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	<title>Perspektiven und Probleme Archive &#8211; Religionsphilosophischer Salon</title>
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	<description>... eine Einladung zum Mitdenken und Mitdiskutieren</description>
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		<title>Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 16:11:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin, katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale und Pfingstler]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[bald werden auch Homo-Ehen katholisch gesegnet]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche entschuldigt sich für alle Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Schuldbekenntnis der katholischen Kirche wegen ihrer Verbrechen an Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[ein Utopie eines katholischen Schuldbekenntnisses]]></category>
		<category><![CDATA[eine gute Predigt für einen Gottesdienst mit Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[eine katholische Predigt zum CSD]]></category>
		<category><![CDATA[eine Predigt zu Gay-Pride]]></category>
		<category><![CDATA[was sagen katholische Pfarrer anläßlich von CSD -Feiern?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine katholische Predigt für die katholischen oder auch ökumenischen Gottesdienste anläßlich der Feiern des Christopher  Street Days, der Gay-Pride, der Feier der Queers. Die Predigt enhält vor allem die Bitte um Verzeihung der Kirche angesichts der vielen Verbrechen, die die katholische Kirche den Homosexuellen und Queers im Laufe der Jahrhunderte angetan hat. Die Predigt verkündt u.a: Es wird bald eine offizielle sakramentale Eheschließung für homosexuelle Eheleute in den Kirchen geben. Wer also eine Predigt zu den Feiern der gay -Prdies sucht, auch als Pfarrer oder Pastorin, wird hier fündig.<br />
Aber: Es handelt sich leider um eine Utopie, die da mitgeteilt wird. Vielleicht in 300 Jahren werden die Forderungen dieser Predigt in der katholischen Kirche realisiert, falls es dann in Europa noch Katholiken gibt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Christian Modehn am 10.7.2026</p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>in diesen Tagen und Wochen der Gay-Pride, also der Präsenz der Queer &#8211; Community, ist es für uns als katholische Priester wichtig, Ihnen, den Katholiken, eine ganz besondere Predigt zu bieten.</p>
<p>Diese Predigt heute ist unser offizielles katholisches Schuldbekenntnis, als Bitte um Vergebung für das Leid und seelische Elend, das die katholische Kirche im Laufe ihrer langen Geschichte und bis heute den Schwulen und Lesben und Transsexuellen und allen aus der weiten Gemeinde der Queers angetan hat.</p>
<p>Dieses Schuldbekenntnis bedeutet zugleich eine entscheidende Wende im Zusammenleben von Heterosexuellen und Queers in der katholischen Kirche. Unsere zentrale Aussage ist: Homosexuelles Leben und Lieben ist genauso gut und wertvoll wie heterosexuelles Leben und Lieben. Mit anderen Worten: Homosexuelles Leben und Lieben ist normal. Es ist weder abartig noch Sünde.</p>
<p>Bestimmte Sprüche des Alten wie des Neuen Testaments der Bibel, die eine Verurteilung homosexuellen Lebens und Liebens betonen, sind ab sofort nicht mehr relevant in unserer Kirche. Inzwischen haben selbst die Kirchenführung, sogar der Papst und seine Behörden im Vatikan erkannt: Diese anti &#8211; homosexuellen Urteile der Bibel sind nichts als zeitbedingt, sie haben weder etwas mit der universellen göttlichen Liebe zu allen Menschen zu tun noch mit den heute absolut geltenden universellen Menschenrechten.</p>
<p>Diese universellen Menschenrechte gelten selbstverständlich auch für uns Katholiken als oberste normative Orientierung, nicht Bibelsprüche, nicht so genannte theologische Prinzipen stehen für uns Katholiken an oberster Stelle. Sondern, wie gesagt, die Menschenrechte. Dass diese in Europa formuliert wurden als ihrem geistigen Entstehungsort sagt nichts aus gegen die universelle Gültigkeit der Menschenrechte überall, wo Menschen leben. Was verlangen denn die unschuldig Verurteilten in chinesischen, russischen, Nord &#8211; koreanischen Lagern usw.? Sie verlangen für sich als Asiaten den absoluten Respekt der Menschenrechte. Das nur nebenbei.</p>
<p>Ich komme jetzt zum zweiten Teil meiner Predigt, also zu der Liste der nun offiziellen Bitte um Verzeihen und Entschuldigung für alle Verbrechen, die die katholische Kirche an Homosexuellen, Queers, wie wir heute sagen, begangen hat. Diese Liste ist unvollständig, möge jeder und jede diese Liste aus eigenem Erleben ergänzen. In jedem Fall bitte ich alle, vor allem die Gays und Queers, diese offizielle Bitte um Vergebung anzunehmen.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche körperlichen Schaden, vielleicht sogar den Tod im Rahmen dieser üblen Inquisitions- Prozesse erleiden mussten.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den KatholikInnen, die wegen ihres homosexuellen Lebens und Liebens durch die ungerechte Haltung der Kirche schweren seelischen Schaden, seelische Krankheiten hinnehmen und ertragen mussten. Diese sind entstanden durch die &#8211; von der Kirche- erzwungene Verleugnung der eigenen persönlichen sexuellen Prägung, so zusagen nach Innen, für sich selbst, wie nach außen, für die Gesellschaft und Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche bittet um Vergebung bei den vielen Priestern, Ordensleuten und Nonnen, die ihre eigenen Homosexualität absolut versteckt und verleugnet leben mussten wegen der verachtenden Haltung der offiziellen Kirche.</p>
<p>Die katholische Kirche ist dankbar, dass immer wieder einzelne Soziologen und Religionswissenschaftler in ihren Studien gezeigt haben, wie weit verbreitet tatsächlich das heimliche homosexuelle Leben etwa von Priestern, Bischöfen und Kardinälen und Päpsten ist. Wir denken dabei an das Buch von Frédéric Martel, „Sodom“, S. Fischer Verlag 2019. Der französische Soziologe Martel dokumentiert z.B. ausführlich das total verlogene Leben eines einflußreichen homosexuellen Kardinals, des kolumbianischen Kardinals Lopez Trujillo (S. 360 ff., Lopez Trujillo war ein enger Freund Papst Johannes Paul II. und dem katholischen Geheimbund „Opus Dei&#8220; sehr nahestehend, er war als Erzschwuler ausgerechnet für Fragen der Hetero-Familien im Vatikan zuständig).</p>
<p>Viele weitere Namen (verstorbener) Kleriker wären zu nennen. Wir verurteilen nicht die Homosexualität dieser Kleriker, wir bedauern, dass sie nicht offen und frei ihre ganz normale, ihre homosexuelle Liebe, leben und öffentlich aussagen und gestalten konnten. Es sind dies die Verbrechen der offiziell verordneten Verleugnung der eigenen personalen Identität, die so katastrophal ist für die betroffenen Homosexuellen selbst wie für die Gemeinden, die mit diesen verklemmt und deswegen oft hoch &#8211; neurotischen homosexuellen Priestern oder lesbischen Nonnen zu tun haben.</p>
<p>Liebe Gemeinde, ich will diese Litanei der Bitte um Vergebung und Verzeihung hier abbrechen. Die große, man sage endlich einmal radikale Wende der Kirche im Umgang mit Homosexuellen bzw. Queers ist deutlich geworden.</p>
<p>Nur diese Bitte um Vergebung muss ich noch vortragen: De facto werden Homosexuelle bzw. Queers in der katholischen Kirche bis jetzt immer noch als Katholiken zweiter Klasse behandelt. Der offizielle römische Katechismus hat die disqualifizierenden Aussagen zur Homosexualität noch nicht aus dem Buch entfernt, es wird höchste Zeit, was soll dieser Wahn, wenn der Katechismus behauptet: „Homosexuelle Handlungen sind nicht in Ordnung“ oder „sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz.. Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (§ 2357). Dieser Unsinn, das sagte ich am Anfang, gilt ab sofort nicht mehr, denn Homosexualität ist eine normale Variante unter allen Formen der Sexualität. Die Kirche macht bekanntlich Entwicklungen, Korrekturen, ist nicht erstarrt in ihren Traditionen.</p>
<p>Und zum Schluss noch muss ich mich entschuldigen dafür, dass der Papst nun eine gewisse Segnung homosexueller Paare erlaubt, aber diese Segnung soll bitte sehr dezent und versteckt ausfallen, soll überhaupt keine Ähnlichkeit mit der Hetero &#8211; Ehe reservieren Zeremonie haben.<br />
Also: Diese nun erlaubte, aber von reaktionären Klerikern selbstverständlich abgelehnte Segnung homosexueller Paare ist eine Diskriminierung; sie erkennt nicht an, dass auch Homosexuelle längst in vielen Staaten als Ehepaare leben.<br />
Weil die Kirchenführung ihre Fehler einsieht, wird es also bald feierliche Eheschließungen von homosexuellen Eheleuten auch in Katholischen Kirchen geben. Natürlich als Sakrament. Die Ehe ist bekanntlich ein Sakrament der Kirche.</p>
<p>Zum Schluß: Wir haben hier nur von der katholischen Kirche gesprochen. Natürlich sind alle christlichen Kirchen aufgefordert, ihre Verbrechen gegenüber Homosexuellen einzugestehen und sich bei den Opfern zu entschuldigen. Das gilt auch für die machtvoll agierenden, politisch rechtsextremen so genannten evangelikalen Kirche oder Teile der Pfingstkirchen, natürlich auch für alle Formen der orthodoxen Kirchen.<br />
Und ich will nicht verschweigen, dass es eine kleine christliche Kirche in den Niederlanden gibt, für die homosexuelles Leben und Lieben seit Jahrzehnten selbstverständlich ist. Es handelt sich um die Kirche der Remonstranten. (Siehe Weiteres dazu Fußnote 1).</p>
<p>Wer die lange Leidensgeschichte anschaut, die die katholische Kirchenführung und die von dieser Kirchenführung indoktrinierten heterosexuellen Gläubigen den vielen tausend Homosexuellen angetan hat, kann sich eigentlich nur voller Schauer, wenn nicht Ekel und Empörung von dieser Kirche abwenden. Aber einige Weisheiten des Weisheitslehrers und Propheten Jesus von Nazareth bleiben wichtig, darum werden einige wenige katholische Homosexuelle noch in dieser Kirche bleiben.</p>
<p>Unsere große Aufgabe ist: Den Kardinälen und Bischöfen und dem ganzen Klerus (auch dort sind rein statistisch gesehen etliche Homosexuelle!) IN AFRIKA klar zu machen: Deren kämpferische Ablehnung der Homosexualität und der Homosexuellen in ihren Staaten, meist Diktaturen, fördert nur die Verfolgung von Homosexuellen in diesen Ländern. Diese rigide Ablehnung der allermeisten katholischen Kirchenfürsten in Afrika widerspricht, wie gesagt, dem Evangelium, sie widerspricht vor allem den über allem und allen stehenden universell geltenden Menschenrechten.</p>
<p>Darum ist unsere Kollekte heute für ein bedrohtes Zentrum der Hilfe und Unterstützung für Homosexuelle in Uganda gewidmet. Die Kollekte zum Ausbau unserer Orgel entfällt also. Auf das vierte Manual unserer Orgel können wir gern verzichten, es gibt sehr viel Dringenderes.</p>
<p>Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Nachdenken dann auch über die Frage:</p>
<p>Sind denn die hier mitgeteilten Bitten um Verzeihung tatsächlich auch von der katholischen Bürokratie in Rom und in den Behörden der Bischöfe unterstützt???</p>
<p><em>Ich sage nur so viel: Was ich hier als Predigt anbot, ist leider eine totale Utopie.</em></p>
<p>Gehet in Frieden …und noch etwas: Streicht aus eurer Bibel die homo-feindlichen Stellen, sie gelten ab sofort nichts mehr, wie ich eingangs sagte. Kommt zur Vernunft und lest die Bibel vernünftig. Die Bibeltexte sind auch nichts als Texte von religiösen, aber begrenzten Menschen, die ihren Glauben in ihrer Zeit und für ihre Zeit (4. Jahrhundert vor Chr. bis 1. Jh. nach Chr.). aussagten. Die Bibel ist Ausdruck frommer Seelen, sie bietet interessante, aber immer zu kritisierende Weisheiten. Mehr nicht.</p>
<p>Und auch dies noch: Wenn eine CSD-Veranstaltung, eine Gay Pride, in Ihrer Stadt stattfindet, gehen sie bitte hin, nehmen sie teil, unterstützen sie diese Menschen, die jetzt von gewalttätigen Rechtsextremen bedroht werden. Eine Demo von Homosexuellen in ostdeutschen Städten muss LEIDER genauso geschützt werden wie eine Demo jüdischer Gemeinden.<br />
Und: Falls Sie Bischöfe treffen, die sich mit den Queers bei einer Demo solidarisieren, sagen Sie es mir. Diese Bischöfe sollten selbstverständlich in vollem Pomp, genannt Ornat, auftreten, bitte mit Mitra… Verwechslungen mit Drag &#8211; Queens sind wohl ausgeschlossen… Normale jung gebliebene Gemeinde- Priester werden wieder verkleidet wie so oft dabei sein.</p>
<p>In 300 Jahren wird es vielleicht besser bestellt sein im Umgang der katholischen Kirche mit den Homosexuellen bzw. Queers. Das ist unsere Hoffnung, unter der Einschränkung, falls dann die katholische Kirche in Europa noch mehr ist als eine kleine Sekte…</p>
<p>Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>FUßNOTE 1:</p>
<p>Der Remonstranten Theologe, Pastor Jan Berkens, predigt am Sonntag, dem 10.7.2027, in der Remonstranten Kirche „de Vriburg“ in Amsterdam um 10.30 Uhr.</p>
<p>Zur Einstimmung schreibt er:<br />
„Amsterdam ist seit jeher ein Freiraum für Vielfalt. Unser Gemeinde „Vrijburg“ ist es ebenfalls. (Siehe: www.vrijburg.nl/)<br />
Die Akzeptanz des „Andersseins“ im weitesten Sinne des Wortes steht weltweit unter Druck.<br />
Deshalb sind Veranstaltungen wie die Gay &#8211; Pride wichtig. Auch die Kirchen haben dabei eine Rolle zu spielen. Gerade in den Kirchen geht es darum, dass jeder und jede angenommen wird, wer auch immer man ist.</p>
<p>In der Bibel wird zwar recht oft Homosexualität verurteilt, aber es gibt auch eine andere Strömung, bei der es gerade um Akzeptanz geht. Manchmal ist das ziemlich überraschend. Lass dich von meiner Predigt überraschen und von dem Werk des Künstlers Louis Fratino berühren.</p>
<p>Für die musikalische Umrahmung sorgen Jan Pieter Lanooy und Dwight Sampi. Dwight war an unserem Surinam-Niederlande-Austausch unserer Gruppe „Arminius“ in den Jahren 2023 und 2024 beteiligt und er ist gerade für kurze Zeit in den Niederlanden. Er wird für uns das „Vaterunser“ auf Saramacanisch singen.</p>
<p><em>Der Gottesdienst am 9. August steht im Zeichen der Word Pride und wird zum 40-jährigen Jubiläum der offiziellen Segnung von homosexuellen Lebenspartnerschaften in den Remonstrantenkirchen gefeiert!</em></p>
<p><em>Der Gottesdienst ist auch s zu sehen über www.vrijburg.nl/kerk-tv.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22433_eine-katholische-predigt-anlaesslich-von-gay-pride-pride-weeks-und-der-christopher-street-day-demos-csd_denkbar">Eine katholische Predigt anläßlich von Gay Pride, Pride Weeks und der Christopher &#8211; Street &#8211; Day Demos (CSD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Katholische Rechte und Rechtsextreme gegen die Menschenrechte heute!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 15:40:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[2.Vatikanisches Konzil für Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Communauté St. Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Erzbischof Lefèbvre gegen Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Feindschaft gegen Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Nationalisten heute]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Rechtsextreme in Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Rechtsextreme in Polen]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Rechtsextreme zersetzen die katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Rwechtsextreme führend in Trump Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Piusbrüder gegen Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Priestergemeinschaft St. Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionalisten gegen Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es folgen viele tausend Katholiken rechtsextremen Parteien überall in Europa und Amerika. Sie widersetzen sich der Ethik Jesu von Nazareth, der Ethik der Brüderlichkeit, Geschwisterlichkeit, sowie der vernünftigen Ethik der universell geltenden Menschenrechte.<br />
Unser Thema „Katholische Rechte und Rechtsextreme gegen die Menschenrechte“ ist alles andere als ein „nur“ theologisches Problem. Es ist von größter politischer Relevanz, zumal diese Rechtsextremen ihre Ideologie auch politisch nicht nur in Europa und Amerika durchsetzen.<br />
Diese Ideologie hat inzwischen eine solche Macht, dass demokratische Politiker und etliche ihrer Parteien die von Rechtsextremen propagierte Bedrohung der angeblich christlichen Kultur Europas durch Flüchtlinge übernehmen. Die entsprechenden Entscheidungen im EU Parlament im Juni 2026 geschahen in enger Zusammenarbeit von Rechtsextrem und sich christlich nennenden Parteien…Es gilt das „Gemeinsame Europäische Asylsystem“ GEAS, eine fundamentaleUmwälzung des Schutzsystems.<br />
Die EU und ihre rechten und christlichen Parteien vor allem bauen nun Europa zu einer Festung aus: „Sich abschotten“ ist das zentrale Slogan, Sich abschotten gegen Fremde und Flüchtlinge.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles">Katholische Rechte und Rechtsextreme gegen die Menschenrechte heute!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis &#8211; mit einigen zentralen Erkenntnissen zum Thema &#8211; von Christian Modehn am 14 .Juni 2026.</p>
<p>Und eine Ergänzung am 8. Juli 2026 zu katholischen rechtextremen Politikern in Lateinamerika (Nr. 9 in diesem Beitrag).</p>
<p>1.<br />
Eindeutige Stellungnahmen zugunsten der universell geltenden Menschenrechte gibt es unter Katholiken und katholischen Organisationen nicht, auch heute nicht, im Jahr 2026.<br />
Auch andere christliche Kirchen, andere Religionen, ignorieren die universell geltenden Menschenrechte. Von der „Entwicklung“ der russischen Orthodoxie unter Patriarch Kyrill I. zur PUTIN-Kirche wäre etwa zu sprechen, von den Evangelikalen in den USA als nationalistisch-christlicheStützen des Trump- Regimes usw.</p>
<p>Unser Thema aber ist:„Die Katholische Kirche und Menschenrechte“. Es folgen viele tausend Katholiken rechtsextremen Parteien überall in Europa und Amerika. Sie widersetzen sich der Ethik Jesu von Nazareth, der Ethik der Brüderlichkeit, Geschwisterlichkeit, sowie der vernünftigen Ethik der universell geltenden Menschenrechte.</p>
<p>2.<br />
Der Umgang mit den Menschenrechten ist in der katholischen Kirchenführung zwiespältig bis heute:<br />
Oft sind auch die Päpste in den letzten 70 Jahren in ihren politischen Statements &#8211; etwa auf Auslandsreisen &#8211; für die Menschenrechte eingetreten. Dabei aber wurde von ihnen die Erkenntnis beiseite geschoben: Der Papst &#8211; Staat „Vatikanstaat“/„Heiliger Stuhl“ hat die Erklärung der Menschenrechte von 1948 nicht unterzeichnet. Schlimmer noch: In der katholischen Kirche selbst gelten die Menschenrechte nicht: Umfassende Menschenrechte für Frauen („Gleichheit“) gibt es nicht. Homosexuelle werden im offiziellen Katechismus als Katholiken „2. Klasse“ bewertet. Ihnen wird deswegen eine angemessene feierliche Form der Segnung ihrer Partnerschaft oder Ehe in den Kirchen verweigert. In Afrika, etwa Uganda, Kenia, Ghana, Simbabwe usw. sind katholische Bischöfe alles andere als mutige Verteidiger der Menschenrechte für Homosexuelle gegenüber den autoritär regierenden schwulenfeindlichen Regierungen dort.<br />
Der Katholizismus ist also in seiner Akzeptanz der universell geltenden Menschen gespalten, in der Theorie wie in der Praxis. Und weil das so ist, finden rechtsextreme Ideologien unter Katholiken immer wieder viele Anhänger und Sympathisanten.</p>
<p>3.<br />
Die Katholische Kirche definiert sich selbst auch heute noch explizit als eine „nicht-demokratische“ Organisation: KatholikInnen werden von Gesetzen beherrscht, die von Klerikern erdacht wurden, sie sind nach wie vor bestimmend, trotz aller „verständnisvoller“ Debatten mit Laien. Die Theologie, die diese Herrschaft der Papstkirche zementiert, ist fundamentalistisch, ignorant gegenüber den wissenschaftlichen Forschungen der Bibelwissenschaften. Es ist in der Kirchenführung überhaupt nicht üblich, Bibelverse, die angeblich klerikale Herrschaft ausdrücken, kritisch, im historischem Kontext, richtig zu verstehen. Die Papstkirche glaubt, ohne Respekt zugunsten der theologischen und bibelwissenschaftlichen Forschung, herrschen zu können.</p>
<p>4.<br />
Päpste nennen ihre Regierungsform selbst (naiv oder stolz?) eine „absolute Wahl &#8211; Monarchie“. Gewählt wird dieser Monarch, der Papst, von einer Gruppe von Männern, Kardinälen, die sich selbst permanent intern erneuern, einzig erwählt durch die Ernennung zu Kardinälen durch den Papst. Diese Monarchie ist ein stetiger, sich selbst aus sich selbst erneuernder klerikaler Kreislauf. Und dies sei von Gott persönlich so gewollt, sagen diese Herren…<br />
Die Auswirkungen, die Konsequenzen dieser „absoluten Wahlmonarchie“ in einem demokratisch bestimmten Europa, fördern nur den Niedergang der Kirche: In Europa verlassen Katholiken zu hunderttausenden jährlich diese Kirche,: Diese Kirche erscheint ihnen völlig fremd in einer &#8211; noch zu verteidigenden &#8211; demokratischen Kultur, und sie ist oft stolz darauf! Den zahlenmäßig stets dokumentierten Niedergang der Kirche in Europa kennen die Päpste, aber sie entscheiden sich als Antwort darauf nicht für die grundlegende Reformation der Kirche. Die Kleriker suchen etwas Trost in den 10.000 oder 15.000 Erwachsenentaufen pro Jahr, etwa in Frankreich, sie ignorieren aber, dass dies nur eine geringe Anzahl ist verglichen mit dem Trend, dass viele Tausend in ganz Europa aus der Kirche „austreten“…</p>
<p>5.<br />
Einige wichtige empirische, soziologische Tendenzen:<br />
Theologisch ultra &#8211; konservative Rechtsextreme und ihre Organisationen versuchen die Kirche ihres jeweiligen Landes und darüber hinaus zu bestimmen, mit ihrem Geld, Einfluss und ihrer internationalen Vernetzung.<br />
Das Problem für die Kirche und die Kirchenführung ist: Diese Katholiken so sehr sie sich als katholisch nach außen hin brüsten, widersetzen sich den Weisungen der Bischöfe.<br />
Die „Oberhirten“ müssen pflichtbewusst &#8211; seit dem 2. Vatikanischen Konzil &#8211; in ihren politischen Erklärungen nach außen hin die Menschenrechte öffentlich verteidigen. Reaktionäre Katholiken lassen sich davon nicht beeindrucken.</p>
<p>5.1. FRANKREICH<br />
Wichtig ist der Milliardär und Medienmogul Vincent Bolloré, über den wir im Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon schon berichteten: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17455_katholischer-milliardaer-im-dienst-der-rechtsextremen_gott-in-frankreich">LINK</a>.</p>
<p>Das „Institut du Bon Pasteur“ , „Institut vom Guten Hirten“, (Zentrale in Bordeaux), ist eine traditionalistische Priestergemeinschaft, die sich aber nach Verhandlungen mit Ratzinger/Benedikt XVI. bereit fand, den Papst als obersten Chef anzuerkennen. Ihre traditionalistische Theologie verbreiten sie also weiter. „Der Gute Hirte“ hat ca. 70 Mitglieder, Tendenz steigend.<br />
Das „Institut Christ Roi Souverain Prêtre“ hat da 150 Mitglieder, Tendenz steigend, international verbreitet, auch in Deutschland. <a href="https://icrspfrance.fr/">LINK </a></p>
<p><em>Es ist typisch für die religionspolitische Situation des Katholizismus in Frankreich</em>: Es gibt zahlreiche Gruppen und Gemeinschaften, die sich als absolut papsttreu definieren, aber tatsächlich eine starke Neigung zu politisch identitären Ideen und Parteien haben. Es handelt sich sozusagen um die Grauzone zwischen papsttreu und sehr rechtslastig, rechtsextrem. Dazu zählen kritische, also nich von der Kirche abhängige Beobachter die zahlenmäßig stest wachsende <em>Gemeinscaft St. Martin</em>. Wikipedia France schreibt u.a.: &#8222;Zusammen mit den Charismatikern bilden die restitutivistischen (also &#8222;zum alten Zustand der Kirche zurück&#8220;) Gruppen (Opus Dei, Gemeinschaft Saint-Martin, Gemeinschaft Saint-Jean, Legionäre Christi, Foyers de Charité) laut der Politikwissenschaftlerin Magali Della Sudda die Netzwerke des „Identitätskatholizismus“ , wobei die <em>„Identitätskatholiken“</em> als diejenigen definiert werden, die „die Kirche in ihrem traditionellen Status als Wegweiser für die Gesellschaft“ wiederherstellen wollen.&#8220; (https://fr.wikipedia.org/wiki/Communaut%C3%A9_Saint-Martin, gelesen am 18.6.2026, Übersetzung des französischen Textes durch deepl.)</p>
<p>Wer die traditionalistische katholische Welt verstehen will, muss sich mit der Lefèbvre -Bewegung befassen, geführt von der „Priesterbruderschaft Sankt Pius X.“ :</p>
<p>Die Pius Brüder und deren Gemeinden weltweit folgen der Lehre des schismatischen Erzbischofs Marcel Lefèbvre. Für ihn ist die Ablehnung der Menschenrechte Mittelpunkt der Theologie, (Fußnote 1) und keineswegs nur, wie oft behauptet wird, ist es die Feier der lateinischen Messe in der Form des 16. Jahrhunderts..</p>
