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	<title>Religionskritik Archive &#8211; Religionsphilosophischer Salon</title>
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		<title>Die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ in der katholischen Kirche und ihre verbrecherischen Gründer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2026 18:42:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 4. Oktober 2026 Wer den aktuellen Zustand der katholischen Kirche verstehen will, sollte genau, das heißt SEHR kritisch, die vielen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ im Katholizismus beobachten. Sie wollten Europa neu missionieren. Aber sie sind unglaubwürdig und scheitern, weil viele ihrer Gründer (und auch heutige Mitglieder) des sexuellen und spirituellen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22768_die-neuen-geistlichen-gemeinschaften-in-der-katholischen-kirche-und-ihre-verbrecherischen-gruender_aktuelles">Die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ in der katholischen Kirche und ihre verbrecherischen Gründer</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 4. Oktober 2026</p>
<p>Wer den aktuellen Zustand der katholischen Kirche verstehen will, sollte genau, das heißt SEHR kritisch, die vielen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ im Katholizismus beobachten. Sie wollten Europa neu missionieren. Aber sie sind unglaubwürdig und scheitern, weil viele ihrer Gründer (und auch heutige Mitglieder) des sexuellen und spirituellen Missbrauchs überführt wurden. Auch diese einst hoch gelobten „Bewegungen“ sorgen dafür, dass die katholische Kirche unglaubwürdig wird. Dass sich Katholiken ihre eigene Spiritualität suchen.</p>
<p>1.<br />
Es werden (Stand 30. September 2026) immer mehr „Fälle“ sexuellen und spirituellen Missbrauchs durch führende e Priester und Laien der „neuen geistlichen Bewegungen“ öffentlich bekannt, zunächst fast immer begleitet von Verschweigen und Verharmlosen durch die Kirchenführung im Vatikan und in den Bistümern weltweit.<br />
In den ersten Jahren der Freilegung sexuellen Missbrauchs durch Priester, also in Deutschland seit 2010, waren es vor allem Diözesan &#8211; Priester oder Priester aus den „klassischen Ordensgemeinschaften“ (Jesuiten, Benediktiner, Franziskaner usw.), die als Täter bekannt und benannt wurden.<br />
Seit etwa 15 Jahren sind immer wieder Fälle von sexuellem Missbrauch oder/und spirituellem Missbrauch in den zahlreichen so genannten „neuen geistlichen Gemeinschaften“ öffentlich bekannt, und diese Verbrechen werden von diesen Organisationen sowie sogar von der Kirchenzentrale im Vatikan &#8211; zwar mit viel Mühe &#8211; und oft sehr verspätet &#8211; eingestanden.<br />
Diese nun freigelegten unglaublich genanten Fälle von sexuellen Missbrauch zeigen: Die Römisch &#8211; Katholische Kirche (um nur bei ihr zu bleiben) ist innerlich, d.h. wegen ihrer viel gerühmten sehr frommen, sehr geistlich sich nennenden Bewegungen zerrissen. Die Kirchenführung versucht nämlich zu überleben, indem sie im 21. Jahrhundert die alten Gebräuche, wie Reliquien -Verehrung, Propaganda zugunsten Erscheinungen der Jungfrau Maria in Lourdes, Fatima…, die Wallfahrten, Ablässe, den Papst &#8211; Jubel &#8211; Feiern der Massen belebt, so wird der schöne Schein erzeugt: Die Kirche lebt „wie immer“, undemokratisch in ihrer Struktur, klerikal beherrscht, aber jetzt doch auch ein bißchen „synodal“… Aber das hat keinen „Erfolg“: In Europa verlassen Katholiken zu vielen Tausend die Kirche, die Erwachsenentaufen bringen da keinen „Ausgleich“.<br />
In diesem Hinweis geht es also um Verbrechen inmitten einer sich ungebrochen immer noch stolz wähnenden Papst &#8211; Kirche, die ihre Identität immer noch in der uralten Kostümierung der Päpste, Kardinal und Bischöfe sichtbar protzig erscheinen lässt.</p>
<p>2.<br />
Bevor wir auf ein aktuelles Beispiel sexuellen Missbrauchs durch den argentinischen Ordensgründer Miguel Buela näher hinweisen, eine kurze allgemeine Erläuterung: Es geht um die, von Päpsten seit etwa 70 Jahren hoch gelobten und offiziell stark geförderten, „neuen geistlichen Gemeinschaften“. Dazu gehören s Ordensgemeinschaften für Priester, wie die „Legionäre Christi“ oder die „Diener Jesu und Mariens“ oder die „Communauté St. Jean“ sowie viele andere, eher regional begrenzte neu gegründete Gemeinschaften auch für Nonnen. Und dann gibt es zahlenmäßig sehr starke internationale Laien -Bewegungen, die sich neue geistliche Gemeinschaften“ nennen, wie die Neokatechumenalen“, die „Focolarini“, die Leute von „Communione e liberazione“ und so weiter und so weiter. Es sind „Bewegungen“, die weltweit einige Millionen Katholiken als Mitglieder und Sympathisanten haben.</p>
<p>3.<br />
Um nur ein konkretes Beispiel in der Diözese Toulon &#8211; Fréjus (Departement VAR in Frankreich) zu nennen:<br />
Diese neuen geistlichen Gemeinschaften dort haben &#8211; wie überall &#8211; den einen Zweck: Sie wollen die klassische dogmatische Lehre der katholischen Kirche als werbende Missionare verbreiten; sie wollen vor allem junge Männer als Priester, junge Frauen als Nonnen für ihre Gruppen gewinnen. Sie wollen Familien bilden, die zu 100 Prozent römisch &#8211; katholisch sind. Sie ersetzen &#8211; wie auch in Italien, Spanien, Österreich, natürlich auch in Deutschland, den überalterten Klerus, der zwar alt, aber dem theologischen Denken nach oft etwas modern geblieben ist. Hingegen haben die meisten der neuen geistlichen Bewegungen zwar noch junge Mitglieder, die aber in ihrem theologischen und politischen Denken alt erscheinen und theologisch sehr stramm traditionell gebunden sind.<br />
Um also nur ein konkretes Beispiel von der Vielfalt dieser Gemeinschaften zu bieten: Ein Blick in die Diözese Toulon &#8211; Fréjus (Departement VAR in Frankreich): Laut offizieller Website der Diözese sind in diesem südfranzösischen Bistum diese „neuen geistlichen Gemeinschaften“ aktiv: <a href="https://frejustoulon.fr/diocese/communautes/">LINK</a> : Gelesen am 30.9.2026.</p>
<p>4.<br />
Cancao Nova, https://frejustoulon.fr/diocese/communautes/cancao-nova/<br />
Communauté de l Emmanuel https://frejustoulon.fr/diocese/communautes/emmanuel/<br />
Communauté Saint-Martin<br />
Communauté Shalom<br />
Famille missionnaire de Notre-Dame<br />
Franciscaines de Sainte-Marie des anges<br />
Fraternité Eucharistein<br />
Fraternité de Saint Joseph Gardien<br />
Frères de Saint-Jean<br />
Fraternité Missionnaire Marie Mère des Apôtres<br />
Fraternité Missionnaire Jean-Paul II<br />
Institut du Verbe Incarné<br />
Institut Mère du Divin Amour<br />
Les frères franciscains de l’Immaculée<br />
Missionnaires de la Miséricorde Divine<br />
Missionnaires de la Très-Sainte-Eucharistie<br />
Moniales de Bethléem, de l’Assomption de la Vierge…<br />
Petites Sœurs de la Consolation<br />
Recado<br />
Servants et Servantes de Jésus Sauveur<br />
Servantes du Seigneur et de la Vierge de Matará</p>
<p>Das „Opus Dei&#8220; ist vor allem in den benachbarten Diözesen tätig; die „Neokatechumenalen“ leiten in Toulon ein Priesterseminar, siehe <a href="https://frejustoulon.fr/diocese/le-seminaire-redemptoris-mater/">LINK</a>. https://frejustoulon.fr/diocese/le-seminaire-redemptoris-mater/</p>
<p>5.<br />
Meines Wissens hat Papst Leo auf seiner „Pilgerfahrt“ in Frankreich Ende September 2026 die vielen influßreichen, aber höchst umstrittenen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ NICHT erwähnt. Wohl aus diplomatischer Vorsicht, um das Bild der französischen Kirche nicht noch weiter zu belasten… Dabei bestimmen diese Kreise das Leben der Kirche in Frankreich heute, etliche französische Bischöfe waren und sind Mitglieder dieser neuen Bewegungen. Der inzwischen von Papst Franziskus abgesetzte Bischof Dominique Rey von Toulon &#8211; Fréjus gehört der charismatischen Emmanuel &#8211; Gemeinschaft an. Die katholische, um Objektivität bemühte Tageszeitung „La Croix“ (Paris) berichtet über die auch politisch rechtslastigen Aktivitäten des nun in Paris lebenden „pensionierten“ Bischofs Rey: „Seit März 2025 lebt Bischof Dominique Rey in der Pfarrei Notre-Dame-des-Champs im 6. Pariser Arrondissement, wo er kein offizielles Amt innehat. Gleichzeitig verfolgt der emeritierte Bischof zahlreiche Projekte: Er ist Mitautor eines Theaterstücks über die Vaterschaft, das im Dezember 2025 aufgeführt wurde sowie eines Buches, das im November 2025 erschien („Mes choix, mes combats, ce que je crois“) ….Bischof Rey ist beteiligt an der Gründung des konservativen Thinktanks „The French Riviera Institute“; er hat die geistliche Schirmherrschaft über das „Institut für Apologetik Saint-Irénée“, das gemeinsam vom traditionalistischen Priester und Influencer Matthieu Raffray und dem katholischen Unternehmer Olivier Bonnassies ins Leben gerufen wurde…“<br />
<a href="https://www.la-croix.com/religion/la-confiance-est-retablie-avec-rome-a-toulon-la-derniere-des-ordinations-suspendues-en-2022-aura-lieu-en-octobre-20260910">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Zum aktuellem „Fall“ des heftigen sexuellen Missbrauchs (im Plural zu verstehen) durch den argentinischen Ordensgründer Pater Miguel Buela: Der „Fall“ ist deswegen wichtig, weil der damalige Chef der obersten Glaubensbehörde, Kardinal Joseph Ratzinger und auch Ratzinger als Papst Benedikt XVI. darin als wichtiger Akteur zugunsten des Paters Miguel Buela und seiner Gemeinschaft „verwickelt“ ist!</p>
<p>7.<br />
Der argentinischen Priester Miguel Buela gründete im Jahr 1984 in San Rafael, Provinz Mendoiza, seinen Priester &#8211; Orden mit dem ins Mystische (?) weisenden Titel: „Institut des Fleisch gewordenen Wortes“ (I.V.E. die offizielle Abkürzung), heute etwa 450 Mitglieder weltweit, auch im Erzbistum Berlin und in Neumarkt, Oberpflalz, vertreten. 1988 gründete Buela auch noch einen Nonnenorden mit dem Titel „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matara“, mit etwa 1.110 Mitglieder weltweit. <a href="https://ive.org/inicio-deutsch/">LINK</a><br />
„Wikipedia Spanien“ berichtet über die ersten Jahre des Ordens in Argentinien: „Der Orden geriet in Konflikt mit den Bischöfen der Region San Rafael und ließ sich in anderen Diözesen Argentiniens ohne die Erlaubnis der lokalen Kirchen &#8211; Behörden nieder. Infolgedessen war keiner der Bischöfe der Ansicht, dass die Gruppe die kirchenrechtlichen Bedingungen erfüllte, um ein regulärer Orden zu werden. …Der Heilige Stuhl hingegen unterdrückte den Orden nicht und genehmigte die Ordinationen von Seminaristen des Ordens; mehrere Jahre lang hatten sich die argentinischen Bischöfe geweigert, Mitglieder des Ordens zu ordinieren (wegen der geringen „Qualität“ dieser Kandidaten und des Ordensgründers, CM). Miguel Buela war im Jahr 1994 wegen vielfacher Vorwürfe, auch des Missbrauchs, gezwungen, als Vorgesetzter zurückzutreten und die Diözese San Rafael in Argentinien zu verlassen…Der Orden durfte sich aber in Italien in der Diözese Velletri -Segni bei Rom niederlassen.</p>
<p>8.<br />
Jetzt wird die Hilfe Kardinal Ratzingers für den umstrittenen Pater Miguel Buena wichtig: Im Jahr 2001 fand sich aber Kardinal Ratzinger bereit, diesen unter argentinischen Bischöfen höchst umstrittenen Orden und seinen Gründer in seinem eigenen Bistum Velletri-Segni in Italien anzusiedeln. Dazu muss man wissen: Kurienkardinäle sind immer auch dem Titel nach „Bischöfe“ eines bestimmten Ortsbistums, so ist eben Kardinal Ratzinger auch &#8211; nominell &#8211; Bischof von Velletri-Segni, Italien. Das „Institut vom Fleisch gewordenen Wort“ (IVE) hat gejubelt und so wörtlich der „Vorsehung gedankt“, als „ihr Titularbischof“ dann auch noch Papst wurde. Die internationale Kulturzeitschrift „Courrier International“ gab ihrem Beitrag über den Orden den Titel: „Die Soldaten des Fleisch gewordenen Wortes : Wie im Mittelalter“. Quelle ist die„Courrier International“ speziell die Ausgabe „Hors Serie“, mit dem Titel „Pourquoi les Religion se font la guerre“, herausgegeben im März 2007, dort S. 62. Dort heißt es: „Dieser offizielle, römisch – katholische Orden ist ausdrücklich mit dem argentinischen Nationalismus eng verbunden. Er will „die reinen und natürlichen Werte Argentiniens“ gegen die Atheisten verteidigen. Dieser Orden will die Gesellschaft bestimmen in Fragen der Politik, der Moral, der Erziehung“, das berichtet die argentinische Soziologin Prof. Veronica Gimenez Beliveau in einem Artikel für „Courrier International“.</p>
<p>9.<br />
Im Jahr 2001 konnte also der Orden &#8211; dank der Hilfe Kardinal Ratzingers &#8211; seine Leitungsstrukturen von Argentinien nach Segni in Italien verlegen. Die Zentrale der Gemeinschaft befand sich auf der Piazza San Pietro. Und der höchst umstrittenen Pater Buela konnte von dort aus als Generaloberober wirken… , im Jahr 2010 wurde er allerdings vom Vatikan von seinen Aufgaben entbunden. Und darauf nehmen nun die aktuellen Verurteilungen Pater Buelas durch den Vatikan im September 2026 Bezug:</p>
<p>10.<br />
Die Katholische Nachrichten Agentur (KNA) berichtet am 29.9. 2026: „Über einen ungewöhnlichen juristischen Vorgang hat am Dienstag der Vatikan informiert. Demnach haben zwei kirchliche Sondergerichte den verstorbenen argentinischen Priester und Ordensgründer Carlos Miguel Buela (1941–2023) postum für schuldig befunden, Vergewaltigungen begangen zu haben. Die Mitteilung erfolgte durch die vatikanische Ordensbehörde und wurde unterzeichnet von der verantwortlichen Präfektin Simona Brambilla, sie ist eine italienische Ordensfrau! In der Mitteilung heißt es, dass die Schuldsprüche (gegen Pater Buela) der zuständigen kirchlichen Spezial-Gerichte den Oberen der beiden Ordensgemeinschaften bereits am 14. September bei einem Treffen in Rom mitgeteilt wurden. Die Gerichte hätten &#8222;die moralische Gewissheit erlangt, dass Pater Buela an gewalttätigen Sexualstraftaten gegen mehrere Personen&#8220; schuldig gewesen sei. Das kirchliche Strafrecht spricht hier von &#8222;Verstößen gegen das Sechste Gebot“. Miguel Buela, der Ordensgründer als Verbrecher, ist 2023 gestorben, insofern kann jetzt nur den Opfern etwas Gerechtigkeit zuteil werden…<br />
Nebenbei: Wir finden es sehr bedenklich, dass KNA (publiziert von katholisch.de) in diesem aktuellen Bericht nicht die Hilfe und Unterstützung erwähnt, die Kardinal Ratzinger für den „Umzug“ (bzw. die Flucht?) des Priesters Miguel Buenas von Argentinien nach Italien leistete. ..</p>
<p>11.<br />
Es war also Kardinal Ratzinger als Chef der Glaubensbehörde, der dem schon in bischöflichen Kreisen Argentiniens bekannten Missbrauchstäter Pater Buela in der Nähe Roms Asyl bot und ihn dann auch weiter „wirken“ ließ.<br />
2010 wurde Miguel Buena wegen weiterer sexueller Übergriffe als Chef des Ordens abgesetzt: KNA schreibt in dem genannten Bericht: „Da seine mutmaßlichen Opfer Erwachsene waren, kam es jedoch zunächst nicht zu einem Strafverfahren. Buela wurde 2010 in ein französisches und 2016 in ein spanisches Kloster zwangsversetzt. Offenbar übertrat er dennoch weiterhin die gegen ihn verhängten Auflagen eines Lebens in Abgeschiedenheit und verübte sexuelle Übergriffe. Ein von dem spanischen Kurienkardinal Santos Abril y Castelló geleitetes Sonder-Tribunal sprach ihn 2021 wegen sexueller Übergriffe unter Zwang oder Gewalteinwirkung schuldig. Das Urteil wurde jedoch nicht rechtskräftig, weil Buela Berufung einlegte. Im Lauf dieses Gerichtsverfahrens starb er am 23. April 2023. Da er nicht rechtskräftig verurteilt war, verteidigten führende Mitglieder des von ihm gegründeten Männerordens auch nach seinem Tod weiterhin sein Andenken. Dem soll nun offenbar der postum verkündete Schuldspruch entgegenwirken.“ (KNA).</p>
<p>12.<br />
„Wikipedia (Englisch)“ bietet wichtige Informationen, gelesen am 2.10. 2026:<br />
„Buela starb am 23. April 2023 in Genua, Italien. Im September 2026 bestätigte die päpstliche Kongregation („Ministerium“) für die Ordensleute das Urteil, dass Buela während seiner Amtszeit mehrere Handlungen des sexuellen Missbrauchs und des Missbrauchs von Autorität begangen habe.<br />
ABER: Das „Institut des fleischgewordenen Wortes“ spricht weiterhin lobenswert von Buela auf verschiedenen Websites, die vom Institut und seinen Provinzen betrieben werden; offizielle Biografien loben sein Leben und seine Schriften und erwähnen nicht die Vorwürfe des Missbrauchs und der kirchenamtlichen Verurteilung. Im Jahr 2022 erklärte die Website von IVE America, dass Buela 2010 &#8222;in den Ruhestand ging&#8220; und das Dekret der Entfernung nicht erwähnte. Das Institut verkauft weiterhin Buelas Schriften, hat nach seinem Tod Gedenkvideos veröffentlicht, organisiert Pilgerfahrten zu seinem Grab und betrachtet ihn als `zu Unrecht vomHeiligen Stuhl verfolgt`. Im Januar 2025 ernannte das päpstliche „Minsterium“ für Ordensleute päpstliche Delegierte mit vollen Herrschaftsbefugnissen über die männlichen und weiblichen Zweige des Orden „Institut vom Fleisch gewordenen Wort“ (IVE) und erkannte &#8222;schwere Defizite&#8220; in den Instituten…. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Carlos_Miguel_Buela">LINK</a></p>
<p>13.<br />
Noch einmal: Miguel Buelas neue geistliche Gemeinschaften, Orden, gehören zu den Kreisen, die vom Vatikan, den Päpsten des 20. und 21.Jahrhunderts und sehr vielen Bischöfen hoch gelobt, gerühmt und zur Nachahmung empfohlen wurden und werden.<br />
<em>Hier eine kurze und unvollständige Liste weiterer bedeutender, weltweit verbreiteter „neuer geistlicher Gemeinschaften“:</em></p>
<p>A:<br />
Der Orden „Legionäre Christi“ und ihr Gründer, der notorische, auch pädo-sexuelle Verbrecher Pater Marcial Maciel: Er ist eine der übelsten Gestalten der jüngsten Kirchengeschichte.<br />
Sein Orden („Legionäre Christi“) und seine ebenso weltweite Laiengemeinschaft „Regnum Christi“ bestehen nach der lange verzögerten Freilegung der verbrecherischen Taten Mariel selbstverständlich nach wie vor weiter…obwohl viele Legionärs-Priester inzwischen ebenfalls des sexuellen Missbrauchs überführt wurden. Alles nicht so schlimm, ist das Motto im Vatikan ? Dieser Orden hat sehr viel Geld und vor allem sehr viele junge Priester, da ist es dem Papst wohl wichtig, dass er mit diesen Leuten den aussterbenden Klerus in den Bistümern ersetzen kann… Auch das ist ein Skandal: Papst Johannes Paul II. War ein enger Freund Pater Maciels, der Legionär &#8211; Christi &#8211; Gründer, der pädosexuelle Verbrecher, wurde ganz offiziell im Vatikan als „Vorbild der Jugend“ (sic) gepriesen. Christian Modehn hat diese Fakten in vielen Beiträgen dokumentiert. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/13698_neues-von-den-legionaeren-christi-der-nachwuchs-im-orden-bleibt-aus-und-die-alten-freunde-des-gruenders-sind-aktiv_benediktxvi">LINK</a>.</p>
<p>B:<br />
Das „Engelwerk“ ist eine ins Esoterisch &#8211; Obskure &#8211; Spinöse abgedriftete katholische Sekte eines totalen Engel-Kultes, etwa 400 Engel hat die Engelwerk &#8211; Gründerin Gabriele Bitterlich visionär gesehen und ihren Leuten zur Verehrung empfohlen. <a href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-sekte-engelwerk-die-haben-unsere-tochter-kaputtgemacht-a-722591.html">LINK</a> Das wurde dann selbst dem Vatikan zu viel: 1984 wollte Papst Johannes Paul II. die Zahl der 400 zu verehrenden Engel reduzieren, das Engelwerk reagierte darauf nicht. 1992 verfügte Kardinal Ratzinger dann ein strenges Dekret, das bestimmte Praktiken, etwa „Engelsweihen“ verbot… Allerdings wurde dann das Engelwerk 2008 offiziell doch als kirchliche Vereinigung anerkannt. Das Engelwerk kann sich also, nach einigen „Korrekturen“, in der katholischen Kirche frei werbend weiter bewegen: In der Geschichte dieser Gemeinschaft kam es auch zu Mord und zu Serien sexuellen Missbrauchs.<br />
Such das noch: Papst Johannes Paul II. erlaubte in seiner Begeisterung für irgendwelche neue geistlichen Gemeinschaften dieser katholischen Sekte sogar die Wiederbelebung eines bereits ausgestorbenen portugiesischen Ordens (des „Kreuzordens“, exakt: „Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz“, ursprünglich 1132 in Coimbra gegründet). Dieser Orden ist heute mit dem Engelwerk eng verbunden und zählt über 100 Mitglieder weltweit, eine Niederlassung auch in Schondorf am Ammersee. Auch der bekannte reaktionäre Bischof Athanasius Schneider (Kasachthan) gehört zu diesem Engelwerk &#8211; Kreuzorden: Wer sich für Details zu Schneider interessiert: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Athanasius_Schneider">LINK</a></p>
<p>C:<br />
Die Gemeinschaft „Das Werk“ , gegründet von „Mutter“ Julia Verhaghe aus Flandern. Nachdem „Das Werk“ im Jahr 2014 aufgrund des Verdachtes sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen geraten war, ordnete der Vatikan eine Visitation an, 2017 wurden Ergebnissen vorgelegt: „Das Werk“ muss sich also erneuern.… Prominente und kompetente Kritikerin ist die Theologin Doris Reisinger, ehemals Nonne in „Das Werk“. (Siehe ihr Buch „Nicht mehr ich…“, Knaur &#8211; Verlag. Und auch: „Nur die Wahrheit rettet“, Piper Verlag, 2021.</p>
<p>D:<br />
Die Bischöfe und der Vatikan haben sehr lange Zeit gebraucht, ehe es zum Verbot der einflußreichen korrupten „neuen geistlichen Gemeinschaft“ in Peru mit den verbrecherischen Initiatoren und Führungsgestalten kam: “Sodalicio“ ist der Name dieses katholischen „Vereins“.<br />
Anfang 2025 ordnete Papst Franziskus die Auflösung dieser auch politisch reaktionär &#8211; extremistischen Gemeinschaft an.<br />
1971 in Peru von Fernando Figari gegründet, missbrauchten er und andere führende Mitglieder systematisch Jugendliche, junge Männer und Minderjährige, die für die Gemeinschaft angeworben wurden. Nach der Freilegung der Verbrechen gab diese Organisation selbst offiziell mindestens 83 Missbrauchsopfer zu. Die Untaten waren körperliche Gewalt als Sadismus, Demütigungen, Züchtigungen, so sollte der individuelle Wille der Mitglieder und Kandidaten gebrochen werden. Ein Beispiel nur für die Untaten: LINK zu BBC:<br />
Die Sodalicio &#8211; Mitglieder wurden zu absolutem Gehorsam gezwungen und spirituell manipuliert. Es gab auch die übliche finanzielle Korruption. Diese Clique konnte mit dem Segen der Päpste und einiger peruanischer Bischöfe die progressive Präsenz der Kirche im Süden Perus viele Jahre lang offenkundig zerstören.<br />
Diese verbrecherische Clique ist eine Schande für die Kirche, für die Päpste, für die Erzbischöfe in Peru: Der einflussreichste Kardinal Cipriani in Lima gehörte dem Opus Dei an, er war auch ein heftiger expliziter Feind der Befreiungstheologie und … , wen wundert es, ein Freund und Unterstützer des Sodalicio &#8211; Vereins. Da werden einmal mehr Verbindungen unter reaktionären katholischen Gruppen sichtbar. (<a href="https://www.kath.ch/newsd/petition-in-peru-lanciert-kardinal-cipriani-soll-auszeichnung-verlieren/">LINK</a></p>
<p>2025 wurde endlich dieser inzwischen international agierende, sich katholisch nennende Club („neue geistliche Gemeinschaft“) vom Vatikan aufgelöst: <a href="https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2025-04/gemeinschaft-sodalitium-christianae-vitae-aufgelost.html">LINK</a></p>
<p>Papst Leo XIV. soll sich &#8211; schon als Bischof Prevost von Chiclayo, Peru &#8211; gegen diesen Sodalicio Verein gewandt haben! Details zu erfahren, wäre interessant&#8230; Siehe auch: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/19683_die-verbrecherische-katholische-gemeinschaft-sodalicio-wurde-von-papst-franziskus-verboten_befreiung">LINK</a></p>
<p>E:<br />
Die internationale, auch im rechten politischen Bereich politisch aktive geistliche Bewegung, in Italien gegründet, nennt sich „Comunione e liberazione&#8220;: Sie ist in ca.90 Ländern vertreten….Auch hier gibt es Fälle des sexuellen Missbrauchs. Zum Beispiel: Ende 2023 müsste die Führung von Comunione e Liberazione öffentlich zugestehen: Der langjährige Chef in den USA, Christopher Bacich, hatte über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg (von 1997 bis 2018) Minderjährige und junge Erwachsene sexuell und psychologisch missbraucht hat.<a href="https://www.ncronline.org/news/abuse-allegations-against-communion-and-liberation-leader-deemed-credible">LINK</a>:</p>
<p>F:<br />
Die in Frankreich gegründete Gemeinschaft „Emmanuel“: Eine internationale Bewegung, auch in Deutschland aktiv, insgesamt ca. 12.000 Mitglieder. Sie ist charismatisch geprägt, d.h. sie verehrt den heiligen Geist, zum Teil auch in Zungenreden (ein angeblich vom heiligen Geist bewirktes frei gesprochenes frommes Trallala in spontan erfundenen Worten). Der bekannte Schauspieler Michel Lonsdale war mit Emmanuel eng verbunden, etwa durch seine Teilnahme an den glossolalischen charismatischen Gebets &#8211; Nächten in der Kirche Trinité in Paris, dargestellt im Dokumentarfilm für die ARD „Unter dem Himmel von Paris“, 1999, von Christian Modehn.<br />
In Frankreich gibt es schwere Vorwürfe gegen Mitglieder von Emmanuel, so wurde der bekannte Priester Benoit Moulay 2023 wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Die Opfer reichten im Jahr 2024 Klage ein und sie zeigten, dass Moulay jahrelang trotz vorliegender Warnungen und Meldungen von der Hierarchie geschützt und versetzt worden war. Auch der Emmanuel &#8211; Priester Bernard Peyrous wurde wegen Vergewaltigung angeklagt: Die betroffene Frau Claudine Blanchard veröffentlichte die ihr zugefügten Untaten als Buch (im Mai 2026) „Un canapé rouge. De l’emprise à la liberté“,(„Ein rotes Sofa, von der Gefangenschaft in die Freiheit“) in dem sie die Untaten des Priesters im Zeitraum von 2003 bis 2013 dokumentiert, und vor allem: Die systematische Vertuschung dieser Untaten durch die Gemeinschaft Emmanuel….. Jetzt will die Leitung von „Emmanuel“ für die Freilegung aller Untaten im Verein sorgen!</p>
<p>G:</p>
<p>Die „Gemeinschaft vom heiligen Johannes“, (französisch: „Communauté Saint-Jean“): Diese international agierende Gemeinschaft ist eine wahre Skandal &#8211; Geschichte: 2023 wurde eine 800 Seiten umfassende Studie veröffentlicht, sie weist nach: Der Gründer, der Dominikanerpater Marie &#8211; Dominique Philippe, hatte über viele Jahre ein System geistlichen Missbrauchs, der Abhängigkeit, unter seinen Mitgliedern installiert. Unter dem Vorwand der geistlichen Begleitung missbrauchte er zahlreiche Frauen, seit der Gründung dieser Gemeinschaft im Jahr 1975 wurden 167 Menschen Opfer von Übergriffen. Auch 72 Brüder (Priester) der Gemeinschaft wurden als Täter identifiziert, das sind 8 Prozent aller Brüder, die jemals dieser Gemeinschaft angehörten. Wie bei den Legionären Christi und ihrem verbrecherischen Gründer, Pater Marcial Mariel, distanzierte sich die Gemeinschaft St. Jean von seinem frommen Gründer, dem Dominikaner Pater Philippe, einem Freund von Papst Johannes Paul II. Und nun will diese schwer belastete Gemeinschaft, plötzlich erneuert, weitermachen… in den Pfarr- Gemeinden etwa, die sie leiten… Die französischen Bischöfe sind auf diesen Club angewiesen, sie haben ja sonst fast keinen jungen zölibatären (?) Klerus mehr zur „Verfügung“…</p>
<p>H:<br />
Die Neokatechumenalen: Diese nach eigenen Angaben etwa 1,5 Millionen zählende ,in aller Welt agierende und missionierende Gemeinschaft hat sich völlig dem Neu &#8211; Evangelisieren verschrieben. Im Mittelpunkt steht das Monate dauernde Einpauken der Katechismus-Wahrheiten in Gruppen, dies wird explizit als Ausdruck von Theologie verstanden! Diese Gemeinschaft hat weltweit sogar etwa 120 eigene Priesterseminare errichtet, alle heißen „Redemptoris Mater“, sie erzeugen sehr konservative Priester, die die alten Priester in Europa ersetzen, sehr zum Unwillen vieler Gläubiger in den nun von Neokatechumenalen geleiteten Gemeinden. Christian Modehn hatte vor vielen Jahren schon begonnen, die Neokatechumenalen kritisch zu beobachten. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10592_neokatechumenale-katholiken-jubilieren-in-berlin-am-9-und-10-juni-2018-sie-bekehren-seit-40-jahren-die-hauptstadt_buchhinweise/theologische-buecher">LINK</a>.</p>
<p>Neueste Kritik von ehemaligen Mitgliedern, publiziert am 18.7.2026: <a href="https://www.religiondigital.org/blogs/matrimonios-monasticos-el-blog-de-ramon-fandos/existe-realmente-camino-neocatecumenal-estudio_132_1461025.html?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=estas_son_las_principales_noticias_de_rd&amp;utm_term=2026-07-20">LINK</a>.</p>
<p>I :</p>
<p>Das Opus Dei. Über dieses „Werk Gottes“ gibt es viele auch kritische Studien, in deutscher Sprache zumal von Peter Hertel. Nur etwa eintausend von ca.80.000 Opus &#8211; Dei Mitglieder sind Priester, die meisten sind also Laien, aber alle sehr verschwiegen, wie es sich für einen Geheimclub gehört. Dieses „Werk Gottes“ arbeitet verdeckt, hat auch sehr viele unerkannt bleibende Sympathisanten, selbst wenn sie formell nicht Mitglieder sind, wie einst wohl Kardinal Meisner (Köln) oder wahrscheinlich auch einst Kardinal Hengsbach (Essen) oder jetzt wohl Kardinal Woelki in Köln, aber ….alles ist geheim. Eine etwas mildere Form von Stasi in der katholischen Kirche also? Papst Johannes Paul II. war der heftigste Förderer und Liebhaber dieses Werkes Gottes, er setzte diese Leute ein … vor allem auch im Kampf gegen die „linke“ Befreiungstheologie…<br />
Papst Franziskus hatte es zu Beginn seiner Regierung gewagt, zwei Opus Dei Bischöfe abzusetzen: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/5780_zwei-opus-dei-bischoefe-von-papst-franziskus-abgesetzt_religionskritik">LINK</a> https://religionsphilosophischer-salon.de/5780_zwei-opus-dei-bischoefe-von-papst-franziskus-abgesetzt_religionskritik</p>
<p>K:<br />
Die Fokolar &#8211; Bewegung und ihre Gründerin Chiara Lubich:<br />
Heftig kritisiert wird der Personenkult um die Gründerin dieser internationalen Bewegung, also um Chiara Lubich. Viele Mitglieder klagen über die spirituelle Abhängigkeit, die diese nach außen so nette Dame , die Gründer &#8211; Gestalt, ausübte. Über den sexuellen und spirituellen Missbrauch in der Focolar &#8211; Gemeinschaft: <a href="https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2023-04/italien-fokolar-bewegung-missbrauch-aufklaerung.html">LINK</a></p>
<p>13.<br />
Wir beenden hier die immer noch weiter auszudehnende Liste der Dokumentation der korrupten Führer der neuen geistlichen Gemeinschaften und etlicher korrupter Mitglieder dieser geistlichen Gemeinschaften.<br />
<em>Wir haben nicht</em> von der Gemeinschaft „Totus Tuus“ gesprochen;<br />
nicht von der Ordensgemeinschaft „Diener Jesu und Mariens“ mit ihrem Zentrum in Blindenmark, Österreich;<br />
Wir haben nicht von den „Franziskanern der Immakulata&#8220; (Unbefleckten Empfängnis Mariens), gegründet 1970, gesprochen, LINK https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_der_Immakulata.<br />
Wir haben nicht nicht von den Missionaren “Idendes“, päpstlich anerkannt 2009, gesprochen;<br />
wir haben nicht von der „Petrusbruderschaft“ gesprochen, vom Papst eingerichtet (1988) als traditionalistische Priestergemeinschaft, die aber Papst und Konzil anerkennen will;<br />
wir haben nicht gesprochen von den „Franciscan Friars of the Renewal (CFR)“, den „neuen Kapuzinern …<br />
Wir haben nicht von der mächtigen „Christ- Königs &#8211; Priestergemeinschaft“ gesprochen… <a href="https://institut-christus-koenig.de/">LINK</a><br />
Und haben dabei die alten geistlichen Bewegungen vergessen, wie etwa die „Schönstatt -Bewegung“, gegründet, zu Ehren der „dreimal wunderbaren Mutter“ Maria (der rechtsradikale Präsident Chile, José Antonio Kast ist Mitglied der Schönstatt &#8211; Bewegung…),<br />
wir haben nicht gesprochen von der Bewegung der angeblich stigmatisierten Marthe Robin und ihrer „Foyers de Charité“,<br />
nicht von den Charismatikern, die sich „Chemin neuf“ nennen, nicht von der “Integrierten Gemeinde“ (Kardinal Ratzinger liebte diese Leute so…) und so weiter….</p>
<p>14.</p>
<p><em><strong>Was haben wir hier kurz dokumentiert? Die genannten Verbrechen sind systemisch für die katholische Kirche! </strong></em></p>
<p>Die Fülle des sexuellen und spirituellen Missbrauchs durch Gründer der sich &#8211; ziemlich arrogant &#8211; neue GEISTLICHE Gemeinschaften nennenden Bewegungen sowie auch des Missbrauchs durch sehr zahlreiche Mitglieder dieser Organisationen zeigt eindeutig: Diese Gemeinschaften sind <em>Ausdruck eines systemischen, d.h. zum klerikalen System der katholischen Kirche gehörenden, Schadens</em>. Diese Verbrechen und Verbrecher sind und waren nur möglch durch ein übliches klerikales Schweige &#8211; Kartell. Deswegen hat Papst Leo XIV. Unrecht: Er sagte am 28.9.2026 auf dem Rückflug seiner &#8222;apostlischen Reise&#8220; von Frankreich nach Rom: Diese Verbrechen wäre nicht systemisch bedingt, sondern eben, wie üblich, Einzelfälle einzelner Menschen. Natürlich sind immer einzelne Menschen die Handelnden. Aber es gibt nachweislich systemische Voraussetzungen, die diese Verbrechen erleichtern, wenn nicht gar fördern. Man denke daran: Viele Katholiken, Laien, halten heute noch Priester, Bischöfe usw. für Hochwürden, für Exzellenzen, Eminenzen und nennen diese &#8222;Hirten&#8220; auch noch so&#8230; Und der Papst als &#8222;Nachfolger des armen Fischers Petrus&#8220; gilt sogar als &#8222;heiliger Vater&#8220;, dessen Reich der &#8222;heilige Stuhl&#8220; (Vatikan) ist. In dieser stets uneindeutigen Melange von politisch auftretendem absoluten, undemokratisch regierenden Monarchen und spirtuellem Leiter der Kirche&#8230; Nebenbei: Eigentlich ist &#8222;heiliger Vater&#8220; ein blasphemischer Titel, über den sich niemand noch aufregt, weil einzig doch Gott heilig genachht werden darf&#8230; aber: so viele Hunderttausend jubeln ihrem &#8222;Führer&#8220; (Papst) zu, vielleicht sogar noch verständlich (aber nicht entschuldbar) als Ausdruck der Hilflosigkeit und Verwirrung in diesen verrückten Zeiten heute&#8230;<em>Aber so lange diese klerikale Allmacht nicht überwunden ist, also vom Vatikan selbst ausgelöscht wird, solange wird es immer wieder klerikale Verbrecher in neuen oder alten geistlichen Gemeinschaften und Ordensgemeinschaften geben, und im Weltklerus sowieso&#8230; </em></p>
