Denn der Antichrist wird noch aufgehalten … durch das merkwürdige „Katechon“.
Ein Hinweis zum „2. Brief an die Thessalonicher“ im Neuen Testament (NT) von Christian Modehn
1.
Es gibt eine kurze Passage in einem eher marginalen, kurzen Text des Neuen Testaments und dort einen sehr speziellen mysteriösen Begriff. Er hat interessanterweise eine große und lange Wirkungsgeschichte, politisch wie religiös: Es ist der griechische Begriff KATECHON aus dem 2. Brief des Autors Paulus an die Thessalonicher, also an die Gemeinde der Stadt, die heute Saloniki heißt.
2.
„Katechon“ meint, kurz gesagt, den „Aufhalter“, was hält er letztlich auf? Das Ende der Menschheitsgeschichte und mit diesem Ende beginnt das von Christen ersehnte Reich Gottes. Dieses Ende ist also nicht nur das Sichtbarwerden der Wiederkunft Christi auf Erden, sondern auch der Sieg Gottes über den großen Feind Christi, den Antichristen. Von dieser gedanklichen Welt ist die frühe Kirche wenige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu von Nazareth bestimmt.
3.
Der Autor Paulus des genannten Textes des NT behauptet also und schärft der Gemeinde ein: Dieses Ende der Welt als der Sieg Christi über den Antichristen steht NICHT bevor. Die Weltgeschichte als ein Kampf zwischen Guten und Bösen geht weiter…. Dank des aufhaltenden KATECHON.
4.
Immer wieder haben sich (schon mittelalterliche) Theologen auf diesen Aufhalter des Endes der Welt und ihrer Geschichte bezogen und sind dabei in den gegebenen biblischen Kategorien verblieben. Sie haben also nicht den biblischen Begriff vom ursprünglichen Inhalt entkernt und mit auch nicht das Katechon sowie auch das Ende mit neuen ideologischen Inhalten gefüllt. Diese inhaltliche Entfernung, Auslöschung, des biblischen Inhaltes des Katechon findet nun seit einigen Jahren statt.
5.
Zahlreiche sehr einflußreiche Ideologen und Politiker rechter und rechtsextremer Fixierung in Deutschland, Russland und den USA sprechen jetzt viel vom „Katechon“ und verwenden diesen ursprünglich biblischen Begriff als Stütze der eigenen Ideologie, ihrer feindlichen Politik und ihrer Ökonomie, die sich von jedem Respekt der universell geltenden Menschenrechte losgesagt haben.
6.
Unser Thema Katechon ist also alles andere als ein vielleicht nur esoterisches Thema für einige wenige „Eingeweihte“ oder Spezialisten, vielmehr wird der nun neu konstruierte Katechon-Begriff als Antwort auf die globale Frage unserer Zeit verwendet: Auf welches Ende, auf welchen Untergang, steuert unsere Welt zu? Und wer oder was kann den Untergang noch aufhalten.
7.
Dabei ist für die rechten und rechtsextreme Ideologen des Katechon klar: Der Untergang der Welt geschieht nicht – wie im NT verkündet – durch ein göttliches Endgericht, sondern der Untergang ist ein von den Demokratien, den liberalen Staaten, den Menschenrechten herbeigeführtes Ende. Demokratien und Demokraten sind also für den bevorstehenden Untergang verantwortlich, Demokratien und Demokraten mit ihren Werten des Pluralismus, Feminismus, Anerkennung der Rechten der Queers usw. muss man (also die Rechten und Rechtsextremen) aufhalten. Diese Werte der Demokartie sollen also der Untergang sein, behaupten diese Katechon – Interpreten. Wegen dieser Perspektiven, die auf einen Krieg innerhalb der Gesellschaft und auf einen Krieg der rechtsextremen Herrscher gegen die wenigen verbliebenen Demokratien hindeuten, ist die Auseinandersetzung mit diesem Katechon Begriff sehr relevant.
8.
Zunächst zum 2. Thessalonicher Brief selbst, dem Ursprungsort des Katechon – Begriffes: Historisch und kritisch arbeitende Bibel – Wissenschaftler nennen diesen griechischen Begriff „Katechon“,„schwebend, verrätselt“ , sie betrachten ihn für die damalige Zeit als wenig prägnant, also als verführerisch für allerhand Spekulationen schon damals:LINK
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Die zentrale Behauptung des „2. Briefes an die Thessalonicher“: Das Ende der Welt als das Gericht Gottes und der Sieg Gottes über den Antichristen werden vorläufig NICHT geschehen. Mit dieser Behauptung unterscheidet sich dieser Brief von anderen Texten des Neuen Testaments, die betonen: Das Ende stehe unmittelbar bevor, so etwa die „Offenbarung des Johannes“, auch „Apokalypse“ genannt“ ( siehe dort Kap. 1, Vers 3). So wird also auch ein Beispiel deutlich für durchaus widersprüchliche kirchliche Lehren, bezogen auf das Ende der Welt. Der 2. Brief an die Thessalonicher wie die Apokalypse des Johannes gehören zum Kanon des NT, sie gelten also als „Gottes Wort“…: Sogar Gottes Wort ist also nicht eindeutig. Wie sollte es angesichts dieses Themas vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi auch anders sein.
