Ist ein böser Gott in den USA heute allmächtig?

Die 28. der „unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 13.1. 2026

Was bedeutet „unerhört“? „Unerhört“ werden von uns außerordentliche Themen und Fragen genannt. Unerhörte, unbequme und durchaus freche Fragen müssen entfaltet, beschrieben werden, um ihre provokative Kraft zu bezeugen. Auch wenn diese Fragen nur  selten “erhört” werden.

Einen „bösen Gott“ lehrten einige Sekten („die Manichäer“) in der christlichen Frühzeit. Sie stellten ihn dem transzendenten, dem guten Gott gegenüber. Der böse Gott war für diese Sekten der Herr-Gott in der materiellen Welt. Das nur als Erinnerung. Es kommt heute darauf an zu erkennen, dass Diktatoren damals wie heute immer eine göttliche Aura brauchten zum Erhalt ihrer Macht.

Als totale Herrscher, wie Götter,  der materiellen Welt, also der Staaten und Gesellschaften, gerieren sich heute Autokraten, Plutokraten, Diktatoren. Sie werden von Demokraten – wegen nicht zu zügelnder Allmacht – böse Götter (oder böse Halbgötter) genannt. Ist unsere 28. unerhörte Frage nur eine Frage, gar rhetorische Frage?  Sicher nicht.

Wenn aufgeklärte Demokraten jetzt von einem bösen Gott in ihrer einst demokratischen Welt sprechen, signalisieren sie eine gewisse Hilflosigkeit: Was vermag ein Mensch, eine Gruppe, gegen einen Gott, einen bösen Gott, noch zu tun?

Denn der böse Gott tobt sich aus:

Durch ständig neue willkürliche Entscheidungen.
Der böse Gott kann prinzipiell fremdes Eigentum, fremde Länder, besetzen und enteignen.
Er kann permanent Lügen verbreiten und jegliches Gefühle für Wahrheit und humane Werte zerstören. Den bösen Gott zeichnet eine Ignoranz gegenüber der ökologischen Zukunft der Menschheit aus.

Der böse Gott tobt sich aus:
Durch totale Unzuverlässigkeit gegenüber Vereinbarungen.
Durch laut stark angekündigte Verfolgung und Vernichtung von Menschen, die er als seine Feinde betrachtet.
Durch eine totale Gleichgültigkeit gegenüber leidenden und hungerenden Menschen in der Nähe und der weiten Ferne. Manche nennen diese Haltung Sadismus.
Durch seine Fixierung auf den „Deal“ als seinem aller obersten Wert: Der Milliardär braucht wie im Wahn immer weitere Milliarden.
Durch die systematische Zerstörung der Demokratie, der Pressefreiheit, der Unabhängigkeit der Gerichte usw.

Der böse Gott kann sich austoben, weil viele Verblendete an ihn als Gott glauben, ihn unterstützen, mag er selbst unmoralisch und verkommen sein, also alles andere als „göttlich“ sein. Aber vielleicht gibt es eine perverse Lust, einem perversen Gott zu folgen?

Diese Gottgläubigen nennen sich lautstark evangelikale oder katholische Christen. Sie haben das Erste Gebot der „Zehn-Gebote“ vergessen, der gute, der transzendente Gott lehrt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Wie kann sich die Welt von einem bösen Gott befreien? Kennzeichen des bösen Gottes ist und bleibt die eigene Endlichkeit, die Sterblichkeit. Aber der böse Gott hat längst für entsprechende Nachfolger gesorgt.

Demokraten werden also dem bösen Gott zu Diensten sein, denn er und sein Nachfolger ist – auch ökonomisch – noch allmächtig.

Wie lange können Demokraten (und deren Politiker) nach außen hin den bösen Gott verehren, aber “im Innern“ verachten?

Wird der Gedanke ernsthaft gedacht: Wie kann sich die kleine verbliebene demokratische Welt von dem bösen Gott und seinen schon bereit stehenden Nachfolgern befreien?

Auf die oft besprochene „internationale moralischen Autorität“ des Papstes sollte niemand setzen: Der us-amerikanische (!) Papst Leo XIV. ist alles andere als ein entschiedener, kritischer Prophet, der falsche Götter vom Thron stürzen kann und will. Päpste können offenbar nur hilflos mahnen und zum Bittgebet aufrufen oder kluge Worte vor der UN sagen? Wenn das der Fall ist, warum dann noch der ganze Kult um den „heiligen Vater“, den Monarchen, im Staat „Vatikan-Stadt“?

Diese unerhörte Frage wurde von dem wichtigen Dokumentar-Film der ARD am 12.1.2026 angeregt: „Trump & us“. Die drei Teile dieses Films sind bis 10.1.2028 in der Mediathek verfügbar. LINK

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

 

 

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