<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Termine Archive &#8211; Religionsphilosophischer Salon</title>
	<atom:link href="https://religionsphilosophischer-salon.de/topics/termine/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/topics/termine</link>
	<description>... eine Einladung zum Mitdenken und Mitdiskutieren</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Jul 2026 19:18:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.2</generator>
	<item>
		<title>Jacob Böhme &#8211; ein Religionsphilosoph für unsere Zeit.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/19217_jacob-boehme-ein-religionsphilosoph-fuer-unsere-zeit_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2024 12:52:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten Forum Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[17.11.2024 Jacob Böhme. Gott ist IM Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[400. Todestag Jacob Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Böhme Gedenktag 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Görlitz - Stadt der Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[Görlitz nicht AFD sindern Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[Görlitz Stadt der Religionsphilosophie Jacob Böhmes]]></category>
		<category><![CDATA[Hegel lobt Jacob Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Böhme der Schuster und der Philosoph]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Böhme in Görlitz]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Böhme leidet an Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Böhme Mystik für heute]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Böhme Religionsphilosophie für heute]]></category>
		<category><![CDATA[Mystik in Görlitz]]></category>
		<category><![CDATA[Mystik ohne Kirchenbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Stary Zawidów Polen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=19217</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, am 1.9.2017, erneut veröffentlicht am 15. Nov. 2024, anläßlich des 400. Todestages Jacob Böhmes am 17.11.2024! Geboren wurde Jacob Böhme am 24.4.1575 in Stary Zawidów (Schlesien), gestorben ist er am 17.11.1624 in Görlitz. 1. Jacob Böhme verdientBeachtung, Lektüre, Mitdenken und Debatte vielleicht heute noch mehr als im 16. und 17. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19217_jacob-boehme-ein-religionsphilosoph-fuer-unsere-zeit_aktuelles">Jacob Böhme &#8211; ein Religionsphilosoph für unsere Zeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, <em>am 1.9.2017, erneut veröffentlicht am 15. Nov. 2024, anläßlich des 400. Todestages Jacob Böhmes am 17.11.2024! Geboren wurde Jacob Böhme am 24.4.1575 in Stary Zawidów (Schlesien), gestorben ist er am 17.11.1624 in Görlitz.<br />
</em></p>
<p>1.</p>
<p>Jacob Böhme verdientBeachtung, Lektüre, Mitdenken und Debatte vielleicht heute noch mehr als im 16. und 17. Jahrhundert. <em>Hegel</em> sagt in seinen „Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie“ (Band 3, Suhrkamp 1971, Seite 94) sehr treffend: “Böhme ist genannt worden der <em>philosophus teutonicus</em>, und in der Tat ist durch ihn erst in Deutschland Philosophie mit einem eigentümlichen Charakter hervorgetreten. Es ist uns wunderbar zumute beim Leben seiner Werke; und man muss mit seinen Ideen vertraut sein, um in dieser höchst verworrenen Weise (der Texte Böhmes, CM) das Wahrhafte zu finden“. Eine mühsame Aufgabe auch heute! Immerhin widmet Hegel in seiner Vorlesung Böhme viel Aufmerksamkeit! Das Böhme Kapitel in dem genannten Buch umfasst immerhin 28 Seiten! Dabei ist Hegel aus seiner Position durchaus kritisch gegen Böhme, spricht von der „Barbarei in der Ausführung der Böhmeschen Gedanken“ (S. 118), von „gewaltsam sinnlichen Vorstellungen“ in Böhme Sprache. Dabei respektiert aber Hegel die “größte Tiefe“ von Böhmes Gedanken,<em> „diese Tiefe hat sich mit der Vereinigung der absolutesten Gegensätze herumgeworfen“</em> (ebd.).</p>
<p>2.</p>
<p>Denn der Philosoph und Mystiker aus Görlitz hat eine zentrale Erfahrung gemacht und zu Wort gebracht, auch wenn seine Sprache, seine Begriffe heute manchmal sehr vermischt und schwer zugänglich erscheinen: Aber es gibt eine zentrale Einsicht, sie berührt genau den heutigen globalen Umbruch der religiösen Situation in einer säkularisierten Welt. Gleichzeitig bieten Erfahrungen und Erkenntnisse Böhmes gerade auch Auswege an, angesichts des langsamen, aber sehr deutlichen Verschwindens der orthodoxen, katholischen oder evangelischen, aber in allen Fällen dogmatisch versteinerten Kirchenformen in Europa.</p>
<p>3.</p>
<p><em>Was ist also inspirierend in Böhmes Erkenntnis?</em> Dass Gott als der Ewige in jedem Menschen lebt. Und dass dies das einzig Wichtige und Entscheidende ist: Alle bürokratischen Kircheninstitutionen, aller Klerus, alle feierlichen Messen und Gottesdienste, alle Lehrschreiben usw. sind gegenüber der ewigen Präsenz des Ewigen IM Menschen mindestens sekundär! Was ist entscheidend? Die Achtsamkeit auf diesen Gott IN mir und IN uns. Und folglich wäre dann die Einrichtung von Gruppen, Kreisen, Salons usw., die diese Qualität des Menschseins in aller Freiheit auch mit so genannten Atheisten besprechen.</p>
<p>Man möchte meinen, dass Böhme mit seinem absoluten Plädoyer für den Gott IN mir und IN uns eine gewisse Form moderner liberaler, d.h. auch freisinniger Theologie da formuliert. Dem wäre später eingehend einmal nachzugehen.</p>
<p>4.</p>
<p>Die Gottesbeziehung ist nach Jacob Böhme also nichts Äußerliches, keine zuerst durch Worte. Lehren und Dogmen vermittelte Lebenshaltung. Das setzt ihn heraus aus der lutherischen Orthodoxie. Manche Überzeugungen wirken gar katholisch, etwa wenn er die Weisheit verehrt wie eine jungfräuliche, weibliche Seite Gottes.</p>
<p>Auf Gott als der inneren und ewigen und ungeschaffenen und damit vom Tod nicht berührten Wirklichkeit bezieht sich der Mensch, wenn er sich auf sich selbst, seinen Geist und damit seine Freiheit bezieht.</p>
<p>5.</p>
<p>Diese eine entscheidende Grundeinsicht wurde Jacob Böhme förmlich geschenkt: Alles gründet bei ihm auf einer mystischen Erfahrung, d.h. einer plötzlichen Einsicht, einer Erleuchtung: Die er aber nicht spinös oder fanatisch herausschreit, sondern in einem langen Reflexionsprozess gedanklich und sprachlich bearbeitet und &#8211; dem Thema angemessen &#8211; mühsam zu Papier bringt. Man nennt ja manche Komponisten, wie Mozart, mit dem etwas altertümlichen Wort „Genie“. Ebenso ist es ja sicher treffend, Dichter, wie Goethe, genial zu nennen, ohne dabei in einen säkularen Heiligenkult umzukippen. Mit diesem Vorbehalt kann man selbstverständlich auch Philosophen genial nennen in der Konzentration ihres Gedankens. Jacob Böhme könnte wohl zu diesen Philosophen gehören. Er, der kluge Autodidakt, der ja bekanntermaßen das Schusterhandwerk gelernt hatte, also alles andere als ein stolzer, klerikal gebildeter Pfarrer oder gar Theologieprofessor war. <em>Er hat sich alle Kenntnis selbst erworben und sich in damalige Theologie, Philosophie und die Wissenschaften eingearbeitet.</em> Dass er dabei auch auf die Alchemie in gewisser Hinsicht zurückgriff, hängt ab von seiner Bindung an die gängige Kultur seiner Zeit. Er kannte die Arbeiten des damals hoch geschätzten Naturphilosophen Paracelsus (also Theophrastus Bombastus von Hohenheim, 1493 – 1541). Schon Paracelsus legte – wie Müntzer &#8211; allen Nachdruck auf eine Kirche, die vom Geist, nicht aber vom toten Buchstaben, regiert wird. Die theologischen Auffassungen (seine Abweisung der gewaltsamen Mission, der Bekehrungen, sein Eintreten für die Gleichheit aller Stände) verdienen viel mehr Aufmerksamkeit als ihn bloß in die Ecke von Astrologie oder Magie zu stellen).</p>
<p>6.</p>
<p>Jacob Böhme, der „Laie“ also, störte den dogmatischen Betrieb der lutherischen Kirche in Görlitz und anderswo. Nicht weil er stören wollte, sondern weil seine Erkenntnis so universal ist, dass sie den Frieden in der Welt, mitten im Dreißigjährigen Krieg, hätte bringen können: <em>„Gott ist kein Gott der Christen“, sagt Böhme sehr treffend,</em> Gott gehört keiner Konfession, Religionskriege sind Gotteslästerung, könnte man fortfahren. Religionskriege haben bis heute ihre Ursache in der Bindung an Dogmen, die der Vernunft nicht zugänglich. Dogmenferne und Friedfertigkeit gehören also auch für Böhme zusammen!</p>
<p>7.</p>
<p>Er, der sich auf die Erfahrungen des heiligen Geistes berief und diese wichtiger fand als die ewige Wiederholung und das ständige Nachsprechen von Bibelworten, Böhme also, hat die Menschen seiner Zeit bewegt, weil er keine trockene Bücherlehre verkündete, sondern aus dem Leben selbst stammende Erweise des Wirkens Gottes im Menschen. Diese starke Bindung an die Wirkkraft des Geistes – gegen den trockenen Buchstaben der Bibel &#8211; erinnert an Thomas Müntzer, den Böhme sicher nicht kennen konnte: Denn Luther und seine Nachfahren hatten auch für den geistige Berschwinden des Reformators Müntzer gesorgt.</p>
<p>8.</p>
<p>Aber auch Böhme wurde verfolgt, geschmäht, diffamiert. Die Herren der Kirche machten ihm das Leben sehr schwer. Seine Texte duften in Deutschland nicht gedruckt werden, als Abschriften von Hand wurden sie weitergereicht. In Holland, dem liberalen Land, konnten Böhmes Texte gedruckt werden, nicht nur auf Deutsch oder Niederländisch, sondern auf Englisch. Eine feste „Böhme &#8211; Gemeinschaft“ oder gar “Böhme – Kirche“ hat sich langfristig nicht gebildet, auch wenn eine kleine Begleitbroschüre zur Ausstellung (in Dresden 2017) auf S. 6 betont: „Viele Anhänger Böhmes gingen wegen religiöser Verfolgung ins niederländische Exil“.</p>
<p>9.</p>
<p>Der bekannte Spezialist für westliche esoterische Philosophie, <em>Prof. Wouter J. Hanegraaff, UNI Amsterdam,</em> erwähnt immerhin kleine „Böhme-Gruppen“: wie die „Angelic Brethren“ von Johann Georg Gichtel (1638 – 1710) oder die „Philadelphian Society“ von John Pordage (1607-1681) oder Jane Leade (1623- 1704), die erste `philosophisch &#8211; esoterische` Frau, wie Hanegraaff erwähnt (in: „Western Esotericism“, Bloomsbury, 2013, Seite 32). Die Ideen einer „christlichen Theosophie“ (so Hanegraaff) verbreiteten sich dann weiter über Friedrich C. Oetinger, Louis &#8211; Claude de Saint Martin und Franz von Baader&#8230;</p>
<p>Ein eignes Thema ist die Frage, die Böhme nicht zur Ruhe kommen ließ: Wie kommen Leiden und Böses in die Welt? Böhme denkt in diese Richtung: Wenn Gott der Schöpfer von allem ist, dann müssen auch das Böse, das Leiden, ihren Grund in Gott selbst haben&#8230;</p>
<p>10.</p>
<p>Im ganzen gesehen hatte Böhme keine „<em>philosophischen“ Schüle</em>r, die – wie etwa im Falle Hegels – nach dem Tod sein Werk „fortsetzten“.   Das ist eine Mangel, zumal wenn man bedenkt, dass bis heute meines Wissens keine ins moderne Deutsch übertragene kritische Gesamtausgabe von Böhmes umfangreichen, verstreut vorliegenden Werken gibt. So müssen viele LeserInnen die veraltet &#8211; sprachlichen Zitate durcharbeiten, das ist auch angesichts der an Symbolen reichen komplexen Sprache des Görlitzer Mystikers nicht einfach. Immerhin gibt es eine „Internationale Jacob Böhme – Gesellschaft“ in Görlitz, Vorstandsmitglied ist Sibylle Rusterholz, die insgesamt über die barocke Mystik forscht. Wir sind gespannt auf die Veröffentlichungen dieser Böhme – Gesellschaft.</p>
<p>11.</p>
<p>Es bleibt natürlich ein Problem: Böhme setzt die „Existenz“ Gottes in seinem Denken voraus. Er wird ja förmlich in seiner mystischen Erfahrung von einer Wirklichkeit überwältigt, die er dann Gott bzw. etwas befremdlich „finsteres Tal“ bzw. „UNGRUND“ nennt. Und die Spekulationen zum inneren Leben Gottes selbst sind sozusagen auf Anhieb nur mitvollziehbar für jene, die schon eine reflektierte Kenntnis der „göttlichen Wirklichkeit“ haben. Böhme selbst wollte ja über die Naturerfahrung zur inneren göttlichen Wirklichkeit „durchstoßen“.</p>
<p>Damit will ich sagen: Um die aktuelle Relevanz Jacob Böhmes auch für die modernen Skeptiker und Zweifler deutlich zu machen: Da müsste man wohl versuchen, einen tragenden Sinn-Grund in jedem geistigen Leben gedanklich aufzuweisen und diesen Sinngrund dann gedanklich mit jener Wirklichkeit zu verbinden, die klassisch „Gott“ genannt wurde und wird.</p>
<p>12.</p>
<p>Was mich bei meinen aktuellen Studien besonders freut, dass Böhme selbstverständlich den Menschen als freies Wesen definiert, weil er ja Ebenbild Gottes ist, des &#8211; sozusagen „absolut“ &#8211; freien Wesens. Wenn der Mensch frei ist, kann er sich selbst für das Gute entscheiden. Die zerstörerische Macht der alle Freiheit und alles Denken vernichtenden Erbsünde ist also für Böhme hinfällig. Nur wenige Jahrzehnte nach Luthers und Calvins Reformation ist Böhme also eine Stimme der Freiheit, eine Stimme der Ablehnung dieser grässlichen Erbsünden-Lehre. Böhme ist deswegen tatsächlich kein treuer Lutheraner, er ist sozusagen ein weiterer, ein radikaler Reformator der Freiheit. Und eines universalen Gottes IM Menschen.</p>
<p>13.</p>
<p>Gleichzeitig, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, stand in den Niederlanden der Theologe Jacob Arminius auf, um die Freiheit zu retten in der dogmatischen Starre des Calvinismus. Daraus entstand dann die theologisch liberale und freisinnnige Remonstranten Kirche&#8230;Über diesen Zusammenhang Böhme – Arminus müsste auch weiter studiert werden.</p>
<p><em>14.</em></p>
<p><em>Zum Schluss ein zentrales Zitat von Böhme</em>: “Ich trage in meinem Wissen nicht erst Buchstaben zusammen aus vielen Büchern; sondern ich habe den Buchstaben in mir; liegt doch Himmel und Erden mit allem Wesen, dazu Gott selber, IM Menschen“ (in dem genannten Aufsatzband, S. 16).</p>
<p><em>Und ein hermeneutischer Hinweis</em> zur angemessenen Lektüre: “Hermann Hesse schreibt über Böhme:  Die Lektüre seiner Texte erfordere `ein vorübergehendes Leerwerden`, eine völlig freie Aufmerksamkeit und Seelenstille`“.</p>
<p>Für religionsphilosophisch Interessierte ist es wichtig, den <strong>Aufsatzband: </strong>„Grund und Ungrund – Der Kosmos des mystischen Philosophen Jacob Böhme“ zu lesen. Der 216 Seiten umfassende, schön gestaltete Band wurde von Claudia Brink und Lucinda Martin herausgegeben, im Sandstein Verlag 2017.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19217_jacob-boehme-ein-religionsphilosoph-fuer-unsere-zeit_aktuelles">Jacob Böhme &#8211; ein Religionsphilosoph für unsere Zeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/15943_willkommen-im-religions-philosophischen-salon-berlin_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cm]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2023 13:30:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Freisinnige Christen - eine freisinnige Kirche: Die Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie fasst "die Zeit in Gedanken". Ein Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten Forum Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Basis der Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn ist Gründer des Religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<category><![CDATA[die Bedeutung der philosophischen Salons]]></category>
		<category><![CDATA[es gibt ein Haus der Philosophie in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[für eine neue Salonkultur]]></category>
		<category><![CDATA[für einen Dialog mit Atheisten]]></category>
		<category><![CDATA[Gert Scobel und Offene Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächskreis Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[gibt es philosophische Gesprächskreise in Berlin?]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Philosophie in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[in allen Berliner Bezirken soll es Salons geben]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Prof. Wilhelm Gräb]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Wilhelm Gräb]]></category>
		<category><![CDATA[kann man einen Salon definieren?]]></category>
		<category><![CDATA[Khorchide über humanistischen islam]]></category>
		<category><![CDATA[kirchliche Akademien überflüssig?]]></category>
		<category><![CDATA[Leere Orte als Orte der verständigung]]></category>
		<category><![CDATA[Lüge und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Luther und die Feiern 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Macht der Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[mehr als 100 Salongespräche im Religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<category><![CDATA[Modehn religionsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie Berlin am 24. Juni 2016?; 48 Stunden Neukölln 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie des Weins]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie und Wahl von Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophieren ist die Basis der Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Salons in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[philosophischer Salon ohne offizielle finanzielle Unterstützung]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Wilhelm Gräb]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsphilosophie in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsphilosophischer salon Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[ritik an Trump]]></category>
		<category><![CDATA[salon in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Salon Kultur heute]]></category>
		<category><![CDATA[Salonkultur als Kontrast zur Massenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Salonkultur beleben]]></category>
		<category><![CDATA[Salons sind keine Akademien]]></category>
		<category><![CDATA[seit 2007 gibt es in Berlin einen philosophischer Salon]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnvoll leben contra Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Theologe Wilhelm Gräb gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[viele Salons]]></category>
		<category><![CDATA[Was ist ein Salon?]]></category>
		<category><![CDATA[Weiter denken im Religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterdenken mit Prof. Wilhelm Gräb]]></category>
		<category><![CDATA[wer fördert ein Haus der Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Gräb Humboldt Uni am 23.1.2023 gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Gräb verstorben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=15943</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" ist eine Initiative von Christian Johannes Modehn und Hartmut Wiebus. In monatlichen Gesprachskreisen werden philosophische Fragen diskutiert, dabei wird auch die Frage erörtert: Gibt es im kritischen Denken eine Verbindung zur göttlichen Wirklichkeit? Bis zum 8.1.2026 gab es 2.007.000. Zugriffe auf die 1.700 Beiträge, Hinweise, der Website www.religionsphilosophischer-salon.de<br />
Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" hat in seinen öffentlichen Salon - Veranstaltungen von 2007 bis 2020 etwa 90 Veranstaltungen, Vorträge mit Diskussionen, Gesprächsabende, Ausflüge mit meditativen Besinnungen gestaltet. Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" ist eine private Initiative des Theologen und Philosophen (M.A.) Christian Johannes Modehn (Berlin) und des Dipl.Päd. Hartmut Wiebus (Berlin). Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" ist unabhängig und erhält von keiner Seite finanzielle Zuwendungen. Die Initiatoren haben durch ihre eigenen Finanzzuwendungen das Bestehen des Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salons ermöglicht. In den Jahren öffentlicher Veranstaltungen haben mindestens 300 Frauen und Männer, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher weltanschaulicher Orientierung, unterschiedlicher Herkunft usw. teilgenommen. Zu unseren Gästen, auch als Referenten, gehören etwa: Der Philosoph Prof. Peter Bieri, der Philosoph und Theologe Prof. Michael Bongardt, der Theologe Prof. Wilhelm Gräb, die Soziologin Prof. Barbara Muraca, Pfarrer Edgar Dusdal (Berlin), der Studienrat für Kunst Gerd Otto (Berlin), der Theologe und Kulturwissenschaftler Prof. Johan Goud (Den Haag), der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich (Leipzig), der Philosoph Prof. Lutz von Werder (Berlin), der Philosoph Dr. Jürgen Große (Berlin), der Buddhismus-Lehrer Michael Peterssen (Berlin), der Komponist Joachim Gies (Berlin), Dr. Dorothea Hasskamp vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Berlin)...... Die Wirkungsgeschichte unseres Salons ist - im Blick auf die einzelnen TeilnehmerInnen -naturgemäß nicht greifbar, hingegen wurde nicht ohne Erinnerung an unsere Initiative ein Religionsphilosophischer Salon in Bremen gegründet... </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15943_willkommen-im-religions-philosophischen-salon-berlin_religionskritik">Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<a href="/letzte-aenderungen" class="su-button su-button-style-3d" style="color:#000000;background-color:#f3efd7;border-color:#c3c0ac;border-radius:29px" target="_self"><span style="color:#000000;padding:0px 16px;font-size:13px;line-height:26px;border-color:#f7f4e3;border-radius:29px;text-shadow:none"> Aktuelle Beiträge</span></a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;   Der Religionsphilosophische Salon Berlin. Einige Hinweise von Christian Johannes Modehn und Hartmut Wiebus.</p>
<p>Wer sich zunächst für die Vielfalt der Themen interessiert, die wir in unserem &#8222;Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin&#8220; besprochen und diskutiert haben: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10047_philosophie-im-salon-rueckblick-und-ausblick_denkbar">LINK</a></p>
<p>1. Der Religionsphilosophische Salon Berlin ist seit 2007 eine Initiative von Christian Johannes Modehn und Hartmut Wiebus. (Biographische Hinweise: Fußnote 1.)  Übliche, also öffentliche Salon &#8211; Veranstaltungen fanden monatlich von 2007 &#8211; 2020 statt. Jetzt gestalten wir philosophisch &#8211; theologische Gespräche in kleinerem Kreis. Regelmäßig werden neue Beiträge als Hinweise zur philosophischen und theologischen Debatte auf unserer Website publiziert, bis jetzt sind es 1.800 Beiträge, &#8222;Hinweise&#8220; genannt, Stand 26.9.2025.</p>
<p>2.  Titel und „Sache“ eines „(religions-)philosophischen Salons“ sind alles andere als verstaubt. Das Interesse an philosophischen Gesprächen und Debatten in überschaubarem Kreis, in angenehmer Atmosphäre eines Salons, ist evident. Das gilt, selbst wenn viele Interessierte beton(t)en, „Philosophie“ sei schwierig. Das ist sie vielleicht, nicht aber Philosophieren: Es ist das Lebenselement eines jeden Menschen.  In unserem religionsphilosophischen Salon wird das möglichst eigenständige Philosophieren (kritische Nach &#8211; Denken) geübt.  Philosophische Religionskritik gehört elementar zur Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie. Philosophische Religionskritik kann zeigen, welche Form einer vernünftigen Religion bzw. Spiritualität heute zur Lebensgestaltung gehören kann.</p>
<p>3.  Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie gibt es nur im Plural, die (Religions-)Philosophien in Afrika, Asien und Lateinamerika dürfen nicht länger als „zweitrangig“ behandelt werden. In welcher Weise Religion dort zum „Opium“ wird angesichts des Elends so vieler Menschen, ist eine relevante Frage, auch angesichts der Zunahme von christlichem und muslimischem Fundamentalisten. Dringend ist die Frage: Inwieweit ist philosophisches Denken Europas eng mit dem kolonialen Denken verbunden?</p>
<p>4.  In unseren Gesprächen wird oft erkannt: Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phien bieten in ihren vielfältigen Entwürfen unterschiedliche Hinweise zur Fähigkeit der Menschen, ihre engen Grenzen zu überschreiten und sich dem im Denken zu nähern, was die Tradition Gott oder Transzendenz nennt.</p>
<p>5.  Uns ist es wichtig uns zu zeigen, dass Menschen im philosophischen Bedenken ihrer tieferen Lebenserfahrungen das Endliche überschreiten und das Göttliche, das Transzendente, erreichen können. Das Göttliche als das Gründende und Ewige zeigt sich dabei im Denken als bereits anwesend und dieses denkende Transzendieren ermöglichend. Die auf das Wesentliche reduzierte Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie von Kant gilt uns als wichtige Inspiration für eine heutige vernünftige (!) christliche Spiritualität.</p>
<p>6.  Insofern ist Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie auch eine subjektive Form der Lebensgestaltung, d.h. eine bestimmte Weise zu denken und zu handeln. Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie kennt keine Dogmen, sicher ist nur das eine Dogma: Umfassend selbstkritisch zu denken und alle Grenzen zu prüfen, in die wir uns selbst einsperren oder in die wir durch andere, etwa durch politische Propaganda, durch Konsum und Werbung im Neoliberalismus, eingeschlossen werden. Der Widerspruch und der Kampf gegen alle Formen des Rechtsradikalismus (AFD, FPÖ, Le Pen, usw.) und Antisemitismus muss zum Mittelpunkt nicht nur unserer, sondern der philosophischen Arbeit insgesamt werden. Es gilt, die Demokratie zu retten.</p>
<p>7.  Die „Entdeckungsreisen“ der Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phien können angestoßen werden durch explizit philosophische Texte, aber auch durch Poesie und Literatur, Kunst und Musik, durch eine Phänomenologie des alltäglichen Lebens, durch die politische Analyse der vielfachen Formen von Unterdrückung, Rassismus, Fundamentalismus, Kapitalismus. Mit anderen Worten: Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie findet eigentlich immer &#8211; oft umthematisch &#8211; in allen Lebensbereichen statt.</p>
<p>8.  Wo hat unser religionsphilosophischer Salon seinen „materiellen“ Ort? Als Treffpunkt, als Raum, eignet sich nicht nur eine große Wohnung oder der Nebenraum eines Cafés, sondern auch eine Kunst – Galerie. In den vergangenen 7 Jahren fanden wir in der Galerie „Fantom“ in Charlottenburg freundliche Aufnahme. Zuvor in verschiedenen Cafés. Kirchliche Räume, Gemeinderäume etwa, sind für uns keine offenen und vor allem keine öffentlichen Räume.</p>
<p>9.  In unserem religionsphilosophischen Salon sind selbstverständlich Menschen aller Kulturen, aller Weltanschauungen und Philosophien und Religionen willkommen. Unser Salon ist insofern hoffentlich ein praktisches Exempel, dass es in einer Metropole &#8211; wie Berlin – Orte geben kann, die auch immer vorhandenen „Gettos“ überwinden.</p>
<p>10.  Darum haben wir in jedem Jahr im Sommer Tagesausflüge gestaltet, mit jeweils 10 – 12 TeilnehmerInnen: Etwa nach Erkner (Gerhart Hauptmann Haus), Karlshorst (das deutsch-russische Museum), Jüterbog als Ort der Reformation, das ehem. Kloster Chorin, Frohnau (Buddhistisches Haus), das Dorf Lübars… Außerdem gestalteten wir kleine Feiern in privatem Rahmen anlässlich von Weihnachten. Auch ein Kreis, der sich mehrfach schon traf, um Gedichte zu lesen und zu meditieren, hat sich aus dem Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon entwickelt. Aber alle diese Initiativen waren (und sind wohl) mühsam, u.a. auch deswegen, weil letztlich die ganze Organisation von den beiden Initiatoren &#8211; ehrenamtlich selbstverständlich &#8211; geleistet wurde und wird. Das ist der Preis für eine völlige Unabhängigkeit.</p>
<p>11.  Anlässlich der „Welttage der Philosophie“, in jedem Jahr im November von der UNESCO vorgeschlagen, haben wir größere Veranstaltungen mit über 60 TeilnehmerInnen im Berliner AFRIKA Haus gestaltet, etwa mit dem Theologen Prof. Wilhelm Gräb, dem Theologen Michael Bongardt. Der Berliner Philosoph Jürgen Große hat in unserem Salon über Emil Cioran gesprochen, der Philosoph Peter Bieri diskutierte im Salon über sein Buch „Wie wollen wir leben?“, die Politologin Barbara Muraca stellte ihr Buch „Gut leben“ vor, Thomas Fatheuer von der Heinrich – Böll- Stiftung vertiefte das Thema; der evangelische Pfarrer Edgar Dusdal (Karlshorst) berichtete über seine Erfahrungen in der DDR; der Theologe der niederländischen Kirche der Remonstranten, Prof. Johan Goud (Den Haag), war zweimal bei uns zur Diskussion, öfter dabei waren Dik Mook und Margriet Dijkmans-van Gunst aus Amsterdam…</p>
<p>Die Liste unserer Gäste und Refernten: Zu unseren Gästen, auch als Referenten, gehören  Theologe Prof. Wilhelm Gräb, die Soziologin Prof. Barbara Muraca, Pfarrer Edgar Dusdal (Berlin), der Studienrat für Kunst Gerd Otto (Berlin), der Theologe und Kulturwissenschaftler Prof. Johan Goud (Den Haag), der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich (Leipzig), der Philosoph Prof. Lutz von Werder (Berlin), der Philosoph Dr. Jürgen Große (Berlin), der Buddhismus-Lehrer Michael Peterssen (Berlin), der Komponist Joachim Gies (Berlin), Dr. Dorothea Hasskamp vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Berlin)&#8230;&#8230;</p>
<p>12.  Es ist uns leider deutlich, dass innerhalb der philosophischen Studiengänge an Hochschulen und Universitäten nicht im entferntesten daran gedacht wird, auch das Berufsbild eines Leiters, einer Leiterin besser „Inspiratorin“ philosophischer Salons zu entwickeln. Damit PhilosophInnen freilich ,als Salonnières arbeiten können, müsste die Kulturpolitik entsprechend handeln. Aber die interessiert sich offenbar absolut vor allem für die so genannte Hochkultur der Oper und der Theater, nicht aber für eine Form der „Basis-Philosophie“ als Möglichkeit, vor Ort unter den vielfältigen Menschen tiefere Kommunikation zu ermöglichen. Eigentlich bräuchte es etwa in Berlin in jedem Stadtbezirk mindestens einen philosophischen Salon, besser noch ein philosophisches „Haus“ mit öffentlich zugänglicher kleiner Fach &#8211; Bibliothek , Lesezimmer, Meditations- Denk-Raum und Tee/ Kaffee-Stube.Viele leerstehenden Kirchen könnten entsprechend umgestaltet werden. Dass dort auch philosophisch &#8211; literarische Debatten oder Diskussionen zu Grundfragen der Politik, der Kunst und Musik und Spiritualität stattfinden können, ist keine Frage.</p>
<p>13.  <em>Die Bilanz: </em>Einige wenige Interessenten außerhalb von Berlin haben die Idee des religionsphilosophischen Salons aufgegriffen. Aber wir können nicht sagen, dass etwa im kirchlichen Bereich, evangelisch wie katholisch, die Idee des freien und undogmatischen und offenen Salon-Gesprächs aufgegriffen und realisiert wurde. Je mehr Christen aus den Kirchen austreten, um so ängstlicher und dogmatischer werden die Kirchen(führer), also auch ihre Pfarrer usw. Der Weg der Kirche in ein kulturelles Getto scheint vorgezeichnet zu sein, zumindest für die katholische Kirche. Tatsächlich haben sich über all die Jahre unserer Arbeit sehr sehr wenige &#8222;Vertreter&#8220; der großen Kirchen für unsere Initiative überhaupt interessiert. Wir haben diese Ignoranz auch als Freiheit erlebt.</p>
<p>14.  Hinweis zu unseren Themen: Eine Übersicht unserer Themen im Salon von Februar 2020 bis 2015 finden Sie hier. Die Themen von 2009 bis 2015 werden demnächst dokumentiert. Die bisher 1.750 religionsphilosophischen und religionskritischen Hinweise von Christian Modehn, publiziert auf der Website www.religionsphilosophischer-salon.de, hatten bis zum <em> 8.1.2026  3.007.000 „Zugriffe“</em>, wie die Statistik dokumentiert.</p>
<p>15.  Unser letztes öffentliches Salongespräch vor der Corona &#8211; Pandemie fand am Freitag, den 14.Februar 2020 , wie immer um 19 Uhr, statt, über das Thema: &#8222;Das Kalte Herz&#8220;. Mehr als ein Märchen (von Wilhelm Hauff). „Das kalte Herz“ offenbart die &#8222;imperiale Lebensweise&#8220;. 22 TeilnehmerInnen waren dabei. Leider mussten wir – wie öfter schon – acht Interessierten absagen, weil der Raum eben klein ist und nur eine überschaubare Gruppe eine Gesprächssituation ermöglicht. Aber das große Interesse, ohne jede öffentliche Werbung, allein im Internet, und ohne jede Finanzierung von außen, ist immer wieder bemerkenswert. Für einige vertiefende Hinweise zur imperialen Lebensweise: Beachten Sie diesen <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12382_das-kalte-herz-bestimmt-die-imperiale-lebensweise_befreiung">LINK</a>.</p>
<p>16. Zu unseren Gästen, auch als Referenten, gehören etwa: Der Philosoph Prof. Peter Bieri, der Philosoph und Theologe Prof. Michael Bongardt, der Theologe Prof. Wilhelm Gräb, die Soziologin Prof. Barbara Muraca, Pfarrer Edgar Dusdal (Berlin), der Studienrat für Kunst Gerd Otto (Berlin), der Theologe und Kulturwissenschaftler Prof. Johan Goud (Den Haag), der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich (Leipzig), der Philosoph Prof. Lutz von Werder (Berlin), der Philosoph Dr. Jürgen Große (Berlin), der Physiker Dr. Hans Blersch (Berlin)&#8230;</p>
<p>17. Wir haben unsere philosophischen, religionsphilosophischen und theologischen Gespräche im Salon als Ausdruck der Spiritualität der freisinnigen protestantischen Remonstranten &#8211; Kirche (in Holland) verstanden. Dabei haben wir, ebenfalls der offenen, freisinnigen Theologie der Remonstranten entsprechend, keine Werbung für diese protestantische Kirche &#8222;betrieben&#8220;.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Dieser Hinweis vom 7.2.2023 wurde am 3.2.2025 überarbeitet.</p>
<p>………&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p><em>FUßNOTE 1</em>:  Gründer und Initiatoren des „Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin“:</p>
<p><em>Christian (Johannes, 2. Vorname) Modehn,</em>  1948 in Berlin (Ost) &#8211; Friedrichshagen geboren, nach dem Abitur im Februar 1968 am Goethe &#8211; Gymnasium in Berlin &#8211; Wilmersdorf, Studium der katholischen und evangelischen Theologie (Staatsexamen nach 6 Jahren Studium) in Berlin, St. Augustin bei Bonn und München sopwie gleichzeitig  der Philosophie in Bonn und vor allem in München (Magister Artium in München, über Hegel). Christian Modehn war einige Jahre Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft.  Christian Modehn arbeitet seit 1973 immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie früher auch für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM: <a href="https://www.publik-forum.de/autor/christian-modehn#mehr">LINK</a>, sowie auch für &#8222;Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt&#8220; (Hamburg), &#8222;Informations Catholiques Internationales&#8220; (Paris), &#8222;de bazuin&#8220; (Utrecht)  usw.. Zur Information über einige Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen und zu einigen Buchpublikationen: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/2663_zu-einigen-ard-filmen-von-christian-modehn_zu-einigen-filmen-fur-die-ard-von-christian-modehn">LINK</a>.  <em>Seit 2010 ist Christian Modehn Mitglied der freisinnigen protestantischen Kirche der Remonstranten (Niederlande). </em></p>
<p><em>Hartmut Wiebus</em>, 1944 in Seehausen/Altmark geboren, hat in Berlin (F.U.) Pädagogik (Diplomarbeit über Erich Fromm) und Psychologie studiert, und vor allem als evangelischer Klinikseelsorger gearbeitet. Er hat u.a. viele unserer Themen angeregt und immer als Moderator die Gespräche begleitet.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn und Hartmut Wiebus. Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15943_willkommen-im-religions-philosophischen-salon-berlin_religionskritik">Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Philosophie im Salon: Rückblick und Ausblick</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10047_philosophie-im-salon-rueckblick-und-ausblick_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2019 12:42:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Themen bisheriger Salon-Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn und Philosophischer Salon]]></category>
		<category><![CDATA[die Themen der Salonabende 2017]]></category>
		<category><![CDATA[philosophische Themen im religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<category><![CDATA[philosophischer Salon als Basis-Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Themen des Religionsphilosophischen Salon Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[welche Themen diskutierte der Religionsphilosophische Salon]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10047</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" hat in seinen öffentlichen Salon - Veranstaltungen von 2007 bis 2020 etwa 90 Veranstaltungen, Vorträge mit Diskussionen, Gesprächsabende, Ausflüge mit meditativen Besinnungen gestaltet. Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" ist eine private Initiative des Theologen und Philosophen (M.A.) Christian Johannes Modehn (Berlin) und des Dipl.Päd. Hartmut Wiebus (Berlin). Der "Religionsphilosophische Salon Berlin" ist unabhängig und erhält von keiner Seite finanzielle Zuwendungen. Die Initiatoren haben durch ihre eigenen Finanzzuwendungen das Bestehen des Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salons ermöglicht. In den Jahren öffentlicher Veranstaltungen haben mindestens 300 Frauen und Männer, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher weltanschaulicher Orientierung, unterschiedlicher Herkunft usw. teilgenommen. Zu unseren Gästen, auch als Referenten, gehören etwa: Der Philosoph Prof. Peter Bieri, der Philosoph und Theologe Prof. Michael Bongardt, der Theologe Prof. Wilhelm Gräb, die Soziologin Prof. Barbara Muraca, Pfarrer Edgar Dusdal (Berlin), der Studienrat für Kunst Gerd Otto (Berlin), der Theologe und Kulturwissenschaftler Prof. Johan Goud (Den Haag), der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich (Leipzig), der Philosoph Prof. Lutz von Werder (Berlin), der Philosoph Dr. Jürgen Große (Berlin), der Komonist Joachim Gies (Berlin), der Buddha-Lehrer Michael Peterssen (Berlin), Dr. Dorothea Hasskamp vom "Jesuiten - Flüchtlingsdienst Berlin" ... Die Wirkungsgeschichte unseres Salons ist - im Blick auf die einzelnen TeilnehmerInnen -naturgemäß - nicht greifbar, hingegen wurde nicht ohne Erinnerung an unsere Initiative ein Religionsphilosophischer Salon in Bremen gegründet... </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10047_philosophie-im-salon-rueckblick-und-ausblick_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Philosophie im Salon: Rückblick und Ausblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Rückblick zur &#8222;Philosophie im Salon&#8220;. Zusammengestellt von Christian Modehn. (Erneut bearbeitet im Dezember 2019 und April 2022)</p>