<p><em>15.</em></p>
<p><em>Eine kurze theologische Beurteilung: Diese von Päpsten und zahllosen Bischöfen hoch gelobten Gemeinschaften mit inzwischen weltweit viele Millionen &#8211; Mitgliedern haben den Katholizismus auf seinem mühevollen Weg in die Moderne letztlich stark behindert, wenn nicht verdorben:</em> Sie haben die katholische Kirche als eine konservative, der traditionellen Frömmigkeit verpflichtete, männlich &#8211; klerikale Organisation zementiert. Diese Kreise entwickeln kaum wahrnehmbar eine Theologie, die der heutigen Weltsituation gerecht wird: Klima- Katastrophe, Geschlechtergerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, usw…).<br />
Diese Kreise sind auf die alte, angeblich immer richtige „ewige“ Lehre verpflichtet: Nur die Wiederholung und das Einpauken der alten Dogmatik könne ihrer Meinung nach die Mission der Kirche bedeuten. Es ist also eine totale Ideologisierung der Kirche, die da betrieben wird.<br />
Aber diese oft auch sehr finanzstarken, politisch sehr rechten Gruppen sind von der Kirchenführung immer noch sehr erwünscht, weil sie &#8211; so vermutet wohl der Vatikan &#8211; das Überleben der autoritären Klerus- Kirche garantieren. Aber durch diese „neuen geistlichen Gemeinschaften“ wird die katholische Kirche heute zum Getto..</p>
<p>Christian Modehn hat schon 2009 in seiner Studie über Papst Benedikt XVI., in dem Buch „Rolle rückwärts mit Benedikt“ (Publik -Forum Edition, 2009, S. 143 ff) auf den eingangs genannten Miguel Buela und seine Verbindung mit Kardinal Ratzinger aufmerksam gemacht:</p>
<p><em>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</em></p>
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		<title>Böhmen &#8211; Ein Land der Ketzer: Anläßlich der Buchmesse 2026 in Frankfurt</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 19:30:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Böhmen als Land der Ketzer: Mit unserer These leugnen wir nicht: Auch andere Länder, Frankreich, Italien, Deutschland, sogar Spanien haben ihre eigene Ketzergeschichte.<br />
Böhmen ist aber seit Jahrhunderten durch eine herausragende, international bekannte und bis heute geschätzte Ketzer - Gestalt bestimmt, durch den katholischen Priester und Theologen Jan Hus (1370-1415). Er hat in Prag für eine grundlegende Kirchenreform geworben - mit dem Maßstab des Evangeliums, der Urkirche. Er verurteilte den herrschenden, dekadenten Klerus und die Machtstruktur der Papst - Kirche. Jan Hus predigte auf Tschechisch, so fand er viele Anhänger für sein Projekt der Kirchenreform. Er glaubte, auf dem Konzil in Konstanz die Herren der Kirche von seiner Theologie überzeugen zu können: Aber, der ideologische Machterhalt war den Bischöfen und Kardinälen wichtiger: Jan Hus wurde am 6.Juli 1415 während des Konzils in Konstanz verbrannt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22747_22747_aktuelles">Böhmen &#8211; Ein Land der Ketzer: Anläßlich der Buchmesse 2026 in Frankfurt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Böhmen &#8211; Ein Land der Ketzer: Anläßlich der Buchmesse 2026 in Frankfurt.</p>
<p>Ein Hinweis auf Tschechien, Ehrengast der Buchmesse<br />
Von Christian Modehn</p>
<p>Dieser Hinweis hat zwei Teile:<br />
Erstens: Eine allgemeine Reflexion über Ketzer<br />
Zweitens: Ketzer in Böhmen</p>
<p>ERSTER TEIL: Eine allgemeine Reflexion über Ketzer</p>
<p>1.<br />
Anläßlich der Buchmesse 2026 in Frankfurt unser Hinweis zum Thema „Religionen und Philosophien in Tschechien“. Das Motto der Buchmesse: „Tschechien: „Ein Land an der Küste“ ist inspiriert von einem Spruch in Shakespeares „Das Wintermärchen“ oder auch von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Böhmen liegt am Meer“. Durchaus ein treffender Titel für „die“ ironische, skurrile, surrealistische, manchmal absurde (siehe die Erzählungen von Bohumil Hrabal, „Die Bafler“) Mentalität in Böhmen und Tschechien insgesamt. Eine etwas gewagte These, gewiss, aber ein Beitrag zu einer umfassenderen Reflexion…</p>
<p>2.<br />
Wir konzentrieren uns hier auf Böhmen und lassen Mähren und Tschechisch-Schlesien, also die zweite und dritte Region Tschechiens, beiseite.<br />
Und folgen einer für Böhmens Geschichte und Gegenwart typischen Perspektive: Böhmen ist für uns ein Land der (vielfältigen) Ketzer. Auf diese Spur brachte uns die Studie des tschechischen Philosophen Jan Patocka „Ketzerische Essays zur Philosophie der Geschichte“. Patocka war ein wichtiger Gegner des Kommunistischen Regimes, er war einer der Sprecher der „Charta 77“. Sein Text wurde 1975 als Samisdat, im Selbstverlag im Untergrund, veröffentlicht; es liegt in einer Neu &#8211; Übersetzung bei Suhrkamp vor (2010).</p>
<p>3.<br />
Für uns gilt das Wort „Ketzer“ über das übliche Verständnis eines religiösen, kirchlichen „Abweichlers“ („Häretikers“) hinaus. Wenn Diktaturen ihrer Ideologie („die heilige Parteilinie“) religiöse, unantastbare Werte zusprechen, dann sind die Oppositionellen durchaus Ketzer zu nennen. Oder wenn sich Minderheiten gegen einen absolut vorherrschenden kulturellen , künstlerischen, sozialen Trend wenden, kann man sie Ketzer (gemeint als Metapher, als bildhaften Vergleich) nennen. Insofern kann man etwa Künstler der „Berliner Sezession“ (Max Liebermann) oder der „Wiener Sezession“ (Gustav Klimt) Ketzer gegen den damals für selbstverständlich gehaltenen Trend nennen. Sezession heißt bekanntlich Abspaltung.<br />
Mit anderen Worten: Das Wort Ketzer sollte nicht nur für explizit religiöse Abweichler, „Häretiker“, „Schismatiker“ usw. gebraucht werden.<br />
Manche religiösen Reformer beginnen als sehr radikale Reformer, wenn nicht als Ketzer ihres kirchlichen Systems, wie etwa Franz von Assisi. Sie lassen sich dann aber von den Herrschern des Systems, im Fall von Franz von Assisi von den Päpsten (etwa Innozens III.) wieder auf die offizielle Linie kirchlicher Dogmatik zurückbringen. Hingegen ließ sich etwa der Prediger Petrus Valdes (gestorben 1218), ein Zeitgenosse von Franz von Assisi), nicht auf einen Kompromiss mit den Päpsten ein. Seine ketzerische Waldenserkirche besteht bis heute als eigenständige, sehr angesehene Konfession ins Italien.</p>
<p>4.<br />
Bei aller Pluralität ihrer Forderungen sagen die zu Ketzern erklärten Minderheiten laut und explizit Nein zur herrschenden Ideologie: Sie denken und fordern Neues, suchen leidenschaftlich und radikal die universell geltende Wahrheit oder die Wahrheit des Ursprungs einer humanen oder religiösen Idee…<br />
Auch wenn sich Ketzer und KetzerInnen zunächst noch auf eine vorherrschend &#8211; bestehende, überlieferte Ideologie beziehen, sie haben diese vertraute Welt überschritten, transzendiert. Dadurch leben KetzerInnen in einer Art Niemandsland: Sie befinden sich nicht mehr in ihrer alten geistigen „Heimat“ und sind noch nicht in einer neuen „Welt“ angekommen. Für die Herrscher bedrohlich werden die KetzerInnen, wenn sie eine breite Bewegung von Sympathisanten und Anhängern versammeln und die angebliche „Einheit“ des Herrschaft &#8211; Systems zu überwinden suchen.</p>
<p><em>ZWEITER TEIL: Ketzer in Böhmen</em></p>
<p>5.  <em>JAN HUS</em><br />
Böhmen als Land der Ketzer: Mit unserer These leugnen wir nicht: Auch andere Länder, Frankreich, Italien, Deutschland, sogar Spanien haben ihre eigene Ketzergeschichte.<br />
Böhmen ist aber seit Jahrhunderten durch eine herausragende, international bekannte und bis heute geschätzte Ketzer &#8211; Gestalt bestimmt, durch den katholischen Priester und Theologen Jan Hus (1370-1415). Er hat in Prag für eine grundlegende Kirchenreform geworben &#8211; mit dem Maßstab des Evangeliums, der Urkirche. Er verurteilte den herrschenden, dekadenten Klerus und die Machtstruktur der Papst &#8211; Kirche. Jan Hus predigte auf Tschechisch, so fand er viele Anhänger für sein Projekt der Kirchenreform. Er glaubte, auf dem Konzil in Konstanz die Herren der Kirche von seiner Theologie überzeugen zu können: Aber, der ideologische Machterhalt war den Bischöfen und Kardinälen wichtiger: Jan Hus wurde am 6.Juli 1415 während des Konzils in Konstanz verbrannt. „Was die Konzilsväter in Konstanz wirklich in Angst versetzte war der breite gesellschaftliche Widerhall der aufrührerischen Lehren“, schreibt der Hus &#8211; Spezialist Pavel Soukoup in seinem Buch „Jan Hus“, Kohlhammer Verlag, 2014, Seite 202. Der Märtyrertod von Jan Hus verstärkte nur die Zustimmung zu seiner Lehre: Der „Hussitismus“ wurde zur prägenden Bewegung in Böhmen, sie wirkte über Jahrhunderte. (S. 211).</p>
<p>6.<br />
Eine zentrale Forderung von Jan Hus: Auch Laien müssen an der Kelch &#8211; Kommunion teilhaben, bis heute kein nebensächliches Thema: Das Privileg der Priester, die Kelchkommunion zu praktizieren, sollte aufgehoben werden. Die Kleriker ie wollten sich auf diese Weis als „Besondere“, „Höhergestellte“ gegenüber den zweitklassigen Laien definieren.<br />
Es war die umfassende Kirchenkritik von Hus, die in Böhmen leidenschaftlich begrüßt wurde: Und einen Erfolg &#8211; trotz aller Verfolgung &#8211; hatten die Hussiten: In Böhmen standen sich bis ins 17. Jahrhundert zwei Katholische Kirchen gegenüber: Die Kirche des Reformators Jan Hus verstand sich als katholische Landeskirche, sie hatte eine eigene Kirchenverwaltung … und daneben die offizielle, vom Haus Habsburg beherrschte römische &#8211; katholische Kirche mit ihrer eigenen Kirchenorganisation. „Die Hussiten führten bewusst und mit Absicht eine von Rom praktisch unabhängige Existenz. Sie betrachteten sich als einen Teil der katholischen Kirche, doch als den momentan einzig rechtmäßigen Teil.“ (Soukup, S. 217)<br />
Eine breite Bewegung der Hussiten nannte sich „Utraquisten“, ein Titel wegen ihres Insistierens auf den Empfang des Abendmahls in beiden Gestalten der Kommunion, Brot UND Wein. Der Begriff Utraquisten bezieht sich auf das lateinische Wort utraque, was „beide“ (Gestalten) bedeutet. „Bei den Hussiten spielte die entscheidende Rolle, dass sie das Lehramt der institutionellen Kirche anzweifelten“ (ebd.). Das heißt: Die vom Papst geführte Kirche war für die Hussiten nicht mehr fürs „Seelenheil“ zuständig.</p>
<p>7. <em>Hussiten &#8211; eine Landeskirche </em><br />
Die ersten böhmischen Ketzer, die Hussiten, konnten zunächst nur überleben, weil sie sich auch militärisch und politisch behaupten konnte: Der niedere wie der höhere tschechische Adel sowie auch die Bürger der Städte unterstützten die „Ketzer.“ So wurde diese Reformkirche zunächst nicht in den Untergrund gedrängt. „Im Gegenteil, die Hussiten konnten die öffentliche Ausübung ihrer Religion behaupten und entwickelten ihre Form der Kirchenreform letztendlich zu einer eigenständigen Konfession“, so Pavel Soukup (S. 217).<br />
Nach der Niederlage der protestantischen und hussitischen Stände gegen die katholische Macht der Habsburger unter Kaiser Ferdinand II. in der Schlacht am Weißen Berg 1620 wird die hussitischen Kirche zerschlagen, die katholische &#8211; habsburgische, von Jesuiten betriebene Gegen &#8211; Reformation hatte sich brutal durchgesetzt. Die hussitischen Geistlichen mussten auf kaiserlichen Befehl Böhmen verlassen.<br />
Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg bei Prag errichteten die habsburgischen Sieger dort eine Kirche zu Ehren der Jungfrau Maria, deutlicher Ausdruck für den Sieg der triumphierenden Kirche…, darauf weist der katholische Theologe Tomas Halik hin in seinem Buch „Geduld mit Gott, Freiburg i.Br. 2007, S. 120: Und : „In den von Habsburgern beherrschten Ländern fraß der Holzwurm des Formalismus, der Äußerlichkeit und der Scheinheiligkeit still und unauffällig am Gebäude des alten (katholischen) Glaubens (S. 92).<br />
Historiker der „Nationalen Wiedergeburt“ im 19. Jahrhundert bezeichneten die der Schlacht am Weißen Berg folgende Ära &#8211; nach einem Roman von Alois Jirásek &#8211; als „dunkle Zeit“, der Zeit des „Austro &#8211; Katholizismus“ als Herrschaft des Klerikalismus. So wurde die Bindung der Böhmen an die katholische Kirche ausgelöscht…<br />
Auch wenn die Päpste Johannes Paul II und Franziskus ihr tiefes Bedauern über das Schicksal Jan Hus` in Konstanz geäußert haben: Eine Rehabilitierung hat es nicht gegeben. So bleibt also in der Sicht der römischen Kirchen Jan Hus doch ein Ketzer…</p>
<p>8. <em>Die &#8222;Tschechoslowakisch &#8211; Hussitische Kirche&#8220;</em><br />
Die sich von Jan Hus inspirierte Kirche wurde im 17. Jahrhundert ausgelöscht. Aber die Erinnerung an den „Ketzer“ des 15. Jahrhunderts blieb lebendig: 1920 hat sich wieder eine neu gegründete Kirche auf Hus bezogen: Die „Tschechoslowakisch &#8211; Hussitischen Kirche“ ist ein eigener Weg aus der offiziellen katholischen Kirche in Tschechien, sie ist eine Initiative römisch &#8211; katholischer Priester, vor allem Karel Farsky muss erwähnt werden: Diese hussitische Kirche feiert seit 1920 ihre Gottesdienste nicht mehr auf Latein, sondern auf Tschechisch, das Zölibatsgesetz gilt nicht mehr, auch die Frauenordination wird dann selbstverständlich… Schon 1921 hatte diese Hussistische Kirche 525.000 Mitglieder, 1930 waren es 793.000. „Die Tschechoslowakisch &#8211; Hussitische Kirche konnte sich durch das Wahlprinzip für geistliche Ämter und die Laienbeteiligung an der Kirchenverwaltung sehr plausibel als Kirche der neuen Zeit (also der Tschechischen REPUBLIK) darstellen.. Sie war von dem Anspruch geprägt, eine Kirche der Demokratie zu sein.“ (Prof. Martin Schulze Wessel, in: „Handbuch der Religions &#8211; und Kirchengeschichte der böhmischen Länder und Tschechiens im 20.Jahrhundert“, München 2009, S. 139.) Als ein richtungweisender Interpret des Evangeliums wurde von dieser Kirche ausdrücklich Jan Hus erwähnt. Für die katholische Kirche hat die Tschechoslowakisch &#8211; Hussitische Kirche einen „ketzerischen Charakter“ (S. 145).<br />
Was als ketzerische Tat gegen Rom und die katholischen Herrscher in Wien begann, wurde vom kommunistischen Staat ausgenutzt und führte mit der kommunistischen Herrschaft zu einer Nähe etlicher Mitglieder der Hussitischen Kirche an die herrschende Partei. Heute ist diese gegen Rom rebellische Hus &#8211; Kirche leider nur eine Minderheit unter den ebenfalls zahlenmäßig schwach dastehenden anderen Konfessionen. Die „Tschechoslowakische Hussitische Kirche“ ist Mitglied im ökumenischen Weltrat der Rat in Genf. Die offizielle Website der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche (auf Tschechisch: Církev československá husitská): ccsh.cz<br />
Zur aktuellen Religionsstatistik der gesamten Republik Tschechien: Die aktuellsten und offiziellen Daten zur Religionsstatistik in Tschechien stammen aus der Volkszählung (Zensus 2021), die vom Tschechischen Statistischen Amt (CZSO) durchgeführt wurde:<br />
&#8222;Nicht gläubig / Konfessionslos&#8220;: 47,8 %. „Keine Angabe“ 30,1. „Gläubig, aber keiner Kirche zugehörig“: 9,1 %: Ein interessantes Bekenntnis!<br />
…„Gläubig und Mitglied einer Religionsgemeinschaft“: 13,1 %. Und da gilt es die Unterschiede zu beachten:<br />
Zur Römisch-katholischen Kirche wollen 9,3 % (ca. 741.000 Mitglieder) gehören. Die katholische Kirche ist trotz Verluste die mit Abstand größte Glaubensgemeinschaft im Land.<br />
Die Orthodoxe Kirche hat ca. 40.000 Mitglieder,<br />
die Evangelische Kirche hat 33.000 Mitglieder,<br />
die Tschechoslowakisch &#8211; Hussitischen Kirche ca. 23.000.<br />
Zum Islam bekennen sich ca. 10. 000 Menschen, zum Judentum 3.000…<br />
Die nächste Volkszählung (mit Veröffentlichung der entsprechenden Religionsstatistik) soll 2031 stattfinden.</p>
<p>9. Die spirituellen Oppositionellen der Samtenen Revolution<br />
„Samtene Revolution“ ist der Name für die Überwindung der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei im November und Dezember 1989. Der Prager katholische Theologe, Philosoph und Autor Tomas Halik weist nachdrücklich daraufhin: Diese „Samtene Revolution“ in Prag wurde von Intellektuellen vorangebracht, die selbst individuell einzelne Weisheiten des Evangeliums wichtig fanden, aber diese Demokraten waren kirchlich &#8211; amtlich nicht gebunden, also in gewisser Weise &#8211; aus Sicht der offiziellen Kirche &#8211; waren sie auch Ketzer: „In den letzten Jahren des kommunistischen Regimes wuchs die Zahl der Sympathisanten für die katholische Kirche besonders unter den jungen Leuten, den Künstlern, der Intelligenz des Landes. Sie identifizierten sich zum Großteil nicht zu hundert Prozent mit der Lehre und den Inhalten der kirchlichen Dogmatik, aber für sie bot das Christentum eine politische wie philosophische Alternative zur herrschenden kommunistischen Macht“. (Tomas Halik, in “ Postsäkular“, „Kunst und Kirche“, 01/2013, S. 5.). Siehe auch unseren Hinweis: LINK https://religionsphilosophischer-salon.de/12118_die-samtene-revolution-1989-in-der-tschechoslowakei-nur-noch-eine-ferne-erinnerung_denkbar<br />
Wichtig ist: Menschen, die außerhalb der Kirche stehen, aber Weisheiten des Evangeliums sehr wichtig finden, können eine „Samtene Revolution“ vollbringen!</p>
<p>10.<br />
Tomas Halik geht also mit guten Gründen so weit zu betonen: „Das Lebendigste der tschechischen Kultur der letzten zwei Jahrhunderte fand außerhalb des traditionellen, offiziellen und institutionellen Raums der Kirche statt“, (Tomas Halik: „Geduld mit Gott“. Herder Verlag, 2007, S. 93). Die führenden Intellektuellen nannten sich Atheisten oder Agnostiker, aber Halik legt allen Wert darauf zu differenzieren: „Unter der Etikette von Agnostizismus und Atheismus findet man eine sehr große Bandbreite sehr differenzierter Meinungen und Überzeugungen. Atheisten wenden sich oft von einem Bild Gottes ab, an das auch ich nicht glauben würde, weil es nur eine Karikatur Gottes ist“ (Tomas Halik, S. 7, in „Kunst und Kirche“, Heft 1/2013.<br />
Die politischen Ketzer Böhmens zugunsten der Demokratie 1989 waren also auch religiöse Ketzer: Weder der erste Staatspräsident der tschechischen Republik Tomas Masaryk noch Václav Havel waren Atheisten: „Jeder ist auf seine Art und Weise sehr offen für die transzendente Dimension des Lebens, insbesonders für deren ethische Konsequenzen. Aber niemand war bereit, ihre Erfahrung der Transzendenz in der traditionellen Sprache der Kirche auszusprechen. Vaclav Havel spricht etwa über den Horizont der Horizonte statt von Gott“, (in Geduld mit Gott, S. 94. ) Halik nennt diese &#8211; für die offizielle Kirche &#8211; ketzerische Spiritualität hochschätzend: „scheue Frömmigkeit“( ebd.). Ein Begriff, den man sich merken muss, wenn über Säkularisierung und „Atheismus“ in Europa gesprochen wird.</p>
<p>11. <em>Frauen als katholische PriesterInnen in Tschechien</em><br />
Auf ungewöhnliche KetzerInnen in der katholischen Kirche Tschechiens im 20.Jahrhundert muss hingewiesen werden: Es gab in der Zeit der Kommunistischen Herrschaft katholische Frauen, die sich von dem gültig geweihten römisch &#8211; katholischen Bischof Felix Maria Davidek (1921-1988) heimlich und von den Päpsten unerlaubt zu Priesterinnen weihen ließen. Sie wollten im Untergrund tätig die katholische Kirche vor der Auslöschung bewahren: Die bekannteste Priesterin ist Ludmila Javorová, sie ist am 17. September 2026 im Alter von 94 Jahren in Brno (Brünn) gestorben. Die katholische Priesterin Javorová (geweiht 1970) setzte ihr Leben ein für das Überleben der Kirche: Aber ihr Einsatz wurde vom Vatikan nicht anerkannt: Nach der Wende erklärte der Vatikan ihre Priesterweihe für ungültig. Wenn diese hilfreichen KetzerInnen nicht mehr gebraucht werden, lässt der Vatikan sie halt fallen. Denn die Allherrschaft des männlichen Klerus darf nicht gebrochen werden. Frau Javorová akzeptierte &#8211; treu katholisch &#8211; ihre Degradierung und arbeitete dann als Religions-Lehrerin weiter…</p>
<p>12.<em> Hasek und Hrabal sind spirituelle Dichter</em><br />
Auch zwei sehr beliebte und hoch &#8211; geschätzte Schriftsteller sind auf ihre besondere Art von Ketzerei betroffen: Wir weisen hier nur auf die beiden Dichter Jaroslav Hasek (1883 &#8211; 1923) und Bohumil Hrabal: 1914 &#8211; 1997) hin, zwei Klassiker der tschechischen Literatur im 20. Jahrhundert.</p>
<p>Jaroslav Haseks Roman „Der brave Soldat Schwejk“ (in 58 Sprachen übersetzt) gilt einem außergewöhnlichen Ketzer. Einem Mann, der auf seine Art Nein sagt zu den herrschenden Mächten: Militarismus, Krieg und Bürokratie. Schwejk sagt Nein gerade auch mit seiner offensiven, gespielten Dummheit: „Melde gehorsamst, ich bin so blöd“. Schwejk, der Mensch inmitten von Unmenschlichkeit, will das System von Krieg und Ungerechtigkeit von Innen sprengen.</p>
<p>Die sehr persönliche, individuelle Spiritualität Bohumil Hrabals entspricht<br />
nicht den dogmatischen Lehren der katholischen oder evangelischen Kirche, betont der Religionswissenschaftler Prof. Paul Hosek (Prag): Er zeigt aber: Hrabal war mit einem evangelischen Pfarrer in Libice nad Cidlinou befreundet, und er hielt in dieser Kirche seit 1980 am 4.Adventssonntag regelmäßig Predigten. Pavel Hošeks interessante Studie hat den ins Englische übertragenen Titel: „The Gospel according to Bohumil Hrabal“. Brno, Centre for the Study of Democracy and Culture 2024, 218 p.  (Siehe Fußnote 1)</p>
<p>13. <em>Die Prager Kneipe als spiritueller Ort</em><br />
Auch das ist eine Gestalt religiöser Ketzerei auf böhmische Art: Hasek wie auch Hrabal sind als begeisterte Freunde und Stammgäste ihrer Gasthäuser, Kneipen. Sie gehen soweit der Kneipe den Rang heiliger Orte zuzusprechen, Orte der offenen Kommunikation als Konkurrenz zu den immer gleichen Liturgien in den Kirchen und ihren Gemeinden. Es gibt in Prag an der Akademie der Wissenschaften tatsächlich eine Ort für spezielle Studien zur Bedeutung der Kneipen in Böhmen und Prag besonders: In den Studien des Soziologischen Instituts der Tschechischen Akademie der Wissenschaften wird der Kneipenwirt (hospodský) oft in einer Rolle beschrieben, die dem eines Seelsorgers gleicht. Er hört zu, bewahrt Geheimnisse und gibt Ratschläge. Und der Gast des Stammtisches hält sich in seiner Kneipe wie in einem geschützten Bereich auf. Hrabal meint: In der Kneipe kann man für sich allein meditieren oder … wie auch mit der Menge der Gäste förmlich verschmelzen: Das frisch gezapfte Bier hat für Hrabal geradezu eine religiöse Bedeutung. In seinem Werk „Vita nuova“ beschreibt er eine Kneipe mit fast sakralen Worten: „Herr Ober, diese Ihre Gaststätte, das ist keine Spelunke, dieses Ihr Wirtshaus, das ist die (in Prag berühmte, CM) Betlehem-Kapelle, in der jeder Gast zu dem wird, was er einmal war oder sein wollte&#8230;“</p>
<p>14.<br />
Man sollte eine Dialektik erkennen:<br />
In diesem Hinweis werden die vom System zu Ketzern herabgewürdigten Menschen ihrerseits in gewisser Weise zu geistig bestimmenden Herrschern: Sie erklären für sich und ihre Gemeinden die Mehrheit der Herrscher des Systems zu Ketzern, zu Ketzern, die die Menschenrechte verraten und verachten. Es waren katholische Dissidenten, verfolgte Priester und Theologen, vom kommunistischen Regime Inhaftierte, die über die Zukunft des christlichen Glaubens nachdachten und geheim ihre Überlegungen als Samisdat (im Selbstverlag) publizierten. Wir erinnern hier nur Oto Madr, auch Josef Zverina würde viel Aufmerksamkeit verdienen. Diese vom Kommunistischen System zu Feinden, zu Ketzern, erklärten Intellektuellen, können ihrerseits die all-herrschenden Parteifunktionäre als Ketzer, nämlich als Feinde der Humanität, erkennen.</p>
<p>14. <em>Die sterbende Kirche</em>&#8230;<br />
Der katholische Pfarrer Oto Mádr (1917 &#8211; 2011) wurde 1951 von den Kommunisten wegen „Spionage für den Vatikan“ verhaftet, bis 1966 saß er in Haft, danach organisierte er die geheime katholische Untergrund &#8211; Kirche. Er entwarf schon im Gefängnis das Bild einer Kirche, die sich unter den Bedingungen der Verfolgung nur auf das Wesentliche konzentriert. Berühmt wurde sein Zitat: „Die Kirche braucht wahrhaft geistliche Menschen, wenn sie in einer Situation der Bedrohung bestehen will. Sie kommt ohne Konsistorien (Kirchenbürokratien) aus, ja sogar ohne Bischöfe, ohne Schulen, Krankenhäuser und Presse&#8230;“ aus dem theologischen Essay „Ein Wort über diese Zeit“ (Slovo o této době) von Oto Mádr.. Den Text hatte er 1950 im Untergrund der Tschechoslowakei verfasste. https://www.oto-madr.cz/_d/01/struct/Oto-Madr_Wie-Kirche-nicht-stirbt.pdf<br />
Oto Madr gründete 1978 die geheime Zeitschrift Teologické texty („Theologische Texte“) und war der wichtigste theologische Berater des Prager Kardinals František Tomášek.<br />
Der weltweit bekannte katholische Theologe und Philosoph Tomas Halik in Prag hat sich in seinem Buch „Die Zeit der leeren Kirchen“ (Herder &#8211; Verlag, 2021) erneut mit seinem „großen Lehrer im Glauben“ Oto Madr (S. 97) auseinandergesetzt. Halik hat die provozierende These Madrs vom „Modus moriendi der Kirche“, von der Art und Weise des Sterbens der Kirche, aufgegriffen. Tomas Halik schreibt: „Ich bin davon überzeugt, dass nur ein Glaube, der stirbt und von den Toten aufersteht, tatsächlich ein christlicher Glaube ist. Ich bin davon überzeug, dass nur eine Kirche, die stirbt und von den Toten aufersteht, tatsächlich eine christliche Kirche ist. Ich bin davon davon überzeugt, dass nur eine Theologien die stirbt und von den Toten aufersteht, tatsächlich eine christliche Theologie ist.“ (S. 96 f.).<br />
Es wäre ein interessantes theologisches Thema: die Gefängnistheologie Dietrich Bonhoeffers („Widerstand und Ergebung“) und die Theologie der sterbenden Kirche Oto Madrs zu vergleichen. Das Thema Bonhoeffer und Madr wäre sehr „spannend“, Katharina Kunter schreibt in dem genannten Buch: In den evangelischen Kirchen“fand das von dem deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer (1906 -1945) in Fragmenten überlieferte Konzept eines religionslosen Christentums und einer weltlichen Interpretation des Evangeliums große Resonanz. Bonhoeffers Briefe wurden sogar von der von Vaclav Havel gegründeten Samsidat- Reihe „Edition Expedition, (Edie Expedite) herausgegeben.“ (S. 733).<br />
Wir können hier nur das sehr marginale Interesse in Deutschland an den vielfältigen Formen kirchlichen Überlebens unter der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei feststellen. Das gründliche „Handbuch der Religions &#8211; und Kirchengeschichte der böhmischen Länder und Tschechiens im 20.Jahrhundert“, München, 2009, bietet dazu ausführliche Informationen, die Studien sind aber eher für Spezialisten wichtig.</p>
<p>15. <em>Die einsamen Trappisten von Novy Dvur</em><br />
Angesichts der religiösen Desinteresses in weitesten Kreisen Böhmens werden christliche Minderheiten heute ihrerseits zu Ketzern gegenüber der herrschenden a &#8211; religiösen Kultur. Deutliches und sichtbares Zeichen dieser Form christlicher Ketzerei ist das Trappisten &#8211; Kloster in Novy Dvúr im Bezirk Karlovy Vary, Karlsbad. Es wurde 2011 feierlich eingeweiht: Die Trappisten sind Mitglieder des sehr strengen, absolut zurückgezogenen „Schweige &#8211; Ordens“, sie leisten keine Seelsorge in den Gemeinden, sie predigen nicht außerhalb des Klosters, ihnen ist die soziale Umgebung nicht wichtig. Von 3.15 Uhr nachts bis 19.30 abends beten die 20 Mönche alle drei bis vier Stunden in ihrer neu erbauten Kirche (Architekt: John Pawson). Zur bewussten radikalen Abgrenzung des Klosters von der Umgebung siehe Fußnote 2.<br />
Das Trappisten Kloster befindet sich im Bistum Pilsen, von den dort 117.000 sich katholisch nennenden BewohnerInnen, nehmen weniger als 10.000 Katholiken an den Sonntagsmessen teil. Der Bischof Dr. Tomas Holub nennt etwa 15 bis 18 noch lebendige Pfarreien (von insgesamt 68) im Bistum, überall scheint Kirche, vielleicht auch das Christentum, zu sterben… LINK https://bistum-regensburg.de/news/schwierig-mit-der-kluft-zwischen-glaeubigen-und-nichtglaeubigen-zu-leben-der-pilsener-bischof-dr-tom-holub-ueber-die-katholische-kirche-in-tschechien-6389</p>
<p>Unsere ketzerische Frage ist also: Wenn die 20 Trappisten &#8211; Mönche in Novy Dvur völlig abgeschottet In der Einsamkeit leben: Ist das in gewisser Hinsicht eine Ketzerei .. angesichts der Situation im Bistum Pilsen? Dort könnten ja Theologen gebraucht werden, die in einen spirituellen Dialog mit den vielen Atheisten und Agnostikern der Umgebung eintreten…</p>
<p>16.<em> Der Prager Kardinal Duka als Freund der Rechtspopulisten und Rechtsextremen</em>:</p>
<p>Noch einmal das Grundsätzliche ganz kurz: Wir betrachten Böhmen als Land der Ketzer. Und wissen: Es sind immer die Herrscher, die aufmüpfige Minderheiten zu Ketzern erklären, also zu Leuten, die der Wahrheit, der Ideologie, des Herrschaftssystems widersprechen. Das ist entscheidend: Wir betrachten aber auch die Herrscher als Ketzer, und zwar aus der Sicht der Minderheiten: Sie sehen, wie stark die Herrscher von den allgemeinen, universell geltenden humanen Prinzipen abweichen. Es sind also vernünftige Minderheiten, die auch unter den Herrschern Ketzerisches, Falsches, wahrnehmen und dies explizit sagen.<br />
Nach dieser allgemeinen Bemerkung zu einem umfassenderen Verständnis der Ketzer ein Hinweis zu aktuellen Ereignissen der katholischen Kirche in Tschechien. Darauf hat Professor Tomáš Petráček aufmerksam gemach in einem Vortrag am 5. Dezember 2023 für das „theologische Forschungskolleg“ an der Universität Erfurt. Tomáš Petráček, geboren 1972, arbeitet als katholischer Priester und Theologe am Institut für Kultur &#8211; und Religionswissenschaft an der Fakultät für Bildung der Universität Hradec Králove in Ostböhmen sowie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karls Universität in Prag. Zahlreich sind seine vielbeachteten Veröffentlichungen.<br />
Der Vortrag ist wichtig, weil er nicht nur an die heftig &#8211; konservative Orientierung der katholischen Kirche in Tschechien seit 2012 erinnert. Sondern auch, weil Tomáš Petráček zeigt: Dass der damalige Kardinal von Prag, Erzbischof Duka aus dem Dominikanerorden, eng verbunden war mit dem damaligen Staatspräsidenten Milos Zeman „mit seiner schrillen antiliberalen Rhetorik und seine Sympathie für das chinesische und russische Regime“, so Tomáš Petráček in dem genannten Vortrag. Wichtiger noch: Kardinal Duka hielt enge Beziehungen zum damaligen Premierminister Andrej Babis, dessen politische Bewegung und deren Vertreter zu verschiedenen kirchlichen Festen eingeladen wurden …Die Bischofskonferenz kooperierte mit Babis bei der Besetzung wichtiger Gremien in den öffentlichen Medien mit umstrittenen Persönlichkeiten aus dem extremistischen Spektrum. Die offiziellen Glückwünsche Kardinal Dukas (wörtlich: „wir teilen viele gemeinsame Themen“) an den Rechtsextremen Tokio Okamura, den Führer der rechts-extremistischen Partei mit einer Agenda für den Austritt aus der EU und NATO, zu seinem Erfolg bei den Parlamentswahlen fanden ein breites Echo“, so katholische Theologe Prof. Tomáš Petráček. Der Dominikanerpater Dominik Duka (geb. 1943) war Erzbischof und Kardinal von Prag von 2010-2022, er ist 2025 gestorben. Dukas explizite Nähe zu rechtsextremen Führern und Parteien wird von kritischen kritischen Theologen als ketzerisch, als Abweichung von der Wahrheit des Evangeliums gedeutet werden müssen.</p>
<p>Kardinal Duka sowie weitere Bischöfe und Prälaten in Böhmen (und Tschechien) waren und sind stark verbunden mit den „militanten konservativen katholischen Laienbewegungen“ (so Prof. Tomáš Petráček) „Bewegung für das Leben“ und „Allianz für die Familie“. „B<em>ischöfe nahmen an den Massenmärschen dieser Laien &#8211; Bewegungen teil</em>… Die Vizepräsidentin der “Bewegung für das Leben“ ist Chefredakteurin einer Zeitschrift, in der regelmäßig Texte veröffentlicht werden, die das Pontifikat von Papst Franziskus von traditionalistischen Positionen aus heftig kritisieren oder in der vor Wahlen verbreitet wird: dass ein Katholik und Patriot nur die rechts-extremistische Partei SPD (Führer: Tomio Okamura, CM) wählen soll und darf“, so Prof. Tomáš Petráček. (Der Vortrag von 2023: <a href="https://www.theologie-und-kirche.de/petraczek-kirche-tschechien.pdf">LINK</a>: https://www.theologie-und-kirche.de/petraczek-kirche-tschechien.pdf</p>
<p>In der Sicht der kritischen Theologen kann diese Bindung der Laienorganisation „Bewegung für das Leben“ an die Rechtsextremen nur als Häresie, als Ketzerei, bewertet werden, wenn man denn noch die humane Botschaft des Evangeliums Jesu von Nazareth als Maßstab anerkennt.<br />
Diese Kleriker und diese Laienbewegungen wollen die katholische Kirche ins Getto führen bzw. bei den Verhältnissen in Böhmen weiterhin im Gebot belassen. Die Zukunft dieser Getto &#8211; Kirche ist klar.<br />
Und auch das noch: Der Vorsitzende der tschechischen Bischofskonferenz gratulierte am 5.10.2025 dem rechtspopulistischen Politiker und Milliardär Babis zu seinem Sieg auch als Ministerpräsident (als solcher zum zweiten Mal) LINK: <a href="https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2025-10/tschechien-katholische-kirche-gratuliert-babis-zum-wahlsieg.html">https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2025-10/tschechien-katholische-kirche-gratuliert-babis-zum-wahlsieg.html</a>…</p>
<p>17. <em>Der demokratrische Widerstand durch Mikulas Minar </em><br />
Wir müssen bei unserem Thema auch vom jetzt wieder machtvollen rechtsradikalen Populismus in Tschechien sprechen und dabei an Mikulas Minar (geb. 1993) erinnern, an einen der wichtigen demokratischen Aktivisten mit seiner starken Organisation „Eine Million Augenblicke für Demokratie&#8220;…: Mikulas Minar sagt Nein zur Herrschaft des rechten Populismus &#8211; im Namen der Demokratie und der Menschenrechte. Von diesem normativen Standpunkt aus erscheinen diese Parteiführer als Ketzer, als Häretiker im Umgang mit den Menschenrechten… Auf der Buchmesse in Frankfurt wird Minar nicht vertreten sein (Stand 29.9.2026).</p>
