-papst-leos-xiv.

7.
Das ist wichtig: Auch das Motto der USA von 1782 ist zwar auf den ersten Blick religiös neutral, hat aber deutliche Verbindungen zum Denken Augustins: Die so genannten Pilgerväter, die 1620 in die heutigen USA einwanderten, hatten eine gute Kenntnis des heiligen Augustinus. Und zwar durch Vermittlung des protestantischen Theologen und Reformators Jean Calvin, der ein Kenner und Verehrer Augustins war..Die Pilgerväter galten als strenge Calvinisten, sie hatten sich deswegen von der englischen Staatskirche losgesagt. Auffällig ist, dass das Motto der USA von 1782 in lateinischer Sprache formuliert wurde.

8.
Man kann also sagen: Das erste grundlegende Motto der USA und das Motto des us-amerikanischen Papstes Leo XIV. beziehen sich auf die gleiche Quelle, den heiligen Augustinus, und beide Mottos beschwören ein Einheit in der oder: trotz der Vielheit. Und beide Mottos haben ihre strengen Grenzen, sind verglichen mit der faktischen politischen Situation der USA und der faktischen Situation der vielen Katholiken in der Kirche nichts als eine Behauptung, die der Realität nicht entspricht. Manche sprechen auch von „Verschleierung“ der gewünschten Verhältnisse.

9.
Schon bei der Formulierung des Mottos der USA im Jahr 1782 gab es keine Einheit unter den Menschen, es herrschte noch die Sklaverei. Und niemand wird behaupten, dass unter dem Regime von Präsident Trump auch nur annähernd eine Einheit im pluralen amerikanischen Volk gegeben ist. Eher wird unter Trump und seinen Scharfmachern eine Art Bürgerkrieg betrieben.

10.
Und kein nachdenklicher Katholik und kein kritischer Katholischer Theologe wird im Ernst behaupten: Alle Katholiken sind eins, im Sinne von gleichberechtigt und gleich wertvoll. Die lange Liste der vom Papst und den Klerikern im Vatikan zugelassenen Diskriminierungen muss hier nicht noch einmal wiederholt werden, wir nennen nur den verheerenden Ausschluss von Frauen vom DiakonInnen-Amt und vom PriesterInnen-Amt.

11.
Was bringt also die Reflexion auf die offenbar inhaltlich gemeinsamen Mottos der USA und von Papst Leo XIV.? Die Reflexion zeigt: Beide Mottos sind von Herrschern ausgegebene „Fern-Ziel“-Vorstellungen, von denen beide, Politiker der USA wie der Papst wissen: Diese Vorstellungen werden wohl nie erfahrbare Realität für alle werden. Sie werden ausgegeben, verbreitet, propagiert, um im Volk, bei den Gläubigen, einen guten Eindruck zu machen.

12.
Als die USA-Politiker merkten: das alte Motto von 1782 ist politisch betrachtet nichts als eine ferne Utopie, gaben sie sich das Motto „In God we trust“, das machte sich auch gut als religiöse Kampfansage gegen den atheistischen Ost-Block und die Sowjetunion. Und schließlich vertraute ja auch ein Armer damals auf Gott, aber auf seinen Gott, wie auch die Politiker oder die Kapitalisten auf ihren Gott vertrauten. Mit diesem neuen Motto konnten die Politiker also nichts falsch machen. Und die Einheit des Volkes, auch als Gerechtigkeit, war vergessen…

13.
Und Papst Leo XIV.? Er pflegt sein Motto („Wahlspruch“ offiziell genannt) auf populäre Art, biedert sich durchaus beim frommen Volk etwas an, jetzt wieder in Neapel, bewirkt dort das Gennaro-Wunder, sagt fromme Sprüche, Friedensappelle, genießt populistische Verehrung (wegen seiner NIKE-Sneaker etwa …). ABER: Da, wo wirklich Einheit als Gleichberechtigung unter Katholiken und vor allem auch unter den getrennten Christen und Kirchen bewirkt werden sollte: Da herrscht das große übliche päpstliche Nein zu grundlegenden Reformen vor. Angeblich, so der Vatikan, würden die afrikanischen Katholiken diese Reformen nicht verstehen, man hält afrikanische Katholiken also für dumm…Als könnten sie nicht das univsersell geltende Menschenrecht auch für Homosexuelle verstehen und damit auch die Gleichberechtigung der Homosexuellen in der katholischen Kirche Afrikas.

