Willkommen im Religionsphilosophischen Salon
Der „Religionsphilosophische Salon Berlin“ ist ein Ort des Gesprächs, der Kontroverse, der Kritik, der Forschung. Eine kulturelle “Basis – Initiative” als Alternative zu den kulturellen “Großinstitutionen”. Ein Versuch, das qualifizierte Gespräch der Bürger zu fördern…auf philosophierende Weise. Philosophieren ist die Basis von Philosophie (in den Universitäten usw.).
Philosophieren ist der lebendige Vollzug des kritischen Selber – Denkens. Jedes Thema verdient eine philosophische Besinnung. Auch Fragen der Religionen, der Transzendenz, als Fragen nach den “Tiefen des Menschseins”, gehören zur Philosophie.
Dabei wird Religion im Daseins – Vollzug als das alles gründende Geheimnis berührt. Geheimnis ist etwas Undefinierbares, nicht in Dogmen Festzulegendes, es kann im Denken nur berührt werden. Jeder Mensch hat seinen eigenen Zugang dazu. Dann darf keine Autorität bestimmend – herrschend eingreifen, wohl aber kann eine philosophisch – kritische Gesprächsgemeinschaft entstehen, die sich wechselseitig befragt.
Auf dieser website finden Sie Texte vor allem von Christian Modehn aus dem naturgemäß „weiten“ Umfeld des Religiösen / der Religionen. Unsere Position ist philosophisch, also konfessionell – unabhängig. Das ist die unaufgebbare Basis philosophischer Kritik.
Ab Juli 2012 wird der protestantische Theologe Prof. Wilhelm Gräb (Humboldt Universität zu Berlin) regelmäßig im Interview zu aktuellen religiösen und religionsphilosophischen Fragen Stellung nehmen. Das aktuelle Interview hat den Titel: Pfingsten – Fest des Geistes.
Zur Lektüre des aktuellen Interviews hier.
Dieser Beitrag befindet sich in der Kategorie “Fundamental vernünftig - Religiös aus freier Einsicht”. Er ist der 12. in dieser Reihe! Die Freunde und Mitglieder des „Religionsphilosophischen Salons Berlin“ freuen sich sehr, dass durch diese Interviews neue Perspektiven zur Rolle der Religionen in der heutigen Gesellschaft erschlossen werden und auch ein vernünftiges Verstehen des Christentums möglich wird.
Der nächste Salon findet am Freitag, den 31. Mai 2013 um 19 Uhr, statt, wieder in der Kunstgalerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Unser Thema, wie mit den TeilnehmerInnen vom April Salon besprochen: “Unsere Einsamkeit – Chance und Last”. Anmeldungen nehmen wir gern entgegen: Christian.Modehn@berlin.de Der Beitrag beträgt 5 Euro. Weitere Infos zum Thema folgen.
Im Salon am 19. April 2013 waren 25 TeilnehmerInnen dabei. Diesmal war der Philosoph Peter BIERI bei uns ( alias Pascal Mercier auch Autor u.a. von “Nachtzug nach Lissabon”). Das Gespräch mit Peter Bieri war für uns eine besondere Inspiration! Mit dabei waren im Salon auch unsere holländischen Freunde von der Remonstranten Gemeinde in Amsterdam, sie haben den Kontakt zu Peter Bieiri hergestellt. Weitere Informationen dazu folgen.
Im Salon im März (19 TeilnehmerInnen) sprachen wir über “Kapitalismus als Religion” (bitte klicken Sie hier). Wir danken besonders dem Berliner Philosophen und Autor zahlreicher Bücher Dr. Jürgen Große für seine Mitarbeit. Jürgen Große hat kürzlich das Buch “Der gekränkte Mensch” veröffentlicht. Zur Lektüre eines Interviews klicken Sie hier.
Zum Thema “Das überforderte Selbst” können Sie eine philosophische Meditation lesen, dann klicken Sie hier.
Der Januar Salon bezog sich auf das Thema: “Selbstbestimmt leben – auch in meiner Religion“. Über das Recht und die Pflicht, sich seinen persönlichen Glauben, seine eigene Spiritualität, selbst (mit anderen) zu gestalten. 15 Teilnehmerinnen waren dabei. Einige “Thesen” werden hier zum Nachlesen geboten.
Am 1. Februar 2013 ist in Groningen, Niederlande, unser holländischer Freund Herman Verbeek gestorben, er war 50 Jahre lang Pastor, Poet, Mystiker, Politiker, leidenschaftlich mit der ökumenischen Basisbewegung verbunden. Ein katholischer Priester, der keine grundlegenden Reformen mehr von der römischen Kirche erwartete und ein Engagement in dem Bereich für vertane Zeit hielt. Wir haben Herman Verbeek öfter getroffen, interviewt, sind angetan von der Weite seines Denkens, von der Selbstverständlichkeit etwa, mit der er sich als Homosexuellen bekannte. Er hat ein großes Werk hinterlassen, Gedichte und Lieder, vor allem aber sein Lebenszeugnis. Einige (ältere) Hinweise zum Werk Herman Verbeeks können sie über diese Links nachlesen. Wir bedauern, dass in der ökumenischen Szenerie Deutschlands leider Herman Verbeek weithin ein Unbekannter blieb. Er hätte wohl zu sehr gestört …
Allen, die sich für den Poeten und Mystiker Herman Verbeek interessieren, empfehlen wir zwei neue Bücher: “Gedachtenis”(Gedächtnis) enthält alle Beiträge anläßlich der Abschiedsfeier in Groningen am 9.2. 2013, mit allen Gesängen dort auf CD. Dann wurden jetzt die Erinnerungen von Herman Verbeek veröffentlicht: “Toen daalde de duif”. Beide Bücher sind in der Stiftung “Stichting Verbeekfonds Groningen” erschienen.