<p>Dass Philosophie auch in den kleinen, aber pluralen &#8222;Salon&#8220; gehört und nicht nur an die Universität, habe ich <a href="http://religionsphilosophischer-salon.de/9791_philosophie-ist-immer-auch-praktisch-insofern-verstaendlich-fuer-viele-insofern-auch-populaer_aktuelle-buchhinweise/philosophische-buecher">in einem kurzen Beitrag</a> anläßlich der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Philosophie Ende September 2017  deutlich machen wollen.</p>
<p><em>Unsere Themen</em> in den meist monatlichen Gesprächen im Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin von Februar 2020 bis Mai 2014: Zu allen Themen wurden auch eigens weiter führende Hinweise/Impulse auf der website veröffentlicht. Diese website wurde von 2009 bis Ende September 2025  1.800. mal angeklickt.</p>
<p>Die Gespräche fanden und finden, wie es sich für Philosophie gehört, in der Öffentlichkeit statt. Unser Treffpunkt ist meist die Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf. Die meisten TeilnehmerInnen haben über das Internet zu unserem &#8222;Salon&#8220; gefunden. Einige kommen fast regelmäßig, manche manchmal, manche nur zwei mal, je nach Lust und Interesse&#8230;Immerhin bietet unser &#8222;Salon&#8220; eine Möglichkeit, qualifiziert zu philosophieren, in einen lebendigen Austausch einzutreten. Ziemlich wichtig in einer Metropole wie Berlin, in der die Anonymität des Lebens zur &#8222;Kultur&#8220; dieser Stadt gehört&#8230;Die Veranstaltungen wurden fast immer von einführenden, kurzen Vorträgen von Christian Modehn eröffnet.</p>
<p><strong>2020</strong></p>
<p>Am 9. Januar 2020: Ein Salonabend über &#8222;Was heißt Schöperischsein?&#8220; Eine kleine Philosophie des Neuen. Mit 19 TeilnehmerInnen.</p>
<p>Am 14.Februar 2020: Ein Salonabend über das Märchen &#8222;Das kalte Herz&#8220; und die &#8222;imperiale Lebensweise&#8220;. Mit 22 TeilnehmerInnen.</p>
<p><strong>2019</strong></p>
<p>Am 22.November 2019:Ein Salonabend zum Thema: Die Apokalypse des Johannes im NT: Unsinn und Sinn.</p>
<p>Am 27.9.2019:Ein Salonabend über Dietrich Bonhoeffer &#8222;Widerstand und Ergebung&#8220; und das religionslose Christentum.</p>
<p>Am 30.8.2019: Ein Salonabend zum Thema &#8222;Was bedeutet die Menschenwürde?&#8220;</p>
<p>Am 14.6.2019: Ein Salonabend zum Thema: Was ist normal? Mit Stefanie Hubert und Prof.Peter Stolz, Psychiater.</p>
<p>Am 3.5.2019: Ein Salonabend über die &#8222;Dialektik von Vertrauen und Misstrauen&#8220;. Zugleich ein Hinweis auf den so begrenzten Begriff der &#8222;Ehre&#8220;.</p>
<p>Am 15.3.2019: Ein Salonabend über: &#8222;Sinn und Unsinn unseres Sprechens vom Geheimnis&#8220;. Es ist wichtig, die immer lösbaren Rätsel auch in der wissenschaftlichen Forschung von dem einen Geheimnis im Dasein zu unterscheiden, das in der Frage berührt wird:&#8220;Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?&#8220;</p>
<p>Am 25.1.2019: Ein Salonabend über: &#8222;Revolution &#8211; welche Revolution?&#8220; Angesichts des Revolutionsgedenkens 1918/19 mit Erinnerungen an Rosa Luxemburg&#8230;und an die spirituelle Revolution von Thomas Merton.</p>
<p><strong>2018</strong></p>
<p>Am 14. 12. 2018: &#8222;Eine kleine Philosophie des (Weihnachts-) Festes&#8220;: Mit einem Hinweis auf einen Weihnachtstext aus dem Philipperbrief des Apostels Paulus: Gott unterbricht sich selbst (Kenosis). Zugleich einige Hinweise auf das Denken des Philosophen Gianni Vattimo.</p>
<p>Am 23. 11.2018: &#8222;Tod-Sterben-Abschied&#8220;. Ein Salonabend mit Prof. Johan Goud, Den Haag, Philosoph und Pastor der Remonstranten Kirche. .</p>
<p>Am 18.10.2018: Gespräche (und gemeinsames Speisen) in dem algerischen Bistro &#8222;Chez Zola&#8220; in Berlin, über Algerien, islamische Philosophie, interreligiösen Dialog</p>
<p>Am 28. 9.2018:&#8220;Monotheismus und Gewalt. Hinweise zu Jan Assmann&#8220; (14 TeilnehmerInnen)</p>
<p>Am 24. 8.2018:&#8220;Die Weisheit der Bibel und die philosophische Weisheit&#8220; (14 TeilnehmerInnen)</p>
<p>Am 10.8.2018: Sommerausflug des Salons nach Erkner (Gerhart Hauptmann Museum) und Friedrichshagen (Friedrichshagener Dichterkreis).</p>
<p>Am 20.7.2018: &#8222;Jürgen Habermas und die Religion&#8220; (18 TeilnehmerInnen)</p>
<p>Am 22.6.2018: &#8222;Der alltägliche Rassismus&#8220;  (13 TeilnehmerInnen)</p>
<p>Am 11.5. 2018: &#8222;Warum wir Europa fördern&#8220;. Zus. mit den &#8222;Jungen Remonstranten&#8220; aus Holland (20 TeilnehmerInnen)</p>
<p>Am 23.3.2018 sprachen wir mit 17 TeilnehmerInnen) über &#8222;Was gibt uns Halt im Leben?&#8220;</p>
<p>Am 23.2.2018 sprachen wir (mit 19 TeilnehmerInnen) über &#8222;Gibt es Fortschritt in meinem Leben&#8220;?</p>
<p>Am 26.1.2018 (mit 21 TeilnehmerInnen) sprachen wir mit Wolfgang Ullrich (Kunstwissenschaftler, Leipzig) über das Thema &#8222;Wahre Meisterwerte&#8220;. So auch der Buchtitel im Wagenbach &#8211; Verlag.</p>
<p><strong>2017: </strong></p>
<p>Am 15. Dezember 2017, (mit 15 TeilnehmerInnen) sprachen wir über das Thema: <em>&#8222;Eine kleine Philosophie der Sehnsucht&#8220;</em>.</p>
<p>Am 23.11.2017 (mit 19 TeilnehmerInnen) sprachen wir über das Thema: „Vanitas, die Vergeblichkeit von allem?“</p>
<p>Am 25. 10. 2017 (mit 8 TeilnehmerInnen) sprachen wir – angesichts des Reformationsjubiläums – über das Thema:&#8220;An welchen Gott können wir und wollen wir heute (noch) glauben?“</p>
<p>Am 15. September 2017 (mit 17 TeilnehmerInnen) sprachen wir über das Thema: &#8222;Was tun? Über den MUT, diese schwierige Tugend in düsteren politischen Zeiten!&#8220;</p>
<p>Am 4. August 2017 machten wir mit 10 TeilnehmerInnen wieder den Sommerausflug, diesmal nach Frohnau, u.a. mit Gesprächen mit Pfarrerin Doris Gräb, dem Künstler Moegelin und einer Begegnung im Buddhistischen Haus&#8230;</p>
<p>Am 14. Juli 2017, sprachen wir mit 19 TeilnehmerInnen – anlässlich des 125. Geburtstages des Philosophen Walter Benjamin (am 15.Juli) vor allem über dessen „Geschichtsphilosophischen Thesen“.</p>
<p>Am 26. Mai 2017 sprachen wir mit 15 TeilnehmerInnen über das Thema „Ist Religion Opium? Wann ist Religion kein Opium?“ (Anlässlich des Geburtstages von Karl Marx).</p>
<p>Am 21. April 2017 sprachen wir mit 17 TeilnehmerInnen über das Thema: &#8222;Postfaktische Untaten&#8220; &#8211; Ein Salonabend über das &#8222;Lügen und die Suche nach Wahrheit&#8220;.</p>
<p>Am 31.März 2017 sprachen wir mir 17 TeilnehmerInnen über das Thema: &#8222;Glauben und Wissen. Getrennt und doch verbunden&#8220;.</p>
<p>Am 24. Februar 2017 sprachen wir mit 14 TeilnehmerInnen über das Thema: „Bei Verstand bleiben. Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung“.</p>
<p>Am 29. Januar 2017 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema: &#8222;Die Heimat des Weltbürgers. Ein Versuch, dem Wahn des Nationalismus und Dogmatismus zu widerstehen“.</p>
<p><strong>2016:</strong></p>
<p>Ende Dezember 2016 gestalteten wir wieder eine kl. philosophische Weihnachtsfeier.</p>
<p>Am 16. Dezember 2016 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema: <em>„Was ist uns heute (noch) HEILIG?“</em></p>
<p>Am 18. November 2016 sprachen wir mir 20 TeilnehmerInnen über die aktuelle Bedeutung des Philosophen LEIBNIZ, anlässlich seines 300. Todestages.</p>
<p>Am 26. Oktober 2016 sprachen wir mir 20 TeilnehmerInnen über das Thema „Der Mensch ist böse? Und von Gott geschaffen?“ (Zur so genannten „Erbsünde“)</p>
<p>Am 23. September 2016 sprachen wir mir 13 TeilnehmerInnen über das Buch des Philosophen Michel Serres: „<em>Erfindet euch neu“. Mit einem Beitrag von Hans Blersch. </em></p>
<p>Am 26. August 2016 machten wir wieder unseren Sommerausflug, diesmal nach Karlshorst mit dem dortigen Pfarrer Edgar Dusdal.</p>
<p>Am 15.Juli 2016 sprachen wir mit 19 TeilnehmerInnen &#8211; anlässlich der großen Ausstellung <em>„El siglo de Oro“ </em>(Spanien im 17. Jahrhundert und die spanischen Künstler) über die religiösen und philosophischen Hintergründe des „Goldenen Zeitalters“.</p>
<p>Am 24. Juni 2016 sprachen wir mit 21 TeilnehmerInnen in der Weinhandlung „Sinnesfreude“ anlässlich des vorgegebenen Themas der Neuköllner Kulturtage über das Thema „Sattsein &#8230;.Übersättigtsein &#8230;..Hungern“.</p>
<p>Am 20. Mai 2016 sprachen wir mit 23 TeilnehmerInnen über den Philosophen Emil Cioran, mit dem Berliner Philosophen Dr. Jürgen Große.</p>
<p>Am 29. April 2016 sprachen wir mit 18 TeilnehmerInnen über das Thema &#8222;Alle Menschen sind Grenzgänger&#8220;.</p>
<p>Am 18. März 2016 gab es ein sehr großes Interesse mit 25 TeilnehmerInnen zum Thema &#8222;Für eine Philosophie der Auferstehung&#8220;. Das rege Interesse an dem Thema ist ein Hinweis, dass sich viele, auch unkirchliche Menschen für eine offene, dogmenfreie Aussprache über Themen des christlichen Glaubens interessieren.</p>
<p>Am 26. Februar 2016 sprachen wir mit 22 TeilnehmerInnen über das Thema &#8222;Privateigentum und Gemeinwohl&#8220;. Mit einem Beitrag von Elisabeth Hoffmann.</p>
<p><em>Am 22. Januar 2016 sprachen wir mir 18 TeilneherInnen über das Thema: &#8222;Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?&#8220;</em></p>
<p><strong>2015</strong></p>
<p>Wieder fand eine kl. eher private philos. Weihnachtsfeier am 28.12. statt.</p>
<p>Am 11. Dezember 2015 sprachen wir mit 17 TeilnehmerInnen (in der Weinhandlung „Sinnesfreude“, Neukölln), über „Der schöne Schein, Wahrhaftigkeit und Authentizität“.</p>
<p>Am 27. November 2015 sprachen wir mit 26 TeilnehmerInnen <em>mit dem remonstrantischen Theologen Prof. Johan Goud aus Den Haag über das Thema: „Theologie und Autobiographie“. </em></p>
<p>Am 30. Oktober  2015 waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Angesichts der Diskussionen über Flüchtlinge in Europa (vor allem in Deutschland) wollten wir uns mit dem grundlegenden ethischen und damit philosophischen Thema der <em>ANERKENNUNG des anderen</em>/der anderen, des Fremden usw. auseinandersetzen. Mit uns diskutierte Frau <em>Dr. Dorothee Hasskamp</em>, Historikerin, Journalistin und Mitarbeiterin beim Jesuiten Flüchtlingsdienst Berlin.</p>
<p>Am 25. September 2015 waren 15 TeilnehmerInnen dabei. Wir diskutierten ziemlich kontrovers, also richtig, über das allseits gelobte, aber selten kritisierte Buch von Navid Kermani &#8222;Ungläubiges Staunen. Über das Christentum&#8220;.</p>
<p>Am 28.8. 2015 waren 26 TeilnehmerInnen dabei. Das große Interesse, die Vielfalt der Standpunkte, die &#8222;Betroffenheit&#8220; der Teilnehmer zeigen, dass das Thema &#8222;Ethik ist wichtiger als Religion&#8220; (so eine neue Publikation des Dalai Lama) von größter Bedeutung ist.</p>
<p>Am Donnerstag, den 20. August 2015, machten wir wieder einen philosophisch-theologischen Sommer-Ausflug, diesmal nach Jüterbog. 10 Teilnehmer waren dabei, durch fachkundige Führungen in den Kirchen Liebfrauen und St. Nicolai sowie im Kulturzentrum Mönchenkloster konnten wir u.a. auch über den Reformator Thomas Müntzer und den Ablasshandel sprechen sowie über die Umwidmung ehemaliger religiöser Gebäude.</p>
<p>Der Salon am 24. Juli 2015 (14 TeilnehmerInnen) hatte das Thema: Über die Tugend des Ungehorsams.</p>
<p>Der Salon am 26. Juni 2015 (13 Teilnehmer) hatte das Thema: „Glück oder Sinn?“ Worauf kommt es im Leben an?</p>
<p>Am 29. Mai 2015 hatten wir ein eher ungewöhnliches Thema: &#8222;Philosophie des Weines&#8220;. Von Hölderlin angeregt,hieß das Motto: „Der Wein – eine Gabe der Götter“. 20 TeilnehmerInnen trafen sich in der großzügigen, fein gestalteten Weinhandlung „Sinnesfreude“, unter der Leitung von Wolfgang Baumeister.</p>
<p>Im Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon im April 2015  (Thema: Die Beziehung von Esoterik und Exoterik<strong>)</strong>waren 14 Teilnehmerinnen dabei, mit einem Vortrag von Hartmut Caemmerer.</p>
<p>Im März 2015 sprachen wir über „Gott anklagen angesichts des Leidens“: Erfahrungen des islamischen Mystikers ATTAR (Autor “Das Buch vom Leiden”) in Konfrontation mit Hiob und Nietzsche.</p>
<p>Auch unser Salon am 27. Februar 2015 fand reges Interesse, 22 TeilnehmerInnen waren dabei. Das Thema: „Einige Aspekte zur Aktualität der islamischen Philosophie“ .</p>
<p>Beim Salon am 16. Januar 2015 waren 12 TeilnehmerInnen dabei. Das Thema war: “ICH BIN DER ANDERE”.</p>
<p><strong>2014</strong></p>
<p>Am „Welttag der Philosophie“, am 20. November 2014, trafen wir uns  im Kulturzentrum „Afrika-Haus“ in der Bochumer Str. 25 in Berlin Tiergarten. Mit der Philosophin und Autorin Dr. Barbara Muraca, Uni Jena, über &#8222;Gut leben angesichts des Endes der Wachstumsgesellschaft“.</p>
<p>Auch der religionsphilosophische Salon am 31.10. 2014 fand ein ungewöhnlich starkes Interesse mit 24 TeilnehmerInnen. Das Thema war: “Glücklich sterben? Zur Frage des ärztlichen Beistandes bei Suizidwünschen schwerkranker Patienten“.</p>
<p>Zum Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon am Freitag, den 26. September 2014, kamen 15 TeilnehmerInnen. Das Thema war: „Sprache der Musik &#8211; Sprache der Transzendenz?&#8220; mit dem Musiker, Komponisten und Saxophonisten Joachim Gies (Berlin).</p>
<p>Bei unserem Salonabend am 29.8. 2014 waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Zum Thema „Zen-Buddhismus- eine Religion ohne Gott“ hielt der vielfach geschätzte Buddhalehrer Michael Peterssen, Berlin, einen einleitenden Vortrag.</p>
<p>Der Salon zum Thema &#8222;Wie ist religiöses Leben ohne Gott möglich?“ anlässlich des neuen Buches von Ronald Dworkin: „Religion ohne Gott“ (Suhrkamp 2014) am 25. Juli 2014 hat sehr viel Interesse gefunden, mit 22 TeilnehmerInnen.</p>
<p>In unserem Salonabend am 27. Juni 2014 mit 15 TeilnehmerInnen sprachen wir über das Thema: &#8222;Spielerisch leben – spielerisch glauben?“</p>
<p>Im Mai 2014 sprachen wir über das Thema: „Gott um Gottes willen lassen“ (Meister Eckart).</p>
<p>Hinweise zu früheren Veranstaltungen und Themen folgen&#8230;..</p>
<p>Christian Modehn, zusammen mit Hartmut Wiebus, Initiator des „Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin“.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10047_philosophie-im-salon-rueckblick-und-ausblick_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Philosophie im Salon: Rückblick und Ausblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Paradies Glaube &#8211; Zum Film von Ulrich Seidl</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/3502_paradies-glaube-zum-film-von-ulrich-seidl_denken-und-glauben</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 17:20:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[ARTE 8.2.2016]]></category>
		<category><![CDATA[ARTE bringt Seidl Film]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehprogramm am 8.2.2016]]></category>
		<category><![CDATA[FILM vin Seild über Glauben in ARTE]]></category>
		<category><![CDATA[intoleranter katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus in Österreich heute]]></category>
		<category><![CDATA[Mariastatuen in Wohnung]]></category>
		<category><![CDATA[Mission mit Maria]]></category>
		<category><![CDATA[Modehnüber Paradies Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies Glaube Fil Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies Glaube Film]]></category>
		<category><![CDATA[reaktionärer Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[SARTE am 8.februar 2016]]></category>
		<category><![CDATA[SEIDL Filmemacher]]></category>
		<category><![CDATA[Seidl Paradies Glaube keine Phantasie]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Seidl Paradies Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Seidl zeigt den wahren Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Urlich Seidl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://religionsphilosophischer-salon.de/?p=3502</guid>

					<description><![CDATA[<p>Einige theologische und philosophische Hinweise zu einem wichtigen Film von Ulrich Seidl Von Christian Modehn. Am 14. Juli 2019 wurde im Ersten um 0.30 Uhr noch einmal der Film &#8222;Paradies Glaube&#8220; von Ulrich Seidl gesendet. Wer den Film nicht gesehen hat oder noch anderweitig sehen will: Hier ein theologischer Kommentar zu dem wichtigen Film, verfasst [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/3502_paradies-glaube-zum-film-von-ulrich-seidl_denken-und-glauben">Paradies Glaube &#8211; Zum Film von Ulrich Seidl</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einige theologische und philosophische Hinweise zu einem wichtigen Film von Ulrich Seidl<br />
Von Christian Modehn.</p>
<p>Am 14. Juli 2019 wurde im Ersten um 0.30 Uhr noch einmal der Film &#8222;Paradies Glaube&#8220; von Ulrich Seidl gesendet. Wer den Film nicht gesehen hat oder noch anderweitig sehen will: Hier ein theologischer Kommentar zu dem wichtigen Film, verfasst schon 2012, aber immer noch aktuell &#8230; und gültig.<br />
Mit der Verirrungen eines fundamentalistischen, d.h. unkritisch gelebten christlichen Glaubens müssen sich religionsphilosophisch Interessierte intensiv befassen, man denke -etwa 2012 &#8211; auch an die Ausstellung der Leiche des umstrittenen Paters Pio (er hatte angeblich die Wundmale Jesu an seinen Händen) im Petersdom.</p>
<p>Über den 2. Teil der Trilogie „Liebe – Glaube – Hoffnung“  des österreichischen Filmemachers Ulrich Seidl ist viel geschrieben worden. Leider hat man den Film &#8222;<em>Paradies Glaube&#8220;</em> oft den schwächsten der drei Filme genannt. Das mag auf das Gesamtwerk Seidls bezogen eigens geprüft werden wie auch auf die Regieleistung in diesem Film selbst.</p>
<p>Der Religionsphilosophische Salon ist jedoch der Meinung, dass der Film sehr wichtig und sehr inspirierend ist, weil er keineswegs nur eine marginale oder gar nur konstruierte, sozusagen imaginäre katholische (Film) Welt zeigt. „Paradies Glaube“ ist alles andere als eine unterhaltsame Satire. Maria Hofstätter spielt als aufdringlich missionarisch werbende und total katholischer Frömmigkeit hingegebene Anna Maria keineswegs eine „religiöse Irrläuferin“ einer monströsen und unwirklichen Glaubenshaltung. Für sie ist ihre extreme Form katholischer Frömmigkeit, mit einer Art erotischen Bindung an das Kreuz und den Corpus des toten Christus,  wichtiger als die liebevolle Verbindung mit ihrem schwer kranken Ehemann. <em>Religiöser</em> <em>Glaube ist wichtiger als Menschlichkeit:</em> Man möchte sagen, das ist ein typisches Krankheitssyndrom, bis heute in unterschiedlichen fundamentalistischen Kreisen verbreitet: In den so genannten Sekten wie in evangelikalen Gruppen oder katholischen neo-katechumenalen Gemeinschaften usw.</p>