<p>Die demokratische Bewegung „Eine Million Augenblicke für Demokratie“ organisiert Massen-Demonstrationen, sie setzt sich für Rechtsstaatlichkeit, Freiheit der Medien und die Integration Tschechiens in Europa ein. Schon einmal, 2020, hatte Minar Massen &#8211; Proteste gegen den sehr rechten Populisten Andrej Babis organisiert. Bei den Parlamentswahlen 2025 hatte Babis und seine rechtspopulistische ANO &#8211; Partei fast 35 Prozent der Stimmen erhalten. Der bekannte, explizite rassistische Politiker Timo Okamura von der rechtsextremen Partei (SPD) wurde Parlaments-Präsident.<br />
Im Jahr 2025 gab Mikulas Minar ein Interview für eine Veröffentlichung des Goethe &#8211; Instituts in Prag: https://www.goethe.de/prj/jad/de/ges/26983 , es ging um Umfeld der damals bevorstehenden Wahlen um die Frage: Was würde es bedeuten, wenn ANO, die Partei von Babis, die Wahl gewinne: Minar antwortet u.a.:<br />
„Der erste und vielleicht wichtigste Punkt ist, dass der Premierminister eines Landes ein Vorbild dafür ist, was als normal gilt. Aber ich halte es nicht für normal, dass ein Land von jemandem geführt wird, der falsche Schwüre auf das Wohlergehen seiner Kinder ablegt, wiederholt lügt, seine Meinung nach Bedarf ändert und dabei seine eigene Vergangenheit als Agent der Staatssicherheit leugnet. Das vermittelt den Leuten den Eindruck, es wäre in Ordnung so; das Leben wäre ein Dschungel, wo derjenige gewinnt, der die anderen überlisten kann. Das verzerrt den Charakter der Gesamtgesellschaft und die Seele der Nation.<br />
Der zweite Punkt betrifft das System. Ich fürchte, dass Babiš wieder darum bemüht sein wird, die öffentlich-rechtlichen Medien zu kontrollieren und seinen Einfluss auf die öffentlichen Gelder zu erweitern. Es kann auch passieren, dass er erneut versuchen wird, Macht zu kumulieren und die demokratischen Institutionen zu schwächen – wie er es früher schon getan hat. Ich habe jedoch die Hoffnung, dass die tschechische Zivilgesellschaft ihm das nicht erlauben wird.“ Nun regiert der rechtsextreme Milliardär Babis….</p>
<p>18.<br />
„Böhmen &#8211; das Land der Ketzer“: Wir haben gesehen: Es gibt Ketzer, die vom herrschenden politischen und kirchlichen System ausgegrenzt und verfolgt werden, weil sie für die ursprünglich einmal vorhandene Humanität dieser Systeme (etwa: das Evangelium Jesu Christi) eintreten. Und es gibt andererseits Ketzer, die mit Gewalt ihr ideologisches System durchsetzen, das bewusst und ganz offen gegen die universellen Menschenrechte gerichtet ist. Diese Leute und ihre Parteien gelten also auch als Ketzer … für Demokraten. Die Demokraten folgen für ihr Urteil der universellen Norm der Menschenrechte: Diese wahre Norm lehrt das Unterscheiden.</p>
<p><em>Fußnote 1:</em><br />
Pavel Hošek: The Gospel according to Bohumil Hrabal. Übersetzung eines Pressetextes aus dem Englischen:<br />
„Das literarische Werk von Bohumil Hrabal zählt zu den bedeutendsten Errungenschaften der tschechischen Kultur des 20. Jahrhunderts. Es wurde in Dutzende Sprachen übersetzt und diente als Vorlage für eine lange Reihe von Spielfilmen und Theateradaptionen. In vielen Ländern der Welt ist Hrabal der bekannteste tschechische Schriftsteller. Seine Bücher wurden aus vielen verschiedenen Blickwinkeln interpretiert, doch die spirituelle Dimension von Hrabals Denken und Werk wurde bislang noch nicht gründlich erforscht. Dabei bilden spirituelle Motive und heilige Symbole einen wichtigen Bestandteil von Hrabals literarischer Spiegelung der Welt. Kürzlich wurden Aufnahmen von Hrabals Adventspredigten in Libice nad Cidlinou entdeckt. Diese Aufnahmen werfen ein völlig neues Licht auf die spirituelle Dimension seines Denkens und Schaffens. Das Buch „Das Evangelium nach Bohumil Hrabal“ basiert auf diesen neu gefundenen Materialien und bietet eine umfassende Deutung der spirituellen Dimension des literarischen Schaffens eines der größten tschechischen Schriftsteller.“</p>
<p><em>Fußnote 2</em>:<br />
Die rigorose Abwendung von der Welt durch die Mönche eines Klosters in Böhmen: Aus der Website: https://www.novydvur.cz/de/p-167/p-332/. Gelesen am 16.9.2026:<br />
„Die Abtei Nový Dvůr ist nicht für jedermann zugänglich. Das wäre mit dem Klosterleben unvereinbar. Das Geschäft an der Pforte ist für einige Stunden pro Woche, und zwar am Wochenende, geöffnet. Die Kirche ist während der Gottesdient für alle geöffnet, die mit den Mönchen beten möchten. Mit Ausnahme des Bereichs beim Gästehaus sind die Bereiche um das Kloster den Mönchen vorbehalten. Das Kloster steht weder Touristen noch Architekturstudenten offen. Die Touristen kommen, um zu „sehen“, aber das Wesentliche unseres Lebens zählt nicht zu den Dingen, die man „sehen“ kann.<br />
„Die Klöster des kontemplativen Lebens bieten sich als »Oasen« an. […] Diese scheinbar nutzlosen Orte sind daher im Gegenteil so unentbehrlich wie die »grüne Lunge« einer Stadt: Sie tun allen gut, auch denen, die sie nicht besuchen oder nicht einmal etwas von ihrer Existenz wissen.“<br />
&#8222;Selbst wenn kein Zeuge von unserer Gegenwart Kenntnis nimmt, so dämmen die Mönche durch die Bekräftigung der Transzendenz Gottes mittels einfacher Handlungen wie dem persönlichen Gebet und dem Gottesdienst die Gleichgültigkeit und den Atheismus ein, lassen die Verfolgung verstummen, kämpfen gegen Gewalt jeder Art, bringen Frieden in die gemarterten Herzen, lassen zerrissene Familien zu neuer Einheit finden; die Liste ist endlos. Wer an die Mauern eines Klosters stößt, ohne es betreten zu dürfen, wird bisweilen beeindruckt von der Existenz dieser Mönche, die er nicht „sehen“ konnte, wieder scheiden. Er wird den Wert ihres einsamen Lebens und ihrer inneren Sammlung erahnen. Indem wir davon absehen, uns gehetzten Besuchern zu zeigen, helfen wir ihnen durch unsere bewusste Zurückhaltung mehr, als wenn wir ihre Neugier befriedigen würden. Wenn jemand sich schwertut, den Sinn dieser Überlegungen zu begreifen, der möge sich davon überzeugen, dass unsere Berufung auch für uns selbst bisweilen schwer zu verstehen und zu akzeptieren ist.&#8220;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22747_22747_aktuelles">Böhmen &#8211; Ein Land der Ketzer: Anläßlich der Buchmesse 2026 in Frankfurt</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Papst Leo besucht Paris, Lourdes, Metz. Seine große Show vom 25. bis 28. September 2026.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 19:08:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[praktizierende Katholiken erwarten wenig vom Papstbesich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schwärmerei für den Besuch Papst Leos in Frankreich hält sich  in Grenzen. Das zeigt jetzt eine repräsentative Umfrage anläßlich des Papstbesuches: Nur 21% der Befragten wollen in den Medien dem Papstbesuch „folgen“. Darunter sind 56 % der praktizierenden Katholiken, eine nicht gerade überwältigende Zahl hinsichtlich einer eigentlich treuen und gehorsamen Verbundenheit dieser Kreise mit dem “heiligen Vater“. 22% der zu anderen Religionen gehörenden Befragten wollen den Papst - Besuch in den Medien „verfolgen“, und nur 16 % der - mehrheitlich - nicht-religiösen Menschen in Frankreich interessieren sich sogar für den Papstbesuch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22726_frankreich-papst-leo-besucht-paris-lourdes-metz-seine-grosse-show-vom-25-bis-28-september-2026_gott-in-frankreich">Papst Leo besucht Paris, Lourdes, Metz. Seine große Show vom 25. bis 28. September 2026.</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 23.9.2026</p>
<p>1.<br />
Der Religionsphilosophische Salon Berlin hat seit vielen Jahren über den Zustand des Katholizismus in Frankreich berichtet. Ein Beispiel: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18388_post-katholisch-ueber-das-langsame-verschwinden-der-katholischen-kirche-in-frankreich_aktuelles">LINK</a>.  Alle diese Beiträge sind mit Leichtigkeit auf dieser Website zu finden! Hier nur ganz wenige Hinweise, denn wir wollen uns nicht ewig wiederholen: Obwohl man angesichts des Zustandes der katholischen Kirchen zur Wiederholung gezwungen wird, weil sich nichts grundlegend verändert. Der Klerus behält die Macht.</p>
<p>2.<br />
Nun wird also der reiselustige Papst Leo XIV. (er war schon in Algerien, Kamerun und Angola, im schönen und sehr reichen Monaco und dem kleinen San Marino, in Spanien…) vom 25. bis 28. September 2026 auch Frankreich besuchen (Paris, Lourdes, Metz): Auf Einladung der dortigen Bischöfe und der Regierung, d.h. die französische Regierung (Macron) hat diese Einladung unterstützt! Aber sie bezahlt von den insgesamt etwa 27 Millionen Kosten nur die Unkosten für die „offizielle Sicherheit“ des Gastes bei einem „Großereignis“. Viele Millionen Euro muss die Kirche also selbst für dieses Papst &#8211; Spektakel durch Spenden aufbringen… aber es gibt ja einige sehr katholische, aber politisch rechtsextreme katholische Millionäre, wie den Medienmogul Vincent Bolloré.</p>
<p>3.<br />
Wer die sehr kleiner werdende katholische Welt in Frankreich beobachtet, ist erstaunt: Es gibt eigentlich seit Monaten kein anderes Thema, das derart heftig etwa die katholischen Medien (die Tageszeitung La Croix und viele katholische Wochenzeitungen) beschäftigt. Sie sprechen von &#8222;engouement&#8220;, also von Schwärmerei der Katholiken für den Papstbesuch. Sie schwärmen für ihren Führer.</p>
<p>4.<br />
Aber die Schwärmerei für den Papst Leo hält sich dann doch in Grenzen. Das zeigt jetzt eine repräsentative Umfrage anläßlich des Papstbesuches: Nur 21% der Befragten wollen in den Medien dem Papstbesuch „folgen“. Darunter sind 56 % der praktizierenden Katholiken, eine nicht gerade überwältigende Zahl hinsichtlich einer eigentlich treuen und gehorsamen Verbundenheit dieser Kreise mit dem “heiligen Vater“. 22% der zu anderen Religionen gehörenden Befragten wollen den Papst &#8211; Besuch in den Medien „verfolgen“, und nur 16 % der &#8211; mehrheitlich &#8211; nicht-religiösen Menschen in Frankreich interessieren sich sogar für den Papstbesuch. <a href="https://www.la-croix.com/religion/exclusif-21-des-francais-veulent-voir-le-pape-leon-xiv-les-raisons-de-cet-engouement-20260923?utm_term=actu_opening&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=NEWSLETTER__CRX_ESSENTIEL_SOIR_EDITO&amp;utm_content=1274512053~DM150948~NL_CRX_EssentielSoir_newsletter-essentiel-soir-v2-2026-09-23-18-36-20-mp8699~Act_CRXNUMEssentiel~20260923">LINK</a></p>
<p>5.<br />
Noch ernüchternder für die katholische Führung sind weitere Aussagen der Befragten: Nur 10 % der praktizierenden Katholiken erhoffen sich eine Vertiefung der Spiritualität durch den Papstbesuch, genau so wenige erhoffen sich eine Erneuerung der Gemeinden und Gemeinschaften durch das Kommen des Papstes.</p>
<p>6.<br />
Natürlich ist es für manche beeindruckend, dass etwa 600.000 Fromme an der Place de la Concorde und den Champs Elysées an der absolut riesigsten Mammut &#8211; Messe des Papstes irgendwie „teilnehmen“ und dort auch „kommunizieren“ wollen. Die stramm katholisch &#8211; konservativen Bewegungen, von denen es in Frankreich sehr viele zunehmend gibt, das haben wir alles veröffentlicht, haben offenbar alle ihre Getreuen nach Paris zur mächtigsten aller Mammut -Messen gelotst. Ob eine solche absoluten Massen -Messe noch eine Abendmahlsfeier im Sinne eines gewissen Jesus von Nazareth ist, bleibt die Frage.<br />
Man möchte sie bei noch etwas theologischen &#8211; biblischen Verstand eindeutig mit Nein beantworten.</p>
<p>7.<br />
Tatsache ist: Papst Leo wird zumal in Paris und Metz die üblichen allgemeinen, friedlichen, manchmal auch etwas kritischen Worte finden zum Zusammenleben der Menschen in einer zerstrittenen Gesellschaft, er wird, wie ständig schon im Vatikan seit Monaten, mahnen und warnen. Und warnen und mahnen, Das ist die Hauptaufgabe eines Papstes als Staatschef. Aber garantiert wird der Papst nicht explizit, konkrete Namen nennen, also nicht die rechtsextreme Partei „Rassemblement National“ oder die Partei „Reconquete“ und deren irgendwie noch katholisch bzw. jüdisch gebundenen Parteiführer beim Namen nennen und diese Rechtsextremen als für Katholiken und vernünftige Menschen sowieso als nicht wählbar bezeichnen. Das wäre ja auch nicht so erwartbar, denn der Papst ist immer auch Diplomat und Staats-Chef des staatlichen Winzlings „Heiliger Stuhl2. Und je nach Situation kann der Papst, diplomatisch klug,schwanken zwischen seiner Rolle als Staatschef und der des religiösen Führers, der vielleicht noch ein paarprophetisch &#8211; konkrete Worte sagen könnte. Hingegen wird der Papst, seinem Lieblingsthema folgend, sehr deutlich die jüngsten Gesetze des französischen Staates zum selbstbestimmten Tod aufs heftigste pauschal kritisieren. Er bläht sich dann auf als Verteidiger der Menschenrechte, verschweigt aber wie immer, dass die Menschenrechte in der katholischen Kirche und auch die Demokratie NICHT gelten. Dass er unglaubwürdig ist, wird dann bei diesem „engouement“ (d.h. Papst -Schwärmerei) von den verbleibenden Frommen gern übersehen. Sie sehen dann auch als reaktionäre Politiker den Papst auf ihrer Seite… Zum Programm des Papstes Leo in Frankreich:<a href="https://www.kathpress.at/goto/meldung/2612813/tour-de-france-des-papstes-mit-speziellen-herausforderungen">LINK </a></p>
<p>8.<br />
Wir weisen zum Schluss nur noch auf den Besuch des Papstes im Marien- Wunder Ort Lourdes hin: dass dort Maria höchst persönlich der Bernadette Soubirous erschienen ist, glaube wohl noch ein paar Leute: Aber der Papst pflegt diesen Wunderglauben, diese naive Vorstellung, Maria könnte vom Himmel herunter kommen und erscheinen und einem Mädchen irgendwelche Weisungen geben. Der Besuch in Lourdes als dem Ort, wo gelegentlich nur psychosomatisch erklärbare außergewöhnliche Ereignisse geschehen, ist bester Ausdruck einer „wunderbaren“ Frömmigkeit, die auch dieser Papst im 21. Jahrhundert noch wagt propagieren zu können: Aber: Vielleicht brauchen die meisten Menschen heute dieses Opium? Ist Aberglaube nicht immer schon Opium gewesen? I</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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		<title>Sünde kann so wertvoll sein, behauptet der Philosoph Georges Bataille</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 15:52:46 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
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		<category><![CDATA[Bataille im Dialog im März 1944 in Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Bataille plädiert für die Sünde]]></category>
		<category><![CDATA[Bataille war als junger Mann Katholik]]></category>
		<category><![CDATA[Bataille will Nietzsche leben]]></category>
		<category><![CDATA[Buch Die Sünde im Verlag Matthes und Seitz]]></category>
		<category><![CDATA[der Dialog Bataille in Paris 1944]]></category>
		<category><![CDATA[der theologe und Jesuit Daniélou findet vieles interessant in Batailles Werk]]></category>
		<category><![CDATA[die Zeitschrift Dieu Vivant]]></category>
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		<category><![CDATA[Georges Bataille über Sünde]]></category>
		<category><![CDATA[Moré als Veranstalter und Redakteur in Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Sündigen als Transzendenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über eine elitäre Veranstaltung im Paris des Jahres 1944. Ein Hinweis von Christian Modehn am 1.9.2026 Einführung in ein schwieriges Thema: Dieser Hinweis gilt dem Vorschlag des Schriftstellers und Philosophen Georges Bataille (1897-1962), die Sünde als Erfahrung wie als Begriff der christlichen Welt und ihrer Dogmen zu entnehmen und Sünde sehr persönlich grundlegend neu zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22636_suende-kann-so-wertvoll-sein-behauptet-der-philosoph-georges-bataille_aktuelles">Sünde kann so wertvoll sein, behauptet der Philosoph Georges Bataille</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über eine elitäre Veranstaltung im Paris des Jahres 1944.<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 1.9.2026</p>
<p><em>Einführung in ein schwieriges Thema</em>:</p>
<p>Dieser Hinweis gilt dem Vorschlag des Schriftstellers und Philosophen Georges Bataille (1897-1962), die Sünde als Erfahrung wie als Begriff der christlichen Welt und ihrer Dogmen zu entnehmen und Sünde sehr persönlich grundlegend neu zu bestimmen: Als bewusst gewählte Übertretung soll sie wertvoll sein, weil sie das menschliche Leben bereichert, lehrt Bataille. Die Sünde als Vollzug, nicht als Theorie, führe, zu einem neuen Verständnis vor allem der Erotik und Sexualität. Noch mehr: Sünde als Überschreiten und Tabubruch führt sogar ins Sakrale.<br />
Die Sünde als das Übertreten der üblichen Moral ist der Abschied aus der bürgerlichen Welt und ihren Normen. Bataille geht so weit, Sünde und Mystik in Beziehung zu setzen: Auch Mystik &#8211; als exzentrische Erfahrung des Göttlichen jenseits der Dogmen &#8211; sei ein Überschreiten vorgegebener kirchlicher Üblichkeiten und Normen.<br />
Der Bataille Kenner Gerd Berfleth bringt es wohl auf den Punkt: Batailles Publikationen sind „das Werk eines Mannes, der sich in einem Maß von erotischen Obsessionen heimsuchen ließ, dass er mit seinem exzessiv gelebten Leben einsteht für sein exzessives Denken.“ (Fußnote 1).</p>
<p>Zu unseremThema ist das Buch „Die Sünde. Eine Diskussion“ im Verlag Matthes und Seitz jetzt (2026) erschienen. Einiges bleibt erstaunlich, das zeigen wir, selbst wenn der sorgsam editierte Text eher für Bataille- Fans und Bataille &#8211; Spezialisten von Bedeutung ist. Batailles vielfältige und umfangreiche Arbeiten werden von den meisten philosophisch Interessierten wohl eher mit großer Anstrengung gelesen und verstanden. Michel Foucault lobte Bataille noch „als einen der wichtigsten Schriftsteller seines Jahrhunderts“… (Fußnote 2).</p>
<p>Unser knappe Hinweis auf das Buch macht also auf einige erstaunliche sowie irritierende Aspekte dieses Buches „Die Sünde. Eine Diskussion“ aufmerksam. Und das kann vielleicht eine Einladung sein, tiefer und weiter nachzudenken über unseren etwas provozierenden Titel „Sünde kann so wertvoll sein.“ Man denke in dem Zusammenhang an die Sünde Evas und Adams im Paradies: Hätten sie nicht gesündigt, als sie vom „Baum der Erkenntnis aßen“, dann wäre sie im Paradies als Wesen geblieben, die eigentlich keine Vernunft, keine Erkenntnis haben. Diese Sünde im Paradies hat die Menschen erst zu Menschen gemacht. Wunderbar! Und wenn dann die Kirche dieses „sündige Geschehen“ im Paradies als schreckliche Erbsünde bezeichnet, an der, so Augustinus alle Menschen durch die Zeugung Anteil haben, dann will dieses Erbsünden-Dogma suggerieren: Wären die Menschen im Paradies doch bloß ohne Gebrauch ihrer Vernunft und Erkenntnis geblieben ….aber das ist diese seltsame Erbsündenlehre der Kirche, darüber habe ich schon mehrfach geschrieben: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9438_gegen-die-erbsuende-der-beitrag-von-christian-modehn-in-publik-forum_benediktxvi">LINK</a> …</p>
<p>1.<br />
Der Philosoph und Schriftsteller Georges Bataille hat am 5. März 1944 in Paris vor einer Gruppe schon damals bekannter französischer Intellektueller einen Vortrag über seine persönliche Sicht der Sünde gehalten. Der Titel des Vortrags: „Der Gipfel und der Niedergang.“ Anschließend kommentierte der Jesuit Pater Danielou den Vortrag, dann folgte eine ausführliche Diskussion. Diese Texte sind in dem genannten Buch versammelt, zusätzlich gibt es eine ausführliche Einführung und ein ausführliches Nachwort. `<br />
Der Vortrag fand im Umfeld des damals viel beachteten Buches von Bataille „L` Expérience interieure“ („Die innere Erfahrung“) statt, es wurde im März 1943 veröffentlicht. Unter „innere Erfahrung“ versteht Bataille seelische Zustände, wie Ekstase, Angst, Erotik: Sie bewirken als Erlebnis eine Überschreitung üblicher moralisch gesetzter Grenzen, sie sind eine Erschütterung des bisherigen alltäglichen Lebens.</p>
<p>2.<br />
In dem Zusammenhang stellt Bataille sein Verständnis von Sünde vor.</p>
<p>3.<br />
Die Veranstaltung hatte Marcel MORÉ (1887 &#8211; 1969) bei sich zu Hause in Paris organisiert. Er war ab 1945 als katholischer Laie (Beruf: Finanzexperte) der Herausgeber der Zeitschrift „Dieu Vivant“ („Lebendiger Gott“), dort wurden die Vorträge und die Diskussion vom 5. März 1944 im Heft 4 des Jahres 1945 veröffentlicht. Die heute fast vergessenen Zeitschrift „Dieu Vivant“ erschien im angesehenen Verlag Editions du Seuil, Paris: Die eher dem theologisch konservativen Lager verpflichteten Autoren wollten die Schrecken des 2. Weltkrieges, die Shoah, bedenken. Zur Redaktion gehört ein pluralistischer Kreis aus katholischen Theologen (Daniélou), katholischen Philosophen (Gabriel Marcel), auch Protestanten (Pierre Bürgerin) und Orthodoxe (Vladimir Lossky) waren dabei sowie der kirchlich nicht gebundene Philosoph Jean Hyppolite.</p>
<p>4.<br />
Etwa 27 Personen nahmen an dieser durchaus Salon zu nennenden Veranstaltung am 5. März 1944 teil. Die starke Beteiligung von Theologen, vor allem katholischen, ist bemerkenswert, zumal Bataille schon damals nicht gerade als Freund des christlichen &#8211; dogmatischen Glaubens bekannt war. Pater Daniélou wurde als maßgeblicher Teilnehmer schon erwähnt, außerdem müssen die Dominikaner Patres Dubarle und Maydieu erwähnt werden, auch die Katholiken Pierre Klossowski und Louis Massignon sowie der katholische Philosoph Gabriel Marcel. Eher „linke Katholiken“, wie der Philosoph Emmanuel Mounier oder Pater Marie D. Chenu waren nicht dabei. Von „weltlicher“ Seite sollen hier nur die Philosophen Sartre und Simone de Beauvoir genannt werden, sowie Blanchot, Camus, Hyppolite, Merleau &#8211; Ponty, Leiris …</p>
<p>5.<br />
Es ist aus heutiger Sicht sehr bemerkenswert, dass es möglich war, in Paris, März 1944, eine solche konfessionell plurale Gruppe zum intensiven Gespräch zusammenzuführen. Jörg Altwegg schreibt in seinem Buch „Die Republik des Geistes“ (1986, S. 69), Angst vor der Zukunft hatten die Intellektuellen in Paris im März 1944 nicht mehr. „Mit der immer schwieriger werdenden Gegenwart kommt man offenbar ganz gut zurecht.“<br />
Und man fragt sich aus heutiger Sicht: Käme heute, 2026, eine solche sehr plurale Gesprächsrunde unter dem „Dach“ eines katholischen Veranstalters zustande, in Frankreich wie auch in Deutschland? Ich vermute eher nicht. Das liegt daran, dass es in Frankreich wie vor allem in in Deutschland so viele zum kritischen Dialog bereite katholische Intellektuelle heute nicht gibt. Das Niveau der in der Kirche verbliebenen Katholiken hat sich heute weitgehend auf ein eher (klein)bürgerliches Niveau abgesenkt, weitreichende Kritik, Skepsis, Fragen als Grundhaltung, Selbstkritik, Korrektur bisheriger Überzeugungen etc. sind in einem solchen dominanten Milieu als christliche Tugenden nicht so üblich…</p>
<p>6.<br />
<em>Erstaunlich</em> ist auch das Thema dieser philosophisch &#8211; theologischen Salon Runde im März 1944: Paris war noch von Deutschen, den Nazis, besetzt. Das nazifreundliche, von Rechtsextremen bestimmte Pétain &#8211; Regime herrschte noch, die Verfolgung der Juden war an der Tagesordnung und die Résistance versuchte, Juden zu retten. Das Sammellager für die Judentransporte in die KZs, also das Lager in Drancy, lag nur ca 10 Kilometer vom Pariser Stadtzentrum entfernt. Von dieser realen politischen Gegenwart im März 1944 ist in den Vorträgen und in den Diskussionsbeiträgen im Haus von Monsieur Moré überhaupt keine Rede. Und man fragt sich: Wie war es bei dieser Gegenwart möglich, über die hoch komplexen Ausführungen Batailles zur Sünde im allgemeinen ein paar Stunden zu debattieren? Sah man die Verbrechen, theologisch gesprochen, diese Sünde des Antisemitismus nicht, sah nicht man den sündhaften Wahn, dass sich so viele Franzosen, Katholiken zumal, dem faschistoiden Pétain -Regime hingaben? In dem Text ist davon keine Rede. Brauchten diese Intellektuellen im Paris des März 1944 vielleicht diese Flucht ins Abstrakt &#8211; Philosophische?</p>
<p>7.<br />
Georges Bataille wird heute &#8211; wegen seines äußerst umfassenden, vielfach provozierenden Werkes &#8211; als eine besondere Art, etwa als „Außenseiter-Philosoph“ betrachtet: In Deutschland ist er nicht so bekannt wie seine Zeitgenossen Sartre oder Camus. Im Leben Georges Batailles ist wohl wichtig und prägend: Eine höchst unerfreuliche, belastende Kindheit mit einem dahinsiechenden an Syphilis erkrankten Vater; dann der Tod Lauras, der viel Geliebten, im März 1938. Und sicher auch in dem Zusammenhang ein anhaltendes kritisches Interesse Batailles am Katholizismus, am Ordensleben, an der katholischen Theologie, vor allem an der Mystik, selbst noch zu Zeiten, als er sich — nach 1920 &#8211; vom katholischen Glauben &#8211; explizit lossagte und in Nietzsche seinen wichtigsten „Bezugspunkt“ fand. Schließlich wollte Bataille ausdrücklich den hoch verehrten Nietzsche „wiederholen“… und in der Veranstaltung am 5. März 1944 bezeichnete sich Bataille als „antichristlich.“ Der Philosoph Bernhard Taureck schreibt über die Nietzsche-Bindung Batailles. „Die einzig authentische Lektüre Nietzsches besteht für Bataille darin, Nietzsche zu werden. Und: Das authentische Sein Nietzsches liege in der Weigerung zu dienen, d.h. nützlich zu sein“ . (Fußnote 3).</p>
<p>8.<br />
<em>Erstaunlich </em>bleibt: Bataille hält es für wichtig, von einem explizit anti-christlichen und außer-theologischen Standpunkt aus von Sünde zu sprechen. Und diese Stellungnahmen Bataille erschließen sich nur in einer sehr geduldigen Lektüre, es sei, man gehört zu dem kleinen Kreis der Bataille &#8211; Fans und Spezialisten…Bataille will zeigen: Es gibt einen Gipfel, einen existentielle Höhepunkt, der in der Ekstase, im Tabu-Bruch, also auch im Vollzug der Sünde erreicht wird. Im Tun der Sünde kann eine Art rauschhafter Zustand erreicht werden, der das Sakrale berührt. Und immer geht es, wie bei Bataille, um das Verstehen der Sexualität als Praxis: Das Heilige meint Bataille erreichen zu können gerade durch das Sakrileg. Diese Überzeugung bestätigt Bataille noch einmal im Jahr 1945, im Rückblick auf dieses Gespräch im März 1944, in einem Brief an die Redaktion “Dieu Vivant“: „ Ich denke noch heute, dass ich das Fundament der gewohnten Moral untergraben habe, was ich ausdrücklich denen darlegen wollte, die die Last dieser Moral auf sich genommen hatten, die ihr den Sinn einer Verzweiflung gaben und deren Verzweiflung mir zufolge gegen die Moral spricht… Ich kann nicht stark genug betonen: Wir wollen, wie Nietzsche sagt, alles Christliche durch ein Überchristliches überwinden und nicht nur von uns abtun. Was Nietzsche behauptete, behaupte ich unverändert nach ihm.“ (S. 196).</p>
<p>9.<br />
Erstaunlich bleibt die Ehrlichkeit Batailles: In der Diskussion am 5. März 1944 muss Bataille zugeben, dass etliche seiner Aussagen zur Sünde noch „unausgegoren“ sind. „Es ist mir sehr schlecht gelungen, mich auszudrücken,“, bekannt Bataille im Verlauf der Diskussion (S . 169). Und noch einmal 1945 im Rückblick auf die Diskussion vom März 1944: „Ich bedaure, dass ich mich in der Diskussion ziemlich schlecht ausgedrückt habe.“ (S. 196).</p>
<p>10.<br />
Es ist erstaunlich, dass der Vortrag des J<em>esuiten &#8211; Theologen Jean Daniélou als Interpretation Batailles auch für das Christentum und die katholische Theologie positive Aspekte herausstellt</em>. Vor allem die Mystik biete eine Brücke zwischen Bataille und der katholischen Lehre. Der Jesuit deutet die Mystik als Haltung des „Risikos&#8220; (S. 101), als Überwindung einer bloß üblichen moralischen Haltung. Mystik ist „ein Appell, neuartige, umbetretene Wege zu gehen.“ Daniélou meint sogar, die Hierarchie der Werte zeige sich für Bataille nicht durch die übliche Anwendung von Gut und Böse, sondern „im Hinblick auf das Mystische und Nichtmystische.“ (S 192). Mystik ist deswegen so hochgeschützt, weil sie die üblichen dogmatisch engen Glaubensbegriffe sprengt, also einen Übertritt in die Weite &#8211; im Sinne Batailles &#8211; erlaubt. Aber Pater Daniélou bleibt dann doch bei allem Verständnis für Bataille dabei: Sünde beleidigt Gott, sie ist ein Sakrileg“: (S. 106).</p>
<p>11.<br />
<em>Man fragt sich: Was ist die aktuelle Bedeutung dieses Vortrags Bataille?</em> Warum sollten nicht nur die wenigen Bataille Fans und Bataille Kenner dieses Buch lesen? Das Buch erinnert daran, aufmerksamer zu sehen: dass christliche Begriffe (Sünde, Gnade…) in eine säkulare, auch bewusst antichristliche Ebene rücken und dabei vom ursprünglichen christlichen Inhalt das meiste verschwindet. Das ist die Freiheit des Denkens. Aber bedenklich bleibt: Universell geltende Werte von Gut und Böse läßt Bataille nicht gelten. Anstelle von Gut und Böse setzt er „Gipfel“ und „Niedergang“. De Sade war für Bataille ein durchaus akzeptabler Denker der „Entgrenzung“, also im Sande Batailles der Sünde…<br />
Kant („Kategorischer Imperativ“…) ist für Bataille obsolet, veraltet, heute ungültig. Wir betonen, das ist ein durchaus gefährliches Denken. Menschen leben mit dieser universellen Vernunft, um für das Überleben dieser Welt und der Menschheit noch etwas zu sorgen.</p>
<p>12.<br />
So ist dieses Plädoyer Batailles für die Sünde unserer Meinung nach wenig inspirierend angesichts der tiefen Krise der Moral, die nicht nur die Herrschenden, sondern sehr viele Menschen unserer Zeit bestimmt. Diese Krisen und die daraus sich entwickelnden, heute sichtbaren Katastrophen sind ja immer auch auch Krisen der Moral. Bekanntlich ist Moral Ausdruck der freien Entscheidung von Menschen. Da soll das Plädoyer Batailles für die transzendierende Kraft der Sünde als Überwindung der Kategorie des Bösen weiterhelfen?<br />
Unsere Position darf nicht des Reaktionären verdächtigt werden (weil Bataille &#8211; Kritik nichts Reaktionäres ist.)</p>
<p>Über zahlreiche kirchliche, sich christlich nennende Moral &#8211; Vorstellungen muss selbstverständlich gerade heute debattiert werden, etwa angesichts der reaktionären evangelikalen Kirchen in den USA als Teil der MAGA &#8211; Bewegung. Und für einen freien Umgang mit Erotik und die berechtigte Vielfalt der sexuellen Orientierungen müssen TheologInnen selbstverständlich deutlich eintreten.</p>
<p>Ob man für diese Debatten Batailles Sünden &#8211; Plädoyer als Überwindung von Gut und Böse braucht, wage ich zu bezweifeln. Offenbar kannten die im März 1944 in Paris mit Bataille versammelten Intellektuellen das Werk von Soren Kierkegaard nicht, speziell dessen Hinweise zur Sünde, etwa in &#8222;Philosophische Brocken&#8220; oder &#8222;Entweder -Oder&#8220;. E<em>ine Auseinandersetzung &#8222;Kierkegaard &#8211; Bataille &#8220; fände ich interessant</em>, es liegen wohl ganze &#8222;Welten&#8220; zwischen beiden Philosophen.Und gerade diese Differenz herauszuarbeiten, wäre &#8222;spannend&#8220;.</p>
<p>So bleibt das Buch „Die Sünde“  eher für die Bataille &#8211; Forschung wichtig. Es gehört zur umfassenden wissenschaftlichen Edition der Werke Batailles im Verlag Matthes und Seitz in Berlin.</p>
<p>Fußnote 1:  Gerd Bergfleth, „Bataille, Georges“ in „Metzler Philosophen Lexikon“, Stuttgart 2003, Seite 64.</p>
<p>Fußnote 2: Zit: ebd. S.60.</p>
<p>Fußnote 3: Bernhard Taureck, Französische Philosophie im 20. Jahrhundert“, Reinbek bei Hamburg, 1988, S. 196.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, ReligionsphilosophischertSalon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22636_suende-kann-so-wertvoll-sein-behauptet-der-philosoph-georges-bataille_aktuelles">Sünde kann so wertvoll sein, behauptet der Philosoph Georges Bataille</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Das Ende der Welt steht NICHT bevor</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 15:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[der wirre Begriff Katechon]]></category>
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		<category><![CDATA[Katechon und Peter Thiel]]></category>
		<category><![CDATA[Martha Zechmeister über das Ende der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Thiel Katechon]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Martha Zechmeister]]></category>
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		<category><![CDATA[Volker Weiss Buch "Katechon]]></category>
		<category><![CDATA[Volker Weiss über Katechon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende der Welt steht nicht bevor, betont der Autor des 2. Thessalonicher Briefes, enthusiastische Chisten in dieser frühchristlichen Gemeinde erwarten sehnsüchtig die Wiederkunft Christi, sie beginnen deswegen nicht mehr zu arbeiten: Der Autor des 2.Briefes an die Thassalonicher lehrt: es gibt ein Katechon, einen Aufhalter, der den Sieg des Antichristen noch behindert. Rechtsextreme Ideologen bevorzugen auch heute wieder diesen Begiff Katechon, sie sehen sich selbst sowie ihre rechtsextremen Parteien als Verhinderer der von ihnen gehassten liberalen Demokratie.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles">Das Ende der Welt steht NICHT bevor</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;. Denn der Antichrist wird noch aufgehalten: Durch das merkwürdige „Katechon“, d.h. das Aufhaltende oder auch &#8222;den&#8220; Aufhalter&#8230;.<br />
Ein Hinweis zum „2. Brief an die Thessalonicher“ von Christian Modehn 21.8.2026.</p>
<p><em>Das Motto</em>: Dies ist ein Thema, das uns bestimmte Rechtsradikale und libertäre Millliardäre jetzt aufdrängen. Anstatt das Elend der Milliarden Hungernder und Ausgebeuteter aufzuhalten, kümmern diese Leute sich um den Mythos eines Aufhalters, des &#8222;Katechon&#8220;. Dies ist ein Beispiel für den Wahn heutiger machtvoller Herrscher, die von einigen sogar noch &#8222;Eliten&#8220;  genannt werden. Wenn es diese biblischen Mythen nicht gäbe, dann, ja, dann würden die Genannten ohne den glanzvollen Mantel religiöser Mythen dastehen, vielleicht nackt, also wahrhaftig, also egoistisch &#8211; verblendet dastehen.</p>
