Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich arbeite als  Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Am Freitag, den 11. Mai 2018, hatten wir einen besonderen Salonabend: Acht junge Niederländer, Mitglieder der  protestantischen Kirche der Remonstranten, waren bei uns. Insgesamt 22 TeilnehmerInnen diskutierten, welche Möglichkeiten es gibt, EUROPA für uns selbst neu zu beleben angesichts des aggressiven Nationalismus. Vor allem: Kann Religion, Spiritualität, dabei hilfreich und kritisch sein?  Siehe dazu einen Beitrag: Kirchen werden zu Friedenskirchen.

Der  religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. März 2018  um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9,  hatte das Thema: “Was gibt mir /uns Halt im Leben ?” Hier finden Sie Hinweise zum Thema. 17 TeilnehmerInnen beteiligten sich am Gespräch.

Der religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. Februar 2018, hatte das Thema: “Gibt es Fortschritt in meinem Leben und in der Welt/Gesellschaft?”, an dem Gespräch beteiligten sich 18 Personen: Einige Hinweise zur Diskussion

Der Salon am Freitag, den 26. Januar 2018 war mit 21 Teilnehmern gut besucht. Für eine kontroverse Diskussion sorgte vor allem der Philosoph Wolfgang Ullrich, Leipzig; wir sprachen mit ihm über sein neuestes Buch “Wahre Meisterwerte” (Wagenbach Verlag). Hinweise zu dem wichtigen Buch folgen.

Zu unserem Salon – Gespräch am 15. Dezember 2017 kamen 15 TeilnehmerInnen zusammen. Wir sprachen über: “Meine Philosophie der Sehnsucht”. Ein ungewöhnliches philosophisches Thema, aber vielleicht passend für die  Weihnachts/Advents-Zeit. Zur Vertiefung und Kritik bitte hier weiter lesen.

Am religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 24. November 2017, beteiligten sich 19 Personen. Das Thema interessiert also durchaus: “Alles nichtig, alles eitel”: Das Vanitas Motiv in Kunst und Philosophie. Auch mit einem Beitrag zur Vanitas – Kunst von Gerd Otto.  Interessant ist sicher eine Übersicht unserer Themen im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon bis Mai 2014.

Für alle, die mit den unterschiedlichen Traditionen der Theologie nicht so vertraut sind: Wenn hier von “liberaler Theologie” oft die Rede ist, dann hat dieser Begriff nichts mit der FDP, schon gar nichts mit der FPÖ oder dem “Neoliberalismus” zu tun…

Wir empfehlen sehr zur Lektüre und Diskussion das neue Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, in dem er die wesentlichen Impulse der liberalen Theologie aufzeigt, einer theologischen Denk – und Lebenshaltung, der nicht die Dogmen, sondern die vielfältige religiöse Erfahrung der einzelnen wichtig und fördernswert sind. Lesen Sie den Beitrag von Wilhelm Gräb.

Die Buchmesse in Frankfurt am Main 2017 ist vorbei, das Interesse an Frankreich bleibt für uns selbstverständlich. Auch das Interesse an den Religionen in Frankreich. Lesen Sie also diese Hinweise.

Wir beziehen uns mit unserer philosophischen Initiative auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig.

Die “philosophische Gemeinschaft” als Suche nach der Wahrheit und dem ethisch guten Leben ist sicher von  Sokrates vorbildlich gelebt worden: Die ursprünglichen Lebensformen waren damals zerbrochen, Sokrates “suchte in der Gemeinschaft der Philosophierenden aus dem Logos das lebenswerte Leben zu gewinnen”, wie Helmut Kuhn in seinem Sokrates – Buch schreibt. Eine Erinnerung, fern, in dieser Form schon gar nicht nachzuahmen. Es bleibt aber für uns die zentrale Aufgabe philosophischer Gesprächskreise damals wie heute: “Die Sorge um die Seele findet (für Sokrates) in der Gemeinschaft der miteinander Sprechenden statt. Erst in einer bestimmten Art von Gespräch lernen die Menschen ihre Seele als das Prinzip der freien Lebensgestaltung kennen”, schreibt der Philosoph Michael Hampe in seinem sehr empfehlenswerten Buch “Die Lehren der Philosophie”, 2014, Seite 93). Die Prüfung der Seele ist die Frage nach dem, was Menschen letztlich leben lässt. Diese Frage, gemeinsam erörtert, stört den “Kulturbetrieb” und die Routine der Religionen und Kirchen. Auf die wichtigen Beiträge Pierre Hadots zu den philosophischen Schulen in Griechenland und Rom habe ich auf dieser website hingewiesen, ebenso interessant ist die Frage, in wieweit die Kirchen als philosophische Schulen verstanden werden sollten. Über die Gastfreundschaft, die der Apostel Paulus bei einem so genannten heidnischen Philosophen, bei Tyrannus von Ephesus, Jahre lange fand, weil Paulus aus der Synagoge vertrieben wurde, siehe meinen Beitrag. Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren “gegründet” – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist “immer schon” PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen “immer schon” Spuren des Göttlichen, Transzendenten, “Umgreifenden” zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen. Wenn wir selbstverständlich für die Geltung der Vernunft plädieren, dann ist immer die sich selbst reflektierende Vernunft gemeint, also die “auf vernünftige Weise lebendige Vernunft”. “Die Vernunft muss ein vernünftiges Verhältnis zu sich selbst herstellen”, wie der Philosoph Robert Pfaller schreibt.m

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­er Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie als „meine persönliche Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.

 

 

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