<p>Anna Maria ist in Wien förmlich getrieben von dem Gedanken, eine Marienstatue in die Wohnungen ihrer Meinung nach besonders ungläubiger Menschen zu bringen. Sie drängt den Menschen diese in Dutzendware produzierte Marien- Figur förmlich auf. Denn sie ist überzeugt: Mit dieser Maria kommen Rettung, Heil und Erlösung in das Leben dieser – ihrer Meinung  nach – gescheiterten Menschen, oft sind es „Ausländer“.</p>
<p>Das greifbare Heil, sozusagen die materielle Gestalt der Erlösung,  in die Häuser tragen: Diese Praxis ist in der katholischen Volksfrömmigkeit durchaus üblich, sie beginnt bei der jährlichen Wohnungssegnung, geht über die Pflege privater Hausaltäre bis zum Brauch der  „Herbergssuche“ von (Kitsch) Figuren Marias und Josefs in der Adventszeit. Da verweilen diese Figuren einen Tag oder eine Woche in einer Familie. Das Abirren einer Frömmigkeit, die die Ikone für die dargestellte Heilige selbst nimmt, wird in dem Film deutlich gezeigt. Man sehe sich aber auch in Marienwallfahrtsorten (Lourdes, Fatima, La Salette usw) um, wie dort die Darstellungen (!) Marias selbst höchste Verehrung genießen; die Berührung heiliger Objekte (etwa der schon fast abgeküsste Zeh der Petrus – Statue im Petersdom) gehört auch dazu. Anna Maria küsst mit Vorliebe Christus Bilder oder das Kreuz, in einer deutlich erotisch anmutenden Haltung.</p>
<p>Es ist im Katholizismus immer noch üblich, Reliquien auf Wanderschaft zu schicken: Man denke etwa an die Weltreisen der Reliquien der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, die von Lisieux aus rund um den Globus geschickt wurden in den letzten Jahren. Man denke an die Leiche Pater Pios Anfang Februar 2016 ausgestellt im Petersdom&#8230;Warum? Damit die Reliquien als solche ihre heilsame, wundertätige Wirkung „vor Ort“ ausüben können. Man denke weiter an die Flut von Pater Pio Bildern in allen Autos, Kneipen und Wohnungen Italiens: Dieser angeblich stigmatisierte, aber schon von Pius XII. unter dem Verdacht der Scharlatanerie kritisch begutachtete Kapuzinerpater ist sozusagen als Ikone das leibhaftige Heil in den Wohnungen usw.</p>
<p>Kurz: Anna Marias Verhalten ist zwar filmisch zugespitzt, aber durchaus verwurzelt im katholischen Milieu.  In der privaten Gebetsrunde ihrer Vereinigung zu Ehren des Herzens Jesu wird gebetet und geschworen, dass Österreich wieder katholisch werde. Was das heißen mag, wird an Anna Marias Verhalten gegenüber ihrem (schwerkranken) muslimischen Ehemann deutlich: Von den geringsten Spuren der Toleranz und des Mitgefühls ist nichts zu spüren. Von einem Respekt vor dem muslmischen Glauben ihres Mannes kann keine Rede sein. Sie hat etwa im Wohnzimmer das Bild aus Mekka verdeckt und verhangen. Mekka passt nicht zu Christus und Maria, denkt sie.</p>
<p>Anna Marias Gebetsrunden werden tatsächlich in weiten offiziell – katholischen Kreisen praktiziert; es gilt doch, die „Neuevangelisierung Europas“ voranzubringen, wie es Benedikt XVI. so sehnlich wünschte. Bezeichnenderweise werden ja auch ganze Städte und Länder wieder Maria oder einem Heiligen geweiht. Was Anna Maria in ihrer Gruppe betend vollzieht, ist also üblich.</p>
<p>Bei den &#8222;missionarischen Hausbesuchen&#8220; mit der Gipsmadonna im Köfferchen fällt auf, wie ausschließlich Anna auf die helfende Wirkung des Gebetes allein setzt. Da spielt der Wunderglaube an die Allmacht des Gebets eine entscheidende Rolle; aber das hat Anna Maria in der Kirche so gelernt, so wird sie in der offiziellen Lehre vertreten! Angesichts menschlicher Probleme vermag Anna Maria allein mit frommen Sprüchen und Floskeln zu reagieren, auch das ist ja nicht nur ein Hinweis, wie stark die religiöse Indoktrination alle menschliche Reflexion, von kritischer Reflexion ganz zu schweigen, töten kann.</p>
<p>Im Umgang mit ihrem schwerkranken muslimischen Mann (auch er ist sicher nicht Inbegriff der Liberalität) sieht man zudem, wie sogar die Gefühle der Menschlichkeit ignoriert werden aufgrund katholischer Indoktrination. Als ihr muslimischer Mann fragend und protestierend in die Gebetsrunde seiner Frau hineingerät, spricht man nicht etwa mit ihm. Sondern man betet gemeinsam, sozusagen um den Teufel fernzuhalten, das apostolische Glaubensbekenntnis.</p>
<p>Anna Maria ist eine Frau, die einzig nur aus der katholischen Religion lebt; schon zum Frühstück hört sie das durchaus in Wien real existierende katholische Radio Maria, entsprechende Werbung schmückt auch ihr Auto. Und die Sprüche, wie „Kein Tag ohne Gebet“, mit denen Anna Maria eines ihrer Zimmer tapeziert hat, gibt es in dieser Form und in diesem Format tatsächlich. Sie sind in vielen österreichischen oder bayerischen Kirchen etwa am Eingang oder Ausgang oder auf Infotafeln zu finden. (Radio Maria Österreich: <a href="http://www.radiomaria.at/index.php?nID=254">http://www.radiomaria.at/index.php?nID=254</a>)</p>
<p>Es muss also nachdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Frömmigkeit Anna Marias durchaus eine gewisse Breitenwirkung hat und in Österreich, Süddeutschland oder in den romanischen Ländern zum Alltag an der Basis etlicher Pfarreien gehört. Dort gibt es die zahlreichen neuen geistlichen Gemeinschaften mit ihren entsprechenden Verlagen, die derartige Frömmigkeit praktizieren und empfehlen, ohne dass ein Bischof einschreitet. Das ultra konservative &#8222;Radio Maryja&#8220; in Polen, mit ihrem Leiter, dem Redemptoristen Pater Rydzik, ist selbst den ohnehin konservativen polnischen Bischöfen zu extrem. Aber sie schaffen es nicht, und auch die Päpste schaffen es auch nicht, dieses aufhetzende antisemitische katholische Programm zu verbieten. Daran sieht man, die Hierarchie will das „tief fromme“ Volk nicht verprellen. Viele Wähler der jetzt herrschenden, autoritären PIS-Partei sind Freunde von Radio Maryja.</p>
<p>Der Film „Paradies Glaube“ zeigt sehr früh schon, wie Anna Maria sich vor dem Kruzifix -sündenbewusst &#8211; auspeitscht und später auch mit einer Art „Geißel – Gürtel“ ausstattet. Dieses „fromme Sichauspeitschen“ hat bekanntlich Tradition in einer der mächtigsten katholischen Organisationen mit ca.80.000 Mitgliedern, dem Opus Dei; Anna Maria befindet sich in solcher Sühne  &#8211; Aktion sozusagen in offizieller, in „bester Gesellschaft“.</p>
<p>Überhaupt der Sühnegedanke: Anna Maria ist besessen davon, für die Sünder anderer (und auch die eigenen Versagen) Sühne zu leisten, also durch eigene religiös anstrengende Praxis Gott zu versöhnen und zu beschwichtigen. Über das naive Gottesbild eines solchen Verhaltens wäre eigens zu sprechen. Bei Anna Maria heißt Sühneleisten auch das schmerzhafte Herumrutschen auf den Knien in der eigenen Wohnung, um den ganzen Rosenkranz zu beten, immerhin sind das 50 laut gesprochene Ave Maria. Im Katechismus wird ausdrücklich das Sühnegebet empfohlen. In Kirchen vieler deutscher Großstädte finden immer noch Sühne – Gebetsnächte statt, oft veranstaltet von der Gemeinschaft des „Neokatechumenalen Weges“ (Informationen über diese überaus einflussreiche, weltweit agierende, offiziell anerkannte Bewegung: <a href="http://www.relinfo.ch/nk/info.html#suende">http://www.relinfo.ch/nk/info.html#suende</a> ). Es sind viele dieser so genannten neuen geistlichen Gemeinschaften, die extreme Formen der Frömmigkeit praktizieren&#8230;</p>
<p>Die Reinheit ist oberstes Gebot für Anna Maria: Nicht nur das über &#8211; korrekte Putzen des Hauses wird gezeigt, auch ihre Abscheu vor &#8222;schmutziger&#8220;, praktizierter Sexualität wird deutlich: Nachdem sie überraschenderweise nachts Sex im Park beobachtet (!) hat, fühlt sie sich sofort gedrängt, sich gründlich in der Badewanne zu säubern. Sexuelle Lust ist für sie apriori  schmutzig, das hat man sie ja auch so gelehrt. Aber selbst mit ihrem Mann lehnt sie Sex ab, hingegen holt sie sich nachts ihr allzu geliebtes Kruzifix ins Bett&#8230; Diese künstlerisch sehr konsequente und deswegen wichtge Szene wurde übrigens von der katholischen, ultrakonservativen italienischen Bewegung NO 194 (siehe: <a href="http://no194.org/">http://no194.org/</a>) zum Anlass genommen, den Regisseur wegen Blasphemie anzuklagen.</p>
<p>Der Film „Paradies Glaube“ zeigt nicht, wie SPIEGEL – Online  meinte,  „religiöses Hinterwäldlertum, das vielleicht folkloristische Züge besitzt, der gegenwärtigen Glaubensdoktrin wohl kaum entspricht“. Tatsächlich dokumentiert Ulrich Seidl eine Haltung, die weite Verbreitung hat im heutigen Katholizismus. Verurteilen wird man die vielen Menschen, die so sind wie Anna Maria, natürlich nicht. Aber man wird sich fragen, wie in Europa die theologische Bildung eigentlich greift angesichts dieser religiösen Praxis, die eher einem Wahn gleicht.  Wem Jahre lang eingeredet wird und es auch innig glaubt, außerhalb der katholischen Kirche gebe es kein  Heil, der greift schnell zu seinem Köfferchen mit der Madonna, um die Welt zu retten, „heil zu machen“. Dass alles Gnade ist, wie Paulus sagt, also von Gott abhängt, ist bei diesem Aktionismus vergessen.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/3502_paradies-glaube-zum-film-von-ulrich-seidl_denken-und-glauben">Paradies Glaube &#8211; Zum Film von Ulrich Seidl</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Schleiermacher heute lernen. Ein Hinweis von Prof. Wilhelm Gräb</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/11040_von-schleiermacher-heute-lernen-ein-hinweis-von-prof-wilhelm-graeb_buchhinweise/theologische-buecher</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2018 13:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=11040</guid>

					<description><![CDATA[<p>Von Prof. Wilhelm Gräb, Berlin, November 2018  &#8211; anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schleiermacher Veröffentlicht im Interview „Religion gefährlich und unentbehrlich“ Friedrich Schleiermacher wird von Theologen und Kirchenleitungen gern der „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“ genannt. Es gibt jetzt sogar eine Sonderbriefmarke zu Ehren seines 250.Geburtstages. Als diese im Berliner Dom vor kurzem der Öffentlichkeit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11040_von-schleiermacher-heute-lernen-ein-hinweis-von-prof-wilhelm-graeb_buchhinweise/theologische-buecher">Von Schleiermacher heute lernen. Ein Hinweis von Prof. Wilhelm Gräb</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Prof. Wilhelm Gräb, Berlin, November 2018  &#8211; anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schleiermacher</p>
<p>Veröffentlicht <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11035_religion-gefaehrlich-und-unenbehrlich-drei-fragen-an-prof-wilhelm-graeb_weiter-denken">im Interview</a> „Religion gefährlich und unentbehrlich“</p>
<p>Friedrich Schleiermacher wird von Theologen und Kirchenleitungen gern der „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“ genannt. Es gibt jetzt sogar eine Sonderbriefmarke zu Ehren seines 250.Geburtstages. Als diese im Berliner Dom vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist auch wieder an diesen angeblichen „Kirchenvater des 19. Jahrhunderts“ erinnert worden. Doch er wurde dies leider nicht und auch heute müsste sich in unseren Kirchen erst noch enorm viel ändern, bevor Schleiermacher seine Ideen zu einer Kirche, die in die moderne Zeit passt, auch nur einigermaßen verwirklicht sähe.</p>
<p>Gewiss, Schleiermacher ist seiner Zeit selbst auch Kompromisse mit der dem landesherrlichen Kirchenregiment unterstehenden preußischen Kirche eingegangen. Aber er hat sich doch mit dem König, Friedrich Wilhelm III., aufs heftigste angelegt als dieser im sog. Agendenstreit auch noch über die gottesdienstlichen Ordnungen bestimmen wollte. Schleiermachers Ideal war eine sich von unten, durch die Selbsttätigkeit der Gemeinden aufbauende Kirche, die radikale Trennung von Thron und Altar, Kirche und Staat. Er wollte eine christliche Gemeinde, die ihre Angelegenheiten selbst regelt, weil sie durch die Mitbeteiligung aller an einer Verständigung über die alle gleichermaßen betreffenden Belange des Lebens zusammengehalten wird. Die Religion gehörte für ihn essentiell zum Menschsein, weil ihm das Bewusstsein der Gottesbeziehung zugleich der Grund menschlicher Freiheit war. <em>Den religiösen Glauben verstand er als eine unerschöpfliche Quelle der Lebenskraft, als Grund einer allen Menschen mitgegebenen Befähigung zu Autonomie, zur Selbstbestimmung in den religiösen wie in allen anderen Dingen des Daseins.</em></p>
<p>In seinen „Reden über die Religion an die Gebildeten unter ihren Verächtern“ (1799), 10 Jahre nach der französischen Revolution, entwickelte Schleiermacher sein bis heute inspirierendes Kirchenideal. Er sprach von der Kirche als einer „vollkommenen Republik“, in der alle wechselseitig aufeinander wirken, Geben und Nehmen allen gleichermaßen eigen, die Unterscheidung zwischen Priestern und Laien aufgehoben ist. <em>Eine Kirche, die dennoch nicht nur ein frommer Zirkel ist, sich nicht aus der Welt zurückzieht, sondern die „Anschauung des Universums“ betreibt, die Suche nach dem Sinn des Ganzen und unseres eigens Dasein zu ihrer Sache macht.</em></p>
<p>Es braucht Orte und Gelegenheiten in der Gesellschaft, wo wir uns über die existentiellen Fragen des eigenen Lebens und wie über das, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält, verständigen können. Dass die Kirche ein solcher Ort in der Gesellschaft sein könnte, das war Schleiermachers Traum. Ich meine seine Impulse sind aktueller denn je!</p>
<p>copyright: Wilhelm Gräb, Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11040_von-schleiermacher-heute-lernen-ein-hinweis-von-prof-wilhelm-graeb_buchhinweise/theologische-buecher">Von Schleiermacher heute lernen. Ein Hinweis von Prof. Wilhelm Gräb</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Unterbrechungen – Abstandnehmen – Freiwerden“. Ein religions-philosophischer Salon</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/11027_11027_buchhinweise/philosophische-buecher</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2018 15:53:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn philosophischer Salon Berlin im Dezember 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Meister Eckart Göttliches im Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophieren kurz vor Weihnachten 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophischer Salon Berlin am 21. Dezember 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Unterbrechungen leben ein philosophischer Salon]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten und Philsophieren in Berlin 2018]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=11027</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 14. Dezember 2018 um 19 Uhr. Unterbrechungen sollten zu (m)einer Lebensphilosophie gehören. Unterbrechungen sind zum Beispiel Feste und Feiern. Wenn wir sie denn als wirklichen Ausstieg aus dem Alltag gestalten. Darüber wollen wir sprechen. Denn auch Weihnachten ist – eigentlich &#8211; eine Unterbrechung. Und es wird philosophisch kaum bedacht: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11027_11027_buchhinweise/philosophische-buecher">&#8222;Unterbrechungen – Abstandnehmen – Freiwerden“. Ein religions-philosophischer Salon</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den <strong>14<em>. Dezember 2018</em> um 19 Uhr.</strong> Unterbrechungen sollten zu (m)einer Lebensphilosophie gehören. Unterbrechungen sind zum Beispiel Feste und Feiern. Wenn wir sie denn als wirklichen Ausstieg aus dem Alltag gestalten. Darüber wollen wir sprechen. Denn auch Weihnachten ist – eigentlich &#8211; eine Unterbrechung. Und es wird philosophisch kaum bedacht: In den Mythen der Bibel wird sogar von einer Unterbrechung Gottes in seinem Himmel berichtet: Der ewige göttliche „Logos“ verlässt den Himmel und wird Mensch in Jesus von Nazareth. Der Logos als armer Mann. Man lese im Neuen Testament mal den Philipperbrief, Kap. 2, Verse 6 bis 9. Wenn Gott ein Mensch wird, dann wird der Mensch als Mensch aufgewertet, so, dass er Göttliches in sich hat. Eine uralte Einsicht, auch bei Feuerbach. Man lese aber auch den Philosophen Meister Eckart. Der sagt klar: Der Mensch „hat“ etwas Ewiges, Göttliches. ( Meister Eckart, &#8222;Vom Wunder der Seele&#8220;, Reclam Heft, Seite 64 und 65, 3 Euro!). Ist das plausibel? Auch der Philosoph Gianni Vattimo hat sich in seiner Studie &#8222;Glauben &#8211; Philosophieren&#8220; (Reclam Verlag 1997) mit dem Thema der Kenosis, also des Menschwerdens des Logos, auseinandergesetzt. Ein philosophischer Salon also mit einigen (hilfreichen) religionsphilosophischen Überraschungen. Und auch mit Wein und etwas Gebäck&#8230; Herzliche Einladung und die Bitte um Anmeldung: <a href="mailto:christian.modehn@berlin.de">christian.modehn@berlin.de</a> <em>Wir treffen uns in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, in Wilmersdorf.</em> Für die Raummiete bitte ich um 5 Euro, Studenten haben freien „Eintritt“. Christian Modehn  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11027_11027_buchhinweise/philosophische-buecher">&#8222;Unterbrechungen – Abstandnehmen – Freiwerden“. Ein religions-philosophischer Salon</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Afrika-Haus in Berlin-Moabit seit 25 Jahren aktiv: Berlin &#8211; ein postkoloniale Metropole.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10988_afrika-haus-in-berlin-moabit-seit-25-jahren-aktiv-berlin-ein-postkoloniale-metropole_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2018 14:38:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[25 Jahre Afrika Haus in Berlin Moabit]]></category>
		<category><![CDATA[25 Jahre aktives Afrika Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika Haus Berlin 25 Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[berlin ist eine postkoloniale Metropole]]></category>
		<category><![CDATA[das Afrikahaus in der Bochumer Str. in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[oumar diallo]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen im Afrikahaus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10988</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Oumar Diallo Das Afrika-Haus in Berlin Moabit ist seit 1993 der Sitz des Farafina e.V. und ein Ort des transkulturellen Austauschs und der politischen Bildung. Mit vielfältigen Veranstaltungen und Projekten hat sich das Afrika-Haus über die Grenzen der Hauptstadt hinaus in den vergangenen 25 Jahren viel Anerkennung als ein Ort für Begegnung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10988_afrika-haus-in-berlin-moabit-seit-25-jahren-aktiv-berlin-ein-postkoloniale-metropole_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Afrika-Haus in Berlin-Moabit seit 25 Jahren aktiv: Berlin &#8211; ein postkoloniale Metropole.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Oumar Diallo</p>
