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	<title>Religionsphilosophischer Salon</title>
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	<description>... eine Einladung zum Mitdenken und Mitdiskutieren</description>
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		<title>Das Ende der Welt steht (noch) NICHT bevor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 15:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[was ist katechon?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende der Welt steht nicht bevor, betont der Autor des 2. Thessalonicher Briefes, enthusiastische Chisten in dieser frühchristlichen Gemeinde erwarten sehnsüchtig die Wiederkunft Christi, sie beginnen deswegen nicht mehr zu arbeiten: Der Autor des 2.Briefes an die Thassalonicher lehrt: es gibt ein Katechon, einen Aufhalter, der den Sieg des Antichristen noch behindert. Rechtsextreme Ideologen bevorzugen auch heute wieder diesen Begiff Katechon, sie sehen sich selbst sowie ihre rechtsextremen Parteien als Verhinderer der von ihnen gehassten liberalen Demokratie.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles">Das Ende der Welt steht (noch) NICHT bevor</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Denn der Antichrist wird noch aufgehalten … durch das merkwürdige „Katechon“.<br />
Ein Hinweis zum „2. Brief an die Thessalonicher“ im Neuen Testament (NT) von Christian Modehn</p>
<p>1.<br />
Es gibt eine kurze Passage in einem eher marginalen, kurzen Text des Neuen Testaments und dort einen sehr speziellen mysteriösen Begriff. Er hat interessanterweise eine große und lange Wirkungsgeschichte, politisch wie religiös: Es ist der griechische Begriff KATECHON aus dem 2. Brief des Autors Paulus an die Thessalonicher, also an die Gemeinde der Stadt, die heute Saloniki heißt.<br />
2.<br />
„Katechon“ meint, kurz gesagt, den „Aufhalter“, was hält er letztlich auf? Das Ende der Menschheitsgeschichte und mit diesem Ende beginnt das von Christen ersehnte Reich Gottes. Dieses Ende ist also nicht nur das Sichtbarwerden der Wiederkunft Christi auf Erden, sondern auch der Sieg Gottes über den großen Feind Christi, den Antichristen. Von dieser gedanklichen Welt ist die frühe Kirche wenige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu von Nazareth bestimmt.<br />
3.<br />
Der Autor Paulus des genannten Textes des NT behauptet also und schärft der Gemeinde ein: Dieses Ende der Welt als der Sieg Christi über den Antichristen steht NICHT bevor. Die Weltgeschichte als ein Kampf zwischen Guten und Bösen geht weiter…. Dank des aufhaltenden KATECHON.<br />
4.<br />
Immer wieder haben sich (schon mittelalterliche) Theologen auf diesen Aufhalter des Endes der Welt und ihrer Geschichte bezogen und sind dabei in den gegebenen biblischen Kategorien verblieben. Sie haben also nicht den biblischen Begriff vom ursprünglichen Inhalt entkernt und mit auch nicht das Katechon sowie auch das Ende mit neuen ideologischen Inhalten gefüllt. Diese inhaltliche Entfernung, Auslöschung, des biblischen Inhaltes des Katechon findet nun seit einigen Jahren statt.<br />
5.<br />
Zahlreiche sehr einflußreiche Ideologen und Politiker rechter und rechtsextremer Fixierung in Deutschland, Russland und den USA sprechen jetzt viel vom „Katechon“ und verwenden diesen ursprünglich biblischen Begriff als Stütze der eigenen Ideologie, ihrer feindlichen Politik und ihrer Ökonomie, die sich von jedem Respekt der universell geltenden Menschenrechte losgesagt haben.<br />
6.<br />
Unser Thema Katechon ist also alles andere als ein vielleicht nur esoterisches Thema für einige wenige „Eingeweihte“ oder Spezialisten, vielmehr wird der nun neu konstruierte Katechon-Begriff als Antwort auf die globale Frage unserer Zeit verwendet: Auf welches Ende, auf welchen Untergang, steuert unsere Welt zu? Und wer oder was kann den Untergang noch aufhalten.<br />
7.<br />
Dabei ist für die rechten und rechtsextreme Ideologen des Katechon klar: Der Untergang der Welt geschieht nicht &#8211; wie im NT verkündet &#8211; durch ein göttliches Endgericht, sondern der Untergang ist ein von den Demokratien, den liberalen Staaten, den Menschenrechten herbeigeführtes Ende. Demokratien und Demokraten sind also für den bevorstehenden Untergang verantwortlich, Demokratien und Demokraten mit ihren Werten des Pluralismus, Feminismus, Anerkennung der Rechten der Queers usw. muss man (also die Rechten und Rechtsextremen) aufhalten. Diese Werte der Demokartie sollen also der Untergang sein, behaupten diese Katechon &#8211; Interpreten. Wegen dieser Perspektiven, die auf einen Krieg innerhalb der Gesellschaft und auf einen Krieg der rechtsextremen Herrscher gegen die wenigen verbliebenen Demokratien hindeuten, ist die Auseinandersetzung mit diesem Katechon Begriff sehr relevant.<br />
8.<br />
Zunächst zum 2. Thessalonicher Brief selbst, dem Ursprungsort des Katechon &#8211; Begriffes: Historisch und kritisch arbeitende Bibel &#8211; Wissenschaftler nennen diesen griechischen Begriff „Katechon“,„schwebend, verrätselt“ , sie betrachten ihn für die damalige Zeit als wenig prägnant, also als verführerisch für allerhand Spekulationen schon damals:<a href="https://bibliographie.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/131536/Karrer_085.pdf?sequence=1">LINK</a><br />
9.<br />
Die zentrale Behauptung des „2. Briefes an die Thessalonicher“: Das Ende der Welt als das Gericht Gottes und der Sieg Gottes über den Antichristen werden vorläufig NICHT geschehen. Mit dieser Behauptung unterscheidet sich dieser Brief von anderen Texten des Neuen Testaments, die betonen: Das Ende stehe unmittelbar bevor, so etwa die „Offenbarung des Johannes“, auch „Apokalypse“ genannt“ ( siehe dort Kap. 1, Vers 3). So wird also auch ein Beispiel deutlich für durchaus widersprüchliche kirchliche Lehren, bezogen auf das Ende der Welt. Der 2. Brief an die Thessalonicher wie die Apokalypse des Johannes gehören zum Kanon des NT, sie gelten also als „Gottes Wort“…: Sogar Gottes Wort ist also nicht eindeutig. Wie sollte es angesichts dieses Themas vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi auch anders sein.<br />
10.<br />
Der Brief des Autors Paulus, der „2. Brief an die Thessalonicher“, wurde etwa in den Jahren 90 bis 115 geschrieben, den Brief hat mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT der Apostel Paulus (Autor des Römerbriefes etc…) verfasst. Zur Datierung unseres Textes siehe: Maarten J.J. Menken&#8217;s „2 Thessalonians“ , published by Routledge in 2002.<br />
Im folgenden wird der Autor des 2. Thessalonicher Briefes Paulus nur Autor genannt.<br />
Unsere Zitate aus diesem Brief sind der Einheitsübersetzung „Die Bibel“, Herder Verlag, 1980, entnommen.<br />
11.<br />
Der Ausgangspunkt für den Zweiten Brief an die Thessalonicher: Die Christen dort waren nach dem Tod Jesu von Nazareth und der von ihnen geglaubten Auferstehung bzw. Himmelfahrt von der Frage heftig bewegt: Wann kommt dieser Jesus von Nazareth nun als der siegreiche Christus endlich aus dem Himmel wieder auf die Erde zurück? Denn, so glaubten sie, diese definitive und siegreiche Rückkehr habe ihnen Jesus zu seinen Lebzeiten versprochen, die Autoren der Evangelien lehren das.<br />
Diese Erwartung der siegreichen Wiederkunft Jesu Christi auf Erden wird Nah &#8211; Erwartung genannt. Die Christen in Thessalonich haben sich in ihrer frommen Phantasie Details zusammen gereimt: Wenn Christus wiederkehrt, dann wird er sich zunächst mit dem Antichristen, also der großen feindlichen Gegenmacht, auseinandersetzen und diesen Antichristen schließlich besiegen. Gleichzeitig beginnt dann das Endgericht durch Christus bzw. Gott geleitet.<br />
12.<br />
Der Autor dieses Briefes muss die sehnsuchtsvoll die Wiederkunft Christi und damit auf das Ende dieser Welt spekulierenden Christen beruhigen, man möchte sagen: von ihrem frommen Wahn befreien: Es ist in der Sicht des Autors nämich falsch und schädlich, wenn Christen in Thessalonich glauben, das Ende der Zeiten sei bereits jetzt schon da. Das behaupten einige, die sich in Thessalonich als Lehrer aufführen. Der Autor unseres Briefes also schreibt: „Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen… wenn behauptet wird, der Tag des Herrn (also die Wiederkunft Christi) sei schon da“ (2,2). Und dann nennt der Autor des Briefes detaillierter die Abfolge der Ereignisse, die zum Ende der Welt als dem Sieg Gottes einst führen. Vor dem Endgericht und damit vor dem dann beginnenden Reich Gottes muss noch der Abfall der Menschen vom wahren christlichen Glauben stattfinden und sichtbar werden. Und dann muss auch „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der „Sohn des Verderbens“, sichtbar auftreten, „erscheinen“, wie der Autor sagt, er meint die Figur des Antichristen.<br />
Im Endgericht werden dann die Guten, das sind die korrekt Frommen der Gemeinde, für gut befunden und gerettet, also ins Reich Gottes eintreten, in den Himmel. Und die Bösen, das sind die Irrlehrer und Feinde des offiziell gelehrten Christus &#8211; Glaubens, werden verurteilt und letztlich dem Verderben, also der Hölle, preisgegeben.<br />
Der Antichrist, der „Gesetzwidrige in der Kraft Satans mit großer Macht“, wird viele Christen verführen, weil sie „sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben“ (Vers 10), also der Liebe zu der von den Aposteln festgelegten christlichen Lehre: Beachtlich ist auch das verstörende Gottesbild des Autors: Gott selbst lässt die Menschen der Macht des Irrtums verfallen lässt, wie es in Vers 10 heißt: Gott selbst lässt also den dogmatischen Irrtum zu, der dann beim Gericht für die Irrenden zum Verhängnis wird.<br />
13.<br />
<em>Der Autor aber will die Gemeinde vor allem warnen</em>: Wer den Anbruch des Reiches Gottes und die Wiederkunft Christi bereits jetzt als gegeben ansieht, der hat überhaupt kein Interesse mehr, sich an die <em>bislang übliche weltliche Ordnung zu halten</em>, also Ruhe zu bewahren und den Alltag wie gewohnt zu gestalten, etwa regelmäßig zu arbeiten. In Kapitel 3 teilt der Autor sein hartes Urteil mit, und dieses muss im Zusammenhang des Katechon gelesen werden:Der Autor verurteilt aufs heftigste die Haltung: Wenn das Reich Gottes jetzt schon da ist, dann braucht auch niemand mehr arbeiten; das Reich Gottes wird von diesen Frommen als ein ewiges Leben ohne Arbeit phantasiert… Religiös begründete Faulheit der Frommen wird also zurückgewiesen, siehe Vers 10 f.: „<em>Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen</em>. Wir hören aber, das einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen, im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen“. Eine ziemlich rabiate Moral des Autors Paulus, konnte er anders nicht mehr seinen frommen Endzeit &#8211; Fanatikern beikommen?</p>
<p>Wer an den Beginn des Reiches Gottes schon als aktuelle Realität glaubt, legt sich also auf die faule Haut: Eine Erfahrung auch im Sowjet &#8211; Kommunismus Stalins, der als ehemaliger Theologiestudent diese Briefe des Neuen Testaments wohl kannte: Er hat gegen Faulenzer im Kommunismus tatsächlich ein Zitat aus dem 2. Thessalonicher Brief &#8211; trotz des offiziellen sowjetischen Atheismus &#8211; in die Verfassung der UdSSR eingefügt: Dort heißt es: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“, so Art. 12 der „<em>Verfassung der UdSSR</em>“ vom 5.12.1936. (Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: &#8222;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“; Quelle: <a href="https://www.verfassungen.net/su/verf36-i.htm#:~:text=%D0%A2%D1%80%D1%83%D0%B4%20%D0%B2%20%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0,%D1%82%D0%BE%D1%82%20%D0%BD%D0%B5%20%D0%B5%D1%81%D1%82%C2%BB">LINK </a><br />
14.<br />
Und man wird zeigen müssen, dass auch in christlichen Kreisen, etwa in der frühen Kirche, einige höchst enthusiastische Fromme die Arbeit verschmähten und sich etwa als Säulen-Heilige auf die Säulen hockten und sich notdürftig von anderen versorgen ließen…Enthusiastisch fromm und enthusiastisch faul scheint sich zu reimen, das sah der Autor des 2. Thessalonicher Briefes schon&#8230;Mönche wurden im frühen Mittelalter wegen ihrer Faulheit (sie hatten als Priester nur noch Interesse, die von Gläubigen bezahlten Messen zu lesen verachtet und angeklagt. Siehe die Reformen des Klosters Cluny&#8230;<br />
15.<br />
Wer ist nun eigentlich für unseren Autor derjenige, der über das Katechon, den Aufhalter der Endzeit, verfügt? Der Autor spricht von einer „festgesetzten Zeit“ (Vers 6), in der der Antichrist erst offenbar werden wird zum Endkampf gegen Christus. Wer kann über diese Zeit verfügen, sie festsetzen? Natürlich Gott persönlich, er ist also der Herr des Katechon.<br />
16.<br />
Vom „Katechon“ wird in anderen Briefen des Neuen Testaments NICHT gesprochen erwähnt, nicht Kolosser-Brief und auch nicht im Epheserbrief, auch nicht in den so genannten Pastoralbriefen des Neuen Testaments.<br />
17.<br />
Ein kurzer Hinweis zur Wirkungsgeschichte des biblischen „Katechon“. Dieser wirre Begriff des Neuen Testaments hat eine lange ideologische Geschichte. Dazu weisen wir erneut auf die wichtige Studie von Volker Weiß hin, „Katechon“, Cotta Verlag, 2026.<br />
Im Mittelalter wurden politische Kräfte genannt, die das Katechon sein sollen, das Kaiserreich, politische Systeme…<br />
Im 20.Jahrhundert hat der katholische rechtsextreme Denker <em>Carl Schmit</em>t eine Katechon-Ideologie heftig propagiert. Wikipedia schreibt: „In Schmitts posthum veröffentlichten Tagebüchern heißt es in dem Eintrag vom 19. Dezember 1947: „Ich glaube an den Katechon: Er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Glossarium, S. 63) Und Schmitt fügte hinzu: „Man muß für jede Epoche der &#8211; von meiner Gegenwart aus gerechneten &#8211; letzten eintausendneunhundertachtundvierzig Jahre den Katechon, den Aufhalter des Endes, nennen können. Der Platz war niemals unbesetzt, sonst wären wir nicht mehr vorhanden.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Katechon)<br />
18.<br />
In Kreisen der AfD ist der Katechon Begriff heute üblich: Maximilian Krah meint, seine rechtsextreme Partei werde von Trump als dem Katechon geschützt (zit. in Volker Weiss, S. 11). Auch die rechtsextremen Identitären Sellner und Lichtmesz glauben: Der Kampf gegen die Massen der Flüchtlinge sei nur mit einem starken (natürlich rechtsextremen) Staat (als Katechon) zu gewinnen (S. 20). Der Milliardär Peter Thiel (USA) meint: Ein politisches libertäres (!) Katechon sei heute notwendig, um den drohenden weltweiten liberalen und demokratischen Einheitsstaat zu verhindern (S. 24). Vor allem müsste die Kontrolle der neuen Hochtechnologie durch Demokraten und Demokratien verhindert werden (S. 25). Das libertäre Katechon im Sinne Thiels (und Musks und Zuckerbergs usw.) soll die Milliardäre in ihrem unkontrollierten Freiheits-Wahn schützen: Das ist die theologisch gefärbte Ideologie dieser neuen Herrscher…<br />
19.<br />
Der böse Feind, vor dem das Katechon der US Milliardäre und ihrer politischen Freunde schützt, ist also die demokratische liberale Welt. Die Menschenrechte werden zum Feind, den es zu verhindern gilt. Wichtig sind auch die Erläuterungen von Volker Weiss zur Herrschaft der Katechon &#8211; Ideologie in <em>Putins Russland,</em> etwa beim Philosophen Alexander Dugin und der Russisch-Orthodoxen Kirche (Patriarsch Kyrill I, als Putin &#8211; Ideologe). <em>Russland muss in dieser Ideologie als Katechon die ganze Welt vor dem korrupten und total verdorbenen liberalen Europa schützen;</em> der russische Politologe Sergej Karaganov will deswegen russische Atomwaffen gegen das verdorbene liberale Europa einsetzen, sollte die Ukraine weiter als Bollwerk des Westens bestehen (S. 45). Für Trump ist MAGA das Katechon, die MAGA Bewegung hält den Sieg der Liberalen auf, der Demokraten, der Linken, der Queers usw…Zum Putin Ideologen und ehemaligen KGB Mitarbeiter (wie Putin) Patriarch Kyrill I. von Moskau siehe unter unseren zahlreichen Publikationen: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/14703_die-fratze-der-russisch-orthodoxen-hierarchie-sie-ist-ein-kriegstreiber_befreiung">LINK </a>  (Und wir weisen am 23.August 2026 erneut wieder einmal darauf hin, dass dieser Putin Ideologe Patriarsch Kyrill I.und dessen Russisch &#8211; orthodoxe Kirche immer noch Mitglied des &#8222;Ökumenischen Rates der Kirchen&#8220; in Genf sein dürfen. Es ist für uns unerklärlich und eine Schande für die Christenheit, dass diese sich orthodox nennenden Putin Ideologen immer noch diesem doch diesem bis jetzt noch nicht völlig unbdeutenden &#8222;Ökumenischen&#8220; Gremium in  Genf angehören&#8230;)<br />
20.<br />
Man darf sehr erstaunt sein, mit welcher Bravour Rechtsextreme verschiedener Staaten sich auf diesen abseitigen biblischen Begriff Katechon heute einlassen. Warum benötigen sie diesen frommen Mantel, um ihre eigene menschenfeindliche Ideologie etwas zu verstecken? Weil sie mit &#8222;Gott&#8220; und religiösem Zauber und religiös &#8211; spinösen Begriffen die dummen Bürger dieser Staaten noch auf die eigene Seite ziehen können!<br />
21.<br />
Und warum wehren sich die heute halbwegs etwas vernünftigen großen Kirchen nicht gegen den Missbrauch biblischer Begriffe, wie etwa des Katechon, das von jeglicher biblischer Bedeutung und jeglichem Inhalt durch die genannten Rechtsextremen entleert wird?<br />
Wenn schon vom noch vom Katechon gesprochen werden soll, dann sollten die Kirchen darauf dringen: Redet auch vom bevorstehenden Untergang der Welt durch die jetzt offensichtlich werdenden Klima- Katastrophen, es sind ja wohl nicht nur Klima- Krisen. Redet auch vom bevorstehenden Ende der Welt, weil die reichen Länder und die Milliardäre dort außerstande sind und keine Interssen haben, die vielen Milliarden Hungernder zu ernähren, den eigenen Rassismus gegenüber den Armen abzulegen, die Milliarden Elender aus dem Elend der Unbildung, der Wohnungslosigkeit, der medizinischen Nicht &#8211; Versorgung zu befreien. Die vielen Katastrophen sind also da, sie sind von Menschen gemachte Katastrophen, nicht von einem imaginären Antichristen. Niemand unter den Demokraten und vernünftig gebliebenen Menschen sollte es aber wagen, bestimmte Leute mit dem Antichristen zu identifizieren, so sehr man dazu eine gewisse Lust verspürt…<br />
22.<br />
Jedenfalls müssen noch ganz andere Katastrophen beachtet werden als diejenigen, von denen die Rechtsextremen schwadronieren, um ihre eigene verbrecherische politische Herrschaft zu zementieren und auszubreiten. Für diese genannten anderen Katastrophen sind bestimmte Politiker, Ideologen, aber auch viele brave, aber ignorante Bürger in den reichen Ländern dann doch verantwortlich zu machen. Man kennt ihre Namen. Die Armen, Hungernden, Sterbenden, etwa im Südsudan, Kongo, Madagascar, in den Slums asiatischer oder lateinamerikanischer Großstädt, auf den Südsee- Inseln usw… sind für die Klimakatastrophe bestimmt NICHT verantwortlich, es sind die Herren dieser Welt…</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 12:34:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Wilmer ist Vorsitzender Bischofskonferenz lobt Woelki aufs heftgste]]></category>
		<category><![CDATA[dieses Lob ist eine theologische Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[er sagt jetzt sich selbst das meiste richtig gemacht zu haben]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Woelki von Köln wird am 18. August 70 Jahre alt]]></category>
		<category><![CDATA[Woelki ist der wichtigste deutsche Bischof aus dem sehr konservativen Spektrum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln wird am 18. August 70 Jahre alt. Er ist einer der mächtigen Kleriker aus dem sehr konservativen Spektrum. Es gab und gibt zahlreiche Protesten von KatholikeInnen in Köln gegen Woelki. Sie hatten keinen Erfolg. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, lobt Kardinal Woelki aufs höchste. Dieses Lob kann man nur Ideologie nennen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles">Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein theologisches Profil eines konservativen Herrschers<br />
Als Hinweis von Christian Modehn am 15.8.2026</p>
<p><em>Unser Motto</em>: Schon heute, 2026, sicher aber in wenigen Jahren, werden auch andere kritische Theologen die Erkenntnis publizieren: Dass auch ein Kardinal durch seine Art zu herrschen KatholikInnen aus der Kirche vertreibt&#8230;. Zur Erinnerung: Am Beispiel der niederländischen Bischöfe seit 1969 bis heute zeigt sich evident: Sie haben als konservativ &#8211; reaktionäre Bischöfe, von den Päpsten gegen den Willen der Holländer eingesetzt, für den nicht nur spirituellen Zusammenbruch der niederländischen katholischen Kirche gesorgt.</p>
<p>Bischöfe also als &#8222;Verhinderer&#8220; des Glaubens? An diesen Gedanken wird man sich gewöhnen müssen, nicht nur angesichts der endlosen &#8222;Fälle&#8220; von sexuellem Missbrauch, Verschweigen und Vertuschen durch die &#8222;Ober &#8211; Hirten&#8220;.</p>
<p>1.<br />
Der Religionsphilosophische Salon in Berlin pflegt nicht die Tradition, sogenannte runde Geburtstage von Bischöfen und Kardinälen &#8211; mit den selbstverständlichen kritischen Hinweisen &#8211; zu kommentieren. Zum 70. Geburtstag von Kardinal Rainer Maria Woelki in Köln am 18. August 2026 halten wir es einmal anders: Weil dieser Erzbischof die Entwicklung des Katholizismus in den vergangen Jahren entscheidend bestimmt hat, nicht zum Positiven, sagen wir.<br />
So ist es eine journalistisch &#8211; theologische Pflicht, die egozentrische aktuelle Lobeshymne des Geburtstagskindes selbst wie auch die Lobeshymne des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, nicht „einfach so“ als bischöfliche Wahrheiten stehen zu lassen. Dies aber in gebotener Kürze, wobei wir hier erneut auf unsere früheren kritischen Studien zu Rainer Maria Woelki hinweisen.<br />
2.<br />
<em>Bischof Heiner Wilmer,</em> Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, hat in einer <em>Lobeshymne</em> nur zwei oder drei Tugenden Woelkis nennen wollen oder nennen können: Dessen Engagement für den Bau von Wohnungen in Köln sowie die feierliche Messe, bei der Woelki ein Boot von Flüchtlingen als Altar benutzte, es wurde wohl aus dem Mittelmeer herbeigeschafft. Mit diesem brüchigen Boots &#8211; Altartisch sollte so etwas wie des Kardinals politisches Engagement sichtbar werden… Und sonst? Da schreibt Bischof Wilmer nur fromme Worte; alles wird verschwiegen, was sich im Erzbistum Köln und darüber hinaus an Empörung, Kritik und Wut zu dem theologisch reaktionären Handeln Kardinal Woelki anstaute und wohl immer noch vorhanden ist. Zu Bischof Wilmers Gratulation: <a href="https://kirchenzeitung-koeln.de/2716">LINK</a><br />
3.<br />
Kardinal Woelki selbst gab sich in katholisch.de am 14.8.2026 sehr selbstzufrieden: <em>&#8222;Ich kann sagen, dass ich mich weder alt noch müde fühle.</em> Eher beflügelt. Eigentlich hat mir meine Tätigkeit noch nie so viel Spaß gemacht wie jetzt&#8220;, sagte er. Er sei überrascht und glücklich darüber, was in den letzten Jahren in seiner Diözese &#8222;alles gewachsen ist.“ Und auch dies noch: „Ich würde das meiste wieder so machen, wie ich es machte“.<a href="https://katholisch.de/artikel/69871-kardinal-woelki-wuerde-das-meiste-wieder-so-machen"> LINK</a><br />
