Winfried Kretschmann hält sich an den Theologen Karl Rahner

20. Mrz 2016 | von | Themenbereich: Denkbar

Winfried Kretschmann hält sich an den Theologen Karl Rahner.

Ein Hinweis von Christian Modehn

Der in einigen nachdenklichen kritischen Kreisen immer noch geschätzte, um 1970 noch weltberühmte progressive katholische Theologe Karl Rahner aus dem Jesuitenorden (1904 bis 1984) bestimmt mit seinen theologisch-kritischen Aussagen offenbar jetzt (Mitte März 2016) den pragmatischen Umgang Winfried Kretschmanns (Die Grünen) mit dem neuen Koalitionspartner, der CDU. Ministerpräsident Kretschmann erinnerte schon wenige Stunden nach seiner Wahl, am 14. 3. 2016, an Karl Rahner, ein Zeichen für die theologische Kenntnis des katholischen Politikers.

Karl Rahner sagte: „Dogmen sind wie Straßenlaternen. Sie wollen den Weg beleuchten, aber nur Betrunkene halten sich daran fest“.

Offenbar ist Kretschmann nüchtern genug, relativ dogmenfrei eben auch mit der CDU eine Koalition einzugehen. Wir würden uns wünschen, diesen Spruch Karl Rahners auch aus dem Munde vieler führender SPD Politiker zu hören, bezogen auf eine gemeinsame Koalition mit der Partei Die Linke und den Grünen auf Bundesebene. Vielleicht wird dies angesichts der AFD auch not-wendig, sich von Dogmen zu trennen, die Koalitionen bisher verhindern…

Und wir wünschen uns auch – allerdings völlig illusorisch – dass sich die obersten dogmatischen Glaubenswächter in Rom, etwa Kardinal Müller von der so genannten Glaubenskongregation, an die Weisheit Karl Rahners halten. Rahner folgend, wären dann eigentlich alle Kardinäle und Bischöfe, alle Beamten der Glaubenskongregation irgendwie leicht oder heftig betrunken. Sie klammern sich ja förmlich an die Dogmen wie Rettungsanker und kommen kaum die Beine, im Sinne des fortschreitenden Unterwegsseins… Ja, selbst die Päpste und die bischöflichen Teilnehmer der dogmatisch-ängstlich geprägten Welt-Bischofs-Synoden wären dann eigentlich betrunken, weil sie sich an Dogmen klammern, und deswegen, beschwipst, kaum ernst zu nehmen sind in ihrer Erstarrung.

Dieses Zitat von Karl Rahner geistert jetzt förmlich durch das gesamte www.

Mir hat dieses Zitat Rahners der Wiener katholische Theologe Prof. Paul Michael Zulehner in einem Interview 2013 in Berlin mitgeteilt. Das Zitat Zulehners wurde dann von mir in einer Sendung für den HR 2013 verwendet (für die Reihe Camino):

9.O TON in der HR Sendung vom 26.5.2013:

Paul M.Zulehner: „Wir müssen weg von unseren alten, bekannten abgedroschenen Aussagen und von dem, was wir für richtig gehalten haben, auch weg von der Macht versessenen Kirche, als wären wir diejenigen, die das Heil der Menschen in der Hand haben. Die Dogmen sind im Grund genommen wie die Laternen, die uns auf dem Weg durch die dunkle Nacht leuchten und nur Betrunkene halten sich daran fest, hat Karl Rahner mal ein bisschen salopp über die Dogmen gesagt….“    Soweit Prof. Paul M. Zulehner.

Es wäre eigentlich wichtig, wenn das hoch geschätzte Rahner Archiv in Freiburg die exakte Belegstelle des Rahner Wortes mitteilen könnte.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon

 

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