<p><strong>Das Afrika-Haus in Berlin Moabit ist seit 1993 der Sitz des Farafina e.V. und ein Ort des transkulturellen Austauschs und der politischen Bildung. Mit vielfältigen Veranstaltungen und Projekten hat sich das Afrika-Haus über die Grenzen der Hauptstadt hinaus in den vergangenen 25 Jahren viel Anerkennung als ein Ort für Begegnung und Bildung erworben. Anlässlich des Jubiläums, zu dem auch Stephan von Dassel, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte erwartet wird, erfolgt die Eröffnung der ersten Dauerausstellung des Afrika-Hauses zur Kolonialgeschichte Berlins. </strong></p>
<p>Begonnen hatte alles in der Bochumer Straße 25 im Berliner Ortsteil Moabit. Hier gründete Oumar Diallo, diplomierter Soziologe aus dem westafrikanischen Guinea am 06. November 1993 den gemeinnützigen Verein Farafina e.V. und eröffnete das „Afrika-Haus“, zunächst als afrikanisches Restaurant und Kulturzentrum. Schnell entwickelte sich die Einrichtung zu einer Begegnungsstätte mit unterschiedlichen Angeboten an die damals etwa 11.000 in Berlin lebenden Afrikaner. Inzwischen leben fast 31.000 Menschen aus afrikanischen Staaten in der Hauptstadt.</p>
<p>Der Verein wollte von Beginn an mit seiner Arbeit Interesse und das Bewusstsein für Geschichte und Gegenwart Afrikas wecken, lebendige Beziehungen zwischen Menschen aus verschiedenen Nationen ermöglichen und damit einen Beitrag zum toleranten Miteinander und zur besseren Verständigung ganz unterschiedlicher Kulturen leisten. In loser Folge wurden seit dem Veranstaltungen angeboten, zu denen Filme, Lesungen, Musik und Theateraufführungen ebenso gehören wie Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Workshops und Diskussionsrunden. Mit der Zeit kamen auch Beratungsangebote an alleinstehende und ältere Menschen afrikanischer Herkunft z. B. bei Behördengängen oder anderen Fragen des persönlichen Alltags hinzu.<br />
Vor etwa 10 Jahren gab Oumar Diallo den Restaurantbetrieb auf, um sich mit seinem Team ganz auf die Aufarbeitung kolonialer Geschichte in Berlin, auf Politik, Literatur und Philosophie Afrikas und die afrikanisch-europäischen Beziehungen zu fokussieren. In diesem Zusammenhang wird, anlässlich des Jubiläums des Vereins am 06. November, erstmals eine Dauerausstellung mit dem Titel:</p>
<p><strong>Berlin: Eine (post-) koloniale Metropole </strong></p>
<p>als ein Beitrag zur geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung eröffnet. Gleichzeitig werden an diesem Abend fünf Vertreter der afrikanischen Diaspora, die aus je einer der fünf Regionen Afrikas (Nord-, West-, Ost-, Süd- und Zentralafrika) stammen, für jeweils „ihre“ Region ein Zukunftsszenario vorstellen. Diskutiert werden unterschiedliche Varianten für eine nachhaltige Entwicklung in der entsprechenden Region in Zeiten von Klimawandel und Globalisierung. Das Ziel soll es sein, zu einem verstärkten Nachdenken über gemeinsame wie unterschiedliche Potenziale der fünf Regionen Afrikas zu gelangen, um so zu einer sozio-ökologisch nachhaltigen Entwicklung in der Zukunft beizutragen.<br />
Seit nunmehr 25 Jahren funktioniert die Arbeit des Afrika-Haus durch die ehrenamtliche Tätigkeit von Vereinsmitgliedern und Freunden des Hauses. Träger des Afrika-Hauses ist der Verein Farafina e.V. Farafina bedeutet in der Sprache des westafrikanischen Volkes der Malinke „Afrika“ und steht für die Gemeinschaft im Zusammenleben verschiedener Ethnien. In Zusammenarbeit mit den Berliner Jobcentern ist das Afrika-Haus immer wieder Einsatzort für sogenannte „finanzierte Bürgerarbeit“ bzw. „Arbeitsgelegenheiten“ und auch Studierende können hier bei Interesse ihre Praktika absolvieren. Hinreichend Eigenmittel für feste Mitarbeiterstellen können nicht aufgebracht werden, aber seit Anfang 2016 verstärken vier vom Jobcenter finanzierte Helfer die personelle Situation im Afrika-Haus.</p>
<p>Das Afrika-Haus konnte sich somit zu einer Institution in der Berliner Kulturlandschaft entwickeln. Über vielfältige Aktivitäten gelang es dem Team und seinen Unterstützern, den afrikanischen Kontinent transparenter zu machen, aktuelle Herausforderungen zu thematisieren und auch zu Lösungen beizutragen sowie insbesondere den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen zu fördern. Dafür sprechen nicht zuletzt die Auszeichnungen mit dem Integrationspreis 2003 der BVV Berlin Mitte und eines Hauptstadtpreises für Integration und Toleranz der Initiative Hauptstadt Berlin e.V. 2016.</p>
<p><u>Ansprechpartner für weitere Informationen:   http://www.afrikahaus-berlin.de/<br />
</u></p>
<p>Oumar Diallo</p>
<p>Telefon: 030 392 20 10</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10988_afrika-haus-in-berlin-moabit-seit-25-jahren-aktiv-berlin-ein-postkoloniale-metropole_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Afrika-Haus in Berlin-Moabit seit 25 Jahren aktiv: Berlin &#8211; ein postkoloniale Metropole.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tod. Trauer. Abschied.  Für eine Philosophie des Lebens. Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 23. November 2018</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10964_10964_termine</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2018 13:21:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[23. November philosophischer Salon]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiednehmen als Thema der Philososophie]]></category>
		<category><![CDATA[der Religionsphilosophische Salon Berlin zum Welttag der Philosophie 2018]]></category>
		<category><![CDATA[der religionsphilosophische Salon im November 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie Fantom am 23.November]]></category>
		<category><![CDATA[mein Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[mein Tod]]></category>
		<category><![CDATA[meine Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Johan Goud in Berlin im November 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Tod und Trauer Thema im Religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<category><![CDATA[was ist los in Berlin am 23. November 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Welttag der Philosophie in Berlin im November 2018]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10964</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 23. November 2018. Diese Veranstaltung ist ausgebucht. Alle Anmeldungen, die bis zum 14. November mitgeteilt wurden, werden selbstverständlich respektiert. C.M. Wenn ein philosophischer Salon zwischen dem „Volkstrauertag“ und dem „Totensonntag“ bzw. „Ewigkeitssonntag“ stattfindet, können wir eigentlich diese förmlich vorgegeben Themen nicht ignorieren. Zumal auch die Erinnerungen an das Ende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10964_10964_termine">Tod. Trauer. Abschied.  Für eine Philosophie des Lebens. Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 23. November 2018</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 23. November 2018. <strong>Diese Veranstaltung ist ausgebucht.</strong> Alle Anmeldungen, die bis zum 14. November mitgeteilt wurden, werden selbstverständlich respektiert. C.M.</p>
<p>Wenn ein philosophischer Salon zwischen dem „Volkstrauertag“ und dem „Totensonntag“ bzw. „Ewigkeitssonntag“ stattfindet, können wir eigentlich diese förmlich vorgegeben Themen nicht ignorieren. Zumal auch die Erinnerungen an das Ende des Ersten Weltkriegs niemals verschwinden dürfen.</p>
<p>Für eine eigene, reife und selbstkritische Philosophie steht die je eigene Auseinandersetzung mit dem Tod, auch mit dem eigenen Tod, im Mittelpunkt. Mein Tod ist die einzige absolute Sicherheit, die wir in diesem Dasein haben.</p>
<p>Wir wollen am Freitag, den 23. November 2018, über dieses Thema sprechen. <em>Diesmal ist dabei als Referent der Philosoph und Theologe Prof. Johan Goud aus Den Haag, Niederlande.</em> Darüber werden sich viele TeilnehmerInnen unseres Salons freuen, denn schon vor 2 Jahren war Prof. Goud einmal bei uns zum Thema „Meine Biographie und meine je eigene Theologie“.</p>
<p>Wir treffen uns wieder in der Kunstgalerie Fantom, in der Hektorstr. 9 in Berlin – Wilmersdorf.</p>
<p>Herzliche Einladung zu diesem sicher intensiven und herausfordernden Gespräch!</p>
<p>Mit der Bitte um Anmeldung an: <a href="mailto:christian.modehn@berlin.de">christian.modehn@berlin.de</a></p>
<p>Diese Anmeldung ist nötig, weil die Anzahl der Plätze bekanntermaßen begrenzt ist&#8230;.</p>
<p>Die Teilnahmegebühr: 5 Euro (Studenten gratis).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10964_10964_termine">Tod. Trauer. Abschied.  Für eine Philosophie des Lebens. Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 23. November 2018</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Welttag der Philosophie am Donnerstag, den 15. November 2018: Einladung einen eigenen philosophischen Text zu schreiben</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10943_welttag-der-philosophie-am-donnerstag-den-15-november-2018_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2018 13:02:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin Welttag der Philosophie 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Einladung zur Mitarbeit "Ist Philosophie für mich hilfreich?"]]></category>
		<category><![CDATA[Welttag der Philosophie 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Welttag der Philosophie im Religionsphilosophischen Salon]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10943</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit 2002 wird weltweit der „Tag der Philosophie“ gefeiert bzw. „bedacht“. Die Initiative dazu ging von der UNESCO aus! Es ist immer der 3. Donnerstag im Monat November, in diesem Jahr 2018 ist es der Donnerstag, der 15. November. Wir bieten etwas später, am Freitag, den 23. November 2018, eine eigene Veranstaltung zum Thema &#8222;Tod. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10943_welttag-der-philosophie-am-donnerstag-den-15-november-2018_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Welttag der Philosophie am Donnerstag, den 15. November 2018: Einladung einen eigenen philosophischen Text zu schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2002 wird weltweit der „Tag der Philosophie“ gefeiert bzw. „bedacht“. Die Initiative dazu ging von der UNESCO aus! Es ist immer der 3. Donnerstag im Monat November, in diesem Jahr 2018 ist es der Donnerstag, der 15. November.</p>
<p><em>Wir bieten etwas später, am Freitag, den 23. November 2018, eine eigene Veranstaltung zum Thema &#8222;Tod. Trauer. Abschied&#8220; mit dem Philosophen und Theologen Prof. Johan Goud, Den Haag</em>.</p>
<p>Weitere Informationen zum 23. November finden Sie <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10964_10964_denkbar">hier. </a></p>
<p><em>Aber ich habe noch eine andere Einladung:</em> In diesem Jahr möchte ich Sie, den Leser, die Leserin dieser Zeilen bitten, persönlich zu der Frage Stellung zu nehmen:</p>
<p><span class=""><strong>&#8222;In welcher Hinsicht ist Philosophie (für mich) eine Lebenshilfe / Lebensorientierung?&#8220; </strong> </span></p>
<p><span class="">Diese Frage ist zweifelsfrei zentral für die &#8222;Relevanz&#8220; philosophischen Nachdenkens. Der Text muss ja nicht so lang sein; es reicht, wenn ein persönlich wichtiger Aspekt entwickelt wird. Ab 700 Zeichen bis ca. 2000 Zeichen sollte der Text umfassen, der dann a<em>uf dieser Website <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10971_in-welcher-hinsicht-ist-philosophie-fuer-mich-eine-lebenshilfe-eine-umfrage-anlaesslich-des-welttages-der-philosophie-2018_ist-philosophie-eine-lebenshilfe">veröffentlicht wird. </a></em></span></p>
<p><span class="">Die Voraussetzung für diese Einladung ist die Überzeugung, dass jeder Mensch immer schon philosophiert und seine eigene Lebensphilosophie &#8211; so ansatzweise auch immer &#8211; hat. </span></p>
<p>Diese Frage, dieses Projekt, ist ein gewisses Risiko. Ich bin auf das Echo gespannt. In jedem Fall kann die persönliche Antwort auf die Frage <span class="">&#8222;In welcher Hinsicht ist Philosophie (für mich) eine Lebenshilfe / Lebensorientierung?&#8220; die weiteren Debatten beleben und den Austausch fördern. Und das lohnt doch die Mühe, ein paar Zeilen zum Thema anderen mitzuteilen! </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10943_welttag-der-philosophie-am-donnerstag-den-15-november-2018_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Welttag der Philosophie am Donnerstag, den 15. November 2018: Einladung einen eigenen philosophischen Text zu schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ist katholische Theologie eine Wissenschaft? Gehört katholische Theologie, so, wie sie jetzt ist, an die Universität? Eher nicht!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10906_ist-katholische-theologie-eine-wissenschaft-gehoert-katholische-theologie-so-wie-sie-jetzt-ist-an-die-universitaet_buchhinweise/theologische-buecher</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2018 21:02:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Biesdorf in Berlin theologische Hochschule der Neokatechumenalen]]></category>
		<category><![CDATA[Bischöfe bestimmen katholische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[die Bischöfe bestimmen die katholischen Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[HU und Katholische Theologie 2018/2019]]></category>
		<category><![CDATA[ist katholische Theologie eine Wieenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ist katholische Theologie eine Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Theologie an der Humboldt Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Theologie gehört nicht an eine deutsche Universität]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Theologie gehört nicht an Universität]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Theologie in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Theologie ist keine freie Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Theologie ist keine Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Theologie von den Bischöfen abhängig]]></category>
		<category><![CDATA[neokatechumenale Ausbildung für priester]]></category>
		<category><![CDATA[neue Themen für katholische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[neues katholisches Zentralinstitut an der Humboldt Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Opus Dei Universität Rom]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Ansgar Wucherpfennig]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer M. Woelki Doktorarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Redemptoris Mater]]></category>
		<category><![CDATA[Redemptoris Mater Institut Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Rektor von Sankt Georgen in Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Steuergelder für die katholische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan duldet nicht Pater Wucherpfennig]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan greift ein in Hochschule St. Georgen]]></category>
		<category><![CDATA[wegen Äußerung zur Homoseualität bestraft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10906</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Frage und ein Hinweis Von Christian Modehn Nun wird ein katholisch-theologisches Institut konfessioneller Art an der Humboldt Uni Berlin errichtet. Siehe dazu meinen aktuellen Kommentar vom 29.3.2019. Eine aktuelle Ergänzung am 8. Oktober 2018: Ich habe diesen Hinweis am 8. Oktober 2018 noch einmal ergänzt und auch vom Titel her zugespitzt: Denn der Vatikan, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10906_ist-katholische-theologie-eine-wissenschaft-gehoert-katholische-theologie-so-wie-sie-jetzt-ist-an-die-universitaet_buchhinweise/theologische-buecher">Ist katholische Theologie eine Wissenschaft? Gehört katholische Theologie, so, wie sie jetzt ist, an die Universität? Eher nicht!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frage und ein Hinweis</p>
<p>Von Christian Modehn<br />
<strong>Nun wird ein katholisch-theologisches Institut konfessioneller Art an der Humboldt Uni Berlin errichtet. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11592_katholische-theologie-an-der-humboldt-universitaet-berlin-aber-ist-katholische-theologie-unter-den-bedingungen-ueberhaupt-eine-wissenschaft_denken-und-glauben">Siehe dazu meinen aktuellen Kommentar </a>vom 29.3.2019.</strong> </p>
<p>Eine aktuelle Ergänzung am 8. Oktober 2018:</p>
<p>Ich habe diesen Hinweis am 8. Oktober 2018 noch einmal ergänzt und auch vom Titel her zugespitzt: Denn der Vatikan, so ist jetzt zu hören, verweigert dem Rektor der katholischen Philosophisch &#8211; theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main, eine staatlich anerkannte Hochschule!, die Fortsetzung seines Amtes: Pater Ansgar Wucherpfennig SJ darf nach Weisung der päpstlichen, vatikanischen „Bildungskongregation“, sie ist für alle katholische Bildung weltweit zuständig, nicht Rektor der angesehenen Hochschule St. Georgen bleiben. Warum? Weil er die in der Bibel vor mehr als 2000 Jahren beschriebene Verurteilung der Homosexualität „als missverständliche Stellen bezeichnete“.</p>
<p>Mit anderen Worten: Kritische Forschung zur Bibel vonseiten katholischer Theologen wird vom Vatikan nicht geduldet. Der Vatikan greift ein und verhindert so, indem er zudem Angst erzeugt, freie Forschung.</p>
<p><em>Mit anderen Worten: Katholische Theologie, in ihrer Abhängigkeit vom Vatikan, ist keine freie Wissenschaft</em>. Theologie muss den Weisungen einer,  pardon, verkalkten Theologie einiger allmächtiger Herren im Vatikan folgen. Darum: Katholische Theologie in dieser Form hat eigentlich an einer Universität oder staatlich anerkannten Hochschule nichts zu suchen.  Sie ist unfrei.</p>
<p>Das Pikante an dem Vorgang ist ja: Der Bischof von Limburg, Georg Bätzig, verteidigt jetzt sogar den bestraften Theologieprofessor: Der Bischof habe der Wiederwahl des Jesuiten zum Rektor in Frankfurt uneingeschränkt zugestimmt. Damit macht sich immerhin eine Kluft auf zwischen Bischöfen in Deutschland und dem Vatikan. Wer wird sich durchsetzen? Angesichts der gehorsamen Ängstlichkeit der Bischöfe, seit Jahrhunderten üblich, natürlich der Vatikan.</p>
<p>Quelle: SZ 8.Oktober 2018   https://www.sueddeutsche.de/panorama/katholische-kirche-hochschulrektor-verliert-posten-wegen-positiver-aeusserungen-zu-homosexualitaet-1.4160821</p>
<p>&#8230;&#8230;..  der ursprüngliche Hinweis:</p>
<p>Der Beitrag spricht nur von der römisch-katholischen Theologie; bei der protestantischen Theologie an den Universitäten gelten wahrscheinlich etwas andere Verhältnisse.</p>
