Willkommen im Religionsphilosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin.

Der nächste Salon findet am MITTWOCH, den 28. Oktober 2016 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 statt. Wir wollen etwas mehr Differenzierungen entdecken beim Thema „Das Böse“. Darum der durchaus pro- vozierende, also einladende Titel: „Der Mensch ist böse … und Gott hat ihn erschaffen“. Hintergrund ist auch das neue Buch von Bettina Stangneth „Böses Denken“ (Rowohlt) sowie die Frage, mehr religionsphilosophisch: Welchen Sinn hat es eigentlich noch, von der Erbsünde zu sprechen? Ist ein Christentum denkbar, das auf die Erbsünde verzichtet? Das gab es schon im 5. Jahrhundert, etwa bei dem katholischen Bischof Julian von Eclanum; seine menschenfreundliche, man möchte sagen humanistische Lehre wurde dann aber als Häresie abgetan. Haben wir heute den Mut, wieder Häretiker in dieser Hinsicht zu werden? Eine spannende Frage!

Am Salon am 23. September 2016 beteiligten sich 12 Personen, die Vorschläge der Broschüre des französischen Philosophen Michel Serres „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“ standen im Mittelpunkt. Einen einleitenden Impuls-Vortrag hielt Dr. Hans Blersch, Mathematiker und praktischer Philosoph in Berlin. Die optimistische Haltung von Michel Serres, Jahrgang 1930 !, gegenüber der heutigen Jugend und ihrer Nähe zu IPhones usw. wird uns, allzu oft in totaler Kritik befangen, weiter beschäftigen!

Unser  Tages-Ausflug nach Karlshorst (am Freitag, den 26. August 2016) mit 12 TeilnehmerInnen war ein vielfältiges Erleben mit einer guten „Mischung“ aus philosophischer Diskussion, Orgelführung und Erinnerung im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst an die Grauen des Krieges, den Nazi-Deutschland begonnen hat…Besten Dank an Pfarrer Edgar Dusdal, Karlshorst, der diesen Tag entscheidend mitgestaltet hat. Weitere infos: Klicken Sie hier.

Eine Art  Luther (-Bücher -) Boom hat gewisse Bereiche des kulturellen und religiösen Lebens in Deutschland erfasst: Claudia Keller hat im „Tagesspiegel“ vom 23. August 2016 (Seite 6) für den Herbst etwa 50 neue Bücher über Luther gezählt, es werden nicht die (zeitlich gesehen) letzten sein. Lesen Sie dazu einen Kommentar unter dem Motto: Zu viel Luther? Klicken Sie zu Luther hier. Und zu dem Reformator Thomas Müntzer klicken Sie hier.

Die hoch interessante Abschiedsvorlesung von Prof. Wilhelm Gräb „Lebenssinn-Deutung als Aufgabe der Theologie“ vom 13. Juli 2016, gehalten an der Humboldt Universität, können Sie hier nachlesen und weitergeben, klicken Sie hier.

Das aktuelle Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, das 22. in der Reihe WEITER DENKEN, befasst sich mit der Frage: Was ist wirklich wichtig in der Auseinandersetzung mit den Religionen? Wilhelm Gräb meint: Religion sollte dem heutigen Menschen einleuchten und die Menschlichkeit zuerst fördern. Der Geist des Protestantismus sei heute ziemlich verschwunden, auch im Reformationsgedenken, dies wird weiter erläutert. Lesen Sie das Interview in der Rubrik „Weiterdenken“. Klicken Sie hier.

„DAS GOLDENE ZEITALTER“: Dies war das Thema des Religionsphilosophische Salon am Freitag, den 15. Juli 2016 in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, 17 TeilnehmerInnen waren dabei. Einen ausführlichen Hinweis zum Thema „Goldenes Zeitalter, Siglo de oro, finden sie hier.

Wer sich für die Vielfalt und Aktualität der Themen unserer Salonabende von Juni 2016 bis Mai 2014: Zur Information klicken Sie hier.

Beim religionsphilosophischen Salon vom Freitag, den 24. Juni 2016 in der Weinhandlung SINNESFREUDE in Neukölln, waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Ein  Abend auch anläßlich des Festivals „48 Stunden Neukölln“ zum Thema „Übersättigung, Sattsein, Hungern“. Ein zentrales politisches, aber auch philosophisches Thema, von der gastronomischen Seite einmal ganz abgesehen… Für weitere Informationen zu dem Abend klicken Sie bitte hier.

Erstaunlich: Am Salonabend am 18. März 2016  mit dem Thema „Für eine Philosophie der Auferstehung“ beteiligten sich 25 Personen, etliche Interessierte mussten leider wegen des begrenzten Platzes und wegen der immer erforderlichen, aber nicht immer gelingenden Übersichtlichkeit und Konzentriertheit der Gespräche (eben in kleinerem Kreis) abgewiesen werden. Wir freuen uns, dass auf diese Weise die Salonkultur, typisch für Berlin einst, lebendig ist. Deutlich wurde in dem kontroversen Gespräch am 18. März 2016: Das Thema Auferstehung Jesu von den Toten und die Möglichkeit „unserer“ Auferstehung darf nicht den dogmatischen Kreisen überlassen bleiben; das Thema ist ein philosophisches, kritisch-theologisches, poetisches und künsterisches Thema, das jeder und jede selbstverständlich auf seine, ihre eigene Art selbstkritisch beantwortet…

 

Unser theologisches Interesse: Wir sind auch an einer modernen liberalen Theologe interessiert, also einer solchen, die niemals auf die kritische Prüfung religiöser Aussagen durch die Vernunft verzichtet. Interviews mit Prof. Wilhem Gräb zu Themen aus dem weiten Umfeld einer neuen „liberalen Theologie aus Berlin“ finden Sie in der Rubrik „Weiter denken“ sowie auch im Archiv dieser website.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig. Nebenbei: Über die Bedeutung der SALONS – vor 400 Jahren „gegründet – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie bitte hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen.

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein religionsphilosophischer Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin, St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Der Religionsphilosophischen Salon Berlin ist ein offener Gesprächskreis, wir treffen uns vorzugsweise in Kunst-Galerien. Seit der Gründung fanden bis April 2016 102 „Salonabende“ statt. Zu einigen Themen bisheriger Salonabende klicken Sie bitte hier:

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie. Deswegen beobachten wir, wie es gelingen kann, die lange Zeit geistiger Verwüstung, die Zeit der Diktaturen in diesen Ländern, „aufzuarbeiten“. Als ein Beispiel weisen wir auf das Widerstandsmuseum in der Dominikanischen Republik hin: Es wurde am 30. Mai 2011, in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo, eröffnet, es erinnert an die Tyrannei unter dem Diktator Trujillo (am 31. Mai 1961 ermordet). www.museodelaresistencia.org  

Ich habe zwischen 1975 und 1983 einige Bücher zur lateinamerikanischen Theologie herausgegeben, z.T. gemeinsam mit dem Theologen Karl Rahner SJ, von daher das besondere Interesse an Lateinamerika.