Willkommen im Religionsphilosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich bin Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Der Religionsphilosophische Salon debattiert am Freitag, den 16. Dezember 2016, um 19 Uhr, über ein Thema, das irgendwie zum Weihnachts – Fest (bzw Weihnachts–Trubel/Konsum) gehört: „Was ist mir, dir, uns heute (noch) HEILIG?“ Sicher nicht bloß der „Heilige Abend“. Also: Was bedeutet eigentlich heilig? Was ist dagegen profan, weltlich? Stimmt diese Gegenüberstellung? Kann für manche nicht sehr Profanes in den absoluten Mittelpunkt rücken und so heilig für ihn werden? „Macht“ sich also vielleicht jeder Mensch Heiliges? Kann aber Heiliges wirklich „machen“? Ist vielleicht die Würde der Person, JEDER Person,  das einzige, was das Prädikat heilig verdient? Wenn man es theologisch will: Seit Gott Mensch geworden ist, so die allgemeine christliche Weisheit, ist jeder Mensch als Mensch als heilig. Welchen Sinn haben dann Religionen und Kirchen, die noch abgegrenzte Bezirke des Heiligen pflegen? Das könnte ein spannender Disput werden, auch zu einem politischen Thema: Offenbar wird leider für immer mehr Menschen „die Nation“  wieder heilig: „America first“. „La France d` abord“. Oder auch leider wieder wie seit 1933: „Deutsche und Deutschland zuerst“. Diese Slogans bringen das vernünftige Denken so vieler zum Erliegen und … gerissene Populisten an die Macht.

Von jedem Teilnehmer, jeder TeilnehmerIn, erbitte ich wieder 5 € für die Raummiete.

Der ORT: Die Kunstgalerie FANTOM, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf.

WEITERDENKEN heißt eine Rubrik auf unserer Website, darin bieten wir Interviews („Drei Fragen“) mit dem protestantischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb in Berlin. Diesmal zu der Frage: „Warum ist es gut, wahrhaftig zu sein?“. Zur Lektüre klicken Sie hier.

Am Religionsphilosophischen Salon am 18.11. 2016 über die (aktuelle) Bedeutung des Philosophen Gottfried Wilhelm LEIBNIZ beteiligten sich 20 Personen; die Diskussion war erfreulicherweise wieder kontrovers und deswegen lebendig, etwa zur These von Leibniz: „Wir leben in der besten aller möglichen Welten. Aber nicht in einer /rundum/ guten Welt“. Oder zu seinem Bemühen, die engen Grenzen der europäischen Philosophie durch die erstmalige (!) Rezeption des chinesischen Denkens (Konfuzius) zu überschreiten! Oder zu seinem leider vergessenen Bemühen, die getrennten christlichen Kirchen aufgrund vernünftiger Einsicht zur Einheit zusammenzuführen. Nach dem 30 jährigen Krieg als dem Abschlachten der Mitglieder verschiedener christlicher Konfessionen sah er die Notwendigkeit, eine gemeinsame christliche Kirche zu gestalten mit einer gemeinsamen und vor allem elementaren, nicht mehr durch dogmatische Spitzfindigkeiten geprägten Kirche. Wer gestaltet heute angesichts der Kriege, des Unfriedens weltweit, eine versöhnte christliche Kirche in Verschiedenheit? Wollen die (katholischen) Kirchenführer diese Einheit wirklich? Wer sich da weiter hinter dogmatischen Sondertraditionen versteckt und weiter auf die eigene begrenzte Wahrheit pocht, verpasst den Friedensauftrag der Kirchen. Und das wider besseren Wissens zuzulassen, ist – mit Verlaub gesagt – eine Schande, würde Leibniz sagen. Weitere Hinweise zu Leibniz lesen Sie hier.

Haben Philosophen etwas zur Wahl von Mister Trump zum US-Präsidenten zu sagen? Natürlich! Es gibt viele Möglichkeiten der philosophischen Kritik zu diesem Ereignis. Philosophen haben z.B. auch Begriffe und Kategorien zur Verfügung, die sie nur anwenden müssen. Ich beziehe mich einmal auf Erkenntnisse von Hannah Arendt und Immanuel Kant. Mein Beitrag hat den sicher treffenden Titel: Eine Niederlage der Vernunft. Mein Text, zur Diskussion, wurde am 9. November publiziert, klicken Sie hier.

Nun haben die (ständigen) Feiern zum Reformationsgedenken, Luther-Gedenken, so richtig begonnen. Wer darüber kritisch nachdenken und mit anderen in ein philosophisches Gespräch kommen will, lese den Beitrag hier „Luther würde sagen: es ist genug“. Gerade jetzt, nach den Wahlen in den USA, müssen sich die Kirchen fragen: Reden wir wirklich über die heute absolut dringenden Themen der Menschheit, über Wahn und Dummheit, über Rassismus und Nationalismus? Da sind Themen wie Luther, ich erlaube mir dieses Urteil, allmählich wirklich mindestens zweitrangig geworden. Es geht um den Weltfrieden und eine gerechtere Welt! Nicht um den Ablasstreit und die Rechtfertigungslehre des 16. Jahrhunderts. Das Luther-Gedenken 2017 hat m. E. schon jetzt etwas Überholtes, Obsoletes! Eine neue Reformation wäre wohl geboten, sie wird wohl weit über Luther hinausgehen: Und die eine Kirche in Vielfalt und in dogmatischer Einfachheit jetzt leben. Ohne Rücksicht auf all jene Herren, die,  wie schon seit Jahrzehnten, weiter für die Einheit (bisher vergeblich) beten! Zur Lektüre des genannten Beitrags klicken Sie hier.

Der theologische Kampf gegen den Klerikalismus, die Priesterherrschaft, war ein Schwerpunkt nicht nur Luthers, sondern früher schon von Jan Hus und anderen. Dieser Klerikalismus als Herrschaft von Priestern, Bischöfen und Päpsten über das so genannte „Volk Gottes“ erweist sich heute einmal mehr als verheerend für die Gemeinden. Über diesen ungebremsten Klerikalismus sollten Religionsphilosophen, Soziologen und Theologen viel mehr forschen und die Irrwege dieses Kirchen-Modells dokumentieren. Lesen Sie meinen aktuellen Beitrag bezogen auf FRANKREICH und  klicken Sie hier.

Das aktuelle Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, das 23. in der Reihe WEITER DENKEN, befasst sich mit der Frage: Warum ist es gut, gut zu sein?  Klicken Sie hier.

Der Salon vom Mittwoch, den 26. Oktober 2016, fand bei den 21 TeilnehmerInnen reges Interesse. Das Thema: Der Mensch ist böse – und von Gott geschaffen?  Ist z. B. ein Christentum denkbar, das auf die (von Augustinus beherrschte) Lehre der Erbsünde verzichtet? Diese Denkmöglichkeit gab es schon im 5. Jahrhundert, etwa bei dem katholischen Bischof Julian von Eclanum; seine menschenfreundliche, man möchte sagen, humanistische Lehre wurde dann aber als Häresie abgetan. Haben wir heute den Mut, wieder Häretiker in dieser Hinsicht zu werden? Eine spannende Frage! Weitere Hinweise finden Sie in einem Beitrag vom 30.10.2016, klicken Sie hier.

Der Salon am 23. September 2016 stellte ein Werk des französischen Philosophen Michel Serres vor, „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“. Einen einleitenden Impuls-Vortrag hielt Dr. Hans Blersch, Mathematiker und praktischer Philosoph in Berlin. Die optimistische Haltung von Michel Serres, Jahrgang 1930 !, gegenüber der heutigen Jugend und ihrer Nähe zu IPhones usw. wird uns weiter beschäftigen!

„DAS GOLDENE ZEITALTER“: Dies war das Thema des Religionsphilosophische Salon am Freitag, den 15. Juli 2016 in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9,  17 TeilnehmerInnen waren dabei. Einen ausführlichen Hinweis zum Thema „Goldenes Zeitalter, Siglo de oro, finden sie hier.

Wer sich für die Vielfalt und Aktualität der Themen unserer Salonabende von Juni 2016 bis Mai 2014: Zur Information klicken Sie hier.

Beim religionsphilosophischen Salon vom Freitag, den 24. Juni 2016 in der Weinhandlung SINNESFREUDE in Neukölln, waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Ein  Abend auch anläßlich des Festivals „48 Stunden Neukölln“ zum Thema „Übersättigung, Sattsein, Hungern“. Ein zentrales politisches, aber auch philosophisches Thema, von der gastronomischen Seite einmal ganz abgesehen… Für weitere Informationen zu dem Abend klicken Sie bitte hier.

Erstaunlich: Am Salonabend am 18. März 2016  mit dem Thema „Für eine Philosophie der Auferstehung“ beteiligten sich 25 Personen, etliche Interessierte mussten leider wegen des begrenzten Platzes und wegen der immer erforderlichen, aber nicht immer gelingenden Übersichtlichkeit und Konzentriertheit der Gespräche (eben in kleinerem Kreis) abgewiesen werden. Wir freuen uns, dass auf diese Weise die Salonkultur, typisch für Berlin einst, lebendig ist. Deutlich wurde in dem kontroversen Gespräch am 18. März 2016: Das Thema Auferstehung Jesu von den Toten und die Möglichkeit „unserer“ Auferstehung darf nicht den dogmatischen Kreisen überlassen bleiben; das Thema ist ein philosophisches, kritisch-theologisches, poetisches und künsterisches Thema, das jeder und jede selbstverständlich auf seine, ihre eigene Art selbstkritisch beantwortet…

Zu unserem theologischen Interesse: Wir sind vor allem an einer modernen liberalen Theologe interessiert, also einer solchen, die niemals auf die kritische Prüfung religiöser Aussagen durch die Vernunft verzichtet. Interviews mit Prof. Wilhem Gräb zu Themen aus dem weiten Umfeld einer neuen „liberalen Theologie aus Berlin“ finden Sie in der Rubrik „Weiter denken“ sowie auch im Archiv dieser website.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig. Nebenbei: Über die Bedeutung der SALONS – vor 400 Jahren „gegründet – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie bitte hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen.

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein religionsphilosophischer Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin, St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Der Religionsphilosophischen Salon Berlin ist ein offener Gesprächskreis, wir treffen uns vorzugsweise in Kunst-Galerien. Seit der Gründung fanden bis April 2016 102 „Salonabende“ statt. Zu einigen Themen bisheriger Salonabende klicken Sie bitte hier:

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie. Deswegen beobachten wir, wie es gelingen kann, die lange Zeit geistiger Verwüstung, die Zeit der Diktaturen in diesen Ländern, „aufzuarbeiten“. Als ein Beispiel weisen wir auf das Widerstandsmuseum in der Dominikanischen Republik hin: Es wurde am 30. Mai 2011, in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo, eröffnet, es erinnert an die Tyrannei unter dem Diktator Trujillo (am 31. Mai 1961 ermordet). www.museodelaresistencia.org  

Ich habe zwischen 1975 und 1983 einige Bücher zur lateinamerikanischen Theologie herausgegeben, z.T. gemeinsam mit dem Theologen Karl Rahner SJ, von daher das besondere Interesse an Lateinamerika.