<p>Der Anlass ist aktuell: Die Frage sollte endlich öffentlich debattiert werden: Ist katholische Theologie überhaupt eine Wissenschaft, die in ihrer bisherigen kirchenrechtlichen Form und aufgrund des Konkordates an eine staatliche Universität gehört?</p>
<p>Demnächst wird es ein so genanntes „<em>Zentralinstitut katholische Theologie“ an der Humboldt Universität geben</em>, mit zunächst wohl 6 Professoren. Wer wird sie auswählen und berufen? Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt? Das “Zentralinstitut“ in Berlin wird wohl und will wohl, soweit man weiß, in gewisser Hinsicht etwas Neues sein, insofern es die Kulturwissenschaften in die theologische Arbeit einbeziehen will und ausdrücklich eher als für „fortgeschrittene Theologen“ ein Ort der Weiterbildung sein wird.</p>
<p>Es ist also doch im letzten ein katholisch &#8211; konfessionell geprägtes Institut, vom Staat bezahlt.</p>
<p>Es muss also vor diesem Hintergrund die in Deutschland kaum diskutierte Frage gestellt werden: <em>Ist katholische Theologie, so wie sie in Deutschland, aber auch etwa in Österreich, betrieben wird, eine freie, unabhängige Wissenschaft, wie es die anderen Wissenschaften an einer staatlichen Universität sind oder sein sollten</em>?</p>
<p>Tatsache ist in Deutschland: Die Kirchenleitung, also die Bischöfe und über diese Bindung auch an den Vatikan und die vatikanische Glaubensbehörde, haben das letzte Wort: Sie sagen, wer als Professor(IN) an einer staatlichen katholisch – theologischen Fakultät bzw. „Zentralinstitut“ lehren darf. Das sollte ins allgemeine Bewusstsein dringen! Katholische Theologie ist in Deutschland eine Herrschafts – Theologie, sie wird bestimmt vom kirchenleitenden Klerus. Noch immer gilt, was Kardinal Ratzinger im Interview mit Peter Seewald (in &#8222;Salz der Erde&#8220;, 1996) über seine Erfahrungen an der katholisch &#8211; theologischen Fakultät in Tübingen von seinen Kollegen sagte: &#8222;<em>Der einhellige Wille, dem Glauben zu dienen, war hier zerbrochen</em>&#8220; (S. 82). Es gibt also für die kirchleitenden katholischen Bischöfe nur &#8222;den&#8220; (einen) Glauben, also den offiziellen, den römischen, dem Theologen an der Universität bitte zu DIENEN haben! Unerhört findet Ratzinger in demselben Interview das Projekt einiger Theologen an der Tübinger Fakultät, &#8222;der <em>Kirche Mitschuld an der kapitalistischen Ausbeutung der Armen</em> &#8220; zu geben, der &#8222;herkömmlichen Theologie also eine systemstabilisierende Funktion zuzuschreiben&#8220;(S. 83). Wie konnten auch nur katholische Theologen diese unerhörten Fragen stellen; wie konnten sie nur kreativ neue Fragen stellen, so sie doch dem römischen Glauben zu dienen hatten, in der Sicht Ratzingers und des Vatikans? Unverschämte Theologen sind sie in der Sicht Ratzingers&#8230;</p>
<p>Also: Katholische Theologie, auch an Universitäten, steht unter der Führung des hohen Klerus. Das ist bis heute eine Tatsache. Denn so Ratzinger, in dem genannten Interviewbuch: &#8222;Nach katholischem Glauben gibt es eine Letztentscheidungsinstanz&#8220; (S. 194). Den Papst und die oberste Glaubensbehörde im Vatikan, einst Inquisition genannt.</p>
<p>Das heißt konkret heute: Gut gebildete Theologen, die ihr Priesteramt aufgegeben haben, kommen als Professoren schon gar nicht in Frage. Priester, die als Theologieprofessoren einer staatlichen katholisch – theologischen Fakultät irgendwann einmal heiraten, werden aus dieser Fakultät entlassen (wie etwa Prof. Michael Bongardt an der FU Berlin). Theologieprofessoren, die in der Sicht der Bischöfe ungewöhnliche Thesen bzw. angebliche „Irrlehren“ vertreten, fliegen aus der Fakultät raus, siehe den Rausschmiss des katholischen Theologen Hans Küng in Tübingen. Und der „Witz“ ist: Werden in der Sicht der Bischöfe „unerträgliche“ katholische Theologen von der Fakultät entlassen, muss der Staat für diese Herren neue Posten an der Uni suchen und schaffen. Der Steuerzahler zahlt also für katholische, interne dogmatische Konflikte. Das gilt etwa für Hans Küng und Michael Bongardt. Keine Berufschancen als Theologieprofessor hat, selbst wenn er kirchenrechtlich gesehen Laie ist, wenn er (sie) sich als Theologieprofessor(in) öffentlich zu seiner gelebten Liebe in der Homosexualität oder gar zu einer homosexuellen Ehe bekennt. Keine Berufschancen hat, wer als Theologieprofessor im Laienstand offiziell noch einmal heiratet: Solche in katholisch – offizieller Sicht unmoralischen Theologieprofessoren (und wohl auch die „unteren Etagen“, wie Dozenten, etc.) müsste der Staat auf bischöflichen Druck entlassen. In Karlsruhe würden dann die Fälle Jahre lang verhandelt werden. Wahrscheinlich bekäme die Kirchenführung wegen bestehender Konkordatsgesetze sogar noch Recht. Nun gibt es aber wohl homosexuelle Theologen oder „geschiedene“ Theologen, aber diese dürfen ihre Identität nicht öffentlich preisgeben, wollen sie ihren Job behalten. Das wäre ein psychologisches wichtiges Nebenthema, denn diese Herren und Damen sind also zum Verheimlichen gezwungen. Verheimlichen wird zum theologisch – beruflichen Lebensmittelpunkt.</p>
<p>Mit anderen Worten: Die Kirchenführung, also Papst und Bischöfe, sehen sich nach wie vor, in den entscheidenden Kirchendokumenten belegt, als die letzten Entscheider in Personalfragen und damit in Sachfragen für staatlich angestellte Theologieprofessoren. Kein Kirchenmitglied, kein Konzil, hat die rechtliche Möglichkeit und Kompetenz, diese allumfassende Macht der Kirchenführung einiger zölibatärer Männer zu korrigieren zugunsten der Vernunft und der demokratischen Entscheidungen. Denn diese sich absolut fühlenden Chefs der Kirche glauben, dass nur ihnen der arme Prophet Jesus von Nazareth die absolute Vollmacht gab, in Kirchendingen zu entscheiden. Sie müssen nämlich glauben, der arme Prophet Jesus von Nazareth, am Kreuz krepiert, hätte diese römische Hierarchen &#8211; Kirche, so wie sie jetzt ist, gewollt! Diese klerikalen Herren haben sich die Interpretation einiger Bibelstellen seit 2 Jahrtausenden förmlich angeeignet. Das Wort Jesu hingegen „Nennt euch nicht Meister“ wird gelassen ignoriert von diesen Meistern. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Die Kirchenführung also bestimmt, wer in Deutschland Theologieprofessor sein darf, und sie bestimmt natürlich auch darüber, WAS theologisch inhaltlich gelehrt wird. Denn wer von Bischofsgnaden Theologieprofessor ist und dies selbstverständlich weiß, hält sich mit Kritik an theologischen Entwicklungen zurück. Der Forschergeist ist gebremst.</p>
<p>Man kann also sagen: Im letzten bestimmen auch Papst und Bischöfe den inhaltlichen katholisch-theologischen Betrieb. Das gilt weltweit auch für Länder, wo es keine katholische Theologie an staatlichen Universitäten gibt, sondern nur kircheneigene „Seminare“ oder theologische Hochschulen, etwa der Ordensgemeinschaften.</p>
<p>Man mache sich die Mühe und dokumentiere, welche, in moderner theologischer Sicht, absurden Promotions-Themen etwa an päpstlichen Universitäten in Rom entstehen. Ich würde nach oberflächlicher Lektüre langjähriger Studien behaupten: Zum 100. Mal gab es eine Promotion über den jungen Augustinus und seine Bekehrung; zum 50. Mal etwas über die Gnadenlehre Gregor des Großen oder über den missionarischen Glauben Karl d. Großen usw&#8230; Im absolut bevorzugten Fach Kirchenrecht sicher zum 1000. Mal: Warum braucht die katholische Kirche keine demokratische Grundordnung? Oder: ebenfalls zum 100. Mal: Zur Aktualität der „sanatio in radice“. Im Fach Dogmatik etwa: Die Transsubstantionslehre bei dem späten Wyclif usw. Damit bin ich absolut nicht gegen die Erforschung auch abseitiger historischer Themen, aber: Sie nehmen im römischen Theologiebetrieb nur Überhand. Wo gibt es katholische ethische Institute zur Erforschung der Nachhaltigkeit, der globalen Gerechtigkeit, zur Erforschung des Wahnsinn des Kapitalismus? Ich kenne kein Institut&#8230;</p>
<p>Diese genannten Promotionen dienen nur dazu, irgendwelchen künftigen klerikal– treuen und gehorsamen Prälaten einen Doktortitel zu verpassen. Rainer Maria Woelki (jetzt Kardinal in Köln) hat bekanntlich seine theologische Doktorarbeit an der römischen Opus Dei Universität (durch Vermittlung des &#8222;Opus Dei sehr zuneigenden&#8220; Kardinal Meisner) zum schon 1000mal das Thema „Die Pfarrei“ behandelt. Der Text selbst als solcher ist übrigens selbst in der Kirchenbibliothek zu Köln unerreichbar. Ich habe darüber einst ein paar Zeilen geschrieben.</p>
<p>Zurück noch mal zu Deutschland mit der eigenen Situation einer Nähe von Kirchen und Staat (Konkordat).</p>
<p>Um da etwas – polemisch durchaus gemeint – Klarheit zu schaffen:</p>
<p><strong>Die rechtliche Situation katholischer Theologie an einer staatlichen Universität wäre vergleichbar: </strong><strong>Wenn das Justizministerium in Berlin die Professoren für Jura an den Universitäten vor Anstellung überprüft und dann „zulässt</strong></p>
<p>Oder wenn der Außenminister die Professoren für Politologie vor Anstellung überprüft und dann erst an der Uni „zulässt“.</p>
<p>Oder wenn das Gesundheitsministerium die Professoren für Medizin an den Universitäten vor Anstellung überprüft und dann zulässt.</p>
<p>Sollte diese Prozedur der Fall sein, würde dies wohl um der gesetzlich garantierten Freiheit der Wissenschaft und der Wissenschaftler schnell korrigiert, weil in einer Demokratie die kritische Stimme der Öffentlichkeit eine entscheidende Rolle spielt. Die katholische Kirche ist keine Demokratie und will in zahlreichen Texten explizit dokumentiert auch keine Demokratie sein. Also kann kein öffentlicher Einspruch eine Rolle spielen. Und der Staat muss diese katholisch theologische Form der Wissenschaft an der Uni finanzieren. Man zähle bitte nach, wie viele katholisch – theologische Fakultäten an Universitäten es in Deutschland gibt, zähle die Anzahl der Professoren usw. und die (sinkende) Anzahl der Studierenden. Ich habe 19 Fakultäten gezählt. Eigentlich müsste angesichts dieser starken Präsenz die kulturell interessierte Öffentlichkeit permanent mit neuen theologischen Erkenntnissen konfrontiert werden, mit lebendigen Debatten etc. Ist dies der Fall? Wo es doch noch nicht einmal eine ernstzunehmende öffentlich, also am Kiosk erreichbare, katholisch Kulturzeitschrift gibt&#8230;</p>
<p>In jedem Fall gilt:</p>
<p>Das theologische Problem dieser Abhängigkeit einer Wissenschaft von der leitenden Instanz muss eigens angesprochen werden.</p>
<p>Denn im Vatikan gibt es in den dortigen absoluten Kontroll &#8211; Behörden eine eigene Theologie, die diese vatikanischen Herren für die ganze Welt durchsetzen wollen. Diese römisch/vatikanische Zentraltheologie wurde immer wieder von Theologen beklagt, etwa von Karl Rahner, aber auch von Theologen aus den USA oder Lateinamerika. Die Liste der angeklagten katholischen Theologen allein seit 50 Jahren, also nach dem so genannten Reformkonzil (2. Vatikanisches Konzil), ist endlos lang, Ratzinger hat diese Leute gern verfolgt, und man kann über google schnell fündig werden hinsichtlich des Ausmaßes der Kontrollen.</p>
<p>Nur ein Beispiel für viele: Der in El Salvador lehrende Theologieprofessor Prof. Jon Sobrino aus dem Jesuitenorden wurde 2007 von der römischen Glaubensbehörde mit einer so genannte „Notification“ ausgestattet: Das bedeutet: Ausdrücklich werden gegen Prof. Sobrino zwar noch keine Strafmaßnahmen ausgesprochen, hingegen wird sehr deutlich vom Vatikan aus gesagt: Einige Aspekte seiner grundlegenden Studien über Jesus Christus sind in römischer Sicht falsch. Gleichzeitig werden die Bischöfe in dem Bürgerkriegsland El Salvador (d.h. heißt konkret: Reaktionäre katholische Militärs „beseitigen“ die kritische befreiungstheologische Basis, die ausgelöscht werden muss) aufgefordert: „Maßnahmen zu ergreifen, um die kritische Sicht des Vatikans gegen Pater Sobrino durchzusetzen“. Der katholische Theologe Knut Wenzel kommentiert: <strong>„Diese Aufforderung des Vatikans stellte eine erhebliche Verletzung der Rechtssicherheit für Pater Sobrino dar</strong>“ (in: Die Freiheit der Theologie, hg. Knut Wenzel, Grünewald Verlag, 2008, S. 7).</p>
<p>Diese Disziplinierungsmaßnahmen des Vatikans entsprechen jedenfalls nicht den von Philosophen und Humanisten durchgesetzten Standards von Rechtsstaatlichkeit und Verfahrenstransparenz. Letztlich war der Kampf des Vatikans gegen Professor Sobrino ein Kampf (und interessierter europäischer, us &#8211; amerikanischer Politiker) gegen die Befreiungstheologie. In Deutschland wurde dieser Kampf gegen diese Theologie kaum wahrgenommen.</p>
<p>Was hingegen aus aktuellen Gründen wahrgenommen werden sollte in Deutschland, ist der <strong>Wandel in der katholischen Bibelwissenschaft</strong>. Wird sich dieser Trend gegen die historisch – kritische Methode sich auch in Berlin breit machen? Da hat die bisher übliche historisch kritische Methode Konkurrenz bekommen in der so genannten „kanonischen Exegese“. Sie legt u.a. wert auf die Einbindung eines einzelnen Bibeltextes in das Gesamte, „kanonische“ biblische Text-Volumen. Wichtig ist nun von vornherein die spirituelle Bedeutung der Bibelauslegung, wobei oft wohl unterstellt wird, die historisch – kritische Bibelwissenschaft „bringe nichts“ für den Glauben des einzelnen: Als sei kritische Kenntnis ein Hindernis für einen aufgeklärten Glauben! Als Beispiel für diese angeblich spirituell hilfreiche kanonische Bibelauslegung gelten die Jesus – Bücher von Benedikt XVI. Nur einige Fragen, die Prof. Ruth Scoralick, Luzern, in dem Zusammenhang stellt:</p>
<p>„Von exegetischer Seite wird besorgt angefragt, ob sich die kanonische Auslegung nicht (unabsichtlich) als Türöffner für Fundamentalismus und Biblizismus betätigt. Ist darüber hinaus die kanonische Auslegung in einigen ihrer Gestalten nicht einfach eine Rolle rückwärts hinter die Erkenntnisse der Auf-klärung direkt in die Arme der Kirchenväter? Werden die biblischen Texte in ihrer Vielfalt nicht tendenziell eingeebnet und vereinheitlicht? Werden außerbiblische Textbezüge noch ernst genommen oder einfach abgeschnitten? Führt die verschiedentlich anzutreffende Rede von der Überführung ursprünglich situativ gebundener Texte in eine «überzeitliche» Dimension durch ihre Aufnahme in den Kanon nicht in eine unangemessene Abstraktion?“ (Quelle: http://www.bibelwerk.ch/upload/20091127104302.pdf)</p>
<p><strong>Zusammenfassend: </strong></p>
<p><strong>Es ist notwendig, die katholische Theologie aus der Bindung ans kirchliche Amt zu befreien und katholische Theologie als „Religionswissenschaft des Christentums und des Katholizismus“zu etablieren.</strong> Dadurch würden es keine theologischen Forschungsverbote mehr geben, etwa zur Unfehlbarkeit des Papstes, zum Marienkult als Ausdruck einer Mutter – Religion, zur Trinität als Frage nach dem Monotheismus, zur Gültigkeit aller einst einmal formulierten Dogmen auch für de heutige Kirche usw. Ein breites, auch kulturelles Spektrum könnte in dieser amtskirchen-unabhängigen Wissenschaft von der katholischen Religion behandelt werden. Der ausdrückliche Bezug zur pluralistischen Religionstheologie oder zu Gender – Forschungen etc. wäre problemlos und angstfrei möglich.</p>
<p>Wer unter diesen Bedingungen ausgebildet wird, hat einfach einen breiteren Horizont, er (sie) ist sozusagen kulturell – religiös umfassender gebildet als in der üblichen katholisch – theologischen Arbeit, die ja oft von Angst vor „schwierigen“ Themen geprägt ist. Diese neue Ausbildung würde den Religionslehrern nützlich sein so wie auch den Kandidaten für den Pfarrerberuf. Wie man gut predigt oder wie man Liturgie gestaltet, muss ja dann nicht mehr an der staatlichen Uni gelehrt werden, sondern kann in Kursen in kirchlicher Verantwortung stattfinden.</p>
<p>Nebenbei: Wenn es in Berlin ein Zentralinstitut katholische Theologie“, staatlich finanziert unter amtskirchlicher Regie tatsächlich geben wird: Was wird dann etwa aus dem in Berlin – Biesdorf gelegenen innerkirchlichen theologischen Ausbildungsinstitut der Neokatechumenalen, die ja bekanntlich seit vielen Jahren in ihrem sehr sehr konservativen Sinne junge Priester aus aller Welt für die Berliner katholischen Gemeinden ausbilden? <strong>Von dieser Bildungsstätte in Biesdorf hat die kulturell interessierte Öffentlichkeit in Berlin absolut nichts wahrgenommen, keinerlei theologische Impulse sind von dort in die Öffentlichkeit gelangt</strong>. Das Ganze wirkt wie eine geheime Kaderschmiede, früher hätte man gesagt: Parteihochschule. Das Biesdorfer Institut unter dem Titel Redemptoris Mater, Mutter des Erlösers, gehört den Neokatechumenalen, die weltweit 100 dieser Einrichtungen unter demselben Titel führen. Diese Institute sind ein Beispiel dafür, wie katholische Theologie aussieht, die nur im Getto der Kleriker betrieben wird. Berlin braucht keine klerikale katholische Theologie, sondern eine &#8222;Religionswissenschaft über die katholische Religion&#8220;. In Nijmegen, Niederlande, kann man sich an der dortigen Universität erkundigen, wie das funktioniert.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10906_ist-katholische-theologie-eine-wissenschaft-gehoert-katholische-theologie-so-wie-sie-jetzt-ist-an-die-universitaet_buchhinweise/theologische-buecher">Ist katholische Theologie eine Wissenschaft? Gehört katholische Theologie, so, wie sie jetzt ist, an die Universität? Eher nicht!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein revolutionärer Heiliger &#8211; nicht nur für Lateinamerika: Oscar ROMERO</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10899_ein-revolutionaerer-heiliger-nicht-nur-fuer-lateinamerika_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Sep 2018 12:32:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[14.Oktober 2018 Oscar Romero heilig]]></category>
		<category><![CDATA[der heilige Revolutionär aus El Salvador]]></category>
		<category><![CDATA[neue Bücher über Oscar Romero]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar Romero heilig]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar Romero wird heilig gesprochen]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Bürger Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Bürger über oscar Romero]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10899</guid>

					<description><![CDATA[<p>Über Erzbischof Oscar Romero, El Salvador Ein Hinweis und eine Buchempfehlung von Christian Modehn (2018) Am 14. Oktober 2018 wird Erzbischof Oscar Romero, El Salvador, in Rom heilig gesprochen. Oscar Romero ist gerade heute eine inspirierende Gestalt für einen christlichen Glauben, der den politischen Kampf um die Menschenrechte der Armen ins Zentrum des Interesses stellt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10899_ein-revolutionaerer-heiliger-nicht-nur-fuer-lateinamerika_befreiung">Ein revolutionärer Heiliger &#8211; nicht nur für Lateinamerika: Oscar ROMERO</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Erzbischof Oscar Romero, El Salvador</p>