14.
Darum merke: Glaube bloß nicht den Mottos der Staaten oder der Päpste. Es sind bestenfalls Wunschvorstellungen, Utopien, etwa auch „Liberté, Egalité, Fraternité“ in Frankreich: Diese drei Grundwerte der Republik bestehen auch dort nicht für alle Franzosen als Realität. Oder auch: Die Mottos des USA und des Papstes sind eigentlich – faktisch betrachtet – Hoffnungen, Utopien, vielleicht sogar Lügen, weil sie von Präsidenten und Päpsten doch nur behauptet, nicht aber umfassend realisiert werden.

15.
Vielleicht könnten sich Trump und Leo wegen des gemeinsamen Mottos des heiligen Augustinus verständigen? Leider kann aber Papst Leo nicht als Vorbild gegenüber Trump auftreten: Auch er als Papst tut ja nicht alles für eine wirkliche Einheit als Gleichberechtigung unter allen Katholiken und Christen… Wie kann er dann ernsthaft und glaubwürdig von Trump die Einheit im us-amerikanischen Volk oder auch eine friedliche Einheit der Menschheit ohne Krieg einfordern? Die viel gepriesene „moralische Instanz“ des Papstes, der Päpste, ist also sehr frag-würdig, eine bloße Behauptung. Seit welchem Jahrhundert können eigentlich Päpste „moralische Instanzen“ genannt werden? Papst Alexander VI. zum Beispiel war eher eine unmoralische Instanz, wie etliche andere Päpste auch.

16.

Solange die katholische Kirche in ihrer eigenen Lehre und Moral nicht die Menschenrechte umfassend für alle Katholiken respektiert, ist alles moralische Reden der Päpste und Bischöfe usw. unglaubwürdig und wirkungslos. Die Menschenrechte stehen ÜBER der kirchlichen Lehre und Moral. Wird das die katholischeKirchenführung jemals begreifen? Wir meinen: Nein, denn die klerikale Macht will nach wie vor mit ihrer eigenen Ideologie (Theologie genannt) über den umfassenden, universell geltenden Menschenrechte stehen. 

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

 

Christi Himmelfahrt: Vernünftig verstehen

Ein Hinweis von Christian Modehn am 7. Mai 2026.
1.
Den Titel des Festes „Christi Himmelfahrt“ können wir nur verstehen, wenn wir uns vom üblichen, wiederholenden Nachsprechen der neu-testamentlichen Erzählung befreien. Und in neuen Worten, ohne die bilderreiche Sprache der Bibel, nachvollziehbar und klar, erklären, was gemeint ist.
Dann zeigt sich: Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten werden zwar als drei verschiedene Feste bezeichnet, aber sie meinen das Gleiche: Gemeinsam ist: Gefeiert wird der kreative Geist, den Christen für heilig halten als eine Gabe des Ewigen, Gottes. Wenn dieser Geist Mittelpunkt der drei genannten Feste ist, dann wird der Geist nicht in frommen Verzückungen erlebt und gefeiert, sondern als handelnde Vernunft betrachtet, die in politische Praxis führt: In das politische Eintreten für die gleiche Würde aller Menschen, also für die Menschenrechte.

2.