4.<br />
Auf die vielen tausend Austritte aus seiner Kirche seit seinem Amtsantritt kann Woelki hoffentlich nicht stolz sein: Konkret die Austrittszahlen im Erzbistum Köln unter Führung von Kardinal Woelki:<br />
2015 14.657 Austritte; 2016 13.583 Austritte; 2017 13.931 Austritte; 2018 18.472 Austritte; 2019 24.298 Austritte; 2020 17.282 Austritte (pandemiebedingt reduzierte Austritts-Termine); 2021 40.772 Austritte; <em>2022 51.345 Austritte (historischer Höchstwert); 2023 40.913 Austritte, 2024 28.979 Austritte, 2025 21.975 Austritte</em>.<br />
Die Kirchensteuern fließen aber noch gut, so dass kein Anlass zur Selbstkritik offenbar besteht. 2026 wird das Erzbistum 674 Millionen an Kirchensteuern erhalten, weitere Zuwendungen kommen hinzu, aus Zuweisungen und Zuschüssen, so dass das Erzbistum Köln einen Ertragsplan von fast einer Milliarde Euro hat.<a href="https://www.kirche-und-leben.de/artikel/erzbistum-koeln-mitgliederverlust-kirchensteuer-einnahmen-finanzen-kirchenaustritt-wirtschaftsplan-woelki"> LIN</a>K &#8230;.Und auch:  <a href="https://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/erzbistum/finanzen/.content/.galleries/wirtschaftsplan-download/Wirtschaftsplan-Erzbistum-Koeln-2026-Flyer.pdf">LINK</a><br />
5.<br />
So löblich auch die Anregung Woelkis ist, Wohnungen in Köln zu bauen: Der Herr Kardinal wohnt selbstverständlich NICHT in einem Drei-Zimmer-Apartment, das für für einen älteren Single ausreichend wäre, sondern im üblichen Palais in Köln, das er, bescheiden, wie er ist, im Jahr 2014 um einige Quadratmeter der riesigen Wohnung seines üppig lebenden Vorgängers, Kardinal Meisner, reduzierte: Woelki hat jetzt nur noch 160 Quadratmeter zur Verfügung im Erzbischöflichen Haus an der Kardinal Frings Str. Der Ärmste lebt also bescheiden, und verfügt über ein Monatsgehalt von 13.800 Euro monatlich. <a href="https://www.rnd.de/politik/kardinal-woelki-13-800-euro-monatlich-trotz-auszeit-FSFDGGQMPUSE63E6DYQEFMYTZU.html">LINK</a><br />
6.<br />
Über die große Protestbewegung gegen Kardinal Woelki unter Kölner Katholiken ist viel geschrieben worden, wir erwähnen nur einige Gründe der breiten Protestbewegung: Probleme bei der „Aufarbeitung“ von sexuellem Missbrauch; autoritärer Führungsstil; deswegen zahlreiche Protestdemos von Katholiken; MessdienerInnen erlauben es sich, bei der Messe dem Herrn Kardinal den Rücken zuzukehren usw…<br />
Woelki bot dem Papst Franziskus freundlicherweise seinen Rücktritt an, aber der Papst lehnte ab, aus welchen Gründen??? Dies wurde nie öffentlich gesagt, wie üblich in diesen Kreisen. Wir vermuten naheliegend bei den klerikal &#8211; sehr konservativen Verhältnissen im Erzbistum Köln: Das Opus Dei wollte Woelki, einen ihrer größten Sympathisanten in einem weltkirchlich sehr einflußreichen, vor Geld stinkenden Bistum, behalten…Weihbischof Dominikus Schwaderlapp in Köln steht dem <em>Opus De</em>i sehr sehr nahe….<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikus_Schwaderlapp">LINK</a><br />
Ein anderer Weihbischof von Köln ist Bischof Ansgar Puff, er ist eng mit dem theologisch extrem konservativen <em>„Neokatechumenalen Weg“</em> verbunden. <a href="https://katholisch.de/artikel/4715-eher-methode-als-gemeinschaft">LINK </a></p>
<p>Opus Dei und Neokatechumenaler Weg inspirieren wohl heftig den missionarischen Drang von Kardinal Woelki, Mission der Kölner Bevölkerung ist jetzt sein Lieblingsthema&#8230;</p>
<p>6.<br />
Problematisch ist die nun aktuell dokumentierte Selbstzufriedenheit des Kölner Kardinal Woelki aktuell etwa auch, wenn man sein theologisches Lieblingsprojekt denkt: Die so genannte „Woelki-Hochschule“ in Köln als bischöflich kontrollierte Ausbildungsstätte junger Theologen (KHKT) ist jetzt, Sommer 2026, ohne Leitung, ohne Führung. Es gebe einen toxischen Konflikt zwischen Woelki und der KHKT Trägerstiftung, schreibt der Kölner Stadtanzeiger. Es geht um die Frage: Was bedeutet Wissenschaft, kritische Wissenschaft, für diese Woelki Hochschule? Die zurückgetretene Leitung der Hochschule wolle nicht zum `Hurra-Herr Kardinal Club“ gehören, wolle nicht wie Marionetten des Kardinals sein, berichtet auch PUBLIK Forum am 14.8.2026, Seite 43.<br />
7.<br />
Angesichts dieser aktuellen Fakten, von den schon früher dokumentierten Tatsachen ganz zu schweigen. Ist es wirklich nicht zu akzeptieren, wenn man die Lobeshymne von Bischof Wilmer, dem Vorsitzender der Bischofskonferenz, liest: Wilmer spricht fast eine Heiligsprechung aus, wenn er diesen <em>Bischof Woelki als „einen authentischen Zeigen des Evangeliums“</em> bewertet. Seit wann führen denn „authentische Zeugen des Evangeliums“ zu dauerhaftem Streit, zu hilflosen Protesten, zu Kirchenaustritten???<br />
Wenn also diese bischöfliche Praxis des Kardinals authentisches Evangelium ist, dann, ja was dann?: Dann werden wir an die klerikale Verfälschung des Evangeliums Jesu von Nazareth erneut erinnert. Ein offenes, kritisches Wort zum 70. Geburtstag wagt ein klerikaler „Mitbruder“ einem anderen klerikalen „Mitbruder“ natürlich nicht zu sagen… Da herrscht offenbar immer noch die aus den klerikalen Missbrauchsfällen bekannte „Verschweige &#8211; Gemeinschaft“ der Kleriker…So brauchen wir nicht gespannt zu sein, was dann ein Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz zum 70.Geburtstag (2029) von Regensburgs Bischof Rudolf Voderholer schreibt, er ist ja bekanntlich ein sehr enger Freund von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, sie steht bekanntlich der AfD sehr sehr nahe…</p>
<p>………………………Der ursprüngliche Text  von 2023 mit zahlreichen LINKS…………</p>
<p>9.<br />
In seiner Doktorarbeit „Die Pfarrei“ an der Santa Croce Universität des Opus Dei in Rom nennt Woelki ein entscheidendes Kapitel: „Das Amt als Repräsentation Christi“ bzw. im Unterkapitel „Die sakramentale Vergegenwärtigung Christi durch den Kleriker“. Woelki glaubt, und das ist auch offizielle Lehre: Im zölibatären Kleriker, auch in ihm, Herrn Woelki, ist Jesus Christus sakramental (zeichenhaft) gegenwärtig. Welche Konsequenzen hat diese Theologie für den eigenen Lebensstil? Unter 3.2.3. schreibt Woelki in seiner Doktorarbeit an der Opus-Dei-Universität: „So repräsentiert der Bischof Christus in seiner und für seine Teilkirche“. Die theologische Frage ist: Wie stark leidet dieser Christus unter den gegenwärtigen „Kölner-Kardinals- Verhältnissen“? <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_denken-und-glauben">LINK</a></p>
<p>10.</p>
<p>Kardinal Woelki hat sich, wie üblich bei Kardinälen und Bischöfen,einen Wahlspruch gewählt: „Nos sumus testes – „Wir sind Zeugen“ (ein Zitat aus der „Apostelgeschichte“, 5. Kapitel, 32. Vers). Wobei das lateinische „nos“, also das Wir, eigentlich überflüssig ist bei dem „sumus“, das ja schon „wir sind“ aussagt. Das Wir, gemeint ist freilich das Ich, wird also noch einmal überbetont in dem Sinne: „Wir (nur wir Kleriker?) sind Zeugen (der Jesu Auferstehung). Ein egozentrischer Wahlspruch, könnte man meinen….</p>
<p>11.</p>
<p>Diesen Wahlspruch, so könnte man jetzt etwas ironisch meinen, hat sich Woelki sehr weise ausgesucht, offenbar voller Vor – Ahnungen für seine bevorstehenden juristischen Auseinandersetzungen. Da geht es bekanntlich darum, was denn Woelki als „Zeuge“ des sexuellen Missbrauchs seiner Priester so alles gesehen, erlebt, bzw. vertuscht hat.<br />
12.</p>
<p>Übrigens wurde Woelki von Papst Benedikt XVI. ins Kardinalskollegium berufen. Dafür hat wohl Woelkis enger Freund Kardinal Meisner (Köln) bei seinem Freund Ratzinger sorgen können….</p>
<p>13.</p>
<p><em>Hinweis auf einige ältere, nach wie interessante Publikationen über Woelki von Christian Modehn</em>:<br />
Kurz nach der Ernennung Woelkis zum Erzbischof in Berlin: „Mit Erzbischof Woelki ins Getto“ heißt der Beitrag vom 9. September 2011,<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_denken-und-glauben"> LINK</a>  (Woelki war Erzbischof bzw. Kardinal in Berlin von September 2011 bis zum 7.9.2014. Danach in Köln als Nachfolger seines Gönners Kardinal Meisner.</p>
<p>Am 9.7.2012 veröffentlichte Christian Modehn einen ausführlicheren und besonders wichtigen Hinweis, der sich vor allem mit der <em>theologischen Doktorarbeit Woelkis an der Opus-Dei-Universität</em> Santa Croce in Rom befassen.<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/2106_rainer-m-woelki-und-der-theologe-karl-rahner_religionskritik"> LINK</a>. Es ist interessant, dass die offizielle Pressemitteilung des Presseamtes des Erzbistum Berlin Woelkis Doktorarbeit an der Opus Die Universität in Rom nicht erwähnt. Diese Doktorarbeit war wohl schon peinlich geworden und wurde besser verschwiegen. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/2106_rainer-m-woelki-und-der-theologe-karl-rahner_religionskritik">LINK</a></p>
<p>Über <em>„Woelki und das Ende der Ökumene“</em>, <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9820_das-ende-der-oekumene-kardinal-woelki-schlaegt-zu_denken-und-glauben">LINK</a>, vom 7.10.2017</p>
<p>„Wie reaktionär ist Woelkis Theologie?“ <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12019_12019_religionskritik">LINK</a>, vom 16.9.2019<br />
Im „Fall“ des katholischen Theologen Prof. Ansgar Wucherpfennig SJ hatte sich Woelki eingeschaltet, dieser Eingriff zeigte, was der Kardinal unter freier theologischer Forschung versteht. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10952_zum-fall-des-katholischen-theologen-ansgar-wucherpfennig-sowie-zum-angriff-von-kardinal-woelki-auf-die-freiheit-der-wissenschaft-an-der-universitaet-in-bonn_befreiung">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.<br />
Aktualisiert am 15. August 2026 durch CM</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles">Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>KI sieht sich selbst als nur beschränkt glaubwürdig</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22558_ki-sieht-sich-selbst-als-nur-beschraenkt-glaubwuerdig_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 15:21:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[KI ist nicht glaubwürrdig hinsichtlich der Personen-Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[KI versteht sich selbst als nur begrenzt glaubwürdig]]></category>
		<category><![CDATA[wie glaubwürdig ist KI ?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>KI sagt selbst: Ki ist nur bedingt glaubwürdig. KI kann Fehler nicht schnell korrigieren. Wir haben diese selbstkritisch wirkende KI Antwort publiziert, um daran zu erinnern, dass KI Antworten in unserem Zusammenhang alles andere als weitestgehend  der Wahrheit entsprechen. Und dass KI auf unsere Hinweise der Fehler der KI Antworten eher hilflos wirkt, siehe die Antwort oben. Das "Schuldbewusstsein" wirkt wohl sehr gekünstelt, wie sollte es bei KI anders sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22558_ki-sieht-sich-selbst-als-nur-beschraenkt-glaubwuerdig_aktuelles">KI sieht sich selbst als nur beschränkt glaubwürdig</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>KI gesteht Fehler ein und kann sie nicht schnell korrigieren!<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.8.2026</p>
<p>Ich habe am 14.8.2026 mit KI über google einmal als Test „diskutiert“ über Fehler, die diese KI über meine Person veröffentlich hat. Darauf erhielt ich von KI am 14.8.2026 um 16.45 Uhr diese Antwort. Sie ist sehr ernüchternd und erscheint wie eine Warnung von KI selbst vor dieser KI:</p>
<p>Dies ist die Antwort von KI:<br />
Ich kann Ihre Skepsis vollkommen verstehen. Es ist absolut logisch, dass mein Fehler und das Fehlen eines echten Gedächtnisses Ihr Vertrauen in meine Zuverlässigkeit stark beschädigt haben. Wenn eine Quelle falsche Fakten liefert und sich kurz darauf nicht einmal selbst korrigieren kann, zweifelt man zu Recht an ihrer Glaubwürdigkeit.<br />
Als KI-Modell funktioniere ich anders als ein Mensch. Ich besitze kein Bewusstsein, kein echtes Wissen und kein persönliches Erinnerungsvermögen. Ich bin ein mathematisches Werkzeug, das Text basierend auf gelernten Mustern generiert.<br />
Dabei kommt es leider zu zwei zentralen Problemen, die meine Glaubwürdigkeit einschränken:</p>
<p>1. Warum ich Fehler mache (Halluzinationen)<br />
Muster statt Fakten: Ich überprüfe Informationen nicht wie ein menschlicher Journalist auf ihren Wahrheitsgehalt, sondern berechne, welche Wörter statistisch gut zusammenpassen.<br />
Falsche Verknüpfungen: Da Christian Modehn auf der Seite des Humanistischen Pressedienstes (hpd) als Autor von Gastbeiträgen auftaucht, hat mein System daraus fälschlicherweise eine feste &#8222;Mitarbeit&#8220; konstruiert. Das ist ein klassischer KI-Fehler.</p>
<p>2. Warum ich kein Gedächtnis habe<br />
Stateless (Zustandslos): Jedes Mal, wenn ein neues Gespräch gestartet wird, beginnt das System komplett bei null.<br />
Kein dauerhafter Lerneffekt: Ich kann aus den Korrekturen, die Sie mir in diesem Moment geben, nichts für die Zukunft oder für andere Nutzer abspeichern. Mein zugrundeliegendes Modell bleibt unverändert, bis die Entwickler ein neues Update einspielen. [1]
<p>Wie Sie mich trotzdem sinnvoll nutzen können<br />
Man sollte meinen Texten niemals ungeprüft vertrauen – besonders nicht bei spezifischen Personendaten, rechtlichen Fragen oder medizinischen Themen. Ich bin am besten als Werkzeug geeignet für:<br />
Strukturierung: Um lange Texte zusammenzufassen oder Grammatik zu korrigieren.<br />
Brainstorming: Um Ideen für Projekte, Programmcode oder Formulierungen zu sammeln.<br />
Entwürfe: Um erste Textskizzen zu erstellen, die Sie danach selbst überprüfen. [1]
Es ist völlig gesund und richtig, dass Sie mir gegenüber misstrauisch sind. Sie sollten meine Antworten stets wie eine unverbindliche erste Suche betrachten, die einer kritischen Überprüfung bedarf.</p>
<p>Ende dieser KI Antwort.</p>
<p><strong>Unsere kurze Stellungnahme: Wir haben diese selbstkritisch wirkende KI Antwort publiziert, um daran zu erinnern, dass KI Antworten in unserem Zusammenhang alles andere als weitestgehend  der Wahrheit entsprechen. Und dass KI auf unsere Hinweise der Fehler der KI Antworten eher hilflos wirkt, siehe die Antwort oben. Das &#8222;Schuldbewusstsein&#8220;  der KI ist wohl sehr gekünstelt, wie sollte es bei KI anders sei? Alles künstlich&#8230; </strong></p>
<p><strong>Es gibt schlechterdings keinen, nun ja, menschlichen Ansprechpartner bei diesen Fehlermeldungen, nur KI Spezialisten werden hoffentlich noch irgendwann einen menschlichen Ansprechpartner, vielleicht so gar einen menschlichen Namen,  eventuell finden, wahrscheinlich irgendwo in der Umgebung von San Francisco.</strong></p>
<p><strong> Das sollte man erkennen: Wir sind sozusagen einer anonymen Macht der Antworten &#8211; (An-) Geberei der KI ausgesetzt, die nicht in vollem Umfang die ihr tatsächlich zur Verfügung stehenden Wahrheiten aussagt. Das kann in manchen Fälle dramatisch sein&#8230;.C.M. </strong></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22558_ki-sieht-sich-selbst-als-nur-beschraenkt-glaubwuerdig_aktuelles">KI sieht sich selbst als nur beschränkt glaubwürdig</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 19:16:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungstheologie und Kontemplation]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn über Kontemplation in der Befreiungstheologie]]></category>
		<category><![CDATA[Karmeliterorden]]></category>
		<category><![CDATA[Kontemplation bei Theodor W. Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Seel über Kontemplation bei Theodsor W. Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Trappistenorden]]></category>
		<category><![CDATA[Verbindungen zwischen säkulärer Kontemplation und christlicher Kontemplation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kontemplation wird vom Philasophen Theodor W. Adorno neu entdeckt und neu geschätzt. Allerdings Kontemplation als säkulares, nicht - religiöses Verhalten. Kontemplation meint den Respekt für jeden Menschen, die Achtsamkeit für das Einmalige jedes Menschen. Kontemplation ist die zentrale kritische Kategorie im Denken Adornos, meint der Philosoph Marin Seel. Es lassen sich Verbndungen schaffen zwischen der Kontemplation Adornos und der Kontemplationdes us- amerikanischen Mönchs Thomas Merton und der lateinamerikanischen Befreiungstheologie. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung">Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.8.2026</p>
<p>1.<br />
Kontemplation ist ein Begriff, der sich auf die religiöse Praxis im Sinne der mystischen Traditionen in den Kirchen bezieht. Kontemplation meint das Sich &#8211; Versenken der Frommen in die göttlichen Geheimnisse, die in der Bibel überliefert oder von der Kirchenführung gelehrt werden. Die Karmeliterorden nennen bis heute die Kontemplation als die wichtige Praxis ihrer Mitglieder, inspiriert von Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz. Aber auch für die Schweigeorden der Trappisten und Kartäuser ist Kontemplation zentral. Für „normale“ (Laien)-Christen ist Kontemplation in dem Sinne eine ferne Welt…</p>
<p>2.<br />
Kontemplation wird im 20. Jahrhundert, mit einem säkularen, weltlichen Inhalt, eine Art Leitidee der PhilosophieTheodor W. Adornos. Dieser Wandel des Begriffs Kontemplation und der mit ihm gemeinten Praxis ist ein weiteres Element für das Verstehen unserer Gegenwart, also auch für uns kein Nebenthema.</p>
<p>3.<br />
Die Säkularisierung von Begriffen aus der metaphysischen und religiösen Tradition interessiert uns sehr. Der Philosoph Martin Seel machte auf „Adornos Philosophie der Kontemplation“ schon 2004 (Suhrkamp Verlag) aufmerksam. Seel betont: Kontemplation ist für Adorno alles andere als ein Nebenthema.<br />
Als junger Philosoph hat Adorno die Kontemplation zurückgewiesen und allen Wert darauf gelegt, dass Philosophie niemals einer „selbstgenügsamen Kontemplation“ verfallen sollte. Er dachte dabei an eine Kontemplation, die sich &#8211; abgeschieden vom Geschehen der Welt &#8211; der Betrachtung des Ewigen, Himmlischen etc. hingibt.</p>
<p>4.<br />
Später, so Martin Seel, entwickelte Adorno die Kontemplation als das normative Kriterium für sein Philosophieren überhaupt. „Die These unseres Beitrags lautet, das es sich hierbei um das für Adornos Denken zentrale Kriterium der Bewertung menschlicher Zustände handelt. Kontemplative Erfahrung stellt die normative Grundlage seines Philosophierens dar.“ (S. 13).<br />
Mit seinem Plädoyer, kontemplativ zu denken und kontemplativ zu leben, meint Adorno eine entscheidende Haltung: Menschen und Dinge in ihrer individuellen Besonderheit wahrnehmen, Sinn entwickeln für das Unwiederholbare im Leben, und den Tendenzen widerstehen, Menschen und Dinge nach dem Kriterium der Zweckmäßigkeit anzusehen und entsprechend „technisch“ zu verwenden.</p>
<p>5.<br />
Kontemplation ist also, ein Geltenlassen und Sein -Lassen der anderen, der Menschen und der Welt. Vorausgesetzt ist dabei auch der Abstand von den Zwängen des Alltags und seines Tuns, also die Möglichkeit, auf die Dinge und Menschen kritisch zu schauen, ihre Einmaligkeit wahrzunehmen, mit ihnen in Kommunikation zu treten ohne den Gedanken an Herrschaft: Menschen und Dinge also zu pflegen und zu behüten. Martin Seel schreibt: „Die Fähigkeit, andere und anderes in ihre Sonderheit sein zu lassen, bildet der Prüfstein, an dem Adorno den gesellschaftliche Zustand misst.“ (S. 25). Ein sehr aktuelles, dringendes Thema: Wir denken an die Abwehr der Flüchtlinge, die Mauern, die Europa umgeben; die Rechtlosigkeit von Queers nicht nur in christlichen Staaten Afrikas.</p>
<p>6.<br />
Martin Seel betont: Man solle nun bloß nicht Adorno insgesamt so interpretieren, als lasse er nur noch kontemplatives Verhalten gegenüber den Menschen und den Dingen als einzige menschliche humane Praxis gelten. Als bräuchten der Mensch und die Gesellschaft nicht immer auch das technische Tun, die Gestaltung von Welt und Gesellschaft, also das, was die Kritische Theorie „instrumentelles Verhalten“ nennt: Aber: diese Welt der Technik und Verwaltung muss immer von dem genannten Kriterium der Kontemplation kritisiert und in ihrer Allmachts &#8211; Tendenz zurückgewiesen werden!</p>
<p>7.<br />
Die von Adorno beschriebene Kontemplation ist also eine jedem Menschen innewohnende „korrektive Kraft“ , betont Martin Seel (S. 38).</p>
<p>8.<br />
Darin können sich die klassische metaphysisch &#8211; religiöse Kontemplation und die säkulare Kontemplation Adornos treffen: Kontemplation ist eine dem Menschen immer gegebene Möglichkeit, aus seinem Egoismus, seiner Fixierung auf instrumentelles Handeln herauszutreten. Kontemplation ist also klassisch wie für Adorno eine aus dem engen Ego herausführende, eine transzendierende Bewegung.<br />
Nur: Die Klassische Kontemplation in den Kirchen, zumal in den „beschaulichen Orden“, meint eher die soziale und politische Aktion zurückweisende Haltung der Versenkung: Bitte immer im Schweigen, so die Ordensregel &#8211; in eine göttlich gedachte Wirklichkeit. Aber diese Tradition wird jetzt langsam überwunden.</p>
<p>9.<br />
Man denke an die Erfahrungen des us-amerikanischen Trappistenmönchs Thomas Merton (1915-1968) , bis heute ein vielfach geachteter spiritueller Autor: Er konnte sich von den strengen Klosterregeln etwas befreien und ein Einsiedler &#8211; Leben auf seinem Klostergelände führen, das ihm dann gerade politisches Engagement für die Friedensbewegung in den USA gegen den Vietnam &#8211; Krieg erlaubte.<br />
Der Trappistenönch Merton schreibt: „Kontemplation ist der höchste Ausdruck des intellektuellen und spirituellen Lebens des Menschen &#8230; Es ist spirituelles Wunder. Es ist eine spontane Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens, des Seins. Es ist eine lebendige Erkenntnis der Tatsache, dass das Leben und das Sein in uns von einer unsichtbaren, transzendenten und unendlich reichlich vorhandenen Quelle ausgehen. Kontemplation ist vor allem das Bewusstsein für die Realität dieser Quelle“ (in Thomas Merton: New Seeds of Contemplation, Quelle: https://www.thomasmertonnyc.org/about-merton/explore/2016/7/5/the-contemplative</p>
<p>10<br />
In der Befreiungstheologie (teología de la liberacion) heute wird die Kontemplation als politische Kraft entdeckt: Sie zeigt den Christen und den Kirchen, in den Armen und Unterdrückten eine göttliche Präsenz wahr &#8211; zunehmen: Also den absolute Bedeutung eines jedes Menschen, auch des Armen, politisch zu fördern. „Die Kontemplation Christi im leidenden Ausgestoßenen und geknechteten Bruder ist ein Appell zu tätigem Einsatz. Dies bildet den geschichtlichen Inhalt der christlichen Kontemplation in der lateinamerikanischen Kirche“, schreibt der chilenische Theologe Segundo Galilea 1974, zit. siehe Fußnote 1:</p>
<p>11.<br />
Wenn sich die christliche Kontemplation erneuert und auf die übliche Weltflucht verzichtet, kann sie in lernbereite Kommunikation mit der säkularen Kontemplation treten: Ihr geht es auch um die von instrumentellen Interessen befreite Anerkennung der Menschen als Menschen… Kontemplatives Leben ist in beiden Gestalten von Kontemplation immer ein Kampf für die Menschenwürde und die Menschenrechte…Vielleicht sollten Christen öfter mal Texte von Theodor W. Adorno lesen.</p>