<p>Ein Hinweis und eine Buchempfehlung von Christian Modehn (2018)</p>
<p>Am 14. Oktober 2018 wird Erzbischof Oscar Romero, El Salvador, in Rom heilig gesprochen.</p>
<p>Oscar Romero ist gerade heute eine inspirierende Gestalt für einen christlichen Glauben, der den politischen Kampf um die Menschenrechte der Armen ins Zentrum des Interesses stellt. Diese politische Deutlichkeit ist ja bekanntlich nicht selbstverständlich in einer Zeit, in der sich in der römischen Kirche entweder alles um eine abstrakte Innerlichkeit mit der gepflegten schönen Seele dreht oder um dogmatische, gehorsame Korrektheit bzw. eben auch um die absolut notwendige Freilegung der nun schon beinahe zahllosen weltweiten Verbrechen von Klerikern an Minderjährigen&#8230; Da werden die Armen und die globale Gerechtigkeit schnell vergessen.</p>
<p>Erzbischof Oscar Romero wurde von rechtsextremen, in den christlichen USA ausgebildeten, sich katholisch nennenden Landsleuten am Altar während eines Gottesdienstes erschossen. Warum? Weil er für die Armen bedingungslos eintrat! Romero war für die Diktatoren dort gefährlich. Dies geschah am 24.3. 1980. Später wurden viele seiner Freunde ebenfalls von katholischen rechtsextremen Killern erschossen, wie 7 Jesuiten in San Salvador, man denke nur an den großen Theologen Pater Ellacuria SJ. Aber es dauerte fast 30 Jahre, bis Oscar Romero selig bzw. dann auch heilig gesprochen wurde. Das Volk verehrte ihn aber längst als ein heiliges Vorbild. Über die Zusammenhänge, auch mit Blick auf das Opus Dei und die anderen klerikalen Feinde Romeros habe ich schon 2015 Beiträge veröffentlicht, über &#8222;Romero und das Opus Dei&#8220; sowie sehr wichtig: &#8222;Wer tötete Erzbischof Romero?&#8220;</p>
<p>Nun sind manche Optimisten gespannt, wann die ersten Kirchengebäude weltweit, natürlich auch in Deutschland, nach dem heiligen Vorbild (!) Oscar Romero benannt werden oder die katholischen Akademien, Klöster, Vereine und Bildungshäuser sich nach dem Heiligen „Revolutionär“ umbenennen. Selbst Umbenennungen von Kirchen sollten doch möglich sein, denn auf einen heiligen Georg (den es nie historisch gab) oder die 1000. St. Josefs Kirche könnte man gern verzichten oder auf Maria Himmelfahrtskirchen&#8230; Vielleicht inspiriert es auch die Protestanten, ihre noch banaleren Namen ihrer Kirchengebäude zugunsten Oscar Romeros umzubenennen. Mein Vorschlag: Der unsägliche Name des Kolonialherren Wilhelm I. sollte endlich als Kirchen-Titel verschwinden, also: <em>Die Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche in Berlin sollte Oscar Romero Gedächtniskirche heißen.</em></p>
<p>Aber; So viel Mut haben natürlich Christen nicht in Deutschland. „Geht doch nicht, dieser klassische &#8222;Wilhelm&#8220; Titel der Kirche am Ku – Damm bleibt erhalten. Wir Protestanten erinnern gern dieser Kaiser des Kolonialismus und Militärs&#8230;&#8220; Die Protestanten halten sich ja auch an den Titel „König Luise &#8211; Gedächtnis-Kirche“ oder „Kaiser Friedrich Gedächtniskirche“ oder gar an eine Kirche mir dem sehr säkularen, nichtssagenden Titel „Am Seggeluchbecken“, um nur drei absurde Titel für evangelische Kirchengebäude in Berlin zu nennen. Auch in der Hinsicht könnte Oscar Romero insgesamt befreien!</p>
<p>Ich weise jetzt aus aktuellem Anlass auf zwei Publikationen sehr empfehlend hin: zur persönlichen Information wie auch als Gesprächsgrundlage in Diskussionskreisen&#8230;Die Texte sind, ausnahmsweise einmal bei unserer website, dem Verlag selbst entnommen:</p>
<p><strong>Zwei Neuerscheinungen</strong></p>
<p>Am 24. März 1980 lässt die winzige Minderheit der Reichen in El Salvador in der Hauptstadt Erzbischof Oscar Romero ermorden. Die von ihm vertretene Kirche der Armen wird als Angriff auf die herrschenden Besitzverhältnisse und Privilegien verstanden. Heute ist Romero Fürsprecher einer anderen Globalisierung unter dem Vorzeichen von Empathie, Solidarität und Gerechtigkeit: Teilen, nicht töten oder „absaufen“ lassen!<br />
Die zentralen Botschaften der Predigten Romeros lassen uns aufhorchen ob ihrer drängenden Aktualität in einer Welt, in der wenige Individuen über mehr Besitztümer verfügen als die ärmere Hälfte der gesamten Menschheit.<br />
Nachfolgend werden zwei Neuerscheinungen vorgestellt, die mit Blick auf die offizielle „Kanonisation“ in Rom am 14. Oktober den ungezähmten – politischen – Romero und dessen „Heiligsprechung durch die Armen“ in den Mittelpunkt stellen.</p>
<p>OSCAR ROMERO &#8211;<br />
ABER ES GIBT EINE STIMME, DIE STÄRKE IST UND ATEM &#8230;<strong><br />
</strong>Ein Hörbuch von Peter Bürger. – Onomato-Verlag<br />
Gesamtspielzeit 78 Min. &#8211; ISBN 978-3-944891-67-5<br />
Preis 10,- € [Auslieferung ab 01.10.2018]
https://www.onomato.de/detail/index/sArticle/432/number/SW10136?number=SW10136</p>
<p><em>Autor &amp; Textredaktion</em>: Peter Bürger; <em>Aufnahmetechnik &amp; Gestaltung</em>: Axel Grube; <em>Sprechende</em>: Gabriele Inhetvin, Peter Bürger, Peter Wege, Axel Grube; <em>Musik</em>: Detlef Klepsch und Axel Grube.<br />
Mit freundlicher Unterstützung durch: Christliche Initiative Romero; Institut für Theologie und Politik; Solidarische Kirche im Rheinland; Wir sind Kirche; Bodo Bischof, Willem Lueg, Marco A. Sorace, Christian Weisner.</p>
<p>Das neue Hörbuch vermittelt die Geschichte Oscar Romeros, seinen Weg zur Kirche der Armen und Unterdrückten. Zeugnisse über den „Märtyrer der Gerechtigkeit“ und Selbstaussagen ermöglichen es, seine Wandlung und den Weg einer Pastoral an der Seite der Unterdrückten nachzuvollziehen. Eine treffende Auswahl erschließt die zentralen Botschaften.<br />
Papst Franziskus will den Klerikalismus überwinden und sehnt sich nach einer Kirche der Armen. Auch an diesem Punkt kann Romero als Vorbild für einen neuen Aufbruch betrachtet werden. Der ehedem verschlossene und ängstliche Seelsorger erkannte seine Berufung, Sprachrohr zu sein für jene, die keine Stimme haben. Seine Predigten entstanden im Dialog. Er lernte das Zuhören und ließ sich von den kleinen Leuten stark machen. So wurde Romero trotz Todesdrohungen zu einem glücklicheren Menschen und glaubwürdigen Anwalt der Armen.</p>
<p>„Sie wollen nicht, dass auch nur eine Stimme von der Stimme der Mächtigen abweicht, sie wollen keine Worte, die für die eintreten, die keine Stimme haben, und erst recht keine Taten, die die Schutzlosen und Verfolgten in Schutz nehmen.“<br />
<em>(Oscar Romero, 27. Juli 1977: Brief an Bischof Leonidas Proaño in Ecuador)</em></p>
<p>„Aber es gibt eine Stimme, die die Wahrheit im Namen dieses ganzen leidenden Organismus fordert und ausspricht, eine Stimme, die Stärke ist und Atem. Und ich fühle, meine Schwestern und Brüder, dass ich diese Stimme bin und dass wir ganz bestimmt eine Mission erfüllen.“<br />
<em>(Oscar Romero: Predigt vom 8.5.1977)</em></p>
<p>„Transzendenz bedeutet, sich auf das Kind, auf den Armen, auf den in Lumpen Gekleideten, auf den Kranken einzulassen, in die Elendshütten und Häuser zu gehen und mit ihnen allen zu teilen. Transzendenz bedeutet, aus der Mitte des Elends selbst diese Lage zu überschreiten, den Menschen zu erheben, ihn voranzubringen und ihm zu sagen: Du bist kein Abfall. Du gehörst nicht an den Rand. Das Gegenteil ist der Fall: Du hast eine große, große Bedeutung.“<br />
<em>Oscar Romero</em></p>
<p>„Es gibt keinen Gegensatz zwischen dem Bild Gottes und dem Menschen. Wer einen Menschen foltert, wer einen Menschen beleidigt, der beleidigt das Bild Gottes.“<em><br />
Oscar Romero</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Gedenkt der Heiligsprechung von Oscar Romero<br />
durch die Armen dieser Erde“<strong><br />
</strong>Dokumentation des Ökumenischen Aufrufes zum 1. Mai 2011 – Zuschriften – Lesesaal</p>
<p>Herausgegeben von Christian Weisner, Friedhelm Meyer &amp; Peter Bürger.<br />
Mit Beiträgen von Norbert Arntz, Andreas Hugentobler, Willi Knecht, Martin Maier SJ, Paul Gerhard Schoenborn, Stefan Silber u.a.<br />
<strong><em><br />
</em></strong>ISBN: 978-3-7460-7979-0<strong><em><br />
</em></strong>(Paperback, 268 Seiten, mit farbigen Abbildungen, Preis: 9,99 €)<strong><em><br />
</em></strong>Mit Angabe der ISBN-Nummer überall im Buchhandel bestellbar.<strong><em><br />
</em></strong>Leseprobe/Inhaltsverzeichnis (oben links anklicken) beim Verlag:<strong><em><br />
</em></strong>https://www.bod.de/buchshop/gedenkt-der-heiligsprechung-von-oscar-romero-durch-die-armen-dieser-erde-9783746079790</p>
<p>„Wer stört, wird umgebracht!“ predigte Oscar Romero, um die Unterdrückung in El Salvador zur Sprache zu bringen. Ihn selbst traf bald darauf die Kugel eines Auftragskillers. Die Besitzlosen des Kontinents, &#8222;Gottes Lieblinge&#8220;, sprachen den Bischof sofort heilig. Jahrzehnte später wird unter Bischof Franziskus von Rom jetzt auch die kirchenamtlichen Kanonisation (2015/2018) nachgeholt. An das &#8222;Lehramt von unten&#8220; erinnert der im vorliegenden Buch dokumentierte Ökumenische Aufruf zum 1. Mai 2011:<br />
&#8222;Wir bitten Euch, der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen Lateinamerikas und durch Freundinnen und Freunde Jesu auf dem ganzen Erdkreis zu gedenken. (&#8230;) Diese &#8218;Beatifikation&#8216; ohne ein teures Verfahren von Kirchenbehörden verbreitet eine frohe Kunde unter dem Wehen des Gottesgeistes: &#8218;Das Beispiel unseres Bruders San Oscar Romero zeigt uns, wie schön und mutig wir Menschen werden können, wenn wir beginnen, der Botschaft Jesu zuzuhören&#8216;.&#8220;<br />
Der neue Buchband erschließt alle Begleittexte, Zuschriften und Sprachversionen zum internationalen Aufruf &#8222;San Romero&#8220;, die Namen der unterzeichnenden Christinnen &amp; Christen und Organisationen aus über 20 Ländern sowie die Impulse eines Ermutigungsabends. Über Romeros Weg und Bedeutung informiert ein &#8222;Lesesaal&#8220; mit Beiträgen von Norbert Arntz, Andreas Hugentobler, Willi Knecht, Martin Maier SJ, Paul Gerhard Schoenborn, Stefan Silber u.a. &#8211; Vertreter einer basiskirchlichen Perspektive zeigen auf, dass Establishment und Traditionalisten das Zeugnis Romeros zähmen wollen. Doch dieser Märtyrer ruft uns zum Aufbruch in einer Kirche der Armen.</p>
<p>Vollständige Dokumentation des Vorwortes: https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/011750.html</p>
<p><em>copyright</em>: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-salon.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10899_ein-revolutionaerer-heiliger-nicht-nur-fuer-lateinamerika_befreiung">Ein revolutionärer Heiliger &#8211; nicht nur für Lateinamerika: Oscar ROMERO</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus aktuellem Anlass verschoben: Wo finden wir (noch) Halt. Eine Ra&shy;dio&shy;sen&shy;dung NDR Kultur am 30.9.2018 um 8.40 Uhr</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10888_wor-finden-wir-noch-halt-eine-radiosendung-ndr-kultur-am-30-9-2018-um-8-40-uhr_denkbar</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2018 10:42:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn und Glaubenssachen NDR]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubenssachen NDR]]></category>
		<category><![CDATA[Halt finden]]></category>
		<category><![CDATA[Haltfinden]]></category>
		<category><![CDATA[ist alles unsicher]]></category>
		<category><![CDATA[leben in der Unsicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[NDR Glaubenssachen am 30.9.2018]]></category>
		<category><![CDATA[NDR Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[wenn alles unsicher wird]]></category>
		<category><![CDATA[wo finden wir Halt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10888</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wegen der aktuellen und hoffentlich umfassenden Debatten in der katholischen Kirche über sexuellen Mißbrauch durch Priester wird die Sendung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. &#160; Wenn immer mehr unsicher wird&#8230;. Wo finden wir noch Halt? Was und wer gibt noch Sicherheit in unserem Leben? Ein Essay bzw. eine philosophische Meditation von Christian Modehn auf NDR [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10888_wor-finden-wir-noch-halt-eine-radiosendung-ndr-kultur-am-30-9-2018-um-8-40-uhr_denkbar">Aus aktuellem Anlass verschoben: Wo finden wir (noch) Halt. Eine Ra&shy;dio&shy;sen&shy;dung NDR Kultur am 30.9.2018 um 8.40 Uhr</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wegen der aktuellen und hoffentlich umfassenden Debatten in der katholischen Kirche über sexuellen Mißbrauch durch Priester wird die Sendung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn immer mehr unsicher wird&#8230;. Wo finden wir noch Halt? Was und wer gibt noch Sicherheit in unserem Leben?</p>
<p>Ein Essay bzw. eine philosophische Meditation von Christian Modehn auf NDR Kultur am Sonntag, 30.9.2018, von 8.40 bis 9.00 Uhr. ein Beitrag für die Reihe <a href="https://www.ndr.de/ndrkultur/sendungen/glaubenssachen/Wenn-immer-mehr-unsicher-wird-,sendung827128.html">Glaubenssachen</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10888_wor-finden-wir-noch-halt-eine-radiosendung-ndr-kultur-am-30-9-2018-um-8-40-uhr_denkbar">Aus aktuellem Anlass verschoben: Wo finden wir (noch) Halt. Eine Ra&shy;dio&shy;sen&shy;dung NDR Kultur am 30.9.2018 um 8.40 Uhr</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Glauben ohne „Wunder“! Warum Pater Pio endlich im Grab verschwinden sollte. Anläßlich des 50. Todestages.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10857_glauben-ohne-wunder-warum-pater-pio-endlich-im-grab-verschwinden-sollte-ein-gruss-zum-50-todestag-des-heiligen-scharlatans_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Aug 2018 21:12:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[ein reifer Gaube]]></category>
		<category><![CDATA[Luzatto über Pater Pio]]></category>
		<category><![CDATA[Padre Pio vor 50 Jahren gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[Padre Pio y la iglesia]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus ehrt Pater Pio]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Pio 50 Jahre Todestag]]></category>
		<category><![CDATA[Pater pio Betrüger]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Pio bringt viel Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Pio Scharlatan]]></category>
		<category><![CDATA[Pere Pio et l eglise]]></category>
		<category><![CDATA[Volkskatholizismus in Iatlien]]></category>
		<category><![CDATA[was ist ein reifer Glaube]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10857</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn zum 50.Todestag des Paters Pio. Siehe auch einen grundlegenden Beitrag. Er ist immer noch einer der beliebtesten „Volksheiligen“ Italiens, als Foto mit Heiligenschein präsent in Kneipen, Taxis, Geschäften, Schlafzimmern und wohl auch in den geheimen Treffpunkten der sich auch fromm gebenden Mafia &#8230; und darüber hinaus wird er in der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10857_glauben-ohne-wunder-warum-pater-pio-endlich-im-grab-verschwinden-sollte-ein-gruss-zum-50-todestag-des-heiligen-scharlatans_befreiung">Glauben ohne „Wunder“! Warum Pater Pio endlich im Grab verschwinden sollte. Anläßlich des 50. Todestages.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn zum 50.Todestag des Paters Pio. Siehe auch einen <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/?s=Pater+Pio">grundlegenden Beitrag</a>.</p>
<p>Er ist immer noch einer der beliebtesten „Volksheiligen“ Italiens, als Foto mit Heiligenschein präsent in Kneipen, Taxis, Geschäften, Schlafzimmern und wohl auch in den geheimen Treffpunkten der sich auch fromm gebenden Mafia &#8230; und darüber hinaus wird er in der ganzen Welt von Katholiken verehrt, als Fürsprecher himmlischer Art&#8230; Sein Kult hat über all die Jahre immerhin dem Kapuziner Orden und dem Bistum Manfredonia so viel Geld eingebracht, dass in der Stadt seines Klosters, in San Giovanni Rotondo, Kliniken gebaut wurden, abgesehen von der pompösen „San Pio“ Kathedrale, die Renzo Piano dort errichtet hat.</p>
<p>Der Kapuzinerpater Pio (25.5. 1887 bis 23.9.1968) zeigte sich in der Öffentlichkeit gern mit dunkel rot erscheinenden, blutig wirkenden Verletzungen an seinen Händen: Diese wurden von ihm selbst, von den Frommen und später auch von den Päpsten als Stigmata, als Wunden Jesu am Kreuz, gedeutet. Eine äußerst seltene „Auszeichnung“ in der Sicht klassischer Wundertheologie. Therese Neumann von Konnersreuth („das Resel“ genannt) behauptete auch, auf solche blutige Weise gesegnet zu sein, was ernstzunehmende Theologen natürlich als Betrug deuten.</p>
<p>Pater Pio jedenfalls ist, kritisch betrachtet, und warum sollte man ihn nicht wie andere Menschen kritisch betrachten?, insgesamt gesehen ein Scharlatan, das meinten kritische Theologen und sogar zeitweise die Päpste. Mit Karbolsäure habe er seine Wunden erzeugt und mit dem Nervengift Vertarin die Schmerzen betäubt. So der Historiker Sergio Luzzatto in seiner Studie.</p>
<p>Weil das religiöse, aber kritisch nicht interessierte Volk herausragende Elemente von Jesus Christus leibhaftig sehen will, eben Stigmatisierungen oder sonst, wie ständig üblich, Reliquien (etwa Teile der Vorhaut Jesu, Fetzen aus dem Kreuz etc.) machte Pater Pio mit seinen rot gefärbten, dem Eindruck nach verschorft &#8211; blutenden Händen eine große Karriere. Man bewunderte ihn, sah in ihm, dem Priester, der kaum predigen konnte, ein Gottesgeschenk. Und diese Wunderkraft wollte und will doch die Kirche nicht stoppen, die das Geld hoch und heilig verehrt.</p>
<p>Über diesen Glauben an einen aus vielerlei, auch ökonomischer, Interessen „gemachten“ Heiligen habe ich an anderer Stelle berichtet, auch darüber, dass Papst Johannes Paul II. ein großer Verehrer dieses mit roten Handflächen herumlaufenden Kapuziners war; auch Papst Franziskus ist ja bekanntlich ein großer Heiligenverehrer: Man denke daran, dass er als Jesuitenpater, seit einem Aufenthalt in Augsburg, ganz begeistert war von der Gestalt und dem „Gnadenbild“ der Jungfrau Maria als „Knotenlöserin“. Den Kult um „Maria Knotenlöserin“ verbreitete er dann als Erzbischof von Buenos Aires in ganz Argentinien. Viele politische, gewalttätige, ökonomische usw. Knoten Argentiniens hat Maria jedenfalls offenbar bisher himmlisch nicht lösen können. Macht aber nichts , Hauptsache die Frommen haben eine Art Zufluchtsobjekt, wo sie sich ihren Gott und die Heiligen zusammenbasteln können, je nach Laune und Bedürfnis.</p>
<p>Bin ich also in einer Theologie, die als rationales Nachdenken diesen Namen verdient, gegen die Wunder, gegen die Wundertäter, die Wunderorte, die Marienerscheinungen usw.?</p>
