Papst Leo besucht im März 2026 Monaco, das Nest der Superreichen.

Aber der Papst fährt nicht in die Ukraine.
Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.2.2026

Zur Sache:
Es gibt für kritische Religionsphilosophen sehr viel dringendere Themen. Dennoch muss wieder einmal auf die Politik des Papstes Leo XIV. hingewiesen werden, der sich alle Mühe gibt, zwischen „konservativ“ und „in bißchen aufgeschlossen, progressiv“ hin und her zu schwanken. LINK.

Warum um Himmels willen besucht Papst Leo XIV. im März 2026 ausgerechnet das Fürstentum Monaco? Das Fürstenhaus selbst versinkt in einem Sumpf von Finanzskandalen, wie Le Monde 2025 berichtete. Was hat der Papst in diesem Luxus-Nest der Millionäre und Milliardäre zu suchen?

Wenn der Papst, wie er selbst öffentlich macht, so viel und so oft für den Frieden betet und permanent in politisch nachweislich erfolglosen Bittgebeten Gott um Beistand bestürmt und auch nette Friedens-Deklarationen zum Krieg Russlands gegen die Ukraine von sich gibt: Warum besucht er nicht alsbald die Ukraine persönlich, so lange es die Ukraine noch gibt angesichts der entsetzlichen Verbrechen Putins? Aber nein, da muss er die Milliardäre in Monaco beehren. Die wiederum noch mal Riesen – Profit machen, durch die vielen Touristen, die aus Folklore – Gründen den Papst nun auch mal in Monaco sehen und bewundern wollen.

Eine solche Reise („Pilgerfahrt“) in die Ukraine wäre eine tolle politische Tat … und viel mehr als nur ein Symbol. Der Papst könnte bis in die ukrainische Grenze in Polen fliegen und dann direkt mit dem Zug nach Lemberg und Kyiv fahren. Warum macht er das nicht? Unsere Antwort: Der Papst will den Patriarchen Kyrill I. von Moskau, den Putin – Theologen (- Ideologen), nicht verärgern. Denn für die römische Kirche sind Verständigungen mit den theologisch in allermeisten Fällen verkalkten orthodoxen Kirchenführern auch jetzt immer höchst wichtig…Da will Rom sich nichts verderben. Und auch die Katholiken in der Russischen Föderation dürfen nicht in Not geraten durch eine deutliche Solidarisierung mit der Ukraine. Es ist auch bei Leo die alte päpstliche Masche lebendig, man denke an Pius XII.: Zuerst die Kirche retten, dann an zweiter Stelle, etwas, die bedrohten (nicht-katholischen) Menschen.

Einige Details zur Reise des Papstes ins Nest der Millionäre Monaco:

1.
Die nächste apostolische Reise wird Papst Leo XIV. Ende März 2026 ins Fürstentum Monaco unternehmen, so berichtet das „Presseamt des Heiligen Stuhls. LINK https://www.vaticannews.va/es/papa/news/2026-02/el-papa-leon-xiv-podria-visitar-monaco-fin-de-marzo.html

2.
Im Fürstentum Monaco wird sich der Papst bestimmt sehr wohl fühlen: Der absolute Monarch Papst Leo XIV. wird sich bestens verstehen mit einem anderen Monarchen, mit dem sehr konservativen, sehr katholischen Fürsten Albert II. und seiner Familie. Dies wird also ein Treffen zweier bedeutender Herrscher von Kleinst – Staaten: Zwei Quadratkilometer „groß“ ist das Fürstentum, nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Erde. Aber Monaco ist ein Steuerparadies mit 38.000 Einwohnern, von denen nur wenige gebürtige „Monegassen“ sind, viele Millionäre tummeln sich im engen Monaco und dem 4 km langen Küstenstreifen an der Cote d` Azur.