<p>Der Skandal ist also, dass sich diese rechtsextremen Politiker und Tech &#8211; Milliardäre überhaupt mit dem Katechon spekulativ bzw. spinös befassen und nicht alles tun: Dass die Klimakastrophe &#8211; um nur ein Beispiel für heutige Katastrophen und Krisen zu nennen , &#8222;aufgehalten&#8220; wird. Die Beschäftigung dieser Leute mit dem biblischen Mythos Katechon hat also etwas Überflüssiges, wenn nicht Perverses. Wir müssen trotzdem diesen mythologischen und neutestamentlichen Wahn verstehen. Welchen Wahn bestimmte Interpretationen der Bibel auch sonst erzeugen, wäre ein eigenes dringendes Thema.</p>
<p><em>Ergänzung am 26.8.2026: Wie geht die katholische Kirche heute mit dem Katechon um? Siehe dazu Nr. 23 in diesem Hinweis. </em></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>1.<br />
Es gibt eine kurze Passage in einem eher marginalen, kurzen Text des Neuen Testaments und dort einen sehr speziellen mysteriösen Begriff. Er hat interessanterweise eine große und lange Wirkungsgeschichte, politisch wie religiös: Es ist der griechische Begriff KATECHON aus dem 2. Brief des Autors Paulus an die Thessalonicher, also an die Gemeinde der Stadt, die heute Saloniki heißt.<br />
2.<br />
„Katechon“ meint, kurz gesagt, den „Aufhalter“, was hält er letztlich auf? Das Ende der Menschheitsgeschichte und mit diesem Ende beginnt das von Christen ersehnte Reich Gottes. Dieses Ende ist also nicht nur das Sichtbarwerden der Wiederkunft Christi auf Erden, sondern auch der Sieg Gottes über den großen Feind Christi, den Antichristen. Von dieser gedanklichen Welt ist die frühe Kirche wenige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu von Nazareth bestimmt.<br />
3.<br />
Der Autor Paulus des genannten Textes des NT behauptet also und schärft der Gemeinde ein: Dieses Ende der Welt als der Sieg Christi über den Antichristen steht NICHT bevor. Die Weltgeschichte als ein Kampf zwischen Guten und Bösen geht weiter…. Dank des aufhaltenden KATECHON.<br />
4.<br />
Immer wieder haben sich (schon mittelalterliche) Theologen auf diesen Aufhalter des Endes der Welt und ihrer Geschichte bezogen und sind dabei in den gegebenen biblischen Kategorien verblieben. Sie haben also nicht den biblischen Begriff vom ursprünglichen Inhalt entkernt und mit auch nicht das Katechon sowie auch das Ende mit neuen ideologischen Inhalten gefüllt.Diese inhaltliche Entfernung, Auslösung, des biblischen Inhaltes des Katechon findet nun seit einigen Jahren statt.<br />
5.<br />
Zahlreiche sehr einflußreiche Ideologen und Politiker rechter und rechtsextremer Fixierung in Deutschland, Russland und den USA sprechen also viel vom „Katechon“ und verwenden diesen ursprünglich biblischen Begriff als Stütze der eigenen Ideologie, ihrer feindlichen Politik und ihrer Ökonomie, die sich von jedem Respekt der universell geltenden Menschenrechte losgesagt haben.<br />
6.<br />
Unser Thema Katechon ist also alles andere als ein vielleicht nur esoterisches Thema für einige wenige „Eingeweihte“ oder Spezialisten, vielmehr wird der nun neu konstruierte Katechon Begriff als Antwort auf die globale Frage unserer Zeit verwendet: Auf welches Ende, auf welchen Untergang, steuert unsere Welt zu? Und wer oder was kann den Untergang noch aufhalten.<br />
7.<br />
Dabei ist für die rechten und rechtsextreme Ideologen des Katechon klar: Der Untergang der Welt geschieht nicht &#8211; wie im NT verkündet &#8211; durch ein göttliches Endgericht, sondern der Untergang ist ein von den Demokratien, den liberalen Staaten, den Menschenrechten herbeigeführtes Ende. Demokratien und Demokraten sind für den bevorstehenden Untergang verantwortlich, Demokratien und Demokraten mit ihren Werten des Pluralismus, Feminismus, Anerkennung der Rechten der Queers usw. muss man (also die Rechten und Rechtsextremen) aufhalten. sollen also der Untergang sein, behaupten diese Katechon &#8211; Interpreten. Wegen dieser Perspektiven, die auf einen Krieg innerhalb der Gesellschaft und auch auf einen Krieg der rechtsextremen Herrscher gegen die wenigen verbliebenen Demokratien hindeutet, ist die Auseinandersetzung mit diesem Katechon Begriff dermaßen relevant.<br />
8.<br />
Zunächst zum 2. Thessalonicher Brief selbst, dem Ursprungsort des Katechon &#8211; Begriffes: Historisch und kritisch arbeitende Bibel &#8211; Wissenschaftler nennen diesen griechischen Begriff „Katechon“,„schwebend, verrätselt“ nennen, sie betrachten ihn in der damaligen zeit als wenig prägnant, also als verführerisch für allerhand Spekulationen schon damals:LINK  https://bibliographie.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/131536/Karrer_085.pdf?sequence=1<br />
9.<br />
Die zentrale Behauptung des „2. Briefes an die Thessalonicher“ ist, wie gesagt: Das Ende der Welt als das Gericht Gottes und der Sieg Gottes über den Antichristen wird vorläufig NICHT geschehen. Mit dieser Behauptung unterscheidet sich dieser Brief von anderen Texten des Neuen Testaments, die betonen: Das Ende stehe unmittelbar bevor, so etwa die „Offenbarung des Johannes“, auch „Apokalypse“ genannt“ ( siehe dort Kap. 1, Vers 3). So wird also auch ein Beispiel deutlich für durchaus widersprüchliche kirchliche Lehren bezogen auf das Ende der Welt. Der 2. Brief an die Thessalonicher wie die Apokalypse des Johannes gehören zum Kanon des NT, sie gelten also als „Gottes Wort“…: Sogar Gottes Wort ist also nicht eindeutig. Wie sollte es angesichts dieses Themas vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi auch anders sein.<br />
10.<br />
Der Brief des Autors Paulus, der „2. Brief an die Thessalonicher“, wurde etwa in den Jahren 90 bis 115 geschrieben, den Brief hat mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT der Apostel Paulus (Autor des Römerbriefes etc…) verfasst. Zur Datierung unseres Textes siehe: Maarten J.J. Menken&#8217;s „2 Thessalonians“ , published by Routledge in 2002.<br />
Im folgenden wird der Autor des 2. Thessalonicher Briefes Paulus von mir nur Autor genannt.<br />
Unsere Zitate aus diesem Brief sind der Einheitsübersetzung „Die Bibel“, Herder Verlag, 1980, entnommen.<br />
11.<br />
Der Ausgangspunkt für den Zweiten Brief an die Thessalonicher: Die Christen dort waren nach dem Tod Jesu von Nazareth und der von ihnen geglaubten Auferstehung bzw. Himmelfahrt von der Frage heftig bewegt: Wann kommt dieser Jesus von Nazareth nun als der siegreiche Christus endlich aus dem Himmel wieder auf die Erde zurück? Denn, so glaubten sie, diese definitive und siegreiche Rückkehr habe ihnen Jesus zu seinen Lebzeiten versprochen, die Autoren der Evangelien lehren das.<br />
Diese Erwartung der siegreichen Wiederkunft Jesu Christi auf Erden wird Nah &#8211; Erwartung genannt. Die Christen in Thessalonich haben sich in ihrer frommen Phantasie Details zusammen gereimt: Wenn Christus wiederkehrt, dann wird er sich zunächst mit dem Antichristen, also der großen feindlichen Gegenmacht, auseinandersetzen und diesen Antichristen schließlich besiegen. Gleichzeitig beginnt dann das Endgericht durch Christus bzw. Gott geleitet.<br />
12.<br />
Der Autor dieses Briefes muss die sehnsuchtsvoll die Wiederkunft Christi und damit auf das Ende dieser Welt spekulierenden Christen beruhigen, man möchte sagen von ihrem frommen Wahn befreien: Es ist in der Sicht des Autors falsch und schädlich, wenn Christen in Thessalonich glauben, das Ende der Zeiten sei bereits jetzt schon da. Das behaupten einige, die sich in Thessalonich als Lehrer aufführen. Der Autor unseres Briefes also schreibt: „Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen… wenn behauptet wird, der Tag des Herrn (also die Wiederkunft Christi) sei schon da“ (2,2). Und dann nennt der Autor des Briefes detaillierter die Abfolge der Ereignisse, die zum Ende der Welt als dem Sieg Gottes einst führen. Vor dem Endgericht und damit vor dem dann beginnenden Reich Gottes muss noch der Abfall der Menschen vom wahren christlichen Glauben stattfinden und sichtbar werden. Und dann muss auch „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der „Sohn des Verderbens“, sichtbar auftreten, „erscheinen“, wie der Autor sagt, er meint die Figur des Antichristen.<br />
Im Endgericht werden dann die Guten, das sind die korrekt Frommen der Gemeinde, für gut befunden und gerettet, also ins Reich Gottes eintreten, in den Himmel. Und die Bösen, das sind die Irrlehrer und Feinde des offiziell gelehrten Christus &#8211; Glaubens, werden verurteilt und letztlich dem Verderben, also der Hölle, preisgegeben.<br />
Der Antichrist, der „Gesetzwidrige in der Kraft Satans mit großer Macht“, wird viele Christen verführen, weil sie „sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben“ (Vers 10), also der Liebe zu der von den Aposteln festgelegten christlichen Lehre: Beachtlich ist nur das Gottesbild des Autors: Gott selbst lässt die Menschen der Macht des Irrtums verfallen läßt, wie es in Vers 10 heißt: Gott selbst lässt also den dogmatischen Irrtum zu, der dann beim Gericht für die Irrenden zum Verhängnis wird.<br />
13.<br />
Der Autor aber will die Gemeinde vor allem warnen: Wer den Anbruch des Reiches Gottes und die Wiederkunft Christi bereits jetzt als gegeben ansieht, der hat überhaupt kein Interesse mehr, sich an die bislang übliche weltliche Ordnung zu halten, also Ruhe zu bewahren und den Alltag wie gewohnt zu gestalten, etwa regelmäßig zu arbeiten. In Kapitel 3 teilt der Autor sein hartes Urteil mit, und dieses muss im Zusammenhang des Katechon gelesen werden:Der Autor verurteilt aufs heftigste die Haltung: Wenn das Reich Gottes jetzt schon da ist, dann braucht auch niemand mehr arbeiten; das Reich Gottes wird von diesen Frommen als ein ewiges Leben ohne Arbeit phantasiert… Religiöse begründete Faulheit der Frommen wird also zurückgewiesen, siehe Vers 10 f.: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, das einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen, im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen“. Wer an den Beginn des Reiches Gottes schon als jetzige Realität glaubt, legt sich also auf die faule Haut:</p>
<p><em>Eine Erfahrung auch im Sowjet &#8211; Kommunismus Stalins</em>, der als ehemaliger Theologiestudent diese Briefe des Neuen Testaments wohl kannte: Er hat gegen Faulenzer im Kommunismus tatsächlich ein Zitat aus dem 2. Thessalonicher Brief &#8211; trotz des offiziellen sowjetischen Atheismus &#8211; in die Verfassung der UdSSR eingefügt: Dort heißt es: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“, so Art. 12 der „Verfassung der UdSSR“ vom 5.12.1936. (Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: &#8222;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“; Quelle: <a href="https://www.verfassungen.net/su/verf36-i.htm#:~:text=%D0%A2%D1%80%D1%83%D0%B4%20%D0%B2%20%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0,%D1%82%D0%BE%D1%82%20%D0%BD%D0%B5%20%D0%B5%D1%81%D1%82%C2%BB">LINK </a><br />
14.<br />
Und man wird zeigen müssen, dass auch in christlichen Kreisen etwa in der frühen Kirche einige wächst enthusiastische Fromme die Arbeit verschmähten und sich etwa als Säulen Heilige auf die Säulen hockten und sich notdürftig von anderen versorgen ließen…Enthusiastisch fromm und enthusiastisch faul scheint sich zu reimen, das sah der Autor des 2. Thessalonicher Briefes schon..<br />
15.<br />
Wer ist nun eigentlich für unseren Autor derjenige, der über das Katechon, den Aufhalter der Endzeit, verfügt? Der Autor spricht von einer „festgesetzten Zeit“ (Vers 6), in der der Antichrist erst offenbar werden wird zum Endkampf gegen Christus. Wer kann über diese Zeit verfügen, sie fest setzen? Natürlich Gott persönlich, er ist also der Herr des Katechon.<br />
16.<br />
Vom „Katechon“ wird in anderen Briefen des Neuen Testaments NICHT gesprochen erwähnt, nicht Kolosser-Brief und auch nicht im Epheserbrief, auch nicht in den so genannten Pastoralbriefen des Neuen Testaments.<br />
17.<br />
In kurzer Hinweis zur Wirkungsgeschichte des biblischen „Katechon“. Dieser wirre Begriff des Neuen Testaments hat eine lange ideologische Geschichte. Dazu weisen wir erneut auf die wichtige Studie von Volker Weiß hin, „Katechon“, Cotta Verlag, 2026.<br />
Im Mittelalter wurden politische Kräfte genannt, die das Katechon sein sollen, das Kaiserreich, politische Systeme…<br />
Im 20.Jahrhundert hat der katholische rechtsextreme Denker Carl Schmitt eine Katechon-Ideologie heftig propagiert. Wikipedia schreibt: „In Schmitts posthum veröffentlichten Tagebüchern heißt es in dem Eintrag vom 19. Dezember 1947: „Ich glaube an den Katechon: Er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Glossarium, S. 63) Und Schmitt fügte hinzu: „Man muß für jede Epoche der &#8211; von meiner Gegenwart aus gerechneten &#8211; letzten eintausendneunhundertachtundvierzig Jahre den Katechon, den Aufhalter des Endes, nennen können. Der Platz war niemals unbesetzt, sonst wären wir nicht mehr vorhanden.“ (Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katechon">LINK</a> )<br />
18.<br />
In Kreisen der AfD ist der katechon Begriff üblich: Maximilian Krah meint, seine rechtsextreme Partei werde von Trump als dem Katechon geschützt (zit. in Volker Weiss, S. 11). Auch die rechtsextremen Identitären Sellner und Lichtmesz glauben: Der Kampf gegen die Massen der Flüchtlinge sei nur mit einem starken (natürlich rechtsextreme) Staat (als Katechon) zu gewinnen (S. 20). Der Milliardär Peter Thiel (USA) meint: Ein politisches libertären Katechon sei notwendig, um den drohenden weltweiten liberalen und demokratischen Einheitsstaat zu verhindern (S. 24). Vor allem müsste die d Kontrolle der neuen Hochtechnologie durch Demokraten und Demokratien verhindert werden (S. 25). Das libertäre Katechon im Sinne Thiels (und Musks und Zuckerbergs usw.) soll die Milliardäre in ihrer unkontrollierten Freiheit schützen: Das ist die theologisch gefärbte Ideologie dieser neuen Herrscher…<br />
19.<br />
Der böse Feind, vor dem das Katechon der US Milliardäre und ihrer politischen Freunde schützt, ist also die demokratische liberale Welt. Die Menschenrechte werden zum Feind, den es zu verhindern gilt. Wichtig sind auch die Erläuterungen von Volker Weiss zur Herrschaft der Katechon &#8211; Ideologie in Putins Russland, etwa beim Philosophen Alexander Dugin und der Russisch-Orthodoxen Kirche (Patriarch Kyrill I, als Putin &#8211; Ideologe). Russland muss als Katechon die ganze Welt vor dem korrupten und total verdorbenen liberalen Europa schützen; der russische Politologe Sergej Karaganov will deswegen russische Atomwaffen gegen das verdorbene liberale Europa einsetzen, sollte die Ukraine weiter als Bollwerk des Westens bestehen (S. 45). Zu unseren Hinweisen auf die sich russisch &#8211; orthodox nennende Putin-Kirche in Russland:<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/21676_mitschuldig-am-krieg-gegen-die-ukraine-die-russisch-orthodoxe-kirche_religionskritik"> LINK        </a>Für Trump ist MAGA das Katechon, die MAGA Bewegung hält den Sieg der Liberalen auf, der Demokraten, der Linken, der Queers usw…<br />
20.<br />
Man darf sehr erstaunt sein, mit welcher Bravour Rechtsextreme verschiedener Staaten sich auf diesen abseitigen biblischen Begriff Katechon heute noch einlassen. Warum benötigen sie diesen frommen Mantel, um ihre eigene menschenfeindliche Ideologie etwas zu verstecken? Weil sich mit Gott und religiösem Zauber und religiös &#8211; spinösen Begriffen die dummen Bürger dieser Staaten noch auf die eigene Seite ziehen können!<br />
21.<br />
Und warum wehren sich die heute halbwegs etwas vernünftigen großen Kirchen nicht gegen den Missbrauch biblischer Begriffe, wie etwa des Katechon, das von jeglicher biblischer Bedeutung und jeglichem Inhalt durch die genannten Rechtsextremen entleert wird?<br />
Wenn schon vom noch vom Katechon gesprochen werden soll, dann sollten die Kirchen darauf dringen: Redet auch vom bevorstehenden Untergang der Welt durch die jetzt offensichtlich werdenden Klima- Katastrophen (es sind ja wohl nicht nur Klima- Krisen); redet auch vom bevorstehenden Ende der Welt, weil die reichen Länder und die Milliardäre dort außerstande sind und keine Pillen haben, die vielen Milliarden Hungernder zu ernähren, den Rassismus gegenüber den Armen abzulegen, die Milliarden Elender aus dem Elend der Unbildung, der Wohnungslosigkeit, der medizinischen Nicht &#8211; Versorgung zu befreien. Die vielen Katastrophen sind also da, sie sind von Menschen gemachte Katastrophen, nicht von einem imaginären Antichristen. Oder ist dieses religiös-mythische Bild doch hilfreich? Niemand unter den Demokraten und vernünftig gebliebenen Menschen sollte es aber wagen, bestimmte Leute mit dem Antichristen zu identifizieren, so sehr man dazu eine gewisse Lust verspürt…Dann würde der Bürgerkrieg etc…beginnen…<br />
22.<br />
Jedenfalls müssen noch ganz andere Katastrophen beachtet werden als diejenigen, von denen die Rechtsextremen schwadronieren, um ihre eigene verbrecherische Herrschaft zu zementieren und auszubreiten. Für diese genannten anderen Katastrophen sind bestimmte Politiker, Ideologen, aber auch viele brave, aber ignorante Bürger in den reichen Ländern dann doch verantwortlich zu machen. Man kennt ihre Namen. Die Armen, Hungernden, Sterbenden, etwa im Südsudan, Kongo, Madagascar, in den Slums asiatischer oder lateinamerikanischer Großstädt, auf den Südsee- Inseln usw… sind für die Klimakatastrophe bestimmt NICHT verantwortlich… Es sind die Herren dieser Welt…</p>
<p>23.</p>
<p><em>Die katholische Kirche spricht heute eher nebenbei</em> und eher indirekt vom Katechon: Im offiziellen „Katechismus der katholischen Kirche“ von 1993 wird in § 673 das Wort „aufhalten“ verwendet und damit an das Katechon erinnert: Die endgültige Ankunft bzw. Wiederkehr Christi , so heißt es dort, “kann jederzeit geschehen, auch wenn sie und die endzeitliche Prüfung, dir ihr vorausgehen wird, noch =aufgehalten= wird.“ Dieser Satz verwendet die bildhafte mythologische Sprache des Neuen Testaments förmlich wie ein Faktum. Das aber nur nebenbei, jedenfalls verweist Fußnote 3 in § 673 auf die entscheidende Katechon Aussage im 2. Thessalonicher Brief, Kap2, Verse 3-11. Auch vom `Antichrist ist im Katechismus die Rede: in § 675, auch dort wird wieder auf die Aussage des 2. Thessalonicher Briefes verwiesen.Viel wichtiger ist aber: Die katholische Kirche hält immer noch an einer umfassenden ENGEL &#8211; Lehre fest, in deren Mittelpunkt der Erzengel Michael steht: Er ist der gegen alles Dunkle und Feindliche kämpfende Fürst der Engel. Er ist also als Engel sozusagen der Aufhalter des Bösen. Die offizielle Website „Vatican News“ berichtet in dem Zusammenhang unter dem Stichwort Michael &#8211; Erzengel (Quelle: <a href="https://www.vaticannews.va/de/tagesheiliger/09/29/hl--michael--erzengel.html">LINK </a>) von einem mysteriösen Erleben des Papstes Leo XIII im Jahr 1884 (der jetzige Papst Leo XIV. Ist laut eigener Aussage ein Verehrer dieses Papstes Leo XIII.<br />
Vatikan News schreibt u.a.: Papst Leo XIII. sei am 13. Oktober 1884 während einer Messfeier für einige Minuten erstarrt: Und Leo XIII. erklärte später, er habe in diesen Minuten der Erstarrung eine furchtbare Vision gehabt: „Legionen von Dämonen“ hätten darin zum Sturm auf die Kirche angesetzt und sie nahezu zerstört. Doch dann habe der Erzengel Michael eingegriffen und das Schlachtenglück gewendet. „Aber ich sah, dass der Erzengel nicht sofort eingriff, sondern erst, nachdem aus aller Welt inständige Bitten zu ihm aufgestiegen waren.“ Das Gebet des Leo-Papstes ist mittlerweile fast in Vergessenheit geraten, doch noch Johannes Paul II. lud an einem Sonntag im April 1994 dazu ein, „es immer wieder zu beten, um Hilfe im Kampf gegen die Kräfte der Dunkelheit und gegen den Geist dieser Welt zu erlangen“.<br />
<em>Das Katechon in der katholischen Kirche sind heute die ENGEL</em>, vor allem ist es der hoch verehrte Erzengel Michael, das wäre ein eigenes Thema: Man müßte diese Lehre in bis heute bestehenden und päpstlich anerkannten esoterisch &#8211; katholischen Vereinigungen wie dem „ENGELWERK“ (oder dem mit dem Engelwerk verbundenen offiziell katholischen Kreuz-Orden) weiter untersuchen; sowie auch im Zusammenhang der Erscheinungen der Jungfrau Maria auf Erden, etwa in Fatima 1917. Oder in La Salette 1846, einem französischen Ort der hoch-problematischen, wenn nicht verstörend-verwirrenden, aber päpstlich anerkannten Marien-Erscheinung und Marien &#8211; Wallfahrt seit dem 19. Jahrhundert…</p>
<p>24.</p>
<p><em>Ein vernünftiges theologisches Nachwort</em>: Die katholische Theologin Prof. Marta Zechmeister, San Salvador, sagt: “Gott ist für mich die große Verheißung, dass die Schurken dieser Welt nicht das letzte Wort behalten &#8211; die, die über Leben und Tod anderer verfügen. Das ist keine Vertröstung auf ein Jenseits. Es ist die Weigerung, <em>ihnen den Ausgang der Geschichte zu überlassen</em>.“ <a href="https://www.congregatiojesu.de/nachrichten/theologie-muss-sich-von-der-wirklichkeit-unterbrechen-lassen">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22608_das-ende-der-welt-steht-nicht-bevor_aktuelles">Das Ende der Welt steht NICHT bevor</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles</link>
					<comments>https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 12:34:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Wilmer ist Vorsitzender Bischofskonferenz lobt Woelki aufs heftgste]]></category>
		<category><![CDATA[dieses Lob ist eine theologische Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[er sagt jetzt sich selbst das meiste richtig gemacht zu haben]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Woelki von Köln wird am 18. August 70 Jahre alt]]></category>
		<category><![CDATA[Woelki ist der wichtigste deutsche Bischof aus dem sehr konservativen Spektrum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln wird am 18. August 70 Jahre alt. Er ist einer der mächtigen Kleriker aus dem sehr konservativen Spektrum. Es gab und gibt zahlreiche Protesten von KatholikeInnen in Köln gegen Woelki. Sie hatten keinen Erfolg. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, lobt Kardinal Woelki aufs höchste. Dieses Lob kann man nur Ideologie nennen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles">Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein theologisches Profil eines konservativen Herrschers<br />
Als Hinweis von Christian Modehn am 15.8.2026</p>
<p><em>Unser Motto</em>: Schon heute, 2026, sicher aber in wenigen Jahren, werden auch andere kritische Theologen die Erkenntnis publizieren: Dass auch ein Kardinal durch seine Art zu herrschen KatholikInnen aus der Kirche vertreibt&#8230;. Zur Erinnerung: Am Beispiel der niederländischen Bischöfe seit 1969 bis heute zeigt sich evident: Sie haben als konservativ &#8211; reaktionäre Bischöfe, von den Päpsten gegen den Willen der Holländer eingesetzt, für den nicht nur spirituellen Zusammenbruch der niederländischen katholischen Kirche gesorgt.</p>
<p>Bischöfe also als &#8222;Verhinderer&#8220; des Glaubens? An diesen Gedanken wird man sich gewöhnen müssen, nicht nur angesichts der endlosen &#8222;Fälle&#8220; von sexuellem Missbrauch, Verschweigen und Vertuschen durch die &#8222;Ober &#8211; Hirten&#8220;.</p>
<p>1.<br />
Der Religionsphilosophische Salon in Berlin pflegt nicht die Tradition, sogenannte runde Geburtstage von Bischöfen und Kardinälen &#8211; mit den selbstverständlichen kritischen Hinweisen &#8211; zu kommentieren. Zum 70. Geburtstag von Kardinal Rainer Maria Woelki in Köln am 18. August 2026 halten wir es einmal anders: Weil dieser Erzbischof die Entwicklung des Katholizismus in den vergangen Jahren entscheidend bestimmt hat, nicht zum Positiven, sagen wir.<br />
So ist es eine journalistisch &#8211; theologische Pflicht, die egozentrische aktuelle Lobeshymne des Geburtstagskindes selbst wie auch die Lobeshymne des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, nicht „einfach so“ als bischöfliche Wahrheiten stehen zu lassen. Dies aber in gebotener Kürze, wobei wir hier erneut auf unsere früheren kritischen Studien zu Rainer Maria Woelki hinweisen.<br />
2.<br />
<em>Bischof Heiner Wilmer,</em> Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, hat in einer <em>Lobeshymne</em> nur zwei oder drei Tugenden Woelkis nennen wollen oder nennen können: Dessen Engagement für den Bau von Wohnungen in Köln sowie die feierliche Messe, bei der Woelki ein Boot von Flüchtlingen als Altar benutzte, es wurde wohl aus dem Mittelmeer herbeigeschafft. Mit diesem brüchigen Boots &#8211; Altartisch sollte so etwas wie des Kardinals politisches Engagement sichtbar werden… Und sonst? Da schreibt Bischof Wilmer nur fromme Worte; alles wird verschwiegen, was sich im Erzbistum Köln und darüber hinaus an Empörung, Kritik und Wut zu dem theologisch reaktionären Handeln Kardinal Woelki anstaute und wohl immer noch vorhanden ist. Zu Bischof Wilmers Gratulation: <a href="https://kirchenzeitung-koeln.de/2716">LINK</a><br />
3.<br />
Kardinal Woelki selbst gab sich in katholisch.de am 14.8.2026 sehr selbstzufrieden: <em>&#8222;Ich kann sagen, dass ich mich weder alt noch müde fühle.</em> Eher beflügelt. Eigentlich hat mir meine Tätigkeit noch nie so viel Spaß gemacht wie jetzt&#8220;, sagte er. Er sei überrascht und glücklich darüber, was in den letzten Jahren in seiner Diözese &#8222;alles gewachsen ist.“ Und auch dies noch: „Ich würde das meiste wieder so machen, wie ich es machte“.<a href="https://katholisch.de/artikel/69871-kardinal-woelki-wuerde-das-meiste-wieder-so-machen"> LINK</a><br />
4.<br />
Auf die vielen tausend Austritte aus seiner Kirche seit seinem Amtsantritt kann Woelki hoffentlich nicht stolz sein: Konkret die Austrittszahlen im Erzbistum Köln unter Führung von Kardinal Woelki:<br />
2015 14.657 Austritte; 2016 13.583 Austritte; 2017 13.931 Austritte; 2018 18.472 Austritte; 2019 24.298 Austritte; 2020 17.282 Austritte (pandemiebedingt reduzierte Austritts-Termine); 2021 40.772 Austritte; <em>2022 51.345 Austritte (historischer Höchstwert); 2023 40.913 Austritte, 2024 28.979 Austritte, 2025 21.975 Austritte</em>.<br />
Die Kirchensteuern fließen aber noch gut, so dass kein Anlass zur Selbstkritik offenbar besteht. 2026 wird das Erzbistum 674 Millionen an Kirchensteuern erhalten, weitere Zuwendungen kommen hinzu, aus Zuweisungen und Zuschüssen, so dass das Erzbistum Köln einen Ertragsplan von fast einer Milliarde Euro hat.<a href="https://www.kirche-und-leben.de/artikel/erzbistum-koeln-mitgliederverlust-kirchensteuer-einnahmen-finanzen-kirchenaustritt-wirtschaftsplan-woelki"> LIN</a>K &#8230;.Und auch:  <a href="https://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/erzbistum/finanzen/.content/.galleries/wirtschaftsplan-download/Wirtschaftsplan-Erzbistum-Koeln-2026-Flyer.pdf">LINK</a><br />
5.<br />
So löblich auch die Anregung Woelkis ist, Wohnungen in Köln zu bauen: Der Herr Kardinal wohnt selbstverständlich NICHT in einem Drei-Zimmer-Apartment, das für für einen älteren Single ausreichend wäre, sondern im üblichen Palais in Köln, das er, bescheiden, wie er ist, im Jahr 2014 um einige Quadratmeter der riesigen Wohnung seines üppig lebenden Vorgängers, Kardinal Meisner, reduzierte: Woelki hat jetzt nur noch 160 Quadratmeter zur Verfügung im Erzbischöflichen Haus an der Kardinal Frings Str. Der Ärmste lebt also bescheiden, und verfügt über ein Monatsgehalt von 13.800 Euro monatlich. <a href="https://www.rnd.de/politik/kardinal-woelki-13-800-euro-monatlich-trotz-auszeit-FSFDGGQMPUSE63E6DYQEFMYTZU.html">LINK</a><br />
6.<br />
Über die große Protestbewegung gegen Kardinal Woelki unter Kölner Katholiken ist viel geschrieben worden, wir erwähnen nur einige Gründe der breiten Protestbewegung: Probleme bei der „Aufarbeitung“ von sexuellem Missbrauch; autoritärer Führungsstil; deswegen zahlreiche Protestdemos von Katholiken; MessdienerInnen erlauben es sich, bei der Messe dem Herrn Kardinal den Rücken zuzukehren usw…<br />
Woelki bot dem Papst Franziskus freundlicherweise seinen Rücktritt an, aber der Papst lehnte ab, aus welchen Gründen??? Dies wurde nie öffentlich gesagt, wie üblich in diesen Kreisen. Wir vermuten naheliegend bei den klerikal &#8211; sehr konservativen Verhältnissen im Erzbistum Köln: Das Opus Dei wollte Woelki, einen ihrer größten Sympathisanten in einem weltkirchlich sehr einflußreichen, vor Geld stinkenden Bistum, behalten…Weihbischof Dominikus Schwaderlapp in Köln steht dem <em>Opus De</em>i sehr sehr nahe….<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikus_Schwaderlapp">LINK</a><br />
Ein anderer Weihbischof von Köln ist Bischof Ansgar Puff, er ist eng mit dem theologisch extrem konservativen <em>„Neokatechumenalen Weg“</em> verbunden. <a href="https://katholisch.de/artikel/4715-eher-methode-als-gemeinschaft">LINK </a></p>
<p>Opus Dei und Neokatechumenaler Weg inspirieren wohl heftig den missionarischen Drang von Kardinal Woelki, Mission der Kölner Bevölkerung ist jetzt sein Lieblingsthema&#8230;</p>
<p>6.<br />
Problematisch ist die nun aktuell dokumentierte Selbstzufriedenheit des Kölner Kardinal Woelki aktuell etwa auch, wenn man sein theologisches Lieblingsprojekt denkt: Die so genannte „Woelki-Hochschule“ in Köln als bischöflich kontrollierte Ausbildungsstätte junger Theologen (KHKT) ist jetzt, Sommer 2026, ohne Leitung, ohne Führung. Es gebe einen toxischen Konflikt zwischen Woelki und der KHKT Trägerstiftung, schreibt der Kölner Stadtanzeiger. Es geht um die Frage: Was bedeutet Wissenschaft, kritische Wissenschaft, für diese Woelki Hochschule? Die zurückgetretene Leitung der Hochschule wolle nicht zum `Hurra-Herr Kardinal Club“ gehören, wolle nicht wie Marionetten des Kardinals sein, berichtet auch PUBLIK Forum am 14.8.2026, Seite 43.<br />
7.<br />
Angesichts dieser aktuellen Fakten, von den schon früher dokumentierten Tatsachen ganz zu schweigen. Ist es wirklich nicht zu akzeptieren, wenn man die Lobeshymne von Bischof Wilmer, dem Vorsitzender der Bischofskonferenz, liest: Wilmer spricht fast eine Heiligsprechung aus, wenn er diesen <em>Bischof Woelki als „einen authentischen Zeigen des Evangeliums“</em> bewertet. Seit wann führen denn „authentische Zeugen des Evangeliums“ zu dauerhaftem Streit, zu hilflosen Protesten, zu Kirchenaustritten???<br />
Wenn also diese bischöfliche Praxis des Kardinals authentisches Evangelium ist, dann, ja was dann?: Dann werden wir an die klerikale Verfälschung des Evangeliums Jesu von Nazareth erneut erinnert. Ein offenes, kritisches Wort zum 70. Geburtstag wagt ein klerikaler „Mitbruder“ einem anderen klerikalen „Mitbruder“ natürlich nicht zu sagen… Da herrscht offenbar immer noch die aus den klerikalen Missbrauchsfällen bekannte „Verschweige &#8211; Gemeinschaft“ der Kleriker…So brauchen wir nicht gespannt zu sein, was dann ein Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz zum 70.Geburtstag (2029) von Regensburgs Bischof Rudolf Voderholer schreibt, er ist ja bekanntlich ein sehr enger Freund von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, sie steht bekanntlich der AfD sehr sehr nahe…</p>
<p>………………………Der ursprüngliche Text  von 2023 mit zahlreichen LINKS…………</p>
<p>9.<br />
In seiner Doktorarbeit „Die Pfarrei“ an der Santa Croce Universität des Opus Dei in Rom nennt Woelki ein entscheidendes Kapitel: „Das Amt als Repräsentation Christi“ bzw. im Unterkapitel „Die sakramentale Vergegenwärtigung Christi durch den Kleriker“. Woelki glaubt, und das ist auch offizielle Lehre: Im zölibatären Kleriker, auch in ihm, Herrn Woelki, ist Jesus Christus sakramental (zeichenhaft) gegenwärtig. Welche Konsequenzen hat diese Theologie für den eigenen Lebensstil? Unter 3.2.3. schreibt Woelki in seiner Doktorarbeit an der Opus-Dei-Universität: „So repräsentiert der Bischof Christus in seiner und für seine Teilkirche“. Die theologische Frage ist: Wie stark leidet dieser Christus unter den gegenwärtigen „Kölner-Kardinals- Verhältnissen“? <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_denken-und-glauben">LINK</a></p>
<p>10.</p>
<p>Kardinal Woelki hat sich, wie üblich bei Kardinälen und Bischöfen,einen Wahlspruch gewählt: „Nos sumus testes – „Wir sind Zeugen“ (ein Zitat aus der „Apostelgeschichte“, 5. Kapitel, 32. Vers). Wobei das lateinische „nos“, also das Wir, eigentlich überflüssig ist bei dem „sumus“, das ja schon „wir sind“ aussagt. Das Wir, gemeint ist freilich das Ich, wird also noch einmal überbetont in dem Sinne: „Wir (nur wir Kleriker?) sind Zeugen (der Jesu Auferstehung). Ein egozentrischer Wahlspruch, könnte man meinen….</p>
<p>11.</p>
<p>Diesen Wahlspruch, so könnte man jetzt etwas ironisch meinen, hat sich Woelki sehr weise ausgesucht, offenbar voller Vor – Ahnungen für seine bevorstehenden juristischen Auseinandersetzungen. Da geht es bekanntlich darum, was denn Woelki als „Zeuge“ des sexuellen Missbrauchs seiner Priester so alles gesehen, erlebt, bzw. vertuscht hat.<br />
12.</p>
<p>Übrigens wurde Woelki von Papst Benedikt XVI. ins Kardinalskollegium berufen. Dafür hat wohl Woelkis enger Freund Kardinal Meisner (Köln) bei seinem Freund Ratzinger sorgen können….</p>
<p>13.</p>
<p><em>Hinweis auf einige ältere, nach wie interessante Publikationen über Woelki von Christian Modehn</em>:<br />
Kurz nach der Ernennung Woelkis zum Erzbischof in Berlin: „Mit Erzbischof Woelki ins Getto“ heißt der Beitrag vom 9. September 2011,<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_denken-und-glauben"> LINK</a>  (Woelki war Erzbischof bzw. Kardinal in Berlin von September 2011 bis zum 7.9.2014. Danach in Köln als Nachfolger seines Gönners Kardinal Meisner.</p>