10.
Der Brief des Autors Paulus, der „2. Brief an die Thessalonicher“, wurde etwa in den Jahren 90 bis 115 geschrieben, den Brief hat mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT der Apostel Paulus (Autor des Römerbriefes etc…) verfasst. Zur Datierung unseres Textes siehe: Maarten J.J. Menken’s „2 Thessalonians“ , published by Routledge in 2002.
Im folgenden wird der Autor des 2. Thessalonicher Briefes Paulus nur Autor genannt.
Unsere Zitate aus diesem Brief sind der Einheitsübersetzung „Die Bibel“, Herder Verlag, 1980, entnommen.
11.
Der Ausgangspunkt für den Zweiten Brief an die Thessalonicher: Die Christen dort waren nach dem Tod Jesu von Nazareth und der von ihnen geglaubten Auferstehung bzw. Himmelfahrt von der Frage heftig bewegt: Wann kommt dieser Jesus von Nazareth nun als der siegreiche Christus endlich aus dem Himmel wieder auf die Erde zurück? Denn, so glaubten sie, diese definitive und siegreiche Rückkehr habe ihnen Jesus zu seinen Lebzeiten versprochen, die Autoren der Evangelien lehren das.
Diese Erwartung der siegreichen Wiederkunft Jesu Christi auf Erden wird Nah – Erwartung genannt. Die Christen in Thessalonich haben sich in ihrer frommen Phantasie Details zusammen gereimt: Wenn Christus wiederkehrt, dann wird er sich zunächst mit dem Antichristen, also der großen feindlichen Gegenmacht, auseinandersetzen und diesen Antichristen schließlich besiegen. Gleichzeitig beginnt dann das Endgericht durch Christus bzw. Gott geleitet.
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Der Autor dieses Briefes muss die sehnsuchtsvoll die Wiederkunft Christi und damit auf das Ende dieser Welt spekulierenden Christen beruhigen, man möchte sagen: von ihrem frommen Wahn befreien: Es ist in der Sicht des Autors nämich falsch und schädlich, wenn Christen in Thessalonich glauben, das Ende der Zeiten sei bereits jetzt schon da. Das behaupten einige, die sich in Thessalonich als Lehrer aufführen. Der Autor unseres Briefes also schreibt: „Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen… wenn behauptet wird, der Tag des Herrn (also die Wiederkunft Christi) sei schon da“ (2,2). Und dann nennt der Autor des Briefes detaillierter die Abfolge der Ereignisse, die zum Ende der Welt als dem Sieg Gottes einst führen. Vor dem Endgericht und damit vor dem dann beginnenden Reich Gottes muss noch der Abfall der Menschen vom wahren christlichen Glauben stattfinden und sichtbar werden. Und dann muss auch „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der „Sohn des Verderbens“, sichtbar auftreten, „erscheinen“, wie der Autor sagt, er meint die Figur des Antichristen.
Im Endgericht werden dann die Guten, das sind die korrekt Frommen der Gemeinde, für gut befunden und gerettet, also ins Reich Gottes eintreten, in den Himmel. Und die Bösen, das sind die Irrlehrer und Feinde des offiziell gelehrten Christus – Glaubens, werden verurteilt und letztlich dem Verderben, also der Hölle, preisgegeben.
Der Antichrist, der „Gesetzwidrige in der Kraft Satans mit großer Macht“, wird viele Christen verführen, weil sie „sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben“ (Vers 10), also der Liebe zu der von den Aposteln festgelegten christlichen Lehre: Beachtlich ist auch das verstörende Gottesbild des Autors: Gott selbst lässt die Menschen der Macht des Irrtums verfallen lässt, wie es in Vers 10 heißt: Gott selbst lässt also den dogmatischen Irrtum zu, der dann beim Gericht für die Irrenden zum Verhängnis wird.