Zu Ostern erkennen die Freunde Jesu von Nazareth in der Kreativität ihres Geistes, der heilig ist, weil er von Gott dem „Schöpfer“ stammt: Jesus von Nazareth ist „auferstanden“: Denn auch er hat als Mensch Anteil an dem göttlichen Geist, und der ist der Geist des Ewigen, der den Menschen Anteil an seinem Geist bietet. Der Ewige beschenkt also den Geist, die Seele, aller Menschen mit sich selbst, dem ewigen Geist. Die Auferstehung Jesu können seine Freunde Jesu als „Überwindung des Todes“ erkennen, weil sie selbst vom heiligen Geist, dem Geist des Ewigen, bestimmt sind. Ostern ist also bereits ein Fest des Geistes, des heiligen, Ostern ist also also schon Pfingsten als Fest der Gabe des heiligen Geistes Inder Erkenntnis der Auferstehung Jesu.
Und „Christi Himmelfahrt“ ist nur ein anderes Bild für die Auferstehung Jesu von Nazareth.

3.
Dieses seltsame Wort „Himmelfahrt“ ist ein Bild für die Erzählung: Dieser Jesus von Nazareth ist nicht im Nichts verschwunden. Jesu Leichnam liegt zwar – wie der Leichnam jedes anderen Menschen – in einem Grab! Aber Jesu Geist als ewiger Geist ist „woanders“, „nicht mehr hier“. Jesus ist – bildlich gesprochen – an dem Ort des Ewigen, des Göttlichen, also im „Himmel“.
Die Gemeinde will mit dem Fest „Christi Himmelfahrt“ also noch einmal explizit feiern, dass dieser von ihnen geliebte Mensch, der Prophet Jesus von Nazareth, nicht mehr nur zur Erde, nicht mehr nur zur Welt der Menschen, gehört. Er ist leiblich verschwunden, aber geistig nicht entschwunden. Jesus ist in den Bereich des Ewigen eingetreten, den man „Himmel“ nennen kann oder „Sein beim Ewigen“.

4.

Dass die Kirchen dreimal, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten  in kurzem zeitlichen Abstand eigentlich dreimal das Gleiche feiern, ist einzig in der menschlichen Begeisterung begründet, möglichst viele Feste – mit unterschiedlichen Akzenten – zu feiern.

5.

Als Fest des Geistes als des heiligen, kritischen Geistes ist Pfingsten das Fest der besonderen menschlichen Qualität, sie zeichnet„den“ Menschen, alle Menschen, aus. In diesem universellen Geist als der Vernunft erschließt sich die Menschenwürde, erschließen sich die Menschenrechte.
Pfingsten als Fest des Geistes, der heilig ist, stellt also die allgemeine und universell geltende Vernunft in den Mittelpunkt. Pfingsten sollte deshalb politisch sehr deutlich
als das Fest der Menschenwürde gefeiert werden, als Fest der Menschenrechte, der wesentlichen Gleichheit aller Menschen, der universalen Gerechtigkeit also. Pfingsten ist also alles andere als ein gedankenloses, fundamentalistisch geprägtes Fest eines frommen, charismatisch sich nennenden Enthusiasmus.

6.

Zurück zu Christi Himmelfahrt: Dieser Tag ist kein Gedenktag an einen ins Unendliche, in himmlische Ferne Entrückten. Christi Himmelfahrt lässt die Welt der Menschen nicht gottlos erscheinen. Vielmehr ist der Geist aller Menschen auch vom Göttlich, vom Ewigen geprägt.  Trotz aller freier Entscheidungen der Menschen, die sich für Krieg und Zerstörung und Verachtung der universellen Menschenrechte entscheiden.
Gott hat, im Bild gesprochen, eine endliche, irdische Welt geschaffen, und die ist keine göttliche Welt, sondern eine weltliche Welt, das Andere Gottes, des Ewigen, der aber dieses „Andere seiner selbst“ mit sich verbindet – im Geist, in der Vernunft der Menschen und den geistvollen Strukturen der Welt und Natur…

7.

Man sieht schon angesichts dieses kurzen Hinweises: Der Gedanke an eine Schöpfung der Welt und der Menschen durch Gott, den Ewigen, ist die einzige Voraussetzung, um Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten zu verstehen. Dabei verstehen wir Schöpfung selbstverständlich NICHT im Sinne des fundamentalistischen Kreationismus.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Über den Egoismus der Bürger und betrügerische Kaufleute in Amerika: Der Philosoph Hegel blickt auf die USA.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 6.5.2026

Was die Menschen in den USA, was deren  politische und religiöse Mentalität prägt und bestimmt, hat der Philosoph Hegel schon 1822 erkannt. Seine Erkenntis gilt bis heute. 