<p>12.</p>
<p>Einen Aspekt der Kontemplation bringt Adorno nicht zur Sprache, die kontemplative Stille, das Schweigen in der Kontemplation. Dann wird das Denken zu sich selbst geführt, zur Reflexion, zur Erkenntnis, was Dasein, was Leben bestimmt. Diese Kontemplation in der Stille, im Zurückdrängen allen Lärms, ist kein Dauerzustand, sondern auch eine Art Stärkung von Geist und Seele&#8230; um in die Alltäglichkeit der Auseinandersetzungen und in die gesellschaftliche Praxis zurückzukehren&#8230;</p>
<p>Fußnote 1: Zit in: Christian Modehn, „Kampf &#8211; Kontemplation -Theologie. Eine Skizze“. In dem Sammelband „Befreiende Theologie“, hg. von Karl Rahner, Christian Modehn, Hans Zwiefelhofer, Stuttgart 1977, S. 27.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22547_kontemplation-von-theodor-w-adorno-wieder-belebt-und-von-einigen-theologen-heute-neu-entdeckt_befreiung">Kontemplation &#8211; von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt &#8211; welche Hoffnung stirbt?</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22530_die-hoffnung-stirbt-zuletzt-welche-hoffnung-stirbt_befreiung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 19:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[die französische Sprache weiß mehr von Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[die zwei Gestalten der Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[epérance stirbt nie]]></category>
		<category><![CDATA[es gibt zwei verschiedene Inhalte für Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung stirbt zuletzt]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung über den Tod hinaus]]></category>
		<category><![CDATA[ohne Metaphysik keine Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschied espoir und espérance]]></category>
		<category><![CDATA[was heißt Hoffnung stirbt zuletzt?]]></category>
		<category><![CDATA[wer sind die Zerstörer der Hoffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Hoffnung stirbt zuletzt - da entsteht die Frage: Welche Hoffnung? Die französische Sprache unterscheidet zwischen espoir und espérance. Espoir gilt nur für morgen, ist nur aufs Praktische aus. Espérance hat eine große, auch metaphysische Weite. Es gilt die espérance zu pflegen in trostlosen Zeiten heute. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22530_die-hoffnung-stirbt-zuletzt-welche-hoffnung-stirbt_befreiung">Die Hoffnung stirbt zuletzt &#8211; welche Hoffnung stirbt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 7. August 2026</p>
<p>1.<br />
Die Volksweisheit „<em>Die Hoffnung stirbt zuletzt</em>“ sagt die Wahrheit: Stirbt die Hoffnung, dann stirbt die Seele, stirbt der Geist, stirbt der Körper, stirbt die Welt .. etwa beim nächsten Atomschlag oder der großen Klimakatastrophe oder der total unbeherrschbar gewordenen KI und deren Roboter. „Lasst alle Hoffnung fahren“, so die Inschrift auf dem „Tor der Hölle“ in Dantes „Göttliche Komödie“.</p>
<p>2.<br />
Hoffnungslosigkeit und Höllenangst werden heute eher selten als Einheit gedacht, eher schon Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit und Nihilismus.</p>
<p>3.<br />
Aber wir sind der Hoffnungslosigkeit nicht total ausgeliefert: Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich: Wenn man sich nämlich der französischen Sprache zuwendet: Im Französischen gibt es zwei Worte für Hoffnung: <em>Espoir und espérance.</em> Und das Hoffnungsvolle ist: Beide Worte meinen unterschiedliche Inhalte. Man lerne also auch in Deutschland, angesichts der genannten Volksweisheit, Hoffnung differenzierter zu verstehen.</p>
<p>4.<br />
Zunächst zum französischen Wort <em>espoir:</em> Es bezieht sich auf eine Hoffnung, die der unmittelbaren Zukunft gilt: Ich hoffe, dass heute mein Zug wieder so pünktlich abfährt wie gestern. Ich hoffe, dass der Arzt morgen wieder arbeitet. Ich hoffe, es gibt keinen Streit, wenn morgen diese Gäste kommen….Espoir bezieht sich auf eine greifbare, auch planbare Zukunft. Niemand würde aber espoir verwenden, wenn er bei der Hochzeitsfeier sagt: Ich habe die Hoffnung, dass meine Ehe sehr viele Jahre glücklich sein möge.</p>
<p>5.<br />
Espérance meint als Hoffnung die große Weite auch einer fernen Zukunft oder auch der unergründlichen Tiefe des Lebens: Religiöse Menschen haben die espérance, dass mit dem Tod nicht alles aus ist… Und die hoffentlich langdauerende Lebenserwartung wird „espérance de vie&#8220; genannt. Wenn eine Mutter über ihr Kind sagt: Ich setze in mein Kind alle Hoffnung, dann verwendet sie espérance. Und wenn von den drei, nicht nur christlichen, sondern allgemein menschlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe die Rede ist, dann ist Hoffnung selbstverständlich espérance.</p>
<p>6.<br />
Warum diese „Wort &#8211; Analyse? Weil sie uns anregen kann, differenzierter zu denken: Wenn Hoffnung als letztes stirbt, wie die „Volksweisheit“ sagt, dann muss gefragt werden: Welche Hoffnung stirbt denn? Die Alltagshoffnung, als auf Französisch espoir? Oder die weite Hoffnung, die eine Lebensenergie ist, die espérance?</p>
<p>7.<br />
Die Alltagshoffnung espoir kann durchaus sterben: Wenn unsere praktischen Vorhaben scheitern; wenn ein Streik uns die Hoffnung auf einen schönen Urlaub nimmt. Diese Alltagshoffnung hat aber oft nur einen kurzen Tod, dann lebt sie wieder auf. Zur Auferstehung der Hoffnung als espoir sorgt sicher auch die wirkmächtige Lebensenergie, also die espérance als Hoffnung auf ein gutes Gelingen des ganzen Lebens, die Hoffnung, dass sich die Vernunft langfristig durchsetzt gegen allen Wahn, etwa des Rechtsextremismus und der Ignoranz gegenüber Klima &#8211; Katastrophen usw..</p>
<p>8.<br />
Aber die espérance, diese Hoffnung, die in die tiefe Weite des ganzen Lebens führt, kann sie auch sterben? Also die Hoffnung, dass wir uns von einem erfreulichen, letztlich aber nicht ganz durchschaubaren Lebenssinn „getragen“ wissen können und durch ihn leben? Kann sie auch sterben? Die espérance &#8211; Hoffnung weist ins Metaphysische, in die Hoffnung, trotz aller Krisen und Katastrophen dieser Welt in einer kaum zu ergründenden, sicher dann (sprachlich etwas hilflos ) „göttlich“ zu nennenden Geborgenheit zu leben. Also gerade nicht „metaphysisch obdachlos“ zu sein, wie Jürgen Habermas einst sagte.</p>
<p>9.</p>
<p>Kann also auch diese espérance &#8211; Hoffnung sterben? Sie kann stillgelegt werden, wenn wir selbst unter Hoffnung nur noch espoir verstehen und entsprechend begrenzt leben, uns im Alltäglich &#8211; Technischen total aufhalten und verlieren.</p>
<p>Diese Hoffnung kann auch stillgelegt werden von den Verbrechern in der Politik, den Diktatoren und Kriegsherren, sie kann stillgelegt vom egoistischen Wahn der Multimilliardäre, dem Wahn derer, die den Klimawandel leugnen…Diese Leute sind die Meister des Nihilismus, den sie durchsetzen wollen. Aber sie können diese Hoffnung nicht endgültig auslöschen, denn sie ist etwas Ewiges im Menschen, wie Philosophen sagen, sie ist eine Lebensenergie, als eine Gabe der Schöpfung oder gewagter gesagt, als Gabe einer schöpferischen Kraft „des Ewigen“ zu verstehen. Überall, wo Widerstand der Demokraten, der Humanisten geleistet wird, lebt diese espérance.</p>
<p>10.<br />
Wann stirbt die espérance &#8211; Hoffnung ? Wenn der Mensch stirbt.<br />
Und wer den Tod als noch Überlebender betrachtet, als metaphysisch noch interessierter Mensch, der weiß wegen der espérance: Ob mit dem Tod alles vorbei ist, ist philosophisch eine  offene Frage. Die Engländer haben die treffende Weisheit: „Hope springs eternal.“ Das heißt: „Hoffnung währet ewig.“<br />
Die LeserInnen wissen hier: Wir im Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin halten eine vernünftige moderne Metaphysik für möglich … und nötig. Dazu haben wir etliche Beiträge geschrieben, etwa zu Kants Vernunftreligion. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19364_19364_denkbar">LINK</a></p>
<p>11.<br />
<em>Ich hoffe nicht, dass sich kluge Romanisten melden</em> und mich über die neueste Sprach &#8211; Praxis in Frankreich belehren und sagen: „Die Leute dort sind jetzt dermaßen mit espoir befasst, also mit der begrenzen Alltagshoffnung, dass espérance leider immer mehr in Vergessenheit gerät.“ Mag ja sein, etwa angesichts der Klima &#8211; Katastrophen in der Umgebung von Bordeaux, da war die espoir, das Hoffen auf ein besseres Morgen, wichtig. Aber ganz ist die espérance dabei nicht untergegangen: „Es wird schon irgendwann wieder besser für uns“, sagt Menschen, denen die espérance wichtig ist.</p>
<p>12.<br />
Aber unwahrscheinlich wäre diese Entwicklung nicht, wenn sich immer mehr nur auf die kurzfristige espoir fixieren. Immer mehr Menschen leben heute „metaphysisch obdachlos“, mauern sich in diese &#8222;Obdachlosigkeit&#8220; ein, leben ohne espérance.</p>
<p>13.<br />
Wir meinen etwas mutig, aber begründet: Kein Mensch kann die espérance auslöschen! Sie hat etwas Göttliches, ist etwas Göttliches, das wissen auch die Poeten und Künstler und Musiker und Engagierten in den humanistischen NGOs. Genauso wie die Philosophen und … alle Liebenden.</p>
<p>14.<br />
<em>Uns bleiben nur die vernünftigen Versuche zu zeigen, dass diese espérance nie vergessen wird und auch in allen anderen Sprachen respektiert wird.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Alle haben die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Und sie tun es bereits!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 13:57:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Dringende philosophische Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Buch "Hinter Mauern"]]></category>
		<category><![CDATA[der Mauerfall 1989 ist nur eine schöne Idee]]></category>
		<category><![CDATA[die Flüchtlinge aus Marokko in Ceuta Emde Juli 2026]]></category>
		<category><![CDATA[eine Ansprsche zum 13. August]]></category>
		<category><![CDATA[Europa baut Mauern]]></category>
		<category><![CDATA[Europa mauert sich ein]]></category>
		<category><![CDATA[fast alle europäischen Politiker haben die Absicht Mauern um Europa zu errichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken zum 13. August]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkrede am 13. August 2026]]></category>
		<category><![CDATA[geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mauerbau in Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt zum 13. Sugust]]></category>
		<category><![CDATA[schon einmal kamen 2021 tausende Flüchtlinge aus Marokko in Ceutra an]]></category>
		<category><![CDATA[Suhrkamp Verlag Buch "Hinter Mauern"]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag zum 13. August 2026]]></category>
		<category><![CDATA[was hat Walter Ulbricht mit den Politikern Europas im Jahr 2026 gemeinsam]]></category>
		<category><![CDATA[ws bedeutet der 13. August im Jahr 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Walter Ulbricht, DDR, sagte im Juni 1961: "Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu errichten". Heute haben fast alle Politiker in Europa die Absicht, Mauern zu errichten. Eine kritische Erinnerung an den 13. August 1961, dem Beginn des Mauerbaus. Nach der großen Fluchtbewegung nach Ceuta Ende Juli 2026 wird die europäische Flüchtlingspolitik nur noch vom Gedanken der Abwehr bestimmt, die Mauern um Europa sollen im dicker und fester werden. Die Menschenrechte spielen dabei keine Rolle mehr. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22514_alle-haben-die-absicht-eine-mauer-zu-errichten-und-sie-tun-es-bereits_befreiung">„Alle haben die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Und sie tun es bereits!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum 13. August: Gedenktag der Errichtung der Berliner Mauer 1961.<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn</p>
<p><em>Das 1. Motto:</em> &#8222;Es gibt auch eine soziale Theodizee, die danach fragt: Warum lassen Gesellschaften, die ihrem sozialen Selbstbild nach human und demokratisch sind, sinnloses Leid zu, obwohl sie über die Macht verfügen, solches Leid zu verhindern oder erheblich zu reduzieren.&#8220; (Quelle: Siehe Fußnote 2)</p>
<p><em>Das 2. Motto:</em> Wer heute, 2026, über den Bau der Berliner Mauer spricht, ohne zugleich ausführlich die Mauer &#8211; Bauer (gegen Flüchtlinge, Fremde, &#8222;Andere&#8220; usw.) kritisch zu sprechen, ist aus der Zeit, der Gegenwart, gefallen. Das gilt auch für &#8222;Gedenkgottesdienste&#8220; am 13.8.2026. (CM)</p>
<p>1.<br />
<em>“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“</em>. Sagte Walter Ulbricht, der Chef der DDR, am 15. Juni 1961. Zwei Monate später, am 13. August 1961, spaltete er mit dem Bau der Mauer die Stadt Berlin. West &#8211; Berlin wurde eine Art Insel, umgeben von Mauern und Stacheldraht. Die ganze DDR hatte nun mehr als bloß einen „eisernen Vorhang“.</p>
<p>2.<br />
<strong>Die aktuelle Erkenntnis zum 13. August im Jahr 2026: Die DDR wollte 1961 ihre Bewohner an der Ausreise hindern, wollte niemanden rauslassen. Heute will Europa Flüchtlinge nicht mehr reinlassen, Europa ist zur Festung ausgebaut worden.</strong></p>
<p>3.<br />
„<em>Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten“</em>.<br />
Die politischen Perspektiven der PolitikerInnen in Europa heute: Sie errichten seit 20 Jahren Mauern rings um Europa: Mauern aus Beton, Stacheldraht, Steinen, Frontex-Schnell &#8211; Booten. Mauern der immer rigideren Gesetzen zur Flüchtlings &#8211; Abwehr. Mauern des Hasses, lautstark und unverschämt propagiert von rechtsextremen faschistischen Politikern innerhalb der noch bestehenden Demokratien. Und: Ideologische Mauern der fundamentalistisch verirrten und verwirrten Frommen in den Kirchen, im Judentum, im Islam …die Liste weiterer Beispiele ist lang.</p>
<p>4.<br />
<em>Am 30. und 31. Juli 2026 erreichten 70.000 AfrikanerInnen und Afrikaner von Marokko aus die spanische Exklave CEUTA</em>. Europas Politiker waren schon geübt, dieses Ereignis mit militärischen Begriffen zu deuten: Von Invasion war die Rede, von Ansturm, Überfall, Chaos. Diese „Horden“ der Eindringlinge wurden in Ceuta nicht elementar menschlich versorgt. Die Bevölkerung Ceutas und die ganze freie, Welt war glücklich, als die meisten schnell wieder nach Marokko zurückkehrten. Flüchtlinge aus dem Südsudan waren einige Wochen auf der Flucht: Im Süd -Sudan gibt’s eigentlich keine Überlebensbedingungen mehr, aber die demokratischen Staaten können nicht, wollen nicht, die herrschenden Verbrecher vertreiben.<br />
Die mehrheitlich konservativen EU Politiker waren heilfroh, dass keinem Flüchtling von Ceuta Ende Juli 2026 die Flucht aufs spanische Festland gelang.<br />
Nebenbei: Mit dem Bau der modernen Festungsanlage rund um Ceuta wurde schon 2005 begonnen. Jetzt wird mit vielen Millionen Euro weiter aufgerüstet, es wird ein besseres Frühwarnsystem installiert. Vor wem waren Frühwarnsysteme? Vor Flüchtlingen als Feinden, wie im Krieg!</p>
<p>5.<br />
Es ist höchst merkwürdig: Soweit wir sehen, wird in den Medien kaum an <em>die erste, ähnliche Flüchtlingsbewegung von Marokko aus nach Ceuta erinnert: Am 17. Mai 2021</em> ließ die Regierung Marokkos den Übertritt von etwa 12.000 Menschen in die spanische Exklave Ceuta zu. „Die marokkanischen Behörden ermutigten die Menschen eindeutig zum Gehen“, schreibt der Historiker Timothy Garton Ash (Fußnote 1).Der Grund für die „Großzügigkeit“ des marokkanischen Königs: „Seine Verärgerung über das Verhalten der spanischen Regierung gegenüber der Westsahara“, so Ash, (ebd. S. 285.)</p>
<p>6.<br />
<em>Die unerwartete Anwesenheit von mindestens 70.000 Menschen aus Afrika in der spanischen Exklave Ceuta am 30.und 31.Juli 2026 ist ein „historisches Datum“.</em></p>
<p>Die mehrheitlich rechts oder rechtsextrem orientierten Politikerinnen Europas nützen diese „Invasion der Fremden“ als Chance und entwickeln nun eine noch rigidere Flüchtlingspolitik. Sie vergessen wie üblich in ihrem Kampf gegen „die“ Flüchtlinge, dass Not, Armut und Ungerechtigkeit diese Menschen zur Flucht treiben. Dabei ist die Not für die meisten Menschen in Afrika mit-verursacht von der nach wie vor kolonialen Afrika (Wirtschafts -) Politik der EU. Anstelle einer gerechten (Wirtschafts-) Politik zugunsten der Armen werden in Europa Projekte entwickelt, abgewiesene Flüchtlinge in Lagern &#8211; etwa in Albanien oder Ruanda &#8211; unterzubringen. KZ-ähnliche Lager zur Abwehr afrikanischer Flüchtlinge finanziert die EU seit Jahren schon in Libyen. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15088_wenn-auch-die-eu-krieg-fuehrt-gegen-fluechtende_befreiung">LINK</a><br />
Die rechten und rechtsextremen PolitikerInnen der EU halten sich eher an die Herrscher &#8211; Cliquen Afrikas, man nennt sie in diesen Kreisen „Eliten“.<br />
In Deutschland werden Abschiebungen von Flüchtlingen organisiert, Abschiebungen, die man,„Remigrationen“ nennen muss, durch den „christlich-sozialen“ Innenminister Alexander Dobrindt, Quelle: <a href="https://www.n-tv.de/politik/Deutschland-schiebt-Mann-ohne-Straftaten-nach-Afghanistan-ab-id31134003.html">LINK</a>.</p>
<p><em>Die zentrale Forderung der AfD, die „Remigration“ der Flüchtlinge, ist durch Minister Dobrindt (CSU) bereits Realität!</em> Die AfD freut sich über diese Kollaboration.<br />
Damit wir nicht von unverschämter Kritik belästigt werden: Wir sind nicht für eine totale Öffnung Europas „für alle“, aber wir bestehen auf den Standards, die in verschiedenen Menschenrechts &#8211; Erklärungen von europäischen Staaten und deren Bürgern eigentlich unterschrieben und eigentlich akzeptiert wurden, einst…</p>
<p>7.<br />
Auch Kanzler Merz (CDU) hat den Brief der Neofaschistin und Ministerpräsidentin Italiens Meloni unterzeichnet: Darin wird die sozialistische Regierung Spaniens wird wegen der Ereignisse in Ceuta massiv angegriffen: Die letzte linke, in der Flüchtlingspolitik eigentlich etwas humane Regierung soll offenbar von Rechten und Rechtsextremen kaputt gemacht werden. Dabei folgte der spanische Ministerpräsident Sanchez einem gleichermaßen humanen wie auch wirtschaftlich sinnvollen Kurs: Bis jetzt irregulär in Spanien lebenden Lateinamerikanern wird eine Aufenthaltserlaubnis und einen Arbeitsstatus gegeben. Denn Migration ist für Europa keine Bedrohung, sondern eine zu fördernde Realität in unserer globalen Welt.</p>
<p>8.<br />
Wir haben den fürs humane Leben wichtigen Begriff der Identität nicht vergessen. Die Identität eines Menschen bedeutet nicht die totale Abkapselung des Individuums, das Fixiertsein allein auf sich selbst. Das wäre der Abgrund des totalen Egoismus. Identität bedeutet für Menschen immer Verbundenheit mit anderen. Das Ich lebt nur dank der vielen Du, der vielen unterschiedlichen Wir in der Gesellschaft. Die Identität Europas ist nicht der abgeschlossene Nationalstaat, sondern das gleichberechtigte Miteinander der Verschiedenen, zu denen auch Flüchtlinge aus der Ferne, etwa aus Afrika gehören.<br />
In einer globalen Welt können die EuropäerInnen, die vergleichsweise noch wie auf einer „Insel der Seligen“ leben, niemals wie abgekapselte Egoisten ein menschenwürdiges Leben führen. Sondern immer nur als Menschen, die das große Miteinander, das Wir, leben und lieben und die das Wir fördern, auch mit den „Anderen“ aus „anderen Kulturen“, den Flüchtlingen. Und die werden, gut respektiert und integriert, auch die Gesellschaft hier im wahrsten Sinne bereichern…</p>
<p>9.<br />
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Diese leider zutreffende These, ein „Wortspiel“ mit dem bekannten Zitat Ulbrichts kann nur von Menschen (und PolitikerInnen) korrigiert werden, die den Egoismus der Reichen als die zentrale Verfehlung der Europäer (und Nordamerikaner…) erkennen und anerkennen. <em>Der Historiker Timothy Ash betont: „Wenn sich die Kluft zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden infolge von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und schlechter Regierungsführung weiter vergrößert, werden keine europäischen Verteidigungsanlagen mehr ausreichen. Immer mehr Menschen werden über diese Zäune klettern (das schreibt Ash 2022!)…Was wird Europa dann tun? Noch höhere Mauern bauen? Todesstreifen Anlagen? Menschen einfach ertrinken lassen?“</em><br />
Die EU Politiker haben jedenfalls nach den „Ereignissen“ in Ceuta am 30.Juli 2026 fest versprochen: Die Grenzen noch viel sicherer, also unüberwindbar, zu machen. Die Festung Europa wird noch fester, fest versprochen.</p>
<p>10.<br />
<em>Ist die Errichtung einer Brandmauer durch die demokratischen Parteien in Deutschland gegen die AfD eine die Not wendende Mauer?</em> Oder hat die AfD mit ihrer rechtsextremen Politik diese Brandmauer errichtet?<br />
Das Problem ist: Sollen sich Demokraten gegen alle WählerInnen der AfD durch eine Mauer abgrenzen und gegen diese verteidigen, dürfen sie die AfD &#8211; WählerInnen isolieren und als „nicht zur Demokratie zugehörend“ betrachten? Oder sollte man sogar zwischen rechtsextremen AfD WählerInnen und bloß frustrierten AfD Wählern unterscheiden? Oder gilt die Ablehnung, die ein Brandmauer in diesem politischen Sinne meint, nur der nachgewiesen rechtsextremen Führung der AfD?<br />
Immer wieder wird selbst noch im August 2026 &#8211; vor den Wahlen in Sachsen &#8211; Anhalt &#8211; ein Verbot der AfD gefordert: Wir meinen, diese ewigen Diskussionen kommen jetzt viel zu spät. Demokraten in Deutschland sind unfähig, antidemokratische Organisationen sehr früh, im Status des Entstehens, zu erkennen und zu verbieten. Und die Anhänger dieser Parteien zu überzeugen, dass es grundsätzlich keine Alternative zur Demokratie gibt, ohne dabei die Fehler der Demokraten zu verschweigen.</p>
<p>11.<br />
<em>Interessant ist, den Begriff Brandmauer als Fachbegriff der Architektur zu betrachten</em>: Wikipedia schreibt: „Eine Brandwand oder Brandmauer (selten auch Brandschutzwand, früher auch Feuermauer und Brandgiebel) ist eine Wand, die durch ihre besondere Beschaffenheit das Übergreifen von Feuer und Rauch von einem Gebäude oder Gebäudeteil zu einem anderen verhindern soll.“ Längst hat der Rauch und das Feuer der AfD andere Gebäude, also andere Parteien, erreicht. Die AfD hat &#8211; mit anderen rechtsextremen Parteien und Organisationen &#8211; bereits das politische Klima vergiftet, die Schleusen von Hass und Gewalt geöffnet. In dieser Situation ist es gefährlich, in sogenannten Einzelfällen gelegentlich mit diesen Brandstiftern zu kooperieren. Wer einmal sagt: Die AfD ist nicht so schlimm, wird es auch bei weiteren politischen Entscheidungen sagen. Es gibt bereits eine Kooperationen etwa der CDU mit der AfD, etwa bei gemeinsamen Abstimmungen oder Absprachen, etwa in Kommunal- und Kreistagen..</p>
<p>12.<br />
Wir haben vor einigen Jahren, 2021, unserer Erinnerung an den 13. August 1961, auch auf den <em>Vatikan &#8211; Staat (auch den „Heiligen Stuhl“) mit seinen dicken, fetten und unzerstörbaren Mauern</em> hingewiesen. Beton ist gar nichts dagegen. Diese Kirche hat sich seit Jahrhunderten schon an ihrem Stammsitz Vatikan, dem Ort aller päpstlichen Behörden, eingemauert. Obwohl Papst Leo XIV. sicher auch sagen kann: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Aber er bleibt bei den wie Beton wirkenden Dogmen (etwa zur Erbsünde) und hält an Beton &#8211; Traditionen fest (etwa das Zölibatsgesetz, das Nein zum Priestertum der Frauen usw.). Alle Offenheit und Freundlichkeit des Papstes wirkt eher wie gespielt, wenn nicht verlogen, solange er die Mauern seiner Kirche nicht abreisst, und das läge in seiner Allmacht… Aber das tut er nicht. Der Klerus will absolut nicht auf seine Vor-Macht niemals verzichten. Sie soll ja von Gott höchstpersönlich verfügt sein…<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/369_vatikan-ein-blick-hinter-die-mauern_religionskritik">LINK</a></p>