<p>Der Widerstand gegen die Menschenrechte, speziell gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit, ist bis heute der Kampfplatz der Piusbrüder. Sie sind gegen die Anerkennung und Entwicklung der Rechte für (sexuelle) Minderheiten, gegen die Selbstbestimmung der Frauen, gegen die Integration und Gleichberechtigung von Flüchtlingen und Ausländern. Die Menschenrechte werden von der heutigen Leitung der Bruderschaft, etwa dem Generaloberen Davide Pagliarani, „als Ablenkung von der eigentlichen geistlichen Mission der Kirche“ abgelehnt.</p>
<p>Zur Erinnerung: Die Zurückweisung der Menschenrechte hat der Initiator dieser reaktionär katholischen Sonderkirche, Erzbischof Marcel Lefèbvre, mehrfach deutlich formuliert: Etwa in seinem Brief an Papst Johannes Paul II. vom 31. 8.1985 (Fußnote 3). Lefèbvre betont, es gebe ein göttliches Gesetz, das die Menschen zwinge (sic), dem katholischen Glauben anzugehören, freier Religionswahl widerspreche dem göttlichen Gebot. Das Gottesbild ist bezeichnend: Gott ZWINGT, so Lefèbvre, mit seinen Gesetzen….Lefèbvre formuliert seine Kritik: „Die Erklärung über die Religionsfreiheit des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) räumt dem Menschen ein natürliches Recht ein, frei zu sein von dem ZWANG, den ihm das göttliche Recht auferlegt, dem katholischen Glauben anzugehören, um gerettet zu werden, also einem Zwang, der notwendig auch in den kirchlichen und weltlichen Gesetzen seinen Ausdruck findet, diese Gesetze sind der gesetzgeberischen Gewalt Unseres Herrn Jesus Christus unterworfen.“<br />
Beim 2. Vatikanischen Konzil sammelt Lefèvre ca 70 Konzilsteilnehmer, Bischöfe, zu einem reaktionär &#8211; oppositionellen Arbeitskreis: Fußnote 2.</p>
<p>Dass die heutige Kirche nun alle Menschen von dem ZWANG befreit, unbedingt katholisch zu werden, also auf die freie Religionswahl zu verzichten, ist für Lefèbvre die Ursünde der Kirche des 20.Jahrhunderts. Er kann die Konzilserklärung „Über die Religionsfreiheit“ nur „eine gottlose und gotteslästerliche Erklärung“ nennen.<br />
Die für Religionsfreiheit eintretende Erklärung der Kirche von 1965 sei, eine Art „vergiftete Quelle, um den erklärten Feinden der Kirche, um den Häretikern, den Schismatikern, den falschen Religionen und den erklärten Feinden der Kirche, wie den Juden, den Kommunisten und den Freimaurern willfährig zu sein.“ (S 278.)</p>
<p>Man vergesse nicht: Die Ablehnung der Menschenrechte ist bei Lefebvre und den Seinen stets explizit politisch motiviert. Diese Kreise &#8211; in Frankreich sind es über 100.000 Sympathisanten- unterstützen &#8211; theologisch indoktriniert &#8211; die rechtsradikalen Parteien, etwa in Frankreich die Le Pen Partei, jetzt RN, oder Reconquete…<br />
Inzwischen gilt für die offizielle römische Kirche Marcel Lefèbvre als „Schismatiker“: Und zwar seit 1988, als er die unerlaubte Weihe von vier Pius- Brüder-Priestern zu Bischöfen vornahm. Dem katholischen Kirchenrecht entsprechend muss der Papst diese unerlaubte Weihe aber als gültig anerkennen: Das heißt, die Schismatiker machen sich unerlaubt aber gültig in der offiziellen Kirche breit…</p>
<p>Und nun werden diese Bischöfe, erneut eigenmächtig und unerlaubt, vier ihrer Priester zu Bischöfen weihen. Am 1.7. 2026 wird in Econe, Schweiz, dieser Akt geschehen, der automatisch die Exkommunikation vonseiten des Papstes nach sich zieht. Durch diese Bischofsweihe will diese reaktionär-katholische Kirche ihr kirchenrechtliches Überleben sichern: Denn ohne gültig geweihte Bischöfe kann es keine sich katholisch nennende Kirche geben, und darauf legen dien Piusbrüder allen Wert.</p>
<p>5.2. POLEN:<br />
Mehrere Organisationen verbinden katholischen Glauben mit heftigem Nationalismus und der Ablehnung der universell geltenden Menschenrechte:</p>
<p>„Młodzież Wszechpolska“ („Allpolnische Jugend“). Die „Allpolnische Jugend“ ist eine nationale katholische Organisation, sie sieht in ihrem Gott den höchsten universellen Wert, der eine zentrale politische Bedeutung hat. „Diese Organisation unterstützt den Aufbau des katholischen Staates der polnischen Nation, der zu einer Säule der lateinischen Zivilisation werden soll. Die Nation, eine Gemeinschaft aus Glauben, Geschichte, Kultur, Land, Sprache und Bräuchen, wird von der Allpolnischen Jugend als der höchste zeitliche Wert anerkannt.“  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Allpolnische_Jugend">LINK</a>. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Allpolnische_Jugend</p>
<p>&#8222;Ordo Iuris“ ist eine ultrakonservative katholische juristische Organisation: Siehe den wikipedia Beitrag: LINK<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ordo_Iuris."> https://en.wikipedia.org/wiki/Ordo_Iuris.</a><br />
Die Stiftung &#8222;Ordo Iuris&#8220;,&#8220;Rechtsordnung&#8220;, wurde 2013 gegründet, leistet Lobbyarbeit für traditionell katholische Ziele. Sie unterstützt Abtreibungsgegner und will die Ehe &#8211; und Familienpolitik bestimmen. Dabei versucht sie, Einfluss auf Behörden und Politik zu nehmen und ihre fundamentalistische Weltanschauung im Gesetz zu verankern.“ (Quelle: MDR, 7.3.2023).</p>
<p>Radio Maryja, das rechtsextrem nationalistische z. T. Antisemitsche &#8211; katholische Mediennetzwerk in Torun. Darüber haben wir mehrfach berichtet. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Maryja">LINK</a></p>
<p>5.3. ITALIEN: Etwa 70 Prozent der ItalienerInnen nennen sich katholisch. Rechtsextreme Katholiken sammeln sich vor allem in den entsprechenden Parteien, die die universell geltenden Menschenrechte theoretisch wie praktisch ablehnen.</p>
<p>Die „Lega“: Matteo Salvini hat als Chef dieser einstigen Regionalpartei diese „Lega“ zu einer rechtspopulistischen und nationalistischen Kraft umgewandelt. Sie will die &#8222;christliche Identität&#8220; Europas verteidigen — gegen den Islam und gegen die Flüchtlinge.……Bei der letzten italienischen Parlamentswahl (September 2022) erhielt die „Lega“ landesweit 8,77 Prozent der Stimmen.</p>
<p>Die „Fratelli d&#8217;Italia (FdI)“: Die Partei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni; sie ist eine bekennende Katholikin mit nationalkonservativer Leidenschaft. Auch diese Partei betont &#8211; wie überall innrechtsextremen Kreisen üblich &#8211; den Schutz de traditionellen Familie, d.h. sie fördert die Bekämpfung der Abtreibung und will insgesamt die Verteidigung der so genannten christlichen Kultur.<br />
„Gott, Familie, Vaterland“ ist das Motto der Partei, es galt bereits bereits für den Faschisten Mussolini und seine Partei. Bei den Parlamentswahlen 2022 erhielt die „Fratelli d Italien“ 26 % der Stimmen. Wegen der Familienpolitik und der Pro-Life-Bindung dieser Partei findet sie viel Zuspruch unter praktizierenden Katholiken. Praktizierende Katholiken haben viel zum Wahlsieg Melonies beigetragen: Quelle: https://it.finance.yahoo.com/notizie/lavoratori-autonomi-e-cattolici-portano-165706305.html)</p>
<p>5.4. PORTUGAL: Die inzwischen sehr bedeutende rechtsextreme Partei in Portugal, mit der sich sehr viele Katholiken verbunden fühlen heißt „Chega!“ ( „Es reicht!“)<br />
Chega! ist im Parlament fest etabliert als drittstärkste Partei. Bei den Präsidentschaftswahlen 2026 erhielt der Parteiführer André Ventura 33,3 Prozent der Stimmen. Parteichef Ventura hat katholische Theologie im Priesterseminar on Lissabon studiert, er hat das Theologiestudium abgebrochen… katholisch nennt er sich öffentlich immer noch. Er behauptet, von Gott zu seiner „politischen Mission“ berufen zu sein</p>
<p>5.5. SPANIEN:</p>
<p>In einem Interview erklärt Maria San Gil, stellvertretende Generalsekretärin des katholischen Laienverbandes `Asociacion Catolica de Propagandistas`, (Quelle: „Die Tagespost“, 5. 6.2026, S. 7.): „Man muss das Thema Einwanderung richtig einordnen. Unsere erste Verantwortung, das sagt auch der Katechismus, besteht darin, für die Unserer zu sorgen und unsere Familien zu unterstützen. Danach müssen wir uns selbstverständlich auch um den fremden kümmern. Aber zuerst müssen wir das Eigene schützen und stärken“. Bekenntnisse, die man aus Kreisen der identitären Bewegung kennt.<br />
Die katholische „Propagandistin“ ist Mitglied der Partei PP, der konservativen Nachfolgepartei des faschistischen Staatschefs Franco. Die „Propagandistin“ vertritt mit ihrer Bevorzugung: „Zuerst kommen die eigenen Leute, also die Spanier“, letztlich auch die Überzeugung der neuen rechtsradikalen Partei VOX. Diese Partei hat viel Erfolg, zumal unter „praktizierenden Katholiken“. Etwa 20 Prozent der so genannten praktizierenden Katholiken wählten VOX. Die zentrale Ideologie von VOX: Spanier müssen bei der Vergabe von Sozialleistungen grundsätzlich bevorzugt werden….Die spanischen Bischöfe haben dem widersprochen..</p>
<p>6.<br />
Wichtig ist: Diese Ideologien der sich katholisch nennenden Organisationen sind de facto mit der Ideologie der Identitären &#8211; Bewegung verbunden. Der Philosoph Micha Brumlik hat 2019 in einem Aufsatz die zentrale Aussage des führenden „Identitären“ Walter Spatz zitiert: `Der Sammelbegriff Mensch ist in seiner identitätären Bedeutsamkeit nur für die jeweilige Völker angebracht. Einen weltweiten An &#8211; und Zuspruch gibt es nicht. Dieser ist letztlich Ausdruck der Machenschaft einer abstrahierten Identität, die uns vom Eigenen trennt`“. (Das Zitat: „Gelassen in den Widerstand &#8211; Ein Gespräch über Heidegger“, Schnellroda 2015, S. 51. Das Zitat von Brumlik in „Das alte Denken der neuen Rechten“, 2019, S. 36).</p>
<p>7.<br />
Ein Hinweis auch zu den USA. Der katholische us-amerikanische Vizepräsident J.D. Vance hat seine eigene, ihm politisch passende Deutung der universell geltenden Menschenrechte. Er meint: Das Evangelium befehle, zuerst die eigene Familie zu lieben, danach die Nachbarn, dann das eigene (weiß, us-amerikanische ) Volk und zum Schluß auch noch die anderen, die übrige Menschheit, also etwa die Fremden, Ausländer, Flüchtlinge. Sie verdienen am wenigsten „Liebe“. <a href="https://www.ewtnnews.com/world/us/what-is-the-ordo-amoris-jd-vances-comments-on-christian-love-spark-debate">LINK</a> : https://www.ewtnnews.com/world/us/what-is-the-ordo-amoris-jd-vances-comments-on-christian-love-spark-debate. Siehe auch Fußnote 4.</p>
<p>Zur Kritik an Vance durch Papst Franziskus LINK https://katholisch.de/artikel/59458-papst-schreibt-brandbrief-an-us-bischoefe-zu-trumps-deportationspolitik<br />
Zur Kritik an Vance durch Papst Leo LINK. https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-05/papst-leo-kritik-donald-trump-jd-vance-migration</p>
<p>Beide Päpste haben dieser nationalistischen Interpretation des christlichen Aufforderung zu universell geltender Nächstenliebe widersprochen. Aber ohne Erfolg: Die MAGA Bewegung, zu der auch viele Katholiken gehören, rückt nicht ab von ihrer Ideologie eines menschenrechtsfeindlichen, sich christlich nennenden Nationalismus. <a href="https://religionnews.com/2024/04/03/the-strange-world-of-catholic-christian-nationalism/">LINK</a> https://religionnews.com/2024/04/03/the-strange-world-of-catholic-christian-nationalism/</p>
<p>Zur ideologischen Trump &#8211; Bindung der katholischen Bischöfe der USA betont die katholische Theologin Prof. Hille Baker, Loyola University in Chicago: „Falls Trump durchregiert und freie Wahlen verhindern will, werden zwei Drittel der Bischofskonferenz still sein. Aber es gibt Bewegung unter den Bischöfen, die Papst Franziskus eingesetzt hat.“ (Publik Forum,  12. Juni 2026,.S. 18).</p>
<p>Von großer politischer Bedeutung sind einige katholische Intellektuelle:<br />
Bei Gladden Pappin, Politikwissenschaftler und Publizist, wird die Ideologie des katholischen Integralismus sichtbar: Diese Lehre wird von etlichen konservativen Intellektuellen und rechtsextremen katholischen Organisationen vertreten: Danach soll die Kirche auch die Politik bestimmen, also die Organisation des Staates und seine Gesetze.<br />
Die Ideologie von Pappin wird von der Theologin Michaela Quast-Neulinger Kommentiert: „Als eine Gefahr für Demokratie und Kirche hat die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger den Integralismus bezeichnet. Dieser stelle eine &#8222;Machtideologie&#8220; dar, die darauf ziele, die Gesamtheit des öffentlichen und privaten Lebens der katholischen Kirche zu unterwerfen. Damit stelle der Integralismus eine Spielart einer Politischen Theologie mit einer religiös-totalitären Stoßrichtung dar, führte Quast-Neulinger in Wien aus. Der Integralismus stehe in einem &#8222;massiven Widerspruch zur Gesamtheit der katholischen Lehre&#8220; und stelle eine &#8222;antimodernistische Machtideologie&#8220; dar, &#8222;die sich eine eigene Version des wahren katholischen Glaubens zurechtzimmert, um auf dieser Grundlage dann ein totalitäres Regime zu errichten“. (Quelle: <a href="https://katholisch.de/artikel/67474-theologin-warnt-vor-gefahr-des-integralismuMichaela Quast-Neulinger">LINK</a> https://katholisch.de/artikel/67474-theologin-warnt-vor-gefahr-des-integralismuMichaela Quast-Neulinger)</p>
<p>Weitere katholische extrem rechte katholische Intellektuelle:<br />
&#8211; Patrick Deneen, Professor an der University of Notre Dame<br />
&#8211; Chad Pecknold: Theologieprofessor an der Catholic University of America in Washington, D.C<br />
&#8211; Adrian Vermeule: Professor an der Harvard Law School.</p>
<p>Wichtig ist auch die von Katholiken geprägte „Heritage Foundation“, 1973 von Paul Weyrich gegründet, jetzt unter Leitung von Kevin Roberts, dem Opus Dei verbunden. Wichtig auch das vom Millionär Tim Busch zusammen mit dem Jesuiten Robert J. Spitzer 2011 gegründete NAPA-Institut<br />
Ebenso: Die juristische Vereinigung `Federalist Society´, gegründet vom katholischen Juristen Leonard Leo: Er hat großen Einfluss, etwa zur Ernennung von Richtern auf Lebenszeit. Etwa 30 Prozent der von Trump ernannten Richterinnen und Richter und die Wahl von drei Obersten Verfassungsrichtern gehen auf die Vorschläge dieser ´Federalist Society´ zurück. Leonhard Leo ist auch mit dem Opus Dei verbunden, er gehört zum Vorstand des ´Catholic Information Center´ vom Opus Dei in Washington.</p>
<p>8.<br />
Unser Thema „Katholische Rechte und Rechtsextreme gegen die Menschenrechte“ ist alles andere als ein „nur“ theologisches Problem. Es ist von größter politischer Relevanz, zumal diese Rechtsextremen ihre Ideologie auch politisch nicht nur in Europa und Amerika durchsetzen.<br />
Diese Ideologie hat inzwischen eine solche Macht, dass demokratische Politiker und etliche ihrer Parteien die von Rechtsextremen propagierte Bedrohung der angeblich christlichen Kultur Europas durch Flüchtlinge übernehmen. Die entsprechenden Entscheidungen im EU Parlament im Juni 2026 geschahen in enger Zusammenarbeit von Rechtsextrem und sich christlich nennenden Parteien…Es gilt das „Gemeinsame Europäische Asylsystem“ GEAS, eine fundamentaleUmwälzung des Schutzsystems.</p>
<p>Die EU und ihre rechten und christlichen Parteien vor allem bauen nun Europa zu einer Festung aus: „Sich abschotten“ ist das zentrale Slogan, Sich abschotten gegen Fremde und Flüchtlinge.</p>
<p><em>9. Lateinamerika: </em></p>
<p>Über den rechtsextremen Politiker und Katholiken, Mitglied der internationalen Schönstatt-Bewegung zur Verehrung der Jungfrau Maria, Antonio Kast in Chile, haben wir schon hingewiesen, jetzt ist Kast Präsident Chiles. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21308_jose-antonio-kast-chiles-rechtsradikaler-praesident-katholisch-in-der-schoenstatt-bewegung_religionskritik">LINK</a></p>
<p>Wichtig ist in dem Zusammenhang der argentinische Präisdent Javier Milei, seit Dezember 2023 im Amt. Milei werde katholisch getauft, sympathisiert aber jetzt laut eigenem Bekenntnis mit jüdischer Spiritualität. Im Juni 2024 wurde Milei von der sehr rechts-liberalen Hayek-Gesellschaft in Hamburg geehrt <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18353_der-ultraliberale-chef-argentiniens-milei-erhaelt-den-preis-des-ultraliberalen-friedrich-a-hayek-in-hamburg_befreiung">LINK</a>.</p>
<p>Seit etwa 10 Jahren fördert die der CSU sehr verbundene Hans-Seidel-Stiftung Ausbildungsprogramme für den Verein &#8222;Frente Joven&#8220;, eine ultrakonservative Bewegung in Argentinien, die der Regierungspartei von Milei nahesteht.</p>
<p>Auch die Stiftung der FDP, die Friedrich Naumann Stiftung, ist in Argentinien zugunsten Mileis aktiv. &#8222;2016 förderten die Naumann-Stiftung und ihre argentinischen Freunde drei Persönlichkeiten, die später zu Schlüsselfiguren der Milei Partei &#8222;La Libertad avanza&#8220; wurden&#8230; Derzeit (2025) unterstützt die FDP Naumann Stiftung den aktuellen Präsidenten Milei nicht ausdrücklich. Durch ihre Förderung hat sie in den vergangenen zehn Jahren aber maßgeblich dazu beigetragen, dass Milei vom Außenseiter zum Politiker wurde.&#8220; (zit. in &#8222;Südlink &#8211; Magazin&#8220;, Nr. 211, März 2025, Seite 28 f. Ein Beitrag der Mitarbeiter der argentinischen Menschenrechtsorganisation CELS, Vanina Escales und Gariela Mitidieri.)</p>
<p>Zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch Milei: <a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201005.argentinien-milei-will-weder-presse-noch-opposition.html">LINK </a></p>
<p><em>Fußnote 1:</em><br />
Man beachte, bei allem Respekt vor der viel zu späten Anerkennung der Menschenrechte durch das Konzil: Im Konzilsdekret von 1965 heißt es gleich zu Beginn, in §1, offenbar um die vielen katholischen reaktionären und konservativen Kreise etwas zu beruhigen: „Die einzige wahre Religion, so glauben wir Konzilsväter, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten“. Da wird also gleich zu Beginn, wie mit einem Paukenschlag, die vernünftige Aussage zur Religionsfreiheit wieder durch die alte, klassische Theologie relativiert.</p>
<p><em>Fußnote 2</em>:<br />
Lefebvre und sein Netzwerk:<br />
Das Netzwerk der reaktionären Bischöfe nannte sich „Coetus Internationales Patrum“ (Internationaler Zusammenschluss der Väter), es hatte tatsächlich etwa 250 Mitglieder unter den bischöflichen Konzilsteilnehmern. Neben Erzbischof Marcel Lefebvre (CSSp) die Kardinäle Michael Browne (OP), Arcadio Larraona Saralegui, Antônio de Castro Mayer, Antonio Bacci sowie den brasilianischen Erzbischof Geraldo de Proença Sigaud (SVD) aus Diamantina. Sigaud nutzte seine Kontakte zu konservativen Gruppen wie der brasilianischen Organisation Tradition, Familie, Privateigentum (TFP) und US-amerikanischen Netzwerken, um einen scharfen Kurs gegen den Kommunismus auf dem Konzil einzufordern. Er war einer der heftigsten Feindes des Befreiungstheologen und Erzbischofs Dom Helfer Camara. Sigaud nutzte dabei seine Kontakte zu konservativen Gruppen wie der brasilianischen Organisation Tradition, Familie, Privateigentum (TFP) und US-amerikanischen Netzwerken…</p>
<p>Fußnote 3:<br />
Marcel Lefèbvre: „Offener Brief an die ratlosen Katholiken“, 1986, Mediatrix &#8211; Verlag, Wien, S. 278.<br />
Siehe auch zur Ablehnung der Religionsfreiheit durch Lefebvre:<a href="https://fsspx.org/en/religious-liberty-contradicts-tradition-30142"> LINK</a>.  https://fsspx.org/en/religious-liberty-contradicts-tradition-30142</p>
<p>Fußnote 4:<br />
Zu Vance und dessen Papstkritik: <a href="https://katholisch.de/artikel/59858-bei-gebetsfruehstueck-us-vize-vance-kontert-papst-kritik-zu-migration">LINK</a><br />
https://katholisch.de/artikel/59858-bei-gebetsfruehstueck-us-vize-vance-kontert-papst-kritik-zu-migration</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon in Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles">Katholische Rechte und Rechtsextreme gegen die Menschenrechte heute!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Wie verstehen wir unsere Gegenwart?</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22146_wie-definieren-wir-unsere-gegenwart-etwa-durch-bindung-an-frueheres_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 16:48:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[Frankrreichs Kirche ist post-katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[können Philosophen die Zukunft denken?]]></category>
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		<category><![CDATA[Post-Nachruf auf eine Vorsilbe]]></category>
		<category><![CDATA[Postismus]]></category>
		<category><![CDATA[viele kulturellen und politischen Begriffe werden mit Post-ausgestattet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir leben in einer Welt, die unfähig ist, ihren aktuellen Zustand von Kultur, Politik, Ökonomie, Religionen mit eigenen, neuen, adäquaten Begriffen zu bestimmen.<br />
Bei dieser Schwäche, die eigene Gegenwart adäquat auf den Begriff zu bringen, setzt sich der Gebrauch der Vorsilbe POST deutlich durch: POST wird den alt-vertrauten Begriffen vorangestellt, um durch die Vorsilbe POST etwas Klarheit zu schaffen, etwa über den jetzigen Zustand des heutigen Feminismus als Post-Feminismus, der heutiger Romantik als Post - Romantik, der Moderne als Post - Moderne und so weiter. Dieses „post“, dieses „nach“ bzw. „danach“ kettet das Verstehen heutiger Erfahrungen mit Feminismus, Romantik, Moderne usw. an frühere, vergangene, überholte Inhalte: So kann ein adäquates Verstehen der Gegenwart verhindert werden. Der Philosoph Dieter Thomä hat auf dieses Thema aufmerksam gemacht. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22146_wie-definieren-wir-unsere-gegenwart-etwa-durch-bindung-an-frueheres_aktuelles">Wie verstehen wir unsere Gegenwart?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über den massiven Trend, viele Begriffe der gegenwärtigen Kultur mit „post“ = &#8222;nach&#8220;, auszustatten&#8230;</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 18. 5. 2026.</p>
<p>Zu unserem Vorschlag, angesichts der vielen Post-Identitätenauch den Begriff Post &#8211; Katholisch einzuführen, siehe Fußnote 11.</p>
<p>1.<br />
Wir leben in einer Welt, die unfähig ist, ihren aktuellen Zustand von Kultur, Politik, Ökonomie, Religionen mit eigenen, neuen, adäquaten Begriffen zu bestimmen.</p>
<p>2.<br />
Bei dieser Schwäche, die eigene Gegenwart adäquat auf den Begriff zu bringen, setzt sich der Gebrauch der Vorsilbe POST deutlich durch: POST wird den Begriffen vorangestellt, um durch die Vorsilbe POST etwas Klarheit zu schaffen, etwa über den jetzigen Zustand des heutigen Feminismus als Post-Feminismus, der heutiger Romantik als Post &#8211; Romantik, der Moderne als Post &#8211; Moderne und so weiter. Dieses „post“, dieses „nach“ bzw. „danach“ kettet das Verstehen heutiger Erfahrungen mit Feminismus, Romantik, Moderne usw. an frühere, vergangene, überholte Inhalte: So kann ein adäquates Verstehen der Gegenwart verhindert werden.</p>
<p>3.<br />
Der Philosoph Dieter Thomä (UNI St. Gallen) hat sich intensiv und kritisch mit dieser offenkundigen Schwäche des von ihm „Postismus“ genannten Phänomens auseinandergesetzt, einem Versagen, mit neuen Worten die heutige Lebenswelt, die Gesellschaft usw. auf den Begriff zu bringen: Die komplexe Lebenswelt des Feminismus in seiner Vielfalt, im Plural; oder: die Realität des Kolonialismus heute usw. lassen sich niemals mit einem einzigen „Post“- Begriff fassen. Auf diese Weise wird das Einsortieren von komplexen Wirklichkeiten in Schubladen nur gefördert.</p>
<p>4.<br />
Dieter Thomä nennt in dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Postismen“, Suhrkamp, 2026, in lexikalisch &#8211; enzyklopädischer Kürze tatsächlich 52 Postismen, auf den Seiten 336 &#8211; 393. Wer diese 52, immer mit Literaturangaben ausgestatteten, „POST“ Beiträge gelesen hat, wartet förmlich darauf, dass nun alsbald auch von „Post -EU“  oder &#8222;Pst &#8211; Nato&#8220; die Rede ist oder auch &#8211; angesichts der Distanz vom katholischen Glauben in Europa &#8211; auch von „Post &#8211; Katholizismus“ . Oder: Aangesichts der hohen Benzinpreise wird alsbald auch auch von „Post &#8211; Tourismus“ die Rede sein oder auch von &#8222;Post &#8211; Journalismus&#8220; sollte man wohl sprechen bei der geringen Bedeutung von Recherche &#8211; Journalismus heute.<br />
Nebenbei: Bei der miserablen Briefzustellung durch die Bundespost wird man sicher auch bald von der „Post-Briefzustellung“ sprechen müssen. Auf das von manchen Reformkatholiken erwartete „Post &#8211; Papsttum“ wird man allerdings noch eine Ewigkeit hoffen müssen.</p>
<p>5.<br />
Man möchte also angesichts dieser hier nur angedeuteten Post &#8211; Phantasie meinen, es war vielleicht ein bißchen voreilig, als Dieter Thomä 2025 seine Studie über das POST &#8211; Phänomen im Titel mit dem Stichwort „Nachruf auf eine Vorsilbe“ verbunden hat. Noch wird weiter ge-`postet`. Und sicher wird es bald auch einen Post —Post-Feminismus geben, und auch wenn der überwunden kommt dann ein dritte Vorsilbe post hinzu? Ist das „Posten“ also eine unendlicher Prozess?</p>
<p>6.<br />
Das Probleme bei den vielen „Postismen“ ist: Der eine Begriff, mit Post &#8211; ausgestattet, markiert etwa einen gewissen Abschied von dem ursprünglich Gemeinten, etwa „Post &#8211; Kolonialismus“. Andere „Post &#8211; Begriffe“, wie „post- säkular“  beschreiben nur den Wandel der Religiosität hin zu neuen Formen des Religiösen. Sehr viel mehr ist eigentlich dann nicht gesagt. Diesen Zwiespalt der inhaltlichen Bestimmung gilt es zu beachten!</p>