Anläßlich des Kinofilms “Hannah Arendt” weisen auf die These von der “Banalität des Bösen” im Werke Hannah Arends hin, ein Begriff, der oft mißerstanden wurde und mißverstanden wird.
Nach wie vor viel Interesse findet unsere Dokumentation über die Verquickung des Putin Regimes mit der russisch – orthodoxen Führung: Zur Lektüre klicken Sie: Zustand der Moskauer Kirche. an.
Das Jahr 2013 bietet zahlreiche Gedenktage, auf Kierkegaard und Camus kommen wir in unserem Salon im Laufe des Jahres erneut zu sprechen. Das “Diderot Jahr” ( der Philosoph wurde vor 300 Jahren am 5. Oktober in Langres geboren) wird bei der Berlinale “eingeläutet” mit einer Neuverfilmung seines Romans “La Religieuse”, “Die Nonne”. Einen erster Hinweis (Link) zu dem religionskritischen Text finden Sie hier.
Neu ist die Rubrik “Forschungsprojekte”, wo wir versuchen, etwas ausführlicher bestimmte, aus unserer Sicht wichtige, aber vernachlässigte Themen, wissenschaftlich darzustellen und zum Weiter – Fragen, Weiter – Forschen, zu ermuntern. Ein erstes Thema dieser Rubrik: Abbé Meslier, Priester und Atheist.
Der Verzicht Benedikt XVI. auf das Amt des Papstes, hat auch im religionsphilosophischen Salon Diskussionen ausgelöst. Der Verzicht auf die “ewige” Verbindung von Amt und Person durch Benedikt XVI. wurde als Zeichen der Vernunft interpretiert. Im religionsphilosophischen Salon gibt es den Vorschlag, diese Tat der Vernunft noch weiter zu führen: “Der nächste Papst sei der letzte” heißt ein Kommentar in der unabhängigen Zeitschrift PUBLIK FORUM. Zur Lektüre klicken Sie bitte hier.
Diese website gehört zum Religionsphilosophischen Salon Berlin, begründet von Christian Modehn (geb.1948 in Berlin): Ich habe Philosophie (M.A. über Hegel) und katholische Theologie (Staatsexamen über Heidegger) in Berlin, St. Augustin, Bonn und München studiert. Ich arbeite seit vielen Jahren als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, vor allem für die Fernseh- und Radiosender der ARD, außerdem für die unabhängige und empfehlenswerte Zeitschrift PUBLIK – FORUM.
Der Religionsphilosophischen Salon Berlin ist ein offener Gesprächskreis , seit der Gründung im Jahr 2007 fanden bis März 2013 insgesamt 64 „Salonabende“ statt.
Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig; man kann den Salon auch eine philosophische „Basis – Initiative“ nennen. Alle anspruchsvolle Philosophie hat ihre Basis im Philosophieren des einzelnen und der Gruppe…
Philosophieren ist heute nicht mehr auf den europäischen Raum begrenzt. Religionsphilosophie muss darum auch interkulturelle Philosophie werden. Daran arbeitet der “religionsphilosophische Salon”. Es ist ein Projekt, mit entsprechenden “Salons” oder philosophischen Basisinitiativen in Afrika oder Lateinamerika z.B. in Verbindung zu kommen.
Religionsphilosophie in unserem Verständnis bemüht sich, im Anschluss an die klassische griechische Philosophie auch um Formen der persönlichen oder gemeinschaftlichen “Sammlung”, der Meditation, der Stille, des persönlichen poetisch – philosophischen Ausdrucks. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen alter Konfessionen, Religionsphilosophie als eine Art Lebenshaltung zu konzipieren, auch für spirituell Interessierte. Umso dringender braucht man Gemeinschaften des kritischen Gesprächs, Gemeinschaften, die sich nicht von der Allmacht der Medien irritieren lassen und der Drohgebärde alter Religionen, die ihren Exklusiv – Anspruch geltend machen wollen. Dagegen gilt es, sich philosophisch zu wehren.
Unser Interesse gilt auch der interkulturellen Philosophie, vor allem in Lateinamerika. Deswegen beobachten wir, wie es gelingt, die lange Zeit geistiger Verwüstung, die Zeit der Diktaturen in diesen Ländern, aufzuarbeiten. Als ein Beispiel weisen wir auf das neue Widerstandsmuseum in der Dominikanischen Republik hin: Es wurde am 30. Mai 2011, in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo, eröffnet, es erinnert an die Tyrannei unter dem Diktator Trujillo (am 31. Mai 1961 ermordet). Lateinamerikanische Staaten tun sich schwer, ihre eigene dunkle und blutige Vergangenheit zu bearbeiten, das neue Museum in Santo Domingo ist ein wichtiger Schritt zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit: www.museodelaresistencia.org
Frau Dr. Stefanie Hanke, Repräsentantin der Friedrich Ebert Stiftung in Santo Domingo, hat uns ihre Meinung zum weiteren Umfeld und zur Bedeutung des Widerstands – Museums mitgeteilt. Klicken Sie hier, um den Text zu lesen.
Weitere Informationen zur Widerstandsgeschichte in der Dominikanischen Republik unter diesem link.
Wir fragen uns, wann es gelingt, Partnerschaften und regelmäßigen Austausch zwischen ähnlichen Museen und Gedenkstätten in Deutschland mit dem “museo de la resistencia” einzurichten, also etwa mit Gedenkstätten der Stasi – Verbrechen oder der Nazi – Diktatur.