1.
Anläßlich der Feierlichkeiten „250 Jahre Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten“ am 4. Juli 2026 ist es sicher interessant wahrzunehmen, wie schon wenige Jahrzehnte nach der „Unterzeichnung der Unabhängigkeits-Erklärung“ 1776 der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich HEGEL das Wesentliche und Typische dieses Amerika (USA) analysierte und bewertete.
Seine „Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte“ hat Hegel in Berlins Universität seit 1822 insgesamt fünf mal gehalten, posthum wurden die Vorlesungen 1837 veröffentlicht. In dieser seiner Philosophie der Geschichte spricht HEGEL auch von „Nordamerika“, seine Aussagen beziehen sich, wie er sagt, auf die „nordamerikanischen Freistaaten“ (S. 111), also auf das, was wir heute USA nennen.

2.
Hegel hat allen Wert darauf gelegt, die empirischen historischen Fakten mit seinem philosophischen Begriff der Geschichte zu verbinden, also die empirische Geschichte mit der für ihn grundlegenden Einsicht zu harmonisieren: Dass in der Geschichte die Vernunft in eine greifbare, weltliche, politische Existenz tritt. Diese Einsicht kann hier nicht vertieft werden. Hier geht es um einige Erkenntnisse zum „Wesen“ des nordamerikanischen Menschen durch Hegel.
Dazu bieten wir einige Zitate aus Band 12 der „Theorie Werkausgabe“ des Suhrkamp Verlages (1970):

3.
Puritaner und Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften „wanderten nach Nordamerika aus, um die Freiheit der Religion zu suchen“ (S. 111)

Sie bauten dort ein Gemeinwesen auf, „das von den Atomen (isolierten einzelnen) der Individuen ausging, so dass der Staat nur ein Äußerliches zum Schutz des Eigentums war“ (S. 112).
Hegel erwähnt die republikanische Verfassung: „Allgemeiner Schutz des Eigentums und beinahe Abgabenlosigkeit sind Tatsachen, die beständig angepriesen werden“ (ebd.). „Abgabenlosigkeit“, also vergleichsweise geringe Steuern, bestimmen auch heute die USA.
Wichtig auch Hegels Insistieren auf dem ganz zentralen Schutz des Privateigentums in Amerika ..
Der „Grundcharakter der amerikanischen Republik“ besteht für Hegel „in der Richtung (Hauptinteresse) des Privatmannes auf Erwerb und Gewinn, in dem Überwiegen des partikulären Interesses, das sich dem Allgemeinen nur zum Behufe des eignen Genusses zuwendet.“(S. 112).
Also: Egoismus der Privatleute, Unternehmer, wird schon 1822 angesprochen, gilt bis heute
Und, auch das betont Hegel, zum Respekt der Händler und Unternehmer vor den Gesetzen in Nordamerika (USA): Hegel schreibt: „Diese Rechtlichkeit ist eine Rechtlichkeit ohne (persönliche) Rechtschaffenheit, und so stehen denn die amerikanischen Kaufleute in dem üblen Rufe, durch das Recht geschützt zu betrügen.“ (ebd.) Sehr treffend erkannt, bis heute gültig…

4.
Weil für Hegel alle politische Organisation immer auch mit der Religion, bzw. hier mit dem Christentum, zu tun hat, schreibt er: „In Amerika kann jeder seine eigene Kirche haben“… „Das Zerfallen in so viele Sekten, die sich bis zum Extrem der Verrücktheit steigern und deren viele einen Gottesdienst haben, der sich in Verzückungen und mitunter in den sinnlosesten Ausgelassenheiten kundgibt…“ (S. 113). Gültige Erkenntnis bis heute, siehe die Evangelikalen, Pfingstler, die Megachurches usw…

5.