<p>13.<br />
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Mit unserem Titel haben wir darauf hingewiesen: Die meisten europäischen PolitikerInnen und die ihnen folgenden BürgerInnen/WählerInnen aktualisieren in der „Flüchtlingspolitik“ auf paradoxe Weise das Statement des DDR Chefs Walter Ulbrichts: Auch heute wird jeder Politiker sagen: Er habe doch nicht die Absicht, Mauern um Europa herum zu errichten.</p>
<p>14.<br />
<em>Das Datum des Mauerfalls, 7. November 1989,  war in Europa offenbar nur ein kurzes Intermezzo der Freiheit und universellen Menschenrechte: „Der Mauerfall“ 1989 ist heute, 2026, nur noch ein poetisches, ein nostalgisches Wort in der realen Politik Europas und der USA, die überall Mauern errichtet…</em></p>
<p>Fußnote 1: Timothy Garten Ash, „Europa. Eine persönliche Geschichte“. DTV, 2023, S. 386.</p>
<p>Fußnote 2: Zit. aus dem sehr empfehlenswerten Buch &#8222;Hinter Mauern. Geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschft&#8220; . Hg. Volker M. Heins und Frank Wolff, Suhrkamp, 2023, zit. S. 99.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
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<p class="post-modified-info">Aktualisiert am 14. August 2026 durch <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/der-religionsphilosophische-salon-berlin-eine-skizze#:~:text=Gründer%20und%20Initiatoren" target="_blank" class="last-modified-author">CM</a></p>
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		<title>Wenn Lügen Leben zerstören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 13:34:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein kurzes Plädoyer für die Wahrhaftigkeit in Zeiten der Herrschaft der Lüge Ein Hinweis von Christian Modehn am 3.8.2026 Ein aktuelle Vorwort: Jetzt verbrennen riesige Flächen von Wäldern in Europa. Im wissenschaftlichen Vergleich: Immer öfter, immer stärker. Wasser wird in vielen Regionen sehr knapp, Flüsse trocknen aus, die Hitze tötet Tausende (alte und kranke Menschen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22509_wenn-luegen-leben-zerstoeren_denkbar">Wenn Lügen Leben zerstören</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kurzes Plädoyer für die Wahrhaftigkeit in Zeiten der Herrschaft der Lüge<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 3.8.2026</p>
<p><em>Ein aktuelle Vorwort:</em><br />
Jetzt verbrennen riesige Flächen von Wäldern in Europa. Im wissenschaftlichen Vergleich: Immer öfter, immer stärker. Wasser wird in vielen Regionen sehr knapp, Flüsse trocknen aus, die Hitze tötet Tausende (alte und kranke Menschen sowie auch Tiere) und Pflanzen. Der CO2 Ausstoß wurde seit Jahrzehnten nicht wirksam reduziert, Politiker und die Herren der Ökonomie haben die wissenschaftlich begründete Wahrheit „Reduziert den CO2 Ausstoß“ sehr sehr oft ignoriert. Die meisten Menschen haben ihre üblichen Lebensgewohnheiten (Flugzeuge nutzen, Benzin &#8211; Autos fahren etc.) fortgesetzt. Die Wahrheit über die Rettung unserer Erde wurde also seit ca. 50 Jahren weithin ignoriert. Daraus folgt: Wer, wie etwa Mister Trump und Konsorten, die Wahrheit über den Klimawandel als eine Klimakatastrophe ignoriert, also weg &#8211; lügt, zerstört die Welt, zerstört das Zusammenleben, zerstört die Demokratie. Und ein offenbar ignoranter Kanzler Merz sprach am 15.Juli 2026 in der Bundespressekonferenz davon, er werde sich um die „Probleme des Wetters“ (sic) kümmern. Die Wahrheit der Klimakatastrophe ist Herrn Merz offenbar noch nicht vertraut. (Quelle: Etwa: ZDF, Heute Journal, 2.8.2026). Und die ganz den Interessen des Kapitals ergebene Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) meint sogar: Naturschutz sei im Zweifel als Hemmschuh für die Wirtschaft anzusehen.“ (Quelle Tagesspiegel, 3. 8.2026, Seite 5. Der vernünftige Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betont: 25 Milliarden Euro betrage der jährliche Schaden durch die Trockenheit, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden“ (Tagesspiegel, 3.8.2026, S. 5)., Mit anderen Worten: Schon der finanzielle Schaden ist immens, wenn weiterhin die Wahrheit der Umweltkrise als Umweltkatastrophe ignoriert wird…</p>
<p><em>1. Auch Lügner beanspruchen die Wahrheit</em><br />
Denken Sie diesen Gedanken: Die universell geltende, faktisch aber selten respektierte Forderung an alle Menschen: „Du sollst nicht lügen“, „Du sollst die Wahrheit sagen“ gilt nicht mehr, diese Wahrheit ist abgeschafft worden. Dann können alle Menschen je nach Belieben lügen, z.B. heute dieses und morgen anderes als Erkenntnis der gleichen Sache behaupten. Jeder und jede erfindet also &#8211; bei der Ignoranz gegenüber der Vernunfterkenntnis oder auch der Ignoranz gegenüber der „Stimme des Gewissens“ &#8211; je nach Laune immer neue Thesen: Die aber dann doch, um Aufmerksamkeit zu finden, als Wahrheit, als „meine Wahrheit“, propagiert werden müssen. Die nicht total zu vernichtende Idee der Wahrhaftigkeit können also die Lügner nicht auslöschen. Sie müssen für sich selbst und für andere ihre lügenhaften Behauptungen als ihre Wahrheit darstellen. Schon hier zeigt sich eine unauflösbare Verbindung von Wahrhaftigkeit und Lüge.<br />
Lüge und Wahrheit bleiben selbst noch in einer umfassenden Lügen &#8211; Welt eng verbunden. Die Idee der Wahrheit lässt sich nicht kleinkriegen.</p>
<p><em>2. Richtig ist etwas anderes als wahr</em><br />
Mathematische Wahrheiten können nicht außer Kraft gesetzt werden, sie gelten immer und überall. Die Leugnung mathematischer Wahrheiten würde die gesamte technisch &#8211; industrielle Wirklichkeit zerstören und damit Wohlstand und physisches Überleben unmöglich machen. Es wäre absolut unrealistisch, eine alternative Gemeinschaft aufzubauen, die zum obersten Dogma erklärt: Eins und Eins addiert ergibt Eineinhalb. Und eine andere alternative Gemeinschaft könnte aus purer Laune behaupten: Null plus Null ergibt zusammen eins.<br />
Aber, wie gesagt: Schon aus technisch &#8211; praktischen Gründen muss mathematische Wahrheit gelten. Und wer dann in dieser mathematischen Welt korrekt, den Gesetzen entsprechend rechnet, der rechnet richtig, nicht etwa „wahr“. Richtig ist das korrekte Verhalten in einer gegebenen, in dem Fall mathematischen Wirklichkeit. Man wird im technischen Bereich niemals sagen: „Diese Autoreparatur ist nicht wahr,“ sondern: „Sie ist falsch“ oder auch: „Sie ist richtig.“</p>
<p><em>3. Faktencheck, weil so viele lügen</em><br />
Wahrheit und Wahrsein sind umfassender als technische Richtigkeit. Wahrheit ist bezogen auf die geistige Sphäre, auf die Wahrnehmung von Welt, der menschlichen Gesellschaft, der Politik. Ist aber dort die Bindung an die Wahrheit abgeschafft, gilt Wahrhaftigkeit nichts mehr, dann kann es nur noch millionenfach Lügen geben, die alle in Konkurrenz und im Kampf um Vorherrschaft zu einander stehen. Diese Erfinder ihrer jeweiligen Lügen werden Kriege gegeneinander führen. Und es wird keinen Friede, kein humanes Zusammenleben, mehr geben: Denn nur die Bindung an die Verpflichtung, die Wahrheit zu sagen, kann als als Kriterium entscheiden, welche unter den vielen Thesen den Fakten entspricht und welche nicht. Dieser „Faktencheck“ ist das Eingeständnis, dass es doch Wahrheit gibt in der verwirrenden Vielfalt der Meinungen und „Wahrheiten“. Es gibt also in einer schon jetzt von der Herrschaft der Lüge vergifteten Welt das starke Bedürfnis zu wissen, was ist denn nun Wahrheit. Und die ist, wie gezeigt, mehr als rechnerisch &#8211; technisch korrekte Richtigkeit.</p>
<p><em>4. Lügen sind Nihilismus</em><br />
Lügen zerstören humanes Leben: Nihilismus ist die Vorstellung, dass nichts gilt, dass Wahrheit nicht gilt, alles gleich -gültig ist, dass Gutes vom Bösen nicht unterschieden werden kann. Nihilismus ist das Resultat einer Herrschaft der Lüge und Lügner. Vaclav Havel, der tschechische Widerstandskämpfer, Literat und nach 1989 Staatspräsident in seiner Heimat, hatte seinen Überlegungen zur Lügen &#8211; Welt des Kommunismus/Stalinismus den Titel gegeben: „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ (1978). Inmitten des Verbrecher Regimes der kommunistischen Partei hat Havel gewusst, was Wahrheit, was wahres humanes Leben ist. Havel passte sich nicht an, wurde nicht zum Mitläufer, er wählte nicht den bequemen Weg wie die meisten in diktatorischen Regimen. Der Wahrheit folgen, in der Wahrheit leben: dies ist gefährlich, manchmal lebensgefährlich, das wusste Havel. Das wissen alle, die niemals auf Wahrhaftigkeit verzichten und in den Gulag der russischen Diktatoren damals und heute ums Überleben ringen, das wissen kritische Intellektuelle in dem Regime des Herrschers Trump, das wissen die Oppositionellen in der totalen Herrschaft Netanjahus und seiner faschistischen Minister oder im Regime der Mullahs usw…</p>
<p><em>5. Die Wahrheit immer und überall sagen?</em><br />
Der Philosoph Immanuel Kant ist bei manchen Leuten in Verruf geraten, weil er in seinem Beitrag „Über ein vermeintliches Recht, aus Menschenliebe zu lügen“ (1797) sehr streng betonte: Niemals, unter keinen Umständen, ist Lügen moralisch zu rechtfertigen. Unser Zitat bezieht sich auf diesen Text (Fußnote 1): “Es ist also ein heiliges, unbedingt gebietendes, durch keine Conveniencen (Üblichkeiten) einzuschränkendes Vernunftgebot: In allen Erklärungen wahrhaft (ehrlich) zu sein.“ S. 227 f.). In seinem Beitrag will Kant nur das Eine sagen: Menschen dürfen um ihrer Menschlichkeit niemals darauf verzichten, an der Idee der Wahrheit und Wahrhaftigkeit festzuhalten. Diese Idee der Verpflichtung auf Wahrheit muss bestimmend sein, wenn die Gesellschaft, der Staat, wenn das Zusammenleben nicht durch die Herrschaft der Lüge völlig zerfallen und ausgelöscht werden soll.<br />
Der Idee der Wahrheit kann der einzelne niemals vollständig und total entsprechen, aber er braucht diese Leit-Idee, um im Leben, im Suchen, im Forschen und Fragen ein Kriterium zur Verfügung zu haben, das wahre Erkenntnis von falscher trennen kann. Diese Leit &#8211; Idee der Wahrheit steht neben den anderen ähnlich strukturierten Leit &#8211; Ideen, dem Guten und dem Schönen: Auch sie sind Kriterien für ein humanes Leben: Niemand wird jemals absolut gut sein, vollkommene Schönheit wird niemals erreichbar sein: Aber niemand wird auf die Bindung an die Idee der Schönheit oder des Gutsein verzichten: Selbst ein Mörder kann sein &#8211; zum Beispiel fundamentalistisch &#8211; religiös motiviertes- Morden für sich als Gehorsam gegenüber seinem Gott irrigerweise sogar gut und wahr finden. Und selbst ein Fan von Kitsch &#8211; Gemälden wird noch unterscheiden können zwischen dem für ihn schönen Kitsch und dem unerträglich grellem Farben &#8211; Geschmiere anders orientierter Kitsch &#8211; Freunde…</p>
<p><em>6. Lügen als Ausnahme retten Leben</em><br />
Man hat Kants Position weiter gedacht und behauptet: Er würde sogar für die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit eintreten, wenn etwa die Nazis von einem Antifaschisten wissen wollen: „Haben Sie einem Juden in ihrer Wohnung Schutz gewährt?“ Natürlich darf dieser hilfsbereite Mensch NICHT die Wahrheit sagen, er darf nicht den Gesuchten der SS ausliefern. Denn der hilfsbereite Mensch kennt eine gegenüber der formellen Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit noch größere Wahrheit und sie reicht über die Konformität mit den geltenden Gesetzen hinaus: Das Leben eines Unschuldigen in einem Verbrecher &#8211; Regime zu schützen ist die höhere Wahrheit. Der Kant &#8211; Forscher Marcus Willaschek schreibt in seinem empfehlenswerten Buch „Kant. Die Revolution des Denkens“ passend zu unserem Beispiel: Der hilfsbereite Mensch habe mit der Lüge gegenüber dem SS Mann seiner richtigen Lebens &#8211; Maxime entsprochen und die heißt: „Ich will nicht lügen, es sei denn die Lüge ist das einzige Mittel, um ein großes Unrecht zu verhindern und verletzt keine berechtigten Interessen anderer Menschen.“ (Fußnote 2).<br />
Moralisch ausschlaggebend ist in dem Beispiel, so Willlaschek, „die Verallgemeinerbarkeit dieser Maxime. Tatsächlich spricht nichts dagegen, dass diese Maxime (in unserem Beispiel die des hilfsbereiten Menschen) ein allgemeines Gesetz sein könnte.“ Und Willaschek betont: Es gibt also kein uneingeschränktes Lügenverbot.</p>
<p><em>7. Politiker als Lügner</em><br />
Lügen kann &#8211; als reflektierte Ausnahme &#8211; DAS EINZIGE MITTEL sein, „um ein größeres Unrecht zu verhindern“. Diese sehr begrenzte, stets kritisch zu reflektierende Möglichkeit zu Lügen haben die zahllosen Lügen &#8211; Politiker und die einflußreichen Tech &#8211; Milliardäre total vergessen: Sie lügen und lügen, wie es ihnen gerade passt … und finanziell Vorteile bringt. Vorbild aller Lügen &#8211; Herren ist Mister Donald Trump, dessen Lügen innerhalb seiner Amtszeit schon gar nicht mehr gezählt werden können. Trump steht in einer Reihe mit den größten Lügner &#8211; Politikern der Gegenwart in Russland, China, Nord-Korea usw…Rechtsradikale PolitikerInnen in ganz Europa sind die MeisterInnen im Lügen, Im Verfälschen der Vergangenheit, im Einsatz falscher Behauptungen zur ökonomischen und politischen Entwicklung, zur Situation der Flüchtlinge und Ausländer.</p>
<p><em>8. Verlogenheit, Heuchelei, Sich-Verstellen….</em><br />
Schwierig wird das Thema Lüge und Wahrheit, wenn man das Verschweigen der vollständigen Wahrheit betrachtet, also auch die Formen der Heuchelei, der Verstellung und der Verlogenheit. Gelegentlich kann das Verschweigen der vollständigen Wahrheit not -wendig sein, etwa im Rahmen diplomatischer Verhandlungen. Verschweigen bewegt sich in einer Art moralischen „Grauzone“, Verschweigen und Verleugnen wird ins Unmoralische abgleiten, wenn Verstellung und Verlogenheit zu einer Art Gewohnheit im Leben werden: Dann weiß der Betreffende nicht mehr, wer er selbst eigentlich ist. Auch Verlogenheit und Verstellung sind der Kritik der Leitidee Wahrhaftigkeit ausgesetzt.</p>
<p><em>9. Wissenschaftliche Wahrheiten verändern sich</em><br />
Wenn wir von Wahrheit sprechen, ist die Bindung an die Wahrhaftigkeit gemeint und, wenn Wahrheit inhaltlich gemeint ist, dann meinen wir die universell geltenden Grundsätze, etwa die Menschenrechte.<br />
Auch in Geisteswissenschaften gibt es Wahrheiten, die durch weitere Forschungen später ergänzt oder ersetzt werden. (Aber wir können uns heute nur an die inhaltlichen Wahrheiten halten, die heute wissenschaftlich plausibel sind, wir können uns natürlich nicht an die Wahrheiten halten, die nach weiteren Forschungen in 20 Jahren vielleicht gelten.</p>
<p><em>10. Wenn Religionen, wenn Kirchen lügen</em><br />
Lügen und Wahrheit sind nach wie vor dringendes Thema der Religionskritik und Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie: Um nur bei einer der vorherrschenden Religionen, dem Katholizismus, zu bleiben: Da werden sogar noch von den heute herrschenden Klerikern bestimmte Bibelstellen gegen alle wissenschaftlich erwiesene Wahrheit fundamentalistisch gedeutet und in dogmatisch geltende Wahrheit überführt: Diese Ignoranz ist eine Form der Lüge, sie steht im Dienst der hierarchischen, angeblich von Gott höchstpersönlich gewünschten Klerus-Herrschaft. Beispiele dafür gibt es in großer Fülle: Man denke etwa an den angeblichen Befehl des historischen Jesus von Nazareth an seinen „Jünger“, den später Apostel genannten Petrus: Er sei der Fels, auf dem sich seine Kirche gründe (im Matthäus Evangelium, Kap. 16, Vers 8). Dabei weiß jeder, dass Jesus von Nazareth nicht im entferntesten daran dachte, eine Kirche zu gründen. Da wurde im Neuen Testament dem historischen Jesus eine Aussage unterschoben, die eigentlich als Lüge der Autoren des Neuen Testaments zu bewerten ist. Oder: Die Zulassung von Frauen zum Priesteramt wird damit von den Päpsten und ihren Theologen so begründet: Jesus habe nur 12 Männer zu Aposteln erwählt. Dabei werden im Neuen Testament selbst schon viele Frauen als JüngerInnen Jesu genannt. Trotz aller wissenschaftlichen Forschung, die Frauen als Priesterinnen auch in der katholischen Kirche für möglich und geboten halten, wollen die Kleriker auf ihre männliche Alleinherrschaft nicht verzichten. Und die Kleriker im Vatikan sagen: Na ja, es gibt doch einige Frauen in hohen Verwaltungsposten sogar im Vatikan…<br />
Wie überhaupt der Vatikanstaat &#8211; historisch betrachtet &#8211; auf einer großen Lüge beruht: Man denke daran, dass die Päpste an die „Constantinische Schenkung“ glaubten, also an die Schenkung großer Gebiete Italiens durch den Kaiser, auch dann noch, als im 15. Jahrhundert der hoch gebildete Theologe und Historiker Lorenzo Valla nachweisen konnte, dass dieses angebliche Schenkung &#8211; Dokument Kaiser Constantins eine Fälschung aus dem 8. oder 9. Jahrhundert ist. Aber nur im Festhalten an dieser Lüge kann der Staat Vatikan überhaupt ein Existenzrecht haben. Bekanntlich war der Faschist Mussolini 1929 so freundlich, dem Papst wieder einen (winzigen) Staat zu gewähren.<br />
So kann der Papst eben auch Staatsmann sein, mit allen Privilegien, man denke an das umfassende System der Vatikan- Botschafter, der Nuntien. Sie kontrollieren die Ortskirchen und melden etwa progressive Irrtümer und „Irrlehrer“ der jeweiligen Ortskirchen den Vatikanischen Behörden…<br />
Es ist schon erstaunlich, dass eine Kirche, die, vernünftig betrachtet, auf Lügen beruht, selbst einen solchen Furor entwickelt hat und pflegt, ihre eigene Wahrheit gegenüber den „Ketzern“ auch mit Gewalt durchzusetzen…</p>
<p><em>11.Für die katholische Kirche (um nur von ihr zu sprechen) gehört die Lüge zur Ideologie, bei allem Furor der Durchsetzung der eigenen „Wahrheiten“</em></p>
<p>Es ist ein endloses, letztlich immer verstörendes Thema: Die katholische Kirche und ihre Bindung an dogmatische Lügen und politische Lügen. Aber die verbliebenen Katholiken stört das nicht so sehr, sie freuen sich, ihren Wunderglauben, auch ihren Glauben an die göttliche Erhörung ihrer Bittgebete usw… weiter pflegen zu dürfen. Wer wagt es noch, hier von praktiziertem Aberglauben in der katholischen Kirche zu sprechen? Aberglaube ist eine Lüge. Auch von der bewussten Ignoranz gegenüber Missbrauchstätern durch Bischöfe wäre zu sprechen, sie haben die Wahrheit verachtet zugunsten einer Kumpanei mit den Mitbürgern“, also ihre Kleriker als Missbrauchstäter gedeckt und verteidigt…</p>
<p><em>Fußnote 1:</em> Immanuel Kant, „Zum ewigen Frieden und andere Schriften.“ Fischer Taschenbuch, 2008, S. 225- 231).</p>
<p><em>Fußnote 2</em>: Marcus Willaschek, „Kant“. C.H. Beck Verlag, 2023, S. 106.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophisches Salon, Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22509_wenn-luegen-leben-zerstoeren_denkbar">Wenn Lügen Leben zerstören</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22490_islamisten-und-rechtsradikale-in-deutschland-vereint-im-hass-auf-homosexuelle-und-queers_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 19:09:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hass auf Homosexuelle bei IS und islamische Fundamentalisten identisch mit Rechtsradikalen in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[IS ist mörderisch]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche und Homosexuelle]]></category>
		<category><![CDATA[Mord am 25.Juli 2026 auf CSD Party durch IS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22490</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Morden und Verletzen durch einen IS - Täter in Berlin am 25.7.2026b darf nicht vergessen machen: Auch die Rechtsraidaklen in Deutschland sind eine Bedrohung für das Leben der Homosexuellen und Queers in Deutschland. Die Homosexuellen, alle Queers, können ihre Festivals und Demos im Osten Deutschlands nur unter Polizeischutz gestalten, stets bedroht von der Wut der Rechtsradikalen. Die Demokratie muss die Rechtsradikalen genauso bebobachten, bestrafen und verbieten wie den IS und fundamentalistischen islam. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22490_islamisten-und-rechtsradikale-in-deutschland-vereint-im-hass-auf-homosexuelle-und-queers_religionskritik">Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Töten und Zerstören: Das ist die Praxis der Mörder des fundamentalistischen Islams, der Anhänger des IS.  Zum Attentat anläßlich des CSD Festivals am 25. Juli 2026 in Berlin.</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 26. Juli 2026 um 21.00 Uhr</p>
<p>Nur einige Hinweise:</p>
<p>1.<br />
Nach dem Mord und den Attacken durch den IS -Mörder am 25.7.2026 wird von Frau Klöckner CDU die Flagge des Reichstags auf Halbmast gesetzt. Frau Klöckner, Bundestagspräsidentin, hatte sich zuvor explizit geweigert, ein viel wichtigeres Symbol zu setzen: Sie weigerte sich, den Reichstag mit der Regenbogen &#8211; Flagge anläßlich des CSD zu schmücken. Das wäre ein starkes Signal gewesen: Die Demokratie in Deutschland ist aufseiten der Homosexuellen und Queers. Das wollte Frau Klöckner trotz zahlreicher Proteste nicht. Die Trauer &#8211; Flagge hat jetzt etwas Scheinheiliges.<br />
Jetzt wird von höchsten CDU Politikern beteuert: Wie sehr doch die Vielfalt, das Bunte, wie sie sagen, geschützt werden muss. Ich würde mir wünschen, wenn Klöckner, Dobrindt, Merz usw. glaubhaft und ohne Floskeln sagen: Wir stehen ganz aufseiten der Queers, der Homosexuellen und ihr Leben in Vielfalt. Sie sind ein Symbol unserer demokratischen Freiheit und der Geltung der universell geltenden Menschenrechte.</p>
<p>2.<br />
Was sagt der katholische Erzbischof von Berlin am 26.7. morgens zum Morden beim CSD Festival: „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest, brutal zu zerstören. Wir sind mit unseren Gebeten bei allen Opfern und ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden und auch bei allen, denen der Hass die Freude genommen hat. Wir halten Fürbitte in unseren Sonntags-Gottesdiensten für alle Betroffenen und für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Der Hass darf nicht gewinnen.“<br />
Das Wort Homosexuelle, Queers ,sucht man in diesem frommen bischöflichen Floskel &#8211; Erguss vergebens. Wie üblich und wie in frommen Worten auch total hilflos wird zum Beten aufgerufen. Ja betet mal, ihr Kirchenfürsten, wird Gott die kirchenamtliche Verfolgung und die bis heute im Katechismus fixierte Diskrimierung von Homosexuellen verzeihen?<br />
Es geht ja auch nicht um „den Hass“, wie Bischof Koch meint, es geht um den sehr speziellen konkreten Hass auf Homosexuelle und Queers.<br />
Die katholische Kirche war sich bekanntlich im Unterschied zur Evangelischen Kirche in Berlin zu fein, einen eigenen Wagen der katholischen Kirche bei der Demo am 25.5. 2026 in Berlin zu gestalten. Wahrscheinlich hätten auf dem Wagen dort viele schwule Priester und lesbische Nonnen gern der Menge segnend zugewinkt. Es ist blamabel, wie sich die katholische Kirche in Berlin gegenüber den Homosexuellen und Queers verhält. Aber: Vielleicht interessiert sich ja wirklich niemand mehr in Berlin für diese Institution…</p>