<p>Am 9.7.2012 veröffentlichte Christian Modehn einen ausführlicheren und besonders wichtigen Hinweis, der sich vor allem mit der <em>theologischen Doktorarbeit Woelkis an der Opus-Dei-Universität</em> Santa Croce in Rom befassen.<a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/2106_rainer-m-woelki-und-der-theologe-karl-rahner_religionskritik"> LINK</a>. Es ist interessant, dass die offizielle Pressemitteilung des Presseamtes des Erzbistum Berlin Woelkis Doktorarbeit an der Opus Die Universität in Rom nicht erwähnt. Diese Doktorarbeit war wohl schon peinlich geworden und wurde besser verschwiegen. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/2106_rainer-m-woelki-und-der-theologe-karl-rahner_religionskritik">LINK</a></p>
<p>Über <em>„Woelki und das Ende der Ökumene“</em>, <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/9820_das-ende-der-oekumene-kardinal-woelki-schlaegt-zu_denken-und-glauben">LINK</a>, vom 7.10.2017</p>
<p>„Wie reaktionär ist Woelkis Theologie?“ <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/12019_12019_religionskritik">LINK</a>, vom 16.9.2019<br />
Im „Fall“ des katholischen Theologen Prof. Ansgar Wucherpfennig SJ hatte sich Woelki eingeschaltet, dieser Eingriff zeigte, was der Kardinal unter freier theologischer Forschung versteht. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10952_zum-fall-des-katholischen-theologen-ansgar-wucherpfennig-sowie-zum-angriff-von-kardinal-woelki-auf-die-freiheit-der-wissenschaft-an-der-universitaet-in-bonn_befreiung">LINK</a></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.<br />
Aktualisiert am 15. August 2026 durch CM</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22566_kardinal-woelki-wird-70-ich-habe-das-meiste-richtig-gemacht_aktuelles">Kardinal Woelki wird 70: „Ich würde das meiste wieder so machen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22490_islamisten-und-rechtsradikale-in-deutschland-vereint-im-hass-auf-homosexuelle-und-queers_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 19:09:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hass auf Homosexuelle bei IS und islamische Fundamentalisten identisch mit Rechtsradikalen in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[IS ist mörderisch]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche und Homosexuelle]]></category>
		<category><![CDATA[Mord am 25.Juli 2026 auf CSD Party durch IS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22490</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Morden und Verletzen durch einen IS - Täter in Berlin am 25.7.2026b darf nicht vergessen machen: Auch die Rechtsraidaklen in Deutschland sind eine Bedrohung für das Leben der Homosexuellen und Queers in Deutschland. Die Homosexuellen, alle Queers, können ihre Festivals und Demos im Osten Deutschlands nur unter Polizeischutz gestalten, stets bedroht von der Wut der Rechtsradikalen. Die Demokratie muss die Rechtsradikalen genauso bebobachten, bestrafen und verbieten wie den IS und fundamentalistischen islam. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22490_islamisten-und-rechtsradikale-in-deutschland-vereint-im-hass-auf-homosexuelle-und-queers_religionskritik">Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Töten und Zerstören: Das ist die Praxis der Mörder des fundamentalistischen Islams, der Anhänger des IS.  Zum Attentat anläßlich des CSD Festivals am 25. Juli 2026 in Berlin.</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 26. Juli 2026 um 21.00 Uhr</p>
<p>Nur einige Hinweise:</p>
<p>1.<br />
Nach dem Mord und den Attacken durch den IS -Mörder am 25.7.2026 wird von Frau Klöckner CDU die Flagge des Reichstags auf Halbmast gesetzt. Frau Klöckner, Bundestagspräsidentin, hatte sich zuvor explizit geweigert, ein viel wichtigeres Symbol zu setzen: Sie weigerte sich, den Reichstag mit der Regenbogen &#8211; Flagge anläßlich des CSD zu schmücken. Das wäre ein starkes Signal gewesen: Die Demokratie in Deutschland ist aufseiten der Homosexuellen und Queers. Das wollte Frau Klöckner trotz zahlreicher Proteste nicht. Die Trauer &#8211; Flagge hat jetzt etwas Scheinheiliges.<br />
Jetzt wird von höchsten CDU Politikern beteuert: Wie sehr doch die Vielfalt, das Bunte, wie sie sagen, geschützt werden muss. Ich würde mir wünschen, wenn Klöckner, Dobrindt, Merz usw. glaubhaft und ohne Floskeln sagen: Wir stehen ganz aufseiten der Queers, der Homosexuellen und ihr Leben in Vielfalt. Sie sind ein Symbol unserer demokratischen Freiheit und der Geltung der universell geltenden Menschenrechte.</p>
<p>2.<br />
Was sagt der katholische Erzbischof von Berlin am 26.7. morgens zum Morden beim CSD Festival: „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest, brutal zu zerstören. Wir sind mit unseren Gebeten bei allen Opfern und ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden und auch bei allen, denen der Hass die Freude genommen hat. Wir halten Fürbitte in unseren Sonntags-Gottesdiensten für alle Betroffenen und für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Der Hass darf nicht gewinnen.“<br />
Das Wort Homosexuelle, Queers ,sucht man in diesem frommen bischöflichen Floskel &#8211; Erguss vergebens. Wie üblich und wie in frommen Worten auch total hilflos wird zum Beten aufgerufen. Ja betet mal, ihr Kirchenfürsten, wird Gott die kirchenamtliche Verfolgung und die bis heute im Katechismus fixierte Diskrimierung von Homosexuellen verzeihen?<br />
Es geht ja auch nicht um „den Hass“, wie Bischof Koch meint, es geht um den sehr speziellen konkreten Hass auf Homosexuelle und Queers.<br />
Die katholische Kirche war sich bekanntlich im Unterschied zur Evangelischen Kirche in Berlin zu fein, einen eigenen Wagen der katholischen Kirche bei der Demo am 25.5. 2026 in Berlin zu gestalten. Wahrscheinlich hätten auf dem Wagen dort viele schwule Priester und lesbische Nonnen gern der Menge segnend zugewinkt. Es ist blamabel, wie sich die katholische Kirche in Berlin gegenüber den Homosexuellen und Queers verhält. Aber: Vielleicht interessiert sich ja wirklich niemand mehr in Berlin für diese Institution…</p>
<p>3.<br />
Am wichtigsten ist die Erkenntnis: Der Homo-Hass und der Hass auf Queers durch islamische und islamistische Kreise ist sehr verwandt mit dem bekannten Homo &#8211; Hass und dem Hass auf Queers durch die verschiedenen rechtsextremen, faschistischen Gruppen und Parteien in Deutschland jetzt.<br />
Man beachte bitte: CSD Festivals in ostdeutschen kleinen und größeren Städten kommen ohne heftigen Polizei-Schutz schon seit Jahren gar nicht mehr aus. Wir haben um der Schnelligkeit wegen KI zum Thema befragt: Jede LeserIn wird weitere Beispiele dafür finden, dass normales Feiern und Demonstrieren durch Homosexuelle und Queers vor allem in ostdeutschen Städten und Städtchen gar nicht mehr möglich ist. Homosexuelle und Queers leben dort förmlich unter Polizeischutz, das ist die Tatsache. Aber weil die CDU/CSU sozusagen die AfD rechts überholen will (Stichwort Asylpolitik) wird sich daran nichts ändern.<br />
Also hier nur einige Beispiele von KI unvollständig übermittelt:</p>
<p>4.<br />
„Zahlreiche CSD-Veranstaltungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen standen wegen rechtsextremer Mobilisierungen und Bedrohungen unter erhöhtem Polizeischutz, darunter vor allem in Cottbus, Bernau, Falkensee, Bad Belzig sowie in Magdeburg und Halle (Saale).</p>
<p>Brandenburg<br />
Cottbus: Nach vorangegangenen Brandanschlägen und Angriffen fand der CSD hier unter starker polizeilicher Sicherung statt.<br />
Bernau, Falkensee und Bad Belzig: Kleinere und größere CSD-Proteste in brandenburgischen Städten wurden aufgrund direkter Mobilisierungen und Gegenproteste aus dem rechtsextremen Spektrum massiv von der Polizei begleitet.<br />
Bad Freienwalde und Eberswalde: Nach konkreten Angriffen auf queere Veranstaltungen und Feste für Vielfalt (wie in Bad Freienwalde) war die Polizeipräsenz bei den dortigen beziehungsweise nachfolgenden Pride-Aktionen deutlich erhöht.<br />
Sachsen-Anhalt<br />
Magdeburg: Der CSD verzeichnete zwar tausende Teilnehmende, musste jedoch zum Schutz der Menge großflächig von Einsatzkräften begleitet werden.<br />
Halle (Saale): Auch hier begleitete die Polizei die Veranstaltung wegen angedrohter rechter Gegenproteste intensiv, die von Gruppen wie den „Jungen Nationalisten“ angemeldet worden waren.<br />
Thüringen<br />
Erfurt, Sonneberg und Nordhausen: Die dortigen CSD-Demonstrationen für Weltoffenheit und Vielfalt wurden von den Behörden angesichts eines zunehmend angespannten sicherheitspolitischen Klimas und rechten Gegenprotests mit verstärkten Schutzkonzepten versehen.</p>
<p>Zur Gewalt durch rechte und Rechtsextreme gegen Queers &#8211; nur in Berlin &#8211; siehe : <a href="https://gruene.berlin/nachrichten/berliner-gruene-zu-neuen-zahlen-zu-rassistischer-und-rechter-gewalt-in-berlin_3801">LINK</a>. Siehe auch den Maneo-Report: <a href="https://maneo.de/wp-content/uploads/2026/05/MANEO-Report-2025-online-Teil-1-260512.pdf">LINK</a></p>
<p><em>Ben Miller, Schwules Museum Berlin, Im Interview mit dem ND am 28.7.2026:</em></p>
<p>&#8222;Es gibt einen rasanten Anstieg von queerfeindlichen Übergriffen. Da geht es nicht nur um Parolen, sondern immer wieder auch um Gewalt. Und das aus jeder gesellschaftlichen Ecke. Es gibt keinen queeren oder trans Menschen, der nicht schon mal mit Bedrohungen auf der Straße oder im Netz konfrontiert war. <em>Die Reaktion der Politik darauf ist, queere Infrastruktur kaputt zu sparen. Wenn man an Präventionsmaßnahmen, am Kampf gegen Homo- und Transphobie oder an den sozialen Strukturen der queeren Community spart, steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewalt.</em></p>
<p>Welche Bedrohung stellt Islamismus für queere Communitys dar?<br />
Gewalt gegen queere und trans Menschen hat ihren Ursprung in Homo- und Transphobie. Mir fehlt die Auseinandersetzung mit diesen Ideologien im aktuellen Mediendiskurs. Was die meisten dieser Angriffe gemeinsam haben, ist, dass sie von jungen Männern mit patriarchalischen Weltanschauungen ausgehen. Manchmal rechtfertigen sie ihre Taten mit religiösem Fanatismus, manchmal mit Antifeminismus, manchmal mit der Sorge um den Fortbestand des vermeintlichen Volkes. Wir wissen, dass laut Kriminalstatistik rechtsextreme Gewalt andere genannte Ursachen für Angriffe auf queere und trans Personen bei Weitem übertrifft. <em>Die Bedrohung kommt nicht von außen, sondern aus dem Inneren »unserer« Gesellschaft.</em>&#8220;</p>
<p>Siehe die ausführlichen Infos:<a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/von-wem-geht-die-grosste-gefahr-aus-bka-zahlen-zeichnen-ein-klares-bild-zu-queerfeindlicher-gewalt-15897742.html"> LINK</a>:</p>
<p>5.<br />
Mit der gleichen Intensität, mit der nun (potentielle) IS &#8211; Mörder in Deutschland beobachtet und bestraft werden, sollten auch die rechtsextremen Feinde des demokratischen Lebens beobachtet und bestraft werden, also die Feinde der völligen Gleichberechtigung homosexuellen und queeren Lebens. Dass das geschieht, wünschen sich viele der noch verbliebenen Demokraten dringend. Sie zweifeln aber an der Kraft etwa der CDU/CSU über großspurige Worte der &#8222;tiefen Trauer&#8220; hinaus tatsächlich wirksam die rechtsextremen Feinde homosexuellen und queren Lebens zu verfolgen und zu bestrafen. Bald werden die Demokraten in Deutschland erleben, was eine AfD Regierung etwa in Sachsen &#8211; Anhalt für Unheil anrichtet…</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-Salon.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22490_islamisten-und-rechtsradikale-in-deutschland-vereint-im-hass-auf-homosexuelle-und-queers_religionskritik">Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 15:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Christopher Senyonjo in Uganda am 19. Juli 2026 gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[ein Bischof in Uganda verteidigt die Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Sarah aus Guine eine Feind der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Bischölfe in Afrika gegen die Gleichberechtigung der Homosexuellen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte wichtiger als Kirchengebote und Bibel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verteidiger der verfolgten Homosexuellen in Uganda, Bischof Christopher Senyonjo, ist am 19.7.2026 gestorben. Er war als Bischof der anglikanischen Kirche in Uganda eine Ausnahmegestalt: Als der Staat die rigidesten Anti -Homo - Gesetze durchsetzte, widersprach er und organisierte Hilfe für die bedrohten Menschen. Von seiner Kirche in Uganda wurde er verfolgt und diskriminiert. Das Besipiel zeigt: Es ist für universal aufgestellte Kirchen, wie die Anglikanische Kirche oder die Katholische Kirche, zunehmend schwer, die sogenannte viel beschworene Einheit zu bewahren mit reaktionären, anti - homo- eingestellten afrikanischen Kirchen und Bischöfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnerung an Bischof Christopher Senyonjo, den Verteidiger und Beschützer der Homosexuellen in Uganda</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 22.7.2026</p>
<p>1.<br />
Bischöfe loben: Das geschieht eher selten im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin. Denn für uns stehen Bischöfe wie alle sich religiös oder speziell christlich nennenden Menschen UNTER den Menschenrechten. Zuerst entscheidend sind die universell geltenden Menschenrechte, und dann danach die religiösen, christlichen Lehren, die mit Argumenten der Vernunft gelesen werden müssen.</p>
<p>2.<br />
Heute müssen wir an einen Bischof der Anglikanischen Kirche im afrikanischen Uganda lobend erinnern: Christopher Senyonjo, emeritierter Bischof von Buganda, ist am 19.Juli 2026 im Alter von 94 Jahren gestorben. Bischof Senyonjo war die stärkste christliche Stimme, die mit allem Nachdruck die totale, auch gesetzlich fixierte Repression des Staates Uganda gegen Homosexuelle und alle Queers verurteilte. (Eine sehr ausführliche Würdigung dieses außergewöhnlichen Bischofs bietet Wikipedia, hier eine von Wikipedia angebotene Übersetzung, Fußnote 1).</p>
<p>3.<br />
Es gibt noch eine Vereinigung „Sexuelle Minderheiten in Uganda“ (SMUG) und die „Association zur Verteidigung der Rechte der Homosexuellen (FARUG)“, die ausdrücklich an Bischof Senyonjo erinnern: “Er war eine seltene, großartige Seele, die nicht nur Liebe predigte, sondern sie jeden Tag praktisch lebte.“</p>
<p>4.<br />
In Uganda nennen sich 80 Prozent der Einwohner Christen in verschiedenen Kirchen und Konfessionen. Seit 2023 herrscht in Uganda eines der repressivsten Gesetze gegen Homosexuelle. Und dieses Gesetz wird offen vom anglikanischen Klerus in Uganda unterstützt. Wie so oft behaupten auch die anglikanischen Feinde der universell geltenden Menschenrechte: „Homosexualität wurde uns Afrikanern von außen aufgezwungen, von Fremden, gegen unseren Willen und gegen unsere religiösen Überzeugungen“, so der oberste Kirchenchef der Anglikaner in Uganda, Stephen Samuel Kaziimba Mugalu. Eine Position, die auch von sehr vielen katholischen Bischöfen und Kardinälen vertreten wird, wie jüngst von dem weltweit schon bekannten Feind homosexuellen Lebens und Liebens, dem Kurien-Kardinal Robert Sarah, Rom, er stammt aus Guinea, über ihn haben wir schon oft berichtet. LINK.</p>
<p>5.<br />
Aber Bischof Christopher Senyonjo dachte und handelte menschlich: Er wehrte sich – zumal als emeritierter Bischof – gegen die sogenannte „Therapie“ der „Heilung“ von Homosexualität, er eröffnete in der Hauptstadt Kampala ein Beratungszentrum für Homosexuelle als Hilfe und Zuflucht für Homosexuelle.<br />
Die anglikanische Episcopal Church in den USA unterstützte ihn, während Bischof Senyonjo von seiner eigenen Kirche ihn Uganda ausgeschlossen wurde, weil er, so wörtlich, „offen die Lehren der Bibel zur menschlichen Sexualität entstellte.“ Bischof Senyonjo entgegnete: „Ich kann doch Homosexuelle nicht verurteilen, denn ich bin aufgerufen jedem Menschen zu dienen, vor allem, jenen, die marginalisiert sind. Man kann die Bibel doch nur in dem Zusammenhang von Homosexualität zitieren, wenn man genau den Kontext beachtet“, also sich von fundamentalistischer Bibellektüre befreit.</p>
<p>6.<br />
2010 wurde in Uganda ein Foto in der Presse veröffentlicht: Es zeigt Bischof Senyonjo mit David Kate, einem der führenden Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen. Der Kommentar der Zeitungen: „Diese beiden sind die wichtigsten Homosexuellen im Land. Ergreift sie“. David Kato wurde „ergriffen“ und einige Monate nach den Zeitungsberichten ermordet. Bischof Senyonjo sprach Gebete bei dessen Bestattung. Über David Kato: Siehe : https://www.bbc.com/news/world-africa-12295718</p>
<p>7.<br />
Es geht in den christlichen Kirchen Afrikas heftig gegen die Rechte von Homosexuellen. Die Anglikanische Weltgemeinschaft droht deswegen zu zerbrechen: die anglikanischen Feinde der Menschenrechte in Afrika nennen sich „orthodox“, rechtgläubig. Sie wollen eine eigene afrikanisch-anglikanische Allianz bilden. Offenbar ist es den vernünftigen Anglikaner in England oder in den USA nicht gelungen, ihre lieben Mitbrüder in Afrika von der Vorherrschaft der Menschenrechte vor allen dogmatischen Lehren zu überzeugen. Dann sollen diese „orthodoxen“ Anglikaner doch ihren eigenen Weg gehen. Jedenfalls hat die Vernunft in der anglikanischen Kirche NICHT gesiegt. Eigentlich eine Blamage.</p>
<p>8.<br />
Um den Schutz der Homosexuellen und Afrika müssen sich dann internationale Organisationen und die noch verbliebenen demokratischen Staaten in Europa wirksam kümmern …. falls sie noch bereit sind, Flüchtlinge aus Uganda etwa aufzunehmen.</p>
<p>9.<br />
Auch in der katholischen Kirche gibt es tiefste Spannungen: Die allermeisten afrikanischen Kirchenführer, Bischöfe und Kardinäle, sind explizite Feinde der Gleichberechtigung von Homosexuellen in den Staaten und der Kirche. Und der Papst will die zahlenmäßig wachsende Katholische Kirche in Afrika nicht irritieren. Deswegen hält er sich im Blick auf Europa mit einer vernünftig wie christlich gebotenen Gleichberechtigung für Homosexuelle zurück und lässt Segnungen von homosexuellen Paaren nur unter aller größten Einschränkungen sehr ungern noch zu. Das heißt: Der Papst, der Vatikan, die meisten Bischöfe wollen absolut nicht, dass Homosexuelle als völlig gleichberechtigte Menschen in der Kirchen und in den Staaten leben. Mit anderen Worten: Auch diese katholischen Kirchenführer in Rom und anderswo sind wie die anglikanischen Kirchenführer in Uganda und Afrika – reaktionär. (Siehe Fußnote 2: Einige führende katholische Bischöfe Afrika gegen die Rechte der Homosexuellen)</p>
<p>10.<br />
Über dieses unverschämte, unmenschliche Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen und anderen Queers durch Politiker und Kirchenführer (von muslimischen Führern wollen hier erst gar nicht reden…) wird in der Soziologie und Anthropologie und Politologie vielfach geforscht. Zentrale Erkenntnisse zur „Homofeindschaft“ der etablierten Kreise in Afrika:<br />
Sie lenken mit dieser verbrecherischen Ideologie ab von den echten Problemen Afrikas (Armut, eigene Korruption!, Ungerechtigkeit etc..)<br />
Sie wollen ihre Souveränität dokumentieren.<br />
Sie ignorieren die deutlichen Forschungsergebnisse: Vor der Kolonisierung Afrikas gab es meist keine Abwehr von Homosexualität.<br />
Zumal die homo-feindlichen Bischöfe geben sich als treue Schüler der europäischen Missionare des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie lehrten einst in ihrem eigenen, damals üblichen europäischen Anti – homo – Wahn die neugierigen „Heiden“ Afrikas: Der liebe Gott liebt keine Homosexuellen. Und diese Lehre garnierten sie mit ein paar Bibelzitaten, die sie den staunenden Heiden als Gottes Wort verkündeten. Und die „bekehrten“ Heiden gehorchten.<br />
Nebenbei: Es ist manchmal befremdlich, dass keine Predigten der Missionare in Afrika im 19. und 20. Jahrhundert veröffentlicht werden. Sind alle diese Dokumente verschwunden? Oder: Werden sie vor kritischem Zugriff versteckt und verschlossen? Wahrscheinlich ist das so.</p>
<p>11.<br />
Man wird nicht die Verteidigung der universell geltenden Menschenrechte, auch für die Menschen in Afrika, auch für Homosexuelle und Queers in Afrika, als eine Form des Kolonialismus bezeichnen und die Menschenrechts – Aktivisten verurteilen. Und man wird doch wohl nicht die politischen und religiösen Verbrecher in Afrika als kulturell korrekt geortet in ihrer „ureigenen“ Kultur loben?</p>
<p>Wer dieser Überzeugungen folgt, entspricht den ideologischen Restbeständen einer in Pluralismus zerfallenden „Post – Moderne“. Demnach hat jeder irgend recht… Wir weisen diese Ideologie mit gutem Grund als inhuman zurück. Die in etwas Freiheit und manchmal in Gleichberechtigung lebenden Europäer dürfen nicht sagen: „Na, dann sollen die Homosexuellen in Afrika halt umgebracht werden, wenn sie sich nicht der Ideologie ihrer korrupten politischen Herrscher anpassen wollen oder den uralten Sprüchen der Bibel.“<br />
Aber die gequälten Opfer der Gewaltregime auch in Afrika fordern doch nur eins: Die Geltung der Menschenrechte auch für sie und alle Menschen.</p>
<p>FUßNOTE 1:<br />
In ausführlicher Beitrag von WIKIPEDIA:<br />
https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Senyonjo</p>
<p>FUßNOTE 2:<br />
Wir nennen Kardinal Fridolin Ambongo Besungu (Demokratische Republik Kongo). Er behauptet: Homosexualität sei in Afrika eigentlich gar kein Thema, deswegen braucht die Kirche auch keine Segnung vom homosexuellen Paaren.</p>
<p>Wir nennen den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Ghana, Bischof Matthew Kwasi Gyamfi. Er sagt öffentlich: Homosexualität sei verabscheuungswürdig, er fordert Strafen für Homosexuelle.</p>
<p>Wir nennen die Katholische Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN): Sie weigert sich Homosexuellen zu segnen. Diese Segnung sei ein Verstoß gegen Gottes Gesetz, und: diese Segnung passe nicht zur afrikanischen Kultur.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22475_fuer-einen-biaxchof-sind-menschenrechte-wichtiger-als-bibelsprueche-und-dogmatische-lehren_religionskritik">Für einen Bischof in Uganda sind Menschenrechte wichtiger als Bibelsprüche und dogmatische Lehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik</link>
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		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 14:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Gerhard Feige]]></category>
		<category><![CDATA[Bistum Magdeburg und AfD]]></category>
		<category><![CDATA[den Landesbverband Thüringen der AfD verbieten]]></category>
		<category><![CDATA[die katholische Kirche sollte sagen: AfD für Katholiken nicht wählbar]]></category>
		<category><![CDATA[die Schuld der Kirchen am Starkwerden der AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Verbote sind normal in einer Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die katholische Kirche in Magdeburg sollte jetzt öffentlich erklären: Für Katholiken - wie für Christen insgesamt - ist die AfD nicht wählbar. Bischof Gerhard Feige von Magdeburg sollte sagen: "Wir verbieten Katholiken, die AfD zu wählen." Große Wirkungen bei der Wahl hätte dieses Statement vielleicht nicht, aber es wäre ein öffentliches Signal, ein Zeichen der Orientierung. In einer Demokratie muss es - zum Wohl der Menschen - immer wieder Verbote geben! Verbote sind nicht apriori schlecht oder sinnlos! </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 13.7.2026</p>
<p>Der Hinweis reflektiert, sozusagen in letzter Minute (was Sachsen-Anhalt angeht): Was wäre, wenn der dortige Bischof in Magdeburg öffentlich und explizit erklärt: „Für Katholiken &#8211; und alle Christen und alle Demokraten &#8211; ist die AfD nicht wählbar.“</p>
<p>Dazu müssen einige allgemeine Überlegungen vorangestellt werden.</p>
<p>1.<br />
Verbote aussprechen und durchsetzen gehört grundsätzlich zum menschlichen, geistigen Leben, auch in der Demokratie.<br />
Zur Erinnerung, ganz kurz: Die Nutzung von so genannten „social media“ soll nun (Mitte Juli 2026) endlich Kleinkindern und Kindern bis 13 Jahren verboten werden, nicht aus Willkür, sondern: Weil die Nutzung dieser Medien die geistige Entwicklung sehr stört.<br />
Und: Wenn an Brücken zu lesen ist: „Einsturzgefahr, Brücke betreten verboten“, dann sollte man über diese Brücke nicht laufen, fahren, falls man am eigenen Überleben interessiert ist.</p>
<p>2.<br />
Jetzt wird vom CSU Politiker Klaus Holetschek vorgeschlagen: Wenigstens den gesichert als rechtsextrem anerkannten AfD-Landesverband Thüringen zu verbieten, „angeführt vom einschlägig vorbestraften Björn Höcke“, wie die SZ am 14. 7.2026, Seite 4, schreibt. Demokraten wissen:<br />
Diese Partei hat die in Deutschland geltende Bindung an das Grundgesetz aufgegeben. Menschenrechte interessieren diese Partei nicht. Sie gehört nicht in unsere Demokratie!</p>
<p>3.<br />
Und: Wie hält es die katholische Kirche mit einem offiziellen AfD Verbot: Etwa sollte die Kirchenleitung öffentlich sagen: Katholiken dürfen die AfD nicht wählen, zumal in den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September 2026?</p>
<p>4.<br />
Die katholische Kirche bekanntlich hat eine lange und umstrittene Tradition ihrer Verbotspraxis: Es gab bis 1960 eine Liste der „verbotenen Bücher“ (den „Index“). Gebildete Katholiken sahen in diesem Verbot eher eine Ermunterung zur Lektüre…<br />
Es gab 1949 ein Verbot Papst Pius XII.: Katholiken ist es verboten, die Kommunistische Partei zu wählen. Zumal im katholischen Italien hielten sich überhaupt nicht alle Katholiken an dieses Verbot. Sie wussten: die päpstliche empfohlene „Democracia Cristiana“ ist korrupt…<br />
Papst Paul VI. hat den KatholikInnen den Gebrauch der „Pille“ verboten, nur ganz wenige Ehepaar folgten diesem Verbot. Kardinal Höffner von Köln hat noch in den 1980Jahren die Partei „Die Grünen“ für Christen als „nicht wählbar“ verurteilt. https://www.domradio.de/artikel/als-der-heilige-stuhl-wahlverbote-aussprach-70-jahre-anti-kommunismus-dekret-des-vatikan</p>
<p>5.<br />
Die Verbote der katholischen Kirche waren unsinnig und haben wenig im Sinne der Päpste bewirkt.<br />
Aber sind Verbote, von amtlicher Leitung der Kirche und von Theologen öffentlich ausgesprochen, immer sinnlos? Sicher nicht. Brasilianische Bischöfe haben etwa das brutale Vorgehen von Landraub in den Bezirken der Indigenen Völker verboten. Sklaverei, auch heute ein aktuelles Verbrechen, ist kirchenoffiziell verboten.<br />
Diese Verbote haben zweifellos eine Bedeutung und auch eine Wirkung in der Öffentlichkeit! Sie zeigen in Verbindung mit den Aktionen demokratischer Parteien und demokratischer NGOs die „roten Linien“, denen sich auch die Kirchen anschliessen.</p>
<p>6.<br />
Die aktuelle Frage ist: Hätte es einen Sinn und vor allem eine umfassende politische Bedeutung, wenn jetzt die Führung der Katholischen Kirche in Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern die Wahl der AfD verbietet? Zum Verzicht der Demokratie, die AfD zu verbieten, schreibt Wolfgang Janisch in dem genannten Beitrag in der SZ: „Den amtlichen Verzicht auf einen Verbotsantrag verstehen viele Menschen als eine Art Gütesiegel: So schlimm wird sie schon nicht sein, diese AfD.“</p>
<p>7.<br />
Wenn also öffentlich und explizit die katholische Bischöfe den Katholiken die Wahl der AfD aus ethischen, politischen und christlichen Gründen verbieten , würde auch die breite Öffentlichkeit wissen: „Sie ist also doch wohl schlimm, diese AfD, die Bischöfe sind ja gut beraten von Politologen und Ethikern, wenn sie sich für ein Verbot aussprechen.<br />
Nicht nur Katholiken, andere Christen und die vielen humanistisch Gesinnten in den Ländern kämen also ins Nachdenken und &#8211; hoffentlich &#8211; zu einer politischen Neuorientierung zu Demokratie.</p>
<p>8.<br />
Es gibt schon eine Erklärung der katholische Bischofskonferenz, die eindeutig die Nicht &#8211; Wählbarkeit der AfD für Katholiken ausspricht. Auf ihrer Voll- Versammlung am 22. Februar 2024 in Augsburg haben sich die Bischöfe explizit von der AfD distanziert und die Gläubigen vor der Wahl der AfD explizit gewarnt, in der offiziellen Erklärung heißt es u.a.: „Wir appellieren an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch an jene, die unseren Glauben nicht teilen: die politischen Angebote von Rechtsaußen abzulehnen und zurückzuweisen. Wer in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leben will, kann in diesem Gedankengut keine Heimat finden. Wer Parteien wählt, die mindestens in Teilen vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingeschätzt werden, der stellt sich gegen die Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens und der Demokratie in unserem Land.“ ( Quelle: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_alt/presse_2024/2024-023a-Anlage1-Pressebericht-Erklaerung-der-deutschen-Bischoefe.pdf) Und der damalige Präsident der Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing ergänzte 2024: „Ich möchte exemplarisch daran erinnern, dass mein Vorgänger im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei der Abschluss-Pressekonferenz auf der Frühjahrs-Vollversammlung 2017 in Bensberg „rote Linien“ für legitimes politisches Engagement formuliert hat… Ich möchte erinnern an die nord &#8211; ostdeutschen Bischöfe, die am 19. Januar 2024 öffentlich erklärt haben, dass sie „vor dem Hintergrund unseres eigenen Gewissens die Positionen extremer Parteien wie dem III. Weg, der Partei Heimat oder auch der AfD nicht akzeptieren können“.</p>
<p>9.<br />
In Sachsen &#8211; Anhalt und Mecklenburg &#8211; Vorpommern werden im September 2026 Landtagswahlen stattfinden, die Umfragen zeigen: Die AfD könnte stärkste politische Kraft werden.<br />
Der sonst gegenüber AfD kritische Bischof von Magdeburg (Sachsen &#8211; Anhalt), Gerhard Feige, sagt in einem Interview mit der Zeitschrift Publik &#8211; Forum (10.Juli 2026, S. 17) lapidar zu seinem jetzigen Umgang mit der AfD in seinem Bundesland: „Wir wollen Gegensätze nicht verschärfen.“ Also: Besser kein Verbot aussprechen, die AfD zu wählen. Weil man sonst die AfD zu sehr reizt? Weil die Polemik und die bisherige Gewalt dieser Partei schon zu heftig sind? Weil Bischof Gerhard Feige von Magdeburg zwar mit der evangelischen Kirchenleitung in Verbindung steht:<br />
Aber das wäre doch ein Ereignis: Kardinäle und Bischöfe aus „Westdeutschland“ werden im Juli und August 2026 Magdeburg, Halle, Stendal, Dessau usw… besuchen, mit den Gemeinden sprechen, auf dem Markt, in Kneipen usw… um den Kampf gegen die AfD zu unterstützen?</p>
<p>10.<br />
Bischof Feige kritisiert in dem genannten Interview in altbekannter Art heftig die AfD, er weist darauf hin, dass er selbst wegen dieser Stellungnahmen beleidigt wird und meint sogar: So hinterhältig wie die AfD war die SED nicht im Umgang mit den Kirchen (S. 18). Und Feige sagt treffend: „In Wahrheit geht es der AfD aber um einen Kulturkampf“.</p>
<p>11.<br />
Warum gibt es bei dieser detailliert treffenden Einschätzung der AfD dann aber kein öffentliches Verbot dieser Partei durch den Bischof?<br />
Das Problem ist: Die AfD ist &#8211; bis jetzt &#8211; keine verbotene Partei. Sie kann sich den Anschein geben, eine normale Partei unter den anderen (demokratischen) Parteien zu sein. Der Bischof müsste also eine &#8211; dem Anschein nach &#8211; „demokratische Partei“ verurteilen und vor dieser warnen. Das ist schwierig… und die eher schwammige Aussage des Bischofs ist eine schlimme Konsequenz, dass es immer noch kein AfD Verbot gibt, wenigstens des auch rechtsradikal durchsetzten Landesverbandes Sachsen &#8211; Anhalt. Die Demokraten haben also geschlafen. Jetzt ist der politische Aktionsradius gegen die AfD schon sehr begrenzt.</p>
<p>12.<br />
Aber dies ist ein weiterer Grund für das Ausbleiben eines rigorosen und öffentlichen NEIN zur Wahl der AfD: Bischof Feige sagt in dem genannten Interview: „Natürlich gibt es Themen der AfD, die traditionalistische Christen (gemeint sind wohl konservative Katholiken, „traditionalistisch“ sind bekanntlich die Piusbrüder, aber die gibt es in Sachsen &#8211; Anhalt kaum, CM) emotional ansprechen können. Dazu gehört das klassische Familienbild, der Schutz ungeborenen Lebens und sicher auch Genderfragen“. An diesen Themen klammert sich die AfD fest. Bischof Feige muss also eine ideologisch &#8211; theologische Nähe konservativer Katholiken (und Protestanten sicher auch) zu den Themen der AfD eingestehen. Wenn für Katholiken diese drei genannten Themen wahl-entscheidend sein dürften, dann müsste sich doch ein Bischof fragen: Was haben wir als Kirchenführung und als Theologen falsch gemacht, dass der Eindruck sich durchsetzen konnte: Das „klassische Hetero-Familien-Bild“, der „absolute Schutz ungeborenen Lebens“ und „die Genderfrage“ seien der entscheidende Mittelpunkt des christlichen Glaubens? Welche Schuld haben die Bischöfe auf sich geladen, dass sie die die genannten Themen so in den absoluten Mittelpunkt des Glaubens stellten? Das tun ja selbst die sich christlich nennenden Parteien in der BRD nicht (mehr).</p>
<p>13.<br />
Es ist immer noch Zeit, diese Schuld öffentlich anzuerkennen und diese Ideologien beiseitelegen und als Bischof öffentlich zu sagen: Oberste Norm für uns als Katholiken und Christen sind die universell geltenden Menschenrechte. An der Realisierung dieser Menschenrechte hat die AfD kein Interesse. Deswegen sollten Demokratie, sollten Katholiken, diese Partei NICHT wählen.</p>
<p>14.<br />
Dabei sollten sich die Bischöfe heute erinnern: Gegen Ende der Weimarer Republik gab es einige katholische Bischöfe, die explizit, die Katholiken warnten, die NSDAP zu wählen. Diese NSDAP war damals nicht verboten. Man denke etwa an die Bischöfe Sproll (Rottenburg) oder Hugo (Mainz) in ihrem rigorosen Nein zur NSDAP (das galt bis zur „Machtergreifung“). Bischof Sprolls Verdienste im Kampf gegen die NSDAP werden jetzt durch freigelegte Missbrauchsvorwürfe leider getrübt…<br />