Hegel betont also: Die vielen, nicht von Vernunft bestimmten Kirchen und Sekten in den USA sind auch mitverantwortlich für die allgemeine politische Verwirrung in den USA hinsichtlich einer humanen, vernünftigen, den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft und Rechtsstaatlichkeit..

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

 

 

Ein Jahr Papst Leo XIV.: Freundlich-lächelnd, konservativ, ängstlich

Ein Hinweis von Christian Modehn anläßlich der Papstwahl am 8. Mai 2025.

Siehe auch eine Ergänzung am 10. Mai 2026: Siehe die Nr.3 dieses Hinweises.

1.
Vor einem Jahr, am 8.Mai 2025, wurde der us-amerikanische Kardinal mit einem peruanischen Pass Robert Prevost aus dem Augustinerorden (OSA) zum Papst gewählt.
Obwohl wir im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin wissen, dass es sehr viel dringendere Themen gibt für die bedrohte Menschheit heute, als an einen noch relativ frisch im Amt herrschenden Papst zu erinnern: Wir wollen entgegen den meisten offiziellen Trends der Presse und der Kirchenleute, die Papst Leo XIV. als „geistlichen Führer“ oder mutigen Trump – Kritiker hinstellen, doch dringend darauf aufmerksam machen:

Dieser Papst mag für weltpolitische Fragen, sozusagen nach außen, gewisse Sympathien der Nachdenklichen wecken.

Innenpolitisch, also für die innere Gestalt der römisch – katholischen Kirche ist dieser Papst ein Konservativer, er ist überhaupt nicht interessiert, mit dieser Kirche, über die er als unfehlbarer Papst herrscht, alsbald eine grundlegende Reformation (und nicht oberflächlichen Reförmchen) zu gestalten.
Die Liste der Forderungen ist lang und seit mindestens 70 Jahren permanent von sehr reflektierten Theologen vorgebracht, das alles zu wiederholen ermüdet total die kritischen Journalisten: Kurzum, mit diesem Papst ist – bis jetzt – ein weiterer Stillstand in der Kirche zu erwarten: Hinsichtlich der Anerkennung der versöhnten Verschiedenheit der getrennten Kirchen, hinsichtlich der nun auch von katholischen Bischöfen permanent geforderten Aufhebung des Pflichtzölibates für Priester, hinsichtlich der dringend (!) zu realisierenden Zulassung von Frauen zum DiakonInnen – und PriesterInnenamt. Nichts tut sich, d.h. nicht tut der Papst, er lächelt die großen Themen freundlich weg…

Auch dieser Papst denkt mehr an das zahlenmäßige Wachstum der Kirche in Afrika als an die noch verbliebenen nachdenklich – krischen Katholiklen etwa in Europa, die die Moderne und den katholischen Glauben endlich versöhnen wollen. Bei dem Thema wird die Frage dringend: Kann ein einziger Papst von Rom aus die katholische Kirche (1,4 Milliarden Mitglieder) regieren, d.h. beherrschen, oder bräuchte es nicht mehrere „PatriachInnen“, jeweils auf allen Kontinenten präsent. Das Ein – Mann Papsttum würde damit verschwinden… Aber solche Gedanken werden nicht öffentlich diskutiert! Vielleicht weil die klerikalen Fundamentalisten Im Vatikan und anderswo  denken: Christus hat nur den einen Petrus als Papst berufen…Also darf es nur einen Papst geben… so ticken wirklich manche Leute…

Aber wenn das so weitergeht mit dem Papst – Regime: Es wird bald niemanden mehr geben, der sich öffentlich noch für eine Reformation (sic) der römischen Kirche heute und jetzt sofort einsetzt. Vernünftige Katholiken haben diese Kirche längst verlassen… Aber es gilt: Katholisch-Sein und Sisyphus – Sein ist nicht identisch! Denn: Es gibt die Freiheit des Evangeliums des Weisheitslehrers Jesus von Nazareth…

Wir haben keine Erwartungen, dass Leo zum Papst der grundlegenden katholischen Reformation wird: Siehe unseren LINK