3.
Das weiß hoffentlich der Papst: Monaco ist ein bevorzugtes Land für Geldwäsche. „Im Juni 2025 wurde bekannt, dass die EU-Kommission plant, Monaco auf die Liste der „Hochrisiko-Drittländer“ zu setzen, Länder also, die die Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht erfüllen – allen Bemühungen Alberts zum Trotz um ein besseres, „sauberes“ Image für den Ministaat an der Côte d’Azur, ein erklärtes Paradies für Reiche.“ Quelle: LINK: https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/monaco-gate-enthuellungen-ueber-fuerst-alberts-geheime-finanzgeschaefte-109210948
Die Augsburger Allgemeine berichtet weiter: „Der einstige engste Mitarbeiter des Fürsten, Claude Palmero, sagte laut Le Monde außerdem aus, dass das Vermögen der Fürstenfamilie über mehrere Umwege in Unternehmen mit Sitz in Panama angelegt sei: „Jedes Mitglied hat seine eigene panamaische Firma.“ Weitere solcher Unternehmen auf den Namen von Albert sowie seinen Schwestern Caroline und Stéphanie befänden sich auf den britischen Jungferninseln.
Darüber hinaus gibt es den Verdacht eines „Systems der Berechnung fiktiver Leistungen“, um Geld zu veruntreuen. Claude Palmero (lange Jahre engste Finanzberater des Fürsten) zufolge habe der Albert II. „häufig Bedarf an Bargeld“, um verschiedene Probleme auf diskrete Weise zu lösen, etwa „den Aufkauf kompromittierender Fotos“. Auch berichteten Le Monde sowie das Investigativmagazin Mediapart bereits über die mögliche Überwachung von Ministern, Beratern des Fürsten wie auch von Journalisten und einem Richter, der inzwischen Klage eingereicht hat.“

4.
„2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt Monacos 6,087 Milliarden Euro und pro Arbeitnehmer 108.112 Euro. Damit ist Monaco nach Katar das zweitreichste Land der Welt. Die Immobilienpreise sind sehr hoch. 2018 betrug der durchschnittliche Kaufpreis 53.000 Euro pro Quadratmeter, bei einigen Luxusobjekten 100.000 Euro pro Quadratmeter.“ (Wikipedia, Monaco, gelesen am 11.2.2026)

5.
Ob der Papst auch die sehr vielen sehr luxuriösen Luxusyachten dort segnet, ist noch offen. Segnungen von Objekten aller Art sind ja bekanntlich eine beliebte Beschäftigung des katholischen Klerus.
Ist ein Treffen des Papstes mit Milliardären ausgeschlossen? Will der Papst Stellung nehmen zur These des Franzosen Proudhon: „Eigentum ist Diebstahl“? Vielleicht kommt Mister Trump mit einer Luxusyacht angerauscht? Offene, aber utopische Fragen…

6.
Von diesen Spekulationen abgesehen: Der Papst kann sich als Stellvertreter Christi auf Erden beim Fürsten Albert II. so richtig wohlfühlen: Der Katholizismus ist noch immer Staatsreligion, allerdings mußte trotzdem doch Religionsfreiheit zugestanden werden, damit sich der internationale Tummelplatz für die Sehr-Reichen nicht blamiert. Der Erzbischof von Monaco hat höchstes Ansehen und wichtige Aufgaben. Schließlich muss er am Nationalfeiertag (19. November) das „Te Deum“ in der Kathedrale anstimmen und dem großen Gott danken für den soooo katholischen Fürsten. Der Erzbischof hat auch die schöne Pflicht, die Kinder der fürstlichen Familie zu taufen. Die Fürstenfamilie hat übrigens einen eigenen Hof- Kaplan zu ihren Diensten, Symbol der Erinnerung, etwa an französische Könige im „ancien régime“.…
Jedenfalls gibt es bei so viel katholischer Privilegierung natürlich auch einen „apostolischen Nuntius“ in Monaco und einen Monaco-Botschafter im Vatikan.
Aber so hundertprozentig folgte Albert II. doch nicht der katholischen Moral: Albert hatte eine Geliebte, Nicole Costa, mit ihr hat er einen unehelichen Sohn Alexandre, für beide sorgt der Fürst sehr fürstlich, etwa durch ein luxuriöses Appartement in London, Kostenpunkt 8,5 Millionen Euro…Des Fürsten wahre Gattin Charlene durfte davon nichts wissen:
Das alles ist nicht Klatsch und Tratsch aus Fürstenhäusern, sondern nur ein kritischer Hinweis, welche Implikationen die Reise des Papstes in dieses Nest der Superreichen hat.