<p>7.<br />
Mit der ausufernden Verwendung des Post &#8211; Vorsilbe zeigt sich eine globale Hilflosigkeit, die heutige Lebenswelt in allen Bereichen mit eigenständigen, durchaus die Zukunft mit formulierenden Definitionen zu bestimmen. Die schon sprachlich dominante Fixierung im Postismus auf das „Nach“ und „Danach“ „bleibt im Bann dessen, an das sich die Nachzeit nun hängt“ (S. 8 in „Postismen&#8220;, Suhrkamp Verlag). Dabei wäre das Denken der Zukunft unter den heutigen Bedingungen allein hilfreich: Wer eine Zukunft der Demokratie denken will, sollte erkennen: Eine starre Parteien &#8211; Demokratie ist zu überwinden. Der Einfluss der Lobby-Gruppen muss sehr eingeschränkt werden. Eine Demokratie, die Gerechtigkeit und gleiche Chancen für alle tatsächlich durchsetzen will, kann nicht auf neue Formen von Steuer, etwa Reichensteuer („Milliardärs-steuer“) verzichten usw. Eine solche noch zu gestaltende demokratischere Demokratie lässt sich selbstverständlich nicht mit dem einen kurzen Begriff „Post-Demokratie“ beschreiben.</p>
<p>8.<br />
Die von Dieter Thomä angestoßene Debatte um die kleine Vorsilbe „Post“ ist von großer Bedeutung: Es wird erinnert, wie vergangenheits-bezogen heutige Lebensformen bleiben, wie sich darin sogar eine gewisse Erstarrung zeigt, durchaus als Angst vor der Zukunft zu interpretieren. Trotz aller Unsicherheiten und Gefährdungen unserer Welt heute lässt sich dringend ein Denken empfehlen, das mehr vorausschaut, also das „PRAE“ bevorzugt.</p>
<p>9.<br />
Es wird oft behauptet, Philosophieren und Philosophien hätten zur Gestaltung von Zukunft wenig oder gar nichts zu sagen. Weil die Sache der PhilosophInnen sei das Re-flektieren, also das Zurück-denken und Zurück-schauen auf das Erlebte, das der Philosoph dann, nachträglich, im zeitlichen Abstand, auf den Begriff bringt. Dieser Gedanke ist zwar richtig, ist aber unserer Meinung zu einseitig: Denn gerade in der Philosophie des Handelns, der Ethik, gibt es Erkenntnisse, sozusagen aufleuchtend unmittelbar in der Gegenwart, wo der Mensch im Ereignis selbst dann handelt: Die spontane Handlung, etwa: Hilflose durch eigenes Handeln zu retten. Oder inmitten politischer Krisen, ausgelöst durch Rechtsextreme, diese Rechtsextremen sofort einzuschränken, öffentlich zu kritisieren usw. Das spontane ethische Handeln ist dann Ausdruck einer gewissen ethischen Bildung, die sich auch durch die Erkenntnis des gültigen Kategorischen Imperativs bildet. Wird dieses ethische Handeln dann im zeitlichen Abstand reflektiert, erkennt man Chancen einer schon gegebenen ethischen, philosophischen Grundhaltung.</p>
<p>10.<br />
Es wäre eine eigene Überlegung, warum heute angesichts von neuen Erfahrungen in fast allen Lebensbereichen der Begriff POST so durchgehend verwendet wird und nicht, wie einst, die „Vorsilbe“ NEO, als Neo-Gotik, Neo-Romanik, Neo-Klassizismus. Zeigt diese „Vorsilbe“ Neo vielleicht eine größere kreative Freiheit an im Umgang mit dem Vorgegebenen als das „Post“? Wir vermuten das.</p>
<p>11.</p>
<p>Wer aufmerksam und kritisch die Entwicklung der katholischen Kirche in Frankreich heute beobachtet und dokumentiert, kann nicht darauf verzichten &#8211; bei einer &#8222;allgemeinen Tendenz, durch das `Post` die heutigen Realitäten zu identifizieren&#8220;- auch von <em>Post &#8211; Katholisch</em> zu sprechen. Der Politologe Alfred Grosser zeigte schon 2005, gut belegt und gute begründet: <strong>&#8222;</strong>Die katholische Kirche in Frankreich scheint in mancher Beziehung dem Untergang nahe.<strong>&#8222;</strong> (S. 185, in: `Wie anders ist Frankreich?`, C.H.Beck Verlag). Die französischen Bischöfe selbst sehen das in ihren offiziellen Stellungnahmen sicher anders und verweisen stolz auf einige Tausend Erwachsenen &#8211; Taufen jährlich, sie verschweigen dabei aber den rasanten Rückgang von vielen tausenden Kindertaufen pro Jahr und die Tatsache, dass der in Frankreich geborene Klerus ausstirbt und immer weniger Katholiken sonntags an der Messe teilnehmen, dass die Klöster allmählich verschwinden und so weiter. <strong>Wann werden erste theologische und religionssoziologische Studien zum Post &#8211; Katholischen in Europa erscheinen?</strong></p>
<p>Dieter Thomä, &#8222;Post &#8211; Nachruf auf eine Vorsilbe&#8220;, Suhrkamp Verlag 2025, 399 Seiten.</p>
<p>&#8222;Postismen. Vom Nutzen und Nachteil eines Denkmusters für die Wissenschaften&#8220;. Hg. von Dieter Thomä, Suhrkamp Verlag, 2026, 387 Seiten.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22146_wie-definieren-wir-unsere-gegenwart-etwa-durch-bindung-an-frueheres_aktuelles">Wie verstehen wir unsere Gegenwart?</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Die USA und Papst Leo haben ein gemeinsames Motto</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22070_die-usa-und-papst-leo-haben-ein-fast-gemeinsames-motto_denkbar</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 15:19:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Leo XIV. und Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus prägt das amerikanische Motto e pluribus unum]]></category>
		<category><![CDATA[das Motto der USA von 1782]]></category>
		<category><![CDATA[Das Motto von Papst Leo XIV.]]></category>
		<category><![CDATA[die Pilgerväter kannten Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[haben die USA ein Motto des heiligen Augustinus?]]></category>
		<category><![CDATA[in God we trust]]></category>
		<category><![CDATA[Papst leo und die Einheit der Katholiken]]></category>
		<category><![CDATA[USA und Papst Leo haben ein gemeinsames Motto]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zentral ist die Erkenntnis: Was EINHEIT ist, und wie sich Einheit trotz Vielfalt verwirklicht, bestimmen einzig die Herrscher: In den USA die Präsidenten, siehe jetzt Trump, den Alleinherrscher. Siehe die Päpste in ihrer langen Geschichte mit den Verfolgungen von Häretikern, Schismatikern usw., Und, selbst wenn Papst Leo XIV. jetzt von Einheit in der Vielfalt redet: Die Herrschaftsverhältnisse innerhalb der Einheit der Vielen in dieser dann päpstlich durchgesetzten Einheit bestimmt nach wie vor allein der Papst. Er ist der Herr der Einheit (und meint, dies habe ihm Gott selbst so befohlen...)...Das heißt: Die Rede von Einheit ist eine Ideologeie dieser Herrschenden...<br />
Es gibt ein bislang nicht beachtete interessante inhaltliche Nähe, wenn nicht Verbundenheit und sogar Gemeinsamkeit: Das Motto der USA und das Motto des us-amerikanischen Papstes Leo XIV...<br />
Solange die katholische Kirche in ihrer eigenen Lehre und Moral nicht die Menschenrechte umfassend für alle Katholiken respektiert, ist alles moralische Reden der Päpste und Bischöfe usw. unglaubwürdig und wirkungslos. Die Menschenrechte stehen ÜBER der kirchlichen Lehre und Moral. Wird das die katholischeKirchenführung jemals begreifen? Wir meinen: Nein, denn die klerikale Macht will nach wie vor mit ihrer eigenen Ideologie (Theologie genannt) über den umfassenden, universell geltenden Menschenrechte stehen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22070_die-usa-und-papst-leo-haben-ein-fast-gemeinsames-motto_denkbar">Die USA und Papst Leo haben ein gemeinsames Motto</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.5.2026</p>
<p>1.<br />
Dieser Hinweis versteht sich als <em>Marginalie,</em> Randbemerkung. Aber vielleicht wird doch auf Wesentliches hingewiesen zur Konstruktion und zum Gebrauch von Ideologien.</p>
<p><strong>Z</strong><em><strong>entral ist die Erkenntnis:</strong> Was EINHEIT ist, und wie sich Einheit trotz Vielfalt verwirklicht, bestimmen einzig die Herrscher: In den USA die Präsidenten, siehe jetzt Trump, den Alleinherrscher. S</em><em>iehe die Päpste in ihrer langen Geschichte mit den Verfolgungen von Häretikern, Schismatikern usw., Und, selbst wenn Papst Leo XIV. jetzt von Einheit in der Vielfalt redet: Die Herrschaftsverhältnisse innerhalb der Einheit der Vielen in dieser dann päpstlich durchgesetzten Einheit bestimmt nach wie vor allein der Papst. Er ist der Herr der Einheit (und meint, dies habe ihm Gott selbst so befohlen&#8230;</em>)&#8230;Das heißt: Die Rede von Einheit ist eine Ideologeie dieser Herrschenden&#8230;</p>
<p>2.<br />
Es gibt ein bislang nicht beachtete interessante inhaltliche Nähe, wenn nicht Verbundenheit und sogar Gemeinsamkeit: Das Motto der USA und das Motto des us-amerikanischen Papstes Leo XIV.</p>
<p>3.<br />
<em>Das Motto der USA heißt offiziell seit dem 20.Juni 1782: „E pluribus unum“</em>, das offiziell übersetzt wird: „Aus vielen eines“. Gemeint ist: Die 13 ursprünglichen Bundesstaaten definieren sich als eins, als eine Nation, trotz verschiedener Konfessionen.</p>
<p>4.<br />
<em>Das Motto (&#8222;der Wahlspruch&#8220;) Papst Leo XIV., das er sich schon als Bischof in Chiclayo, Peru, gewählt hatte: „In illo uno unum“,</em> das heißt: „In jenem Einen (gemeint ist Christus) eins“. Das bedeutet: „In Christus sind alle unterschiedlichen Christen (Leo meint wohl Katholiken) eins“. Hier wird die Einheit explizit theologisch begründet.</p>
<p>5.<br />
Das US- Leitwort „E pluribus unum“ ist heute auf dem Großen Siegel der USA zu sehen und auf Münzen. Wer oder was die Grundlage dieser Einheit sein soll, wird nicht gesagt. 1956 wurde dieses Motto durch ein neues, jetzt bekannteres ergänzt: „In God we trust“. Wer ist dieser Gott, von dem da auf den Dollarnoten die Rede ist? Nicht der konfessionelle Gott einer Kirche. Es ist der überkonfessionelle Gott, eher eine Idee, und vielleicht ist das Geld, der Dollar, als Gott gemeint, sagen Kritiker.</p>
<p>6.<br />
Das Motto Papst Leos, Mitglied des Augustinerordens, stammt selbstverständlich vom heiligen Augustinus. Das Motto stammt aus einer Predigt Augustins zu Psalms 127, einer Predigt, die er in Hippo (heute Algerien) oder auch in Karthago hielt. Der Theologe Notger Baumann, Uni Erfurt, interpretiert diesen Satz: „Die Einheit in Christus ist keine Uniformität. Die Vielheit der Christen wird nicht aufgehoben, sondern bleibt bestehen.“Notger Baumann erläutert den Kontext dieser Aussage Augustins: Der päpstliche Wahlspruch zitiert das Schlussglied einer Antithese: <i> &#8222;Aus <code>nos multi in illo uno unum</code></i><em> wird die Abbreviatur &#8222;in illo uno unum&#8220;. Also: Wir vielen Katholiken sind in jenem einen (Christus) eins&#8230;</em></p>
<p>Quelle: <a href="https://www.uni-erfurt.de/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/aktuelles/theologie-aktuell/der-wahlspruch-papst-leos-xi"> https://www.uni-erfurt.de/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/aktuelles/theologie-aktuell/der-wahlspruch-papst-leos-xi</a>v.</p>
<p>7.<br />
Das ist wichtig: Auch das Motto der USA von 1782 ist zwar auf den ersten Blick religiös neutral, hat aber deutliche Verbindungen zum Denken Augustins: Die so genannten Pilgerväter, die 1620 in die heutigen USA einwanderten, hatten eine gute Kenntnis des heiligen Augustinus. Und zwar durch Vermittlung des protestantischen Theologen und Reformators Jean Calvin, der ein Kenner und Verehrer Augustins war..Die Pilgerväter galten als strenge Calvinisten, sie hatten sich deswegen von der englischen Staatskirche losgesagt. Auffällig ist, dass das Motto der USA von 1782 in lateinischer Sprache formuliert wurde.</p>
<p>8.<br />
Man kann also sagen: Das erste grundlegende Motto der USA und das Motto des us-amerikanischen Papstes Leo XIV. beziehen sich auf die gleiche Quelle, den heiligen Augustinus, und beide Mottos beschwören ein Einheit in der oder: trotz der Vielheit. Und beide Mottos haben ihre strengen Grenzen, sind verglichen mit der faktischen politischen Situation der USA und der faktischen Situation der vielen Katholiken in der Kirche nichts als eine Behauptung, die der Realität nicht entspricht. Manche sprechen auch von „Verschleierung“ der gewünschten Verhältnisse.</p>
<p>9.<br />
Schon bei der Formulierung des Mottos der USA im Jahr 1782 gab es keine Einheit unter den Menschen, es herrschte noch die Sklaverei. Und niemand wird behaupten, dass unter dem Regime von Präsident Trump auch nur annähernd eine Einheit im pluralen amerikanischen Volk gegeben ist. Eher wird unter Trump und seinen Scharfmachern eine Art Bürgerkrieg betrieben.</p>
<p>10.<br />
Und kein nachdenklicher Katholik und kein kritischer Katholischer Theologe wird im Ernst behaupten: Alle Katholiken sind eins, im Sinne von gleichberechtigt und gleich wertvoll. Die lange Liste der vom Papst und den Klerikern im Vatikan zugelassenen Diskriminierungen muss hier nicht noch einmal wiederholt werden, wir nennen nur den verheerenden Ausschluss von Frauen vom DiakonInnen-Amt und vom PriesterInnen-Amt.</p>
<p>11.<br />
Was bringt also die Reflexion auf die offenbar inhaltlich gemeinsamen Mottos der USA und von Papst Leo XIV.? Die Reflexion zeigt: Beide Mottos sind von Herrschern ausgegebene „Fern-Ziel“-Vorstellungen, von denen beide, Politiker der USA wie der Papst wissen: Diese Vorstellungen werden wohl nie erfahrbare Realität für alle werden. Sie werden ausgegeben, verbreitet, propagiert, um im Volk, bei den Gläubigen, einen guten Eindruck zu machen.</p>
<p>12.<br />
Als die USA-Politiker merkten: das alte Motto von 1782 ist politisch betrachtet nichts als eine ferne Utopie, gaben sie sich das Motto „In God we trust“, das machte sich auch gut als religiöse Kampfansage gegen den atheistischen Ost-Block und die Sowjetunion. Und schließlich vertraute ja auch ein Armer damals auf Gott, aber auf seinen Gott, wie auch die Politiker oder die Kapitalisten auf ihren Gott vertrauten. Mit diesem neuen Motto konnten die Politiker also nichts falsch machen. Und die Einheit des Volkes, auch als Gerechtigkeit, war vergessen…</p>
<p>13.<br />
Und Papst Leo XIV.? Er pflegt sein Motto (&#8222;Wahlspruch&#8220; offiziell genannt) auf populäre Art, biedert sich durchaus beim frommen Volk etwas an, jetzt wieder in Neapel, bewirkt dort das Gennaro-Wunder, sagt fromme Sprüche, Friedensappelle, genießt populistische Verehrung (wegen seiner NIKE-Sneaker etwa …). ABER: Da, wo wirklich Einheit als Gleichberechtigung unter Katholiken und vor allem auch unter den getrennten Christen und Kirchen bewirkt werden sollte: Da herrscht das große übliche päpstliche Nein zu grundlegenden Reformen vor. Angeblich, so der Vatikan, würden die afrikanischen Katholiken diese Reformen nicht verstehen, man hält afrikanische Katholiken also für dumm…Als könnten sie nicht das univsersell geltende Menschenrecht auch für Homosexuelle verstehen und damit auch die Gleichberechtigung der Homosexuellen in der katholischen Kirche Afrikas.</p>
<p>14.<br />
Darum merke: Glaube bloß nicht den Mottos der Staaten oder der Päpste. Es sind bestenfalls Wunschvorstellungen, Utopien, etwa auch „Liberté, Egalité, Fraternité&#8220; in Frankreich: Diese drei Grundwerte der Republik bestehen auch dort nicht für alle Franzosen als Realität. Oder auch: Die Mottos des USA und des Papstes sind eigentlich &#8211; faktisch betrachtet &#8211; Hoffnungen, Utopien, vielleicht sogar Lügen, weil sie von Präsidenten und Päpsten doch nur behauptet, nicht aber umfassend realisiert werden.</p>
<p>15.<br />
Vielleicht könnten sich Trump und Leo wegen des gemeinsamen Mottos des heiligen Augustinus verständigen? Leider kann aber Papst Leo nicht als Vorbild gegenüber Trump auftreten: Auch er als Papst tut ja nicht alles für eine wirkliche Einheit als Gleichberechtigung unter allen Katholiken und Christen… Wie kann er dann ernsthaft und glaubwürdig von Trump die Einheit im us-amerikanischen Volk oder auch eine friedliche Einheit der Menschheit ohne Krieg einfordern? Die viel gepriesene &#8222;moralische Instanz&#8220; des Papstes, der Päpste, ist also sehr frag-würdig, eine bloße Behauptung. Seit welchem Jahrhundert können eigentlich Päpste &#8222;moralische Instanzen&#8220; genannt werden? Papst Alexander VI. zum Beispiel war eher eine unmoralische Instanz, wie etliche andere Päpste auch.</p>
<p><strong>16.</strong></p>
<p><strong>Solange die katholische Kirche in ihrer eigenen Lehre und Moral nicht die Menschenrechte umfassend für alle Katholiken respektiert, ist alles moralische Reden der Päpste und Bischöfe usw. unglaubwürdig und wirkungslos. Die Menschenrechte stehen ÜBER der kirchlichen Lehre und Moral. Wird das die katholischeKirchenführung jemals begreifen? Wir meinen: Nein, denn die klerikale Macht will nach wie vor mit ihrer eigenen Ideologie (Theologie genannt) über den umfassenden, universell geltenden Menschenrechte stehen. </strong></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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		<title>Die „Erklärung der Menschenrechte“ (1948) gehört zum Glaubensbekenntnis der Christen!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/21932_die-erklaerung-der-menschenrechte-1948-gehoert-zum-glaubensbekenntnis-der-christen_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 15:16:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[KANT]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung der Menschenrechte von 1948 werden Teil des christlichen Glaubensbekenntnisses]]></category>
		<category><![CDATA[Glau bensbekenntnis und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubensbekenntnis der Remonstranten auf deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte gehören ins Glaubensbekenntnis der Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte sind Basis der Ethik der Christen]]></category>
		<category><![CDATA[neue Kooperation NGOs und Kirchen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das ZIEL dieses Vorschlags ist: Die „Erklärung der Menschenrechte" als „Orientierung für die Praxis der Christen“ in ein christliches Glaubensbekenntnis einzufügen. Dabei wird das Bekenntnis, auf eine göttliche Wirklichkeit und auf Jesus bezogen, selbstverständlich neu formuliert werden müssen. Ein Beispiel ist das Glaubensbekenntnis der niederländischen Remonstranten - Kirche aus dem Jahr 2006. (</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21932_die-erklaerung-der-menschenrechte-1948-gehoert-zum-glaubensbekenntnis-der-christen_aktuelles">Die „Erklärung der Menschenrechte“ (1948) gehört zum Glaubensbekenntnis der Christen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 18.4.2026</p>
<p><strong>ZUR EINFÜHRUNG</strong>:</p>
<p>Wir haben schon vor kurzem erneut für die Aufnahme der „Erklärung der Menschenrechte“ der UN von 1948 in das Glaubensbekenntnis der Christen heute plädiert. Wir dachten dabei an die niederländische Kirche der Remonstranten. Sie ist wohl als einzige christliche Kirche dogmatisch nicht gebunden und bekanntlich aufgeschlossen für neue theologische Vorschläge. (Siehe unten.)</p>
<p>Dieser Hinweis hier ist ein weiterer Versuch, das Thema der Öffentlichkeit vorzustellen und theologisch zu begründen, als Thesen, denen weitere Erläuterungen folgen.</p>
<p>Hier geht es nur um die enge Verbundenheit von Menschenrechten und christlichem Glauben. Auf andere Religionen bezogen müsste das Thema weiter reflektiert werden.</p>
<p>Die Erklärung der Menschenrechte ist zwar Ausdruck der universell geltenden menschlichen Vernunft. Aber eine solche Erklärung ist zugleich ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln. Deswegen bedarf sie zur Realisierung auch einer geistigen, spirituellen Haltung, also eines Überzeugtseins, dass die Menschenrechte richtig und wichtig und unersetzlich sind. So, wie etwa der „Kategorische Imperativ“ von Kant ein Faktum der Vernunfteinsicht ist, aber zur Realisierung eine emotionales Betroffenheit braucht, so werden die Menschenrechte auch durch eine innere Bindung der Menschen lebendig und wirksam. Die Menschenrechte sind als Rechte und Pflichten etwas grundlegend Anderes als die vielen „positiven“ Gesetze in unseren Gesellschaften und Staaten.</p>
<p>Erstens: Die klassischen, bis heute weithin üblichen Glaubensbekenntnisse der Kirchen stammen aus dem 4. und 5. Jahrhundert, diese Bekenntnisse versteht kein denkender Mensch heute ohne ausführliche Interpretationen und Kommentare. Schlimmer noch: Diese Bekenntnisse sprechen vor allem vom Leben Gottes im Himmel, von seiner Trinität, vom Herabstieg eines Logos auf Erden, der dann als Jesus den grausamen Willen des Vaters erfüllt und sich ans Kreuz schlagen lässt und so weiter…<br />
Zweitens ist entscheidend: Die Lehre und Lebenspraxis Jesu von Nazareth entspricht den Idealen der Erklärung der Menschenrechte. Zugespitzt gesagt: Christen wissen heute aus der Botschaft des Weisheitslehrers Jesus von Nazareth: Das Göttliche, Gott, der Ewige, der Schöpfer der Welt…., wie auch immer, gebietet geradezu als Lebensorientierung die Menschenrechte.</p>
<p>Damit ist nicht gesagt, dass die Menschenrechte der Kirche entstammen, das Gegenteil ist der Fall. Die Menschenrechte sind Resultat der Aufklärung, sie haben sich gegen die Kirchen langsam durchsetzen müssen. Erst als der kirchliche, etwa der katholische Widerstand gegen die Menschenrechte geradezu lächerlich wirkte und blamabel, hat etwa das 2. Vatikanischen Konzil die Menschenrechte, etwa die Religionsfreiheit, offiziell als wichtig und richtig anerkannt. Trotzdem hat der „Heilige Stuhl“, also der Papststaat Vatikan, als einer der wenigen Staaten die Menschenrechtscharta der UNO formell nicht unterzeichnet.</p>
<p>Das ZIEL dieses Vorschlags ist: Die „Erklärung der Menschenrechte&#8220; als „Orientierung für die Praxis der Christen“ in ein christliches Glaubensbekenntnis einzufügen. Dabei wird das Bekenntnis, auf eine göttliche Wirklichkeit und auf Jesus bezogen, selbstverständlich neu formuliert werden müssen. Ein Beispiel ist das Glaubensbekenntnis der niederländischen Remonstranten &#8211; Kirche aus dem Jahr 2006. (Text siehe unten)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>DIE THESEN</strong>:</p>
<p>1.<br />
Der Vorschlag ist neu: „Menschenrechte sind der Kern des Evangeliums Jesu von Nazareth.“ Der mutige brasilianische Befreiungstheologe Kardinal Evaristo Arns von Sao Paulo (1921-2016) hat diese Einsicht mehrfach öffentlich geäußert! <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/8521_kardinal-arns-menschenrechte-sind-der-kern-des-evangeliums_religionskritik">LINK</a></p>
<p>Diese Erkenntnis freizulegen und zu beweisen macht Mühe, angesichts der vielen Bilder und Symbole und Wundermythen, die im Neuen Testament von Jesus von Nazareth berichtet werden und sein Profil als humanen Weisheitslehrer verdunkeln und verzerren. Aber: Die Gleichnisse Jesu (etwa der „Barmherzige Samaritan“) oder Jesu Reden vom „End-Gericht Gottes über die guten und weniger guten Menschen“ zeigen: Einzig menschliche Qualitäten wie Liebe, Güte, Hilfsbereitschaft sind für einen Menschen, der authentisch leben will, entscheidend. Religion und Kultus und religiöse Gesetze sind für Christen zweitrangig. Die oberste Orientierung heißt: Menschlichkeit zu allererst: Das ist die Botschaft und die Praxis Jesu von Nazareth. Und die sind im Kern die Botschaft der Menschenrechte.</p>
<p>2.<br />
Die „Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 spricht nicht von Gott, das wird ihr von bestimmten frommen Christen als Mangel vorgeworfen. Aber die Menschenrechte als Ausdruck der philosophischen Vernunft, können Christen als gültig und allgemein anerkennen, weil sie als Christen wissen: Die Vernunft ist eine Gabe des schöpferischen Geistes Gottes…</p>
<p>3.<br />
Die Menschenrechte werden heute, 2026, wie schon seit Jahren von autoritären, populistischen, faschistischen, kommunistischen und diktatorischen Kreisen verachtet, ignoriert, für Spinnereien ausgegeben. Weil sie die totale Herrschaft der Autokraten und Diktatoren stören. Und in Demokratien werden Menschenrechte als störende Elemente betrachtet im Rahmen einer immer üblicher werdenden „Realpolitik.“ Aber für Demokratien und Demokraten sowie demokratisch sich nennende Politiker sind die Menschenrechte in einem Rechtsstaat der unverzichtbare geistige Boden und der politische Horizont in allem Handeln. Wer als Demokrat und demokratischer Politiker gegen die Menschenrechte handelt, muss sich korrigieren, muss sich entschuldigen.</p>
<p>4.<br />
Theologen und Kirchenführer wissen: Die Menschenrechte sind zwar in Europa nach langen Auseinandersetzungen auch mit den Kirchen formuliert worden: Aber die Menschenrechte sind nicht europäisch. Sie kann niemand deswegen diskreditieren, weil sie an einem bestimmten Ort &#8211; in Europa &#8211; entstanden sind. Universelle Geltung hat mit geografischer Herkunft nichts zu tun. Die Menschen in den Lagern und Gefängnissen der Diktaturen heute schreien geradezu nach der Geltung der Menschenrechte. Das Bewusstsein von er absoluten Würde eines jeden Menschen ist im menschlichen Geist verwurzelt. Menschenrechte entwickeln sich nach langen Diskussionen auch heute weiter: Sie werden im Zusammenhang der Klimakatastrophen neu formuliert. Oder die Rechte der Flüchtenden werden explizit verstärkt oder die Geschlechter-Gerechtigkeit…</p>