Von einer bestimmtem Veränderung der Kirche als Institution spricht Leo hingegen am 5. Mai, ein kleines Zeichen der Reform-Bereitschaft? Sicher nicht, denn von einer entscheidenden Veränderung, Reform, der dogmatischen und moralischen Lehren spricht der Papst nicht, es geht ihm um Strukturen…: LINK 

Siehe auch den Gastbeitrag des Theologen, Journalisten und Publizisten Michael Meier, Zürich LINK

2.
Hingegen wird versucht, Papst Leo in einer populistischen Ecke noch beliebter zu machen:
„Das Modemagazin „Vogue“ hatte Papst Leo XIV.  zu einer der bestgekleideten Persönlichkeiten des Jahres 2025 gewählt. Dabei wurde der „Bruch mit dem bescheidenen Geschmack seines Vorgängers Papst Franziskus“ betont. Filippo Sorcinelli ( der offen homosexuelle italienische Designer, der unter anderem auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus einkleidete) erklärte dazu (ausgerechnet der populären englischen Daily Mail), Franziskus habe eine „überraschende Einfachheit, fast schon eine evangeliumsgemäße Provokation“ gewählt. Bei Benedikt XVI. sei es hingegen die Verwurzelung in der Tradition. Doch Leo XIV., so der Designer, verkörpere ein Gleichgewicht zwischen Benedikt und Franziskus.“ Quelle: LINK

Auch aufgrund der Liebe Leo XIV. zu den alten, aber durchaus chicen Papstgewändern und den Gemächern in Castel Gandolfo wird man sagen: Leo XIV. ist gern Papst und er genießt auch die äußeren Privilegien des Stellvertreters Christi auf Erden (bitte beachten: Es heißt nicht: Des Stellvertreters Jesu von Nazareth auf Erden…Denn Christus ist der dogmatisch verkirchlichte Jesus von Nazareth)

3.

Ergänzung am 10.5.2026: Papst Leo ist populär (populistisch): Weitere Hinweise am 10.5.2026

A.  Ergänzung am 11.5.2026: Es ist schon hoch erstaunlich (und für die verbliebenen Katholiken eigentlich peinlich), wie sehr ausführlich der offizielle Pressedienst des Papstes auf diese Begegnung von Augustiner-Papst Leo und den Chefs der Augustiner-Brauerei in München eingeht, und dabei die vermittlende Rolle von Kardinal Marx, Mpünchen, lobt! Quelle: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2026-05/papst-leo-xiv-audienz-augustiner-braeu-muenchen-interview.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Am 10.5.2026: Papst Leo empfängt die Inhaber der Augustiner-Brauerei, München. Der erste Satz der KNA Meldung vom 9.5.2026 heißt: „Vom Augustiner-Biergarten auf den Papstthron“….(Tatsächlich hatte Robert Prevost als General-Prior des Augustinerordens einst den Augustiner-Biergarten in München besucht).
Diese Begegnung von Augustiner-Bräu und Augustiner-Papst bringt sicher viel Werbung, viel Segen, d.h. Gewinn für diese ohnehin beliebte Brauerei in München. Die Konkurrenz wird böse sein: Wann wird denn endlich aus dem Paulaner-Orden jemand Papst, fragt sich die „Paulaner – Brauerei“, genauso wie Franziskaner – Brauerei und so weiter.

Nebenbei: Diesen Orden Paulaner gibt es wirklich, allerdings ist er viel kleiner als der ebenfalls kleine Augustinerorden: Die Paulaner werden offiziell „Minimi“ genannt, die Geringsten, sie haben heute ca.150 Mitglieder…Sie sind zu ständigem Fasten verpflichtet, dürfen aber Bier trinken!