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Der Autor aber will die Gemeinde vor allem warnen: Wer den Anbruch des Reiches Gottes und die Wiederkunft Christi bereits jetzt als gegeben ansieht, der hat überhaupt kein Interesse mehr, sich an die bislang übliche weltliche Ordnung zu halten, also Ruhe zu bewahren und den Alltag wie gewohnt zu gestalten, etwa regelmäßig zu arbeiten. In Kapitel 3 teilt der Autor sein hartes Urteil mit, und dieses muss im Zusammenhang des Katechon gelesen werden:Der Autor verurteilt aufs heftigste die Haltung: Wenn das Reich Gottes jetzt schon da ist, dann braucht auch niemand mehr arbeiten; das Reich Gottes wird von diesen Frommen als ein ewiges Leben ohne Arbeit phantasiert… Religiös begründete Faulheit der Frommen wird also zurückgewiesen, siehe Vers 10 f.: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, das einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen, im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen“. Eine ziemlich rabiate Moral des Autors Paulus, konnte er anders nicht mehr seinen frommen Endzeit – Fanatikern beikommen?
Wer an den Beginn des Reiches Gottes schon als aktuelle Realität glaubt, legt sich also auf die faule Haut: Eine Erfahrung auch im Sowjet – Kommunismus Stalins, der als ehemaliger Theologiestudent diese Briefe des Neuen Testaments wohl kannte: Er hat gegen Faulenzer im Kommunismus tatsächlich ein Zitat aus dem 2. Thessalonicher Brief – trotz des offiziellen sowjetischen Atheismus – in die Verfassung der UdSSR eingefügt: Dort heißt es: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“, so Art. 12 der „Verfassung der UdSSR“ vom 5.12.1936. (Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“; Quelle: LINK
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Und man wird zeigen müssen, dass auch in christlichen Kreisen, etwa in der frühen Kirche, einige höchst enthusiastische Fromme die Arbeit verschmähten und sich etwa als Säulen-Heilige auf die Säulen hockten und sich notdürftig von anderen versorgen ließen…Enthusiastisch fromm und enthusiastisch faul scheint sich zu reimen, das sah der Autor des 2. Thessalonicher Briefes schon…Mönche wurden im frühen Mittelalter wegen ihrer Faulheit (sie hatten als Priester nur noch Interesse, die von Gläubigen bezahlten Messen zu lesen verachtet und angeklagt. Siehe die Reformen des Klosters Cluny…
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Wer ist nun eigentlich für unseren Autor derjenige, der über das Katechon, den Aufhalter der Endzeit, verfügt? Der Autor spricht von einer „festgesetzten Zeit“ (Vers 6), in der der Antichrist erst offenbar werden wird zum Endkampf gegen Christus. Wer kann über diese Zeit verfügen, sie festsetzen? Natürlich Gott persönlich, er ist also der Herr des Katechon.
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Vom „Katechon“ wird in anderen Briefen des Neuen Testaments NICHT gesprochen erwähnt, nicht Kolosser-Brief und auch nicht im Epheserbrief, auch nicht in den so genannten Pastoralbriefen des Neuen Testaments.
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Ein kurzer Hinweis zur Wirkungsgeschichte des biblischen „Katechon“. Dieser wirre Begriff des Neuen Testaments hat eine lange ideologische Geschichte. Dazu weisen wir erneut auf die wichtige Studie von Volker Weiß hin, „Katechon“, Cotta Verlag, 2026.
Im Mittelalter wurden politische Kräfte genannt, die das Katechon sein sollen, das Kaiserreich, politische Systeme…
Im 20.Jahrhundert hat der katholische rechtsextreme Denker Carl Schmitt eine Katechon-Ideologie heftig propagiert. Wikipedia schreibt: „In Schmitts posthum veröffentlichten Tagebüchern heißt es in dem Eintrag vom 19. Dezember 1947: „Ich glaube an den Katechon: Er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Glossarium, S. 63) Und Schmitt fügte hinzu: „Man muß für jede Epoche der – von meiner Gegenwart aus gerechneten – letzten eintausendneunhundertachtundvierzig Jahre den Katechon, den Aufhalter des Endes, nennen können. Der Platz war niemals unbesetzt, sonst wären wir nicht mehr vorhanden.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Katechon)