<p>5.<br />
Wenn die Kirchen die Menschenrechte als zentralen Teil ihres eigenen Bekenntnisses wahrnehmen und auch leben, werden sie unterstützt werden von einer großen Gruppe von zivilgesellschaftlicher progressiver NGOs, die sich seit Jahren um die Durchsetzung der Menschenrechte kümmern. In der Diakonie und Caritas vieler Länder engagieren sich die Kirchen tatsächlich schon zugunsten der Menschenrechte. Sie sehen diesen Dienst als Ausdruck der gebotenen christlichen Nächstenliebe: Würden sie diesen Dienst auch explizit als politischen Dienst an den Menschenrechten sehen, hätten die Kirchen neue, ungewöhnliche Bündnispartner: Diese könnten die manchmal sehr eng konfessionell geprägte christliche Nächstenliebe ins Universelle erweitern, mit der Bereitschaft, gemeinsam POLITISCH gegen die Herrschaft der Diktatoren und Autokraten einzutreten.</p>
<p>6.<br />
Das Probleme ist nur: Die Kirchen müssen sich selbst in der Gestaltung ihres „Innenlebens“ nach den Menschenrechten richten. Für den Katholizismus muss dann gelten: Die Menschenrechtserklärung der UN von 1948 muss der Vatikan formell anerkennen. Und zweitens: Der Papst muss die rechtliche Diskriminierung der Frauen in der Kirche, etwa Ausschluss von den Ämtern in der Kirche, sofort aufheben. Nur unter diesen Voraussetzungen wird das Engagement der katholischen Kirche für die Menschenrechte überhaupt glaubwürdig. Wie die Evangelikalen und fundamentalistischen Kreise sich zu den Menschenrechten verhalten, ist noch ein eigenes Thema. Ihre Verbundenheit mit der MAGA Bewegung des Donald Trump lässt starke Zweifel aufkommen, ob diese Kreise überhaupt von den universell geltenden Menschenrechten schon einmal gehört haben…</p>
<p>7.<br />
Wird die Erklärung der Menschenrechte als Teil des Christlichen Bekenntnisses &#8211; etwa von Lutheranern, Reformierten, Katholiken, Anglikanern &#8211; anerkannt: Dann geschieht eine globale theologische Wende, die einer weiteren Reformation gleichkommen könnte. Diese Christen und ihre Kirchen befreien sich von den erstarrten Glaubensbekenntnissen voller fremder Formeln und Floskeln aus Nizäa und Konstantinopel im 4. und 5.Jahrhundert: Christen verstehen sich nun als Menschen, denen die universelle Gerechtigkeit für alle bester Ausdruck der Einsichten ihres Weisheitslehrers Jesus von Nazareth ist. Nun können sich Christen mit Atheisten und mit kritischen Menschen aller Religionen zu einem gemeinsamen Engagement vereinen, zugunsten der universellen Menschenrechte…</p>
<p>………………</p>
<p>Zu unserem früher schon publizierten Vorschlag: Die Kirche der Remonstranten, als offene, weithin undogmatische Kirche, könnte die Erklärung der Menschenrechte als Teil ihres Bekenntnisses aufnehmen:<a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/2030/die-menschenrechte-sollten-zum-glaubensbekenntnis-der-remonstranten-gehoeren-de-mensenrechten-zouden-deel-moeten-uitmaken-van-het-geloofsbelijdenis-van-de-remonstranten/"> LINK</a></p>
<p>Das Glaubensbekenntnis der Remonstranten aus dem Jahr 2006: <a href="https://www.remonstranten.nl/glaubensbekenntnis-von-2006/">LINK</a></p>
<p>Sehr deutlich hat sich der protestantische Theologe Wilhelm Gräb (Berlin) für die Menschenrechte als Teil des christlichen Glaubensbekenntnisses eingesetzt: Etwa in seinem Buch „Vom Menschsein und der Religion.“ Tübingen 2018, S 213 ff.</p>
<p>Man beachte, dass Immanuel KANT in seiner Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie die ethische Praxis (der Menschenrechte) als den alles entscheidenden Kern des christlichen Glaubens angesehen hat. Siehe dazu etwa unseren Hinweis zu Kant: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16964_der-christliche-glaube-ist-einfach-und-vernuenftig-die-radikalen-vorschlaege-des-immanuel-kant_religionskritik">LINK</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21932_die-erklaerung-der-menschenrechte-1948-gehoert-zum-glaubensbekenntnis-der-christen_aktuelles">Die „Erklärung der Menschenrechte“ (1948) gehört zum Glaubensbekenntnis der Christen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der neue päpstliche Botschafter in Berlin, der Niederländer Bert van Megen</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/21877_21877_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 17:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[als Nuntius in Kenia kritisiert van Megen heftig die demokratische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bert van Megen ist Nuntius]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Gijsen in Roermond]]></category>
		<category><![CDATA[der konservative Theologe Hubertus van Megen als Nuntius in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[der Vatikan hat die niederländische Kirche kaputt gemacht]]></category>
		<category><![CDATA[homosexuelle Nuntien in Frankreich und Dominikanische Republik]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Kirche in Niederlanden verschwindet]]></category>
		<category><![CDATA[neuer Nuntius für Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[neuer päpstlicher Nuntius in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Nuntius van Megen gegen Gender-Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Rolduc]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=21877</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der neue Nuntius in Berlin, Bert van Megen, gehört zum konservativen bzw. sehr konservativen Flügel der katholischen Kirche in den Niederlanden. Sofern man dort überhaupt noch von „Flügeln“ sprechen kann, denn progressive bzw. reformorientierte Flügel gibt es seit etwa 20 Jahren nicht mehr. Die Progressiven haben das Weite gesucht… Die katholische Kirche der Niederlande ist also faktisch eine aussterbende konservative Klein-Kirche, manche sagen eine Sekte. Schuld daran sind die Päpste selbst, spätestens seit 1970 setzten der Papst und die vatikanische Bürokratie alles daran, die damals sehr progressive niederländische Kirche kaputt zu machen, und zwar durch die Ernennung von reaktionären Priestern zu Bischöfen, zuerst Bischof Adrian Simonis (ernannt 1970 zum Bischof von Rotterdam), dann Bischof Johannes Gijsen (ernannt 1972 zum Bischof von Roermond), andere ähnlich orientierte Bischöfe folgten. Nuntius van Megen wurde im sehr konservativen Priesterseminar (Rolduc) des sehr koservativen Bischof Johannes Gijen ausgebildet. In Afrika hat er später als Nuntius in Kenia heftig gegen die europäische Moderne, etwa gegen die Gender-Theorie, polemisiert. Es ist kaum zu erwarten, dass der neue Nuntius in Berlin die Reformbestrebungen der Katholilken in Deutschland unterstützt. Papst Leo XIV. zeigt abermals sein konservatrives, kleriklales Gesicht. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21877_21877_aktuelles">Der neue päpstliche Botschafter in Berlin, der Niederländer Bert van Megen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands Katholiken bleiben weiter unter konservativer Beobachtung!<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 10.4.2026</p>
<p>Der neue Nuntius des Papstes in Deutschland, Bischof van Megen, nennt <em>die Kirche in Deutschland, so wörtlich, &#8220; alt und grau</em>&#8222;: Dies it wohl eine &#8222;richtige Haltung&#8220;, um sich unter Katholiken in Deutschland so richtig wohl zu fühlen und sie zu verstehen&#8230; soll er doch nach Kenia zurückkehren.., CM.  Siehe dazu einen Beitrag vom 15.5.2026: <a href="https://de.catholicnewsagency.com/news/24365/neuer-nuntius-hubertus-van-megen-nennt-kirche-in-deutschland-alt-und-grau">LINK</a></p>
<p>Papst Leo XIV. hat am 9.4.2026 für Deutschland einen neuen &#8222;Apostolischen Nuntius&#8220;, also einen Botschafter des &#8222;Heiligen Stuhls&#8220;, mit Sitz der &#8222;Nuntiatur&#8220; in der Hauptstadt Berlin ernannt: Bischof Hubertus van Megen. Sein Vorgänger, Bischof Eterovic, wird am 22.4. feierlich aus Berlin verabschiedet, selbstverständlich mit einer feierlichen Messe&#8230; &#8222;Endlich geht er&#8220; sagen einige Katholiken, die den sehr konservativen Nuntius Eterovic kennen.</p>
<p>Ob der Niederländer van Megen eine etwas progressivere Linie im Umgang mit den mehrheitlich eher progressiven Katholiken in Deutschland lebt, wird sich zeigen, ist aber sehr unwahrscheinlich. Denn es ist lange her, dass Bischöfe aus den Niederlanden oder in den Niederlanden als progressiv bewertet wurden. Heute ist diese Kirche dort eine kleine konservative klerikale Gemeinschaft. Auch der neue Nuntius in Berlin wurde in dem extrem konservativen Priesterseminar (in Rolduc) des extrem konservativen Bischofs Gijsen (Roemond) ausgebildet. Deutliches Beispiel für van Megens reaktionäre Theologie ist seine Ansprache in Afrika aus dem Jahr 2024, Quelle: <a href="https://cisanewsafrica.com/2024/05/kenya-archbishop-bert-van-megen-warns-against-inflexible-ideologies-says-the-church-in-europe-is-weakened-the-church-in-africa-ever-stronger/">LINK </a></p>
<p>Diese Ansprache liegt als Übersetzung vor, in Fußnote 1 unten.  Unter Nr. 6 dieses Hinweises wird auf diese theologische reaktionäre Rede van Megens bereits kurz hingewiesen.</p>
<p>1.<br />
Ein päpstlicher „Nuntius“ ist nicht nur als „Botschafter“ hoher Diplomat des winzigen Staates „Heiliger Stuhl“, er ist weltweit sehr oft auch Doyen des diplomatischen Corps des jeweiligen Landes. In der Funktion des Nuntius wird die doppelte Rolle des Papstes deutlich: Er ist einerseits so genanter spiritueller Führer, heiliger Vater, Papst, der Katholiken weltweit. Und er ist zweitens absoluter Monarch des Zwergstaates Vatikan bzw Heiliger Stuhl, er kann so über die üblichen diplomatischen Wege auch politischen Einfluss nehmen auf die Politik der Staaten. Zu 184 Staaten unterhält der Papst -Staat diplomatische Beziehungen: Der Vatikan entsendet und der Vatikan erhält von den Staaten Botschafter, und ist manchmal empört, wenn denn der Vatikan-Botschafter eines Staates homosexuell ist. Etwa im Fall des Vatikan &#8211; Botschafters aus Frankreich Laurent Stefanini, der 2015 vom Papst abgelehnt wurde. <em>Homosexuelle päpstliche Botschafter gibt es in demokratischen Staaten selbstverständlich, man denke etwa an den pädophilen Nuntius in der Dominikanischen Republik Bischof Jozef Wesolowski (dort Nuntius von 2008-2013)<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/4592_ein-paedophiler-nuntius-in-der-dominikanischen-republik-und-das-konkordat_religionskritik"> LINK o</a>der an den speziell junge Männer (Polizisten) belästigenden Nuntius Bischof Luigi Ventura in Paris (2018 &#8211; 2019), er wurde von einem Pariser Strafgericht zu einer 8-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Darum merke: Auch der Papst entsendet homosexuelle Botschafter, Nuntien…(Zur Situation in Frankreich und auch zu Nuntius Ventura siehe einen Beitrag von Christian Modehn <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/16606_wenn-der-klerus-die-glaeubigen-vertreibt-der-zusammenbruch-der-katholischen-kirche-in-frankreich-heute_gott-in-frankreich">LINK</a></em><br />
2.<br />
Ein Päpstlicher Nuntius ist vor allem immer auch verschwiegener Beobachter im Sinne des Papstes und seiner vatikanischen Behörden: Er beobachtet, bewertet, kritisiert die jeweilige Kirche und auch die Politik. Schwerpunkt der politischen Interessen der Nuntien ist immer das gesetzliche Verbot der Abtreibung, der Ehe für alle, der aktiven gesetzlichen Sterbehilfe usw. in den jeweiligen Staates.<br />
Der Nuntius hat starken Einfluss auf die Bischofsernennungen des jeweiligen Landes, dies alles geschieht in Abwehr von Öffentlichkeit und Transparenz. Katholiken der jeweiligen Länder haben selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Auswahl der jeweiligen Nuntius. Hingegen Bischöfe, die dem Papst und dem vatikanischen Apparat treu ergeben snd, haben auch Einfluss auf den Vatikan, selbstverständlich immer ohne öffentliche Transparenz. Welcher objektive, d.h. nicht kirchenabhängige Forscher macht sich noch die Mühe, etwa den Einfluss des Opus Dei (und dessen vieler Adepten, wie Kardinal Woelki,) auf die Auswahl der Nuntien und Bischöfe zu machen?<br />
3.<br />
Der Niederländer Hubertus Matheus Maria van Megen (65 Jahre alt), kurz Bert van Megen, ist also der neue Nuntius in Deutschland mit Amtssitz in Berlin. Biografische Details über van Megen sind etwa über wikipedia erreichbar.<br />
Wir können hier nur einige entscheidende Stichworte zur Theologie des neuen Nuntius in Berlin zur weiteren Forschung nennen. Diese Stichworte können hilfreich sein, wenn es angesichts der Theologie und Kirchenpolitik des neuen Nuntius van Megen zu einer Bewertung der Reformbemühungen im deutschen Katholizismus kommen wird, etwa zum „Synodalen Prozess“, jenem zaghaften Versuch, etwas Demokratie in der römischen Kirche in Deutschland durchzusetzen und etwas gegen den totalen Ausschluss von Frauen von den kirchlichen Ämtern zu tun. In einigen Monaten wird man deutlicher sehen, warum Papst Leo XIV. ausgerechnet einen theologisch konservativen und streng &#8211; dogmatischen Niederländer zum Nuntius in Berlin ernannt. Diese Entscheidung wird auch hilfreich sein, um deutlicher zu sehen, ob denn nun Papst Leo eher etwas reformfreudig ist oder sehr am alten, versteinerten klerikal &#8211; dogmatischen System festhalten will.<br />
4.<br />
Der neue Nuntius Van Megen gehört zum konservativ bzw. sehr konservativen Flügel der katholischen Kirche in den Niederlanden. Sofern man dort überhaupt noch von „Flügeln“ sprechen kann, denn progressive bzw. reformorientierte Flügel gibt es seit etwa 20 Jahren nicht mehr. Die Progressiven haben das Weite gesucht… Die katholische Kirche der Niederlande ist also faktisch eine aussterbende konservative Klein-Kirche, manche sagen eine Sekte. Schuld daran sind die Päpste selbst, spätestens seit 1970 setzten der Papst und die vatikanische Bürokratie alles daran, die damals sehr progressive niederländische Kirche kaputt zu machen, und zwar durch die Ernennung von reaktionären Priestern zu Bischöfen, zuerst Bischof Adrian Simonis (ernannt 1970 zum Bischof von Rotterdam), dann Bischof Johannes Gijsen (ernannt 1972 zum Bischof von Roermond), andere ähnlich orientierte Bischöfe folgten.<br />
Die progressiven Katholiken der Niederlande hatten nichts anderes vor, als die viel besprochene, durchaus offiziell geltende Inkulturation des katholischen Glaubens in ihrem demokratischen Land zu realisieren. Eben mit den Forderungen: Abschaffung des Zölibats-Gesetzes, neue Sprache für Dogmen und Moral, demokratische Strukturen in der Kirche der Niederlande….Sehr viele Priester und die meisten Bischöfe, wie Kardinal Alfrink (Utrecht) oder Bischof Ernst (Breda), teilten diese richtige Option. Aber sie wurde vom Vatikan systematisch zerschlage, und die Gläubigen wurden aus der Kirche vertrieben.<br />
5.<br />
Mit dem reaktionären Bischof von Roermond Johannes Gijsen und dessen neu errichtetem Priesterseminar in Rolduc ist der heutige Nuntius van Megen seit langem verbunden: An diesem Priesterseminar Gijsen studierte er: Rolduc galt von vornherein zurecht als extrem konservative Ausbildungsstätte für Priester, die sich total dem päpstlichen System verpflichten. An dieser kirchlichen Hochschule Rolduc, studierte auch Wim Dijk, der später Erzbischof und Kardinal von Utrecht wurde, auch er gilt unter objektiven Beobachtern der Kirchenszene Hollands als sehr konservativ.<br />
1987 wurde van Megen von Bischof Gijsen zum Priester für das Bistum Roermond geweiht. Da lohn sich noch mal raufzuschauen: Leider (für die Opfer zumal) wurde erst post mortem von der niederländischen Kirche anerkannt, dass Johannes Gijsen als Kaplan damals zwischen 1958 und 1961 sexuellen Missbrauch an Knaben begangen hat. Nach seinem Rücktritt als Bischof von Roermond schon 1993 zog sich Gijsen zunächst in ein österreichisches Nonnen-Kloster zurück, er hatte wohl &#8211; angesichts seiner Unbeliebtheit &#8211; etwas Angst in Holland zu bleiben, dann wurde er durch den polnischen Papst auch noch zum Bischof von Island (Sic!) ernannt, so wurde Gijsen hin und her geschoben als reaktionärer Problemfall der Kirche, gestorben ist er 2013 in einem Nonnenkloster.</p>
<p>PS: <em>Über den Niedergang des Katholizismus in den Niederlanden, verursacht auch durch den rigiden Umgang des Vatikans mit dieser Kirche</em>: siehe etwa die große Studie &#8222;Tot vrijheid geroepen. Katholieken in Nederland 1945 &#8211; 2000&#8220;, Ten Have Verlag, 1999. <em>Als Motto der nun zerstörten progressiven Kirche der Niederlande</em> (sie war bis etwa 1985 sehr lebendig) kann das Wort des progressiven Kardinals Alfrink (Utrecht) gelten:  &#8222;Ich meine im Laufe der vergangenen Jahre gelernt zu haben: Dass die Kirche, will sie denn glaubwürdig sein für die Menschen von heute, e<em>ine menschliche Form von Machtausübung sichtbar machen muss,</em> und dies muss so wahrnehmbar sein, dass sie ihre Basis hat in der Liebe zum Menschen  und in der Ehrfurcht vor der menschliche Würde.&#8220; (Zit. in &#8222;Tot vrijheid geroepen, S. 311). Der Autor dieses Buches, Prof. Walter Goddijn, kommentiert diesen Satz gleich anschließend in dem selben Buch:&#8220;Eine schärfere Abweisung der Strategie von Bischof Gijsen, eine schärfere Abweisung auch des Eingriffs in die niederländische Kirchenprovinz durch die päpstliche Kurie in Rom hätte Kardinal Alfrink nicht geben können.&#8220;</p>
<p>6. Reaktionäre Positionen des Nuntius van Magen in Afrika:<br />
1990 begann van Megen seine Karriere der diplomatischen Laufbahn für den Vatikan. 1996 wurde er &#8211; wie üblich bei diesen Karrieren &#8211; in katholischem Kirchenrecht promoviert mit dem Thema: „The concept of perfect society from Pius IX to the second Vatican council“.<br />
Wichtig ist vor allem: von 2019 bis 2024 war van Megen päpstlicher Nuntius in Kenia. Das theologische Profil van Megens, wie es sich Afrika zeigt, beschreibt wikipedia sehr treffend: „Bei einer Tagung der Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas (Amecea) in Nairobi im September 2019 warnte van Megen die Bischöfe der ostafrikanischen Länder vor westlichen Einflüssen und übte dabei Kritik an den westlichen Gesellschaften. Die Menschen im Westen hätten den Sinn für Gemeinschaft verloren und zeigten sich sowohl in der Politik als auch in ihren Familien verantwortungslos, sie kümmerten sich „nicht einmal um ihre eigenen Kinder“. Die Afrikaner sollten dagegen das in ihren Gesellschaften traditionell verankerte Miteinander stärken, um den Gefahren des Kapitalismus, Individualismus und Hedonismus zu trotzen, die in anderen Teilen der Welt zu Ungerechtigkeit und mangelnder Wertschätzung für das menschliche Leben geführt hätten. (Quelle: Nuntius warnt Ostafrikas Bischöfe vor westlichem Einfluss. In: Vatican News. 10. September 2019, abgerufen am 9. April 2026.).</p>
<p><em>Was die Abwehr der Gender-Theorie</em> durch die Kirche und ihre Bischöfe bedeutet: &#8222;Die Mobilisierung gegen die Gender-Ìdeologie` reicht von von der deutschen AFD über us-amerikansiche Gouverneure bis zu brasilianischen Evangelikalen oder der im Umfeld Putins betriebenen Propaganda, in der Verwestlichung mit Verweichlichung und Entmännlichung gleichgesetzt wird&#8220;. So die Philosophin Rahel Jaeggi in &#8222;&#8220;Fortschritt und Regression&#8220;, Berlin 2025, S. 232, Fn. 38. <em>In solchen Kreisen also bewegen sich Bischöfe, wenn sie die Gender-Theorie verurteilen</em>.<br />
7.<br />
Auch bei einer Bischofsweihe in der kenianischen Diözese Eldoret im Mai 2024 äußerte sich Nuntius van Megen strak europakritisch, und er machte sich eine Aussage des Erzbischofs von Kinshasa, Fridolin Ambongo Besungu, zu Eigen, wonach die Kirche in Europa geschwächt sei und für die Kirche in Afrika kein Vorbild mehr sein könne. Dabei bezeichnete van Megen die „Lehren der westlichen Gesellschaft über Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie als „klare Symptome einer Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat“. (Quelle: https://katholisch.de/artikel/68050-hubertus-van-megen-papst-leos-neuer-mann-in-berlin. In: Katholisch.de. 9. April 2026, abgerufen am 9. April 2026).<br />
8.<br />
An diesen Aussagen des Niederländers van Megen in Afrika, in Kenia, ist vieles empörend: Er als Europäer will eine Moral für Afrika durchsetzen, die selbst in Europa nur noch von reaktionären Randgruppen vertreten.<br />
Er will wohl meinen, mit dieser Position etwas für die Inkulturation des katholischen Glaubens in die afrikanischen Kulturen tun zu können, was Unsinn ist, wenn man sich diese seine „Werte“ anschaut. Nur zur Erinnerung: Inkulturation (dialogbereite, vernünftige Einfügung) des katholischen Glaubens in ein demokratischen Land wie Holland wird von diesen Herren der Kirche abgelehnt. Nun wird sie inkompetent in Afrika von einem Nuntius propagiert. Da gilt die vatikanische Versteinerung des „Immer so weiter“…<br />
Noch schlimmer: Mit der Ablehnung der Gender-Theorie ist auch die Ablehnung der EHE für alle gemeint und damit auch das Menschenrecht für homosexuelle Menschen. Das sagt ein päpstlicher Nuntius in Kenia, wo die Lebensbedingungen LGBTQI+-Personen in Kenia von starker Homofeindlichkeit, rechtlicher Kriminalisierung und gesellschaftlicher Stigmatisierung bestimmt sind. Im Nachbarstaat Uganda ist die Feindseligkeit gegenüber homosexuellen Menschen äußerst drastisch, bei „schwerer Homosexualität“ droht sogar die Todesstrafe.<br />
So viel Unsinn wagt also ein päpstlicher Nuntius in Ostafrika zu sagen, solche Äußerungen dienen überhaupt nicht dem demokratischen Miteinander oder der Durchsetzung der Menschenrechte. Es ist schon merkwürdig, dass ausgerechnet ein solchermaßen bornierter päpstlicher Botschafter und Bischof dann 2019 vom Papst zum „ständigen päpstlichen Beobachter“ von Menschenrechtsorganisationen der UN ernannt wird, zum Umweltprogramm der Vereinten Nationen oder zum UN-Programm für menschliche Siedlungen (Habitat). Da wird sich der neue Nuntius in Berlin sicher alsbald stark zur Mieter-Debatte oder der Reichensteuer äußern…<br />
9.<br />
Die Homo-feindlichen und als solche also menschenrechts-feindlichen Äußerungen des Nuntius van Megen in Kenia liegen in gewisser Weise auf einer Linie mit den Stellungnahmen des ultra- reaktionären Kurien- Kardinals Robert Sarah aus Guinea, Westafrika, wir haben dazu einiges dokumentiert. LINK</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="5iWgPG7Vov"><p><a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/7011_nichts-als-polemik-und-hass-absonderliche-stellungnahmen-des-aus-guinea-stammenden-kurien-kardinals-robert-sarah-auf-der-roemischen-bischofssynode_religionskritik">Kardinal Sarah: Über den Liebling von EX-Papst Benedikt</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Kardinal Sarah: Über den Liebling von EX-Papst Benedikt&#8220; &#8211; Religionsphilosophischer Salon" src="https://religionsphilosophischer-salon.de/7011_nichts-als-polemik-und-hass-absonderliche-stellungnahmen-des-aus-guinea-stammenden-kurien-kardinals-robert-sarah-auf-der-roemischen-bischofssynode_religionskritik/embed#?secret=wm1UIph3Ka#?secret=5iWgPG7Vov" data-secret="5iWgPG7Vov" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe><br />
10.<br />
Das Gebäude des päpstlichen Botschafters in Berlin befindet sich bekanntlich an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln, also mittendrin in Problemvierteln. Botschafts-Gebäude sind ja eigentlich öffentlich zugänglich, etwa für Visa Anträge etc. Die Vatikan &#8211; Botschaft ist wie eine verschlossene Burg, nur für Erwählte oder bei gelegentlichen Führungen in der Kapelle zugänglich. Aber wer will, wer darf schon einen Antrag stellen, um Bürger des Vatikan &#8211; Staates zu werde? Wenn sich das bei den zur Ausreise verpflichteten Flüchtlingen rumsprechen würde … dann wären die Palazzi des Vatikans auf einmal von anderen Menschen, von Laien, vielleicht von Muslims, bewohnt und belebt…<br />
Aber die päpstlicher Nuntiatur ist und bleibt eine großzügige, aber immer verschlossene moderne Wohnanlage mit einigen dienenden Prälaten und einigen Nonnen, die dort kochen, putzen, waschen und den hübschen Park pflegen dürfen.</p>
<p>Zur marginalen Situation des niederländischen Katholizismus heute siehe auch: <a href="https://fowid.de/meldung/niederlande-katholiken-1960-2022">LINK</a></p>
<p>In dem Beitrag des Link die richtige Einschätzung des bekannten Jesuiten Jan van Kilsdonk, Mitarbeiter von Huub Oosterhuis: &#8222;Im Herbst 1962 kam es zum offenen Zusammenstoß. Der Jesuitenpater van Kilsdonk, Studentenpfarrer in Amsterdam, übte vor katholischen Intellektuellen harte Kritik an der vatikanischen Bürokratie. »<strong>Der Apparat der römischen Kurie steht einem gesunden Dialog zwischen Rom und dem Kirchenvolk im Wege«, erklärte der Pater. ‚Die weltweite Glaubenskrise ist auf das Übergewicht der Kurie zurückzuführen.‘</strong><br />