<p>Ich bin im allgemeinen gegen den Wunderkult, diese Pio – Verehrung, die Verehrung der Maria, die als solche (!) aus dem Himmel herab nach Fatima schwebte usw&#8230; Denn: Wunderglaube in diesem weiten, populären Sinn führt die Menschen in die seelische Entfremdung, ist also, wenn er ernst genommen wird, seelisch schädlich. Und was schädlich ist, sollte man bekanntlich nicht ständig praktizieren. Auch wenn der ganz Trubel und Rummel um die Heiligen und heiligen Orte (Aufbewahrung der einbalsamierten Leichen, wie bei Lenin und dann auch Stalin und Mao etc&#8230;) natürlich eine exotische Abwechslung (Opium manchmal) ist einem eher tristen Alltag. Diese Freude, etwas Besonderes, an heilig genannten Orten zu erleben, mit anderen über (angeblich mysteriöse) wunderbare Erscheinungen und Begebnisse esoterisch zu plaudern, ist doch etwas Nettes. Aber nicht alles, was unterhaltsam ist und Gesprächsstoff für Spekulationen bietet, ist auch hilfreich und fördert die Entwicklung eines reifen Menschen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn man in einer Oper von Mozart Wunderbares sieht und hört: Dann ist dies eben ein bewusst als solches wahrgenommenes Märchen, über das man schmunzeln kann, aber das war es dann auch. Hingegen hinterlässt Pater Pio auf Dauer negative Spuren im eigenen Leben, fördert den Glauben ans Fegefeuer und andere Absonderlichkeiten (er sah ja selbst arme Seelen von dort in seinem Zimmer etc..).Mit dem Gott der Wundertäter kann man einen deal machen, insofern passt er in kapitalistische Zeiten.</p>
<p>Wenn der Katholizismus aufhören will, Absonderliches zu vertreten und damit gegen die seelische Reifung der Menschen zu arbeiten, dann sollte er zuerst mit diesen Heiligenkulten, auch mit dem Kult um diesen Herrn Pater Pio, aufhören. Zwecks „Reinigung der Gemüter“ sozusagen. Die Kirche kann ja nur an Ansehen gewinnen, wenn sie sagt: Jetzt ist Schluss mit diesen mit roter Farbe verschmierten Pio Händen. Wir lassen die Infantilität dieser Kulte hinter uns usw. Und tun Wichtigeres, zum Beispiel den Armen gerecht zu begegnen und die Menschenrechte zu pflegen&#8230;.</p>
<p>Ich möchte aber gern eine philosophische, also allgemein menschliche Haltung beachten: Dies ist <em>die Erfahrung des Erstaunlichen</em>, und dieses ist die Erkenntnis: <em>Dass überhaupt etwas ist und nicht viel mehr nichts</em>. Dieses DASS der Welt ist das einzige, das uns immer „ohne Lösung“ zu denken gibt, Leibniz sprach davon, viele andere auch. Wenn man so will, ist dies das einzige &#8222;Wunder&#8220;. Und für Religionsphilosophen, die das innere Verbundensein von göttlicher schöpferischer Wirklichkeit und Welt (mit den Menschen und ihrer Seele) zusammen denken, gilt: Dann ist es vor allem erstaunlich, dass Göttliches, Absolutes, Ewiges, <em><u>in</u></em> der Welt und <em><u>in</u></em> der geistigen, vernünftigen Menschenerfahrung sich zeigt, etwa in der Ethik. Siehe Kant. Wir Menschen sind in etwas sehr elementares und „einfaches“ Erstaunliches hineingesetzt. Dieses &#8222;Wunder&#8220; gilt es zu bedenken, von da aus ergeben sich Spuren ins Religiöse. Alles andere ist frommes Machwerk.</p>
<p>Wenn Göttliches in der Seele und im Geist der Menschen als „Funken“ (Meister Eckart) anwesend ist, dann ist <em>dieses das einzige Wunder, das diesen Namen verdient!</em> Auch die Gestalt Jesu von Nazareth lässt sich nur so verstehen: Er lebte in enger Verbindung mit dem alle Menschen auszeichnenden Göttlichen, darin ist die Kraft der „Auferstehung“ zu sehen.</p>
<p>Noch einmal: Wunder im populären Sinne, da und dort, bei diesem und jenem, bei Menschen mit rot verschmierten Händen („Wundmalen“), aber nicht bei allen, und auch nur ganz bestimmten ausgegrenzten Orten, gibt es eigentlich nicht. Wer diesen Wunderkult betreibt, hat finanzielle und politische Interessen (etwa im Falle von Fatima), will Religion pompös aufwerten, als Show gestalten, so, dass alle staunen. Das ist Machwerk, aber keine spirituell oder gar mystische Frömmigkeit.</p>
<p>Erneut zum theologischen Hintergrund:</p>
<p>Nichts hat religiöse Menschen so sehr von der eigenen menschlichen, d.h. immer auch selbstkritisch reflektierten Spiritualität entfernt und in die Entfremdung geführt wie der populäre Wunder – Kult und der Kult um Wundertäter und Wunder-Orte. Diese Formen des von religiösen Führern propagierten Wunderkultes sind im christlichen Raum besonders im Katholizismus verbreitet, aber auch in evangelikalen und charismatischen Kirchen und Gemeinschaften. In manchen Pfingstkirchen werden die Gemeindemitglieder ja schon misstrauisch angesehen, wenn sie nicht von ihren persönlichen täglichen Wundern ausführlich erzählen können, etwa so: „Tante Olga brachte mir plötzlich wunderbaren Apfelkuchen vorbei, den ich so dringend brauchte, was für ein Wunder&#8230;“</p>
<p>Wenn etwas Besonderes, Außergewöhnliches, offenbar nicht (so schnell) zu Erklärendes geschieht, kann man dies vernünftig &#8211; prosaisch <em>Zufall</em> nennen. Religiöse Menschen nennen den für sie selbst positiv erscheinenden Zufall „Wunder“. Irgendwo wollen sie die in der Lehre der Kirchen verbreitete These des begleitenden, hilfreichen Gottes für sich endlich mal selbst materiell erleben und sinnlich spüren. Gegen solche Deutungen „dieser mein Zufall ist mein Wunder“ kann man, von außen betrachtet, so lange nichts kritisieren, als diese dann wundergläubigen Menschen seelisch halbwegs stabil und reflektiert bleiben. Ist ein Lottogewinn Zufall oder Wunder?</p>
<p>Die Krise erleben diese frommen Menschen ja erst dann, wenn der Zufall für sie selbst nicht positiv zu deuten ist. In solchen Situationen, die oft in Verzweiflung und sogar in Unglaube führen können, fragen die Menschen: Wo ist denn Gott? Warum greift er nicht hier direkt für mich ein, warum also durchbricht Gott (der dann allmächtig genannt wird) nicht die Naturgesetze ausnahmsweise mal und dann zu meinen Gunsten? Und rettet mich? Was mit den anderen dann passiert, ist mir erst mal egal. Mein Gott soll mich aus allen möglichen irdischen Bedrängnissen retten. Egoismus wird sichtbar. Und ein sehr menschlicher Umgang mit dem alle Naturgesetze durchbrechenden Gott.</p>
<p>Innerhalb der Wunder-Diskussion ist besonders das Beten zu heiligen Wundertätern problematisch. Etwa so: Pater Pio soll mir helfen, soll im Himmel aktiv werden und Fürbitte leisten bei Gott, dass Gott sich höchst persönlich selbst durch die Fürsprache des so tollen heiligen Pater Pio für uns einsetzt. Das gleiche Denkmodell liegt etwa im Umgang mit der Jungfrau Maria vor: Sie möge doch als Himmelskönigin für uns wirken, also himmlisch irgendwie eingreifen. Was für ein verdinglichtes Gottesbild ist da eigentlich sichtbar? Gottvater mit Bart lässt sich in himmlischem Plausch von Pater Pio zu irgendwas Außergewöhnlichem bewegen&#8230;</p>
<p>Diese Gebete sind sozusagen Irreführungen: In allen Lebenssituationen sollte sich der Mensch sammeln und bedenken: Und nur darauf kommt es wohl an: Mein Leben ist wie das Leben aller anderen Menschen undurchschaubar. Mein Leben als solches ist ein Geheimnis. Und Geheimnis ist bekanntlich etwas anderes als ein immer irgendwie aufzulösendes Rätsel. Woher komme ich, warum bin ich da, wohin gehe, dies sind die einzige erstaunlichen wunderbaren Fragen. Darauf bezieht sich meditative Sammlung, darauf bezieht sich religiöser Kult in aller Stille.</p>
<p>Im Zentrum steht also: Ich vertraue auf einen bergenden letzten Sinn im Leben, in meinem Leben und dem Leben aller. Und mehr ist „religiös“ für den einzelnen Frommen gar nicht not &#8211; wendig. Diese Lebenspraxis ist schon schwer genug. Vielleicht anstrengender, als sich vor dem Leichnam Pater Pios erschüttert zu verneigen oder in Fatima oder wo auch immer ein paar Stufen auf den Knien hoch zu krauchen &#8230; und dann im „Heiligtum“ zehn Vater Unser zu beten, damit die Knieschmerzen wieder aufhören.</p>
<p>Hat das ein Reformator eigentlich einmal gesagt: Wunder sind Machwerke. Und diese Wundertäter inszenierte gut bezahlte Schauspieler&#8230;</p>
<p>Zusammenfassend mein natürlich offiziell unerwünschter Rat an die römischen Kirchenführer und die Leiter des Kapuzinerordens: Lasst Pater Pio endlich im Grab verschwinden. Vergesst ihn! Zerstört seine Bilder!  Zeigt Bilder von Oscar Romero, Helder Camara oder Martinuther King überall. Und vor allem: Entschuldigt euch bei den Menschen, dass ihr einen Scharlatan benutzt habt, um einen infantilen, eben autoritätshörigen Glauben zu fördern. Werdet endlich vernünftig, ihr Kleriker&#8230;   PS: Werden sie aber nicht.</p>
<p><em>Papst Franziskus wird trotzdem zum 50. Todestag des Scharlatans und Geldbringers Padre Pio nach San Giovanni Rotondo reisen. Er wird sagen, das weiss ich schon heute, am 31. 8.2018</em>: „Padre Pio, welch ein großer Heiliger, welch ein Vorbild der Armut, auch der geistigen; er hat sich aufgeopfert, er hat die Wundmale Christi erduldet. Hat sie allen gezeigt und dabei Erfolg gehabt. Er hat die Beichte bei so vielen gehört, wer macht das schon? Predigen oder gar argumentieren konnte er nicht. Ist ja auch nicht so wichtig für einen Frommen!  Folgen wir ihm also nach. Ohne Opfer geht nichts zum Heil auf dieser Welt. Man muss überhaupt nicht klug sein, wie Padre Pio es ja war, um Gott zu gefallen&#8230;.“</p>
<p>Und all die Leute werden Beifall spenden. Und den modernen Papst Franziskus loben&#8230;..So ist das. Leider.</p>
<p>Wann gibt es wieder mal eine wirkliche Reformation?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Copyright:</strong> Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10857_glauben-ohne-wunder-warum-pater-pio-endlich-im-grab-verschwinden-sollte-ein-gruss-zum-50-todestag-des-heiligen-scharlatans_befreiung">Glauben ohne „Wunder“! Warum Pater Pio endlich im Grab verschwinden sollte. Anläßlich des 50. Todestages.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Glaube an den &#8222;einen&#8220; Gott und die Gewalt: Der philosophische Salon im September</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10835_der-glaube-an-den-einen-gott-und-die-gewalt-der-philosophische-salon-im-september_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 12:13:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10835</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 28. September 2018, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 Den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ erhalten in diesem Jahr 2018 in Frankfurt/M. die beiden Wissenschaftler Aleida und Jan Assmann. Aleida Assmann arbeitet als Literaturwissenschaftlerin, Jan Assmann noch berühmter, wenn man so sagen darf, hat als Ägyptologe einen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10835_der-glaube-an-den-einen-gott-und-die-gewalt-der-philosophische-salon-im-september_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Der Glaube an den &#8222;einen&#8220; Gott und die Gewalt: Der philosophische Salon im September</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein religionsphilosophischer Salon am Freitag, den 28. September 2018, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9</p>
<p>Den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ erhalten in diesem Jahr 2018 in Frankfurt/M. die beiden Wissenschaftler <em>Aleida und Jan Assmann.</em> Aleida Assmann arbeitet als Literaturwissenschaftlerin, Jan Assmann noch berühmter, wenn man so sagen darf, hat als Ägyptologe einen international hochgeschätzten Ruf: Er hat sich als universal gebildeter Religionsforscher in vielen Veröffentlichungen mit der „Gewalt im Monotheismus“ auseinandergesetzt und dadurch auch viele Kontroversen ausgelöst.</p>
<p>Wir wollen uns in diesem Salon – Gespräch dem zentralen Thema von Assmann kritisch nähern und uns fragen, wie in einem auch persönlich strukturierten Salongespräch üblich: Wo und wann haben wir Gewalt des Monotheismus erlebt? Und: Wann sind atheistische Ideologien als säkulare Mono-„theismen“ gewalttätig (gewesen)? So wird die Frage nach der Möglichkeit &#8222;absoluter Wahrheiten&#8220; aufgeworfen. Ist dann &#8222;alles&#8220; relativ?</p>
<p>Und vor allem: Wie lässt sich durch uns (!) eine Welt nicht nur der elementaren, aber oberflächlichen Toleranz, sondern des gewaltfreien Respekts aufbauen?</p>
<p><em>Lektüreempfehlun</em>g: Jan Assmann, Totale Religion. Picus Verlag Wien, 2016. Einige grundlegende Aufsätze und Hinweise zum Weiterforschen.. 183 Seiten.</p>
<p>Als philosophischer Hintergrund: Peter Sloterdijk, Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen. Verlag der Weltreligionen, 2007. 218 Seiten.</p>
<p>Siehe auch die große Debatte im <a href="https://www.perlentaucher.de/essay/monotheismus-debatte-im-perlentaucher.html">Perlentaucher Magazin</a>, online sind die Texte als pdf verfügbar.</p>
<p>Bei Interesse an diesem Thema: Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10835_der-glaube-an-den-einen-gott-und-die-gewalt-der-philosophische-salon-im-september_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Der Glaube an den &#8222;einen&#8220; Gott und die Gewalt: Der philosophische Salon im September</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prager Frühling vor 50 Jahren &#8230;. vernichtet. Über Jan Patocka</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/10800_prager-fruehling-vor-50-jahren-vernichtet_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2018 19:48:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[50 Jahre Prager Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Charta 77]]></category>
		<category><![CDATA[Der Prager Frühling als Buch Reclam]]></category>
		<category><![CDATA[Dubcek]]></category>
		<category><![CDATA[Einmarsch der Sowjets in Prag 1968]]></category>
		<category><![CDATA[heutige Regierung in Prag und Prager Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Patocka]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Schulze Wessel]]></category>
		<category><![CDATA[Prager Frühling 50 Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Tomas Halik]]></category>
		<category><![CDATA[tschechischer Philosoph Jan Patocka]]></category>
		<category><![CDATA[Zverina]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=10800</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jan Patocka Philosoph</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10800_prager-fruehling-vor-50-jahren-vernichtet_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Prager Frühling vor 50 Jahren &#8230;. vernichtet. Über Jan Patocka</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zugleich eine Erinnerung an den tschechischen Philosophen Jan Patocka</em></p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am . Augiust 2018.</p>
<p>Der Prager Frühling 1968 war zeitlich gesehen nur eine Episode. Aber er ist ein bleibender denkwürdiger Versuch, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ in Europa zu schaffen. Die westliche Gesellschaft sollte nicht kopiert werden, eine neue Form eines Sozialismus, der den Namen verdient,  sollte realisiert werden. Dafür fehlte den Akteuren in Prag allerdings die Zeit. Das heißt: Sie wurde ihnen genommen vom Imperialismus der etablierten, von Moskau gesteuerten Kommunistischen Parteien. Freiheit wurde wie üblich niedergeknüppelt.</p>
<p>Dazu hat der Spezialist für Osteuropäische Geschichte an der Uni in München, Martin Schulze-Wessel, ein wichtiges Buch veröffentlicht: „Der Prager Frühling“, Reclam Verlag. 332 Seiten.</p>
<p>Unser spezielles Interesse gilt aus diesem Anlass dem großen <em>Philosophen Jan Patocka</em> (1907 – 1977).</p>
<p>Nur einige Hinweise zu seinem Leben, das mit seiner Philosophie eng verbunden ist. Patocka war eine frühe philosophische Begabung. Er studierte auch an der Sorbonne, war ein Husserl Schüler, kannte Heidegger, studierte auch in Berlin. Aber er konnte in der kommunistischen Tschechoslowakei als Philosoph keinen Fuß fassen an einer Universität. Erst mit dem Prager Frühling konnte er seit 1968 wenige Jahre an der Karls – Universität lehren. Als er dann abgesetzt wurde, konnte er in kleinem Kreis, privat, in Wohnungen, Philosophie Kurse anbieten. Es gab sozusagen <em>verbotene philosophische Salons</em> im Kommunismus. Seine Vorträge wurden mitgeschrieben, vervielfältigt, und Gott sei Dank heimlich nach Wien gebracht. Später engagierte sich Patocka in der „Charta 77“ als einer der Sprecher. Und er sprach angstfrei, unbesorgt um das eigene Leben, auch mit interessierten Leuten aus dem Westen. Das blieb dem Verbrecher – Regime der KP nicht verborgen: So verhörte man den armen Patocka bis zur physischen Total &#8211; Erschöpfung, in den Folgen des Verhörs ist Patocka am 17.3. 1977 gestorben. An seiner Bestattung nahmen Hunderte teil, die tschechische STASI störte massiv das Begräbnis und filmte alle Trauernden. Die regime-treuen katholischen Friedenspriester, die auch Freunde in Westeuorpa hatten, etwa im Rahmen der SED hörigen „Berliner Konferenz“ (BK), waren selbstverständlich nicht unter den Trauernden.</p>
<p>Patocka war einer der großen tschechischen Humanisten, wie Vaclav Havel. Diese Form eines nicht konfessionellen Humanismus ist etwas Großes in der tschechischen Geschichte!</p>
<p>Das Eintreten für die Wahrheit und die Humanität bei allen persönlichen Gefährdungen war Patocka ein menschliches und deswegen philosophisches Herzensanliegen. In einer der geheim gehaltenen Vorlesungen im Jahre 77 betonte er: <em>&#8222;Wo ändern sich die Welt und die Geschichte? Im Innern, besser gesagt, im Leben des Einzelnen. </em></p>
<p>Patocka ist ein Philosoph der Freiheit, das ist entscheidend. Und Freiheit hat für ihn immer mit Transzendieren als dem Überwinden des jeweils Gegeben zu tun. Überscheiten ist förmlich der Grundakt der Menschen. Darum konnte sich Patocka auch der „Charta 77“ anschließen, weil dort die Idee einer Freiheit formuliert wurde, die sich nicht deckte mit der westlichen kapitalistisch – liberalen Freiheit. Das war ihm wichtig.</p>
<p>Manche Freunde Patocka betonen: Er habe sich förmlich hingegeben für die Freiheit als dem ständigen Transzendieren und Überschreiten.</p>
<p>Der große tschechische Theologe Josef Zverina war sein Freund; der heutige international bekannte Autor, Philosoph und Priester Tomas Halik hörte Patocka noch an der Karls – Universität.</p>
<p>Als Einstieg ins Werk von Patocka empfehle ich: „Ketzerische Essays zur Philosophie der Geschichte“ (Suhrkamp)</p>
<p>Es ist in meiner Sicht eine Schande, dass die jetzige Regierung in Prag die Erinnerung an den „Prager Frühling“ vor 50 Jahren offenbar nicht ausführlich in den Mittelpunkt des Gedenkens stellen will, wie Martin Schulze – Wessel berichtet. Die heutigen Machthaber wollen keine Erinnerung an eine Zeit, als wirkliche sozialistische ALTERNATIVEN noch gedacht und kurz erprobt werden konnten. Die neoliberale, aber anti-europäische Form der tschechischen Politik soll propagiert werden.</p>
<p><em>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10800_prager-fruehling-vor-50-jahren-vernichtet_alternativen-fuer-eine-humane-zukunft">Prager Frühling vor 50 Jahren &#8230;. vernichtet. Über Jan Patocka</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