<p>3.<br />
Am wichtigsten ist die Erkenntnis: Der Homo-Hass und der Hass auf Queers durch islamische und islamistische Kreise ist sehr verwandt mit dem bekannten Homo &#8211; Hass und dem Hass auf Queers durch die verschiedenen rechtsextremen, faschistischen Gruppen und Parteien in Deutschland jetzt.<br />
Man beachte bitte: CSD Festivals in ostdeutschen kleinen und größeren Städten kommen ohne heftigen Polizei-Schutz schon seit Jahren gar nicht mehr aus. Wir haben um der Schnelligkeit wegen KI zum Thema befragt: Jede LeserIn wird weitere Beispiele dafür finden, dass normales Feiern und Demonstrieren durch Homosexuelle und Queers vor allem in ostdeutschen Städten und Städtchen gar nicht mehr möglich ist. Homosexuelle und Queers leben dort förmlich unter Polizeischutz, das ist die Tatsache. Aber weil die CDU/CSU sozusagen die AfD rechts überholen will (Stichwort Asylpolitik) wird sich daran nichts ändern.<br />
Also hier nur einige Beispiele von KI unvollständig übermittelt:</p>
<p>4.<br />
„Zahlreiche CSD-Veranstaltungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen standen wegen rechtsextremer Mobilisierungen und Bedrohungen unter erhöhtem Polizeischutz, darunter vor allem in Cottbus, Bernau, Falkensee, Bad Belzig sowie in Magdeburg und Halle (Saale).</p>
<p>Brandenburg<br />
Cottbus: Nach vorangegangenen Brandanschlägen und Angriffen fand der CSD hier unter starker polizeilicher Sicherung statt.<br />
Bernau, Falkensee und Bad Belzig: Kleinere und größere CSD-Proteste in brandenburgischen Städten wurden aufgrund direkter Mobilisierungen und Gegenproteste aus dem rechtsextremen Spektrum massiv von der Polizei begleitet.<br />
Bad Freienwalde und Eberswalde: Nach konkreten Angriffen auf queere Veranstaltungen und Feste für Vielfalt (wie in Bad Freienwalde) war die Polizeipräsenz bei den dortigen beziehungsweise nachfolgenden Pride-Aktionen deutlich erhöht.<br />
Sachsen-Anhalt<br />
Magdeburg: Der CSD verzeichnete zwar tausende Teilnehmende, musste jedoch zum Schutz der Menge großflächig von Einsatzkräften begleitet werden.<br />
Halle (Saale): Auch hier begleitete die Polizei die Veranstaltung wegen angedrohter rechter Gegenproteste intensiv, die von Gruppen wie den „Jungen Nationalisten“ angemeldet worden waren.<br />
Thüringen<br />
Erfurt, Sonneberg und Nordhausen: Die dortigen CSD-Demonstrationen für Weltoffenheit und Vielfalt wurden von den Behörden angesichts eines zunehmend angespannten sicherheitspolitischen Klimas und rechten Gegenprotests mit verstärkten Schutzkonzepten versehen.</p>
<p>Zur Gewalt durch rechte und Rechtsextreme gegen Queers &#8211; nur in Berlin &#8211; siehe : <a href="https://gruene.berlin/nachrichten/berliner-gruene-zu-neuen-zahlen-zu-rassistischer-und-rechter-gewalt-in-berlin_3801">LINK</a>. Siehe auch den Maneo-Report: <a href="https://maneo.de/wp-content/uploads/2026/05/MANEO-Report-2025-online-Teil-1-260512.pdf">LINK</a></p>
<p><em>Ben Miller, Schwules Museum Berlin, Im Interview mit dem ND am 28.7.2026:</em></p>
<p>&#8222;Es gibt einen rasanten Anstieg von queerfeindlichen Übergriffen. Da geht es nicht nur um Parolen, sondern immer wieder auch um Gewalt. Und das aus jeder gesellschaftlichen Ecke. Es gibt keinen queeren oder trans Menschen, der nicht schon mal mit Bedrohungen auf der Straße oder im Netz konfrontiert war. <em>Die Reaktion der Politik darauf ist, queere Infrastruktur kaputt zu sparen. Wenn man an Präventionsmaßnahmen, am Kampf gegen Homo- und Transphobie oder an den sozialen Strukturen der queeren Community spart, steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewalt.</em></p>
<p>Welche Bedrohung stellt Islamismus für queere Communitys dar?<br />
Gewalt gegen queere und trans Menschen hat ihren Ursprung in Homo- und Transphobie. Mir fehlt die Auseinandersetzung mit diesen Ideologien im aktuellen Mediendiskurs. Was die meisten dieser Angriffe gemeinsam haben, ist, dass sie von jungen Männern mit patriarchalischen Weltanschauungen ausgehen. Manchmal rechtfertigen sie ihre Taten mit religiösem Fanatismus, manchmal mit Antifeminismus, manchmal mit der Sorge um den Fortbestand des vermeintlichen Volkes. Wir wissen, dass laut Kriminalstatistik rechtsextreme Gewalt andere genannte Ursachen für Angriffe auf queere und trans Personen bei Weitem übertrifft. <em>Die Bedrohung kommt nicht von außen, sondern aus dem Inneren »unserer« Gesellschaft.</em>&#8220;</p>
<p>Siehe die ausführlichen Infos:<a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/von-wem-geht-die-grosste-gefahr-aus-bka-zahlen-zeichnen-ein-klares-bild-zu-queerfeindlicher-gewalt-15897742.html"> LINK</a>:</p>
<p>5.<br />
Mit der gleichen Intensität, mit der nun (potentielle) IS &#8211; Mörder in Deutschland beobachtet und bestraft werden, sollten auch die rechtsextremen Feinde des demokratischen Lebens beobachtet und bestraft werden, also die Feinde der völligen Gleichberechtigung homosexuellen und queeren Lebens. Dass das geschieht, wünschen sich viele der noch verbliebenen Demokraten dringend. Sie zweifeln aber an der Kraft etwa der CDU/CSU über großspurige Worte der &#8222;tiefen Trauer&#8220; hinaus tatsächlich wirksam die rechtsextremen Feinde homosexuellen und queren Lebens zu verfolgen und zu bestrafen. Bald werden die Demokraten in Deutschland erleben, was eine AfD Regierung etwa in Sachsen &#8211; Anhalt für Unheil anrichtet…</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-Salon.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 15:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Christopher Senyonjo in Uganda am 19. Juli 2026 gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[ein Bischof in Uganda verteidigt die Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Sarah aus Guine eine Feind der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Bischölfe in Afrika gegen die Gleichberechtigung der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte wichtiger als Kirchengebote und Bibel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verteidiger der verfolgten Homosexuellen in Uganda, Bischof Christopher Senyonjo, ist am 19.7.2026 gestorben. Er war als Bischof der anglikanischen Kirche in Uganda eine Ausnahmegestalt: Als der Staat die rigidesten Anti -Homo - Gesetze durchsetzte, widersprach er und organisierte Hilfe für die bedrohten Menschen. Von seiner Kirche in Uganda wurde er verfolgt und diskriminiert. Das Besipiel zeigt: Es ist für universal aufgestellte Kirchen, wie die Anglikanische Kirche oder die Katholische Kirche, zunehmend schwer, die sogenannte viel beschworene Einheit zu bewahren mit reaktionären, anti - homo- eingestellten afrikanischen Kirchen und Bischöfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnerung an Bischof Christopher Senyonjo, den Verteidiger und Beschützer der Homosexuellen in Uganda</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 22.7.2026</p>
<p>1.<br />
Bischöfe loben: Das geschieht eher selten im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin. Denn für uns stehen Bischöfe wie alle sich religiös oder speziell christlich nennenden Menschen UNTER den Menschenrechten. Zuerst entscheidend sind die universell geltenden Menschenrechte, und dann danach die religiösen, christlichen Lehren, die mit Argumenten der Vernunft gelesen werden müssen.</p>
<p>2.<br />
Heute müssen wir an einen Bischof der Anglikanischen Kirche im afrikanischen Uganda lobend erinnern: Christopher Senyonjo, emeritierter Bischof von Buganda, ist am 19.Juli 2026 im Alter von 94 Jahren gestorben. Bischof Senyonjo war die stärkste christliche Stimme, die mit allem Nachdruck die totale, auch gesetzlich fixierte Repression des Staates Uganda gegen Homosexuelle und alle Queers verurteilte. (Eine sehr ausführliche Würdigung dieses außergewöhnlichen Bischofs bietet Wikipedia, hier eine von Wikipedia angebotene Übersetzung, Fußnote 1).</p>
<p>3.<br />
Es gibt noch eine Vereinigung „Sexuelle Minderheiten in Uganda“ (SMUG) und die „Association zur Verteidigung der Rechte der Homosexuellen (FARUG)“, die ausdrücklich an Bischof Senyonjo erinnern: “Er war eine seltene, großartige Seele, die nicht nur Liebe predigte, sondern sie jeden Tag praktisch lebte.“</p>
<p>4.<br />
In Uganda nennen sich 80 Prozent der Einwohner Christen in verschiedenen Kirchen und Konfessionen. Seit 2023 herrscht in Uganda eines der repressivsten Gesetze gegen Homosexuelle. Und dieses Gesetz wird offen vom anglikanischen Klerus in Uganda unterstützt. Wie so oft behaupten auch die anglikanischen Feinde der universell geltenden Menschenrechte: „Homosexualität wurde uns Afrikanern von außen aufgezwungen, von Fremden, gegen unseren Willen und gegen unsere religiösen Überzeugungen“, so der oberste Kirchenchef der Anglikaner in Uganda, Stephen Samuel Kaziimba Mugalu. Eine Position, die auch von sehr vielen katholischen Bischöfen und Kardinälen vertreten wird, wie jüngst von dem weltweit schon bekannten Feind homosexuellen Lebens und Liebens, dem Kurien-Kardinal Robert Sarah, Rom, er stammt aus Guinea, über ihn haben wir schon oft berichtet. LINK.</p>
<p>5.<br />
Aber Bischof Christopher Senyonjo dachte und handelte menschlich: Er wehrte sich – zumal als emeritierter Bischof – gegen die sogenannte „Therapie“ der „Heilung“ von Homosexualität, er eröffnete in der Hauptstadt Kampala ein Beratungszentrum für Homosexuelle als Hilfe und Zuflucht für Homosexuelle.<br />
Die anglikanische Episcopal Church in den USA unterstützte ihn, während Bischof Senyonjo von seiner eigenen Kirche ihn Uganda ausgeschlossen wurde, weil er, so wörtlich, „offen die Lehren der Bibel zur menschlichen Sexualität entstellte.“ Bischof Senyonjo entgegnete: „Ich kann doch Homosexuelle nicht verurteilen, denn ich bin aufgerufen jedem Menschen zu dienen, vor allem, jenen, die marginalisiert sind. Man kann die Bibel doch nur in dem Zusammenhang von Homosexualität zitieren, wenn man genau den Kontext beachtet“, also sich von fundamentalistischer Bibellektüre befreit.</p>
<p>6.<br />
2010 wurde in Uganda ein Foto in der Presse veröffentlicht: Es zeigt Bischof Senyonjo mit David Kate, einem der führenden Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen. Der Kommentar der Zeitungen: „Diese beiden sind die wichtigsten Homosexuellen im Land. Ergreift sie“. David Kato wurde „ergriffen“ und einige Monate nach den Zeitungsberichten ermordet. Bischof Senyonjo sprach Gebete bei dessen Bestattung. Über David Kato: Siehe : https://www.bbc.com/news/world-africa-12295718</p>
<p>7.<br />
Es geht in den christlichen Kirchen Afrikas heftig gegen die Rechte von Homosexuellen. Die Anglikanische Weltgemeinschaft droht deswegen zu zerbrechen: die anglikanischen Feinde der Menschenrechte in Afrika nennen sich „orthodox“, rechtgläubig. Sie wollen eine eigene afrikanisch-anglikanische Allianz bilden. Offenbar ist es den vernünftigen Anglikaner in England oder in den USA nicht gelungen, ihre lieben Mitbrüder in Afrika von der Vorherrschaft der Menschenrechte vor allen dogmatischen Lehren zu überzeugen. Dann sollen diese „orthodoxen“ Anglikaner doch ihren eigenen Weg gehen. Jedenfalls hat die Vernunft in der anglikanischen Kirche NICHT gesiegt. Eigentlich eine Blamage.</p>
<p>8.<br />
Um den Schutz der Homosexuellen und Afrika müssen sich dann internationale Organisationen und die noch verbliebenen demokratischen Staaten in Europa wirksam kümmern …. falls sie noch bereit sind, Flüchtlinge aus Uganda etwa aufzunehmen.</p>
<p>9.<br />
Auch in der katholischen Kirche gibt es tiefste Spannungen: Die allermeisten afrikanischen Kirchenführer, Bischöfe und Kardinäle, sind explizite Feinde der Gleichberechtigung von Homosexuellen in den Staaten und der Kirche. Und der Papst will die zahlenmäßig wachsende Katholische Kirche in Afrika nicht irritieren. Deswegen hält er sich im Blick auf Europa mit einer vernünftig wie christlich gebotenen Gleichberechtigung für Homosexuelle zurück und lässt Segnungen von homosexuellen Paaren nur unter aller größten Einschränkungen sehr ungern noch zu. Das heißt: Der Papst, der Vatikan, die meisten Bischöfe wollen absolut nicht, dass Homosexuelle als völlig gleichberechtigte Menschen in der Kirchen und in den Staaten leben. Mit anderen Worten: Auch diese katholischen Kirchenführer in Rom und anderswo sind wie die anglikanischen Kirchenführer in Uganda und Afrika – reaktionär. (Siehe Fußnote 2: Einige führende katholische Bischöfe Afrika gegen die Rechte der Homosexuellen)</p>
<p>10.<br />
Über dieses unverschämte, unmenschliche Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen und anderen Queers durch Politiker und Kirchenführer (von muslimischen Führern wollen hier erst gar nicht reden…) wird in der Soziologie und Anthropologie und Politologie vielfach geforscht. Zentrale Erkenntnisse zur „Homofeindschaft“ der etablierten Kreise in Afrika:<br />
Sie lenken mit dieser verbrecherischen Ideologie ab von den echten Problemen Afrikas (Armut, eigene Korruption!, Ungerechtigkeit etc..)<br />
Sie wollen ihre Souveränität dokumentieren.<br />
Sie ignorieren die deutlichen Forschungsergebnisse: Vor der Kolonisierung Afrikas gab es meist keine Abwehr von Homosexualität.<br />
Zumal die homo-feindlichen Bischöfe geben sich als treue Schüler der europäischen Missionare des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie lehrten einst in ihrem eigenen, damals üblichen europäischen Anti – homo – Wahn die neugierigen „Heiden“ Afrikas: Der liebe Gott liebt keine Homosexuellen. Und diese Lehre garnierten sie mit ein paar Bibelzitaten, die sie den staunenden Heiden als Gottes Wort verkündeten. Und die „bekehrten“ Heiden gehorchten.<br />
Nebenbei: Es ist manchmal befremdlich, dass keine Predigten der Missionare in Afrika im 19. und 20. Jahrhundert veröffentlicht werden. Sind alle diese Dokumente verschwunden? Oder: Werden sie vor kritischem Zugriff versteckt und verschlossen? Wahrscheinlich ist das so.</p>
<p>11.<br />
Man wird nicht die Verteidigung der universell geltenden Menschenrechte, auch für die Menschen in Afrika, auch für Homosexuelle und Queers in Afrika, als eine Form des Kolonialismus bezeichnen und die Menschenrechts – Aktivisten verurteilen. Und man wird doch wohl nicht die politischen und religiösen Verbrecher in Afrika als kulturell korrekt geortet in ihrer „ureigenen“ Kultur loben?</p>
<p>Wer dieser Überzeugungen folgt, entspricht den ideologischen Restbeständen einer in Pluralismus zerfallenden „Post – Moderne“. Demnach hat jeder irgend recht… Wir weisen diese Ideologie mit gutem Grund als inhuman zurück. Die in etwas Freiheit und manchmal in Gleichberechtigung lebenden Europäer dürfen nicht sagen: „Na, dann sollen die Homosexuellen in Afrika halt umgebracht werden, wenn sie sich nicht der Ideologie ihrer korrupten politischen Herrscher anpassen wollen oder den uralten Sprüchen der Bibel.“<br />
Aber die gequälten Opfer der Gewaltregime auch in Afrika fordern doch nur eins: Die Geltung der Menschenrechte auch für sie und alle Menschen.</p>
<p>FUßNOTE 1:<br />
In ausführlicher Beitrag von WIKIPEDIA:<br />
https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Senyonjo</p>
<p>FUßNOTE 2:<br />
Wir nennen Kardinal Fridolin Ambongo Besungu (Demokratische Republik Kongo). Er behauptet: Homosexualität sei in Afrika eigentlich gar kein Thema, deswegen braucht die Kirche auch keine Segnung vom homosexuellen Paaren.</p>
<p>Wir nennen den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Ghana, Bischof Matthew Kwasi Gyamfi. Er sagt öffentlich: Homosexualität sei verabscheuungswürdig, er fordert Strafen für Homosexuelle.</p>
<p>Wir nennen die Katholische Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN): Sie weigert sich Homosexuellen zu segnen. Diese Segnung sei ein Verstoß gegen Gottes Gesetz, und: diese Segnung passe nicht zur afrikanischen Kultur.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Ist Maria, die Mutter Jesu Christi, eine &#8222;Leihmutter&#8220;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 12:43:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Unerhörte Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[bis heute gültige dogmatische Lehre der katholischen Kirche.]]></category>
		<category><![CDATA[der offizielle Katechismus der katholischen Kirche lehrt den göttlichen Sperma]]></category>
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		<category><![CDATA[gibt es in der katholishen Kirche eine Leihmutter]]></category>
		<category><![CDATA[Gott bedient sich ihres Leibes. Dies ist die offizielle]]></category>
		<category><![CDATA[ist eine Leihmutter: Gott selbst schängert sie]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Spahn un ddie Leihmutter]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Spahn und Leihmutter]]></category>
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		<category><![CDATA[Maria]]></category>
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		<category><![CDATA[Maria ist eine Leihmutter Gottes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Maria, die Mutter Jesu Christi, ist eine Leihmutter: Gott bedient sich ihres Körpers, der heilige Geist schwängert Maria, so entsteht der Gott- Mensch Jesus Chistus. Dies ist bis heute die offizielle dogmatische Lehre der katholischen Kirche. Nun wird durch die Debatte um Leihmütter (Jens Spahn..) die Rolle der Leihmutter Maria neu entdeckt. Eien unerhörte Frage von Christian Modehn. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22465_ist-maria-die-mutter-jesu-christi-eine-leihmutter_denkbar">Ist Maria, die Mutter Jesu Christi, eine &#8222;Leihmutter&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine unerhörte Frage, die Nr. 31. Auch aus aktuellem Anlass: siehe Leihmutter-Debatte Spahn &#8211; Funke…</p>
<p>Von Christian Modehn am 17.7.2026</p>
<p>Ist Maria die erste Leihmutter im Katholizismus?</p>
<p>Diese 31. unserer „Unerhörten Fragen“ kann einigen Katholiken vielleicht besonders unerhört erscheinen. Aber diese &#8211; religionskritische und dogmenkritische, leicht ironische &#8211; Frage muss gestellt werden, wenn man die offizielle katholische dogmatische Lehre ernst nimmt. Sie betont ja stets: „Christus, der göttliche Sohn, wurde im Leib Marias empfangen vom heiligen Geist“.</p>
<p>Wir erinnern als Beleg an den bis heute gültigen &#8222;Katechismus der katholischen Kirche“ im Vatikan Jahr 1993 veröffentlicht. Da heißt es in § 485: „Der Heilige Geist wird gesandt, um den Schoß der Jungfrau zu heiligen und göttlich zu befruchten… Gott bewirkt, dass Maria den ewigen Sohn des Vaters empfängt, der aus ihr, aus Maria, die menschliche Natur annimmt.“</p>
<p>Mit anderen Worten: Sozusagen „göttliches Sperma“ wird in den menschlichen Leib der Jungfrau Maria eingefügt.</p>
<p>In § 488 heißt es: „Um aber dem Sohn Gottes `einen Leib zu bereiten`, wie es im neu-testamentlichen Hebräer-Brief (10, 5) heißt, „sollte nach Gottes Willen ein Geschöpf in Freiheit mitwirken.“</p>
<p>In § 494 wird diese besondere Form der Leihmutterschaft Marias noch weiter vertieft: „Auf die Ankündigung , dass Maria durch die Kraft des heiligen Geistes den `Sohn des Höchsten` gebären werde, ohne einen Mann zu erkennen, antwortet Maria im `Gehorsam des Glaubens`, in der Gewissheit, dass für Gott nichts unmöglich ist“.</p>
<p>Der offizielle Katechismus weist auch darin hin, dass später die ersten Theologen, die Kirchenväter, diese Überzeugung vertieft haben: In § 496 heißt es: „ Auch der leibliche Aspekt dieses Geschehens (also die Empfängnis durch den heiligen Geist im Schoß Marias) wurde ausgesagt: Maria hat Jesus , so wörtlich, `ohne männlichen Samen empfangen aus dem heiligen Geist`. Das behauptet die Synode im Lateran im Jahr 649.</p>
<p><strong>Zusammenfassend: Maria ist in dieser (mythologischen) Dogmatik die Leihmutter Gottes.  </strong>Das Thema ließe sich weiterführen: Etwa hinsichtlich der &#8222;unbefleckten Empfängnis&#8220;: Sie gilt ja im biblischen Mythos für Maria genauso wie für die heutigen Leihmütter. Heutige Leihmütter befinden sich also in bester &#8222;marianischer Gemeinschaft&#8220;&#8230;</p>
<p>PS: Man möchte mit einer leichten Ironie meinen, der Katholik Jens Spahn (CDU) kann etwas beruhigt sein: Eine Leihmutter, <em>Maria, spielt im Katholizismus eine ganz große Rolle, man möchte sogar wieder leicht ironisch meinen: Gott braucht in dieser dogmatischen Lehre förmlich eine Leihmutter. Und noch weitergehend: Ohne die Leihmutter Maria keine Erlösung. Denn dann wäre ja Jesus Christus nicht auf Erden tätig geworden…</em></p>
<p>Wer an dieser Stelle noch nicht den bis heute verkündeten Wahn dieser alten Dogmen &#8211; Welt überwunden hat, dem ist … nicht zu helfen…<br />
Es gibt vernünftige theologische Interpretationen zu Maria, zu Josef, dem Gatten Marias, und zu Jesus: Jesus ist natürlich der Sohn Josef, der Erstgeborene mit vielen Geschwistern, wie das Neue Testament mehrfach betont…</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionphilosophischer Salon Berlin. www.religionsphilosophischer-salon.de</p>
<p class="post-modified-info">Aktualisiert am 1. August 2026 durch <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/der-religionsphilosophische-salon-berlin-eine-skizze#:~:text=Gründer%20und%20Initiatoren" target="_blank" class="last-modified-author">CM</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22465_ist-maria-die-mutter-jesu-christi-eine-leihmutter_denkbar">Ist Maria, die Mutter Jesu Christi, eine &#8222;Leihmutter&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 14:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Gerhard Feige]]></category>
		<category><![CDATA[Bistum Magdeburg und AfD]]></category>
		<category><![CDATA[den Landesbverband Thüringen der AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche sollte sagen: AfD für Katholiken nicht wählbar]]></category>
		<category><![CDATA[die Schuld der Kirchen am Starkwerden der AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Verbote sind normal in einer Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die katholische Kirche in Magdeburg sollte jetzt öffentlich erklären: Für Katholiken - wie für Christen insgesamt - ist die AfD nicht wählbar. Bischof Gerhard Feige von Magdeburg sollte sagen: "Wir verbieten Katholiken, die AfD zu wählen." Große Wirkungen bei der Wahl hätte dieses Statement vielleicht nicht, aber es wäre ein öffentliches Signal, ein Zeichen der Orientierung. In einer Demokratie muss es - zum Wohl der Menschen - immer wieder Verbote geben! Verbote sind nicht apriori schlecht oder sinnlos! </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 13.7.2026</p>
<p>Der Hinweis reflektiert, sozusagen in letzter Minute (was Sachsen-Anhalt angeht): Was wäre, wenn der dortige Bischof in Magdeburg öffentlich und explizit erklärt: „Für Katholiken &#8211; und alle Christen und alle Demokraten &#8211; ist die AfD nicht wählbar.“</p>
<p>Dazu müssen einige allgemeine Überlegungen vorangestellt werden.</p>
<p>1.<br />
Verbote aussprechen und durchsetzen gehört grundsätzlich zum menschlichen, geistigen Leben, auch in der Demokratie.<br />