Das Heilige Offizium in Rom forderte die Entlassung des ketzerischen Jesuiten. Die Holländer weigerten sich. Das vergaß ihnen die Kurie nicht. Sie sprach inoffiziell von ‚nördlicher Benebelung‘ und schwärzte die Holländer offiziell wegen ‚unzulässiger Praktiken‘ bei der Ritenkommission an.“</p>
<p>FUßNOTE 1: ( https://cisanewsafrica.com/2024/05/kenya-archbishop-bert-van-megen-warns-against-inflexible-ideologies-says-the-church-in-europe-is-weakened-the-church-in-africa-ever-stronger/ )</p>
<p>Der Apostolische Nuntius in Kenia und im Südsudan, S.E. Hubertus Maria van Megen, hat vor den Gefahren starrer Ideologien sowohl in der Kirche als auch in der Welt insgesamt gewarnt. Er hob hervor, wie solche Starrheit und Säkularismus dazu geführt haben, dass die tiefgründigen Lehren des Glaubens vernachlässigt wurden, und wie sie die Fähigkeit der Kirche beeinträchtigt haben, sich in den Komplexitäten der modernen Gesellschaft zurechtzufinden und dabei ihren grundlegenden Überzeugungen treu zu bleiben.</p>
<p>S.E. Hubertus Maria van Megen, Apostolischer Nuntius in Kenia und im Südsudan.<br />
In seiner Predigt anlässlich der Bischofsweihe von Bischof John Kiplimo Lelei am 25. Mai in Eldoret erklärte der päpstliche Diplomat, dass es der heutigen Gesellschaft schwerfalle, die Lehren der Kirche – die Lehren Christi – anzunehmen, da diese Lehren ihren Wünschen und Bedürfnissen zuwiderliefen.<br />
„Unsere Gesellschaft empfindet das Ideal, das Christus lehrt und lebt, als für normale Menschen unerreichbar und sollte es daher ablehnen, da es die Menschen in ihrer Freiheit einschränkt und sie an Erwartungen fesselt, die sie niemals erfüllen können“, erklärte er und fügte hinzu: „Die Lehren der Kirche, so die Argumentation, schränken die Freiheit des Menschen ein und sollten daher abgelehnt oder sogar verboten werden.“</p>
<p>Der aus den Niederlanden stammende Nuntius forderte die Gläubigen auf, aus den Fehlern der westlichen Gesellschaft zu lernen, die seiner Meinung nach ein eklatantes Beispiel dafür seien, was eine Abkehr von den Lehren Christi für eine Gesellschaft und die Kirche bedeute.<br />
Er sagte, die „Denkweise“ der westlichen Gesellschaft habe zu sozialer Zersplitterung, einer Kultur des Materialismus und Konsumdenkens sowie zu geistiger Blindheit geführt, wodurch die Menschen den Kontakt zu ihrem angeborenen Sinn für Moral und Gewissen verloren hätten.<br />
„In der westlichen Gesellschaft sehen wir deutlich, zu welcher Verirrung diese Denkweise führt. Wenn wir versuchen, die Lehren Christi an die Schwäche des Menschen anzupassen, rutschen wir unweigerlich immer tiefer in den Abgrund. Die Lehren der westlichen Gesellschaft zu Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie sind klare Symptome einer Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat und hilflos auf dem stürmischen Meer menschlicher Begierden treibt, in jeder Hinsicht erschüttert und geschwächt“, erklärte er.<br />
Er führte aus: „Es ist für jeden offensichtlich, wie der Westen, eine säkulare Gesellschaft, seine Kraft verloren hat und immer selbstbezogener wird. Einst ein Licht für die Völker, hat sie nun ihre Lampe unter den Scheffel gestellt. Ihr Licht wird immer schwächer. Wie der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Ambongo, vor einigen Monaten sagte: ‚Die Kirche in Afrika wurde immer als Tochter der Kirche in Europa betrachtet. Doch nun kann man sie aus gutem Grund als Schwesterkirchen bezeichnen.‘ Die Kirche in Europa ist geschwächt, die Kirche in Afrika immer stärker.“</p>
<p>Erzbischof van Megen betonte, dass <em>die Lehren Christi unverzichtbar seien und dass sie der einzige akzeptable Maßstab für alle Menschen seien,</em> „so wie der Kompass das einzige verlässliche und unverzichtbare Instrument für einen Kapitän ist, der seinen Weg durch die dunklen und stürmischen Meere findet (Leo Tolstoi).“</p>
<p>Kommentar von Christian Modehn: Wenn, so Bischof van Megen,  <em>die Lehren Christi unverzichtbar seien und dass sie <strong>der einzige akzeptable Maßstab für alle Menschen seien</strong>, dann ist damit heftigster Fundamentalismus gesagt. Man tausche nur &#8222;die Lehren Christi&#8220; mit &#8222;den Lehren des Koran&#8220; aus&#8230; </em><br />
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)</p>
<p>Am 15.5.2026 ergänzt: Nuntius van Megen ist offenbar eng mit dem reaktionären Kardinal von Utrecht, Wim Eijk, befreundet, über die Reflexionen des Kardinal zur Homosexualität siehe aktuell:<a href="https://katholisch.de/artikel/68598-kardinal-zu-synoden-bericht-versuch-morallehre-zu-schwaechen">LINK </a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21877_21877_aktuelles">Der neue päpstliche Botschafter in Berlin, der Niederländer Bert van Megen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bittgebete: Unsinn &#8230; und gelegentlich Sinn: Über Beten als Poesie.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/21703_bittgebete-unsinn-und-gelegentlich-sinn-ueber-beten-als-poesie_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 20:25:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Beten ist Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Bittgebete sind sinnlos.]]></category>
		<category><![CDATA[Bittgebete sind sinnvoll]]></category>
		<category><![CDATA[Bittgebete und Aberglauben]]></category>
		<category><![CDATA[die Kirche setzt auf Aberglauben]]></category>
		<category><![CDATA[sich vom Göttlichen geborgen wissen]]></category>
		<category><![CDATA[was sind Bittgebete?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=21703</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bittgebete verstehen. Sie sind meist unsinnig, manchmal noch hilfreich! Ein Hinweis von Christian Modehn am 1. März 2026 Vorwort: Beten ist eine persönliche Poesie inmitten des Lebens und Leidens. Und Bitt &#8211; Gebete können hilfreich sein, wenn ich mich meiner persönlichen Poesie vergewissere, einer Poesie, die in aller Vielfalt den tragenden Sinns des Lebens und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21703_bittgebete-unsinn-und-gelegentlich-sinn-ueber-beten-als-poesie_religionskritik">Bittgebete: Unsinn &#8230; und gelegentlich Sinn: Über Beten als Poesie.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bittgebete verstehen. Sie sind meist unsinnig, manchmal noch hilfreich!</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 1. März 2026</p>
<p>Vorwort:<br />
Beten ist eine persönliche Poesie inmitten des Lebens und Leidens. Und Bitt &#8211; Gebete können hilfreich sein, wenn ich mich meiner persönlichen Poesie vergewissere, einer Poesie, die in aller Vielfalt den tragenden Sinns des Lebens und Sterbens in Worte fasst. Dieser bergende Sinn ist für christlich orientierte Menschen eine göttliche Wirklichkeit: „Die gute, wunderbare, ewige Wirklichkeit, in der wir geborgen sind“, um an Dietrich Bonhoeffers Satz &#8211; leicht variierend- zu erinnern. Aber: Bittgebete sind niemals Wundermittel.</p>
<p>1.<br />
Es wird jetzt, wie immer in Krisen-Kriegszeiten, offenbar viel gebetet, viele Aufforderungen zum Bittgebet werden, von den religiösen „Führern“, dem Klerus, als hilfreich empfohlen. Papst Leo redet ständig von Bittgebeten. Er meint wohl, nach uralter „klassischer“ Spiritualität, Gott als „Person“ im Himmel förmlich „bestürmen“ zu können mit unseren auch politischen Wünschen. Wie Gott im Himmel dann die eingehenden unterschiedlichen Wünsche koordiniert, d.h.&#8220;erfüllt&#8220;, wissen die Frommen mit ihrer ganz unterschiedlichen Wunschliste natürlich nicht. Und niemand kann das wissen. Das heißt: Die frommen Bittenden glauben eigentlich selbst nicht daran, dass ihre Wünsche erfüllt werden. Sie gehen dann mit den immer wiederkehrenden Enttäuschungen relativ gelassen um: Es ist wie beim Lotto-Spiel: Niemand ist erschüttert, wenn er auch diesmal nicht die richtigen sechs Zahlen getippt hat. „Dann halt beim nächsten Mal.“ Und es wird weiter um Frieden gebetet. Beten und Bitten kann gedankenlos werden…</p>
<p>2.<br />
Das Bild eines allmächtigen und allwissenden Gottes im Himmel, der je nach Laune ins Weltgeschehen eingreift und plötzlich aus einem Kriegsverbrecher einen Pazifisten macht, dieses Gottes &#8211; Bild ist verstaubt und vergangen. Es macht aus dem Unendlichen und Ewigen förmlich einen Hampelmann, der sich abhängig macht von den jeweiligen Launen der Frommen: Fromme Russen beten für Putins Sieg, fromme Europäer beten zurecht für die Menschen in der Ukraine und die Niederlage Putins. Mein Gott, möchte man sagen, was soll Gott da alles erhören und richtig stellen, was Menschen in ihrer Freiheit zerstören.</p>
<p>3.<br />
Bittgebete sind oft auch Ausdruck existentieller Hilflosigkeit. Aber diese Hilflosigkeit inmitten von Kriegen ist von Menschen verursacht, nicht von Gott im Himmel. <em>Eine schöpferische göttliche Wirklichkeit hat die Menschen als freie Menschen erschaffen, das heißt mit Vernunft ausgestattet. Nur so können Menschen ihr Leben gestalten, sich aber auch aufgrund der Freiheit unsinnig und kriegerisch zerstörend austoben.</em> Kriege sind Ausdruck von Freiheit. Wenn die Menschen, die Bürger aufpassen würden, könnten sie Kriegsherren wie Putin, Trump usw. doch wohl verhindern oder früh genug absetzen…<br />
Das ist der Preis der Freiheit… Aber sind Menschen als Menschen denkbar, wenn sie unfrei wären?</p>
<p>4.<br />
Und nun beten auch die Führer der US-Evangelikalen erwartungsgemäß wieder mal für ihren Führer und mit ihrem Führer Donald Trump, sie beteten vor laufender Kamera am 5. März 2026 für das Wohlbefinden der US Truppen und den Sieg der US Streitkräfte im Iran. Für das Leiden der „einfachen Menschen“ im Iran, im Libanon, in Israel usw. beteten sie explizit wohl nicht, diese Menschen sind als Opfer der Kriege doch nur „Kollateralschäden“, wie es in der Sprachen der Krieger heißt. LINK</p>
<p>5.<br />
Beten für den Frieden kann nur bedeuten: Nachdenken, wie Frieden wieder möglich wird. Ausbildung zum Frieden und Lernen des gewaltfreien Widerstandes in den Gemeinden weltweit muss man als zentrale christliche Aufgabe verstehen. Diese ständige Arbeit am Frieden sollte auch ein Papst lehren und vorleben. Der Papst betet und bittet … und formuliert permanent sympathische diplomatische Friedens &#8211; Forderungen, oft verbrauchte Floskeln, als Chef des Staates Vatikan, genannt Heiliger Stuhl. Diesen „Heiligen Stuhl“ respektieren die meisten Diplomaten mit freundlichem Lächeln, aber dieser „Stuhl“ steht den Mächtigen immer nur im Wege, wenn sie ihre kriegerischen Untaten begehen. Kurz gesagt: Der Papst kann sich politisch nicht mehr durchsetzen, das Mittelalter ist vorbei. Ob der Papst als Papst das weiß? Als Papst müßte er sich um Wichtigeres kümmern: Christen zu Aktivisten des Friedens und der gewaltfreien Aktion ausbilden…<br />
Die internationale katholische Friedensbewegung „PAX Christi“ hat in der Kirche einen marginalen Status, „Pax Christi“ gilt als eine Versammlung von Utopisten… und Spinnern.</p>
<p>6.<br />
Wenn wir Bittgebete sprechen oder Bittgebete anderer uns berühren, dann sollten wir aufmerken: Was kann ich, was können wir tun, um aus dem konkreten Elend herauszufinden? <em>Bittgebete sind Aufrufe zur Reflexion, zur Selbstreflexion wie zum Nachdenken der vielen, die einen Hilferuf als Bitte, als Bittgebet, hören.</em></p>
<p>7.<br />
Manches Leid und viele Leiden lassen sich nicht &#8211; zumal bei Krankheiten oder im Erleben von Naturkatastrophen &#8211; überwinden oder aufheben. In solchen Situationen haben Bittgebete vielleicht eine heilende Wirkung und Bedeutung: Sie erinnern die Bittenden, die Christen zumal, an die eine, alles entscheidende Basis (!) ihres Glaubens: Gott ist der tragende, der gründende Sinn im Leben, trotz allem. Gott oder die schöpferische Kraft ist „die gute Macht, in der wir Menschen uns geborgen glauben“, wie es Dietrich Bonhoeffer ähnlich formulierte. Das heißt: Der Christ weiß, dass er immer von Gott behütet ist, da braucht er nicht dieses oder jenes von Gott zu erflehen. Der Christ soll handeln &#8211; zugunsten des Friedens, der universellen Gerechtigkeit. Und nicht so viel Beten. Seine poetischen Talente kann der Christ auch anderweitig ausprobieren…</p>
<p>8.<br />
Wann könnte trotzdem ein Bittgebet als meine Poesie sinnvoll und hilfreich sein? Wenn wir die Gewissheit haben: Alles droht unterzugehen, Humanität droht zerstört zu werden und mein Leben und unser Leben ist am Kipppunkt, also christlich gesprochen am Übergang in eine andere Wirklichkeit ohne leibliches Dasein. Also: Unter solchen Bedingungen können Bittgebete als Poesie hilfreich sein. Sie vergewissern den einzelnen seiner Verbundenheit mit dem Ewigen, das Neue Testament oder auch Meister Eckart und Hegel würden sagen: <em>Sie geben dem einzelnen die Gewissheit, mit dem göttlichen Geist, dem ewigen Geist des Ewigen, verbunden zu bleiben. D</em>as Bittgebet als persönliche Poesie hat also auch in einem neuen, vernünftigen theologischen und religionsphilosophischen Verständnis eine begrenzte, hilfreiche Bedeutung. <em>Bittgebet, so verstanden, führt in eine Form von bleibender Geborgenheit, als Hoffnung über den Tod hinaus. Aber Hoffnung bedeutet immer: Handeln im Sinne der universellen Gerechtigkeit.</em></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21703_bittgebete-unsinn-und-gelegentlich-sinn-ueber-beten-als-poesie_religionskritik">Bittgebete: Unsinn &#8230; und gelegentlich Sinn: Über Beten als Poesie.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>„Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist jetzt eine Putin-Sekte“ (Serguei Tchapnin)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/21573_die-russisch-orthodoxe-kirche-ist-jetzt-eine-putin-sekte-serguei-tchapnine_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 19:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Patriach von Moskau: Kyrill I.]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Mission der Russisch-orthodoxen Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Generalsekretär des Ökumensichen Rates in Genf stammt aus Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Guillaume Lancereau]]></category>
		<category><![CDATA[le grand continent Zeitschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumenischer Rat der Kirchen trennt sich nicht von Kyrill I.]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumenischer Rat ÖRK will Rusisch-orthodoxe Kirche NICHT aus ÖRK entfernen]]></category>
		<category><![CDATA[Pastor Jerry Pittay aus Südafrika Generalsekretär ÖRK]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarch Kyrill I. ist ein Kriegstreiber auch 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarch Kyrill von Moskau war KGB Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch orthodoxe gegen Patriarch Bartholomäus]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch-orthodoxe Kirche jetzt eine Putin Sekte]]></category>
		<category><![CDATA[Serguei Tchapnin]]></category>
		<category><![CDATA[Verbindung Patriarch Kyrill I. und Generalsekretär Jerry Pillay]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serguei Tchapnin, Kenner des Russischen Kirche unter Patriarch Kyrill I. Führung, betont: „Die heutige orthodoxe Kirche, wie sie von Patriarch Kyrill, Wladimir Putin und nun auch vom Auslandsgeheimdienst geprägt wird, ist nichts weiter als eine Art vulgäre para-religiöse Sekte [...], deren wesentliche Funktion darin besteht, die nationalen und internationalen Interessen des russischen Staates auf unglaublich primitive Weise zu verteidigen. Was heute als russisch-orthodoxe Kirche bezeichnet wird, ist nicht mehr in der Lage, die orthodoxe Tradition als solche zu bewahren. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass sie im Wesentlichen erklärt, nicht mehr zur christlichen Welt zu gehören...Es könnte geprüft und veröffentlicht werden, welche führenden Personen im ÖRK in Genf ein so starkes Interesse haben, dass dieser Patriarch und seine allmählich zur Sekte Putins verkommene Kirche noch immer offizielles Mitglied im ÖRK ist."</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21573_die-russisch-orthodoxe-kirche-ist-jetzt-eine-putin-sekte-serguei-tchapnine_befreiung">„Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist jetzt eine Putin-Sekte“ (Serguei Tchapnin)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und: Die entscheidende Frage: Warum ist diese „Sekte Putins“ bis heute Mitglied im „Ökumenischen Rat der Kirchen“ in Genf?</p>
<p><em>Ein Hinweis von Christian Modehn am 8.2.2026</em></p>
<p><em>Ergänzung am 12.2.2026</em>: Kardinal Marx von München hat den Patriarchen Kyrill I. von Moskau als Häretiker, also als Irrlehrer, bezeichnet, und zwar im Umfeld der Sicherheitskonferenz in München. <a href="https://katholisch.de/artikel/67228-kardinal-marx-wirft-russischem-patriarchen-kyrill-haeresie-vor">LINK</a>.</p>
<p>Der ökumenische &#8222;Weltrat der Kirchen in Genf&#8220; hat sich zu diesem Schritt, zur Erklärung der Häresie des Patriarchen, nicht durchringen können. Warum wohl? Der Versuch einer Antwort in diesem Hinweis!</p>
<p>Auch in Russland selbst gibt es offenbar niemanden, der es wagt, Kyrill I. als Häretiker aus der angeblich rechtgläubigen (&#8222;Russisch-Orthodoxen&#8220;) Kirchengemeinschaft auszuschließen. Dies wäre wichtig, um einem Kriegstreiber jegliches Ansehen abzusprechen. Und vielleichrt auch dessen riesiges Finanz-Vermögen in Westeuropa mindestens einzufrieren&#8230;</p>
<p><em>Am 8.2.2026 veröffentlicht: </em></p>
<p>1.<br />
Die Zeitschrift „Le Grand Continent“ (aus dem bekannten, angesehenen Gallimard-Verlag, Paris) bietet erneut eine kritische Studie über den Zustand der Russisch-Orthodoxen Kirche unter der Herrschaft des Patriarchen Kyril I.. (bürgerlicher Name: Vladimir Goundiaïev)<br />
Autor ist der Historiker Guillaume Lancereau, veröffentlicht wurde sein Beitrag am 31.1.2026. <a href="https://legrandcontinent.eu/fr/2026/01/31/antechrist-en-soutane-le-patriarche-kirill-sattaque-aux-eglises-orthodoxes-non-russes/">LINK</a></p>
<p>2.<br />
Der Politologe und Historiker Guillaume Lancereau dokumentiert zunächst neueste Ergebenheits-Bekundungen Kyrills zur Putin-Herrschaft: “In seiner Predigt zur Epiphanie, gesprochen am 19.1.2026 in der &#8222;Kathedrale der Theophanie“ von Jelochovo (Moskau) sagte Kyrill: `Wir haben das Glück in einer Zeit zu leben, wo der Staatschef sich als orthodoxer, aufrichtiger Glaubender zeigt, er ist ein orthodoxer Führer, nicht aus Gründen des äußerlichen Protokolls, sondern wegen seiner tiefen Überzeugung: Es ist Vladmirir Vladimorowitch (Putin). Das alles bezeugt tatsächlich, dass ein Wunder Gottes sich ereignet hat. Durch das Gebet der Heiligen, der Marytrer, der Bekenner hat sich die Gnade Gottes über unserem Land gezeigt, das einst vom Atheismus gequält wurde`.“ (Übersetzung CM).<br />
Das schwadroniert Patriarch Kyrill I., der einst unter der atheistischen Sowjetherrschaft Mitglied des KGB war (Sein Codename war „Michailow“) wie sein hoch geschätzter KGB-Kollege und jetzige Präsident Putin…</p>
<p>3.<br />
Guillaume Lancereau weist in seinem Beitrag erneut darauf hin, dass diese Ergebenheit des Patriarchen gegenüber Putin seit langem öffentlich weltweit bekannt ist: Seit 2022 hat Kyrill etwa die „Spezialoperation“ (den Krieg Russlands gegen die Ukraine) sozusagen heilig gesprochen.<br />
Am 7.Januar 2026 hat Putin eine Ansprache anläßlich des orthodoxen Osterfestes gehalten: „Sehr oft nennen wir den Herrn unseren Erlöser, denn er ist auf die Erde gekommen, um die die Gesamtheit der Menschheit zu retten.Und genau diese Mission ist es, die unter dem Mandat des Herrn die Krieger führen, die Krieger Russlands: Sie verteidigen die Nation und ihre Bewohner, retten das Vaterland und die Russen.“ (Übersetzung CM). Es fällt natürlich auf, dass Putin nicht etwa Jesus Christus namentlich als „den Herrn“ erwähnt, sondern nur allgemein von „dem Herrn“ spricht… dies weckt die Vorstellung, Putin sei eigentlich„der Herr“ heute“, der Erlöser der Menschheit!</p>
<p>4.<br />
Der Beitrag Guillaume Lancereaus in „Le Grand Continent“ aus dem Gallimard Verlag, Paris, weist auch hin auf Serguei Tchapnin, einst enger Mitarbeiter des Patriarchates in Moskau, 2015 aber von Kyrill entlassen wegen, diplomatisch verschleiernd von Kyrill formuliert, „ungeeigneter Meinungen“.<br />
Nun arbeitet Serguei Tchapnine kritisch über die russische Orthodoxie von den USA aus. „Von der Fordham University aus, einer US-amerikanischen Hochschule der Jesuiten, unterzeichnete Tschapnin als einer der ersten den Aufruf zum Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen vom 23. Juli 2022, so wikipedia über Serguei Tchapnine, gelesen am 7.2.2026. Siehe auch zur Entlassung Tchapnine durch Kyrill I: <a href="https://rgow.eu/news/patriarch-kirill-entlaesst-prominente-mitarbeiter">LINK</a></p>
<p>5.<br />
Serguei Tchapnin, der Kenner des Russischen Kirche unter Kyrills I. Führung, betont: „Die heutige orthodoxe Kirche, wie sie von Patriarch Kyrill, Wladimir Putin und nun auch vom Auslandsgeheimdienst geprägt wird, ist nichts weiter als eine Art vulgäre para-religiöse Sekte [&#8230;], deren wesentliche Funktion darin besteht, die nationalen und internationalen Interessen des russischen Staates auf unglaublich primitive Weise zu verteidigen. Was heute als russisch-orthodoxe Kirche bezeichnet wird, ist nicht mehr in der Lage, die orthodoxe Tradition als solche zu bewahren. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass sie im Wesentlichen erklärt, nicht mehr zur christlichen Welt zu gehören.“ (deep.com Übersetzung) (Französischer Originaltext Fußnote 1.)</p>
<p>6.<br />
Guillaume Lancereau dokumentiert, wie der Patriarch von Moskau nach wie vor heftigste Attacken führt gegen den Ehrenprimas der Orthodoxie, den Patriarchen Bartholomäus I. von Konstantinopel. Aufgrund der absoluten Nähe und Verbundenheit Kyrills mit Putin betont Guillaume Lancerau: „Die immer offensichtlicher werdende Angleichung des Moskauer Patriarchats an die Strategie des Kremls gefährdet jedoch seine Beziehungen zum Rest der orthodoxen Welt. Zu Beginn des Jahres 2026 scheinen diese einen Bruchpunkt erreicht zu haben.“ (Deepl. Übersetzung). Französischer Originaltext: Fußnote 2.</p>
<p>7.<br />
Am 12.1.2026 veröffentlichte das Patriarchat von Moskau eine besonders heftige Erklärung, berichtet Guillaume Lancereau, „darin wird der Ehrenprimas Bartholomäus als „Antichrist im Priestergewand“ bezeichnet. Die Kritik am Ehrenprimas aller Orthodoxen, Bartholomäus I.,wird politisch um so aktuell bedeutsamer, als nun vom Moskauer Patriarchat behauptet wird: Bartholomäus I. will in den baltischen Staaten die dort noch vorhandene offiziell &#8211; russische Orthodoxie auslöschen. Kyrill behauptet: „Auf die Initiative britischer Geheimdienste hin hat Bartholomäus, der in der Todsünde des Schismas versunken ist, eine gemeinsame Basis mit den Behörden der baltischen Staaten gefunden, um Unruhe in der russisch-orthodoxen Welt zu stiften.“ (Französischer Text Fußnote 3.)<br />
Damit wird von Kyrill I. dem Kriegsherrn Putin eine Art religiöser Grund schon geliefert, doch bitte alsbald auch die baltischen Staaten von den dort agierenden Feinden Russlands zu befreien…</p>
<p>8.<br />
Die kleine noch verbliebene demokratische Welt bemüht sich, durch Sanktionen Putin in seinem Krieg weiter einzuschränken.<br />
Nur eine ziemlich bedeutende Organisation der protestantischen und orthodoxen Kirchen, die sich im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf versammeln, ist überhaupt nicht bereit, Sanktionen gegen ihr russisches Mitglied in dieser Organisation in Genf zu erlassen. Also diesen Kriegshetzer Kyrill I. und seine ihm offenbar total ergebene Kirche aus dem Weltrat ÖRK auszuschließen, selbst wenn das den ÖRK Gesetzen folgend etwas schwer sein sollte. Aber man kann sich hinter juristischen Problemen eines sofortigen Rausschmisses auch verstecken, indem man von Seiten des ÖRK permanent in gleichbleibender Naivität behauptet: Man wolle doch nur den Dialog mit dem Kriegstreiber Kyrill unbedingt fortsetzen. Dabei findet dieser so genannte Dialog mit Kyrill schon seit Jahren statt, der „Dialog“ hat den offenbar Kriegs-Theologen, den Patriarchen von Moskau, nicht zur Vernunft, zur Menschlichkeit, geschweige denn zu einer christlichen Haltung gebracht, die diesen Namen verdient.</p>
<p>9.<br />
Es könnte geprüft und veröffentlicht werden, welche führenden Personen im ÖRK in Genf ein so starkes Interesse haben, dass dieser Patriarch und seine allmählich zur Sekte Putins verkommene Kirche noch immer offizielles Mitglied im ÖRK ist. Die Zahlungen des Russischen Patriarchats für den ÖRK in Genf sind doch wahrlich nicht so bedeutend. Und dass dieser künftige Patriarch, damals noch Erzppriester schon 1961 als KGB Mann im ÖRK in hoher Funktion tätig war, dürfte doch nur noch wenige zu Tränen der Dankbarkeit rühren…</p>
<p>10.<br />