Zu Bischof Hugo in Mainz schreibt Wikipedia: „Dem aufkeimenden Nationalsozialismus trat Bischof Hugo entschieden entgegen: Als erste deutsche bischöfliche Behörde verbot Hugos Bistumsverwaltung 1930 unter Federführung des Generalvikars Philipp Jakob Meyer den Katholiken die Mitgliedschaft in der NSDAP. Nationalsozialisten wurde im Bistum Mainz der Empfang der Sakramente und das kirchliche Begräbnis verwehrt. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten demonstrierte Hugo mit dem dritten Internationalen Christkönigskongreß 1933 und der „Ketteler Feier der Werktätigen“ 1934 den katholischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Maria_Hugo)</p>
<p>15.<br />
Es wäre eine aktuell &#8211; dringende Aufgabe für Religionssoziologen und kritischenTheologen zu dokumentieren: In welcher Form bieten die Kirchen in den ostdeutschen Bundesländern, in den Dörfern und (kleineren) Städten, offene Jugendtreffpunkte an oder One der Begegnung für die anderen, die „Älteren“, aber eben nicht-konfessionell bestimmte , also nicht-missionarisch orientierte Gemeinderäume.<br />
Es ist ja eine Tatsache: Die AfD und andere andere Rechtsextreme sind in vielen Dörfern und Städten noch die einzigen, die „sich kümmern“.</p>
<p>16.<br />
In einer Vernachlässigung der Gestaltung offener Angebote haben die Kirchen wie auch die demokratischen Parteien und Vereine Schuld auf sich geladen … angesichts der hohen Zustimmung der sich „allein gelassen fühlenden Bevölkerung“, sie sieht sich in der „Kümmerpartei“ AfD „aufgehoben“.<br />
Diese Zusammenhänge sind wohl evident, müssten aber weiter empirisch genau untersucht werden.</p>
<p>17.<br />
Die Kirche des Bistums Magdeburg ist arm, finanziell arm verglichen mit westdeutschen Bistümern, und auch personell arm: Auch Ordensleute leben lieber in München, Frankfurt (M), Mainz, Würzburg usw. als in der tiefen Diaspora im „Osten“. Auch diese personelle und finanzielle Vernachlässigung der Kirche in den ostdeutschen Ländern wird man eines Tages für den Sieg der AfD verantwortlich machen müssen.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22453_wenn-die-katholische-kirche-oeffenrtlich-erklaert-die-afd-ist-fuer-katholiken-nicht-waehlbar_religionskritik">Wenn die katholische Kirche öffentlich erklärt: „Die AfD ist für Katholiken nicht wählbar“!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 15:36:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Gott in Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreichs Bischöfe sind hilflos gegenüber den Rechtsradikalen]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella in Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella publiziert im Verlag des katholischen rechtsextremen Milliardärs Vincent Bolloré]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella trifft in Polen rechtsextreme Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[wenn katholische Rechtsradikale den Katholismus in Fankreich finanzieren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jordan Bardella, Chef des rechtsaußen "Rassemblement National" und möglicherweise Präsident Frankreichs 2027, hat sich im Juni 2026 in Polen mit rechtsextremen polnischen Politikern getoiffen. Bardella schmiedet ein Bündnis rechtsextremer Parteien in Europa. In Frankreich publiziert Bardella im Verlag Fayard des rechtsextrejen katholischen Milliardärs Bolloré. Es entsteht auch eine Kooperation rechtsextremer Katholiken und rechtsextremer Parteien. Und die Bischöfe sind hilflos. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik">Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jordan Bardella, Präsidentschaftskandidat der äußerst rechten Le &#8211; Pen &#8211; Partei („Rassemblement National“, RN) schafft Allianzen mit Polens rechtsextremen Parteien</p>
<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 6. Juli 2026</p>
<p>1.<br />
Über die aktuell regelmäßige Zusammenarbeit rechtsextremer Parteien in Europa ist schon viel publiziert worden. Und einige Erkenntnisse zu dieser europäischen Allianz der rechtsaußen Parteien haben sich herumgesprochen, hoffen wir.<br />
Europas Staaten sind schon jetzt rechtslastig, oft rechtsextrem und es wird wohl immer schlimmer. Wir dokumentieren ein weiteres Faktum.</p>
<p>2.<br />
Jordan Bardella, neben Marine Le Pen, Chef der rechtsextremen Partei „Rassemblement National“ und möglicher Präsident Frankreichs 2027, knüpft Bündnisse mit katholisch geprägten Rechtsaußen &#8211; Parteien in Polen … bei seinem Besuch in Warschau am 18. und 19.Juni. Dort wurde Bardella geradezu pompös empfangen, wie in großer Staatsmann.<br />
Diese Rechtsaußen Parteien in Polen machen allen demokratisch Gesinnten das Leben schwer, haben aber enormen Rückhalt unter den immer noch zahlreichen praktizierenden Katholiken. Die wichtigste rechtsextrem &#8211; katholische &#8211; nationalistische &#8211; antisemitische Stimme Polens ist das Radio &#8211; Medien -Imperium „Radio Maryja“. Selbst den wenigen progressiven Bischöfen Polens ist es nicht gelungen, durch päpstlichen Druck ein Ende dieses Imperiums zu erreichen. Die Geduld der offiziellen katholischen Kirche mit rechtsextremen Katholiken (nicht nur in Polen) ist bekanntlich sehr groß.</p>
<p>3.<br />
Wie gesagt, am 18.und 19. Juni 2026 besuchte Jordan Bardella Warschau, und zwar die rechtsextreme Partei „Nationale Bewegung“, die auch im Europa &#8211; Parlament vertreten ist. Vermittelt wurde das glanzvoll inszenierte Treffen von der erz-katholischen PiS Partei. Bardella hatte auch Gespräche mit dem PiS Chef Jaroslaw Kaczynski und mit dem Staatspräsidenten Karol Nawrocki, er ist PiS sehr nahestehend. Aber die sehr rechtsextreme polnische „Nationale Bewegung“, sozusagen der „Partner“ Bardellas und seiner Partei, ist dem Staatspräsidenten dann selbst doch etwas zu extrem. Deswegen wollte der Präsident keinen Medienrummel zu seiner Begegnung mit Bardella. <a href="https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/l-info-de-france-inter/en-pologne-jordan-bardella-rencontre-l-extreme-droite-et-peaufine-sa-stature-presidentielle-6041644">LINK</a></p>
<p>4.<br />
Gott sei Dank ist Bardella nicht homosexuell, in dem Falle hätten ihn die polnischen Politiker sicher erst gar nicht empfangen. Bardella ist hingegen nicht getauft, er nennt sich konfessionslos. „Dieser Makel“ spielt im politischen Kalkül der rechtsextremen Katholiken und ihrer Parteien aber offenbar keine so große Rolle.</p>
<p>5.<br />
Der katholische Milliardär Vincent Bolloré hat in seinem Verlag Fayard (Paris) kürzlich eine Art politische Programmschrift Bardellas veröffentlicht: „Ce que veulent les Français“ („Was die Franzosen wollen“). Auch in Frankreich läuft die Zusammenarbeit Rechtsextremer (Millionärs-) Katholiken und rechtsextremer Politiker offenbar wie geschmiert. Zum Milliardär und Medienmogul Bolloré: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/17455_katholischer-milliardaer-im-dienst-der-rechtsextremen_gott-in-frankreich">LINK</a>.<br />
Und auch „Katholische Rechtsextreme gegen die Menschenrechte“: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Wer ist noch in der Lage, der Kollaboration rechtsextremer Parteien in Europa, inklusive der rechtsextremen Katholiken und ihrer finanzstarken Netzwerke, Widerstand zu leisten?<br />
Wer kann noch wirksam zeigen: Katholizismus hat nichts mit rechtsextremen Ideologien und Parteien zu tun? Linke Katholiken wurden von der Kirchenführung ja vergrault oder rausgeschmissen. Es gibt de facto keine linken Katholiken mehr.</p>
<p>7.<br />
In Frankreich sind die Bischöfe allgemein sehr zaghaft gegenüber den rechtsextremen Parteien, wahrscheinlich wissen sie aus repräsentativen Umfragen: Etwa 40 Prozent der noch praktizierenden Katholiken stimmen für Le Pen bzw. den Rassemblement National. Bekanntlich lebt die katholische Kirche Frankreichs vor allem von Spenden der praktizierenden Gläubigen. Rechtsextreme Katholiken können also den ohnehin schwach fließenden Geld- Hahn der Kirche zudrehen und kein Geld mehr spenden. Oder katholische rechtsextreme Milliardäre können helfend ein paar Millionen Euro rüberreichen, aber dabei bestimmen, für welche &#8211; ihnen günstige &#8211; Projekte ihr Geld verwendet werden soll. Sie können, mit anderen Worten, die Bischöfe und den Rest der Katholiken erpressen… So wird also der Katholizismus, nun unter Druck von rechtsaußen stehend, selbst sehr rechtslastig.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22393_kollaboration-rechtsextremer-parteien-mit-katholisch-nationalistischer-parteien-in-europa_religionskritik">Kollaboration rechtsextremer Parteien mit katholisch- nationalistischen &#8211; rechtstextremen Parteien in Polen</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 10:26:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[250. Geburtstatg der USA]]></category>
		<category><![CDATA[4. Juli 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Henze über Evangelikale in USA]]></category>
		<category><![CDATA[auch Milliardäre müssen sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Das Volk der USA kann eine Regietrung stürzen]]></category>
		<category><![CDATA[den 250. Geburtstag der USA NICHT feiern]]></category>
		<category><![CDATA[Giuliano da Empoli über Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Jill Lepore Harvard Uni]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Biden verurteilt Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Niedergang der Demokratien weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Pete Hegseth als evangelikaler Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Mühlhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Mühlhoff sieht Faschismus in den USA heute]]></category>
		<category><![CDATA[Timothy Snyder über Trump als Tyrannen]]></category>
		<category><![CDATA[Trump als Milliardär]]></category>
		<category><![CDATA[Trump als verrückter alter Mann]]></category>
		<category><![CDATA[Trump Regime als Faschismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22377</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der 250. Geburtstag der USA am 4. Juli 2026 sollte nicht gefeiert werden. Denn unter dem Trump Regime werden die USA in eine Form des Faschismus verwandelt. Diese US - Ideologie wird von den USA selbst in Europa verbreitet. Diese Erkenntnis verbreiten bekannte, internationale geschätzte Politologen und Historiker. Timothy Snyder, Jill Leporre, Arnd Henze, Rainer Mühlhoff, Giuliano da Empoli....Das Trump Regime wird entscheidend unterstützt von Evangelikalen Kirchen. Such Kriegsminister Pete Hegseth ist Mitglied einer radikal nationalistischen rechtsextremen evangelikalen Kirche. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik">Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn am 3. Juli 2026</p>
<p>Das Motto dieses Beitrags ist ein zentrales Zitat aus der Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776: „<strong>Wenn eine Regierung systematisch und dauerhaft die Grundrechte der Bürger verletzt, um eine absolute Tyrannei zu errichten, ist es nicht nur das Recht, sondern die Pflicht des Volkes, diese Regierung zu stürzen.“</strong>  (Siehe Fußnote 2.)</p>
<p>1.<br />
Zum Feiern anläßlich des 250.Geburtstages der USA am 4. Juli (2026) sollte uns nicht zumute sein, mit „uns“ meine ich die noch nachdenklichen, kritischen und vor allem demokratisch Gesinnten weltweit. Der 4.Juli sollte ein Tag sein, an dem wir fest in unser Denken und Fühlen einprägen: Die USA stehen jetzt an einem höchst gefährlichen Kipp &#8211; Punkt. Die USA rutschen ab in ein Regime, das weder Demokratie oder Republik genannt werden darf. Eher sollte man fürchten, dass da eine Form von Gewaltherrschaft der Superreichen entstanden ist und der super fromm &#8211; evangelikalen Feinde der universell geltenden Menschenrechte. Wieder einmal wird der christliche Glaube von nationalistischen, rassistischen, rechtsradadiklen Ideologen missbraucht…<br />
Etliche Politologen und kritische Beobachter schließen es nicht aus, dass sich eine neue Variante des Faschismus in den USA durchsetzt. Dieser Faschismus beginnt mit der Abschaffung von objektiven, überprüfbaren Wahrheiten. Trump begannt sein Regime mit seinem Plädoyer für „alternative Wahrheiten“, die er je nach Laune definiert. Bekanntlich ist der Verzicht auf universell geltende Wahrheiten nichts als ein Ausdruck für den Nihilismus. Darauf hat Friedrich Nietzsche aufmerksam gemacht. Die USA unter Trump also auf dem Weg des Nihilismus: Nichts Wahres gilt mehr. Der Philosoph Friedrich Nietzsche hält den Nihilismus für eine Form von Glauben, also eine Ideologie,Nietzsche schreibt: „Der Glaube, dass es gar keine Wahrheit gibt, ist der Nihilismus &#8211; Glaube.“ (Zu „Nietzsche und der Nihilismus“, siehe Fußnote 1).</p>
<p>2.<br />
Dass die USA an einem Kipp &#8211; Punkt stehen ins Autoritäre, sagen viele kritische Beobachter, Spezialisten, Politologen, Historiker, Soziologen. Und jeder kritische Leser von kritischen Zeitungen weiß das längst, verdrängt aber die Fakten oft. Der Vorgänger von Donald Trump im Präsidentenamt, der demokratische Politiker Joe Biden, zeigte sich kürzlich als wahrer Demokrat, also im universellen Sinne von Demokratie, nicht als Parteipolitiker. Biden: Ein heftiger, kluger Kritiker des Trump &#8211; Regimes. Am 27. Juni (2026) sagte er im Bundesstaat Maryland: Trump ist, so wörtlich, „inkompetent und korrupt“. „Mit Trump beginnen dunkle Zeiten in den USA“. Trump betreibe, wieder wörtlich, „absichtlich die Deformation und Zerstörung der Nato“. Unter Trump habe sich, „eine dreiste, unverhohlene Korruption auf einem Niveau durchgesetzt, wie es Korruption noch nie in der US &#8211; Geschichte gegeben hat.“ (Eine kurze Zusammenfassung von Joe Biden Rede: im Tagesspiegel vom 30.6.2026).</p>
<p>3.<br />
Das Verschwinden von Ethik, Vernunft, Demokratie, Menschenrechten, Respekt vor dem Völkerrecht unter dem Regime Trump ist derart umfassend und unter demokratisch Gesinnten bekannt, dass wir hier nur einige Autoren und einige zentrale Zitate bieten können.<br />
Wenn wir vom Kipp Punkt der USA ins streng Autoritäre und eine Form des Faschismus sprechen, wird nicht geleugnet, dass es Widerstand gegen Trump und seine Bande gibt, dass auch einige Gerichte noch unabhängig arbeiten und gerecht urteilen: Aber die Allmacht der Trump &#8211; Leute, unterstützt von den ethisch total abgedrifteten der Tech &#8211; Milliardären, wackelt kaum. Trump und seine Leute (Vance!) versuchen die Demokratie in Europa explizit zu schwächen, sie propagieren und unterstützen rechtsradikale Regierungen (bis vor kurzem Orban in Ungarn) oder Parteien, wie die rechtsextreme AfD.<br />
Zusammenfassend:Diese Leute im Trump &#8211; Regime wollen die Zerstörung der Demokratie und die Aufhebung der Menschenrechte. Sie wollen eine andere Welt ausschließlich zu ihrem eigenen Vorteil. Und dafür kämpfen sie auch weltweit. Das machte das Trump &#8211; Regime so universell gefährlich für die Menschheit.</p>
<p>4.<br />
Vor allem liegt diesen Führern der USA an ihrer ständigen Bereicherung: Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet am 1.7.2 2026: Trump hat als Präsident im Jahr 2025 mindestens 1,4 Milliarden Dollar Einnahmen aus seinen Geschäften mit Krypton und Memecoin &#8211; Währungen gemacht. „Sein Gesamtvermögen schätzt der Bloomberg Billionaires-Index auf 7,6 Milliarden Dollar“, so die SZ. Bei solchem nur noch absurd zu nennenden Gesamtvermögen einzelner sehnen die demokratische Gesinnten förmlich nach einer bislang für ein Tabu gehaltenen Debatte, einer Debatte zum Thema Enteignung. Sie wäre selbstverständlich sofort von den Milliardären lächerlich gemacht, und die Mitte Parteien und Rechtsextremen würden wie üblich das Gespenst des Kommunismus beschwören. Denn, auch die dem kapitalistischen System nahestehenden großen Kirche sagen das: „Privateigentum ist heilig, muss aber doch ein bißchen am Gemeinwohl orientiert sein“.<br />
Ein Freund sagte mir: „In solchen Momenten der Erkenntnis der Allmacht der Milliardäre freut man sich letztlich, dass auch Milliardäre sterbliche Menschen sind, selbst wenn sie als Transhumanisten vielleicht 120 Jahre alt werden und die Welt weiter ruinieren und zerstören…Eine bewohnbare Erde werden sie &#8211; bei dieser ihrer Politik &#8211; als 120 Jährige vielleicht sowieso nicht mehr erleben….</p>
<p>5.<br />
Zunächst: Der us-amerikanische Historiker Timothy Snyder &#8211; inzwischen wegen des Trump Regimes nach Kanada geflüchtet &#8211; hat sich mehrfach zum Trump &#8211; Regime geäußert: In der Süddeutschen Zeitung, 25. Juni 2026, Seite 9, bezieht er sich unter dem Titel „Kapitulation eines Dealmakers“ auf den für die USA gescheiterten Iran &#8211; Krieg. Der Historiker Snyder beurteilt Trump als einen Herrscher „mit Bosheit, kombiniert mit erstaunlicher Dummheit, der eine Weltmacht in die Selbstzerstörung“ führt. Bezogen auf den Iran &#8211; Krieg schreibt Snyder: „Krieg aus einer Laune heraus zu führen &#8211; wie es Trump tut &#8211; ist ein Symptom der Tyrannei…Diesen Kriegen muss man sich widersetzen. Trump ist, so Snyder, „von Hartherzigkeit und Einfalt bestimmt“.</p>
<p>6.<br />
Das Buch „Die Stunde der Raubtiere“ des international geschätzten Historikers und Autos Giuliano da Empoli (C.H.Beck Verlag 2025, 3. Auflage) beurteilt Trump eindeutig: „Der amerikanische Präsident Trump führt einen bunten Tross hemmungsloser Autokraten an, bestehend aus Tech &#8211; Konquistadoren, Reaktionären und Verschwörern, die es gar nicht erwarten können, dass der Kampf endlich losgeht. Vor uns tut sich eine Zeit grenzenloser Gewalt auf und die Verteidiger der Freiheit scheinen auf die sie erwartende Aufgabe ganz besonders schlecht vorbereitet.“ (S. 40).</p>
<p>7.<br />
Rainer Mühlhoff, Philosophieprofessor an der Uni Osnabrück, hat eine viel beachtete Studie über „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ veröffentlicht, Reclam 2026, 12. Auflage. Für Mühlhoff ist klar, dass das „Trump Regime &#8211; neben der AfD &#8211; transgressive Kräfte verkörpert“ (S. 120) und tendenziell faschistisch ist. Unter transgressiven Kräfte sind jene politischen Bewegungen, Aktionen und Ideologien gemeint, die bestehende Normen, Werte überschreiten und auflösen wollen.<br />
Mühlhoff betont: „Transgressive Kräfte bestimmen die faschistischen Regime, sie sprengen Normen und demokratische Systeme und zerstören sie.“… „Faschismus bezeichnet damit kein bestimmtes politisches System, sondern eine Charakterdisposition und ihre politische Wirkungsweise.“ (S. 118). Diese Kräfte setzen sich jetzt in den USA offensichtlich mit Gewalt durch.</p>
<p>8.<br />
Der Journalist und USA &#8211; Experte Arnd Henze fragt in einem Beitrag für „Publik &#8211; Forum“ (Heft 11/2026, S. 14) wo denn die langfristigen Voraussetzungen zu sehen sind für das Aufkommen des autoritären Trump &#8211; Regimes: „Es wurde vor etwa 50 Jahren ein Parallelimperium christlich nationalistischer Bildungseinrichtungen geschaffen, wo inzwischen zwei Generationen rechter Kulturkämpfer ausgebildet wurden &#8211; eine weiße Untergrund Armee christlicher Krieger, wie es der Kriegsminister Peter Hegseth martialisch auf den Punkt bringt.“… „Trump ist ein Präsident, der nur noch in den Allmachts &#8211; und Rachefantasien seiner KI-Bilder zu leben scheint. Das alles wird ausgestattet mit den repressiven Instrumenten von FBI, ICE und Border Control nach innen und der größten Militärmacht der Welt.“ Über die politische Bedeutung der weißen Evangelikalen für das Trump Regime siehe die große Studie von Arnd Henze: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22311_kirchen-und-religionen-sollten-nicht-die-demokratie-bestimmen-auch-nicht-in-den-usa_religionskritik">LINK</a></p>
<p>9.<br />
Pete Hegseth, der Kriegsminister, ist streng &#8211; gläubiges Mitglied einer der hoch problematischen, manche sagen anti-christlichen fundamentalistischen evangelikalen Kirchen der USA, der „Communion of Reformed Evangelikal Churches“ (CREC). Diese Kirche, von Pastor Doug Wilson 1975 gegründet, gewinnt immer mehr nationalistische Anhänger und hat großen politischen Einfluss, in Washington D.C. gibt es längst ein Zentrum der CREC. Pastor Wilson sagt: „Hegseth ist ein guter Christ“… Und: Der Staat soll das Recht Gottes, das von der Kirche, seiner Kirche, erkannt ist, durchsetzen… Gottesrecht (d.h. Moral dieser Kirche) steht über den Menschenrechten.&#8220; Siehe dazu ein aktuelles ausführliches Porträt zu Hegseth in der Wochenzeitung „Die Zeit“ (2. Juli 2026, Seite 3).</p>
<p>10.<br />
Die Historikerin Jill Lepore (Harvard Uni, Massachusetts) betont in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ (25. Juni 2026, Seite 6): „Die politische Polarisierung in den USA ist extrem, es herrscht politische und wirtschaftliche Verzweiflung, die Stimmung im Land ist sehr, sehr, sehr gedrückt.“ (Tatsächlich sagt Jill Lenore drei mal „sehr“). „Niemand weiß, was dieser verrückte alte Mann (Donald Trump) macht, wenn er die (Midterms)Wahlen verliert… Mir fällt es schwer, mir vorzustellen, was ein demokratisch kontrollierter Kongress dann tun könnte, um ihn zu stoppen. Wie auch immer die Midterm Wahlen ausgehen, die letzten beiden Jahre mit ihm im Weißen Haus werden wahnsinnig.“</p>
<p>11.<br />
Wir brechen hier unseren „Gruß“, also unsere dringende Warnung, zum 250. Geburtstag der USA ab, alle LeserInnen können aus eigener Erfahrung und Lektüre weitere Studien über die USA unter dem Trump &#8211; Regime unternehmen. Und sie werden sich &#8211; wie wir &#8211; fragen: Wann endlich begreifen die Europäer , auch die deutschen, dass die USA unter Trump keine Freunde sind. Und die Frage reicht weiter: Waren die USA jemals selbstlose Freunde Deutschlands, oder war alles Wohlwollen und alle Hilfe nach dem 2. Weltkrieg zugunsten der BRD ökonomische Kalkül und Abwehr gegen den Erzfeind Kommunismus? Wahrscheinlich ist das so. Es zerbrechen die Illusionen Europas, Deutschlands, gegenüber „den“ USA gerade am 250. Geburtstag.</p>
<p>12.<br />
Wenn wir hier nur auf die Zerstörung der Demokratie in den USA hinweisen und &#8211; mit etlichen kritischen Beobachtern &#8211; ein Ende der Demokratie in den USA nicht mehr ausschließen, dann haben wir überhaupt nicht die verbrecherische Gewaltherrschaft Putins vergessen oder den Menschenrechts feindlichen Kommunismus von Xi oder den extremen hinduistischen Fundamentalismus von Mori … und auch nicht Netanjahu oder die Herrscher des Iran oder die Rechtsextremen in Argentinien, Chile usw. haben wir vergessen.<br />
Wir wollten nur den USA einen Glückwunsch zum 4.7.2026 senden!</p>
<p>Es bleibt die beunruhigende Erkenntnis: Die meisten Staaten unserer Welt werden zunehmend beherrscht von Autokraten, Diktatoren, Rechtsextremen, Nationalisten und, wie die Historikerin Prof. Jill Lenore sagt, „von einem verrückten alten Mann in den USA.“ Und genauso beunruhigend ist: Die noch wenigen verbliebenen demokratischen Politiker folgen den politischen Mustern des Trump &#8211; Regimes…Man beachte die „Abschiebeverordnung“ der EU Kommission. Sie plant, Inhaftierungen von Flüchtlingen und Asyl-Suchenden massiv auszuweiten, Überwachungsbefugnisse zu erhöhen&#8230;es soll möglich werden, Menschen in Länder abzuschieben, in denen sie noch nie gewesen sind…Alles nach dem Vorbild des Trump -Regimes.</p>
<p><em>Fußnote 1 zum Nietzsche Zitat: S. 439 in der gründlichen Studie des Philosophen Wilhelm Weischedel, „Der Gott der Philosophen“, Band I, 1972, Wissenschaftliche Buchges., Darmstadt.</em></p>
<p><em>Fußnote 2 zum Text der Unabhängigkeitserklärung:</em> https://www.verfassungen.net/us/unabhaengigkeit76.htm . Im Oval Office ließ Trump die dort sichtbare Unabhängigkeitserklärung mit dem entscheidenden Zitat durch einen blauen Vorhang verdecken. Er will nicht daran denken, dass er und sein Regime vom Volk gestürzt werden könnten&#8230;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22377_der-250-geburtstag-der-usa-ueber-den-absturz-in-eine-form-des-faschismus_religionskritik">Der 250. Geburtstag der USA: Über den Absturz in eine Form des Faschismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 21:13:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[demokratische Gewaltenteilung sind keine polytheistischen Götter]]></category>
		<category><![CDATA[der Gott Auto]]></category>
		<category><![CDATA[der Gott Geld]]></category>
		<category><![CDATA[der Gott Nationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[der Gott Sex]]></category>
		<category><![CDATA[der große Irrtum des Philosophen Odo Marquard]]></category>
		<category><![CDATA[der Philosoph Odo Marquard plädiert für den Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[ein neuer Tempel des Polytheismus in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[eine große Tempelanlage für die vielen säkularen Götter]]></category>
		<category><![CDATA[Formen des weltlichen Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heide-Sein bei rechtsradikalen Denkern beleibt]]></category>
		<category><![CDATA[Hindu-Tempel in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsradikale Politiker lieben den Polytheismus]]></category>
		<category><![CDATA[säkularer Polytheismus in Berlin baut einen Tempel]]></category>
		<category><![CDATA[säkularer Viel-Götter-Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[sind die Christen frei vom Polytheismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein leicht ironischer Beitrag von Christian Modehn: In Berlin wird ein Tempel gebaut für die vielen weltlichen, säkularen Götter. Der Polytheismus neuer Art findet seinen machtvollen, prächtigen Ort in einer Tempelanlage. Dort können die Götter Geld, Privateigentum, Sex, Auto, Nation usw. verehrt werden. Der säkulare Polytheismus als Vergötterung von Gegenständen und Ideologien ist die stärkste Konfession in Berlin, bald in ganz Europa. Die katholische und evangelische Kirche schließen ihre Kirchen, verkaufen ihre Gotteshäuser, der säkulare Polytheismus blüht. Der Philosoph Odo Marquard ließ sich gar zu einem Plädoyer und Lob für den Polytheismus hinreißen, rechtextreme Literaten und Philosophen lieben den Polytheismus, das Heide-Sein. Der Bruch in der Kultur und der Religion wird im säkularen Polytheismus sichtbar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik">Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Polytheismus &#8211; die vorherrschende Religion in Berlin.<br />
Ein leicht ironischer Hinweis von Christian Modehn am 27.6.2026</p>
<p>Ein Vorwort:<br />
Eine große Tempelanlage für die größte Konfession in Berlin ist eigentlich schon seit langem erforderlich: Für den modernen säkularen Polytheismus, den Glauben an einen der vielen weltlichen Götter. Schließlich nennen sich etwa 70 Prozent der Berliner Bevölkerung „Konfessionslos“, und dieser Titel bedeutet sicher ein Nein zum Monotheismus der Christen, Juden und Muslims, hat aber auch nichts mit dem Bekenntnis zum Buddhismus oder Hinduismus zu tun. Und der „klassische“ kämpferische Atheismus als Nein zum Monotheismus ist auch heute eher selten.<br />
Es geht also um neue Formen des Glaubens, des Glaubens an die modernen vielen Götter, an die leidenschaftliche Bindung an einen der weltlichen oder am besten gleich an mehrere, wesensverwandte weltliche Götter. Wir nennen den Viel-Götter &#8211; Glauben deswegen einen säkularen Polytheismus, weil die Götter, die da verehrt werden, nur weltlich, also nur säkular sind. Von Transzendenz ist bei diesen Göttern also keine Spur, alles dreht sich hier um die eingeschlossene, abgekapselte Welt, also die Bindung an die endlos gedachte nur weltliche Welt ohne transzendente Funken… Dinge der Welt werden dabei gern und enthusiastisch in den Rang von etwas Göttlichem, Absoluten, Hoch &#8211; Heiligen erhoben, und bestimmte Menschen werden zu säkularen Heiligen, wenn nicht zu Göttern erklärt (siehe die Bewunderung für Musk in den USA).<br />
Dies also ist ein neues Thema für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie, Religionswissenschaft und Soziologie. Wir sprechen davon in einer Form einer milden Satire, deren phantasiereiche Beschreibung so unwahrscheinlich ja nicht ist, zumal der Viel-Götter-Kult heute weltweit absolut sich durchsetzt. Das Denken schließt sich ins nur Weltliche &#8211; Dinghafte ein, bestenfalls die Kunst kann noch die Schatten eines Jenseits zeigen, die Kirchen vertreten ihre uralten Dogmen in einer abgeschotteten, sich absolut wichtig nehmenden Klerus &#8211; Welt. Dies interessiert bald wirklich niemanden mehr, vielleicht noch einige der ewigen Neurotiker aus der katholisch &#8211; rechtsextremen Szene…</p>
<p>1.<br />
Am 7. Juni 2026 wurde in Berlin ein neuer prächtiger Tempel zu Ehren der vielen Götter des Hinduismus feierlich eingeweiht. „Den Polytheismus pur“, möchte man sagen, kann jeder Interessierte dort erleben. Aber, und das ist überhaupt nicht degradierend gemeint: Es sind &#8211; regional begrenzt &#8211; die vielen Götter der hinduistischen Religion Indiens, die sich da in Berlin &#8211; Neukölln zur Verehrung und Bewunderung niedergelassen haben. Hunderte Statuen von hinduistisch &#8211; indischen Göttern (Göttinnen) schmücken den Tempel innen wie außen. Zwanzig Jahre wurde an diesem Tempel zu Ehren des Gottes Ganesha gebaut … auch mit allerlei finanziellen Hindernissen: Aber der Gott Ganesha hat schließlich gesiegt: Er wird &#8211; also wohl zurecht &#8211; als der „Überwinder von Hindernissen“ verehrt und er gilt als der „Schreiber heiliger Texte“.</p>
<p>2.<br />
Wenn sich der uralte, auch literarisch wertvolle hinduistische Polytheismus in Berlin nun so deutlich präsentiert, sollte man die Anregung aufgreifen und wahrnehmen: dass sich ein ganz anderer Polytheismus in Berlin (und in ganz Europa) durchgesetzt hat: Dieser säkulare, weltliche Polytheismus möchte sich nun öffentlich in einer wahrlich riesigen Tempelanlage einladend präsentieren. Denn, wie gesagt, nur 30 Prozent der Berliner Bevölkerung sind sozusagen noch klassische religiöse Monotheisten, wobei unter denen sicher auch säkulare Polytheisten, also Verehrer irgendeines weltlichen Gottes, zu finden sind. Stichwort: Liebe zum Geld…Die sündhafte Hinwendung der Monotheisten zum Polytheismus war ja bekanntlich schon das Problem der Propheten des Alten Testaments.</p>
<p>3.<br />
Keine Frage: Es gibt ihn faktisch, den weltlichen Polytheismus, also die von Menschen erschaffenen Götter, die sich als Götter NICHT feierlich von selbst offenbaren, sondern Produkte der Menschen sind, also weltlich sind. Diesen „ihren“ Göttern schenken die Menschen ihre Lebensenergie, ihnen opfern sie (sich auf), sie sind der entscheidende Mittelpunkt ihres Lebens: Diese weltlichen Götter sind als hoch-heilig aufgewertete weltliche Objekte (oder auch Subjekte, Menschen) inmitten einer sonst weithin vom monotheistischen Gott entleerten Welt. Selbstverständlich kann, wie im klassischen Polytheismus üblich, der einzelne weltliche Polytheist mehrere dieser Götter verehren, also den einen mal beiseite stellen zugunsten der Entscheidung für einen anderen. Wir nennen hier schon mal einige Namen der säkularen Götter, auf die wir im einzelnen noch hinweisen: Geld, Privateigentum, Auto, Nation, Fußball usw…</p>
<p>4.<br />
Der geplante polytheistische Tempel muss eine große Anlage sein. Für die vielen Götter muss ausreichend Platz zur Verehrung stehen, zur stillen Andacht, zum Preisen und Loben, zum ausdrucksvollen Bekenntnis, ja auch dies: Vielleicht auch nur zur Verabschiedung von diesem Gott, sagen wir vom Gott Auto; dies kann vielleicht sogar eine Art Bekehrung sein zu einem radikalen Atheismus. In der riesigen Tempelanlage muss also Platz sein fürs Erleben, Bedenken, Feiern und ernsthaftem Debattieren mit den anwesenden Priestern, die hier Counselors heißen, ein bißchen gebildet sollen sie sein…<br />
Alle diese säkular -polytheistischen Tempel in der großen Anlage müssen flach gebaut sein, jeglicher Turm, der in eine irgendwie transzendente himmlische Höhe weist, ist verboten. Die Erdverbundenheit, als die Bindung an die endlos fließende total flache Welt des säkularen Polytheismus muss auch architektonisch zum Ausdruck kommen.<br />
Es wäre sehr hilfreich, wenn dieser Tempel angesichts der Menge der Gläubigen eine gut erreichbare, zentrale Lage hätte, mitten in der Stadt, etwa auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof wäre der Wunsch: Ihn wird der Berliner Senat, auch dort gibt es ja säkulare Polytheisten, wohlwollend unterstützen.</p>
<p>5.<br />
Im Zentrum der Tempelanlage steht der mit echtem Gold verzierte Tempel für den Gott Geld, mit dem eigentlich alle Menschen immer schon sehr eng verbunden sind, auch die monotheistisch Frommen. Darum gebührt dem Gott Geld einer der Haupttempel in der weitläufigen, mit vielen bunten Blumen und allerlei Bäumen ausgestatteten Tempel-Anlage. In den kleinen Nebentempeln des Gottes Geld können auch die ebenfalls göttlichen Aktien verehrt werden oder auch Formen neuer heiliger Krypto &#8211; Währungen.<br />
In einem ebenfalls benachbarten kleineren Tempel werden schalldichte Mauern und Türen gebaut, für Spekulanten, die bei extremen Kursverlusten dort laut schreien, weinen und heulen dürfen. Auf diese Weise sollen die Manager bei Kursverlusten nicht den persönlichen Kurs verlieren.</p>
<p>6.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau wird den Verehrern des göttlichen und immer noch offiziell heilig genannten Eigentums zur Verfügung stehen. Auf den Wänden werden stündlich aktualisiert auf Monitoren die Preisentwicklungen der Eigentumswohnungen etwa in Berlin, München, Zürich, Paris, London, New York, San Francisco, Rom und Monaco eingeblendet. Auch das Verhältnis im Bau von Mietwohnungen und Eigentumswohnungen wird dokumentiert, auch in dem Fall sind Schreie des Protestes oder des noch stärkeren Jubels der Eigentümer erwünscht. Selbstverständlich werden etliche Super &#8211; Luxus Yachten als begehbare heilige Objekte zur Verfügung stehen, nach gründlichen Reinigung in einem Pool im dritten Obergeschoß der Yacht kann man auch kurz die prächtigen Räume besichtigen, allerdings nur der Flüsterton ist auf den heiligen Super &#8211; Luxus -Yachten erlaubt. Nebenbei: Ein Glas Champagner wird „an Bord“ für selbstverständlich schon ermäßigte 50 Euro angeboten .</p>