Zur Erinnerung, ganz kurz: Die Nutzung von so genannten „social media“ soll nun (Mitte Juli 2026) endlich Kleinkindern und Kindern bis 13 Jahren verboten werden, nicht aus Willkür, sondern: Weil die Nutzung dieser Medien die geistige Entwicklung sehr stört.<br />
Und: Wenn an Brücken zu lesen ist: „Einsturzgefahr, Brücke betreten verboten“, dann sollte man über diese Brücke nicht laufen, fahren, falls man am eigenen Überleben interessiert ist.</p>
<p>2.<br />
Jetzt wird vom CSU Politiker Klaus Holetschek vorgeschlagen: Wenigstens den gesichert als rechtsextrem anerkannten AfD-Landesverband Thüringen zu verbieten, „angeführt vom einschlägig vorbestraften Björn Höcke“, wie die SZ am 14. 7.2026, Seite 4, schreibt. Demokraten wissen:<br />
Diese Partei hat die in Deutschland geltende Bindung an das Grundgesetz aufgegeben. Menschenrechte interessieren diese Partei nicht. Sie gehört nicht in unsere Demokratie!</p>
<p>3.<br />
Und: Wie hält es die katholische Kirche mit einem offiziellen AfD Verbot: Etwa sollte die Kirchenleitung öffentlich sagen: Katholiken dürfen die AfD nicht wählen, zumal in den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September 2026?</p>
<p>4.<br />
Die katholische Kirche bekanntlich hat eine lange und umstrittene Tradition ihrer Verbotspraxis: Es gab bis 1960 eine Liste der „verbotenen Bücher“ (den „Index“). Gebildete Katholiken sahen in diesem Verbot eher eine Ermunterung zur Lektüre…<br />
Es gab 1949 ein Verbot Papst Pius XII.: Katholiken ist es verboten, die Kommunistische Partei zu wählen. Zumal im katholischen Italien hielten sich überhaupt nicht alle Katholiken an dieses Verbot. Sie wussten: die päpstliche empfohlene „Democracia Cristiana“ ist korrupt…<br />
Papst Paul VI. hat den KatholikInnen den Gebrauch der „Pille“ verboten, nur ganz wenige Ehepaar folgten diesem Verbot. Kardinal Höffner von Köln hat noch in den 1980Jahren die Partei „Die Grünen“ für Christen als „nicht wählbar“ verurteilt. https://www.domradio.de/artikel/als-der-heilige-stuhl-wahlverbote-aussprach-70-jahre-anti-kommunismus-dekret-des-vatikan</p>
<p>5.<br />
Die Verbote der katholischen Kirche waren unsinnig und haben wenig im Sinne der Päpste bewirkt.<br />
Aber sind Verbote, von amtlicher Leitung der Kirche und von Theologen öffentlich ausgesprochen, immer sinnlos? Sicher nicht. Brasilianische Bischöfe haben etwa das brutale Vorgehen von Landraub in den Bezirken der Indigenen Völker verboten. Sklaverei, auch heute ein aktuelles Verbrechen, ist kirchenoffiziell verboten.<br />
Diese Verbote haben zweifellos eine Bedeutung und auch eine Wirkung in der Öffentlichkeit! Sie zeigen in Verbindung mit den Aktionen demokratischer Parteien und demokratischer NGOs die „roten Linien“, denen sich auch die Kirchen anschliessen.</p>
<p>6.<br />
Die aktuelle Frage ist: Hätte es einen Sinn und vor allem eine umfassende politische Bedeutung, wenn jetzt die Führung der Katholischen Kirche in Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern die Wahl der AfD verbietet? Zum Verzicht der Demokratie, die AfD zu verbieten, schreibt Wolfgang Janisch in dem genannten Beitrag in der SZ: „Den amtlichen Verzicht auf einen Verbotsantrag verstehen viele Menschen als eine Art Gütesiegel: So schlimm wird sie schon nicht sein, diese AfD.“</p>
<p>7.<br />
Wenn also öffentlich und explizit die katholische Bischöfe den Katholiken die Wahl der AfD aus ethischen, politischen und christlichen Gründen verbieten , würde auch die breite Öffentlichkeit wissen: „Sie ist also doch wohl schlimm, diese AfD, die Bischöfe sind ja gut beraten von Politologen und Ethikern, wenn sie sich für ein Verbot aussprechen.<br />
Nicht nur Katholiken, andere Christen und die vielen humanistisch Gesinnten in den Ländern kämen also ins Nachdenken und &#8211; hoffentlich &#8211; zu einer politischen Neuorientierung zu Demokratie.</p>
<p>8.<br />
Es gibt schon eine Erklärung der katholische Bischofskonferenz, die eindeutig die Nicht &#8211; Wählbarkeit der AfD für Katholiken ausspricht. Auf ihrer Voll- Versammlung am 22. Februar 2024 in Augsburg haben sich die Bischöfe explizit von der AfD distanziert und die Gläubigen vor der Wahl der AfD explizit gewarnt, in der offiziellen Erklärung heißt es u.a.: „Wir appellieren an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch an jene, die unseren Glauben nicht teilen: die politischen Angebote von Rechtsaußen abzulehnen und zurückzuweisen. Wer in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leben will, kann in diesem Gedankengut keine Heimat finden. Wer Parteien wählt, die mindestens in Teilen vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingeschätzt werden, der stellt sich gegen die Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens und der Demokratie in unserem Land.“ ( Quelle: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_alt/presse_2024/2024-023a-Anlage1-Pressebericht-Erklaerung-der-deutschen-Bischoefe.pdf) Und der damalige Präsident der Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing ergänzte 2024: „Ich möchte exemplarisch daran erinnern, dass mein Vorgänger im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei der Abschluss-Pressekonferenz auf der Frühjahrs-Vollversammlung 2017 in Bensberg „rote Linien“ für legitimes politisches Engagement formuliert hat… Ich möchte erinnern an die nord &#8211; ostdeutschen Bischöfe, die am 19. Januar 2024 öffentlich erklärt haben, dass sie „vor dem Hintergrund unseres eigenen Gewissens die Positionen extremer Parteien wie dem III. Weg, der Partei Heimat oder auch der AfD nicht akzeptieren können“.</p>
<p>9.<br />
In Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern werden im September 2026 Landtagswahlen stattfinden, die Umfragen zeigen: Die AfD könnte stärkste politische Kraft werden.<br />
Der sonst gegenüber AfD kritische Bischof von Magdeburg (Sachsen &#8211; Anhalt), Gerhard Feige, sagt in einem Interview mit der Zeitschrift Publik &#8211; Forum (10.Juli 2026, S. 17) lapidar zu seinem jetzigen Umgang mit der AfD in seinem Bundesland: „Wir wollen Gegensätze nicht verschärfen.“ Also: Besser kein Verbot aussprechen, die AfD zu wählen. Weil man sonst die AfD zu sehr reizt? Weil die Polemik und die bisherige Gewalt dieser Partei schon zu heftig sind? Weil Bischof Gerhard Feige von Magdeburg zwar mit der evangelischen Kirchenleitung in Verbindung steht:<br />
Aber das wäre doch ein Ereignis: Kardinäle und Bischöfe aus „Westdeutschland“ werden im Juli und August 2026 Magdeburg, Halle, Stendal, Dessau usw… besuchen, mit den Gemeinden sprechen, auf dem Markt, in Kneipen usw… um den Kampf gegen die AfD zu unterstützen?</p>
<p>10.<br />
Bischof Feige kritisiert in dem genannten Interview in altbekannter Art heftig die AfD, er weist darauf hin, dass er selbst wegen dieser Stellungnahmen beleidigt wird und meint sogar: So hinterhältig wie die AfD war die SED nicht im Umgang mit den Kirchen (S. 18). Und Feige sagt treffend: „In Wahrheit geht es der AfD aber um einen Kulturkampf“.</p>
<p>11.<br />
Warum gibt es bei dieser detailliert treffenden Einschätzung der AfD dann aber kein öffentliches Verbot dieser Partei durch den Bischof?<br />
Das Problem ist: Die AfD ist &#8211; bis jetzt &#8211; keine verbotene Partei. Sie kann sich den Anschein geben, eine normale Partei unter den anderen (demokratischen) Parteien zu sein. Der Bischof müsste also eine &#8211; dem Anschein nach &#8211; „demokratische Partei“ verurteilen und vor dieser warnen. Das ist schwierig… und die eher schwammige Aussage des Bischofs ist eine schlimme Konsequenz, dass es immer noch kein AfD Verbot gibt, wenigstens des auch rechtsradikal durchsetzten Landesverbandes Sachsen &#8211; Anhalt. Die Demokraten haben also geschlafen. Jetzt ist der politische Aktionsradius gegen die AfD schon sehr begrenzt.</p>
<p>12.<br />
Aber dies ist ein weiterer Grund für das Ausbleiben eines rigorosen und öffentlichen NEIN zur Wahl der AfD: Bischof Feige sagt in dem genannten Interview: „Natürlich gibt es Themen der AfD, die traditionalistische Christen (gemeint sind wohl konservative Katholiken, „traditionalistisch“ sind bekanntlich die Piusbrüder, aber die gibt es in Sachsen &#8211; Anhalt kaum, CM) emotional ansprechen können. Dazu gehört das klassische Familienbild, der Schutz ungeborenen Lebens und sicher auch Genderfragen“. An diesen Themen klammert sich die AfD fest. Bischof Feige muss also eine ideologisch &#8211; theologische Nähe konservativer Katholiken (und Protestanten sicher auch) zu den Themen der AfD eingestehen. Wenn für Katholiken diese drei genannten Themen wahl-entscheidend sein dürften, dann müsste sich doch ein Bischof fragen: Was haben wir als Kirchenführung und als Theologen falsch gemacht, dass der Eindruck sich durchsetzen konnte: Das „klassische Hetero-Familien-Bild“, der „absolute Schutz ungeborenen Lebens“ und „die Genderfrage“ seien der entscheidende Mittelpunkt des christlichen Glaubens? Welche Schuld haben die Bischöfe auf sich geladen, dass sie die die genannten Themen so in den absoluten Mittelpunkt des Glaubens stellten? Das tun ja selbst die sich christlich nennenden Parteien in der BRD nicht (mehr).</p>
<p>13.<br />
Es ist immer noch Zeit, diese Schuld öffentlich anzuerkennen und diese Ideologien beiseitelegen und als Bischof öffentlich zu sagen: Oberste Norm für uns als Katholiken und Christen sind die universell geltenden Menschenrechte. An der Realisierung dieser Menschenrechte hat die AfD kein Interesse. Deswegen sollten Demokratie, sollten Katholiken, diese Partei NICHT wählen.</p>
<p>14.<br />
Dabei sollten sich die Bischöfe heute erinnern: Gegen Ende der Weimarer Republik gab es einige katholische Bischöfe, die explizit, die Katholiken warnten, die NSDAP zu wählen. Diese NSDAP war damals nicht verboten. Man denke etwa an die Bischöfe Sproll (Rottenburg) oder Hugo (Mainz) in ihrem rigorosen Nein zur NSDAP (das galt bis zur „Machtergreifung“). Bischof Sprolls Verdienste im Kampf gegen die NSDAP werden jetzt durch freigelegte Missbrauchsvorwürfe leider getrübt…<br />
Zu Bischof Hugo in Mainz schreibt Wikipedia: „Dem aufkeimenden Nationalsozialismus trat Bischof Hugo entschieden entgegen: Als erste deutsche bischöfliche Behörde verbot Hugos Bistumsverwaltung 1930 unter Federführung des Generalvikars Philipp Jakob Meyer den Katholiken die Mitgliedschaft in der NSDAP. Nationalsozialisten wurde im Bistum Mainz der Empfang der Sakramente und das kirchliche Begräbnis verwehrt. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten demonstrierte Hugo mit dem dritten Internationalen Christkönigskongreß 1933 und der „Ketteler Feier der Werktätigen“ 1934 den katholischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Maria_Hugo)</p>
<p>15.<br />
Es wäre eine aktuell &#8211; dringende Aufgabe für Religionssoziologen und kritischenTheologen zu dokumentieren: In welcher Form bieten die Kirchen in den ostdeutschen Bundesländern, in den Dörfern und (kleineren) Städten, offene Jugendtreffpunkte an oder One der Begegnung für die anderen, die „Älteren“, aber eben nicht-konfessionell bestimmte , also nicht-missionarisch orientierte Gemeinderäume.<br />
Es ist ja eine Tatsache: Die AfD und andere andere Rechtsextreme sind in vielen Dörfern und Städten noch die einzigen, die „sich kümmern“.</p>
<p>16.<br />
In einer Vernachlässigung der Gestaltung offener Angebote haben die Kirchen wie auch die demokratischen Parteien und Vereine Schuld auf sich geladen … angesichts der hohen Zustimmung der sich „allein gelassen fühlenden Bevölkerung“, sie sieht sich in der „Kümmerpartei“ AfD „aufgehoben“.<br />
Diese Zusammenhänge sind wohl evident, müssten aber weiter empirisch genau untersucht werden.</p>
<p>17.<br />
Die Kirche des Bistums Magdeburg ist arm, finanziell arm verglichen mit westdeutschen Bistümern, und auch personell arm: Auch Ordensleute leben lieber in München, Frankfurt (M), Mainz, Würzburg usw. als in der tiefen Diaspora im „Osten“. Auch diese personelle und finanzielle Vernachlässigung der Kirche in den ostdeutschen Ländern wird man eines Tages für den Sieg der AfD verantwortlich machen müssen.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 16:11:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin, katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale und Pfingstler]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[bald werden auch Homo-Ehen katholisch gesegnet]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche entschuldigt sich für alle Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Schuldbekenntnis der katholischen Kirche wegen ihrer Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Utopie eines katholischen Schuldbekenntnisses]]></category>
		<category><![CDATA[eine gute Predigt für einen Gottesdienst mit Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[eine katholische Predigt zum CSD]]></category>
		<category><![CDATA[eine Predigt zu Gay-Pride]]></category>
		<category><![CDATA[was sagen katholische Pfarrer anläßlich von CSD -Feiern?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine katholische Predigt für die katholischen oder auch ökumenischen Gottesdienste anläßlich der Feiern des Christopher  Street Days, der Gay-Pride, der Feier der Queers. Die Predigt enhält vor allem die Bitte um Verzeihung der Kirche angesichts der vielen Verbrechen, die die katholische Kirche den Homosexuellen und Queers im Laufe der Jahrhunderte angetan hat. Die Predigt verkündt u.a: Es wird bald eine offizielle sakramentale Eheschließung für homosexuelle Eheleute in den Kirchen geben. Wer also eine Predigt zu den Feiern der gay -Prdies sucht, auch als Pfarrer oder Pastorin, wird hier fündig.<br />
Aber: Es handelt sich leider um eine Utopie, die da mitgeteilt wird. Vielleicht in 300 Jahren werden die Forderungen dieser Predigt in der katholischen Kirche realisiert, falls es dann in Europa noch Katholiken gibt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Christian Modehn am 10.7.2026</p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>in diesen Tagen und Wochen der Gay-Pride, also der Präsenz der Queer &#8211; Community, ist es für uns als katholische Priester wichtig, Ihnen, den Katholiken, eine ganz besondere Predigt zu bieten.</p>
<p>Diese Predigt heute ist unser offizielles katholisches Schuldbekenntnis, als Bitte um Vergebung für das Leid und seelische Elend, das die katholische Kirche im Laufe ihrer langen Geschichte und bis heute den Schwulen und Lesben und Transsexuellen und allen aus der weiten Gemeinde der Queers angetan hat.</p>
<p>Dieses Schuldbekenntnis bedeutet zugleich eine entscheidende Wende im Zusammenleben von Heterosexuellen und Queers in der katholischen Kirche. Unsere zentrale Aussage ist: Homosexuelles Leben und Lieben ist genauso gut und wertvoll wie heterosexuelles Leben und Lieben. Mit anderen Worten: Homosexuelles Leben und Lieben ist normal. Es ist weder abartig noch Sünde.</p>
<p>Bestimmte Sprüche des Alten wie des Neuen Testaments der Bibel, die eine Verurteilung homosexuellen Lebens und Liebens betonen, sind ab sofort nicht mehr relevant in unserer Kirche. Inzwischen haben selbst die Kirchenführung, sogar der Papst und seine Behörden im Vatikan erkannt: Diese anti &#8211; homosexuellen Urteile der Bibel sind nichts als zeitbedingt, sie haben weder etwas mit der universellen göttlichen Liebe zu allen Menschen zu tun noch mit den heute absolut geltenden universellen Menschenrechten.</p>
<p>Diese universellen Menschenrechte gelten selbstverständlich auch für uns Katholiken als oberste normative Orientierung, nicht Bibelsprüche, nicht so genannte theologische Prinzipen stehen für uns Katholiken an oberster Stelle. Sondern, wie gesagt, die Menschenrechte. Dass diese in Europa formuliert wurden als ihrem geistigen Entstehungsort sagt nichts aus gegen die universelle Gültigkeit der Menschenrechte überall, wo Menschen leben. Was verlangen denn die unschuldig Verurteilten in chinesischen, russischen, Nord &#8211; koreanischen Lagern usw.? Sie verlangen für sich als Asiaten den absoluten Respekt der Menschenrechte. Das nur nebenbei.</p>
<p>Ich komme jetzt zum zweiten Teil meiner Predigt, also zu der Liste der nun offiziellen Bitte um Verzeihen und Entschuldigung für alle Verbrechen, die die katholische Kirche an Homosexuellen, Queers, wie wir heute sagen, begangen hat. Diese Liste ist unvollständig, möge jeder und jede diese Liste aus eigenem Erleben ergänzen. In jedem Fall bitte ich alle, vor allem die Gays und Queers, diese offizielle Bitte um Vergebung anzunehmen.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche körperlichen Schaden, vielleicht sogar den Tod im Rahmen dieser üblen Inquisitions- Prozesse erleiden mussten.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche schweren seelischen Schaden, seelische Krankheiten hinnehmen und ertragen mussten. Diese sind entstanden durch die &#8211; von der Kirche- erzwungene Verleugnung der eigenen persönlichen sexuellen Prägung, so zusagen nach Innen, für sich selbst, wie nach außen, für die Gesellschaft und Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den vielen Priestern, Ordensleuten und Nonnen, die ihre eigenen Homosexualität absolut versteckt und verleugnet leben mussten wegen der verachtenden Haltung der offiziellen Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche ist dankbar, dass immer wieder einzelne Soziologen und Religionswissenschaftler in ihren Studien gezeigt haben, wie weit verbreitet tatsächlich das heimliche homosexuelle Leben etwa von Priestern, Bischöfen und Kardinälen und Päpsten ist. Wir denken dabei an das Buch von Frédéric Martel, „Sodom“, S. Fischer Verlag 2019. Der französische Soziologe Martel dokumentiert z.B. ausführlich das total verlogene Leben eines einflußreichen homosexuellen Kardinals, des kolumbianischen Kardinals Lopez Trujillo (S. 360 ff., Lopez Trujillo war ein enger Freund Papst Johannes Paul II. und dem katholischen Geheimbund „Opus Dei&#8220; sehr nahestehend, er war als Erzschwuler ausgerechnet für Fragen der Hetero-Familien im Vatikan zuständig).</p>
<p>Viele weitere Namen (verstorbener) Kleriker wären zu nennen. Wir verurteilen nicht die Homosexualität dieser Kleriker, wir bedauern, dass sie nicht offen und frei ihre ganz normale, ihre homosexuelle Liebe, leben und öffentlich aussagen und gestalten konnten. Es sind dies die Verbrechen der offiziell verordneten Verleugnung der eigenen personalen Identität, die so katastrophal ist für die betroffenen Homosexuellen selbst wie für die Gemeinden, die mit diesen verklemmt und deswegen oft hoch &#8211; neurotischen homosexuellen Priestern oder lesbischen Nonnen zu tun haben.</p>
<p>Liebe Gemeinde, ich will diese Litanei der Bitte um Vergebung und Verzeihung hier abbrechen. Die große, man sage endlich einmal radikale Wende der Kirche im Umgang mit Homosexuellen bzw. Queers ist deutlich geworden.</p>
<p>Nur diese Bitte um Vergebung muss ich noch vortragen: De facto werden Homosexuelle bzw. Queers in der katholischen Kirche bis jetzt immer noch als Katholiken zweiter Klasse behandelt. Der offizielle römische Katechismus hat die disqualifizierenden Aussagen zur Homosexualität noch nicht aus dem Buch entfernt, es wird höchste Zeit, was soll dieser Wahn, wenn der Katechismus behauptet: „Homosexuelle Handlungen sind nicht in Ordnung“ oder „sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz.. Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (§ 2357). Dieser Unsinn, das sagte ich am Anfang, gilt ab sofort nicht mehr, denn Homosexualität ist eine normale Variante unter allen Formen der Sexualität. Die Kirche macht bekanntlich Entwicklungen, Korrekturen, ist nicht erstarrt in ihren Traditionen.</p>
<p>Und zum Schluss noch muss ich mich entschuldigen dafür, dass der Papst nun eine gewisse Segnung homosexueller Paare erlaubt, aber diese Segnung soll bitte sehr dezent und versteckt ausfallen, soll überhaupt keine Ähnlichkeit mit der Hetero &#8211; Ehe reservieren Zeremonie haben.<br />
Also: Diese nun erlaubte, aber von reaktionären Klerikern selbstverständlich abgelehnte Segnung homosexueller Paare ist eine Diskriminierung; sie erkennt nicht an, dass auch Homosexuelle längst in vielen Staaten als Ehepaare leben.<br />
Weil die Kirchenführung ihre Fehler einsieht, wird es also bald feierliche Eheschließungen von homosexuellen Eheleuten auch in Katholischen Kirchen geben. Natürlich als Sakrament. Die Ehe ist bekanntlich ein Sakrament der Kirche.</p>
<p>Zum Schluß: Wir haben hier nur von der katholischen Kirche gesprochen. Natürlich sind alle christlichen Kirchen aufgefordert, ihre Verbrechen gegenüber Homosexuellen einzugestehen und sich bei den Opfern zu entschuldigen. Das gilt auch für die machtvoll agierenden, politisch rechtsextremen so genannten evangelikalen Kirche oder Teile der Pfingstkirchen, natürlich auch für alle Formen der orthodoxen Kirchen.<br />
Und ich will nicht verschweigen, dass es eine kleine christliche Kirche in den Niederlanden gibt, für die homosexuelles Leben und Lieben seit Jahrzehnten selbstverständlich ist. Es handelt sich um die Kirche der Remonstranten. (Siehe Weiteres dazu Fußnote 1).</p>
<p>Wer die lange Leidensgeschichte anschaut, die die katholische Kirchenführung und die von dieser Kirchenführung indoktrinierten heterosexuellen Gläubigen den vielen tausend Homosexuellen angetan hat, kann sich eigentlich nur voller Schauer, wenn nicht Ekel und Empörung von dieser Kirche abwenden. Aber einige Weisheiten des Weisheitslehrers und Propheten Jesus von Nazareth bleiben wichtig, darum werden einige wenige katholische Homosexuelle noch in dieser Kirche bleiben.</p>
<p>Unsere große Aufgabe ist: Den Kardinälen und Bischöfen und dem ganzen Klerus (auch dort sind rein statistisch gesehen etliche Homosexuelle!) IN AFRIKA klar zu machen: Deren kämpferische Ablehnung der Homosexualität und der Homosexuellen in ihren Staaten, meist Diktaturen, fördert nur die Verfolgung von Homosexuellen in diesen Ländern. Diese rigide Ablehnung der allermeisten katholischen Kirchenfürsten in Afrika widerspricht, wie gesagt, dem Evangelium, sie widerspricht vor allem den über allem und allen stehenden universell geltenden Menschenrechten.</p>
<p>Darum ist unsere Kollekte heute für ein bedrohtes Zentrum der Hilfe und Unterstützung für Homosexuelle in Uganda gewidmet. Die Kollekte zum Ausbau unserer Orgel entfällt also. Auf das vierte Manual unserer Orgel können wir gern verzichten, es gibt sehr viel Dringenderes.</p>
<p>Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Nachdenken dann auch über die Frage:</p>
<p>Sind denn die hier mitgeteilten Bitten um Verzeihung tatsächlich auch von der katholischen Bürokratie in Rom und in den Behörden der Bischöfe unterstützt???</p>
<p><em>Ich sage nur so viel: Was ich hier als Predigt anbot, ist leider eine totale Utopie.</em></p>
<p>Gehet in Frieden …und noch etwas: Streicht aus eurer Bibel die homo-feindlichen Stellen, sie gelten ab sofort nichts mehr, wie ich eingangs sagte. Kommt zur Vernunft und lest die Bibel vernünftig. Die Bibeltexte sind auch nichts als Texte von religiösen, aber begrenzten Menschen, die ihren Glauben in ihrer Zeit und für ihre Zeit (4. Jahrhundert vor Chr. bis 1. Jh. nach Chr.). aussagten. Die Bibel ist Ausdruck frommer Seelen, sie bietet interessante, aber immer zu kritisierende Weisheiten. Mehr nicht.</p>