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In Kreisen der AfD ist der Katechon Begriff heute üblich: Maximilian Krah meint, seine rechtsextreme Partei werde von Trump als dem Katechon geschützt (zit. in Volker Weiss, S. 11). Auch die rechtsextremen Identitären Sellner und Lichtmesz glauben: Der Kampf gegen die Massen der Flüchtlinge sei nur mit einem starken (natürlich rechtsextremen) Staat (als Katechon) zu gewinnen (S. 20). Der Milliardär Peter Thiel (USA) meint: Ein politisches libertäres (!) Katechon sei heute notwendig, um den drohenden weltweiten liberalen und demokratischen Einheitsstaat zu verhindern (S. 24). Vor allem müsste die Kontrolle der neuen Hochtechnologie durch Demokraten und Demokratien verhindert werden (S. 25). Das libertäre Katechon im Sinne Thiels (und Musks und Zuckerbergs usw.) soll die Milliardäre in ihrem unkontrollierten Freiheits-Wahn schützen: Das ist die theologisch gefärbte Ideologie dieser neuen Herrscher…
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Der böse Feind, vor dem das Katechon der US Milliardäre und ihrer politischen Freunde schützt, ist also die demokratische liberale Welt. Die Menschenrechte werden zum Feind, den es zu verhindern gilt. Wichtig sind auch die Erläuterungen von Volker Weiss zur Herrschaft der Katechon – Ideologie in Putins Russland, etwa beim Philosophen Alexander Dugin und der Russisch-Orthodoxen Kirche (Patriarsch Kyrill I, als Putin – Ideologe). Russland muss in dieser Ideologie als Katechon die ganze Welt vor dem korrupten und total verdorbenen liberalen Europa schützen; der russische Politologe Sergej Karaganov will deswegen russische Atomwaffen gegen das verdorbene liberale Europa einsetzen, sollte die Ukraine weiter als Bollwerk des Westens bestehen (S. 45). Für Trump ist MAGA das Katechon, die MAGA Bewegung hält den Sieg der Liberalen auf, der Demokraten, der Linken, der Queers usw…Zum Putin Ideologen und ehemaligen KGB Mitarbeiter (wie Putin) Patriarch Kyrill I. von Moskau siehe unter unseren zahlreichen Publikationen: LINK (Und wir weisen am 23.August 2026 erneut wieder einmal darauf hin, dass dieser Putin Ideologe Patriarsch Kyrill I.und dessen Russisch – orthodoxe Kirche immer noch Mitglied des „Ökumenischen Rates der Kirchen“ in Genf sein dürfen. Es ist für uns unerklärlich und eine Schande für die Christenheit, dass diese sich orthodox nennenden Putin Ideologen immer noch diesem doch diesem bis jetzt noch nicht völlig unbdeutenden „Ökumenischen“ Gremium in Genf angehören…)
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Man darf sehr erstaunt sein, mit welcher Bravour Rechtsextreme verschiedener Staaten sich auf diesen abseitigen biblischen Begriff Katechon heute einlassen. Warum benötigen sie diesen frommen Mantel, um ihre eigene menschenfeindliche Ideologie etwas zu verstecken? Weil sie mit „Gott“ und religiösem Zauber und religiös – spinösen Begriffen die dummen Bürger dieser Staaten noch auf die eigene Seite ziehen können!
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Und warum wehren sich die heute halbwegs etwas vernünftigen großen Kirchen nicht gegen den Missbrauch biblischer Begriffe, wie etwa des Katechon, das von jeglicher biblischer Bedeutung und jeglichem Inhalt durch die genannten Rechtsextremen entleert wird?
Wenn schon vom noch vom Katechon gesprochen werden soll, dann sollten die Kirchen darauf dringen: Redet auch vom bevorstehenden Untergang der Welt durch die jetzt offensichtlich werdenden Klima- Katastrophen, es sind ja wohl nicht nur Klima- Krisen. Redet auch vom bevorstehenden Ende der Welt, weil die reichen Länder und die Milliardäre dort außerstande sind und keine Interssen haben, die vielen Milliarden Hungernder zu ernähren, den eigenen Rassismus gegenüber den Armen abzulegen, die Milliarden Elender aus dem Elend der Unbildung, der Wohnungslosigkeit, der medizinischen Nicht – Versorgung zu befreien. Die vielen Katastrophen sind also da, sie sind von Menschen gemachte Katastrophen, nicht von einem imaginären Antichristen. Niemand unter den Demokraten und vernünftig gebliebenen Menschen sollte es aber wagen, bestimmte Leute mit dem Antichristen zu identifizieren, so sehr man dazu eine gewisse Lust verspürt…
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Jedenfalls müssen noch ganz andere Katastrophen beachtet werden als diejenigen, von denen die Rechtsextremen schwadronieren, um ihre eigene verbrecherische politische Herrschaft zu zementieren und auszubreiten. Für diese genannten anderen Katastrophen sind bestimmte Politiker, Ideologen, aber auch viele brave, aber ignorante Bürger in den reichen Ländern dann doch verantwortlich zu machen. Man kennt ihre Namen. Die Armen, Hungernden, Sterbenden, etwa im Südsudan, Kongo, Madagascar, in den Slums asiatischer oder lateinamerikanischer Großstädt, auf den Südsee- Inseln usw… sind für die Klimakatastrophe bestimmt NICHT verantwortlich, es sind die Herren dieser Welt…
Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.