<p>7.<br />
Ein weiterer großer Tempelbau in der Gestalt einer riesigen, für mindesten 100 Fans begehbaren Kugel wird dem höchst aktuellen Gott Fußball gewidmet sein. Im Innern des Tempels werden permanent auf 100 Bildschirmen gleichzeitig alte und auch aktuelle Fernsehaufnahmen von Fußballweltmeisterschaften zu sehen sein. Ein großes Quiz wird angeboten: Wer genau weiß, wie viele Millionen Schweizer Franken Mister Gianni Infantino im Jahr verdient, kann an einem Losverfahren teilnehmen und zu einem Frühstück mit Infantino in Genf geladen werden. Die Sieger können selbstverständlich auch absagen.<br />
Eine andere begehrte Quiz &#8211; Frage wird sein, die ich mal so formuliere: Welche Mannschaft hat 1958 im Spiel El Salvadors gegen die Fidschi &#8211; Inseln gesiegt? Der Sieger wird zu einem Wochenende ins leider wieder mal sehr diktatorische El Salvador in Mittelamerika eingeladen. Absagen der Gewinner sind &#8211; Stand jetzt &#8211; sehr ratsam, um nicht durch Zufall in einem der berechtigten Massen &#8211; Gefängnisse des Präsidenten zu laden.</p>
<p>8.<br />
Der längste Flachbau auf der großen Tempelanlage der „säkularen Götter“ wird der Gestalt eines iPhones sehr deutlich nachempfunden sein. Von 1000 angebrachten iPhones werden die Tempelbesucher permanent berieselt mit Life &#8211; Plaudereien von iPhonenutzern aus aller Welt in mindestens 100 verschiedenen Sprachen. So wird Kakophonie in Kalophonie umgewidmet. Ob die Tempelbesucher die eigenen iPhones oder die Handys am Tempeleingang abgeben müssen, um möglichstnvom eigenen Trieb des Klickens nicht verführt zu werden, darüber wird noch der Bundestag entscheiden.</p>
<p>9.<br />
Ganz im klassischen Bordell &#8211; Rot, wir sagen es ehrlich schon jetzt, wird es eine gewaltige begehbare Penis &#8211; Nachbildung im Tempel &#8211; Park geben. Aus dem „Milieu“ kommt bereits der Vorschlag, diesen Tempel, gelagert im spirituellen Zentrum des Tempelbezirks der säkularen Götter, entweder „Sanctus Penis“ oder &#8222;Sanca Vulva“ zu nennen… Um Orgien in diesem Tempel einzugrenzen, sollen die in der Szene bekannten „Schwestern vom Orden der perpetuellen Indulgenz“ ein bißchen für erotischen Anstand sorgen.</p>
<p>10.<br />
Polytheistische Ordnungskräfte werden einen weiteren, allerdings hoch umstrittenen Tempel sichern müssen: Den Tempel des viel gesichtigen Gottes Nationalismus und Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie. Dieser Gott als Einheit vieler Götter prägt die Geschichte der Menschheit seit Jahrhunderten, deswegen muss in einem eigenen Tempel daran erinnert werden. Von außen wird er &#8211; für Demokraten &#8211; betont häßlich sein, die Frage braun dominiert, Innen ist alles schwarz gehalten.<br />
Eine explizite, verbale Verehrung dieser Götter ist in diesem Tempel untersagt. Er soll ein Tempel des Abscheus, des Neinsagens, vielleicht der Bekehrung zum wahren Menschsein werden. Rechtsradikale Parteien in Europa, also die AFD, die Le &#8211; Pen &#8211; Partei „Rassemblement National“ oder die spanische VOX Partei , aber auch Teil der US &#8211; MAGA &#8211; Bewegung planen &#8211; unterstützt von ihren Freunden in Millionärs-Kreisen, ihren eigenen, alternativen Tempel in der Nähe zu bauen. Der Staatsschutz sollte ermitteln…<br />
Jeder halbwegs vernünftig gebliebene weltliche Polytheist kann in diesem gewaltig braun &#8211; schwarzen Tempel öffentlich seinem Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, der Homophobie abschwören, er empfängt danach von den stets anwesenden Priestern, „Counselors“ genannt, eine schöne, gut lesbare Ausgabe der „Erklärung der Menschenrechte“ von 1948. In einem Nebentempel werden übrigens die heiligen Rüstungsfirmen sich verehren lassen, Details werden noch ausgearbeitet. In jedem Fall werden die neuesten Panzer zur Bewunderung und Verehrung bereit stehen. „Mehr Geld für die Rüstung“ steht über dem Eingang!</p>
<p>11.<br />
Selbstverständlich wird es einen Tempel zu Ehren des heiligen Autos geben. Dem Mercedes- Stern nachempfunden wird dieser Tempel errichtet, wer ihn von der zentralen der Mitte aus betritt, wird sofort von den allerneuesten Mercedes der S Klasse empfangen, auch der Merceds &#8211; Maybach S- Klasse. Die Frommen dürfen selbstverständlich diese Prachtexemplare lange Zeit streicheln, sie dürfen die Auto &#8211; Türen berühren, gegen Spenden für die Firma Mercedes (!) darf man auch ein paar Minuten innen im Auto sitzen, das Lenkrad umarmen, die Sitze bewundern. Lautes Jubeln ist erwünscht, auch das „großartig“ Rufen. Es stehen vor einigen einigen Limousinen auch Kissen bereit für Fromme, die vor dem Mercedes niederknien möchten. Kein Mann muss sich seiner Tränen der Freude schämen. Ob BMW im Tempel auch zugelassen wird, entscheiden zur Zeit die Gerichte…</p>
<p>12.<br />
Wie schon angedeutet: In jedem der vielen Einzeltempel werden dem jeweiligen Gott entsprechend rituelle und kultische Vollzüge möglich sein, auch Sühneriten und Reue &#8211; Bekenntnisse sind möglich. Es stehen auch entsprechende „Priester“, hier „Counselors genannt, hilfreich und kenntnisreich zur Verfügung. So kann im Tempel zu Ehren des Gottes Geld der besonders Geld &#8211; Gierige, der Spekulant, symbolisch ein paar echte 10 Euro &#8211; oder 50 Euro Scheine auf einem Gold-Schälchen andächtig verbrennen, auf Wunsch auch mit Weihrauch Düften, um seinen Abschied von der Geld &#8211; Gier auszudrücken. Wer hingegen immer mehr Geld für sich wünscht, kann in Opferschalen einige hundert Euros als Spende hinterlassen, die ausschließlich zur Stütze der bedrohten Banken in Deutschland verwendet wird.</p>
<p>Nur dies noch: Wer von der Sucht befreit werden will, permanent seinem Gott Fussball zu dienen, also ständig Fußball im Fernsehen zu sehen, so oft Unsummen schwer verdienten Geldes fürs Stadion und den Club auszugeben, der kann im Vorraum des Tempels einen preiswerten Fußball kaufen und ihn im Tempel öffentlich vor aller Augen zertreten. Sozusagen als Ritus der Bekehrung und Befreiung von diesem zwanghaften, also letztlich lästigen und langweiligen Gott Fußball. Beim Zertreten des Balls muss der Gläubige allerdings schreien: „Ich will niemals mehr dem Gott Fußball dienen“. Dieses Versprechen wird selbstverständlich bei der üblichen Liberalität des polytheistischen Tempels nicht überprüft.<br />
Die vielen unbeirrbaren Verehrer des Gottes Fußball können teure Memorabilien („Reliquien“) von weltberühmten Fußballer &#8211; Stars erwerben, etwa den kleinen Rest eines Schnürsenkels von Pelé oder den Fetzen aus einer Unterhose vom Star Cristiano Ronaldo.</p>
<p>13.<br />
Das Projekt kann jetzt schon finanziell unterstützt werden, der Name besonders großzügiger Spender wird an der zentralen Tempel &#8211; Eingangstür eingraviert. Zu den wirklich bedeutenden, vom Projekt restlos begeisterten Förderern gehören bereits die Banken, große Immobilien-Konzerne, Hotelketten, Inhaber der großen Smartphones usw. Sie alle sind ja längst als strenge Gläubige eines der säkularen Götter bekannt. Eventuell geht der bislang unbekannte Betreiber dieses „Tempel der vielen säkularen Götter in Berlin“ auch an die Börse.<br />
In jedem Fall sind bereits Sonderzüge der Bundesbahn nach Berlin geplant .. allein dieses Tempels wegen. Deswegen wird der Flughafen BER auch endlich stärker die internationalen Connections ausbauen. Der säkulare Polytheismus verspricht der Stadt Berlin wieder mehr Geld in die Kassen zu spielen…</p>
<p>14.<br />
Die (monotheistischen) Kirchen in Berlin sind sehr irritiert vom Projekt des wahrlich nur monumental zu nennenden Tempels der weltlichen Götter: Die Kirchen sagen sich: Wir katholischen und evangelischen Kirchenführer schließen seit einigen Jahren unsere Tempel, unsere Kirchen, wir verkaufen sie, wir reißen sie ab: Was machen wir nur falsch? Und die säkularen Polytheisten bauen eine riesige Tempelanlage, weil sie so viele Gläubige haben.</p>
<p>Nebenbei: Unser Ratschlag an die Kirchen: Sie sollten bedenken, dass auch ihre führenden Kleriker oft auf der Spur der säkularen Götterverehrung (Geld, Macht, Kriege.. ) lebten. Man denke nur an die Päpste der Renaissance und sehe die prächtigen Kardinals &#8211; und Bischofs- Residenzen, die immer noch bewohnt werden trotz der vielen Kirchenaustritte: Aus diesen Palästen wollen die Kleriker jedenfalls &#8211; bis jetzt &#8211; nicht ausziehen und in kleine Wohnungen umziehen. Diese Residenzen werden sicher in 30 Jahren zu Tempel &#8211; Museen des einstigen klerikalen Monotheismus werden..</p>
<p>15.<br />
Es bleibt für die Re&shy;li&shy;gi&shy;ons&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie ein dringendes Thema: Welche Bedeutung haben die hier genannten säkularen Götter für die Lebensgestaltung? Sind diese Götter befreiend, orientierend für ein humanes Leben, das den Namen verdient? Der alte „klassische“ Vorwurf atheistischer Kreise war: Die monotheistischen Religionen sind zu autoritär, gegen die Emanzipation eingestellt usw. Aber was trennt die polytheistischen säkularen, bekanntlich von Menschen gemachten Götter von dem monotheistischen Gott der Bibel? Ist nicht auch er von Menschen gemacht, vielleicht nur mit Hilfe des heiligen Geistes, wie die Dogmatik sagt? Aber wer weiß das schon genau? Und auch dies: Sind die polytheistischen Götter etwa fü rdie Emanzipation, für die Demokratie, für die universelle Gerechtigkeit? Ich fürchte die Antwort ist klar, sie heißt NEIN.<br />
Der schöpferische Mensch schafft sich Gott und Götter. Die Differenz zwischen einem Gott der Monotheisten und einem Gott der Polytheisten, ob säkularer religiös, muss jeder Mensch für sich erkennen. Und sich entscheiden für ein Leben in Freiheit.</p>
<p>16.<br />
Es muss daran erinnert werden, dass etliche Philosophen, Journalisten, Dichter und Denker usw. im 20. Jahrhundert explizit und kämpferisch den Polytheismus verteidigten und lobten, durchaus polemisch als angeblich einzig humane Alternative zum Monotheismus. Man denke an die „Nouvelle Droite“ und ihre Meisterdenker seit den 1970Jahren in Frankreich, etwa an Alain de Benoist, dessen Plädoyer für das polytheistische „Heide-Sein“ auch auf Deutsch 1982 als Buch erschien. Die „Konservative Revolution“ der rechten und rechtsextremen Meisterdenker liebt den Polytheismus.<br />
Der bekannte Philosoph Odo Marquard (1926 &#8211; 2015) muss hier erwähnt werden: Allzu schnell übersieht man dessen reaktionäre Positionen angesichts seiner leicht zugänglichen, manchmal gewollte witzigen Redeweise. Udo Marquard hat sich in seinem Vortrag in Berlin im Jahr 1978 zu einem „Lob des Polytheismus“ hinreißen lassen (veröffentlicht in „Abschied vom Prinzipiellen“, Reclam, 1981). Und dabei behauptet, die demokratische politische Gewaltenteilung sei „ein aufgeklärter &#8211; säkularisierter &#8211; Polytheismus.“ (Seite 107). Also die für die Demokratie entscheidende Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive, Judikative &#8211; seien nur &#8211; wie im Polytheismus üblich &#8211; mögliche und immer revidierbare „Göttergestalten“ … diese drei demokratischen Gewalten nennt Marquard tatsächlich allen ernstes Götter (S. 107). Aber: Diese Gewaltenteilung ist von der Vernunft universell begründet und tatsächlich absolut fürs Leben der Demokratie geboten. Gewaltenteilung in der Demokratie ist kein möglicherweise auch wieder abzuschaffender oder abzulehnender Gott im polytheistischen Götterhimmel.<br />
Und Odo Marquard schämt sich in dem von ihm diskutieren Zusammenhang von Polytheismus und Mythos nicht, den tatsächlich „berühmten“ Nazi-Philosophen Alfred Baeumler als Zeugen zu erwähnen, in einem Atemzug mit dem ganz anders denkenden Philosophen Roland Barthes. Jedenfalls steht für Marquard, den Schüler des ebenfalls viel zitierten Nazi-Philosophen Joachim Ritter (Uni Münster) fest: „Die Philosophie muss ihre Kollaboration mit dem Mono-Mythos (gemeint ist der Monotheismus der Juden und Christen) beenden“, so Marquard ziemlich rigoros, was er sonst ja nicht sein will…(S. 110).<br />
Jedenfalls haben kompetente Wissenschaftler das Schwadronieren Marquards zum „Lob des Polytheismus“ differenziert zurückgewiesen, etwa die Historiker Jan Assmann und Arnold Angenendt.</p>
<p>17.<br />
Der neue Tempel des säkularen, weltlichen Polytheismus trifft also eine zentrale Stimmung, Mentalität. Mit dem säkularen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben ist eine Auseinandersetzung geboten… zumal mit dem explizit politischen Viel &#8211; Götter &#8211; Glauben … bevor es zu spät ist und die AFD die „Kulturpolitik“ beherrscht.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22366_ein-neuer-tempel-in-berlin-zu-ehren-der-vielen-saekularen-weltlichen-goetter_religionskritik">Ein neuer Tempel in Berlin: Zu Ehren der vielen säkularen, weltlichen Götter</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Mit den reaktionären Piusbrüdern sollte es keine Einheit mit Rom geben!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22322_mit-den-reaktionaeren-piusbruedern-sollte-es-keine-einheit-mit-rom-geben_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 14:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[1. Juli 2026 in Econe]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Lefèbvre]]></category>
		<category><![CDATA[Bischofsweihe in Econe]]></category>
		<category><![CDATA[diese reaktionären Priesterbrüder sollten nicht in die offizielle katholische Kirche integriert werden]]></category>
		<category><![CDATA[ein neues Schisma in der katholischen Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[eine neue Kirchenspaltung am 1. Juli 2026 in Econe]]></category>
		<category><![CDATA[es gibt bereits jetzt im Katholizismus sehr viele rechtsextreme und reaktionäre Gläubige]]></category>
		<category><![CDATA[in Econe werden am 1. Juli vier traditionalistische Bischöfe geweiht]]></category>
		<category><![CDATA[keine Laienpredigt im Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Laienpredigt im Katholizismus stört die Einheit der Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Leo und sein Lieblingsthema EINHEIT]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Leo will unbedingt die Einheit der Katholiken]]></category>
		<category><![CDATA[Piusbrüder]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot der Laienpredigt durch den Vatikan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 1. Juli 2026 wird es wieder einmal ein Schisma, eine Spaltung, im Katholizismus geben: Die traditionalistischen Piusbrüder werden vier ihrer Priester zu Bischöfen in Econe, Schweiz, weihen. Ohne Erlaubnis des Papstes. Dies ist in päpstlicher Sicht ein Schisma. Und die Geweihten werden automatisch exkomuniziert. Christian Modehn plädiert dafür, diese reaktionären Leute aus dem traditionalistischen Umfeld ihre eigenen Wege außerhalb des Katholizismus  gehen zu lassen. Eine Integration dieser Leute in die katholische Kirche sollte aus politischen Gründen schon nicht stattfinden. Sehr konservative und reaktionäre Katholiken gibt es in der katholischen Kirche schon jetzt sehr zahlreich. Diese "römischen Katholiken" wählen rechtsextreme Parteien, nicht nur in Frankrreich oder in Spanien oder Italien. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22322_mit-den-reaktionaeren-piusbruedern-sollte-es-keine-einheit-mit-rom-geben_religionskritik">Mit den reaktionären Piusbrüdern sollte es keine Einheit mit Rom geben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Juli 2026 ist es soweit: Da gibt es wieder einmal eine Spaltung, ein Schisma, in der katholischen Kirche<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 21.6.2026.</p>
<p><em>Ein Vorwort:</em> Religions-Philosophie heute muss sich immer häufiger mit Religionskritik, im aktuellen Fall wieder mit Katholizismus &#8211; Kritik, befassen. Weil sich so viele Kirchen, auch der Katholizismus  und andere Religionen jeglicher universell geltender Vernunft verschließen. Wir dokumentieren also erneut ein Beispiel für die nach wie vor unübersehbare Herrschaft des Klerus in der katholischen Kirche. Und: Wie Schisma, Exkommunikation, frommer Wahn (&#8222;die Messe muss im Ritus des 16. Jahrhunderts zelebriert werden&#8220;) traditionalistische Katholiken bestimmen!</p>
<p>Auch dies noch: Wenn nun am 23. Juni 2026 offiziell der Vatikan unter der Herrschaft des freundlich lächelnden Papstes Leo XIV. <em>die Laienpredigt in der katholischen Messe verbietet</em>, dann ist dies nur ein weiterer Schritt des Katholizimus ins Getto, ins Getto der Klerus-Herrschaft&#8230;So wird auch in dem Fall die päpstlich dringend gewünschte EINHEIT durchgesetzt: Die Einheit der Theologie, die offenbar nur der Klerus garantieren kann. er steht ja unter Aufsicht der Bischöfe und des päpstlichen Nuntius. Laien wären zu eigensinnig, zu frei, zu mutig, ihren eigenen Glauben auszusagen und ins Gespräch zu bringen&#8230;Das läßt der herrschende Klerus nicht zu. Die offizielle päpstliche Rede vom &#8222;Volk Gottes&#8220; mit &#8222;gleichberechtigten Brüdern und Schwestern&#8220; ist also nur eine Floskel.</p>
<p>Nebenbei: Das aktuelle Verbot der Laien &#8211; Predigt im Katholizismus erinnert mich an das Verbot des Kelches auch für Laien in der Messe, eine erfolglose Forderung des Reformators Jan Hus, er wurde als Ketzer auf dem Konzil von Konstanz verbrannt&#8230; (15. Jahrhnudert), CM.</p>
<p><em>Am 21.6.2026 geschrieben:</em></p>
<p>1.<br />
Papst Leo XIV. will alle Katholiken unter dem Dach seiner Papst &#8211; Kirche vereinen. Das ist sein sehr dringendes Programm, zumal als Augustiner und Fan des heiligen Augustinus 5. Jahrhundert). Augustin als strenger Bischof von Hippo sprach viel von Kirchen-Einheit, packte aber seine theologischen Gegner sehr heftig an…<br />
Papst Leo weiß wie alle Päpste vor ihm: Wie schwach steht immer ein Papst da, wenn er der Spaltungen („Schismen“) innerhalb seiner Kirche nicht Herr wird.</p>
<p>2.<br />
So will Papst Leo auch die traditionalistischen Piusbrüder, also die internationale Gemeinschaft der Getreuen des reaktionären Erzbischofs Marcel Lefèbvre, an die „Mutter Kirche“ binden. Denn es droht die Gefahr der Abspaltung von der möglichst glanzvoll vereint, eben „eins“ dastehenden römischen Kirche: Es ist ja gegenüber den Protestanten und der Vielzahl von protestantischen Kirchen immer der Stolz der Katholiken und ihrer Führer, dass der Katholizismus ganz anders ist, eben eins, weltweit wird derselbe Ritus der Messe gefeiert usw.…und sei es, dass diese Einheit mit Ketzerverfolgungen durchgesetzt wurde.<br />
Dabei wird oft vergessen: <em>Es gibt bereits gar nicht so wenige Abspaltungen von der römischen Kirche in der jüngeren Zeit, bekannt ist die Abspaltung der „Alt-Katholiken“ im Jahr 1870, oder auch an viele „unabhängige katholische Kirchen“</em> unter diesem Titel muss erinnert werden, etwa in Polen, vor allem bedeutend auf den Philippinen (Aglipay), in Tschechien 1919 („Tschechoslowakisch &#8211; Hussitische Kirche), in Afrika und in zahlreichen Staaten Lateinamerikas, etwa Brasilien, Costa Rica usw: Sie sind zahlenmäßig nicht von allzu großer Bedeutung, aber sie signalisieren einerseits den Willen vieler Katholiken, nicht nach päpstlichen Befehlen den Katholizismus zu leben. Andererseits ist beachtlich doch noch eine starke emotionale Bindung römischer Katholiken an „ihren Papst“…sie brauchen halt einen Führer, könnte man meinen…und den üblichen katholischen Wunderglauben, Heiligenkult, Marienkult, Reliquienkult usw., eben den sich katholisch nennenden „Volksglauben“.</p>
<p>3.<br />
Das aktuelle Problem jetzt: Die Bischöfe der reaktionären Piusbrüder beharren stur darauf, am 1.Juli 2026 in ihrem Zentrum in Econe in der Schweiz vier ihrer Priester zu Bischöfen zu weihen. Ein vom Papst unerlaubter Akt. Er bedeutet auch die Exkommunikation der Geweihten traditionalistischen Hirten….<br />
Aber darum geht es hier nicht, zu diesem Thema haben wir uns schon mehrfach geäußert. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/10651_vor-30-jahren-am-30-6-1988-spaltete-erzbischof-marcel-lefbvre-die-katholische-kirche_benediktxvi">LINK</a></p>
<p>4.<br />
Das ist für uns am wichtigsten:<br />
Wir wollen kurz, aber bündig unsere dringende, auch politische begründete Forderung sagen: Dass diese Einheit, also die Integration der traditionalistischen Piusbrüder in die offizielle katholische Kirche, NICHT zustande kommt.<br />
Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:<br />
Die Piusbrüder und ihre Gemeinden, ihre Priesterseminare und Klöster und Schulen sind theologisch so reaktionär, dass es Jahre dauern würde, diese Traditionalisten mit einigen Grundeinsichten moderner Theologie in der römischen Mutterkirche vertraut zu machen. An den für katholische Verhältnisse durchaus etwas progressiven Aussagen des 2. Vatikanischen Konzils will Papst Leo bekanntlich festhalten.</p>
<p><em>Wichtiger ist der politische Aspekt: Gerade im Stammland der Piusbrüder, in Frankreich, sind die meisten Kleriker und Ordensleute dort sowie ihre mindestens 150.000 Anhänger politisch seit Jahrzehnten sehr eng verbunden mit den rechtsaußen Parteien, also mit der rechtsextremen Le Pen &#8211; Partei, jetzt Rassemblement National (RN)</em>. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/18252_42-prozent-der-praktizierenden-katholiken-in-frankreich-waehlen-2024-rechtsextreme-parteien_befreiung">LINK</a><br />
Würden auch diese Wähler rechtsextremer Parteien in die Katholische Kirche integriert: Dann würde die offizielle Kirche selbst immer mehr rechtsextrem durchsetzt. Die Gläubigen würden dann noch stärker gegen Reformen der Kirche agieren und Einfluß nehmen auf die Gestaltung der Kirche ihres Landes, wir haben das am Beispiel von zwei rechtsextreme katholischen Milliardären in Frankreich gezeigt. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/20551_wenn-rechtsextreme-katholische-milliardaere-katholisches-leben-bestimmen-wollen_religionskritik">LINK</a>:</p>
<p>Es gilt seit Jahren: Die Le-Pen-Partei wird auch von „normalen“ Katholiken stark gewählt, in Spanien ist es die rechtsextreme und ausländerfeindliche VOX Partei, die Zustimmung findet unter „praktizierenden Katholiken“. In Italien werden die verschiedenen rechten und rechtsextremen Parteien in der Meloni &#8211; Regierung selbstverständlich von praktizierenden Katholiken gewählt, in Österreich gehören Katholiken zur Stammwählerschaft der FPÖ, in den USA sind Millionen von Katholiken aufseiten Trumps und seiner Maga-Bewegung: Aber darüber hinaus, ist im sonstigen, dem traditionellen „normal konservativen“ katholischen Milieu üblich, sehr konservative Positionen durchzusetzen. Und in dem Fall haben die sehr konservativen katholischen Laien die ebenfalls mehrheitlich sehr konservativen Bischöfe (in ethischen Fragen) auf ihrer Seite: Stichworte Pro-Life-Fanatismus, der Kampf gegen die „Ehe für alle“, die Akzeptanz der Vorherrschaft des Klerus usw.. Das konservative Denken und seine Ideologien sind in der Katholischen Kirche ohnehin schon sehr dominant. Katholisch und links passt ohnehin nur für einige kritische, gebildete Leute zusammen. Eine katholische Linke wird regelmäßig von den dominant klerikal Rechten behindert, wenn nicht zerstört. Siehe etwa die Konflikte in Frankreich um moderne Theologen und Arbeiterpriester. (Dazu die ausgezeichnete Studie von D. Pelletier und J-L. Schlegel „Á la Gauche du Christ“, Ed. du Seuil, Paris, 2012, 614 Seiten, es erzählt die Geschichte linker Christen, meist Katholiken, von 1945 bis 2012. Eine Geschichte des Niedergangs dieses Links-Katholizismus, verursacht von einer offenbar ewig sehr rechtslastigen Hierarchie, vor allem in Rom).</p>
<p>5.<br />
Man möchte als Beobachter der katholischen Szene aus der kritischen Ferne betonen: Bitte nicht noch mehr reaktionäre Katholiken, diesmal die Piusbrüder und ihre 150.000 Anhänger weltweit, in die ohnehin schon theologisch rechtslastige Katholische Kirche integrieren. Dann wird der universell sich durchsetzende Kulturbruch Richtung rechts und rechtsextrem nach einmal beschleunigt. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22281_katholische-rechte-und-rechtsextreme-gegen-die-menschlichkeit-heute_aktuelles">LINK</a></p>
<p>Sollen doch diese frommen traditionalistischen Leute, die wie an einer Art Neurose erkrankt, unbedingt ihre Heilige Messe in lateinischer Sprache in einem Ritus des 16. Jahrhundert feiern, doch ihre eigenen Wege gehen. Lasst sie doch machen, Politologen und Soziologen werden diesen Club schon kritisch beobachten..<br />
<em>Der offizielle Papst &#8211; Katholizismus wird diese reaktionären Feinde der Menschenrechte, der Religionsfreiheit, des Dialogs mit anderen Religionen nicht zur Vernunft bringen.</em></p>
<p>6.<br />
Es wäre schlimm, wenn der Vatikan diese Piusbrüder wieder in die offizielle Kirche integrieren würde zu der schon einmal erlebten Kondition: Die Piusbrüder und ihre Führung erkennen den aktuellen Papst als ihren Chef an… und alles andere, ihre reaktionäre Theologie, bleibt erhalten. Solche Erfahrungen machte Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI. Wohlwissend, als er z.B. traditionalistische Benediktiner &#8211; Abteien (Le Barroux usw.) in die Papstkirche zurückholte oder in Bordeaux das reaktionär-katholische „Institut du Bon Pasteur“ als offiziell katholisch zuließ.</p>
<p>7.<br />
Zum Schluß noch die Frage. <em>Warum eigentlich will Papst Leo so nachdrücklich diese Piusbrüder in seine Kirche holen?</em> Was ist der tiefere, der offiziell abe verschwiegene Grund? (Diese berechtigte Frage hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun). Diese traditionalistisch &#8211; reaktionären Kreise haben einen zahlenmäßig großen Nachwuchs an Priestern, während die Priesterseminare der offiziellen katholischen Kirche in Europa fast leer stehen, selbst in Polen. Bei den Reaktionären hingegen boomt das Interesse junger Burschen, Kleriker zu werden, bestens ausgestattet mit feinen Kleriker &#8211; Gewändern, die lateinische Messe singend, nicht nur Wolken von Weihrauch, sondern Wolken abstruser theologischer und politischer Ideen verbreitend.</p>
<p>8.<br />
Das heißt: Der Papst und seineKardinäle im Vatikan wollen also mit der Einbeziehung der einigen hundert meist noch nicht ganz alten traditionalistischen Piusbrüdern etliche Lücken stopfen in den priesterlosen Gemeinden. Dann brauchen die Bischöfe Europas nicht noch mehr Priester aus aus Indien oder Afrika nach Europa als Gast &#8211; Arbeiter importieren…Bereits Benedikt XVI. erlaubte den offiziell römischen Katholiken immerhin schon mal die Beichte bei Lefèbvre Priestern. Gab es damals wirklich zu wenige katholische Beichtväter? Kaum zu glauben… Dies war eine Geste der Annäherung an die Rechtsradikalen.<br />
<em>Papst Leo XIV. erlaubte den Traditionalisten eine Messe im Petersdom, am Hauptaltar, ihre alte Messe am 25. Oktober 2025 zu feiern, ein Wink mit dem Zaunpfahl: Ihr lieben Reaktionären, kommt zum Papst zurück</em>…Siehe auch: https://evangelische-zeitung.de/traditionalisten-feiern-alte-messe-im-petersdom/</p>
<p>9.<br />
Das Interesse des Papstes an der Einheit mit den Piusbrüdern verweist auf das alte klerikale offiziell katholische Denken: Nur zölibatäre Priester (Männer natürlich) können katholisches Leben innen Gemeinden garantieren, ganz egal offensichtlich, um welche Priester mit welcher Qualität für die moderne Welt es sich da handelt. An die naheliegenden, theologisch stets mögliche Weihe von Frauen zu Priesterinnen oder an die sofortige Aufhebung des sinnlosen und wirkungslosen Zölibatsgesetzes denkt also auch der so oft so freundlich lächelnde Papst Leo XIV .immer noch nicht. Der etablierte Klerus will seine Macht nicht teilen, es lebt sich noch sehr bequem in Rom und den hübschen bischöflichen Residenzen weltweit. Und im „katholischen Kontinent“ Lateinamerika verlassen die Katholiken die katholische Kirche zu Tausenden: Warum? Weil es in den katholischen Gemeinden keine Priester gibt. Da geht man lieber zu den Evangelikalen und Pfingstlern. Aber dies ist dem Papst und dem Vatikan wohl egal, sonst hätten diese Herren längst Frauen und verheiratete Männer zum Priesteramt zugelassen. Das ist ein anderes Thema…</p>
<p>10.</p>
<p><em>Das Lieblingsthema Papst Leos, die Einheit der Kirche: Alle Katholiken sollen eins sein unter der Obhut des Papstes, diese Forderung wird man bitte stets auch als Strategie der Macht, des Erhalts der päpstlichen Macht über &#8222;alle&#8220; &#8222;vereint&#8220; verstehen müssen. </em></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22322_mit-den-reaktionaeren-piusbruedern-sollte-es-keine-einheit-mit-rom-geben_religionskritik">Mit den reaktionären Piusbrüdern sollte es keine Einheit mit Rom geben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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		<title>Kirchen und Religionen sollten nicht die Demokratie bestimmen, auch nicht in den USA!</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22311_kirchen-und-religionen-sollten-nicht-die-demokratie-bestimmen-auch-nicht-in-den-usa_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 16:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Theologische Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Henze]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Henze Buch "Mit Gott gegen die Demokratie"]]></category>
		<category><![CDATA[fundamentalistische Christen aus der evangelikalen Szene in den USA]]></category>
		<category><![CDATA[fundamentalistsiche Christen zerstören die Demokratie in den USA]]></category>
		<category><![CDATA[Gütersloher Verlagshaus]]></category>
		<category><![CDATA[J.D. Vance]]></category>
		<category><![CDATA[Pete Hegseth]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Thiel]]></category>
		<category><![CDATA[Russel Vought]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Miller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Arnd Henze, Journalist und USA - Spzialist, legt ein wichtiges aktuelles Buch vor:"Mit Gott gegen die Demokratie". Er zeigt, wie nationalistische reaktionäre Christen zu den engsten Mitarbeitern und Förderern Trumps gehören. Es sind die "white evangelical Christians".  Diese Leute verachten die Menschenrechte, die Demokratie, die Schwachen, Armen, Ausländer usw. Henze meint zurecht: Der Demokratie geht es gut, wenn die Religionen und auch die Kirchen das politische Leben NICHT mitbestimmen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22311_kirchen-und-religionen-sollten-nicht-die-demokratie-bestimmen-auch-nicht-in-den-usa_religionskritik">Kirchen und Religionen sollten nicht die Demokratie bestimmen, auch nicht in den USA!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Mit Gott gegen die Demokratie“ &#8211; Das neue wichtige Buch von Arnd Henze über die USA<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 20.6. 2026</p>
<p>1.<br />
Der 4. Juli 2026 ist der 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung in den USA. Ein ganz großer Feiertag, hoffentlich dort auch ein Gedenk-Tag. Der 4. Juli ist für die Trump &#8211; Regierung und seine nationalistische MAGA-Bewegung von höchster Bedeutung. Sie werden den <em>tiefgreifenden Umbruch</em> in der Geschichte der USA feiern, also die neue antidemokratische „Ordnung“, die sie in den Jahren der Trump Herrschaft durchgesetzt haben. Seinen Sieg verdanken Trump und die Seinen vor allem auch den extrem wütenden „white evangelikal Christians“. „Sie lieben Trump nicht trotz, sondern wegen seiner tiefen Verachtung für alle Grenzen des Rechts und des Anstands“, schreibt Arnd Henze in seinem wichtigen Buch (S.10).</p>
<p>2.<br />
Es ist also nicht nur naheliegend, sondern geboten, die für Europäer kaum vorstellbar große Bedeutung des Christentums in den USA heute zur Kenntnis zu nehmen, auch die kaum zu überblickende Vielfalt der Konfessionen dort &#8211; oder der Vereine, die sich Kirchen nennen. Auch wenn die Zahl der Konfessionslosen und Atheisten sogar in den USA stetig steigt, 2026 nennen sich etwa 29 Prozent der US-Bürger „Konfessionslos“ („Nones“): Die nationalistischen Politiker brauchen auch heute den sich christlich nennenden religiösen Fundamentalismus als ideologisches Schmiermittel für ihre menschenverachtenden Politik. <em>Nur mit ihrem diffusen und jeglicher Rationalität entbehrenden christlich genannten Glauben können sie den Nebel erzeugen, den sie für ihre menschenverachtende Innen &#8211; wie Außen &#8211; und Kriegs-Politik benötigen.</em></p>
<p>3.<br />
<em>Man achte darauf, dass Präsident Trump als oberster Chef der viel gerühmten US-Demokratie von Friedensforschern heute als ein neuer Warlord, als „Kriegsherren“, eingereiht wird</em> in die lange Liste ähnlicher Machthaber, wie Putin, Netanyahu und viele Herrscher im Nahen Osten oder in Afrika. Das entsprechende „Friedensgutachten“ der Friedensforscher wurde im Juni 2026 veröffentlicht, pünktlich als wissenschaftliche Einschätzung des Krieges von Netanjahu und Trump gegen den Iran, ein Krieg, der minimale Erfolge für die USA und Israel „gebracht“ hat. Diese werden aber von Trump in seinem Größenwahn als Siege verkündet, bloß weil das Benzin wieder billiger ist. Warlords sind kriegerische Herrscher, sie inszenieren ihre Kriege, wie es ihnen gerade nach Laune in den Kram passt, um es drastisch zu sagen. Der menschliche Schaden ihrer zudem noch schlecht vorbereiteten Kriege ist ihnen egal. Warlords wie Trump sind die Zerstörer der internationalen Ordnung, ein Kommentar: .<a href="https://www.fr.de/politik/putin-trump-und-netanjahu-verhalten-sich-wie-warlords-94341847.html">LINK</a> &#8230;  Der Text der Friedensforscher: <a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-8360-8/friedensgutachten-2026/">LINK </a><br />
Dieser Warlord, US &#8211; Präsident Donald Trump, wird, wie gesagt, von evangelikalen und anderen rechtsextremen Christen wie ein Heilsbringer verehrt.</p>
<p>4.<br />