Eine nicht unbegründete Vermutung: Die Vorliebe Putins und Kyrills I. für Südafrika ist dokumentiert. Man kann auch daran erinnern, dass der heutige Generalsekretär des ÖRK, Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay, ein Südafrikaner ist, also vielleicht in einiger gewissen Verbundenheit, Abhängigkeit, zur herrschenden südafrikanischen Politik steht? Zur Mission der Russen in Südafrika: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15995_putin-wird-in-afrika-religioes-unterstuetzt-die-russisch-orthodoxe-kirche-wird-auch-in-suedafrika-aktiv_religionskritik">LINK</a></p>
<p>11.<br />
Dem ÖRK ist offenbar die Treue zu Patriarch Kyrill (dem KGB Priester einst) wichtiger als die entschiedene Parteinahme zugunsten des Ehren &#8211; Primas aller Orthodoxen Bartholomäus I. Auch diese Haltung darf man eine Schande nennen.</p>
<p>12.<br />
Das Verbleiben der Russisch &#8211; orthodoxen Kirche des Patriarchen Kyrill im Ökumenischen Weltrat der Kirchen (ÖRK) in Genf muss eine Schande sein für die Menschen, die auch als Christen die Menschenrechte wichtiger finden als kirchenpolitisch &#8211; diplomatische, ökumenisch verpackte Glaubenslehren. Der Respekt des ÖRK vor dieser angeblich „alt-ehrwürdigen“ russischen Kirche mit ihrer ewigen Treue zum Zaren Imperium oder zu den Zaren des Kommunismus oder zum Zaren und Kriegsherr Putin ist eigentlich problematisch.</p>
<p>13.<br />
Angesichts dieser Tatsache die theologische Frage: Was ist eigentlich alles faul und falsch an dieser sich orthodox nennenden russischen Kirche? Die etliche Jahrzehnte dauernde Mitgliedschaft dieser Kirche (jetzt Sekte) im Ökumenischen Rat der Kirchen hat offenbar keine Reformen, keine theologische Korrektur, bewirkt…was für ein blamables Ergebnis für den ÖRK.</p>
<p>14.</p>
<p>Schon am 23. JUki 2022 haben zahlreiche prominente Wissenschaftler, Theologen, Kirchenmitarbeiter aus aller Welt den &#8222;Ökumenischen Rat der Kirchen&#8220; (ÖRK) aufgefordert, doch bitte die Mitgliedschaft der Russisch &#8211; Orthodoxen Kirche in dieser doch eigentlich angesehenen Organisation ÖRK zu &#8222;suspendieren&#8220;. Die Führungsclique des ÖRK hat dem erwartungsgemäß NICHT entsprochen, bis heute, sie setzt naiv (?, sicher nicht) auf &#8222;Dialog&#8220; mit dem Kriegstreiber dem Patriarchen Kyrill I. Dieser Dialog über all die Jahre hat NICHTS gebracht, trotzdem setzt der ÖRK weiter auf Dialog mit dem ideologisch-theologichen Kriegstreiber Kyrill. Die Frage ist: Wer hatim ÖRK  sooooo ein riesiges Interesse daran, dass dieser Kriegstreiber und seine Kirche in Russland nicht isoliert werden??? Nach einem Sieg der Demokratie in Russland in einigen Jahren kann diese Kirche wieder Mitglied des ÖRK werden..Zum Dokument vom 23. Juli 2022: .<a href="https://www.noek.info/hintergrund/2532-wissenschaftlern-rufen-oerk-zur-suspendierung-der-mitgliedschaft-der-rok-auf">LINK</a></p>
<p>Fußnote 1: „l’Église orthodoxe d’aujourd’hui, telle que la façonnent le patriarche Kirill, Vladimir Poutine et, désormais, le Service de renseignement extérieur, n’est plus qu’une forme de secte parareligieuse assez vulgaire […] dont la fonction essentielle est de défendre les intérêts nationaux et internationaux de l’État russe, d’une manière incroyablement primitive. Ce qu’on appelle aujourd’hui l’Église orthodoxe russe n’est plus capable de préserver la tradition orthodoxe en tant que telle. Qu’est-ce que cela signifie ? Cela signifie qu’elle déclare, en substance, qu’elle n’appartient plus au monde chrétien.“</p>
<p>Fußnote 2: „Mais l’alignement toujours plus manifeste du Patriarcat de Moscou sur la stratégie du Kremlin menace ses relations avec le reste du monde orthodoxe. En ce début d’année 2026, celles-ci semblent avoir atteint un point de rupture.“</p>
<p>Fußnote 3: “Sous leur impulsion, Bartholomée, embourbé dans le péché mortel du schisme, a trouvé un terrain d’entente avec les autorités des États baltes pour jeter le trouble au sein du monde orthodoxe russe.<br />
Avec l’appui de ses alliés idéologiques, à commencer par les nationalistes et les néonazis locaux, il s’applique à arracher les Églises orthodoxes de Lituanie, de Lettonie et d’Estonie au Patriarcat de Moscou en attirant les prêtres et les fidèles vers des structures religieuses artificielles qui ne sont qu’une marionnette entre les mains de Constantinople.“<br />
Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21573_die-russisch-orthodoxe-kirche-ist-jetzt-eine-putin-sekte-serguei-tchapnine_befreiung">„Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist jetzt eine Putin-Sekte“ (Serguei Tchapnin)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Albert Camus: Seine Spiritualität!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/21381_albert-camus_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2026 17:47:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhinweise]]></category>
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		<category><![CDATA[die Spiritualität von Albert Camus]]></category>
		<category><![CDATA[Francois Ozon Film Der Fremde]]></category>
		<category><![CDATA[Meursault]]></category>
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		<category><![CDATA[war Albert Camus Atheist?]]></category>
		<category><![CDATA[was sagt Rupert Neudekc über Camus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die besondere Spiritualität von Albert Camus verdient viel Aufmerksamkeit, zumal anläßlich des Films "Der Fremde" von Francois Ozon. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21381_albert-camus_aktuelles">Albert Camus: Seine Spiritualität!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anläßlich des Films „L`Etranger“, „Der Fremde“, von Francois Ozon, 2025, fragen einige LeserInnen und FreundInnen unseres „Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon“: Habt Ihr etwas über „Camus und die Religion“ oder „Camus und die Spiritualität“ publiziert?<br />
Wir bieten einen Beitrag von 2013, nach wie vor aktuell und inspririerend.</p>
<p><em>Ein Hinweis von Christian Modehn am 4.1.2026</em></p>
<p><em>Albert Camus: Seine Spiritualität.</em><br />
Von Christian Modehn.</p>
<p>Von dem Gott, wie ihn die Kirchen predigen, hielt Albert Camus nichts: Etwa, an den „gerechten Herrscher“, der gleichzeitig noch ein barmherziger Vater sein soll, aber „Kinder leiden lässt“, konnte er nicht glauben.<br />
Gott ist für Camus das göttliche Geheimnis des Lebens. 1954 notiert er in seinem Tagebuch: „Ich glaube nicht an Gott, bin aber kein Atheist“. In der Zeitung „Le Monde“ sagt er zwei Jahre später: „Ich halte das Nichtreligiöse für etwas Vulgäres und Überholtes“.<br />
Camus ist „fromm“ auf seine eigene Art. Gefühle anderer nachzuplappern und abstrakte dogmatische Lehren als die seinigen auszugeben, das liegt ihm fern. Camus ist spirituell, weil er achtsam das Leben des einzelnen Menschen, auch sein eigenes, wahr – nimmt. Definitive Antworten auf den Sinn „des“ Lebens passen für ihn nicht zur begrenzten Vernunft des sterblichen Menschen. Aber der Mensch soll stolz sein, mit seinem Geist der Freiheit den Zwängen dieser Welt doch überlegen zu sein, selbst wenn alle Sterblichen „zum Tode verurteilt sind.“<br />
Solange der Mensch lebt, muss er wie Sisypus den Stein immer wieder den Berg hinauf wälzen. Aber er weiß, wenn der Stein wieder herunter rollt: Ich bin diesem unabwendbaren Geschehen durch die Kraft meines Selbstbewusstseins überlegen. In Freiheit kann ich mein Schicksal annehmen und es für mich gestalten. Die Alternative wäre der Selbstmord, davon spricht Camus ausdrücklich. Aber der Suizid wäre für ihn ein Sieg des Nihilismus, abzulehnen ist vor allem der Verzicht, Nein zu sagen gegenüber allem Widerwärtigen.<br />
Wenn es ein „Wesen“ des Menschen gibt, dann ist es bei Camus dieses Rebellische. „Bleibt kritische Rebellen, aber werdet nie gewalttätige, tötende Revolutionäre“, schärft er ein.<br />
Die Kirchen lernte Camus schon als Jugendlicher in Algerien kennen. Aber sie können sein eigenes Erleben gar nicht deuten. Sie richten im allgemeinen den Blick der Frommen in die ferne Zukunft der Erlösung, den Himmel: „Später wird alles besser“. Für Camus ist diese Haltung den Christen wie den Kommunisten gemeinsam. Beide können den glücklichen Augenblick inmitten des Lebens nicht lieben, nicht bei ihm verweilen, in der Gegenwart leben.<br />
Camus schätzt über alles die Momente des Glücks in einer kontemplativen Haltung. Die kleinen Essays unter dem Titel „Hochzeit des Lichts“ geben Zeugnis davon. Sie sind eine Einladung, inmitten der (noch verbliebenen) Schönheit der Natur das Geheimnis des Lebens zu entdecken: Etwa das Gefühl der Transzendenz, das sich bei einem Sonnenaufgang am Mittel &#8211; Meer ereignet. „Ich lauschte in mir einem fast vergessenen Klang, als finge mein Herz nach langem Stille-Stehen ganz sachte wieder zu klopfen an.“ Selbst Meursault, der durch einen eher lächerlichen Zufall zum Mörder und in Algerien zum Tode verurteilt wird, wie der Roman „Der Fremde“ beschreibt, liebt in seiner Gefängniszelle vor seiner Hinrichtung „die Sterne über dem Gesicht“, „den wunderbaren Frieden dieses schlafenden Sommers“. Meursault öffnet sich „angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne zum ersten Mal der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt.“</p>
<p>Nur in kontemplativer Haltung entwickelt sich das „Bewusstsein vom Heiligen, also vom Geheimnis, das es im Menschen gibt“, sagt Camus, kurz nachdem er den Literaturnobelpreis 1957 erhalten hat.<br />
Die katholische Kirche ist für ihn vor allem an politischen Vorteilen interessiert. Um klerikaler Herrschaft willen werden die Regime Francos, Hitlers, Mussolinis, Pétains unterstützt. Der Gott dieser Herrenmenschen sollte den Menschen tatsächlich „genommen werden“.<br />
Aber Camus weiß, dass es einige „andere Christen“ gibt, Demokraten, Verteidiger der Republik. Mit den Dominikanern in Paris hat Camus &#8211; etwa 1946 &#8211; gern debattiert, dort sagte er: „Ich werde niemals von dem Prinzip ausgehen, dass die christliche Wahrheit illusorisch ist, sondern nur von der Tatsache, dass ich in diese Wahrheit nicht eintreten konnte“ (zit. In „Dictionnaire Albert Camus“, Ed. Laffont, Paris, 2009, S. 140).<br />
Mit dem katholischen Schriftsteller Georges Bernanos ist er seit der Résistance befreundet. Die Päpste fordert er auf, in ihren Enzykliken klipp und klar Unrecht zu benennen. Er will neue Gemeinschaften von Ungläubigen und Gläubigen gestalten; sie sollen gemeinsam für die Gedemütigten und Elenden eintreten. Das ist die neue Ökumene. Im Engagement wird neue spirituelle Kraft spürbar: “Ich rebelliere, also sind wir“! So heißt das paradoxe Glaubens &#8211; Bekenntnis von Albert Camus. Wenige Tage vor der Übergabe des Literatur &#8211; Nobelpreises im Dezember 1957 in Stockholm formulierte er noch einmal seine Spiritualität: „Wie viele andere Menschen von heute bin ich des Mäkelns und der Bosheit, mit einem Wort, des Nihilismus müde. Was zu verurteilen ist, sollte verurteilt werden! Aber kurz und bündig. Was hingegen noch gelobt zu werden verdient, sollte ausführlich gelobt werden. Schließlich bin ich ja deswegen Künstler. Denn selbst das Werk, das verneint, bejaht doch noch indirekt etwas und ehrt auch so das armselige und herrliche Leben, unser Leben.“</p>
<p>Dieser Beitrag erschien 2013 in der Zeitschrift PUBLIK-FORUM.</p>
<p>Siehe auch: Albert Camus &#8211; ein „Atheist aus göttlicher Gnade“ : <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/598_albert-camus-gottlos-aber-kein-atheist_denkbar">LINK</a></p>
<p>„Rupert Neudeck und Albert Camus“: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/7850_rupert-neudeck-und-albert-camus_befreiung">LINK</a></p>
<p>Literaturhinweis:  Unter den Arbeiten Albert Camus` verdient die Übersetzung von „Hochzeit des Lichts“ (übersetzt von Peter Gan und Monique Lang), erschienen im Arche Verlag, Hamburg – Zürich, 2013, besondere Beachtung, zumal im Blick auf das Thema Spiritualität.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21381_albert-camus_aktuelles">Albert Camus: Seine Spiritualität!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn der Papst schreit: Eine aktuelle Bild-Theologie von Francis Bacon.</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/20044_wenn-der-papst-schreit-eine-aktuelle-bild-theologie-von-francis-bacon_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2025 13:54:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildtheologie mit Francis Bacon]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn über Francis Bacon]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn über schreiende Päpste]]></category>
		<category><![CDATA[der "Raum der Tränen" im Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[der neu gewählte Papst schreit]]></category>
		<category><![CDATA[der Papst ist eingezwängt und schreit]]></category>
		<category><![CDATA[der Papst schreit]]></category>
		<category><![CDATA[der weiße Talar des Papstes]]></category>
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		<category><![CDATA[die neue Garderobe der Päpste]]></category>
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		<category><![CDATA[Francis Bacon als Papstkritiker]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Bacon Bildtheologie der Päpste]]></category>
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		<category><![CDATA[Inspiration zum Konklave]]></category>
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		<category><![CDATA[Papst Innozenz X.]]></category>
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		<category><![CDATA[Wieland Schmied über Francis Bacon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor Beginn des Konklaves am 7. Mai 2025 ist es inspirierend, an die Papst Gemälde von Francis Bacon zu erinnern. Er zeigt in seinen etwa 45 Arbeiten zum Thema iimmer wieder einen schreienden Papst. Er schreit, weil er eingezwängt wie in einem Käfig sitzen muss. Der schreiende Papst passt gut in die "Kammer der Tränen", dort zieht sich der neu gewählte Papst ganz allein zurück. Zum Schreien? </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/20044_wenn-der-papst-schreit-eine-aktuelle-bild-theologie-von-francis-bacon_religionskritik">Wenn der Papst schreit: Eine aktuelle Bild-Theologie von Francis Bacon.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis auf die Papst &#8211; Gemälde von Francis Bacon (1909-1992)<br />
Von Christian Modehn am 2.5.2025</p>
<p><em>Wann, wenn nicht jetzt, wenige Tage vor Beginn des Konklaves am 7. Mai 2025, ist es hilfreich und inspirierend, an die Papst Gemälde von Francis Bacon zu erinnern. Er zeigt in seinen etwa 45 Arbeiten zum Thema in verschiedenen Variationen immer wieder (bis zum Jahr 1965) einen und denselben schreienden Papst. Angeregt wurde Bacon zu dieser provokativen Bild &#8211; Theologie durch das berühmte Gemälde von Diego Velazquez, das als kritisches Porträt Papst Innozenz X. darstellt. Das Gemälde entstand 1649/1650. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Portr%C3%A4t_von_Papst_Innozenz_X.">LINK</a>. </em></p>
<p><em>Die Arbeiten Bacons, auch dessen vorbereitenden „Studien“ zu den Papstgemälden, sind über das Internet leicht zu erreichen und ausführlich zu betrachten.(Fußnote 4).</em><br />
<em>Wir bieten nur einige Hinweise zur Bedeutung dieser Arbeiten Bacons.</em></p>
<p>1.<br />
Die Aktualität der Bacon &#8211; Gemälde ist ganz eng mit der <em>„Kammer der Tränen“</em> verbunden, einem kleinen Raum dicht an der Sixtinischen Kapelle, dem Ort der Papstwahl. In diesen Raum zieht sich der gewählte Papst zurück. Dort ist er allein. Unmittelbar nach der Wahl kann er dort seinen Gefühlen ungeschützt und unbeobachtet „freien Lauf lassen“: <em>Er kann weinen, bitten, beten, schreien</em>: Für Francis Bacon ist das Schreien wesentlich: Es ist ein Schreien nicht vor Freude. Sondern: Der Papst weiß sich in der Deutung Bacons förmlich eingezwängt, wie in einen Käfig eingesperrt sitzt er allein da, wie gelähmt und fest fixiert.<br />
Ist die Aussage Bacons nicht sehr treffend angesichts der nur enorm zu nennenden und eigentlich total überfordernden Herausforderungen seines Amtes: Er soll ein „Papa“ für 1,5 Milliarden Katholiken sein in einer zerstrittenen Kirche, zerrissen zwischen „progressiv“ und „konservativ&#8220; und auch „reaktionär“. Er soll auf die Herausforderungen einer friedlosen Welt mit ökologischer Katastrophen und zunehmender sozialer Ungerechtigkeit als Staatsoberhaupt wie als geistlicher Führer (Papst) Weisungen geben und heilen und helfen…</p>
<p>2.<br />
In der „Kammer der Tränen“ (Fotos siehe: Fußnote 1) steht ein rot ausgekleidetes Sofa bereit, um zur Ruhe zu kommen … oder auch erregt, sitzend, liegend, zu schreien. <em>Vor den Augen des gerade gewählten Papstes hängen gut sortiert in verschiedenen Größen seine neuen weißen Gewänder, seine alternativlose Dienstkleidung</em> sozusagen. Das Tragen jeglicher Form von bürgerlicher oder wenigstens moderner klerikaler Kleidung (schwarzer Anzug etc.) steht außerhalb jeglicher Überlegung. Ein Papst in grauem Anzug mit roter Krawatte? Angesichts der totalen Macht der Traditionen und Kleiderordnungen in der Kirche unmöglich.<br />
Die weißen Papstgewänder hängen also in verschiedenen Größen zur Anprobe bereit: Sie zwingen zur Einsicht: Es gibt kein Entkommen mehr. Einst Kardinal, jetzt Papst, an der obersten Spitze einer klerikalen Hierarchie, die sogar noch als göttliche Stiftung gilt. Angesichts dieser Last, dieser Fixierung auf Traditionen und Dogmen, ist Schreien Ausdruck von Erschütterung und Verzweiflung.</p>
<p>3.<br />
Der Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler <em>Wieland Schmied</em> hat in seiner großen Studie „Francis Bacon“ (1985, bei Frölich und Kaufmann) viele Details zu Bacons Papstbildern (auch in der Beziehung auf Velazquez) mitgeteilt. Und Schmied zeigt: <em>Es geht Bacons um eine fundamentale Kritik am Papst und am Papsttum</em>. In Bacons Papstporträts sieht Schmied durchaus den Ausdruck von „Aggression, Wut und Hass“ (S. 12). „Der eigentliche Kampf Bacons gilt dem Weltbild von Velazquez. Bacon richtet sich gegen dessen Vision des Papstes. Er richtet sich gegen die hierarchische Weltordnung, für die dieser Papst steht“ (ebd.). Also gegen die unantastbare geistliche Autorität, gegen das festgelegte Weltbild, „das Bacon als ungültig und unwahr empfindet“ (ebd.). Wieland Schmied schreibt: „Bacon rüttelt am Weltgebäude, wie es uns die Kirche und die großen Maler in ihrem Auftrag überliefert haben. Aber der Papst (in Bacons Gemälden) wehrt sich gegen den Einsturz der alten Weltordnung. Der Papst Bacons schreit, grimassiert, klammert sich an seinen Thron, er erhebt die Faust , er schlägt zurück“. (S. 14). Der Papst bleibt in der Deutung Bacons trotzdem wie ein Gefangener in einem Käfig sitzen. Er will sich aus dieser Fixiertheit nicht selbst befreien.</p>
<p>4.<br />
Besonders eindrucksvoll sind die drei 1951 entstandenen Gemälde mit dem Titel „Papst I“, „Papst II“, „Papst III“, wobei <em>besonders „Papst II“</em> sehr eindrucksvoll ist., im Buch auf Seite 25 in Farbe wiedergegeben. (Im Internet: Fußnote 2.)</p>
<p>5.<br />
Die Papst &#8211; Gemälde von Francis Bacon zeigen eine andere Seite, vielleicht die entscheidende des Papstes und des Papsttums im ganzen: <em>Dieses Amt wurde geschaffen, um die geistliche Macht des Katholizismus über alles in dieser Welt zu etablieren.</em> Der große reaktionäre Verteidiger des Papsttums Joseph de Maistre (1753-1821) hat in seinen apologetischen Publikationen zum Papsttum betont: „Immer muss EINER sein, dem nicht gesagt werden kann: Du hast geirrt.“ (Fußnote 3). Dieser EINE Irrtumslose ist für de Maistre der Papst: Er ist der „institionalisierte Ausdruck des Absoluten“, wie Martin Burkhard im Vorwort des Buches schreibt: De Maistre wollte die Welt von der Notwendigkeit der Herrschaft des Papsttums überzeugen… viele seiner Argumente fürs Papsttum wirken bis heute in katholischen Kreisen. An die Abschaffung dieser Form des Papsttums denkt niemand. Im offiziellen Katechismus der katholischen Kirche (1993) hat der „Papst als Stellvertreter Christi“ „die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche, die er immer frei ausüben kann“ (§ 882).<br />
Angesichts dieser Allmacht lassen wir also auch den künftigen Papst in der „Kammer der Tränen“ schreien. <em>Aber Kopien der Papst &#8211; Gemälde von Francis Bacon werden diese „Kammer der Tränen“ gewiss nicht „verzieren“.</em></p>
<p>6.</p>
<p>Am 14.4.2022 hat Christian Modehn einen Beitrag veröffentlich, in dem für öffentliche &#8222;Räume, wo wir schreien können&#8220; plädiert wird, Schreien als Therapie in Wut und Verzweiflung &#8230; über die Welt, die Kirchen. Leer stehende Kirchengebäude würden sich dafür in den Städten anbieten oder auch in renovierten, aber ebenfalls kaum noch genutzten Dorfkirchen in Brandenburg, Mecklenburg usw.. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10099_raeume-wo-wir-schreien-koennen_befreiung">LINK</a>:</p>
<p>Fußnote 1: https://popeemeritus.wordpress.com/2013/03/13/sala-delle-lacrime-room-of-tears-vatican-raum-der-tranen-vatikan-www-popeemer-com/</p>
<p>Fußnote 2.  Das Gemälde „Pope II“: https://www.kuma.art/de/francis-bacon-pope-ii</p>
<p>Fußnote 3: Joseph de Maistre, „Vom Papst. Ausgewählte Texte“, Semele Verlag Berlin, 2007, S. 195.</p>
<p>Fußnote 4: <a href="https://www.google.com/search?q=francis%20bacon%20pope%20paintings&amp;udm=2&amp;sa=X&amp;ved=0CB4QtI8BahcKEwio75GtrYeNAxUAAAAAHQAAAAAQBw&amp;biw=1736&amp;bih=1002&amp;dpr=2">LINK </a> zu den Papstgemälden Bacons.</p>
<p><em>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Trump ist Faschist: Erkenntnisse eines französischen Politologen</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/19808_trump-ist-faschist-erkenntnisse-eines-franzoesischen-politologen_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 21:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[Wiederkehr des Faschismus in den USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=19808</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Meinung des Politologen Prof. Audoin - Rouzeau (Paris) nach erleben wir die Entstehung eines amerikanischen Faschismus, der an der Schwelle zwischen Trumps erster und zweiter Amtszeit aufgetreten ist. Es ist ein spezifischer Faschismus, auch wenn er viele Ähnlichkeiten mit dem historischen Faschismus aufweist. Die Schwierigkeit, eine solche Diagnose zu stellen, ist die Inkohärenz von Donald Trumps Positionen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19808_trump-ist-faschist-erkenntnisse-eines-franzoesischen-politologen_befreiung">Trump ist Faschist: Erkenntnisse eines französischen Politologen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus einem Interview mit dem Politologen, Prof. Stéphane Audoin-Rouzeau, (S.A.-R.), Paris,  in der Pariser Tageszeitung „La Croix“, am 6.3.2025.  <a href="https://www.la-croix.com/culture/stephane-audoin-rouzeau-comme-en-1938-un-conflit-n-est-pas-encore-certain-20250306"> LINK</a><br />
</em></p>
<p><span class=" fc-falcon">Stéphane Audoin-Rouzeau (* 1955) ist ein französischer Historiker und Direktor des Centre d’études sociologiques et politiques Raymond Aron in Paris.  </span></p>
<p><em> Am 16.3.2025 notiert: </em>Angesichts der Rücknahme der Bestimmungen zum Schutz der Umwelt und zur Begrenzung des Klimawandels durch Trump wird die Erkenntnis evident: Trump und sein Regime ignorieren den Schutz des Lebens der Bevölkerung zugunsten der Profite von Großunternehmen. Wie nennt man eine solche inhume Haltung?  Wie lange läßt sich die Bevölkerung der USA diese Verbrechen einer &#8222;demokratisch&#8220; gewählten, aber jetzt diktatorisch agierenden Regierung bieten?</p>
<p><em>Am 14.3.2025 notiert:</em> Trump einen Faschisten zu nennen, ist sicher gewagt, wenn man &#8222;globalen Einordnungen&#8220; von Politikern kritisch gegenübersteht .Aber die &#8222;Einordnung&#8220; ist jetzt nötig, um auf den äußerst verstörenden und äußerst gefährlichen Charakter der Politik von Mister Trump aufmerksam zu machen. Dabei ist klar, dass es Differenzen in den historischen Formen des Faschismus gibt, aber eben auch bleibende Gemeinsamkeiten. Wie Europa mit einem Faschisten Trump umgeht, ist eine Art Balanceakt. Unterwürdigkeit unter diesen All-Herrscher wäre die falsche Antwort. Einzig ein starkes Anti-Trump-Europa ist die Antwort.</p>
<p><em>Am 2.4.2025 notiert:</em> Auch ein us-amerikanischer Philosoph hält Trump für einen Faschisten:  Der Philosophieprofessor Jason Stanley, Yale- University, verläßt die Trump &#8211; USA Richtung Kanada. Jason Stanley hält das Regime Trumps für  klar faschistisch: Aus einem Interview mit spiegel.de am 30. 3.2025 von Tobias Rapp: <a href="https://www.spiegel.de/kultur/faschismus-forscher-stanley-ueber-trump-und-seinen-abschied-von-yale-es-ist-erst-der-anfang-a-29a1ab6a-7b22-4c15-9b2e-fb00b3001693">LINK</a></p>
<p>SPIEGEL: Ihr Buch »Wie Faschismus funktioniert« ist im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienen. Würden Sie die Regierung von Donald Trump so beschreiben: als faschistisch?</p>
<p>Stanley: Die große Faschismus-Debatte tobt nun schon seit Jahren, und ich kenne niemanden, der sich mit dem Thema beschäftigt, der nicht sagen würde: Es ist Faschismus. Alle Kriterien treffen zu. Es gibt die Verklärung der Vergangenheit, die Betonung des Wir-gegen-die, die Kultur der Lüge, das Verdammen von Komplexität, den Glaube an Hierarchien, die Feier einer Ordnung, die von oben festgelegt wird. Es ist alles da.  <a href="https://www.spiegel.de/kultur/faschismus-forscher-stanley-ueber-trump-und-seinen-abschied-von-yale-es-ist-erst-der-anfang-a-29a1ab6a-7b22-4c15-9b2e-fb00b3001693">LINK</a></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p><strong><em>Frage an Prof. Audoin-Rouzeau:</em> </strong><em>Um den Trumpismus, der die Ukraine in die Enge treibt, zu analysieren, bringen Sie den Begriff „Faschismus“ vor. Warum?</em></p>
<p>S. A.-R.: Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich mit diesem Begriff nicht allein bin, er findet sich beispielsweise bei dem großen amerikanischen Historiker Robert Paxton. In den letzten 40 Jahren wurde die Bezeichnung „faschistisch“ immer häufiger gegenüber der extremen Rechten und manchmal sogar gegenüber radikalen Konservativen verwendet und hat sich dadurch abgeschwächt. Doch abgesehen von dieser polemischen Verwendung gibt es eine Einzigartigkeit des Faschismus, die ihn unwiderruflich von anderen Formen der extremen Rechten unterscheidet: seine subversive und revolutionäre Dimension, insbesondere in seiner Anfangszeit. Dies gilt sowohl für den italienischen Faschismus als auch für seine nationalsozialistische Mutation.<br />
Und genau das ist es, was wir derzeit jenseits des Atlantiks am Werk sehen. „<em>Trump 2“ begann bereits während des Wahlkampfs und sogar im Januar 2021 mit dem Sturm auf das Kapitol, der sein Potenzial für Gewalt und sogar ‚Putschismus‘ zeigte. Zwei Monate nach seinem Einzug ins Weiße Haus hat Donald Trump bereits die internationale Ordnung unterwandert, sowohl durch seine imperialistische und eroberungssüchtige Rhetorik als auch durch seine jüngste Umkehrung der Bündnisse. Auf nationaler Ebene hat er die Institutionen unterwandert und sicher geglaubte gesellschaftliche Entwicklungen umgestoßen.</em></p>
<p><em>Frage:</em> Welche weiteren Merkmale begründen Ihrer Meinung nach die Bezeichnung „faschistisch“?</p>
<p>S. A.-R.: Eine beträchtliche Aggressivität und Gewalt, die Existenz eines Anführers und eines Eifers um ihn herum, die spektakuläre politische Dramaturgie, wie als Donald Trump am Tag seiner Amtseinführung die Dekrete öffentlich unterzeichnete. Und die während seiner Kampagne verwendete Formel, dass illegale Einwanderer in den USA „das amerikanische Blut infizieren“ würden. Diesen Rassismus in seiner biologischen Version dachten wir, dass er 1945 verschwunden sei.<br />
Drei weitere Elemente scheinen mir den Vergleich mit den historischen Faschismen zu stützen. Zunächst die Subversion der Sprache, die Victor Klemperer für den Nationalsozialismus analysiert hatte. Es entsteht ein trumpscher Diskurs, in dem die Wahrheit keine Rolle mehr spielt, in dem bestimmte Wörter verboten und andere aus dem Nichts geschaffen werden. Dann die Revolution der Eliten, durch die Ernennung von Trump hörigen und völlig inkompetenten Beamten für die wichtigsten Bundesämter. Und schließlich die Tatsache, dass die amerikanische Gesellschaft derzeit das Gefühl vermittelt, sich wie gelähmt zu ergeben.</p>
<p><em>Frage</em>: Ist das die Rückkehr des Faschismus der 1930er Jahre?<br />
S. A.-R.: <strong>Meiner Meinung nach erleben wir die Entstehung eines amerikanischen Faschismus, der an der Schwelle zwischen Trumps erster und zweiter Amtszeit aufgetreten ist. Es ist ein spezifischer Faschismus, auch wenn er viele Ähnlichkeiten mit dem historischen Faschismus aufweist. Die Schwierigkeit, eine solche Diagnose zu stellen, ist die Inkohärenz von Donald Trumps Positionen.</strong> Vielleicht wird es nie einen kohärenten ideologischen Korpus des Trumpismus geben. Aber vielleicht wird er sich auch strukturieren, insbesondere mit Hilfe von Vizepräsident J. D. Vance, der in München eine sehr klare Rede gehalten hat, oder anderen Ideologen aus seinem Umfeld. Aber in diesem Moment kann man meiner Meinung nach bereits von einem amerikanischen Faschismus sprechen, und das ist natürlich äußerst ernst.</p>
<p><em>Frage:</em> Wie kann uns diese Diagnose in diesem so gefährlichen Moment helfen?<br />
S. A.-R.: <em>Wenn es sich tatsächlich um einen amerikanischen Faschismus handelt, ist es dringend geboten, keine Zeit mehr mit Versuchen zu verschwenden, mit Donald Trump zu diskutieren, ihn zu besänftigen oder gar zu verändern, denn diese Versuche sind zum Scheitern verurteilt.</em> In Krisenzeiten ist es entscheidend, die Situation genau in Worte zu fassen und ihr ins Gesicht zu sehen, nicht nur um sie zu verstehen, sondern auch um zu handeln. Dies ist die Aufgabe von Politikern, Forschern und Journalisten. Auch in Europa müssen wir uns unverzüglich auf eine Diagnose einigen. Wir müssen akzeptieren, wie Charles Péguy betonte, „zu sehen, was man sieht“.</p>
<p>Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)</p>
<p><em>Siehe auch unseren Beitrag zum &#8222;Ewigen Faschismus&#8220;: Einige Thesen von Umberto Eco</em>: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18706_wenn-faschismus-sich-in-deutschland-durchsetzt_befreiung">LINK</a></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>Der französische Text des Interviews mit <em>Prof. Stéphane Audoin-Rouzeau</em>:  „La Croix“, am 6.3.2025.</p>
<p>Pour analyser le trumpisme, qui accule l’Ukraine, vous avancez le terme de « fascisme ». Pourquoi ?<br />
S. A.-R. : Tout d’abord, je voudrais préciser que je ne suis pas seul à employer ce terme, que l’on retrouve par exemple chez le grand historien américain Robert Paxton. À force d’être employé, depuis quarante ans, envers l’extrême droite, et même parfois envers des conservateurs radicaux, le qualificatif « fasciste » s’est affadi. Mais au-delà de cet usage polémique, il existe une singularité du fascisme qui le distingue de manière irréductible d’autres formes d’extrême droite : sa dimension subversive et révolutionnaire, surtout à son début. C’est le cas du fascisme italien, comme de sa mutation nazie.</p>
<p>Et c’est exactement ce que l’on voit à l’œuvre en ce moment outre-Atlantique. « Trump 2 » a commencé dès la campagne électorale, et même en janvier 2021 avec la prise du Capitole qui a montré son potentiel de violence et même de « putschisme ». Deux mois après son accession à la Maison-Blanche, Donald Trump a déjà subverti l’ordre international, par son discours impérialiste et conquérant comme par son renversement récent des alliances. Au niveau national, il a subverti les institutions et renversé des évolutions sociétales que l’on croyait acquises.<br />
Quelles sont les autres caractéristiques qui fondent à vos yeux cette qualification de fasciste ?<br />
S. A.-R. : Une agressivité et une violence considérables, l’existence d’un chef et d’une ferveur autour de lui, la dramaturgie politique spectaculaire, comme lorsque Donald Trump a signé les décrets en public le jour de l’investiture. Et cette formule utilisée durant sa campagne, selon laquelle les immigrés illégaux aux États-Unis « infecteraient le sang américain ». Ce racisme dans sa version biologique, nous pensions qu’il avait disparu en 1945.<br />
Trois autres éléments me semblent soutenir la comparaison avec les fascismes historiques. La subversion de la langue tout d’abord, que Victor Klemperer avait analysée pour le nazisme. Un discours trumpien se met en place, où la vérité n’a plus aucune importance, où certains mots sont interdits, d’autres créés de toutes pièces. La révolution des élites ensuite, par les nominations aux postes fédéraux les plus importants de responsables inféodés à Trump et complètement incompétents. Le fait, enfin, que la société américaine donne pour l’instant le sentiment de se rendre, comme tétanisée.<br />
Est-ce le retour du fascisme des années 1930 ?<br />
S. A.-R. : Nous assistons selon moi à l’émergence d’un fascisme américain, apparu à la charnière entre le premier et le second mandat de Trump. C’est un fascisme spécifique, même s’il a de nombreuses ressemblances avec le fascisme historique. La difficulté pour poser un tel diagnostic, c’est l’incohérence des positions de Donald Trump. Peut-être n’y aura-t-il jamais de corpus idéologique cohérent du trumpisme. Mais peut-être aussi va-t-il se structurer, notamment avec l’aide du vice-président J. D. Vance, qui a tenu un discours très clair à Munich, ou d’autres idéologues de son entourage. Mais à cet instant, je pense que l’on peut déjà parler d’un fascisme américain, et c’est évidemment d’une gravité extrême.<br />
Dans ce moment si dangereux, en quoi ce diagnostic peut-il nous aider ?<br />
S. A.-R. : S’il s’agit bien d’un fascisme américain, il est urgent de ne plus perdre de temps avec des tentatives pour discuter avec Donald Trump, l’amadouer ou encore le faire évoluer, car elles sont vouées à l’échec. En temps de crise, poser des mots exacts sur la situation est crucial, tout comme la regarder en face, non seulement pour la comprendre, mais pour agir. C’est la mission des responsables politiques, des chercheurs et des journalistes. En Europe, il faut aussi que nous nous accordions sur le diagnostic sans tarder. Il faut accepter, comme le soulignait Charles Péguy, « de voir ce que l’on voit ».</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Von der Tiefe in die Stille &#8211; Wege in die Freiheit: Durch Musik!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/19342_von-der-tiefe-in-die-stille-wege-in-die-freiheit-durch-musik_befreiung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2024 11:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Claire M. Singer]]></category>
		<category><![CDATA[die schottische Komponistin Claire M. Singer]]></category>
		<category><![CDATA[die Sprache der Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik der Tiefe und der Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Orgelkomposition Claire M. Singer]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophieren und Musik]]></category>
		<category><![CDATA[SAOR von Claire M. Singer]]></category>
		<category><![CDATA[Thaddeus Herrmann über Claire M. Singer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=19342</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ungewöhnliche neue Klänge der Orgel: Die Komponistin Claire M. Singer. Ein Hinweis von Christian Modehn am 17.12.2024 1. Musik führt ins Nachdenken … eigener Art, Musik erweckt den Geist und ermuntert die Sinne, führt ins Schweigen. Erst dann werden wieder wahre Worte wirklich. Musik ist deswegen unverzichtbar. Aber Musik hat in sich selbst ihren eigenen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19342_von-der-tiefe-in-die-stille-wege-in-die-freiheit-durch-musik_befreiung">Von der Tiefe in die Stille &#8211; Wege in die Freiheit: Durch Musik!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ungewöhnliche neue Klänge der Orgel: Die Komponistin Claire M. Singer.</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 17.12.2024</p>
<p>1.<br />
Musik führt ins Nachdenken … eigener Art, Musik erweckt den Geist und ermuntert die Sinne, führt ins Schweigen. Erst dann werden wieder wahre Worte wirklich. Musik ist deswegen unverzichtbar. Aber Musik hat in sich selbst ihren eigenen Sinn, dient keinem „Nutzen“, keinem greifbaren Zweck. Und auch dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Musik &#8211; auch in der Rolle der ZuhörerInnen &#8211; ist eine Vielfalt von eigenen Sprachen, die wir nicht in die Begriffssprachen übersetzt können. Oder nur in Andeutungen und Metaphern.</p>
<p>2.<br />
Wir empfehlen heute im „Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sch&shy;en Salon Berlin“ das Werk einer Komponistin und Performerin von Orgel &#8211; Musik, es geht um eine Verbindung von klassischen Klängen und elektronischer Musik. Die Orgel &#8211; Komponistin Claire M. Singer (sie spielt auch Cello) lässt sich dabei von ihrer Heimat Schottland inspirieren. Ohne in Klischees zu geraten: Es ist wohl das Erleben dort von dramatisch zu nennenden Landschaftsformen… in einer Natur der Stille und der Widersprüche gleichzeitig. Werden sie sich versöhnen? Musikalisch vielleicht. Und wenn man schon versucht, diese Musik in Worten weiter zu geben: Es werden eher &#8222;Flächen&#8220; präsentiert, also lang andauernde, oft gleichbleibende Klänge, die in Abgründe weisen oder sanft in eine Höhe streben. &#8222;Flächen&#8220;, auf denen sich oft eine Art sanfter Gesang zeigt&#8230;Hoffnungszeichen vielleicht, Wege in die Freiheit auf einem dunklen &#8222;Boden&#8220;, auf &#8222;Flächen&#8220;&#8230;</p>
<p>3.<br />
Claire M. Singer <a href="https://www.clairemsinger.com">LINK</a> hat für ihre Kompositionen (erschienen als CD bei TOUCH Music UK) zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Seit 2012 ist Claire M. Singer Musikdirektorin für Orgel am preisgekrönten Veranstaltungsort Union Chapel in Islington, London.<br />
Sie gründete das Festival „Organ Reframed&#8220; zur Präsentation experimenteller Orgel- Musik.</p>
<p>4.<br />
Wir empfehlen Claire M. Singers CD mit dem Titel „Saor“, ein Wort aus der Irischen Sprache: Es bedeutet &#8222;frei&#8220;.</p>
<p>5.<br />
Thaddeus Herrmann, Redakteur bei DASFILTER,  <a href="http://dasfilter.com">LINK</a> , dem Medium und der Plattform für Kultur und Gesellschaft der Gegenwart, hat eine „Plattenkritik“ verfasst:</p>
<p>„Wie 2023 plötzlich auszuhalten war“<br />
Aus den Ohren, aus dem Sinn. Sechseinhalb Jahre ist es her, seit ich zuletzt über die schottische Komponistin Claire M Singer schrieb. Nun ist seitdem auch tatsächlich wenig von ihr erschienen: „Saor“ ist ihr drittes reguläres Album, dazwischen gab es noch eine EP und eine Compilation mit Stücken, die in der Zwischenzeit purzelten.<br />
„Saor“ ist mein Album des Jahres. Es reißt mich mit wie nichts anderes mich in den vergangenen zwölf Monaten mitgerissen hat. Die Art und Weise der konzertanten Entschleunigung, die Singer in und mit ihrem Orgelspiel entfaltet, war mein Rettungsanker in den vergangenen Monaten, in denen es familiär einiges durchzustehen gab, eine Periode der Vorbereitung auf die nächste Phase in meinem Leben. Das unendliche Glück, das mir persönlich widerfuhr (und anhält) war der eine Kraft gebende Ruhepol, die Stücke auf „Saor“ der andere.<br />
Für Singer markiert „Saor“ den Beginn einer Alben-Trilogie, in der sie die Eindrücke langer Wanderungen durch ihre schottische Heimat verarbeitet. Sie schreibt: „Saor follows two narratives: my trekking across the Cairngorm mountains in Aberdeenshire through the granite plateaux, corries, glens and straths, and my exploration of the 1872 Conacher organ in Forgue Kirk Aberdeenshire where many of my ancestors lie.“ („Saor folgt zwei Erzählungen: meiner Wanderung über die Cairngorm-Berge in Aberdeenshire durch die Granitplateaus, Kare, Täler und Senken und meiner Erkundung der Conacher-Orgel von 1872 in Forgue Kirk, Aberdeenshire, wo viele meiner Vorfahren liegen.“)<br />
Mit ihrer Liebe zur Orgel als Instrument ist längst nicht mehr allein. Viele Musiker:innen – gerade die :innen – haben die Kraft der Pfeifen, egal ob groß oder klein, in den vergangenen Jahre für sich entdeckt. Singer putzt sie alle weg. Die langgezogenen Aufbauten, die schiere Kraft und Macht der sich Schritt für Schritt und Akkord für Akkord entwickelnden durchkomponierten Drones legt einen Mantel des Schweigens über alles mit Beats. „Saor“ ist eine hymnische Superlative der euphorischen Zurückhaltung. Wie die Musikerin ihr Orgelspiel mit Mellotron, Trompete, Cello, Klarinette und Elektronik verbindet absolut meisterhaft. Mal hell und strahlend, mal dunkel und dräuend, mal auch bewusst noisy. „Saor“ („frei) ist ein kammerspielerischer Befreiungsschlag.</p>
<p>Quelle: <a href="http://dasfilter.com/sounds/plattenkritik-claire-m-singer-saor-touch-die-welt-retten">LINK</a>.</p>
<p><em>Claire M. Singer „Saor“, Published by Touch Music, UK, 2023. Im deutschen Internet für 13,80 € erhältlich.</em></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin,    www.religionsphilosophischer-salon.de .</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19342_von-der-tiefe-in-die-stille-wege-in-die-freiheit-durch-musik_befreiung">Von der Tiefe in die Stille &#8211; Wege in die Freiheit: Durch Musik!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wenn Faschismus sich in Deutschland durchsetzt…</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/18706_wenn-faschismus-sich-in-deutschland-durchsetzt_buchhinweise</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 19:25:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[die Kleinbürger als Ur - Faschisten]]></category>
		<category><![CDATA[es gibt Ur-Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus - Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Landkresi Sonneberg]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Buch von Umberto Eco]]></category>
		<category><![CDATA[Rassism im Landkreis Sonneberg]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsradikale Parteien in Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage von Barbara Nolte über rechtsextreme]]></category>
		<category><![CDATA[Roberto Saviano]]></category>
		<category><![CDATA[Roberto Saviano über Umberto Eco]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesspiegel über Landrat Sesselmann]]></category>
		<category><![CDATA[Umberto Eco Buch "Der ewige Faschismus" Hanser Verlag über Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Umberto Eco über Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ur-Faschismus und AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Ur-Faschismus wird wieder lebendig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 28.8.2024 Ergänzung am 29.8.2024: Siehe auch den Hinweis auf eine Reportage über den von einem AFD Landrat geführten Landkreis Sonneberg in Süd &#8211; Thüringen (Nr. 17 in unserem Beitrag). 1. Es ist nie zu spät, vor dem Faschismus zu warnen. Bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen am 1.9.2024 [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18706_wenn-faschismus-sich-in-deutschland-durchsetzt_buchhinweise">Wenn Faschismus sich in Deutschland durchsetzt…</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 28.8.2024</p>
<p>Ergänzung am 29.8.2024: Siehe auch den Hinweis auf eine Reportage über den von einem AFD Landrat geführten Landkreis Sonneberg in Süd &#8211; Thüringen (Nr. 17 in unserem Beitrag).</p>
<p>1.<br />
Es ist nie zu spät, vor dem Faschismus zu warnen. Bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen am 1.9.2024 werden laut Prognosen zwei populistische Parteien LEIDER sehr erfolgreich sein; eine Partei, die AFD, wird offiziell als rechtsextrem beurteilt, die andere, das BSR, ist offenbar von Stasi &#8211; Mitarbeitern durchsetzt, siehe die neueste Studie von Correctiv am 28.8.2024. <a href="https://correctiv.org/buendnis-sahra-wagenknecht/2024/08/28/wie-viel-stasi-steckt-im-bsw/">LINK</a></p>
<p>2.<br />
Wir weisen auf grundlegende Wesensbestimmungen faschistischen Denkens und Handelns hin, Wesensbestimmungen, die Umberto Eco, der international bekannte italienische Philosoph, Medienwissenschaftler und Autor (u.a. „Der Name der Rose“) vorgelegt hat, und zwar in seinem Buch „Der ewige Faschismus“ (deutsch: Hanser Verlag, 2020).</p>
<p>3.<br />
<em>Sie haben richtig gelesen: Es geht auch bei den rechtsextremen Parteien in Deutschland um eine Form von Faschismus bzw. des Nazi-Unwesens,</em> und es ist ja nicht nur die AFD in Thüringen und Sachsen, für die diese Hinweis auf den Faschismus zutreffen. Ans europäische Ausland und die dortigen rechtsextrem &#8211; populistischen Parteien (FPÖ, Le Pen Partei, Italien, Niederlande, Spanien und so weiter) soll hier nur erinnert werden.</p>
<p>4.<br />
Lesen Sie bitte einige zentrale Zitate aus dem genannten Buch von Umberto Eco: Er bezeichnet die „Wesensbestimmungen“ der verschiedenen Gestalten von Faschismus als „Ur-Faschismus“. De AFD und die anderen offiziell &#8211; rechtsextremen Parteien sind eine Form des Ur-Faschismus.</p>
<p>5.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
<em>„Kultur ist für den Ur &#8211; Faschismus suspekt,</em> sobald Kultur mit kritischen Haltungen identifiziert wird. Misstrauen gegenüber der intellektuellen Welt war stets ein Symptom des Ur-Faschismus… Man warf der moderne Kultur und der liberalen Intelligenz vor, sie hätten die überlieferten Werte verraten.“ (S. 33). Aber diese so genannten überlieferten Werte sind meist die Werte von vorgestern, man denke an den in rechtsextremen Kreisen einseitigen patriarchalen Familien-Begriff, die Abweisung von umfassender sexueller Aufklärung etc..</p>
<p>6.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
„Der Ur &#8211; Faschismus wächst und sucht sich Konsens, indem er die natürliche (aber überwindbare) <em>Angst vor den Andersartigen</em> (Fremden, Ausländern) ausbeutet und vertieft. Der erste Appell einer faschistischen oder vor-faschistischen Bewegung richtet sich immer gegen die sogenannten Eindringlinge. Daher ist der Ur-Faschismus per Definitionem rassistisch“ (S. 33).</p>
<p>7.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
„Der Ur &#8211; Faschismus entspringt <em>individueller oder gesellschaftlicher Frustration.</em> Heute, da die `Proletarier` Kleinbürger werden… wird der Faschismus sein Publikum in dieser neuen Mehrheit der Kleinbürger suchen“ (S.34).</p>
<p>8.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
&#8222;Der Ur- Faschismus beruht auf auf einem Populismus. In Demokratien haben die Bürger individuelle Rechte, aber politischen Einfluss können sie nur gemeinsam unter einem quantitativen Gesichtspunkt ausüben &#8211; die Mehrheit entscheidet! Für den Ur &#8211; Faschismus dagegen haben Individuen als Individuen keinerlei Rechte … <em>der Führer wirft sich zum Interpreten der Bürger auf.</em> Die Führer spielen dann die Rolle des Volkes… Der-Ur-Faschismus stellt sich gegen die `verrotteten parlamentarischen Regime…“ (S. 37)</p>
<p>9.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
<em>„Der Ur-Faschismus tritt manchmal</em> <em>in gutbürgerlicher &#8211; ziviler Kleidung auf…</em> Das Leben ist heute nicht so einfach, dass ein Faschist heute wieder die Bühne der Welt beträte und erklärte: Ich will ein zweites Auschwitz`. So einfach ist das nicht. Der Urfaschismus kann in unschuldigsten Gewändern daher kommen“. (S. 40)</p>
<p>10.<br />
Umberto Eco schreibt u.a.:<br />
„<strong>Es ist unsere Pflicht, den Urfaschismus heute zu entlarven und mit dem Finger auf jede seiner Formen zu zeigen &#8211; jeden Tag, überall ins der Welt“ (S. 40).</strong></p>
<p>11.<br />
Es wurde und wird leider nicht von demokratischen Politikern und den Demokraten, den Bürgern, gesagt: <em>Die Faschisten sind in gewisser Weise Selbstmörder:</em> D.h.: Sie zerstören ihr  humanes Leben, jegliches demokratische Leben, das natürlich immer verbessert werden muss. Denn: Sind erst einmal Faschisten als Herrscher an der Macht, hört jede Kritik, jedes offene Wort auf, es gibt keine Individuen mehr, nur noch gehorsame Nummern, die nicht mehr nachzudenken brauchen. Der Mensch als geistiges Wesen ist tot. Und das wünschen sich heutige Wähler rechtsradikaler Parteien, ohne es explizit zu sagen und zu wissen&#8230;?</p>
<p>12.<br />
Der größte Wahnsinn ist, wenn konservative demokratische Parteien so weit gehen und Positionen des Ur &#8211; Faschismus heute übernehmen, um Stimmen zu gewinnen. Sie müssten den Ur-Faschismus eine Gefahr für die Menschheit nennen.</p>
<p>13.<br />
Damit wird nicht gesagt, dass alle Wähler rechtsextremer Parteien in Europa Ur &#8211; Faschisten sind. Es sind Menschen, die in ihrer Angst, etwas zu verlieren an materiellen Gütern, alle Energie gegen „die“ Ausländer, „die“ Flüchtlinge, die Minderheiten (Homosexuelle usw.) einsetzen, um diese angeblich bösen Anderen“ auszugrenzen.</p>
<p>14.<br />
D<em>as jetzt schon übliche und in aller Welt verwendete Konzept der Ur &#8211; Faschisten, nämlich die  <strong>Rückführung</strong> der Unerwünschten, Ausländer, pauschal &#8222;der&#8220; Muslims usw., stammt übrigens von der Autorin Bat &#8211; Ye Or, wir haben schon 2018 darauf hingewiesen.</em> <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10184_wenn-europa-islamisch-wird-die-aengste-der-juedischen-forscherin-bat-yeor_buchhinweise/philosophische-buecher">LINK</a></p>
<p>15.<br />
Dieser Ur &#8211; Faschismus ist keineswegs nur eine europäische, tödliche Massen &#8211; Krankheit, sie wuchert aktuell in bestimmten Parteien in Israel, in islamischen Staaten, in den USA, in China (gegen die Menschenrechte, gegen die Uiguren etc.) usw.</p>
<p>16.</p>
<p><em>Und es ist die Frage, wie sehr demokratische Parteien nach rechtsextrem, also (prä?)-faschistisch (bereits) abdriften, wenn sie die in jeder Hinsicht zu verachtenden Positionen der Rechtsextremen übernehmen. Das tun Politiker auch in Deutschland jetzt und seit einiger Zeit, um ihre Partei am Leben zu erhalten &#8230;.Diese Haltung, ist Illusion, ist Unsinn: Wer als Wähler rechtsextrem ist oder ur &#8211; faschistisch im Sinne von Umberto Eco, der (die) bleibt bei seiner Partei. </em></p>
<p><em>Rechtsextreme und (Ur-) Faschisten werden von vernünftigen Menschen nur mit klaren demokratischen Positionen und Taten bekämpft; die universell geltenden Menschenrechte sind oberstes Gebot &#8230; und nicht nationalistisch &#8211; egoistische Interessen. </em></p>
<p>17.</p>
<p><strong>Wer immer noch nicht weiß, dass prä-faschistische oder ur-faschistische Verhältnisse in Deutschland bereits herrschen , wenn AFD Leute einmal an der Macht sind: Der lese bitte die Reportage von Barbara Nolte &#8222;Wo die AFD regiert, sind Morddrohungen an der Tagesordung&#8220;,</strong> ein wichtiger Beitrag im TAGESSPIEGEL vom 29. August 2024, Seiten 6 bis 7.</p>
<p>Wir zitieren nur kurz (Seite 7) zu rechtsradikaler Gewalt in Sonneberg in Thüringen mit dem gewählten AFD Landrat Sesselmann; dort gab es natürlich eine AFD ultrafreundliche  Stimmung schon vor der Landratswahl. Die Journalistin Barbara Nolte war vor Ort und berichtet. &#8222;Eine Geflüchteten-Unterkunft im Landkreis wurde im vergangenen Jahr mehrfach von maskierten Tätern angegriffen, die mit Steinen warfen und Kinder, die im Hof spielten, rassistisch beleidigten&#8230;Kürzlich wurde die face-book Seite von `Sonneberg gegen Nazis` von ihren Betreibern nach elf Jahren mit der Begründung eingestellt, es sei zu gefährlich geworden. Hasskommentare, persönliche Anfeindungen und Morddrohungen sind an der Tagesordnung&#8230; Eine Verfünffachung von rechter, rassistischer Gewalt hat die thüringische Opferberatungsstelle EZRA im vergangenen Jahr im Landkreis Sonneberg registriert. Drei Viertel der Taten passierten nach der Wahl des Landrates Sesselmann&#8230; Eine Studie der Princeton University (USA) hat u.a festgestellt: Rechtsextreme Hasskriminalität breitet sich dort aus, wo Täter erkennen, dass ihre Taten die Unterstützung der Bevölkerung haben. Und dieses Gefühl hätten, so die Studie,  die Täter unter den Wählern der AFD; von denen stimmt fast die Hälfte der Aussage zu, dass Fremdenfeindlichkeit gegen Flüchtlinge manchmal gerechtfertigt sei, <em>auch wenn sie in Gewalt umschlage</em>!&#8230; Nicht nur Migranten, auch politische Gegner sind von Gewalt betroffen&#8230;Der Treffpunkt eines Kulturvereins wurde mit Steinen und Flaschen beworfen, die Gewalttäter  versuchten die Tür aufzubrechen und sie hätten dabei Neonazi-Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt&#8220; &#8230;.</p>
<p>18. &#8222;<strong>Es ist fünf vor 33&#8243; ist das treffende Motto</strong> des &#8222;Lichtkunst-Festivals&#8220; Weimar mit dem Titel `Genius Loci` vom 30.8. bis 1.9 2024 in Weimar und in der Gedenkstätte des ehem. KZ -Buchenwald bei Weimar. &#8222;<strong>Es ist fünf vor 33&#8243;: </strong>ein treffendes Motto, gültig &#8211; etwa als Untertitebl &#8211; für alle Talkshows der ARD und des ZDF in den nächsten Monaten?</p>
<p>Keine Frage: Ein historisches Ereignis wiederholt sich als solches nicht in der Geschichte, also auch heute nicht, aber manche dieser hier (Nr. 17) nur kurz genannten Verbrechen erinnern in gewisser Hinsicht (!) an das Ende der Weimarer Republik. Denn dies ist keine Frage: Die freie, demokratische Kultur haben die Nazis zuerst eingeschränkt, dann kaputt gemacht, bevor sie alles Humane im nationalistischen Wahn zerstörten.</p>
<p><em>Umberto Eco, Der ewige Faschismus, Hanser Verlag, Mit einem Vorwort von Roberto Saviano. Deutsch von Burkhard Kroeber. 79 Seiten, 10 €.</em></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-salon.de</p>
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		<title>Wenn ein Philosoph radikal wird</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/18683_wenn-ein-philosoph-radikal-wird_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 19:29:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[aktivistische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher von Jürgen Manemann]]></category>
		<category><![CDATA[Community Organizing]]></category>
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		<category><![CDATA[Extinction Rebellion Hannover]]></category>
		<category><![CDATA[gewaltfreier Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Manemann]]></category>
		<category><![CDATA[Kontemplation und politischer Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie als Lebenshaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie und Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Manemann in Hannover]]></category>
		<category><![CDATA[Rettende Umweltphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Ungehorsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über ein neues Buch von Jürgen Manemann Ein Hinweis von Christian Modehn am 23.8.2024 1. Das ist unser philosophischer Ausgangspunkt: Philosophie ist Ausdruck des Philosophierens des einzelnen und der Gruppen. Und Philosophieren ist das Geschehen des kritischen Denkens und Reflektierens, ist also der lebendige Geist, die lebendige Vernunft… Und Denken und Reflektieren ist nicht nur [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18683_wenn-ein-philosoph-radikal-wird_aktuelles">Wenn ein Philosoph radikal wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über ein neues Buch von Jürgen Manemann<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 23.8.2024</p>
<p>1.<br />
<em>Das ist unser philosophischer Ausgangspunkt:</em><br />
Philosophie ist Ausdruck des Philosophierens des einzelnen und der Gruppen. Und Philosophieren ist das Geschehen des kritischen Denkens und Reflektierens, ist also der lebendige Geist, die lebendige Vernunft… Und Denken und Reflektieren ist nicht nur die Praxis weniger Philosophieprofessoren. Sondern: Jeder Mensch denkt immer schon auf seine Art, entwickelt seine Werte etc. und kommt, dem eigenen Nachdenken entsprechend, zu Entscheidungen. Diese sind dann sichtbare „Gestalten“ des sich objektivierenden Geistes (greifbar in der Literatur, Kunst, usw. aber auch der Politik und Ökonomie usw.). Unsere Welt ist Objektivierung des Geistes (bzw. Ungeistes, wenn man an die totalen Egoisten, Nationalisten und andere politisch Verwirrte denkt).</p>
<p>2.<br />
Philosophie als Philosophieren ist in jedem zuerst und vor allem eine bestimmte, sich aber wandelnde Lebensform. An den Universitäten werden diese unterschiedlichen Lebensformen philosophisch (in Texten objektiviert) studiert. Jeder philosophische Text ist Ausdruck einer bestimmten Lebensform des Autors.</p>
<p>3.<br />
Also: Lebensformen sind für die Philosophien das erste: Das haben die griechischen Philosophen (in der Stoa, der Schule Epikurs, Platons usw.) nicht gelehrt, sondern gelebt, man lese die entsprechenden Studien von Pierre Hadot. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/200_philosophische-lebenskunst-pierre-hadot_religion-und-philosophie">LINK</a>.</p>
<p>4.<br />
Philosophie als Philosophieren als eine <em>konkrete Lebensform</em> präsentiert auch der Philosoph und Theologe Prof. Jürgen Manemann (Hannover). Er ist kein Philosoph im ruhigen Elfenbeinturm. Er mischt sich ein und ist aktiv politisch, umweltpolitisch tätig. Sein Engagement steht in Verbindung mit der Leitung des „Forschungsinstitutes für Philosophie Hannover“ (fiph). <a href="https://fiph.de/">LINK</a><br />
Das Forschungsinstitut verdient angesichts der Vielfalt seiner Angebote mehr Aufmerksamkeit…“Weiterdenken“ ist das Motto des 1988 gegründeten philosophischen Instituts, das regelmäßig auch Diskussions &#8211; Veranstaltungen für weite Kreise anbietet.</p>
<p>5.<br />
Jürgen Manemmann ist politische sehr präzise engagiert in der internationalen Umwelt Bewegung mit dem Titel „<em>Extinction Rebellion“</em> <a href="https://extinctionrebellion.de/wer-wir-sind/">LINK</a>,</p>
<p>In seinem Institut in Hannover werden auch von Jürgen Manemann Veranstaltungen zum Thema „Extinction Rebellion“ organisiert. <a href="https://extinctionrebellion.de/veranstaltungen/hannover/xr-talk-sagt-die-wahrheit-wie-von-der-erw%C3%A4rmungskatastrophe-sprechen/">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Wir wollen hier nur kurz auf das neue Buch <em>„Rettende Umweltphilosophie</em>“ von Jürgen Mannesmann empfehlend hinweisen. Das Buch mit ausführlichen Verweisen auf weitere Studien hat den treffenden Untertitel: „Von der Notwendigkeit einer aktivistischen Philosophie“. Denn das ist die Grundüberzeugung: Umweltphilosophie, wenn sie denn noch einen Beitrag leisten kann, Natur, Bäume etc., Tiere, Menschen, Umwelt angesichts der bewiesenen Probleme vor dem Verschwinden zu retten, kann nur „aktivistisch&#8220; sein,. Sie muss mehr als bloß hin und wieder aktiv sein, sondern sie muss sich im Sinne der „Aktivisten“ äußern, also derer, die ihr Leben einsetzen für die Rettung der Umwelt. Die an Demos dabei sind, sich blockierend auf Straßen setzen, etwas riskieren, sich selbst das Leben nicht einfach machen&#8230; um der Rettung der Umwelt willen.</p>
<p>7.<br />
Philosophisch entwickelt Jürgen Manemann seine Erkenntnisse aus mit Hinweisen etwa auf das Denken Albert Schweitzers: Von ihm inspiriert, gilt es unbedingt festzuhalten: <em>Der Schutz des einzelnen Lebewesens steht vor dem herrschaftlichen Anspruch des Kapitalismus, um des Profits willen ein paar Tiere oder tausend Bäume zugunsten des technischen Fortschritts zu opfern.</em> Die vernünftige Maxime heißt: „Wir dürfen nicht alles tun, was wir Menschen technisch können; wir müssen uns immer so entscheiden, dass alles Tun sinnvoll ist für die Bewahrung der Umwelt…Jürgen Manemann wehrt sich aus aktuellem Anlass auch gegen den Ökofaschismus, der die gesamte Lebenswelt &#8211; auch die der Menschen &#8211; aufspaltet in die Kategorie des Lebenswerten und des Lebensunwerten, also der technisch &#8211; politisch gesehen Überflüssigen, „was weg kann“…</p>
<p>8.<br />
In dem Buch werden auch praktische Übungen der <em>Achtsamkeit und Kontemplation</em> (S. 132) erwähnt, sie können das Engagement stützen und fördern. Sie sind Formen der Besinnung und des Nachdenkens, dabei wird entdeckt: Demokratie ist nicht zuerst eine Welt von vielen Behörden und Institutionen, Demokratie ist kein Riesen &#8211; Apparat, kein Dschungel umeinsehbarer Gesetze, sondern zuerst eine Lebensform, die durch die Phantasie und den Gestaltungswillen der einzelnen lebendig bleibt und vor Starrheit bewahrt wird. Protest, Widerspruch, Aktionen machen das demokratische Leben aus.</p>
<p>9.<br />
Am interessantesten sind für einige wohl die Hinweise zu den Formen des „Aktivismus“ zugunsten der Rettung der Umwelt. Es geht darum, dass jeder und jede lernen muss, <em>„Handlungsblockaden“ zu überwinden</em>.Sie verfestigen sich, wenn man der schon üblichen ideologischen Einrede folgt: Die begrenzten Möglichkeiten der Rettung der Umwelt seien ohne Alternative… man könne also nichts Grundlegendes mehr verändern (S.139). Wer so denkt, tötet seinen kritischen Geist…</p>
<p>10.<br />
Jürgen Manemann tritt ausdrücklich für den zivilen Ungehorsam ein, wenn es darum geht, die Umwelt vor der systematischen Vernichtung zu retten. „Aktionen des zivilen Ungehorsams dienen in erster Linie der politischen Sensibilisierung. Als `Whirlwind` &#8211; Aktionen unterbrechen sie das Weiter &#8211; So für einen Moment.“ (S. 108). Um aber wirksam zu sein, ist das <em>„Community organizing</em>“ wichtig, dadurch wird „Menschen geholfen, sich produktiv zu politisieren“ (ebd.). Wenn Menschen wie üblich behaupten, keine Zeit fürs politische (Umwelt -) Engagement zu haben, dann besteht die „Aufgabe darin, die Menschen davon zu überzeugen, das SIE als Menschen doch wichtig sind: Die Menschen wissen nämlich, dass sie für gewöhnlich es nicht sind“. (s. 110). Weil sie als Menschen wichtig sind, gilt es, dass sie selbst alles daran setzen, ein ethisch wertvolles Leben zu erreichen… Im Community Organizing entstehen Beziehungen und Netzwerke unter den Menschen, sie machen aus den vereinzelten Individuen GefährtInnen eines gemeinsamen Projekts. So werden Menschen zu GenossInnen, GefährtInnen, sie sind nicht länger KonkurrentInnen.“ Wichtig erscheint mir eine Fußnote (Nr. 26, S. 107), da werden Dorothee Sölle und Fulbert Steffensky aus ihrem Buch „Wider den Luxus der Hoffnungslosigkeit“ zitiert: „<em>Wenn wir den raschen unmittelbaren Erfolg zum Kriterium machen, dann geraten wir in einen Allmachtswahn, der gerade die Quelle von Ohnmacht und Resignation wird.“</em></p>
<p>11.<br />
Angesichts der zunehmenden Akzeptanz rechtsextremer und faschistischer Parteien jetzt wieder in Deutschland muss natürlich gefragt werden: Was unterscheidet eine vernünftige Form des gewaltfreien Widerstandes von den heftigen physischen und genauso verletzenden, geistig tötenden verbalen Attacken der Rechtsextremen und Nazis?<br />
<em>Diese Rechtsextremen haben als Projekt einen Zustand von Gesellschaft und Staat, in dem einige wenige Führer das absolute Sagen haben, deswegen kämpfen die ideologisch Verblendeten, um von der Last ihrer eigenen Freiheit, ihres eigenen Nachdenkens, endlich befreit zu sein. Um aufzuhören, FREIE Menschen zu sein.</em><br />
Ganz anders die demokratisch gebundenen Menschen des gewaltfreien Widerstandes: Sie wollen die bessere Demokratie, die besseren Formen des Widerspruchs, des Dialogs, der Vielfalt.<br />
Man denke also bloß nicht, Widerstand und Widerspruch gegen bestimmte Verirrungen des Staates seien immer dasselbe, egal, von wem sie geäußert werden.</p>
<p>12.<br />
<em>Das Buch „Rettende Umwelt-Philosophie“ zeigt, wie Philosophen heute eine neue Dimension des Philosophierens erschließen.</em> „Aktivistisch“ im Sinne von Jürgen Manemann waren Philosophen doch öfter schon, man denke an die kluge Religionskritik von Voltaire und ohne heftige Leidenschaft fürs Vernünftige konnte selbst der zurückhaltende Immanuel Kant nicht leben und denken. Aktivismus ist Ausdruck der ethischen Einsicht: Es herrscht große Not und ich als Philosoph muss auf meine Weise helfend, rettend, eingreifen. Hoffend. Und das ist etwas anderes als &#8222;optimistisch&#8220;!</p>
<p>Jürgen Manemann, Rettende Umweltphilosophie. Von der Notwendigkeit einer aktivistischen Philosophie“. 162 Seiten, Transcript Verlag, 2023, 19,50€.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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		<title>Kann Lektüre heilen? Durch Bücher gesund werden?</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/18471_kann-lektuere-heilen-durch-buecher-gesund-werden_aktuelles</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2024 20:34:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven und Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA["Allzu laute Einsamkeit"]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Bohumil Hrabal durch Lektüre erlöst]]></category>
		<category><![CDATA[Bohumil Hrabal liest Tao te king]]></category>
		<category><![CDATA[Fabio Stassi]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe heilt sich durch Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie als Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[politische Musiktherapie]]></category>
		<category><![CDATA[was ist Bibliotherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Notizen zur Bibliotherapie und anderen Formen geistiger Therapien… Ein Hinweis von Christian Modehn 1. Kürzlich diskutierten wir über das Buch von Fabio Stassi „Die Seele aller Zufälle“, erschienen in der Edition Converso; ein Buch, das sich mit Sinn und Unsinn der „Bibliotherapie“ unterhaltsam auseinandersetzt. LINK. „Die Seele aller Zufälle“ steht übrigens auf der Hotlist 2024 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Notizen zur Bibliotherapie und anderen Formen geistiger Therapien…</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn</p>
<p>1.<br />
Kürzlich diskutierten wir über das Buch von Fabio Stassi „Die Seele aller Zufälle“, erschienen in der Edition Converso; ein Buch, das sich mit Sinn und Unsinn der „Bibliotherapie“ unterhaltsam auseinandersetzt. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17373_die-geheimen-botschaften-entlegener-buecher_buchhinweise">LINK</a>.<br />
„Die Seele aller Zufälle“ steht übrigens auf der Hotlist 2024 der „Bücher aus unabhängigen Verlagen“.</p>
<p><em>Und es zeigen sich bei anderen Autoren immer wieder Hinweise auf Formen der &#8222;Bibiotherapie&#8220;, etwa bei dem bekannten tschechischen Autor Bohumil Hrabal (1914-1997), siehe Fußnote 1 unten.</em></p>
<p>2.<br />
Diese Form der Buch &#8211; Lesen &#8211; Therapie gibt es wirklich, dies sei allen therapeutisch noch etwas Unkundigen gesagt. In Kanada, etwa in der Provinz Québec, ist die Bibliotherapie weit verbreitet und offenbar wirksam, auch therapeutisch akzeptiert, die Pariser Tageszeitung „La Croix“ berichtete am 12.3.2024 darüber. <a href="https://www.la-croix.com/sante/bibliotherapie-au-quebec-des-prescriptions-litteraires-pour-aider-les-patients-20240312">LINK</a>.</p>
<p>3.<br />
Grundsätzlich kann man zu der Überzeugung neigen: Eigentlich ist jede Lektüre von Romanen, Erzählungen, Poesie etc. immer auch Ausdruck einer Suche nach Therapie, elementar als Hilfe vermutet gegen Langeweile und Einsamkeit, dann aber auch explizit als Suche nach Orientierung und als Impuls zum Weiter &#8211; Denken und in die Weite denken. Diese allgemeine Erwartung „Lesen hilft mir auch therapeutisch“ ist meist umthematisch, unreflektiert.</p>
<p>4.<br />
Was ist die Grundsituation einer Bibliotherapie? Der Therapeut ist ein guter Kenner vieler „großer (aber auch eher unbekannter) Werke“ der Literatur,. Er empfiehlt nach einem eingehenden Gespräch mit einem Patienten (Klienten?) ein bestimmtes, ihm bekanntes Buch zur privaten Lektüre. Die Leitlinie der Therapie heißt wohl: „Wenn Sie dieses Buch, diesen Roman, diese Novelle, dieses Drama, dieses Gedicht usw. lesen, gründlich und in Ruhe meditieren, kann sich ihre spezielle seelische Problematik, vielleicht ihr seelisches Leiden (Melancholie, Hemmung im Umgang mit anderen, Genusssucht usw.) nicht nur klären, sondern auch abmildern, vielleicht heilen … eben durch reflektiertes Nachdenken über den Text des Buches, über das Schicksal der Protagonisten, deren Hoffnung und Lebenssinn… Vielleicht wird dann der heilende Gedanke sozusagen irgendwann „geschenkt“, und vielleicht sieht man sieht klarer und hoffnungsvoller in die Welt und auf das eigene Leben.</p>
<p>5.<br />
Jede Therapie lebt wohl von der Ungewissheit, ob Heilung des Patienten möglich ist. Aber es gibt wohl Unterschiede: In den Psychotherapien etwa begegnet der Patient immer wieder einem leibhaftigen Menschen, einem „Spezialisten“ für seelische Leiden, zu dem der Patient und mit dem er &#8211; manchmal sehr oft &#8211; sprechen kann.<br />
In der Bibliotherapie ist der einzelne mit einem Text konfrontiert, der eben nur ein „Gesprächspartner“ im übertragenen Sinne sein kann. Der Patient wie jeder Leser bestimmt die Deutung, die Interpretation, in der Auseinandersetzung mit dem Text selbst. Es ist eines der Grundgesetze der Hermeneutik, der Verstehenslehre von Texten, dass immer der Lesende seine subjektiven Verstehensbedingungen, seinen geistigen Horizont, nicht nur „mitbringt“. Sondern oft wird der Text einseitig, allzu subjektiv, förmlich überwältigt und fehl interpretiert. Allzu subjektive Deutungen können und sollten im Laufe der Lektüre korrigiert werden, erst dann kann von einem Verstehen die Rede sein. Bibliotherapie ist aufgrund dieser Stellung: „der einzelne Leser und sein Buch“, also auch ein anspruchsvolles, aber oft auch ein scheiterndes Unternehmen.</p>
<p>6.<br />
Die Bibliotherapie aber erinnert an die Vielfalt reflektierender, geistiger Therapien: Über „Philosophie als Therapie“ haben Damian Peikert und Sam Adhar Ball ein Buch im angesehenen philosophischen Karl Alber Verlag (Freiburg) publiziert und dabei mit gutem Grund an die Überzeugung antiker Philosophen erinnert: Philosophie sei ursprünglich als Hilfe zum Leben und im Leben zu verstehen, ein Thema, das der Pariser Philosoph Pierre Hadot in den Mittelpunkt seiner Studien stellte. LINK. Über die Beziehung zwischen der therapeutischen Praxis etwa in der Stoa oder bei Epikur und der modernen Logo &#8211; Therapie (Viktor E. Frankl 1905-1997) wäre ebenfalls weiter nachzudenken.</p>
<p>7.<br />
Von den verschiedenen Formen der Musiktherapie wäre zu sprechen. Musiktherapie im weiten Sinne, also Musik (und Singen ) ALS Therapie, bezieht sich nicht nur auf die seelische „Stärkung“ der einzelnen. Musik ALS Therapie, verstanden als Einheit von Sängern/Musikern und teilnehmenden Zuhörern, die in den Stadien auch Mitsingende waren, hat immer einen politischen Charakter: Eintreten für die Demokratie, „gegen die Konsumgesellschaft, gegen die apolitische Zerstreuung, den American Way of life…Die Musik schuf politische Identifikationen“, so Antonis Liakos in „Lettre International Nr 145, S. 21, Sommer 2024). Diese (!) Musik stärkt die einzelnen, gibt neuen Lebenssinn: Der Autor erinnert u.a. an Mikis Theodorakis, Ioannis Makropoulos, Christos Leonies und andere…“ Antonis Liakos schreibt: „Diese Konzerte, zu denen Menschenmassen strömten, waren selbst politische Ereignisse, Quellen eines aufrührerischen Geistes und eines grenzenloses Optimismus“ (ebd.).<br />
Zu sprechen wäre auch von der Kunst-Therapie, d.h. auch der Mal &#8211; Therapie oder der Arbeit mit Collagen, die direkt in guten Kliniken (etwa speziell bei Krebskranken) schon eingesetzt wird.</p>
<p>8.<br />
Noch einmal zur Bibliotherapie:<br />
Johann Wolfgang von Goethe hat sehr persönlich gesprochen, als er von seinen melancholischen und depressiven Phasen in jungen Jahren berichtete: Aus der tiefen Krise (Suizid-Gedanken) konnte er sich nur befreien, wie er gesteht, als er weiter seine Texte verfasste: Literarisches Schreiben als Therapie also, dies ist sicher eine Praxis, die nicht nur hochbegabten Autoren wie Goethe vorbehalten ist. Anja Höfer schreibt in ihrem Essay über Goethes Kunstanschauung (in „Philosophie der Freude“, Leipzig 2003, S. 131).“ Goethe schildert, wie seine poetische Produktion einen inneren Heilungsprozess einleitet, in dem der Dichter sein eigenes Leiden in ästhetischer Form objektiviert und das Leiden so zugleich überwindet. Das Ergebnis dieses Prozesses bezeichnet Goethe nicht zufällig mit dem Wort Heiterkeit“. Und auf Seite 132 heißt es: „Für Goethe wird die dichterische Produktion zum probaten Mittel, um sich selbst immer wieder die rettende Heiterkeit abzunötigen… er spricht vom poetischen Talent mit seinen Heilkräften.“</p>
<p>9.<br />
Inmitten des alltäglichen Lebens können und sollten also Formen geistiger Therapie entdeckt werden, wobei zur Überraschung wohl erkannt wird: Hilfen zur Gesundung durch bestimmte Formen geistiger/geistvoller Praxis stehen uns eigentlich immer in der genannten Vielfalt zur Verfügung. Leider kann man den Gottesdiensten der christlichen Kirchen diesen heilsamen Charakter eher selten zusprechen, sie sind meist Routine und das Dahersagen von frommen Stereotypen und alten, veralteten dogmatischen Sprüchen…</p>
<p>10.<br />
Und selbst der größte Skeptiker wird erkennen: Er kann sich zu seiner eigenen skeptischen Lebenshaltung noch einmal selbst skeptisch verhalten, in der Kraft des reflektierenden Geistes eben: Inmitten dieser Skepsis-skeptischen Haltung wird der Skepsis sozusagen ihre Allmacht genommen. Es bleibt der Geist, dies ist auch die Vernunft, die Fixierungen und Ideologien durchschaut und überwindet… und &#8211; etwas metaphysisch gesagt &#8211; in die Weite des Geistes führt.</p>
<p><em>Fußnote 1: </em>In dem Buch &#8222;<em>Allzu laute Einsamkeit&#8220;</em> des großen Schriftstellers Bohumil Hrabal ist auch ein Gespräch mit Peter Sacher publiziert, darin äußert sich Hrabal über seine Lektüre des Tao Te-king von Laotse. Hrabal berichtet, einige der Sätze des Tao te king auswendig gelernt zu haben: <em>&#8222;Ich kann einen ganzen Tag lang von einem solchen Satz leben&#8230;, dergestalt, dass ich den Eindruck habe, erlöst zu sein&#8230;</em> Das alles geschieht in der Stille, in einer sprühenden Stille, in dieser auflebenden Einsamkeit, in der ich mit allen lebenden und toten Freunden sprechen kann..&#8220; (S. 149). Das Buch ist in der Deutschen Verlgasanstalt 2003 erschienen.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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