Papst Leo gab der durchaus dem Volke und der Werbung zugewandte Begegnung mit den Chefs der Augustiner- Brauerei noch eine tiefere Bedeutung: „Ich ermutige euch daher, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, weiterhin sowohl beruflich als auch persönlich euren Beitrag zur Förderung eines gerechten und wirksamen Ansatzes für die Bewahrung der Schöpfung im Sinne des Gemeinwohls zu leisten“, sehr gut hatte sich Leo XIV. Diese hölzerne Rede aufgeschrieben, „bevor er die Audienz-Teilnehmer aus Süddeutschland segnete“, so die katholische Nachrichten Agentur KNA.
Von der Gefahr des Alkoholismus – auch unter Priestern und Mönchen – sprach der Papst leider nicht, auch keine Rede davon, die Preise für alkoholfreies Bier billiger zu machen.
Es ist hier wie in den folgenden zwei Beispielen immer diese Masche des Augustiner-Papstes: Zuerst sich populär geben, also den Interessen der Leute sehr nahe kommen, dann aber im zweiten Teil etwas moralisch – theologische Weisungen ranhängen. Diese Mahnungen treten aber angesichts der populären Ereignisse, Bilder und Floskeln in den Hintergrund. Also: der Populismus überwiegt…
 
LINK: https://katholisch.de/artikel/68509-augustiner-brauerei-zu-besuch-bei-papst-leo-xiv

B.
Während des Besuches Papst Leos in Neapel geschieht das obskure, durchaus abergläubische Blutwunder des Heiligen Gennaro, diesmal sogar „außerhalb des üblichen Turnus“: Es gibt für dieses Wunder also einen regelmäßigen Turnus, dies passt ja nun gar nicht zur üblichen Wunder-Theologie-Ideologie…

LINK: https://katholisch.de/artikel/68506-waehrend-des-besuchs-von-papst-leo-xiv-blutwunder-in-neapel

C.
Robert Prevost trägt so tolle Speaker von NIKE: So die begeisterte NIKE – Sneaker Gemeinde jetzt: “Kommentare wie „Nike wurde jetzt offiziell gesegnet“ oder „Du kannst den Jungen aus Chicago holen, aber nicht die Nike-Schuhe aus dem Jungen“ verbreiteten sich rasant im Netz“, so KNA…. Nike wird sich freuen und weitere Schuhe in den Apostolischen Papst schicken. Oder um die Segnung der NIKE Schuhe bitten: Solche Sachen, auch Handys, Autos, Tiere werden ja bekanntlich gern vom katholischen Klerus, auch den Bischöfen, gern gesegnet, Homosexuelle oder wiederverheiratet Geschiedene eher nicht so gern, am besten gar nicht, sind ja Sünder. In jedem Fall werden nun alleNIKE – Sneaker – Fans bald regelmäßig an der Messe teilnehmen…

Quelle: https://katholisch.de/artikel/68507-papst-leo-xiv-begeistert-ploetzlich-sneakerfans

Bald wird jemand herausfinden, welche Unterwäsche Papst Leo trägt, sicherlich ist es französische. Auf den Namen des Designers sind wir gespannt, doch wohl nicht HOM? Aber anläßlich seiner Pastoralreise im Herbst 2026 nach Frankreich könnte er seine von der Firma zu Werbezwecken geschenkte französische Unterwäsche am besten bei seinem Aufenthalt in Lourdes segnen (heiliges Wasser ist dort). Und dabei den Frauen dankt, die diese Unterwäsche in Bangladesch liebevoll nähen und nur einen Hungerlohn erhalten., leider, leider, …. diese Lieferketten…

Wie Papst Leo mit den sexuellen Missbrauchstätern umzugehen gedenkt, hatte er schon 2025 angekündigt: §“Papst Leo XIV. hatte im vergangenen Jahr die Erwartungen gedämpft, dass sich im Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsvorwürfen grundlegend etwas ändern werde. Der Missbrauch durch Geistliche sei zwar eine »eine echte Krise«, bis zum Nachweis ihrer Schuld gelte jedoch die Unschuldsvermutung, und Beschuldigte sollten entsprechend »geschützt« werden, sagte der Papst in einem Interview. Den Opfern müsse die Kirche mit »großem Respekt« und »Verständnis« begegnen, sagte Leo. Das Thema sexueller Missbrauch solle während seines Pontifikats aber »nicht zum zentralen Thema der Kirche werden«. Quelle: LINK.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin