Wenn ein Kardinal durchdreht: Kardinal Pengo, Tanzania, fordert sein Volk auf, lieber zu verhungern, als Hilfe von „Homosexuellen“ anzunehmen

Ein religionskritischer Hinweis von Christian Modehn.

Manchmal ist es notwendig, sehr deutlich die Kritik der Religionen zu praktizieren und Unsinn freizulegen und zurückzuweisen. Vieles, was in den etablierten „hoch angesehenen“ Kirchen gesagt und getan wird, widerspricht grundlegenden Werten der universalen Menschenrechte! Und diese universalen Menschenrechte stehen, nicht nur unserer Meinung nach, über den Lehren, Meinungen, Auslassungen von Kirchen und Klerikern. Etwa in Tanzania, siehe den Beitrag über Kardinal Pengo. Seine Aussagen werden in anderer Form in vielen Staaten Afrikas wiederholt, vom Klerikern wie von Politikern. Das ist die reale Dimension dieses Statements des Kardinals. Er folgt dabei theologischen Vorstellungen, die einst, im 19. Jahrhundert, europäische Missionare den Afrikanern beibrachten. CM.

Der Informationsdienst queer.de, aber auch andere, gar nicht so queere Informationsdienste, wie das sehr sehr streng katholische „kath.net“, haben über eine unglaubliche, sagen wir es, Wahnidee, noch milde ausgedrückt, eines römisch – katholischen Kardinals in Tanzania berichtet. Der sehr beleibte Kardinal Polycarp Ponzo hat seine Landsleute aufgefordert, besser vor Hunger zu sterben, als Hilfe von Staaten oder Organisationen anzunehmen, die irgendwie, seiner Meinung nach, in dem afrikanischen Land „Werbung“ für Homosexualität machen. Der Kardinal wäre dann wohl der letzte, der dann sterben würde, immerhin ein frommer Überlebender…Man glaubt zu träumen, welche Wahnsinnsideen heute in den Köpfen von Kardinälen herumgeistern, die den Papst wählen und eigentlich die Menschen zur Erkenntnis umfassender Wahrheit führen sollten. Diese klerikalen Herrschaften sind Ideologen, also Zerstörer der Humanität, denn die Konsequenz dieser wahnsinnigen Äußerungen (dies ist eine Meinungsäußerung) ist: Homosexuelle werden weiter in Afrika verfolgt, erniedrigt, ermordet. Diese katholische Kirche hat mit Menschenrechten offenbar nichts im Sinn! Das muss man deutlich sagen, in Erinnerung an den Tag der Menschenrechte. Was für eine Schande, dass kein Papst diesem Herrn in Tanzania das Wort verbietet und zur Fastenkur in die Wüste schickt… Ich erlaube mir den ausführlichen Text von queer. de wiederzugeben, queer.de hat am ausführlichsten über diesen Menschenrechtsskandal, ausgelöst von einem Kardinal, berichtet:

„Kardinal Polycarp Pengo hat mehreren internationalen Medienberichten zufolge die Regierung Tansanias aufgefordert, keine Entwicklungshilfe anzunehmen, die mit Bedingungen zum Umgang mit Homosexualität verknüpft seien. Die aktuell unter anderem vom Portal der Deutschen Bischofskonferenz verbreiteten Worte fielen offenbar bereits vor wenigen Wochen – ausgerechnet bei einer Messe zum Erntedankfest.

Der Erzbischof von Daressalam berichtete demnach von mehreren Bedrohungen gegenüber Entwicklungsländern. So würde das Ausland die Unterstützung einstellen, „wenn wir gegen Homosexualität sind“. Es sei aber „besser, an Hunger zu sterben, als Hilfe zu erhalten und verpflichtet zu sein zu Dingen, die entgegen den Wünschen Gottes stehen“.

Die „Sünde der Homosexualität“ sei der Grund der Zerstörung von Sodom und Gomorrha gewesen, so der Bischof weiter. „Diese Dinge stehen dem Plan Gottes zur Schöpfung entgegen und können in keinster Weise akzeptiert werden.“ Das Mitglied der Glaubenskongregation, der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und des Päpstlichen Rates für die Familie meinte: „Und wenn wir verhungern, weil wir abgelehnt haben, uns an solchen Akten zu beteiligen, dann sterben wir lieber mit unserem Gott. Homosexualität zu akzeptieren ist Gott abzulehnen.“

Dänemark ließ Entwicklungshilfe kürzen

Kardinal Pengo bedankte sich den Medienberichten zufolge bei der Regierung Tansanias für ihre Haltung in der Frage. Die Äußerungen des Erzbischofs fallen in eine Zeit, in der der Gouverneur seiner Stadt angekündigt hatte, anhand einer Namensliste gegen Homosexuelle vorgehen zu wollen (queer.de berichtete).

Die dänische Regierung hatte daraufhin Mitte November angekündigt, Entwicklungshilfe zu kürzen, auch weitere Staaten hatten sich in die Debatte eingeschaltet und Sanktionen angedroht (queer.de berichtete). In dem multireligiösen Land war es zuletzt häufiger zu Razzien und Festnahmen von LGBTI gekommen, wobei auch Analuntersuchungen eingesetzt wurden. Grundlage ist ein Gesetz aus deutscher Kolonialzeit, wonach Sex unter Männern mit bis zu 30 Jahren Haft geahndet werden kann. In Sansibar droht auch lesbischen Frauen Haft.

Äußerungen wie die des Kardinals hört man von afrikanischen Geistlichen und Politikern nicht selten. Papst Franziskus hatte 2015 bei einem UN-Gipfel zu „Nachhaltigen Entwicklungszielen“ davor gewarnt, „eine ideologische Kolonialisierung zu fördern, indem man abnorme Lebensmodelle und -stile durchsetzt, die der Identität der Völker fremd und letztlich unverantwortlich sind“ (queer.de berichtete). (nb)“

Man darf sich fragen, in welcher Weise kirchliche, katholische Entwicklungshilfe über Misereor, Missio, etc. diesen Herrn und seine Kirche fördert.

Christian Modehn

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.