Das Buch von Arnd Henze <em>„Mit Gott gegen die Demokratie“</em> zeigt nicht etwa nur ein begrenztes religionskritisches oder theologiewissenschaftliches Problem, es bewegt nicht nur Fachleute: Der Untertitel heißt: „Warum der christliche Nationalismus alle angeht“. Erschienen ist das Buch im Gütersloher Verlagshaus, 2. Auflage auch im Jahr 2026.<br />
Zur Ermunterung: Das Buch ist sehr gut geschrieben, sehr gut zugänglich, es hat 218 Seiten und kostet nur 20 Euro.</p>
<p>5.<br />
Arnd Henze ist ein herausragender Kenner der Kirchen in den USA, seit vielen Jahren recherchiert er regelmäßig in den Vereinigten Staaten, er ist Journalist beim WDR. Ihm liegt auch als protestantischen Theologen daran, die Welt der vielen evangelikalen Kirchen n den USA verständlich zu machen, aber er lädt die Leserinnen auch ein wahrzunehmen, dass immer noch der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtete Konfessionen in den USA aktiv sind &#8211; auch im Widerstand gegen das Trump -Regime.<br />
Wie meinen auch nach der Lektüre des Buches: Das Christentum ist in den USA so tief gespalten, dass die Idee einer christlichen Einheit aller Kirchen wie eine absolut ferne Utopie erscheinen muss. Diese Einheit könnte nur entstehen, wenn die Evangelikalen und ihre Netzwerke zur theologischen Vernunft kommen UND ihre reaktionäre nationalistische, und das ist immer auch egoistische Präferenz zugunsten der Menschenrechte aufgeben. <em>Es ist bei den „white evangelikal Christians“ diese Verklammerung von reaktionär &#8211; fundamentalistisch christlich mit reaktionär &#8211; nationalistisch politisch</em>, die wenig Hoffnung macht auf eine Wiederkehr der Demokratie in den USA. Dass auch etwa 60 Prozent der „white catholics“ für Trump gestimmt haben, betont Arnd Henze, aber viele von ihnen sind wohl durch ihre Bindung an die Autorität des Papstes in ihrer totalen Hingabe an Trump und CO. gebremst…</p>
<p>6.<br />
Das Buch von Arnd Henze „Mit Gott gegen die Demokratie“ hat drei Kapitel: Im ersten Kapitel „Die Zeit der Rache“ wird der christlich nationalistische Glaube einiger führender Mitarbeiter im unmittelbaren Umfeld von Trump analysiert. Im 2. Kapitel wird die auch für Deutschland heute wichtige Frage gestellt „Wiederholt sich die Geschichte?“, werden also die Rechtsradikalen schon wieder siegen? Und dann das genauso wichtige dritte Kapitel: „Wie sich Demokratie retten lässt“. Da kann Arnd Henze einen gewissen Optimismus nicht verbergen, wenn denn die Midterms &#8211; Wahlen im November 2026 einen großen Aufschwung und Sieg der Demokraten bringen und der Widerstand der kritischen und demokratisch gesinnten Gemeinden nicht nachlässt… (Siehe <a href="https://www.fr.de/politik/midterms-2026-umfragen-setzen-trump-im-kongress-unter-druck-94343892.html">LINK</a> https://www.fr.de/politik/midterms-2026-umfragen-setzen-trump-im-kongress-unter-druck-94343892.html)</p>
<p>7.<br />
Wir können hier nicht die ausführlichen Analysen des Buches zusammenfassen. Als Inspiration zugunsten einer ausführlichen Buch &#8211; Lektüre nennen wir nur einige unserer Erkenntnisse im Werk Arnd Henzes.<br />
Im ganzen gilt: Wie ideologisch leer und erbärmlich würden diese engsten Mitarbeiter Trumps dastehen, etwa Pete Hegseth, Stephen Miller, Russel Vought: Wenn es die Bibel nicht gäbe, dieses von ihnen ideologisch mißbrauchte Buch, das in sich nur in historisch-kritischer Lektüre erschließt, von den christlichen Trump &#8211; Ergebenen aber nur als Fundgrube für einige Zitate benutzt wird, die ihre menschenverachtende Politik verzieren.</p>
<p>8.<br />
„Wir stehen auf der Seite Gottes“, sagt Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus. Und zu seinen Feinden, den demokratisch Engagierten sagt er: „Ihr seid nichts. Ihr seid Bosheit. Ihr seid Hass… Wir werden die Kräfte der Finsternis und des Bösen besiegen..“ (S. 47). Stephen Miller ist allerdings kein Christ, wie alle engen Mitarbeiter in Trumps unmittelbaren Regime, er gehört zur jüdischen Gemeinschaft. Arnd Henze nennt ihn treffend. „Technokrat des Ausnahmezustandes“ (S. 43).<br />
<em>Dem Kapitel über den Verteidigungsminister Pete Hegeseth gibt Henze den treffenden Titel „ Der Posterboy des Christian Warriors“, des „Christlichen Kriegers.</em></p>
<p>9.<br />
Für Peter Thiel, dem Tech &#8211; Milliardär und Investor im Silicon Valley sowie dem Mitbegründer des Datenanalyse-Unternehmens Palantir, ist kein eigenes Kapitel gewidmet. Thiel wird allerdings im Kapitel über J.D.Vance erwähnt. Freiheit und Demokratie sind für Thiel nicht kompatibel. Der Milliardär unterstützte Trump mit Millionen, für Vance spendierte der Milliardär 15 MIllionen im Wahlkampf 2022. Thiel ist auch bekannt geworden wegen seiner heftigen apokalyptischen Fantasien zu einer bevorstehenden „End-Zeit“, die durch das Auftreten des Anti &#8211; Christen bestimmt sein wird, wenn nicht Widerstand geleistet wird. In Trump sieht Thiel den entscheidenden Kämpfer gegen den Antichristen…Denn er kann die Tech-Konzerne als Organisationen des Widerstandes gegen den Antichristenn „von allen regulatorischen Hürden befreien“ (S. 54), also die Monopol &#8211; Stellung der Tech &#8211; Konzerne definitiv durchsetzen.<br />
<em>Peter Thiel und Vizepräsident J.D. Vance kennen sich seit etlichen Jahren.</em> Die entscheidende Begegnung fand 2011 statt. Thiel wurde der „berufliche, religiöse und politischer Mentor“ von Vance, betont Henze (S. 53). Vance entwickelte eine „bedingungslose Loyalität zum Tech -Milliardär“(ebd.) .<br />
Konkurrenz in der Wirtschaft lehnt Thiel ab: „Nur Monopole seien erfolgreich“(S. 54), d.h. sie bringen den gewünschten großen Gewinn fürs eigene Konto.<br />
Zur Glaubenshaltung des zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten J.D. Vance schreibt Henze: J.D. Vance glaubt an einen „Identitäten Katholizismus“. Seltsamerweise lebt er aber mit seiner Ehefrau eine gar nicht so katholisch-identitäre Ehe: Denn Usha Chilukuri Vance ist überzeugte Hinduistin… Immerhin: Die Kinder sind katholisch getauft, die klassische päpstliche Forderung in Mischehen wird also befolgt!</p>
<p><em>Ende Juni 2026 hat Vance sein neues Buch vorgelegt</em> mit dem Titel „Communion &#8211; Finding my way back to faith“ (Harper, New York). Eine Art Bekenntnisbuch, ein klein bißchen auch selbstkritisch, es erzählt von seiner Konversion, aber „man sollte das Buch weniger als Auseinandersetzung mit dem Katholizismus lesen“ statt dessen mehr als ein moralisch gefärbtes Bewerbungsschreiben um das Amt des Präsidenten verstehen, bewertet Christiane Lutz in einer ausführlichen Rezension in der Süddeutschen Zeitung (20./21. Juni 2026, S. 19) das Opus von 304 Seiten. Aber eins steht nach wie vor fest für Vance: „Das Fehlen christlicher Werte ist einer der Gründe, warum es mit der westlichen Welt bergab geht“ (Christiane Lutz). Er sorgt ja mit Trump und Seinen für diese „Werte“…<br />
Aus aktuellem Anlass nebenbei: Es gibt offensichtlich eine Verbindung des CDU Politikers Jens Spahn mit dem privaten Netzwerk von Peter Thiel siehe: Tagesspiegel, 18.Juni 2026, <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/privates-netzwerk-von-peter-thiel-jens-spahn-ist-wieder-zum-treffen-eingeladen-15724994.html">LINK</a>.</p>
<p>10.<br />
Im Kapitel über Trump ist wichtig: <em>Mit Trump geschieht die „finale Absage an den demokratischen Rechtsstaat“</em> (S.162). ..„In all dem sehe ich wesentliche Merkmale eines autoritären und faschistischen Staates“ (ebd.) . Wichtig ist: Trump und seine nationalistischen engen Mitarbeiter glauben an das „wirkungsmächtige Narrativ der religiösen rechten, dem Seven Mountains Mandat“ (S. 13). Das heißt: Die Leute meinen, in sieben Bereichen („Mountains“, Bergen) müsse das Christentum herrschen: In der Religion, der Familie, der Bildung, der Regierung, in den Medien, der Wirtschaft und in Kunst und Kultur. (S. 13) Also: In allen Bereichen sollen die Grundsätze des Christentums (so, wie es de Nationalisten verstehen) herrschen. Christus soll als der „oberste König“ über dem Staat stehen: „Ein solches totalitäres Gesellschaftsbild kann nur in einer Diktatur verwirklicht werden…dahinter steht der Ruf nach einer Theokratie als Herrschaftsinstrumentarium des 21. Jahrhunderts“ (S. 13).</p>
<p>11.<br />
Arnd Henze erinnert daran, dass der international geschätzte Historiker Timothy Snyder schon 2017 einen neuen, durchaus originellen wie treffenden Begriff für das Trump -Regime wählte, der das ganze Verstörende dieser Herrschaft &#8211; besonders in den <em>Innenpolitik &#8211; gültig und treffend zusammenfasst: Es ist der Begriff „Sadopopulismus“.</em> Das heißt: Der rechtsextreme Populismus im Trump Regime und der MAGA Bewegung ist sadistisch bestimmt: Also: Diese regierenden Herren wollen mit ihrer Politik bewusst und gezielt die Schwachen quälen: Arme, Ausländer, Eingewanderte, Farbige, die weite Gemeinschaft der Queers usw. und auch die Millionen Armen in der sogenannten Dritten Welt, die auf Befehl Trumps keine Hilfe mehr von USAID erhalten und so bewusst von Trump und den Seinen in den Hungertod geschickt werden.<br />
Die von Trump und Co. inszenierte sadistische Qual bedeutet für die Menschen in den USA: Das Regime will die genannten Armen weiter tief unten halten im Elend, am liebsten viele aus den USA mit brutaler Gewalt (siehe die Untaten der Grenzschutzbehörde ICE) rausschmeißen. Und statt de facto wird aller Reichtum für die bisher schon Reichen, die Millionäre und Milliardäre, durch eine „Steuerpolitik“ vermehrt.</p>
<p>12.<br />
Der Begriff Sadopopulismus hat &#8211; dem Tool folgend &#8211; eine perverse Nuance: Denn dieser Sadismus setzt eine Hierarchie von Grausamkeiten gegenüber den vielen Armen voraus: „Die eigenen Schmerzen werden erträglich, weil man anderen zusehen kann, die es viel heftiger trifft. Die Regierung lässt dich zwar (ökonomisch) leiden, etwa die schlecht bezahlten Arbeiter, also möchtest du sadistisch, dass andere noch mehr leiden als du“ (S. 155). Diese gezielt eingesetzten, abgestuften Leidenserfahrungen in der Gesellschaft der USA führen „zur Zerstörung jeder Vorstellung von Gesellschaft als einem sozialen Raum, und in dem es um eine bessere Zukunft für uns alle geht“ (ebd.)</p>
<p>13.<br />
<em>Einige unserer FRAGEN</em>, angestoßen durch das Buch „Mit Gott gegen die Demokratie“:<br />
Wie verhalten sich evangelikale Kreise in der EKD, wie evangelikale, selbständige Kirchen in der BRD, etwa die Baptisten, zu ihren nationalistischen rechtsextremen „Mitchristen“ in den USA? Welche Distanzierungen als öffentliche Stellungnahmen liegen da schon vor?</p>
<p>Warum gibt es offenbar <em>wenig Solidarität</em> der protestantischen Gemeinden etwa in Deutschland mit den Trump &#8211; widerstehenden KirchenGemeinden und Organisationen (etwa die unterreligiöse Gruppe „Poor People´s Campaign“) in den USA?</p>
<p>Wie wird die richtige Erkenntnis von Arnd Henze in kirchlichen und theologischen Kreisen in Deutschland aufgenommen: „Religionen, auch die Kirchen, tun der Förderung und für den Bestand der Demokratien NICHT gut“? Wie äußert sich Hartmut Rosa zu dieser richtigen Erkenntnis von Arnd Henze, die er ja nicht allein vertritt, siehe etwa Horst Dreier, Prof. u.a. für Rechtsphilosophie, in seinem Buch: „Staat ohne Gott“ (2018). Der bekannte Soziologe Hartmut Rosa hat ja dafür plädiert, dass Demokratie zum eigenen Bestand die Kirchen braucht. <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/15381_demokratie-braucht-religion-behauptet-hartmut-rosa_buchhinweise/philosophische-buecher">LINK</a><br />
In der „Süddeutschen Zeitung“ vom 7. April 2026, Seite 16, hingegen betont Henze: „<em>Es fehlt jede empirische Evidenz dafür, dass Religion mit ihrem inhärenten Absolutheits &#8211; und Machtanspruch einer Demokratie guttut.“</em></p>
<p>Wie können demokratische Politiker in Europa, in Deutschland, den Umgang mit Trump und seinen engsten Mitarbeitern überhaupt ertragen, wenn sie wissen, was Arnd Henze ausführlich beweist: Eigentlich sind diese Trump &#8211; Leute erklärte Feinde der universell geltenden Menschenrechte? Sie sind, wie Henze treffend schreibt, „ohne moralische Maßstäbe“ (S. 161). Werden totale Selbstverleugnung und Schmeichelei gegenüber den angeblich allmächtigen Herrschern im Trump Regime zu Voraussetzungen für Menschen, die in den Demokratien Europas noch als Politiker handeln wollen? Sollten nicht auch demokratische Politiker wie Propheten der Demokratie zu Trump sagen, das was Bischöfin Mariann Edgar Budde direkt zu Trump in der „Washington National Cathedral „am 21.1.2025 betonte: „Haben Sie Erbarmen, Mr. President“ (S. 178).</p>
<p>Arnd Henze weist in seinem Buch ausführlich auf den Theologen Dietrich Bonhoeffer (1945 von den Nazis ermordet) hin, der &#8211; nach allen Mahnungen und Warnungen gegenüber einem Unrechtsregime &#8211; die Möglichkeit empfiehlt, <em>diesem Unrechtsregime, so wörtlich, „in die Speichen zu greifen“</em>, also diese Herrschaft zum Stehen &#8211; und damit vielleicht zum Verschwinden &#8211; zu bringen?</p>
<p>Was bedeutet diese kluge Erkenntnis Dietrich Bonhoeffers auch für Europa, auch für Deutschland, wenn Rechtsextreme immer deutlicher die Macht übernehmen wollen oder Politiker der rechten, sich christlich nennenden Parteien die Forderungen der Rechtsradikalen &#8211; etwa hinsichtlich der Flüchtlingspolitik &#8211; übernehmen, und mit dieser nachweislich erfolglosen Strategie keine Stimme etwa der AfD in die eigene Partei CDU/CSU ziehen.</p>
<p>Es wird oft &#8211; zumal in Deutschland &#8211; darüber diskutiert, ob man das Trump Regime faschistisch nennen darf oder nennen sollte. Arnd Henze argumentiert in der Frage differenziert.<br />
Auch die Verwendung des Begriffs „Konzentrationslager“ für die entstehenden Massenunterbringungen von Guantanamo Bay bis Alligator Alcatraz muss neu überdacht werden und die KZs in Nazi &#8211; Deutschland haben nicht „die Ehre“ einzigartig zu sein“, auch darauf weist Henze hin und erinnert an die zehn USA „Relocation Center&#8220; für Japaner im 2. Weltkrieg oder an die Lager in den afrikanischen Kolonien der Europäer usw…</p>
<p><em>Eine interessante Parallele: In den USA fordern und fördern die rechtsextremen evangelikalen Kreise die von ihnen geleiteten Privatschulen sowie auch den Unterricht zuhaus</em>e bei den eigenenEltern, „außerhalb staatlicher Strukuen und Kontrolle“ (S. 76). Auch mit den Millionen &#8211; Spenden &#8211; Einnahmen der evangelikalen Mega-Churches ist es gelungen, „ein Parallelimperium christlich &#8211; nationalistischer Bildungseinrichtungen zu schaffen, wo inzwischen zwei Generationen rechter Kulturkämpfer ausgebildet wurden &#8211; eine weiße `Untergrundarmee christlicher Krieger`, wie es der heutige Verteidigungs- (und Kriegs-) Minister Pete Hegseth martialisch auf den Punkt bringt“: (Arnd Henze in „Publik -Forum, Nr. 11, Juni 2026, S. 14).<br />
Die AfD in Sachsen &#8211; Anhalt fordert auch die Stärkung des Unterrichts der Kinder durch die Eltern (Mütter) zu Hause… Die AfD behauptet, öffentliche Schulen verhindern die optimale Leistungsfähigkeit. In den öffentlichen Schulen würden vor allem den Kindern “fragwürdige Lebensansichten&#8220; vermittelt. Eine Position, die sich mit den Evangelikalen und Rechtsradikalen in den USA deckt. Die AfD übernimmt bereits inhaltlich Ideologien der nationalistisch &#8211; christlichen Trump &#8211; Regierung.</p>
<p><em>Arnd Henze, Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht.“ Gütersloher Verlagshaus, 2026, 2. Auflage 2026, 224 Seiten, 20 €. Mit QR-Codes wird auf weiterführende audiovisuelle Quellen verwiesen!</em></p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de. in Berlin.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22311_kirchen-und-religionen-sollten-nicht-die-demokratie-bestimmen-auch-nicht-in-den-usa_religionskritik">Kirchen und Religionen sollten nicht die Demokratie bestimmen, auch nicht in den USA!</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</title>
		<link>https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CM]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 15:57:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen für eine humane Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Denkbar]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Modehn Autor des Films über den Katholilentag in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[das ZdK veröffentlicht nur die halbe Warehit über Prof.Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[die ganze Wahtrheit über Prof. Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Gastfreundschaft der evangelischen Kirche für die katholishe Initiative Kirche von unten 1980 in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Maier als Kulturminister anti-links]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Maier war ein konservativer Katholik]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Habermas und Kulturminister Hans Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Katholikentag in Berlin 1980]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche von unten auf dem Berliner Katholikentag]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Hans Maier (CSU) gestorben]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Hans Maier war Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ZdK]]></category>
		<category><![CDATA[ZDK und halbe Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ZdK und kritsche Katholiken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://religionsphilosophischer-salon.de/?p=22257</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das aktuelle Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ZdK, hat am 9. Juni 2026 seine Trauer als eine Lobeshymne auf ihren einstigen ZdK Präsidenten Hans Maier veröffentlicht unter dem Titel: „Gesicht des politischen Katholizismus“. Und bei dem Titel bringt das ZdK das Kunststück fertig, die Bindung Maiers an die CSU (seine Karriere verdankt er Franz Joseph Strauß) überhaupt nicht zu erwähnen. Etwas moderat kirchenkritisch, also kritisch gegenüber der Hierarchie und ihren Entscheidungen, wurde Hans Maier erst nach seiner Pensionierung und der Beendigung seiner Tätigkeit als ZdK-Präsident. Das ist der so genannte Mut der alten Herren: die Karriere ist ja gut gelaufen, kann nichts mehr „passieren“, die Pension ist sicher, da kann man ein bißchen kritisch werden…<br />
Wir haben uns die Mühe gemacht und den Lobeshymnen - Nachruf auf Hans Maier gelesen. Und sind über die Einseitigkeiten dieses offiziellen Journalismus wieder mal verstört.<br />
 Die katholische Kirchenzeitung "Petrusblatt" verbreitet die Lüge, die Initiative "Katholikentag von unten" habe sich selbst isoliert. Dabei hat der offizielle Katholiklentag, also vor allem auch Prof. Hans Maier, dieser katholischen Basis Initiative keinen Raum und keine Kooperation geboten. Diese Verhalten ist sollte man intolerant und undemokratisch nennen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik">Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lobeshymen auf den verstorbenen führenden „Vorbild-Katholiken“ Prof. Hans Maier (CSU)<br />
Ein Hinweis von Christian Modehn am 9.6.2026</p>
<p><em>Ergänzung am 17.6.2026</em>: Siehe Nr. 11.</p>
<p><em>Ergänzung am 20.6.2026</em>: Siehe Nr. 12.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>Am 9.6.2026 haben wir veröffentlicht:</p>
<p>1.<br />
Was er alles doch alles leistete, der am 8. Juni 2026 im Alter von 94 Jahren in München verstorbene Prof.Hans Maier (CSU): Er war erstens Professor für Politische Wissenschaften, dann zweitens Kulturminister im Freistaat Bayern, dann drittens begeisterter Organist und viertens auch führender (selbstverständlich „praktizierender&#8220;) Katholik in Deutschland, vor allem in seiner Funktion als Präsident des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK) von 1976 bis 1988.</p>
<p>2.<br />
Das heutige ZdK hat am 9. Juni 2026 seine Trauer als eine Lobeshymne auf ihren einstigen ZdK Präsidenten Hans Maier veröffentlicht unter dem Titel: „Gesicht des politischen Katholizismus“. Und bei dem Titel bringt das ZdK das Kunststück fertig, die Bindung Maiers an die CSU (seine Karriere verdankt er Franz Josef Strauß) überhaupt nicht zu erwähnen.</p>
<p>3.<br />
Etwas moderat kirchenkritisch, also kritisch gegenüber der Hierarchie und ihren Entscheidungen, wurde Hans Maier erst nach seiner Pensionierung und der Beendigung seiner Tätigkeit als ZdK Präsident. Das ist der so genannte Mut der alten Herren: die Karriere ist ja gut gelaufen, kann nichts mehr „passieren“, die Pension ist sicher, da kann man ein bißchen kritisch werden…</p>
<p>4.<br />
Wir haben uns also die Mühe gemacht und den Lobeshymnen &#8211; Nachruf auf Hans Maier gelesen. Und sind über die Einseitigkeiten dieses offiziellen Journalismus wieder einmal verstört.<br />
<em>Und wir müssen nun die vergessenen, in unserer Sicht alles andere als erfreulichen Aspekte Maiers in aller Kürze nennen. Dafür nur einige zentrale Beispiele:</em></p>
<p>5.<br />
1979 hatte sich der Theologe Johann Baptist Metz (Uni Münster) auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Münchner Universität beworben: Metz galt als links! Das ist das Grundübel in Bayern und für das CSU Mitglied Hans Maier. In bestem Einvernehmen mit dem damaligen Erzbischof von München, Joseph Ratzinger, wurde Metz selbstverständlich auch vom zuständigen Kulturminister Hans Maier (CSU) abgelehnt. Statt dessen wurde der als politisch zuverlässig geltende, eigentlich völlig unprofilierte Passauer Theologe Heinz Döring berufen. Diese Affäre bewegte damals die BRD, „Der Spiegel“ berichtete ausführlich, etwa auch über die Treue des Kulturministers gegenüber der Amtskirche: „So hievte der Minister (Maier) im März 1977 den Mainzer Professor Lothar Bossle, damals Soziologe und Politologe an der Pädagogischen Hochschule Lörrach, mit Amtsgewalt auf den Würzburger Lehrstuhl für allgemeine Soziologie &#8211; gegen die Voten des Senats, des Berufungsausschusses und des Fachbereichsrates der Universität, die Bossle für zu rechtslastig und zu wenig qualifiziert hielten.“ Quelle: Spiegel vom 6.1.1980, ein Beitrag, dessen Lektüre ich allen ZdK Mitgliedern empfehle, um nicht später wieder Totengedenken mit Lobeshymnen zu verwechseln.<a href="https://www.spiegel.de/politik/unnachgiebig-unbelehrbar-masslos-a-4d592d34-0002-0001-0000-000014315131">LINK</a></p>
<p>6.<br />
Der Autor dieser Zeilen erinnert sich als betroffener Journalist an die üble Rolle Hans Maiers als Chef des Katholikentages in West &#8211; Berlin vom 4. bis 8. Juni 1980; zu der Zeit war schon Joachim Meisner Bischof in Berlin (mit Sitz in Ost-Berlin, aber mit häufiger Besuchsmöglichkeit in West &#8211; Berlin).</p>
<p>7.<br />
Die Lobeshymne des ZdK auf Hans Maier vergißt die heftige Feindschaft Maiers beim Berliner Katholikentag <em>gegen die damals frisch entstandene amtskirchen &#8211; kritische Initiative „Kirche von unten“</em>. Sie wollte ihre Veranstaltungen inmitten des offiziellen Katholikentages anbieten, aber Pluralität oder gar Kritik waren nicht erwünscht, es ging um die ewige, bis heute viel beschworenen „Einheit“ aller Katholiken unter der Herrschaft der Bischöfe und des Papstes… so musste der Katholikentag von unten wegen der Intoleranz Maiers auf evangelische Gemeindehäuser ausweichen. Noch einmal: Danke für diese protestantische Gastfreundschaft!</p>
<p>Maier nannte die bundesdeutsche Initiative „Kirche von unten“ verächtlich eine Splittergruppe…Der journalistische, nicht Kirchen-abhängige Bericht über den Berliner Katholikentag wurde im SFB für die ARD im 1. Programm ausgestrahlt, an dem Film war ich als Autor direkt beteiligt. Die Tatsache, dass wir uns die journalistische Freiheit nahmen, auch und wegen des Neuigkeitswertes über den Katholikentag von unten zu berichten, weckte eine Flut von polemischen und häßlichen Stellungnahmen der konservativen Katholiken und ihrer Medien. Kein Bischof, kein ZdK Mitglied solidarisierte sich mit den Autoren und dem verantwortlichen Redakteur im SFB Johannes Huthmann; selbst Familienangehörige besaßen die Unfreudlichkeit, sich von einem Autor des Films öffentlich schriftlich zu distanzieren.<br />
Walter Jens war objektiv und hatte Verständnis für die kritische Berichterstattung, er schrieb am 13. Juni 1980 einen entsprechenden Beitrag in &#8222;DIE ZEIT&#8220; unter dem Pseudonym momos. Ein Zitat: &#8222;Jens lobte ausdrücklich, dass die ARD (SFB) die Bilanz des Katholikentages nicht „von den Kardinälen und Funktionären des Zentralkomitees, den großen Meistern jener zugleich ein- und vieldeutigen Kommuniqués, sondern von Teilnehmern ohne großen Rang und glanzvolle Namen gezogen wurde. Eine Bilanz von unten, ein Bilanz im Zeichen der Religion Christi, nicht der christlichen Religion“. Dann weist Walter Jens auf einen Zwiespalt im Katholikentag hin: „<em>Wurde auf der einen Seite (im Film, CM) die Praktik der Oberen getadelt, sich nach außen hin offen zu geben, um nach innen rigoros abzuschotten- nur nicht zu viel Ökumene usw. – so sah sich auf der anderen Seite der gemachte, geplante professionell inszenierte Jugend Rummel attackiert&#8230;“</em>. Walter Jens weist außerdem eindringlich darauf hin, wie vom offiziellen Katholikentag jegliches Gespräch mit Homosexuellen zurückgewiesen wurde, während es entsprechende Gespräche und Veranstaltungen auf dem &#8222;Katholikentag von unten&#8220; selbstverständlich gab: Dank der evangelischen Freiheit protestantischer Gemeinden.&#8220; (Quelle, mein Hinweis zu Walter Jens, 2013: <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/4175_walter-jens-fuer-die-freiheit-im-katholizismus_religionskritik">LINK</a>)</p>
<p><em>Die katholische Kirchenzeitung für West &#8211; Berlin, &#8222;Petrusblatt&#8220;, hat am 20.Juni 1980 die Berichterstattung des SFB über den Katholikentag aufs schärfste zurückgewiesen.</em> Der Titel des anonym geschriebenen Beitrags: &#8222;Protest gegen Fernsehsendung&#8220;. Weil der Fernsehbeitrag des SFB für die ARD das neue (!) Phänomen des &#8222;Katholikentag von unten&#8220; in den Mittelpunkt stellte, war im &#8222;Petrusblatt&#8220; von &#8222;völlig verzerrter Darstellung&#8220; die Rede, &#8222;von einer sich selbst isolierenden Randgruppe&#8220;, also dem Katholikentag von unten. Dabei wollte sich diese Initiative &#8222;Kirche von unten&#8220; gar nicht &#8222;selbst isolieren&#8220;, sie wurde vom Zentralkomitee der deutschdn Katholiken (nicht etwa &#8222;ZK&#8220;, sondern ZdK) und deren Chef, Prof. Hans Maier, isoliert: Indem der offizielle Katholikentag der neuen Basisinitiative keine Röume zur Verfügung stellte und jegliche Kooperation ablehnte. <em>Es wird also im &#8222;Petrusblatt&#8220; eine Lüge verbreitet</em>. Und typisch für die Art, wie die &#8222;Petrusblatt&#8220;- Journalisten  denken: Sie hätten sich, so wörtlich, &#8222;eine s<em>chlichte Dokumentation</em> &#8222;gewünscht, die schlichte Dokumentaion wäre, so wörtlich, &#8222;ehrlicher gewesen&#8220;. Ein schlichtes, aber ausgrenzendes Denken wird  als katholisch normal empfunden. Ist es wahrscheinlich auch!</p>
<p>Die kritische Zeitschrift PUBLIK &#8211; Forum hat ausführlich über den &#8222;Katholikentag von unten&#8220; in Berlin berichtet.</p>
<p>Nebenbei: Beim Berliner Katholikentag 1980 gab es noch 75.000 Dauerteilnehmer“. 2026, beim Katholikentag in Würzburg, wurden nur 34.000 Tickets verkauft, offenbar für Dauerteilnehmer. Diese Zahlen zeigen: Die eher klerikal beherrschte Form des Katholikentags hat sich offenbar nicht bewährt…Katholiken verabschieden sich von ihrer Kirche zu vielen tausend. Und die Bischöfe haben darauf keine Antwort, sinnieren über die &#8222;zunehmende Säkularisierung&#8220;&#8230;</p>
<p>8.<br />
Es war natürlich Bischof Meisner von Berlin, der extrem empört war, dass vor allem junge Katholiken eigene theologische Meinungen haben, die sich auch gegen die Hierarchie richten. Solche Rebellion war der aus der DDR stammende, bekanntlich dann auch als Erzbischof von Köln bornierte Joachim Meisner weder im DDR Staat noch in der streng klerikalen Katholischen Kirche der DDR nicht gewöhnt.</p>
<p>Und der ZdK Präsident Hans Maier folgte als katholischer Laie treu auch diesem Oberhirten. Das ZdK (und seine Katholikentage) war also immer eine bischöflich bestimmte und kontrollierte Organisation, die Freiheit der Laien, die Pluralizäz im Glauben, gab es nicht.</p>
<p>9.<br />
Wir haben uns die Mühe gemacht, noch einmal zu zeigen, wie befangen &#8211; &#8222;positiv&#8220; offizieller katholischer Journalismus auch heute noch ist, das heißt: wie sehr nur die halbe Wahrheit veröffentlicht wird.</p>
<p>Dass die offizielle katholische Presse, etwa die so genannten „Bistumszeitungen“, heute nur noch sehr minimale Auflagen haben und in ca. 10 Jahren sicher verschwunden sein werden, hängt sicher mit dieser Ursünde des katholischen Journalismus zusammen: Nur die halbe Wahrheit zu sagen. Die ZDK Leute denken: Die ganze Wahrheit könnte das Image der Kirche schädigen… Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie würde ein ZdK Bericht über Hans Maier aussehen, der deutlich zeigt: Dieser Hans Maier war ls ZdK Präsident ein den Bischöfe ergebener, treu-gehorsamer und von der CSU abhängiger Laie. Auf diese Weise glaubte er große Karriere machen zu können. Und … als alter Herr mit einer dicken Pension wurde er dann ein bißchen mutig.</p>
<p>Ich denke, eine kritische, gebildete Öffentlichkeit würde diesen Mut zur Wahrheit hoch honorieren: „Guck mal, das ZdK und die katholische Presse können auch selbstkritisch sein und versuchen, die ganze Wahrheit zu sagen…“</p>
<p>10.</p>
<p><em>Ergänzung am 15.6.2026</em> zum Erfolg des Katholikentages von unten in Berlin 1980:</p>
<p>&#8222;Der Erfolg des <em>Berliner Katholikentages von unten (rund 50 000 Teilnehmer)</em> beflügelte die Gegenkatholiken, die innerkirchliche Opposition organisatorisch zu verklammern. Sie gründeten im September 1980 die IKvu, die auch jetzt noch Zulauf hat, vornehmlich von Jungen, Linken und Bunten. Der Theologe Prof. Professor Greinacher führt das darauf zurück, die Mitglieder der Kirche von unten hätten »schockartig erkannt«, daß es »für die Kirche vielleicht schon fünf nach zwölf« sei. Der Exodus vor allem junger Katholiken habe ein für die Kirche vernichtendes Ausmaß angenommen &#8211; nach einer repräsentativen Umfrage besuchten 1963 noch 52 Prozent junger Katholiken zwischen 16 und 29 Jahren regelmäßig den Sonntagsgottesdienst; 1980 waren es nur noch 16 Prozent. Greinacher: »Ganze Generationen sind damit für die Kirche verloren.« (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/vierter-anlauf-a-c59c0dc7-0002-0001-0000-000014349583)</p>
<p>11.</p>
<p><em>Ergänzung am 17.6.2026</em>:  Auch bei der Trauerfeier für Hans Maier am 17.6. 2026 wurde von der Präsidentin  des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ,Dr. Irme Stetter-Karp, erneut nur die halbe Wahrheit über Hans Maier verbreitet. Dr. Irme Stetter-Karp lobte Hans Maier als &#8222;Brückenbauer&#8220;, sie zitierte aus dessen Buch aus dem Jahre 2006 (!)  mit dem Titel &#8222;Keine Demokratie?&#8220;: &#8222;Die katholische Kirche muss demokratische Wege gehen, auch wenn sie selbst keine Demokratie ist&#8220;, so Maier. Dass die katholische Kirche offenbar niemals Demokratie sein kann, war für Maier selbstverständlich. Insofern war er ein dogmatisch &#8211; der Hierarchie getreuer Katholik. Er jonglierte dann im Alter &#8222;mutig&#8220; mit &#8222;etwas Demokratie kann die Kirche doch sein&#8220; hin und her, wie heute der &#8222;Snyodale Prozess&#8220;&#8230;</p>
<p>In seiner Funktion als oberster katholischer Laie hat Maier jedenfalls beim Katholikentag in Berlin 1980 <em>de facto keine Brücken gebaut</em> zu den vielen jungen, kritischen Katholiken beim &#8222;Katholikentag von unten&#8220;, sondern diesen Aufbruch verurteilt. Er war ein treuer Gefolgsmann der insgesamt damals sehr konservativen Hierarchie in Deutschland. Die Rede von Dr. Irme Stetter-Karp am 17.6.2026. <a href="https://www.zdk.de/fileadmin/zdk.de/PDFs/Reden/2026/260617_ZdK_Trauerrede_%E2%80%9EHans_Maier_war_einer__der_mit_Gott_gelebt_hat%E2%80%9C.pdf">LINK</a></p>
<p>Nebenbei: Das alte Sprichwort &#8222;<em>de mortuis nihil nisi bene&#8220;</em> heißt ja NICHT: &#8222;Von den Toten sollte nur Gutes gesagt werden&#8220;, SONDERN: &#8222;Von Toten sollte nur gut, in guter Form, also der Wahrtheit verpflichtet, gesprochen werden.&#8220; &#8222;Bene&#8220; ist bekanntlich ein Adverb, kein Substantiv.</p>
<p>12.</p>
<p><em>Ergänzung am 20.6.2026</em>:  Hans Maier hat als Kulturminister in Bayern die Berufung des Philosophen Jürgen Habermas an die LMU in München verhindert, das endgültige ablehnende Urteil sprach  er im August 1980 aus. Hans Maier warf Habermas vor, utopische Gesellschaftskritik zu betreiben, die sich von der wirklichen Praxis der Politik entferne. Die Kritik am &#8222;Utopischen&#8220; und die Kritk alles &#8222;Linken-Kritischen&#8220; leitete Hans Maier auch schon bei Katholikentag in Berlin im Juni 1980. Man möchte also deutlich einen Zusammenhang sehen zwischen der rigiden Abwehr Maiers als Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) eines linken &#8222;Katholizismus von unten&#8220; und der Zurückweisung von Jürgen Habermas auf einen Lehrstuhl in München LMU.</p>
<p>Und wir bleiben also bei unserer Feststellung der Ignoranz des heutigen ZdK gegenüber ihrem Hans Maier im Umgang mit kritischen Geistern, in seiner Funktion als Kulturminister in Bayern  wie innerhalb des Katholizismus ,,, vor seiner Pensionierung&#8230;Dann wurde Hans Maier &#8222;mutig&#8220;.</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/22257_halbe-wahrheiten-im-offiziell-katholischen-journalismus-zu-prof-hans-maier-csu_religionskritik">Halbe Wahrheiten im offiziell &#8211; katholischen Journalismus: Zu Prof. Hans Maier (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://religionsphilosophischer-salon.de">Religionsphilosophischer Salon</a>.</p>
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