Nach dem Besuch im Luxus – Monaco kann der Papst dann wieder sehr leicht von der kirchlichen und päpstlichen Option für die Armen, etwa in Peru, schwadronieren…

7.
Jedenfalls nach außen ist das Fürstentum sehr katholisch, und der äußere schöne, korrekte, fromme Schein ist ja das Wichtigste im Katholizismus. Noch wichtiger für den Papst: Die zivile Ehe -Scheidung ist noch immer stigmatisiert, trotz gewisser Erleichterungen seit 1970. Bis 2009 war Abtreibung unter allen Bedingungen verboten. Trotz dieser „Liberalisierungen“ ist die Realisierung einer Abtreibung in Monaco selbst verboten, Frauen müssen ins Ausland ausweichen.

8.
Und vor allem wird sich Papst Leo XIV. so richtig freuen: In Monaco gilt die alte Hetero – Normativität, Ehe gibt es nur die zwischen Mann und Frau, die heute bei vernünftigen Menschen selbstverständliche „Ehe für alle“ ist ausgeschlossen. Damit steht Monaco im Kreis anderer „illustrer“ reaktionärer katholischer Staaten, etwa in Lateinamerika oderfundamentalistischer islamischer Staaten. Eine nette Gemeinschaft, in der sich die katholische Kirche bei diesem Thema befindet, aber das stört diese Kirche nicht…
Homosexuelle in Monaco können lediglich einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnen, aber nur vor einem Notar, nicht im Standesamt!

9.
Am allermeisten wird sich der Papst freuen, dass in Monaco aktive Sterbehilfe aufgrund der politisch endlich einmal vollumfänglich realisierten katholischen Moral absolut verboten ist.

10.
Warum also diese Reise des Papstes ins Nest der Superreichen? KI weiß darauf eine Antwort: Die beiden sehr kleinen Staaten wollen wohl ihre -hoffentlich seriöse – finanzielle Zusammenarbeit verstärken, Denn beide verwenden den Euro, ohne zur Eurozone zu gehören. Beide Kleinst-Staaten unterliegen den Bewertungen von „Moneyval“, was sie dazu führt, ihre Bankvorschriften an die gerechten Normen anzupassen…(„Moneyval“ ist der Expertenausschusses des Europarates mit dem Thema: Bewertung von Geldwäsche und Terrorismus – Finanzierung).

11.
In jedem Fall sieht man bei dieser Reise des Papstes wieder deutlich: Das ist diese „Doppelrolle“, die geistige Spaltung, in der er sich befindet: Er soll als angeblicher, aber hoch verehrter „Stellvertreter Christi“ eine eminente spirituelle und theologische Wegweisung für die Glaubenden haben. ABER:Der Papst ist zur gleichen Zeit immer auch Staatschef, dem es in dieser Rolle eben nicht um Glaubenslehren im engeren Sinne gehen kann, sondern um knallharte Auseinandersetzungen mit Finanzen, klerikaler politischer Macht in den Staaten und immer auch um Geld.
Wer auch nur etwas die Papstgeschichte der letzten 800 Jahre kennt, der weiß: Meist ging es all den Päpsten zuerst um Geld und politische Macht und öffentliches Ansehen.

Die bisherigen spirituellen Äußerungen des Christus-Nachfolgers Leo XIV. kann man nur kläglich und floskelhaft und wenig kreativ nennen: Alles dreht sich letztlich bei ihm ständig um Bittgebete, die bekanntlich den Charakter des Aberglaubens haben und vor allem auch um seinen sooo hoch geliebten „Vater“ Augustin aus dem 5. Jahrhundert. Aber dessen Theologie sollte wegen der verheerenden dogmatischen Erfindung der Erbsünden-Theologie  nun wirklich ad acta gelegt werden.

Das wird selbst ein Augustiner als Papst in einigen Jahren erkennen, hoffen wir. Schließlich dürfen ja die vielen wissenschaftlichen, auch theologischen Forschungen zum Wahnsinn/Unsinn der Erbsünde nicht völlig umsonst gewesen sein. Irgendwann wird auch der Vatikan die theologische wissenschaftliche kritische Forschung respektieren…. Doch wer wird sich in den Jahren dann in Europa noch für Kirche etc. interessieren?

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

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