<p>Und auch dies noch: Wenn eine CSD-Veranstaltung, eine Gay Pride, in Ihrer Stadt stattfindet, gehen sie bitte hin, nehmen sie teil, unterstützen sie diese Menschen, die jetzt von gewalttätigen Rechtsextremen bedroht werden. Eine Demo von Homosexuellen in ostdeutschen Städten muss LEIDER genauso geschützt werden wie eine Demo jüdischer Gemeinden.<br />
Und: Falls Sie Bischöfe treffen, die sich mit den Queers bei einer Demo solidarisieren, sagen Sie es mir. Diese Bischöfe sollten selbstverständlich in vollem Pomp, genannt Ornat, auftreten, bitte mit Mitra… Verwechslungen mit Drag &#8211; Queens sind wohl ausgeschlossen… Normale jung gebliebene Gemeinde- Priester werden wieder verkleidet wie so oft dabei sein.</p>
<p>In 300 Jahren wird es vielleicht besser bestellt sein im Umgang der katholischen Kirche mit den Homosexuellen bzw. Queers. Das ist unsere Hoffnung, unter der Einschränkung, falls dann die katholische Kirche in Europa noch mehr ist als eine kleine Sekte…</p>
<p>Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>FUßNOTE 1:</p>
<p>Der Remonstranten Theologe, Pastor Jan Berkens, predigt am Sonntag, dem 10.7.2027, in der Remonstranten Kirche „de Vriburg“ in Amsterdam um 10.30 Uhr.</p>
<p>Zur Einstimmung schreibt er:<br />
„Amsterdam ist seit jeher ein Freiraum für Vielfalt. Unser Gemeinde „Vrijburg“ ist es ebenfalls. (Siehe: www.vrijburg.nl/)<br />
Die Akzeptanz des „Andersseins“ im weitesten Sinne des Wortes steht weltweit unter Druck.<br />
Deshalb sind Veranstaltungen wie die Gay &#8211; Pride wichtig. Auch die Kirchen haben dabei eine Rolle zu spielen. Gerade in den Kirchen geht es darum, dass jeder und jede angenommen wird, wer auch immer man ist.</p>
<p>In der Bibel wird zwar recht oft Homosexualität verurteilt, aber es gibt auch eine andere Strömung, bei der es gerade um Akzeptanz geht. Manchmal ist das ziemlich überraschend. Lass dich von meiner Predigt überraschen und von dem Werk des Künstlers Louis Fratino berühren.</p>
<p>Für die musikalische Umrahmung sorgen Jan Pieter Lanooy und Dwight Sampi. Dwight war an unserem Surinam-Niederlande-Austausch unserer Gruppe „Arminius“ in den Jahren 2023 und 2024 beteiligt und er ist gerade für kurze Zeit in den Niederlanden. Er wird für uns das „Vaterunser“ auf Saramacanisch singen.</p>
<p><em>Der Gottesdienst am 9. August steht im Zeichen der Word Pride und wird zum 40-jährigen Jubiläum der offiziellen Segnung von homosexuellen Lebenspartnerschaften in den Remonstrantenkirchen gefeiert!</em></p>
<p><em>Der Gottesdienst ist auch s zu sehen über www.vrijburg.nl/kerk-tv.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 15:36:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Gott in Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreichs Bischöfe sind hilflos gegenüber den Rechtsradikalen]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella in Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella publiziert im Verlag des katholischen rechtsextremen Milliardärs Vincent Bolloré]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella trifft in Polen rechtsextreme Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[wenn katholische Rechtsradikale den Katholismus in Fankreich finanzieren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jordan Bardella, Chef des rechtsaußen "Rassemblement National" und möglicherweise Präsident Frankreichs 2027, hat sich im Juni 2026 in Polen mit rechtsextremen polnischen Politikern getoiffen. Bardella schmiedet ein Bündnis rechtsextremer Parteien in Europa. In Frankreich publiziert Bardella im Verlag Fayard des rechtsextrejen katholischen Milliardärs Bolloré. Es entsteht auch eine Kooperation rechtsextremer Katholiken und rechtsextremer Parteien. Und die Bischöfe sind hilflos. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik">Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jordan Bardella, Präsidentschaftskandidat der äußerst rechten Le &#8211; Pen &#8211; Partei („Rassemblement National“, RN) schafft Allianzen mit Polens rechtsextremen Parteien</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 6. Juli 2026</p>
<p>1.<br />
Über die aktuell regelmäßige Zusammenarbeit rechtsextremer Parteien in Europa ist schon viel publiziert worden. Und einige Erkenntnisse zu dieser europäischen Allianz der rechtsaußen Parteien haben sich herumgesprochen, hoffen wir.<br />
Europas Staaten sind schon jetzt rechtslastig, oft rechtsextrem und es wird wohl immer schlimmer. Wir dokumentieren ein weiteres Faktum.</p>
<p>2.<br />
Jordan Bardella, neben Marine Le Pen, Chef der rechtsextremen Partei „Rassemblement National“ und möglicher Präsident Frankreichs 2027, knüpft Bündnisse mit katholisch geprägten Rechtsaußen &#8211; Parteien in Polen … bei seinem Besuch in Warschau am 18. und 19.Juni. Dort wurde Bardella geradezu pompös empfangen, wie in großer Staatsmann.<br />
Diese Rechtsaußen Parteien in Polen machen allen demokratisch Gesinnten das Leben schwer, haben aber enormen Rückhalt unter den immer noch zahlreichen praktizierenden Katholiken. Die wichtigste rechtsextrem &#8211; katholische &#8211; nationalistische &#8211; antisemitische Stimme Polens ist das Radio &#8211; Medien -Imperium „Radio Maryja“. Selbst den wenigen progressiven Bischöfen Polens ist es nicht gelungen, durch päpstlichen Druck ein Ende dieses Imperiums zu erreichen. Die Geduld der offiziellen katholischen Kirche mit rechtsextremen Katholiken (nicht nur in Polen) ist bekanntlich sehr groß.</p>
<p>3.<br />
Wie gesagt, am 18.und 19. Juni 2026 besuchte Jordan Bardella Warschau, und zwar die rechtsextreme Partei „Nationale Bewegung“, die auch im Europa &#8211; Parlament vertreten ist. Vermittelt wurde das glanzvoll inszenierte Treffen von der erz-katholischen PiS Partei. Bardella hatte auch Gespräche mit dem PiS Chef Jaroslaw Kaczynski und mit dem Staatspräsidenten Karol Nawrocki, er ist PiS sehr nahestehend. Aber die sehr rechtsextreme polnische „Nationale Bewegung“, sozusagen der „Partner“ Bardellas und seiner Partei, ist dem Staatspräsidenten dann selbst doch etwas zu extrem. Deswegen wollte der Präsident keinen Medienrummel zu seiner Begegnung mit Bardella. <a href="https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/l-info-de-france-inter/en-pologne-jordan-bardella-rencontre-l-extreme-droite-et-peaufine-sa-stature-presidentielle-6041644">LINK</a></p>
<p>4.<br />
Gott sei Dank ist Bardella nicht homosexuell, in dem Falle hätten ihn die polnischen Politiker sicher erst gar nicht empfangen. Bardella ist hingegen nicht getauft, er nennt sich konfessionslos. „Dieser Makel“ spielt im politischen Kalkül der rechtsextremen Katholiken und ihrer Parteien aber offenbar keine so große Rolle.</p>
<p>5.<br />
Der katholische Milliardär Vincent Bolloré hat in seinem Verlag Fayard (Paris) kürzlich eine Art politische Programmschrift Bardellas veröffentlicht: „Ce que veulent les Français“ („Was die Franzosen wollen“). Auch in Frankreich läuft die Zusammenarbeit Rechtsextremer (Millionärs-) Katholiken und rechtsextremer Politiker offenbar wie geschmiert. Zum Milliardär und Medienmogul Bolloré: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17455_katholischer-milliardaer-im-dienst-der-rechtsextremen_gott-in-frankreich">LINK</a>.<br />
Und auch „Katholische Rechtsextreme gegen die Menschenrechte“: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Wer ist noch in der Lage, der Kollaboration rechtsextremer Parteien in Europa, inklusive der rechtsextremen Katholiken und ihrer finanzstarken Netzwerke, Widerstand zu leisten?<br />
Wer kann noch wirksam zeigen: Katholizismus hat nichts mit rechtsextremen Ideologien und Parteien zu tun? Linke Katholiken wurden von der Kirchenführung ja vergrault oder rausgeschmissen. Es gibt de facto keine linken Katholiken mehr.</p>
<p>7.<br />
In Frankreich sind die Bischöfe allgemein sehr zaghaft gegenüber den rechtsextremen Parteien, wahrscheinlich wissen sie aus repräsentativen Umfragen: Etwa 40 Prozent der noch praktizierenden Katholiken stimmen für Le Pen bzw. den Rassemblement National. Bekanntlich lebt die katholische Kirche Frankreichs vor allem von Spenden der praktizierenden Gläubigen. Rechtsextreme Katholiken können also den ohnehin schwach fließenden Geld- Hahn der Kirche zudrehen und kein Geld mehr spenden. Oder katholische rechtsextreme Milliardäre können helfend ein paar Millionen Euro rüberreichen, aber dabei bestimmen, für welche &#8211; ihnen günstige &#8211; Projekte ihr Geld verwendet werden soll. Sie können, mit anderen Worten, die Bischöfe und den Rest der Katholiken erpressen… So wird also der Katholizismus, nun unter Druck von rechtsaußen stehend, selbst sehr rechtslastig.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik">Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 10:26:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[250. Geburtstatg der USA]]></category>
		<category><![CDATA[4. Juli 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Henze über Evangelikale in USA]]></category>
		<category><![CDATA[auch Milliardäre müssen sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Das Volk der USA kann eine Regietrung stürzen]]></category>
		<category><![CDATA[den 250. Geburtstag der USA NICHT feiern]]></category>
		<category><![CDATA[Giuliano da Empoli über Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Jill Lepore Harvard Uni]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Biden verurteilt Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Niedergang der Demokratien weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Pete Hegseth als evangelikaler Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Mühlhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Mühlhoff sieht Faschismus in den USA heute]]></category>
		<category><![CDATA[Timothy Snyder über Trump als Tyrannen]]></category>
		<category><![CDATA[Trump als Milliardär]]></category>
		<category><![CDATA[Trump als verrückter alter Mann]]></category>
		<category><![CDATA[Trump Regime als Faschismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22377</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der 250. Geburtstag der USA am 4. Juli 2026 sollte nicht gefeiert werden. Denn unter dem Trump Regime werden die USA in eine Form des Faschismus verwandelt. Diese US - Ideologie wird von den USA selbst in Europa verbreitet. Diese Erkenntnis verbreiten bekannte, internationale geschätzte Politologen und Historiker. Timothy Snyder, Jill Leporre, Arnd Henze, Rainer Mühlhoff, Giuliano da Empoli....Das Trump Regime wird entscheidend unterstützt von Evangelikalen Kirchen. Such Kriegsminister Pete Hegseth ist Mitglied einer radikal nationalistischen rechtsextremen evangelikalen Kirche. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik">Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 3. Juli 2026</p>
<p>Das Motto dieses Beitrags ist ein zentrales Zitat aus der Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776: „<strong>Wenn eine Regierung systematisch und dauerhaft die Grundrechte der Bürger verletzt, um eine absolute Tyrannei zu errichten, ist es nicht nur das Recht, sondern die Pflicht des Volkes, diese Regierung zu stürzen.“</strong>  (Siehe Fußnote 2.)</p>
<p>1.<br />
Zum Feiern anläßlich des 250.Geburtstages der USA am 4. Juli (2026) sollte uns nicht zumute sein, mit „uns“ meine ich die noch nachdenklichen, kritischen und vor allem demokratisch Gesinnten weltweit. Der 4.Juli sollte ein Tag sein, an dem wir fest in unser Denken und Fühlen einprägen: Die USA stehen jetzt an einem höchst gefährlichen Kipp &#8211; Punkt. Die USA rutschen ab in ein Regime, das weder Demokratie oder Republik genannt werden darf. Eher sollte man fürchten, dass da eine Form von Gewaltherrschaft der Superreichen entstanden ist und der super fromm &#8211; evangelikalen Feinde der universell geltenden Menschenrechte. Wieder einmal wird der christliche Glaube von nationalistischen, rassistischen, rechtsradadiklen Ideologen missbraucht…<br />
Etliche Politologen und kritische Beobachter schließen es nicht aus, dass sich eine neue Variante des Faschismus in den USA durchsetzt. Dieser Faschismus beginnt mit der Abschaffung von objektiven, überprüfbaren Wahrheiten. Trump begannt sein Regime mit seinem Plädoyer für „alternative Wahrheiten“, die er je nach Laune definiert. Bekanntlich ist der Verzicht auf universell geltende Wahrheiten nichts als ein Ausdruck für den Nihilismus. Darauf hat Friedrich Nietzsche aufmerksam gemacht. Die USA unter Trump also auf dem Weg des Nihilismus: Nichts Wahres gilt mehr. Der Philosoph Friedrich Nietzsche hält den Nihilismus für eine Form von Glauben, also eine Ideologie,Nietzsche schreibt: „Der Glaube, dass es gar keine Wahrheit gibt, ist der Nihilismus &#8211; Glaube.“ (Zu „Nietzsche und der Nihilismus“, siehe Fußnote 1).</p>
<p>2.<br />
Dass die USA an einem Kipp &#8211; Punkt stehen ins Autoritäre, sagen viele kritische Beobachter, Spezialisten, Politologen, Historiker, Soziologen. Und jeder kritische Leser von kritischen Zeitungen weiß das längst, verdrängt aber die Fakten oft. Der Vorgänger von Donald Trump im Präsidentenamt, der demokratische Politiker Joe Biden, zeigte sich kürzlich als wahrer Demokrat, also im universellen Sinne von Demokratie, nicht als Parteipolitiker. Biden: Ein heftiger, kluger Kritiker des Trump &#8211; Regimes. Am 27. Juni (2026) sagte er im Bundesstaat Maryland: Trump ist, so wörtlich, „inkompetent und korrupt“. „Mit Trump beginnen dunkle Zeiten in den USA“. Trump betreibe, wieder wörtlich, „absichtlich die Deformation und Zerstörung der Nato“. Unter Trump habe sich, „eine dreiste, unverhohlene Korruption auf einem Niveau durchgesetzt, wie es Korruption noch nie in der US &#8211; Geschichte gegeben hat.“ (Eine kurze Zusammenfassung von Joe Biden Rede: im Tagesspiegel vom 30.6.2026).</p>
<p>3.<br />
Das Verschwinden von Ethik, Vernunft, Demokratie, Menschenrechten, Respekt vor dem Völkerrecht unter dem Regime Trump ist derart umfassend und unter demokratisch Gesinnten bekannt, dass wir hier nur einige Autoren und einige zentrale Zitate bieten können.<br />
Wenn wir vom Kipp Punkt der USA ins streng Autoritäre und eine Form des Faschismus sprechen, wird nicht geleugnet, dass es Widerstand gegen Trump und seine Bande gibt, dass auch einige Gerichte noch unabhängig arbeiten und gerecht urteilen: Aber die Allmacht der Trump &#8211; Leute, unterstützt von den ethisch total abgedrifteten der Tech &#8211; Milliardären, wackelt kaum. Trump und seine Leute (Vance!) versuchen die Demokratie in Europa explizit zu schwächen, sie propagieren und unterstützen rechtsradikale Regierungen (bis vor kurzem Orban in Ungarn) oder Parteien, wie die rechtsextreme AfD.<br />
Zusammenfassend:Diese Leute im Trump &#8211; Regime wollen die Zerstörung der Demokratie und die Aufhebung der Menschenrechte. Sie wollen eine andere Welt ausschließlich zu ihrem eigenen Vorteil. Und dafür kämpfen sie auch weltweit. Das machte das Trump &#8211; Regime so universell gefährlich für die Menschheit.</p>
<p>4.<br />
Vor allem liegt diesen Führern der USA an ihrer ständigen Bereicherung: Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet am 1.7.2 2026: Trump hat als Präsident im Jahr 2025 mindestens 1,4 Milliarden Dollar Einnahmen aus seinen Geschäften mit Krypton und Memecoin &#8211; Währungen gemacht. „Sein Gesamtvermögen schätzt der Bloomberg Billionaires-Index auf 7,6 Milliarden Dollar“, so die SZ. Bei solchem nur noch absurd zu nennenden Gesamtvermögen einzelner sehnen die demokratische Gesinnten förmlich nach einer bislang für ein Tabu gehaltenen Debatte, einer Debatte zum Thema Enteignung. Sie wäre selbstverständlich sofort von den Milliardären lächerlich gemacht, und die Mitte Parteien und Rechtsextremen würden wie üblich das Gespenst des Kommunismus beschwören. Denn, auch die dem kapitalistischen System nahestehenden großen Kirche sagen das: „Privateigentum ist heilig, muss aber doch ein bißchen am Gemeinwohl orientiert sein“.<br />
Ein Freund sagte mir: „In solchen Momenten der Erkenntnis der Allmacht der Milliardäre freut man sich letztlich, dass auch Milliardäre sterbliche Menschen sind, selbst wenn sie als Transhumanisten vielleicht 120 Jahre alt werden und die Welt weiter ruinieren und zerstören…Eine bewohnbare Erde werden sie &#8211; bei dieser ihrer Politik &#8211; als 120 Jährige vielleicht sowieso nicht mehr erleben….</p>
<p>5.<br />
Zunächst: Der us-amerikanische Historiker Timothy Snyder &#8211; inzwischen wegen des Trump Regimes nach Kanada geflüchtet &#8211; hat sich mehrfach zum Trump &#8211; Regime geäußert: In der Süddeutschen Zeitung, 25. Juni 2026, Seite 9, bezieht er sich unter dem Titel „Kapitulation eines Dealmakers“ auf den für die USA gescheiterten Iran &#8211; Krieg. Der Historiker Snyder beurteilt Trump als einen Herrscher „mit Bosheit, kombiniert mit erstaunlicher Dummheit, der eine Weltmacht in die Selbstzerstörung“ führt. Bezogen auf den Iran &#8211; Krieg schreibt Snyder: „Krieg aus einer Laune heraus zu führen &#8211; wie es Trump tut &#8211; ist ein Symptom der Tyrannei…Diesen Kriegen muss man sich widersetzen. Trump ist, so Snyder, „von Hartherzigkeit und Einfalt bestimmt“.</p>
<p>6.<br />
Das Buch „Die Stunde der Raubtiere“ des international geschätzten Historikers und Autos Giuliano da Empoli (C.H.Beck Verlag 2025, 3. Auflage) beurteilt Trump eindeutig: „Der amerikanische Präsident Trump führt einen bunten Tross hemmungsloser Autokraten an, bestehend aus Tech &#8211; Konquistadoren, Reaktionären und Verschwörern, die es gar nicht erwarten können, dass der Kampf endlich losgeht. Vor uns tut sich eine Zeit grenzenloser Gewalt auf und die Verteidiger der Freiheit scheinen auf die sie erwartende Aufgabe ganz besonders schlecht vorbereitet.“ (S. 40).</p>
<p>7.<br />
Rainer Mühlhoff, Philosophieprofessor an der Uni Osnabrück, hat eine viel beachtete Studie über „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ veröffentlicht, Reclam 2026, 12. Auflage. Für Mühlhoff ist klar, dass das „Trump Regime &#8211; neben der AfD &#8211; transgressive Kräfte verkörpert“ (S. 120) und tendenziell faschistisch ist. Unter transgressiven Kräfte sind jene politischen Bewegungen, Aktionen und Ideologien gemeint, die bestehende Normen, Werte überschreiten und auflösen wollen.<br />
Mühlhoff betont: „Transgressive Kräfte bestimmen die faschistischen Regime, sie sprengen Normen und demokratische Systeme und zerstören sie.“… „Faschismus bezeichnet damit kein bestimmtes politisches System, sondern eine Charakterdisposition und ihre politische Wirkungsweise.“ (S. 118). Diese Kräfte setzen sich jetzt in den USA offensichtlich mit Gewalt durch.</p>
<p>8.<br />
Der Journalist und USA &#8211; Experte Arnd Henze fragt in einem Beitrag für „Publik &#8211; Forum“ (Heft 11/2026, S. 14) wo denn die langfristigen Voraussetzungen zu sehen sind für das Aufkommen des autoritären Trump &#8211; Regimes: „Es wurde vor etwa 50 Jahren ein Parallelimperium christlich nationalistischer Bildungseinrichtungen geschaffen, wo inzwischen zwei Generationen rechter Kulturkämpfer ausgebildet wurden &#8211; eine weiße Untergrund Armee christlicher Krieger, wie es der Kriegsminister Peter Hegseth martialisch auf den Punkt bringt.“… „Trump ist ein Präsident, der nur noch in den Allmachts &#8211; und Rachefantasien seiner KI-Bilder zu leben scheint. Das alles wird ausgestattet mit den repressiven Instrumenten von FBI, ICE und Border Control nach innen und der größten Militärmacht der Welt.“ Über die politische Bedeutung der weißen Evangelikalen für das Trump Regime siehe die große Studie von Arnd Henze: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22311_kirchen-und-religionen-sollten-nicht-die-demokratie-bestimmen-auch-nicht-in-den-usa_religionskritik">LINK</a></p>
<p>9.<br />
Pete Hegseth, der Kriegsminister, ist streng &#8211; gläubiges Mitglied einer der hoch problematischen, manche sagen anti-christlichen fundamentalistischen evangelikalen Kirchen der USA, der „Communion of Reformed Evangelikal Churches“ (CREC). Diese Kirche, von Pastor Doug Wilson 1975 gegründet, gewinnt immer mehr nationalistische Anhänger und hat großen politischen Einfluss, in Washington D.C. gibt es längst ein Zentrum der CREC. Pastor Wilson sagt: „Hegseth ist ein guter Christ“… Und: Der Staat soll das Recht Gottes, das von der Kirche, seiner Kirche, erkannt ist, durchsetzen… Gottesrecht (d.h. Moral dieser Kirche) steht über den Menschenrechten.&#8220; Siehe dazu ein aktuelles ausführliches Porträt zu Hegseth in der Wochenzeitung „Die Zeit“ (2. Juli 2026, Seite 3).</p>
<p>10.<br />
Die Historikerin Jill Lepore (Harvard Uni, Massachusetts) betont in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ (25. Juni 2026, Seite 6): „Die politische Polarisierung in den USA ist extrem, es herrscht politische und wirtschaftliche Verzweiflung, die Stimmung im Land ist sehr, sehr, sehr gedrückt.“ (Tatsächlich sagt Jill Lenore drei mal „sehr“). „Niemand weiß, was dieser verrückte alte Mann (Donald Trump) macht, wenn er die (Midterms)Wahlen verliert… Mir fällt es schwer, mir vorzustellen, was ein demokratisch kontrollierter Kongress dann tun könnte, um ihn zu stoppen. Wie auch immer die Midterm Wahlen ausgehen, die letzten beiden Jahre mit ihm im Weißen Haus werden wahnsinnig.“</p>
<p>11.<br />
Wir brechen hier unseren „Gruß“, also unsere dringende Warnung, zum 250. Geburtstag der USA ab, alle LeserInnen können aus eigener Erfahrung und Lektüre weitere Studien über die USA unter dem Trump &#8211; Regime unternehmen. Und sie werden sich &#8211; wie wir &#8211; fragen: Wann endlich begreifen die Europäer , auch die deutschen, dass die USA unter Trump keine Freunde sind. Und die Frage reicht weiter: Waren die USA jemals selbstlose Freunde Deutschlands, oder war alles Wohlwollen und alle Hilfe nach dem 2. Weltkrieg zugunsten der BRD ökonomische Kalkül und Abwehr gegen den Erzfeind Kommunismus? Wahrscheinlich ist das so. Es zerbrechen die Illusionen Europas, Deutschlands, gegenüber „den“ USA gerade am 250. Geburtstag.</p>
<p>12.<br />
Wenn wir hier nur auf die Zerstörung der Demokratie in den USA hinweisen und &#8211; mit etlichen kritischen Beobachtern &#8211; ein Ende der Demokratie in den USA nicht mehr ausschließen, dann haben wir überhaupt nicht die verbrecherische Gewaltherrschaft Putins vergessen oder den Menschenrechts feindlichen Kommunismus von Xi oder den extremen hinduistischen Fundamentalismus von Mori … und auch nicht Netanjahu oder die Herrscher des Iran oder die Rechtsextremen in Argentinien, Chile usw. haben wir vergessen.<br />
Wir wollten nur den USA einen Glückwunsch zum 4.7.2026 senden!</p>
<p>Es bleibt die beunruhigende Erkenntnis: Die meisten Staaten unserer Welt werden zunehmend beherrscht von Autokraten, Diktatoren, Rechtsextremen, Nationalisten und, wie die Historikerin Prof. Jill Lenore sagt, „von einem verrückten alten Mann in den USA.“ Und genauso beunruhigend ist: Die noch wenigen verbliebenen demokratischen Politiker folgen den politischen Mustern des Trump &#8211; Regimes…Man beachte die „Abschiebeverordnung“ der EU Kommission. Sie plant, Inhaftierungen von Flüchtlingen und Asyl-Suchenden massiv auszuweiten, Überwachungsbefugnisse zu erhöhen&#8230;es soll möglich werden, Menschen in Länder abzuschieben, in denen sie noch nie gewesen sind…Alles nach dem Vorbild des Trump -Regimes.</p>
<p><em>Fußnote 1 zum Nietzsche Zitat: S. 439 in der gründlichen Studie des Philosophen Wilhelm Weischedel, „Der Gott der Philosophen“, Band I, 1972, Wissenschaftliche Buchges., Darmstadt.</em></p>
<p><em>Fußnote 2 zum Text der Unabhängigkeitserklärung:</em> https://www.verfassungen.net/us/unabhaengigkeit76.htm . Im Oval Office ließ Trump die dort sichtbare Unabhängigkeitserklärung mit dem entscheidenden Zitat durch einen blauen Vorhang verdecken. Er will nicht daran denken, dass er und sein Regime vom Volk gestürzt werden könnten&#8230;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik">Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 21:13:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[der Philosoph Odo Marquard plädiert für den Polytheismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Heide-Sein bei rechtsradikalen Denkern beleibt]]></category>
		<category><![CDATA[Hindu-Tempel in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsradikale Politiker lieben den Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[säkularer Polytheismus in Berlin baut einen Tempel]]></category>
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		<category><![CDATA[sind die Christen frei vom Polytheismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein leicht ironischer Beitrag von Christian Modehn: In Berlin wird ein Tempel gebaut für die vielen weltlichen, säkularen Götter. Der Polytheismus neuer Art findet seinen machtvollen, prächtigen Ort in einer Tempelanlage. Dort können die Götter Geld, Privateigentum, Sex, Auto, Nation usw. verehrt werden. Der säkulare Polytheismus als Vergötterung von Gegenständen und Ideologien ist die stärkste Konfession in Berlin, bald in ganz Europa. Die katholische und evangelische Kirche schließen ihre Kirchen, verkaufen ihre Gotteshäuser, der säkulare Polytheismus blüht. Der Philosoph Odo Marquard ließ sich gar zu einem Plädoyer und Lob für den Polytheismus hinreißen, rechtextreme Literaten und Philosophen lieben den Polytheismus, das Heide-Sein. Der Bruch in der Kultur und der Religion wird im säkularen Polytheismus sichtbar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik">Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Polytheismus &#8211; die vorherrschende Religion in Berlin.<br />
Ein leicht ironischer Hinweis von Christian Modehn am 27.6.2026</p>
<p>Ein Vorwort:<br />
Eine große Tempelanlage für die größte Konfession in Berlin ist eigentlich schon seit langem erforderlich: Für den modernen säkularen Polytheismus, den Glauben an einen der vielen weltlichen Götter. Schließlich nennen sich etwa 70 Prozent der Berliner Bevölkerung „Konfessionslos“, und dieser Titel bedeutet sicher ein Nein zum Monotheismus der Christen, Juden und Muslims, hat aber auch nichts mit dem Bekenntnis zum Buddhismus oder Hinduismus zu tun. Und der „klassische“ kämpferische Atheismus als Nein zum Monotheismus ist auch heute eher selten.<br />
Es geht also um neue Formen des Glaubens, des Glaubens an die modernen vielen Götter, an die leidenschaftliche Bindung an einen der weltlichen oder am besten gleich an mehrere, wesensverwandte weltliche Götter. Wir nennen den Viel-Götter &#8211; Glauben deswegen einen säkularen Polytheismus, weil die Götter, die da verehrt werden, nur weltlich, also nur säkular sind. Von Transzendenz ist bei diesen Göttern also keine Spur, alles dreht sich hier um die eingeschlossene, abgekapselte Welt, also die Bindung an die endlos gedachte nur weltliche Welt ohne transzendente Funken… Dinge der Welt werden dabei gern und enthusiastisch in den Rang von etwas Göttlichem, Absoluten, Hoch &#8211; Heiligen erhoben, und bestimmte Menschen werden zu säkularen Heiligen, wenn nicht zu Göttern erklärt (siehe die Bewunderung für Musk in den USA).<br />
Dies also ist ein neues Thema für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie, Religionswissenschaft und Soziologie. Wir sprechen davon in einer Form einer milden Satire, deren phantasiereiche Beschreibung so unwahrscheinlich ja nicht ist, zumal der Viel-Götter-Kult heute weltweit absolut sich durchsetzt. Das Denken schließt sich ins nur Weltliche &#8211; Dinghafte ein, bestenfalls die Kunst kann noch die Schatten eines Jenseits zeigen, die Kirchen vertreten ihre uralten Dogmen in einer abgeschotteten, sich absolut wichtig nehmenden Klerus &#8211; Welt. Dies interessiert bald wirklich niemanden mehr, vielleicht noch einige der ewigen Neurotiker aus der katholisch &#8211; rechtsextremen Szene…</p>
<p>1.<br />
Am 7. Juni 2026 wurde in Berlin ein neuer prächtiger Tempel zu Ehren der vielen Götter des Hinduismus feierlich eingeweiht. „Den Polytheismus pur“, möchte man sagen, kann jeder Interessierte dort erleben. Aber, und das ist überhaupt nicht degradierend gemeint: Es sind &#8211; regional begrenzt &#8211; die vielen Götter der hinduistischen Religion Indiens, die sich da in Berlin &#8211; Neukölln zur Verehrung und Bewunderung niedergelassen haben. Hunderte Statuen von hinduistisch &#8211; indischen Göttern (Göttinnen) schmücken den Tempel innen wie außen. Zwanzig Jahre wurde an diesem Tempel zu Ehren des Gottes Ganesha gebaut … auch mit allerlei finanziellen Hindernissen: Aber der Gott Ganesha hat schließlich gesiegt: Er wird &#8211; also wohl zurecht &#8211; als der „Überwinder von Hindernissen“ verehrt und er gilt als der „Schreiber heiliger Texte“.</p>
<p>2.<br />
Wenn sich der uralte, auch literarisch wertvolle hinduistische Polytheismus in Berlin nun so deutlich präsentiert, sollte man die Anregung aufgreifen und wahrnehmen: dass sich ein ganz anderer Polytheismus in Berlin (und in ganz Europa) durchgesetzt hat: Dieser säkulare, weltliche Polytheismus möchte sich nun öffentlich in einer wahrlich riesigen Tempelanlage einladend präsentieren. Denn, wie gesagt, nur 30 Prozent der Berliner Bevölkerung sind sozusagen noch klassische religiöse Monotheisten, wobei unter denen sicher auch säkulare Polytheisten, also Verehrer irgendeines weltlichen Gottes, zu finden sind. Stichwort: Liebe zum Geld…Die sündhafte Hinwendung der Monotheisten zum Polytheismus war ja bekanntlich schon das Problem der Propheten des Alten Testaments.</p>
<p>3.<br />
Keine Frage: Es gibt ihn faktisch, den weltlichen Polytheismus, also die von Menschen erschaffenen Götter, die sich als Götter NICHT feierlich von selbst offenbaren, sondern Produkte der Menschen sind, also weltlich sind. Diesen „ihren“ Göttern schenken die Menschen ihre Lebensenergie, ihnen opfern sie (sich auf), sie sind der entscheidende Mittelpunkt ihres Lebens: Diese weltlichen Götter sind als hoch-heilig aufgewertete weltliche Objekte (oder auch Subjekte, Menschen) inmitten einer sonst weithin vom monotheistischen Gott entleerten Welt. Selbstverständlich kann, wie im klassischen Polytheismus üblich, der einzelne weltliche Polytheist mehrere dieser Götter verehren, also den einen mal beiseite stellen zugunsten der Entscheidung für einen anderen. Wir nennen hier schon mal einige Namen der säkularen Götter, auf die wir im einzelnen noch hinweisen: Geld, Privateigentum, Auto, Nation, Fußball usw…</p>
<p>4.<br />
Der geplante polytheistische Tempel muss eine große Anlage sein. Für die vielen Götter muss ausreichend Platz zur Verehrung stehen, zur stillen Andacht, zum Preisen und Loben, zum ausdrucksvollen Bekenntnis, ja auch dies: Vielleicht auch nur zur Verabschiedung von diesem Gott, sagen wir vom Gott Auto; dies kann vielleicht sogar eine Art Bekehrung sein zu einem radikalen Atheismus. In der riesigen Tempelanlage muss also Platz sein fürs Erleben, Bedenken, Feiern und ernsthaftem Debattieren mit den anwesenden Priestern, die hier Counselors heißen, ein bißchen gebildet sollen sie sein…<br />
Alle diese säkular -polytheistischen Tempel in der großen Anlage müssen flach gebaut sein, jeglicher Turm, der in eine irgendwie transzendente himmlische Höhe weist, ist verboten. Die Erdverbundenheit, als die Bindung an die endlos fließende total flache Welt des säkularen Polytheismus muss auch architektonisch zum Ausdruck kommen.<br />
Es wäre sehr hilfreich, wenn dieser Tempel angesichts der Menge der Gläubigen eine gut erreichbare, zentrale Lage hätte, mitten in der Stadt, etwa auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof wäre der Wunsch: Ihn wird der Berliner Senat, auch dort gibt es ja säkulare Polytheisten, wohlwollend unterstützen.</p>
<p>5.<br />
Im Zentrum der Tempelanlage steht der mit echtem Gold verzierte Tempel für den Gott Geld, mit dem eigentlich alle Menschen immer schon sehr eng verbunden sind, auch die monotheistisch Frommen. Darum gebührt dem Gott Geld einer der Haupttempel in der weitläufigen, mit vielen bunten Blumen und allerlei Bäumen ausgestatteten Tempel-Anlage. In den kleinen Nebentempeln des Gottes Geld können auch die ebenfalls göttlichen Aktien verehrt werden oder auch Formen neuer heiliger Krypto &#8211; Währungen.<br />
In einem ebenfalls benachbarten kleineren Tempel werden schalldichte Mauern und Türen gebaut, für Spekulanten, die bei extremen Kursverlusten dort laut schreien, weinen und heulen dürfen. Auf diese Weise sollen die Manager bei Kursverlusten nicht den persönlichen Kurs verlieren.</p>
<p>6.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau wird den Verehrern des göttlichen und immer noch offiziell heilig genannten Eigentums zur Verfügung stehen. Auf den Wänden werden stündlich aktualisiert auf Monitoren die Preisentwicklungen der Eigentumswohnungen etwa in Berlin, München, Zürich, Paris, London, New York, San Francisco, Rom und Monaco eingeblendet. Auch das Verhältnis im Bau von Mietwohnungen und Eigentumswohnungen wird dokumentiert, auch in dem Fall sind Schreie des Protestes oder des noch stärkeren Jubels der Eigentümer erwünscht. Selbstverständlich werden etliche Super &#8211; Luxus Yachten als begehbare heilige Objekte zur Verfügung stehen, nach gründlichen Reinigung in einem Pool im dritten Obergeschoß der Yacht kann man auch kurz die prächtigen Räume besichtigen, allerdings nur der Flüsterton ist auf den heiligen Super &#8211; Luxus -Yachten erlaubt. Nebenbei: Ein Glas Champagner wird „an Bord“ für selbstverständlich schon ermäßigte 50 Euro angeboten .</p>
<p>7.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau in der Gestalt einer riesigen, für mindesten 100 Fans begehbaren Kugel wird dem höchst aktuellen Gott Fußball gewidmet sein. Im Innern des Tempels werden permanent auf 100 Bildschirmen gleichzeitig alte und auch aktuelle Fernsehaufnahmen von Fußballweltmeisterschaften zu sehen sein. Ein großes Quiz wird angeboten: Wer genau weiß, wie viele Millionen Schweizer Franken Mister Gianni Infantino im Jahr verdient, kann an einem Losverfahren teilnehmen und zu einem Frühstück mit Infantino in Genf geladen werden. Die Sieger können selbstverständlich auch absagen.<br />
Eine andere begehrte Quiz &#8211; Frage wird sein, die ich mal so formuliere: Welche Mannschaft hat 1958 im Spiel El Salvadors gegen die Fidschi &#8211; Inseln gesiegt? Der Sieger wird zu einem Wochenende ins leider wieder mal sehr diktatorische El Salvador in Mittelamerika eingeladen. Absagen der Gewinner sind &#8211; Stand jetzt &#8211; sehr ratsam, um nicht durch Zufall in einem der berechtigten Massen &#8211; Gefängnisse des Präsidenten zu laden.</p>
<p>8.<br />
Der längste Flachbau auf der großen Tempelanlage der „säkularen Götter“ wird der Gestalt eines iPhones sehr deutlich nachempfunden sein. Von 1000 angebrachten iPhones werden die Tempelbesucher permanent berieselt mit Life &#8211; Plaudereien von iPhonenutzern aus aller Welt in mindestens 100 verschiedenen Sprachen. So wird Kakophonie in Kalophonie umgewidmet. Ob die Tempelbesucher die eigenen iPhones oder die Handys am Tempeleingang abgeben müssen, um möglichstnvom eigenen Trieb des Klickens nicht verführt zu werden, darüber wird noch der Bundestag entscheiden.</p>
<p>9.<br />
Ganz im klassischen Bordell &#8211; Rot, wir sagen es ehrlich schon jetzt, wird es eine gewaltige begehbare Penis &#8211; Nachbildung im Tempel &#8211; Park geben. Aus dem „Milieu“ kommt bereits der Vorschlag, diesen Tempel, gelagert im spirituellen Zentrum des Tempelbezirks der säkularen Götter, entweder „Sanctus Penis“ oder &#8222;Sanca Vulva“ zu nennen… Um Orgien in diesem Tempel einzugrenzen, sollen die in der Szene bekannten „Schwestern vom Orden der perpetuellen Indulgenz“ ein bißchen für erotischen Anstand sorgen.</p>
<p>10.<br />
Polytheistische Ordnungskräfte werden einen weiteren, allerdings hoch umstrittenen Tempel sichern müssen: Den Tempel des viel gesichtigen Gottes Nationalismus und Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie. Dieser Gott als Einheit vieler Götter prägt die Geschichte der Menschheit seit Jahrhunderten, deswegen muss in einem eigenen Tempel daran erinnert werden. Von außen wird er &#8211; für Demokraten &#8211; betont häßlich sein, die Frage braun dominiert, Innen ist alles schwarz gehalten.<br />
Eine explizite, verbale Verehrung dieser Götter ist in diesem Tempel untersagt. Er soll ein Tempel des Abscheus, des Neinsagens, vielleicht der Bekehrung zum wahren Menschsein werden. Rechtsradikale Parteien in Europa, also die AFD, die Le &#8211; Pen &#8211; Partei „Rassemblement National“ oder die spanische VOX Partei , aber auch Teil der US &#8211; MAGA &#8211; Bewegung planen &#8211; unterstützt von ihren Freunden in Millionärs-Kreisen, ihren eigenen, alternativen Tempel in der Nähe zu bauen. Der Staatsschutz sollte ermitteln…<br />
Jeder halbwegs vernünftig gebliebene weltliche Polytheist kann in diesem gewaltig braun &#8211; schwarzen Tempel öffentlich seinem Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, der Homophobie abschwören, er empfängt danach von den stets anwesenden Priestern, „Counselors“ genannt, eine schöne, gut lesbare Ausgabe der „Erklärung der Menschenrechte“ von 1948. In einem Nebentempel werden übrigens die heiligen Rüstungsfirmen sich verehren lassen, Details werden noch ausgearbeitet. In jedem Fall werden die neuesten Panzer zur Bewunderung und Verehrung bereit stehen. „Mehr Geld für die Rüstung“ steht über dem Eingang!</p>
<p>11.<br />
Selbstverständlich wird es einen Tempel zu Ehren des heiligen Autos geben. Dem Mercedes- Stern nachempfunden wird dieser Tempel errichtet, wer ihn von der zentralen der Mitte aus betritt, wird sofort von den allerneuesten Mercedes der S Klasse empfangen, auch der Merceds &#8211; Maybach S- Klasse. Die Frommen dürfen selbstverständlich diese Prachtexemplare lange Zeit streicheln, sie dürfen die Auto &#8211; Türen berühren, gegen Spenden für die Firma Mercedes (!) darf man auch ein paar Minuten innen im Auto sitzen, das Lenkrad umarmen, die Sitze bewundern. Lautes Jubeln ist erwünscht, auch das „großartig“ Rufen. Es stehen vor einigen einigen Limousinen auch Kissen bereit für Fromme, die vor dem Mercedes niederknien möchten. Kein Mann muss sich seiner Tränen der Freude schämen. Ob BMW im Tempel auch zugelassen wird, entscheiden zur Zeit die Gerichte…</p>
<p>12.<br />
Wie schon angedeutet: In jedem der vielen Einzeltempel werden dem jeweiligen Gott entsprechend rituelle und kultische Vollzüge möglich sein, auch Sühneriten und Reue &#8211; Bekenntnisse sind möglich. Es stehen auch entsprechende „Priester“, hier „Counselors genannt, hilfreich und kenntnisreich zur Verfügung. So kann im Tempel zu Ehren des Gottes Geld der besonders Geld &#8211; Gierige, der Spekulant, symbolisch ein paar echte 10 Euro &#8211; oder 50 Euro Scheine auf einem Gold-Schälchen andächtig verbrennen, auf Wunsch auch mit Weihrauch Düften, um seinen Abschied von der Geld &#8211; Gier auszudrücken. Wer hingegen immer mehr Geld für sich wünscht, kann in Opferschalen einige hundert Euros als Spende hinterlassen, die ausschließlich zur Stütze der bedrohten Banken in Deutschland verwendet wird.</p>
<p>Nur dies noch: Wer von der Sucht befreit werden will, permanent seinem Gott Fussball zu dienen, also ständig Fußball im Fernsehen zu sehen, so oft Unsummen schwer verdienten Geldes fürs Stadion und den Club auszugeben, der kann im Vorraum des Tempels einen preiswerten Fußball kaufen und ihn im Tempel öffentlich vor aller Augen zertreten. Sozusagen als Ritus der Bekehrung und Befreiung von diesem zwanghaften, also letztlich lästigen und langweiligen Gott Fußball. Beim Zertreten des Balls muss der Gläubige allerdings schreien: „Ich will niemals mehr dem Gott Fußball dienen“. Dieses Versprechen wird selbstverständlich bei der üblichen Liberalität des polytheistischen Tempels nicht überprüft.<br />
Die vielen unbeirrbaren Verehrer des Gottes Fußball können teure Memorabilien („Reliquien“) von weltberühmten Fußballer &#8211; Stars erwerben, etwa den kleinen Rest eines Schnürsenkels von Pelé oder den Fetzen aus einer Unterhose vom Star Cristiano Ronaldo.</p>
<p>13.<br />
Das Projekt kann jetzt schon finanziell unterstützt werden, der Name besonders großzügiger Spender wird an der zentralen Tempel &#8211; Eingangstür eingraviert. Zu den wirklich bedeutenden, vom Projekt restlos begeisterten Förderern gehören bereits die Banken, große Immobilien-Konzerne, Hotelketten, Inhaber der großen Smartphones usw. Sie alle sind ja längst als strenge Gläubige eines der säkularen Götter bekannt. Eventuell geht der bislang unbekannte Betreiber dieses „Tempel der vielen säkularen Götter in Berlin“ auch an die Börse.<br />
In jedem Fall sind bereits Sonderzüge der Bundesbahn nach Berlin geplant .. allein dieses Tempels wegen. Deswegen wird der Flughafen BER auch endlich stärker die internationalen Connections ausbauen. Der säkulare Polytheismus verspricht der Stadt Berlin wieder mehr Geld in die Kassen zu spielen…</p>
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Die (monotheistischen) Kirchen in Berlin sind sehr irritiert vom Projekt des wahrlich nur monumental zu nennenden Tempels der weltlichen Götter: Die Kirchen sagen sich: Wir katholischen und evangelischen Kirchenführer schließen seit einigen Jahren unsere Tempel, unsere Kirchen, wir verkaufen sie, wir reißen sie ab: Was machen wir nur falsch? Und die säkularen Polytheisten bauen eine riesige Tempelanlage, weil sie so viele Gläubige haben.</p>
<p>Nebenbei: Unser Ratschlag an die Kirchen: Sie sollten bedenken, dass auch ihre führenden Kleriker oft auf der Spur der säkularen Götterverehrung (Geld, Macht, Kriege.. ) lebten. Man denke nur an die Päpste der Renaissance und sehe die prächtigen Kardinals &#8211; und Bischofs- Residenzen, die immer noch bewohnt werden trotz der vielen Kirchenaustritte: Aus diesen Palästen wollen die Kleriker jedenfalls &#8211; bis jetzt &#8211; nicht ausziehen und in kleine Wohnungen umziehen. Diese Residenzen werden sicher in 30 Jahren zu Tempel &#8211; Museen des einstigen klerikalen Monotheismus werden..</p>
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Es bleibt für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie ein dringendes Thema: Welche Bedeutung haben die hier genannten säkularen Götter für die Lebensgestaltung? Sind diese Götter befreiend, orientierend für ein humanes Leben, das den Namen verdient? Der alte „klassische“ Vorwurf atheistischer Kreise war: Die monotheistischen Religionen sind zu autoritär, gegen die Emanzipation eingestellt usw. Aber was trennt die polytheistischen säkularen, bekanntlich von Menschen gemachten Götter von dem monotheistischen Gott der Bibel? Ist nicht auch er von Menschen gemacht, vielleicht nur mit Hilfe des heiligen Geistes, wie die Dogmatik sagt? Aber wer weiß das schon genau? Und auch dies: Sind die polytheistischen Götter etwa fü rdie Emanzipation, für die Demokratie, für die universelle Gerechtigkeit? Ich fürchte die Antwort ist klar, sie heißt NEIN.<br />
Der schöpferische Mensch schafft sich Gott und Götter. Die Differenz zwischen einem Gott der Monotheisten und einem Gott der Polytheisten, ob säkularer religiös, muss jeder Mensch für sich erkennen. Und sich entscheiden für ein Leben in Freiheit.</p>
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Es muss daran erinnert werden, dass etliche Philosophen, Journalisten, Dichter und Denker usw. im 20. Jahrhundert explizit und kämpferisch den Polytheismus verteidigten und lobten, durchaus polemisch als angeblich einzig humane Alternative zum Monotheismus. Man denke an die „Nouvelle Droite“ und ihre Meisterdenker seit den 1970Jahren in Frankreich, etwa an Alain de Benoist, dessen Plädoyer für das polytheistische „Heide-Sein“ auch auf Deutsch 1982 als Buch erschien. Die „Konservative Revolution“ der rechten und rechtsextremen Meisterdenker liebt den Polytheismus.<br />
Der bekannte Philosoph Odo Marquard (1926 &#8211; 2015) muss hier erwähnt werden: Allzu schnell übersieht man dessen reaktionäre Positionen angesichts seiner leicht zugänglichen, manchmal gewollte witzigen Redeweise. Udo Marquard hat sich in seinem Vortrag in Berlin im Jahr 1978 zu einem „Lob des Polytheismus“ hinreißen lassen (veröffentlicht in „Abschied vom Prinzipiellen“, Reclam, 1981). Und dabei behauptet, die demokratische politische Gewaltenteilung sei „ein aufgeklärter &#8211; säkularisierter &#8211; Polytheismus.“ (Seite 107). Also die für die Demokratie entscheidende Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive, Judikative &#8211; seien nur &#8211; wie im Polytheismus üblich &#8211; mögliche und immer revidierbare „Göttergestalten“ … diese drei demokratischen Gewalten nennt Marquard tatsächlich allen ernstes Götter (S. 107). Aber: Diese Gewaltenteilung ist von der Vernunft universell begründet und tatsächlich absolut fürs Leben der Demokratie geboten. Gewaltenteilung in der Demokratie ist kein möglicherweise auch wieder abzuschaffender oder abzulehnender Gott im polytheistischen Götterhimmel.<br />
Und Odo Marquard schämt sich in dem von ihm diskutieren Zusammenhang von Polytheismus und Mythos nicht, den tatsächlich „berühmten“ Nazi-Philosophen Alfred Baeumler als Zeugen zu erwähnen, in einem Atemzug mit dem ganz anders denkenden Philosophen Roland Barthes. Jedenfalls steht für Marquard, den Schüler des ebenfalls viel zitierten Nazi-Philosophen Joachim Ritter (Uni Münster) fest: „Die Philosophie muss ihre Kollaboration mit dem Mono-Mythos (gemeint ist der Monotheismus der Juden und Christen) beenden“, so Marquard ziemlich rigoros, was er sonst ja nicht sein will…(S. 110).<br />
Jedenfalls haben kompetente Wissenschaftler das Schwadronieren Marquards zum „Lob des Polytheismus“ differenziert zurückgewiesen, etwa die Historiker Jan Assmann und Arnold Angenendt.</p>
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Der neue Tempel des säkularen, weltlichen Polytheismus trifft also eine zentrale Stimmung, Mentalität. Mit dem säkularen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben ist eine Auseinandersetzung geboten… zumal mit dem explizit politischen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben … bevor es zu spät ist und die AFD die „Kulturpolitik“ beherrscht.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p class="post-modified-info">Aktualisiert am 6. Juli 2026 durch <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/der-religionsphilosophische-salon-berlin-eine-skizze#:~:text=Gründer%20und%20Initiatoren" target="_blank" class="last-modified-author">cm</a></p>
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